Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Mitteilungen (März/April 2020)

In diesem Jahr wollen wir uns abends, aufgrund der Umstellung auf die mitteleuropäische Sommerzeit ab 19.00 Uhr, am Dienstag, den 07. April 2020, zusammenfinden, um des Opfers unseres Herrn in Gemeinschaft zu gedenken. Möge die Feier des Gedächtnismahles für alle – die bei einander Versammelten wie auch die, die sie allein begehen – von unserem Herrn gesegnet sein.

„Da sagte er zu ihnen: „Von ganzem Herzen habe ich Verlangen danach, gerade dieses Mahl mit euch zu feiern, bevor ich leide. Ich sage euch: Ich werde es nicht mehr essen, bis es in der Königsherrschaft Gottes seine Erfüllung findet.”

Lukas 22:15 und 16

Dies ist ein Auszug des Artikels. Wenn Sie mehr lesen möchten, dann können sie unsere Zeitschrift „Der Tagesanbruch“ in gedruckter und elektronischer Form im Literaturversand abonnieren.

Die erste Verfolgung (Apostelgeschichte 4:1- 12)

Und es ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel, der unter den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden müssen.”

Apostelgeschichte 4:12

Der Tumult, der durch die Heilung des Gelähmten durch Petrus und Johannes hervorgerufen wurde, und die Ansammlung von gläubigen Zuhörern ihrer Ansprache brachte für die Apostel ein neues Problem mit sich. Die religiöse Feier der Priester wurde mehr oder weniger durch die Unruhe unterbrochen, und sie wurden ärgerlich denen gegenüber, die Aufmerksamkeit von ihnen und ihrem Dienst abzogen; auch die für die Ordnung im Tempel Verantwortlichen waren aufgeschreckt. Sie traten auf den wortführenden Apostel und die Menge zu und verhafteten die drei Verursacher des Tumults, damit die Sache untersucht werden sollte. Es ging auf den Abend zu, und so war es zu spät, die Mitglieder des Synedriums zusammenzurufen. Die drei, die von Gott und Christus Zeugnis gegeben hatten, wurden im Gefängnis in Gewahrsam genommen, nicht als Verbrecher, sondern für eine Untersuchung. Die Gefangenen hätten ihre Situation vom Standpunkt Ungläubiger betrachten können und hätten sich und den anderen sagen können: Gott hat unser Werk nicht gebilligt und hat daher zugelassen, daß wir nun festgenommen und eingekerkert sind. Und jetzt wissen wir nicht, wohin das am nächsten Tag führen wird, denn die Leute, die unseren Herrn gekreuzigt haben, kreuzigen uns vielleicht auch.

Oder, angenommen sie hätten nicht geglaubt, sie hätten auch denken und zueinander sagen können: Schließlich, mit welchem Recht denken wir, daß Gott mit dieser Angelegenheit irgendwie zu tun hat? Wir sind so wie alle Menschen und haben nur eine neue Art und Weise gefunden, wodurch Naturgesetze zur Heilung Kranker wirken. Tatsächlich ist Gott mit diesem Werk nicht befaßt, denn wenn Er es wäre, hätte Er nicht zugelassen, daß wir in diese schlimme Lage kommen, während wir uns bemüht haben ihm zu dienen und die frohe Botschaft zu verkündigen. – Doch wir können ganz gewiß annehmen, daß die Gedanken und Worte der Gefangenen in eine völlig andere Richtung gingen. Erfüllt von Glauben waren sie sich ohne Zweifel bewußt: Wir wissen nicht, wie der Herr diese Ereignisse etwa benützt, die nachteilig für uns und eine Unterbrechung Seines Werks zu sein scheinen; aber bestimmt wird Er sie in irgendeiner Form gebrauchen, um Seine Sache voranzubringen und mehr Menschen mit Seiner Wahrheit zu erreichen.

Tatsächlich beabsichtigte der Herr durch dieses scheinbare Verhängnis den Aposteln eine noch bedeutendere Gelegenheit zu bieten, daß sie am nächsten Tag für die Wahrheit Zeugnis ablegen konnten, nämlich einem Personenkreis zu predigen, den sie sonst nicht erreicht hätten: der Priesterschaft, den Führern des Volkes im Synedrium und allen, die an ihren Sitzungen teilnahmen. Als die Ratsversammlung am nächsten Morgen zusammentrat, waren auch Annas, der Hohepriester, und Kaiphas, sein Sohn, unter den siebzig Mitgliedern, alles Repräsentanten der einflußreichen Gesellschaft in Jerusalem. Dieses Gremium hatte ca. zwei Monate zuvor unter dem Vorsitz von Annas die Verhandlung des Meisters durchgeführt. Dennoch waren die Apostel erkennbar nicht eingeschüchtert durch die Würde des Gerichts; der Herr erfüllte Seine Verheißung an ihnen: „… und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zum Zeugnis. Wenn sie euch aber überliefern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.” – Matthäus 10:18 und 19 Daß Petrus als ihr Sprecher Anleitung von oben bekam, läßt sich dem Ausspruch „erfüllt vom heiligen Geist” entnehmen.

Hier sollte man auch festhalten, daß die Partei der Juden, die unseren Herrn ganz besonders verfolgten, die Gruppe der Pharisäer war, die heiligmäßigen Leute damals, deren Gegnerschaft zu den öffentlichen Aussagen unseres Herrn auf ihrer Heuchelei beruhte. Die Sadduzäer wiederum hatten im allgemeinen weniger Interesse an einer Verfolgung. Wie jedoch aus der Apostelgeschichte hervorgeht, scheinen die Verfolgungen weitgehend von den Sadduzäern ausgegangen zu sein. Diese kann man kaum als religiöse Gruppierung bezeichnen, denn sie leugneten die Auferstehung aus den Toten und auch die Existenz von Geistwesen und glaubten im Wesentlichen an eine Religion nur für das gegenwärtige Leben. Die Sadduzäer waren die damaligen Politiker. Ihnen als den politischen Köpfen des jüdischen Volkes war am Einklang mit dem römischen Imperium gelegen.

Der Geschichtsschreibung nach waren der Hohepriester und seine Familie und die einflußreichen Führer im Staat Sadduzäer. Daher ist klar, daß die Verkündigung von Jesu Auferstehung und von einer Geistesmacht, durch die Jesus in den Aposteln wirkte zur Heilung eines von Geburt lahmen Menschen, ein Ärgernis für diesen Personenkreis war, denn dies stand kraß im Widerspruch zu ihrem Glauben und ihrer Lehre.

Wir müssen auf jeden Fall hier festhalten, daß eines der von den Aposteln gelehrten Kernthemen des Evangeliums die Verkündigung der Auferstehung ist, daß Christus von den Toten auferstanden ist, und daß durch ihn zu gegebener Zeit nicht nur Gläubige aus dem Grab auferweckt werden sollen, sondern daß schließlich die ganze Menschheit vom Tode befreit wird. Die Apostel sagen auch, daß ausnahmslos alle ohne Einschränkung am Gericht oder den Prüfungen für das ewige Leben, das ihnen durch Christi Lösegeld gesichert wurde, teilhaben werden. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die Sadduzäer gegen diese neue Lehre besonders aufgebracht waren, die ihren Überzeugungen entgegenstand und teilweise ihre Gegner in religiösen Dingen, die Pharisäer, unterstützte.

Eigentlich mutet es seltsam an, daß wegen der Heilung eines Behinderten eine gerichtliche Untersuchung stattfinden sollte. Doch der zu verhandelnde Gegenstand war offenbar, die Apostel, wenn möglich, wegen Geisterbeschwörung, Zauberei, schwarzer Kunst zu verurteilen, denn nach dem Gesetz mußte ein Hexenmeister oder Zauberer oder Geisterbeschwörer, ein Medium, mit dem Tode bestraft werden.

Wenn Petrus voll Angst gewesen wäre, hätte er nicht so zu diesem Gerichtshof gesprochen, wie er es tat, oder er wäre selbstgefällig und prahlerisch aufgetreten, und seine Rede wäre sicher unklug und unbesonnen gewesen. Doch er war mit dem Heiligen Geist erfüllt, dem Geist der Sanftmut, Geduld, Freundlichkeit, Langmut, brüderlicher Liebe, und durch diesen Geist geleitet, waren seine Worte schön, sowohl durch ihre Einfachheit und Direktheit als auch ihre kühne Sanftheit. Sein Eröffnungssatz war, so könnte man meinen, leicht ironisch, denn es ging um ein Verhör wegen einer guten Tat; doch wie schon bei anderen Anlässen ging er sofort dazu über, für sich und Johannes jegliche Macht, jegliche eigene Verfügung in dieser Sache in Abrede zu stellen, und er betonte, daß dieses Wunder im Namen, in der Autorität und durch die Macht von Jesus von Nazareth geschehen ist. Auch dieses Mal schämt er sich nicht zu bekennen, daß der, in dessen Namen er spricht, geringschätzig der Nazaräer genannt wurde. Und er fügt hinzu, daß er ein Nachfolger des Mannes ist, der als Verbrecher gekreuzigt worden ist. Er sagt nur die reine Wahrheit, daß nämlich dieser Gerichtsrat für den Tod von Jesus verantwortlich ist, und stellt dies ohne Schärfe und Bitterkeit dar.

Petrus wies darauf hin, daß Gott Jesus von den Toten auferweckt hat, um den Beweis zu erbringen, daß sie mit ihrer Verurteilung falsch gehandelt haben, und ohne auf die Frage einzugehen versicherte er dann seinen Zuhörern, daß dieser Jesus, den sie verachteten und abwiesen, dennoch von Gott als „Eckstein” des Tempels, den Gott im Begriff war zu errichten, eingesetzt worden war. Damit lenkte er ihr Denken direkt auf einen messianischen Psalm – Psalm 118:22 -, den sie kannten, und wies auf dessen Erfüllung in Christo hin. Er erklärt: „Es ist in keinem anderen das Heil.” Der Ausdruck „das Heil” sollte für seine Zuhörer den Sinn haben: das Heil, auf das wir, das Volk der Juden, gewartet haben und wonach wir uns gesehnt haben, ein Heil für unser Volk, und ein individuelles Heil im Reich Gottes.

Festzuhalten ist hier auch die inspirierte Äußerung des Apostels: „Und es ist in keinem anderen das Heil, denn auch kein anderer Name ist unter dem Himmel … in welchem wir errettet werden müssen.” – Apostelgeschichte 4:12 Eine harte Lektion für seine Zuhörer. Es mußte eine große Umwälzung ihrer Theorien, Hoffnungen, Ziele, Pläne und Vorhaben bedeuten und hätte ausgesagt, daß lange Zeit hindurch ihre Erwartungen falsch, gänzlich falsch waren. Es hätte auch bedeutet, daß sie, die Lehrer, Gottes Plan falsch dargestellt hatten und das Volk irregeführt hatten. Das Vorgehen des Apostels hingegen war einfach und klar. Es war richtig, die Sache sauber darzustellen, ohne verschwommene Angaben, damit seine Zuhörer ein umfassendes Zeugnis der Wahrheit bekamen.

Die Worte des Apostels sind auch heute in den nominellen Kirchen noch „eine harte Rede”. – Johannes 6:60 Falsche Lehren haben dazu geführt, daß sie allgemein in den Köpfen von Christen als unlogische Aussage erschienen sind. Sie sagen: das kann so nicht stimmen, denn wenn es wahr wäre, würde es bedeuten, daß die Heiden verloren sind. Wenn es wahr wäre, würde es bedeuten, daß unsere Freunde, Nachbarn und Verwandten, die nie an Jesus geglaubt haben, die ihn nie als ihren Erretter angenommen haben, verloren sind – und unter „verloren” verstehen sie die ewige Qual. Doch wie schön und einfach und in keinem anderen Sinn sind die Worte des Apostels aufzufassen, wenn jeder realisieren würde, daß die ganze Menschheit längst verloren war, längst verurteilt durch den ungehorsam eines Menschen, sie stand unter dem Urteil zum Tode und sank in den Tod. Petrus’ Aussage ist die, daß nur diejenigen, die Jesus angenommen haben, jetzt unter die Bedingungen der einzigen von Gott vorgesehenen Errettung kommen: Da Jesus „den Tod für alle geschmeckt hat”, ergibt sich, daß jeder Mensch zu gegebener Zeit Gelegenheit bekommen wird, von jenem einzigartigen Namen Kenntnis zu erlangen und diese alleinige Errettung anzunehmen. Diese Gelegenheit wird sich, der Schrift nach, im Tausendjahrreich des Messias ergeben, wenn „die Erkenntnis Gottes den ganzen Erdkreis erfüllen wird” und „alle Geschlechter der Erde gesegnet werden” durch den verherrlichten
Christus, vereint mit seiner verherrlichten Kirche, dem geistigen Samen Abrahams. – Galater 3:16 und Jeremia 31:34

Von den inneren Widersprüchen der aus den dunklen Zeitaltern stammenden Lehren verblendet schlagen sich viele aus dem nominellen Volk des Herrn mit der Frage herum, wer nun eigentlich errettet ist, und ob es viele oder wenige sind, und erkennen dabei nicht, daß der größere Teil von Gottes Heilsplan erst nach der Berufung und Vollendung der Herauswahl verwirklicht werden soll. Ihrer Meinung nach enden nach diesem Leben alle Prüfungen für jedes Geschöpf; und so reden sie sich ein, daß der Apostel irrte, und daß es statt eines Namens, in dem das Heil gegeben ist, viele Namen gibt, einschließlich der von heidnischen Gottheiten und Lehrern. Sie beachten nicht den Aspekt des Lösegeldes und seine Bedeutung, das den Weg bereitet hat für eine Verkündigung von Wert und Hilfe im Leben. Sie hegen die leere Hoffnung, daß die Geistlichkeit von Konfuzius und anderen sie irgendwie erretten wird, weit entfernt von Christus, den die Schrift als Gottes vorgesehenen Erretter für die ganze Welt ausweist, und von dem Petrus, geleitet durch die Eingebung des Heiligen Geistes, sagt, daß einzig und ganz ausschließlich in seinem Namen das Heil zu erlangen ist. Diese falschen Hoffnungen verdecken den Blick von vielen, so daß sie nicht mehr nach der von Gott verordneten „Sonne der Gerechtigkeit” Ausschau halten, deren Strahlen, wie uns verheißen wurde, binnen kurzem alle erleuchten und segnen wird. – Maleachi 4:2

Der Prüfstein für die Heiligen jetzt am Ende des Zeitalters ist ganz offensichtlich diese Aussage: Gauben oder Nicht-Glauben an das Zeugnis, das uns Gott durch Seinen Sohn und durch Seine auserwählten Apostel, die Zwölfe, gegeben hat. Wer dem Wort des Herrn treu anhängt, wird als Überwinder hervorgehen; wer menschlichen Theorien oder vermeintlicher Weisheit nachgibt, wird scheitern, wird straucheln, wird nicht zum wahren Weizen gehören, dem Überrest, der binnen kurzem in die Scheune eingesammelt wird. Wir danken Gott, daß dieses Straucheln und dieser Unglaube nicht den Zweiten Tod der Strauchelnden bedeuten, denn sehr wenige Menschen haben jetzt dieses hohe Maß an Licht und an Möglichkeiten, die die Voraussetzung wären für eine Verurteilung zum Zweiten Tod; sehr wenige werden aufs äußerste geprüft. Wir müssen uns selbst jedoch streng prüfen, ob wir zu den wenigen in Gnade Angenommenen zählen, die das gute Wort Gottes geschmeckt haben, und denen der Heilige Geist zuteil geworden ist. Wir tun gut daran, uns an die Warnung des Apostels zu erinnern, daß es für diejenigen, die diese Gnade geschmeckt haben, sollten sie abfallen und Gottes Gnade verschmähen, keine Möglichkeit zur Reue mehr gibt. – Hebräer 10:29

„Wir werden es gewißlich überwältigen” (4. Mose 13:26 – 14:10)

Glückselig der Mann, der Jahwe zu seiner Zuversicht macht.”

Psalm 40:4

Nachdem Israel auf seinem Zug nach Kanaan wichtige Lehren in der Wüste erhalten und teilweise gelernt hatte, befand es sich nun in Kades Barnea an der Südgrenze des verheißenen Landes. Das Volk wollte Späher aussenden, um die Gegebenheiten in Palästina zu erkunden, bevor es weiter ging. – 5. Mose 1:22 Der Herr nahm diesen Vorsatz an und ließ Moses zwölf Männer auswählen, einen aus jedem Stamm, mit Ausnahme des Stammes Levi; Ephraim und Manasse zählten beide für Joseph. Diese Vorsichtsmaßnahme der Aussendung von Kundschaftern wurde vom Herrn nicht zurückgewiesen. Dennoch, ein Volk, das mehr als ein Jahr lang in all seinen Belangen bei Tag durch die Wolke und bei Nacht durch die Feuersäule geführt worden war, die ihren Weg, geeignete Orte und Lagerplätze, die Zeit ihres Aufenthalts bestimmt haben, ein Volk, das wundersam mit den Wachteln ernährt wurde und das beständig das Wunder des Mannas genoß und das die Niederlagen seiner Feinde durch göttliches Eingreifen erlebte, so lange Moses seine Hände erhoben hielt – dieses Volk hätte soviel Glauben an den Herrn beweisen sollen, um sich Seiner Führung beständig anzuvertrauen, wann und wohin auch immer Er sie führte, und auf Seine Fürsorge und Macht zu vertrauen.

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Die Bundeslade kommt nach Jerusalem

HERR der Heerscharen! Glückselig ist der Mensch, der auf dich vertraut.”

Psalm 84:12

Die besondere Lehre des Ereignisses dieser Lektion ist die Ehrfurcht vor dem Herrn. „Heilig und furchtbar ist sein Name” und „denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem ausspricht”. „Gott ist gefürchtet im Kreis der Heiligen, groß ist er und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind.”

Als Gott dem Mose im brennenden Busch erschien, um mit ihm zu reden, befahl Er ihm und sagte: „Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden.” So war es auch, als Er auf dem Berg Sinai angesichts des ganzen Volkes Israel erschien umgeben von einer schweren Wolke, daß es große Kundgebungen ehrfurchtgebietender Feierlichkeit gab und besondere Einschränkungen gegen jede respektlose Vertrautheit. Israel wurde auch besonders befohlen Seinem Gesetz und Seinem Heiligtum Ehrfurcht zu erweisen. – Psalm 111:9, 2. Mose 20:7, Psalm 89:7, 2. Mose 3:5, 2. Mose 19:11 – 13 und 3. Mose 19:30

Ehrfurcht wird als ein Gefühl tiefgründigen Respekts definiert, oft vermischt mit ehrfurchtgebietender Größe und Zuneigungen, ein Gefühl von anbetungswürdiger Hingabe, wenn sie Göttliche oder Heilige betrifft; auch das Verhalten, das dadurch zu solchen Gefühlen inspiriert wird. – Psalm 111:10 Dies ist die einzige passende Haltung der Schöpfung gegenüber dem Schöpfer, dem Erhalter, dem Herrn des ganzen Universums. Wenn Er spricht, sollten daher unsere Ohren ehrfürchtig aufmerksam auf Seine Stimme achten und wir jede Kraftanstrengung unternehmen, Seine Forderung zu erfüllen. Unsere Sicherheit, unser Glück und jener Adel des Charakters, der zu Liebe und Dankbarkeit anspornt, die unverzüglich und klugerweise auf die Anweisung und Fortschritte in der Erkenntnis und Weisheit achtgeben, die alle in erster Linie von unserer höchsten Ehrfurcht vor dem Herrn abhängig sind. Und daher wird der Herr in uns jene Entwicklung fördern und kultivieren, kindliche Ehrfurcht, die Seinem Namen gebührt.

Die Bundeslade Gottes war das Symbol für die göttliche Gegenwart in Israel, und als solches war sie der heiligste Gegenstand in der vorbildlichen Stiftshütte. Sie wurde nach göttlicher Anweisung hergestellt wie alles, was zur Stiftshütte gehörte, und ihr Ruheplatz war im Allerheiligsten, wohin zu gehen nur dem Hohepriester, der Jesus, den großen Hohepriester, darstellte, erlaubt war, und das nur einmal im Jahr am Versöhnungstag. Als das Symbol der göttlichen Gegenwart wurde es wie die göttliche Gegenwart vor respektlosen Handlungen beschützt und auch vor der alltäglichen Betrachtung. Nur den Priestern, welche bildlich den Leib Christi darstellen, die Heiligen dieses Zeitalters, war es erlaubt sie zu sehen oder zu berühren. Den Leviten, die alle gerechtfertigte Gläubigen dieses Zeitalters darstellen, wurden ernannt feierlich und ehrfürchtig die Bundeslade zu tragen, wenn die Stiftshütte von einem Ort zum anderen bewegt wurde; sie mußte aber zuerst durch die Priester sorgfältig bedeckt werden, denn sogar die Leviten durften sie nicht anschauen oder berühren. – 4. Mose 4:15 – 20

Vorausgehend dem Ereignis dieser Lektion war die Frömmigkeit auf einem sehr niedrigen Tiefstand in Israel, und viele Jahre war die Bundeslade von ihrem Platz in der Stiftshütte entfernt worden. Wo auch immer die Bundeslade hinkam, ging als das sichtbare Symbol die Macht und Gunst Gottes mit ihr, wie beispielsweise als Israel den Jordan durchquerte auf das trockene Land, und das Wasser sich vor ihnen teilte, sobald die Träger der Bundeslade das Ufer des Flusses erreichten; und wiederum als die Mauern von Jericho vor ihr zusammenstürzten und Israel einen großen Sieg errang. Aber wenn Israel gegen Gott sündigte, begleitete sie keine solche Macht als das Symbol. Es wurde sogar erlaubt, daß die Bundeslade in die Hände ihrer Feinde fiel, und es wurde den Philistern gestattet die Lade zu erbeuten, während Israel eine große Niederlage erlitt. Aber obwohl Israel so gestraft wurde, erlaubte Gott nicht, daß das heilige Symbol Seiner Gegenwart in den Händen der Nationen verblieb, und die Philister wurden für die Einbehaltung der Bundeslade so lange bestraft, bis sie froh waren, sie wieder Israel zurückzugeben. Bei der Zurücksendung gab es unter ihnen keinen gesalbten Priester noch Leviten, die sie hätten tragen können, so stellten die Philister sie auf einen neuen Wagen, und überließen es den Ochsen ohne einen Treiber ihre eigene Richtung einzuschlagen; und Gott führte sie zurück zum Land Israel, nach Bet-Schemesch. So wurde die Bundeslade Seinem Volk zurückgegeben. Aber das Volk von Bet-Schemesch ignorierte die Beschränkungen des göttlichen Gesetzes hinsichtlich der Bundeslade, vermutlich um in sie hineinzuschauen, und Gott bestrafte sie mit einem großen Gemetzel, in welchem fünfzigtausend und siebzig Menschen umkamen. Auf diese Weise wurden sie belehrt, den Herrn zu fürchten und Seine Gebote zu respektieren; und sie sagten: „Wer vermag vor dem HERRN, diesem heiligen Gott, zu bestehen? Und zu wem soll er [dieses Symbol Seiner Gegenwart] von uns hinaufziehen? Und sie sandten Boten zu den Bewohnern von Kirjat-Jearim … . Und die Männer holten die Lade des HERRN hinauf und brachten sie in das Haus Abinadabs … und heiligten seinen Sohn Eleasar, über der Lade des HERRN zu wachen. Und sie verblieb dort zwanzig Jahre.” – 1. Samuel 6:1 – 21 sowie 7:1 und 2

Des Herrn Handeln mit Israel geschah nach den Richtlinien des Gesetzesbundes, der mit ihnen auf dem Berg Horeb gemacht wurde. Die Lektion für uns, die unter dem Blut des Neuen Bundes sind, ist, daß jene, die von einem Teil von Gottes Bündnissen begünstigt worden sind, anteilsmäßig für verantwortlich gehalten werden. Wir sollen jedoch nicht denken, daß jene fünfzigtausend Menschen in den Zweiten Tod vernichtet wurden, denn die Trübsal Israels war unter seinem Gesetzesbund nur vorbildlich und war keine Entscheidung über das endgültige Schicksal von ihnen allen.

Als David aber schließlich auf dem Thron von ganz Israel saß, beabsichtigte er als den ersten notwendigen Schritt der Wiederherstellung der heiligen Bundeslade, die Lade nach Jerusalem hinaufzubringen, um das Volk als Nation zu der tiefempfundenen und respektvollen Anbetung Gottes zurückzuführen. Er versammelte dreißigtausend Repräsentanten der Nation um so die Wiederherstellung zu einem nationalen Gesetz zu vollziehen und mit dieser Handlung das ganze Volk zu einer Wiederbelebung der Anbetung Gottes aufzurufen.

Die gewählte Methode für die Beförderung der Bundeslade nach Jerusalem wurde jedoch nicht nach der Gesetzesvorschrift ausgeführt, die vorschrieb, daß sie ehrfürchtig von den Leviten getragen werden sollte, sondern nach dem Beispiel der Philister, welche die Lade nach Kirjat-Jearim zurückschickten, handelnd, setzten sie diese auf einen neuen Wagen, der (wahrscheinlich) von Rindern gezogen wurde. Während Gott die Unwissenheit und das Unvermögen der Philister, die nicht Sein Volk waren, duldete, die Forderungen Seines Gesetzes in dieser Angelegenheit einzuhalten, betrachtete Er die Vergeßlichkeit oder Sorglosigkeit von Israel nicht so, sondern gab ihnen eine schwerwiegende Erinnerung Seines Mißfallens. Inmitten der allgemeinen Freude und des Jubels mit Musik und vielen Stimmen und aller Art von Musikinstrumenten schien eine plötzliche Erschütterung des Wagens die Position der Lade in Gefahr zu bringen, so daß Usa seine Hand ausstreckte, um sie zu sichern, und sogleich schlug ihn Gott und er starb.

Dies war eine ernste und sehr notwendige Zurechtweisung. Sie hielt den Umzug auf und wurde von dem König und dem ganzen Volk als eine Zurechtweisung für die ganze Nation verstanden, daß sie außer Acht gelassen hatten, dem Symbol Seiner Gegenwart die gebührende Ehrfurcht zu erweisen. Und die Furcht vor dem Herrn befiel den König und das ganze Volk; die Musik und die Fröhlichkeit verstummten; und die Volksmengen verteilten sich und kehrten nachdenklich in ihre Wohnungen zurück. Und der König, der sich fürchtete, seine Absicht weiter auszuführen, die Lade nach Jerusalem hineinzubringen, wandte sich ab und ließ sie in das Haus des Obed-Edom tragen, einen Leviten, der sie zweifellos ehrfürchtig empfing; denn wir lesen, daß in Folge dessen: „der HERR das Haus Obed-Edoms und alles, was er hatte, segnete”. – 1. Chronik 13:13 und 14

Dort blieb die Bundeslade für drei Monate, während König David, der für den Herrn eifernd bestrebt war, das Volk zu einer engeren Beachtung Seiner Anbetung zu führen, im Stillen die Lektion dieser merkwürdigen Vorsehung lernte. Und es wurde David berichtet: „Der HERR hat das Haus Obed-Edoms und alles, was ihm [gehört], gesegnet wegen der Lade Gottes.” – 2. Samuel 6:12 Danach konnte David die Lektion klar deuten und er beendete sogleich die Durchführung seiner ursprünglichen Absicht, die Lade in die wichtigste, hauptsächlichste Stadt hinaufzubringen, um ihr den hauptsächlichen Ehrenplatz in der ganzen Nation zu geben, wie er zuvor beabsichtigt hatte, und rief wiederum die Repräsentanten des ganzen Volkes zusammen, damit die Wiederherstellung eine nationale Handlung sein möge und zu einer großen nationalen Wiederbelebung der Religion führen möge. Aber diesmal würde er dafür sorgen, daß das Symbol der göttlichen Gegenwart gemäß den göttlichen Anweisungen ehrfurchtsvoll getragen werden würde.

„Und David machte sich Häuser in der Stadt Davids, und er richtete eine Stätte für die Lade Gottes her und schlug ein Zelt für sie auf. Damals sagte David: Die Lade Gottes soll niemand tragen außer den Leviten; denn sie hat der HERR erwählt, die Lade des HERRN zu tragen und seinen Dienst zu verrichten auf ewig … Denn weil beim ersten Mal nicht ihr [es getan habt], machte der Herr, unser Gott, einen Riß unter uns, weil wir ihn nicht nach der Vorschrift gesucht haben. Da heiligten sich die Priester und die Leviten, um die Lade des HERRN, des Gottes Israels, heraufzubringen. Und die Söhne der Leviten trugen die Lade Gottes auf ihren Schultern, wobei die Tragstangen auf ihnen [lagen] wie Mose es geboten hatte nach dem Wort des HERRN … Und ganz Israel brachte die Lade des Bundes des HERRN hinauf mit Jauchzen und Hörnerschall und mit Trompeten und mit Zimbeln, musizierend mit Harfen und Zithern.” – 1. Chronik 15:1 und 2, 13 – 15 und 28

„Und es geschah, wenn die Träger der Lade des HERRN sechs Schritte gegangen waren, opferte er einen Stier und ein Mastkalb. Und David tanzte mir aller Kraft vor dem HERRN, und David war mit einem leinenen Efod gegürtet. So brachten David und das ganze Haus Israel die Lade des HERRN hinauf mit Jauchzen und mit Hörnerschall.” – 2. Samuel 6:13 – 15

Während Israel so die Ehrfurcht vor dem Herrn gelehrt wurde, gilt die Lektion mit gleicher Kraft der Evangeliumskirche. Es steht uns nicht zu, auch nur ein Jota der Anordnungen Gottes zu ändern. Wir dürfen nicht die Anordnung der Taufe der Gläubigen in ein Besprengen der Kinder umändern noch die Einfachheit des Gedächtnismahls des Herrn oder die Zeit seiner Beachtung, wie dies in dem Verdrängen der Feier des vorbildlichen Passahs zum Ausdruck kommt. Wir haben auch kein Recht, die gerechten Forderungen Seines heiligen Gesetzes abzuschwächen, noch für null und nichtig zu erklären, und die Autorität Seiner Vorschriften und Anordnungen meiden, um den weltlich Gesinnten zu gefallen. Das Gesetz und die Zeugnisse Gottes müssen in gute und ehrenwerte Herzen fallen ohne Rücksicht auf menschliche Philosophien und Spekulationen. Die Ehrfurcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit, und gesegnet ist der Mensch, der auf Ihn vertraut, für den ein „So spricht der Herr” bei jedem Thema das Ende eines jeden Meinungsstreites ist.