Anstoß

Simon Petrus – gesichtet und verwandelt

„Der Herr aber sprach: Simon, Simon! Siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhört. Und wenn du einst zurückgekehrt (verwandelt) bist, so stärke deine Brüder!“ (Lukas 22:31,32)

Es ist reine Vermutung, inwieweit Simon Petrus vor dem Eintreten des Ereignisses über das bevorstehende Leiden und den Tod seines geliebten Herrn Bescheid wusste. Es ist jedoch anzunehmen, dass er nach der Zurechtweisung durch Jesus, wie sie in Matthäus 16:22,23 berichtet wird – als Folge von Petrus‘ Versuch, Jesus davon abzubringen, nach Jerusalem zu gehen, um dort zu leiden und durch die Hand der jüdischen Religionsführer zu sterben –, über die Angelegenheit nachgedacht und eine gewisse Vorahnung von dem tragischen Ereignis gehabt hatte, das in naher Zukunft eintreten würde.

Petrus konnte nicht verstehen, warum Jesus, den er für den lang ersehnten Messias Gottes hielt, der die Autorität und Macht hatte, sich vor Angriffen durch sterbliche Menschen unverwundbar zu machen, sich zum Opfer des Hasses und der Eifersucht der religiösen Führer machen und durch ihre Hand sterben ließ. Selbsterhaltung ist das erste Gesetz des natürlichen Menschen, und in Petrus‘ Gedanken gab es keinen Platz für Schwäche oder Unterwürfigkeit, insbesondere nicht bei Königen, von denen er Jesus als den Obersten ansah. Selbst robust und mutig, voller Initiative, stellte sich Petrus einen kontinuierlichen Fortschritt bei der Unterwerfung Israels unter den Willen des Meisters vor, ebenso wie seine eigene Position als Mitarbeiter in der neuen Verwaltung dieses größten aller Könige.

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Eine Schlinge – ein Fallstrick – ein Anstoß

„Und David sagt: Es werde ihr Tisch ihnen zur Schlinge und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung! Verfinstert seien ihre Augen, um nicht zu sehen … .”

Römer 11:9 und 10

Auf den ersten Blick scheinen diese Worte unvereinbar mit Gerechtigkeit oder Liebe. Wenn man annimmt, daß die armen Juden verblendet und in die ewige Qual gestoßen wurden, dann erscheint Gottes Handlungsweise unergründbar, ungeachtet der Tatsache, daß er durch die Apostel verheißen ließ – Verse 25 und 26 – , daß in späteren Generationen die Blindheit weggenommen werden würde, nämlich nachdem die Vollzahl der Herauswahl aus den Nationen in Gottes Gunst gelangt sein würde.

Wir überlegten, daß die Wiedergutmachung in den Ur-Ur-Ur-Enkeln eines Mannes niemals seinen eigenen Verlust ausgleichen konnte, wenn er ewig ins Elend ging. Und auch wenn man bestimmte erlernte Lehren zugrundelegt, erschien es schrecklich, wenn man die abgeklärte, kalte Behauptung las: „Was nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auserwählten haben es erlangt, die übrigen aber sind verstockt worden … Schlinge … Fallstrick … Anstoß zur Vergeltung.”

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