Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Der das Lösegeld bezahlt hat, der erlöst hat, der das Sündopfer gestellt hat, der versöhnt hat, der als Fürsprecher und Mittler wirkt

Lesedauer: 16 Minuten

Wenn wir auch eingestehen, daß wir nicht durch den Umfang an Erkenntnis über den göttlichen Plan gerechtfertigt sind, sondern durch das Maß unseres Glaubens, interessieren wir uns dennoch von Herzen für alles, was die Schrift über das Wahrheitsgebäude lehrt, und was die Reichweite unseres Glaubens als Ganzes erfaßt. Die Aufgabe war genauso groß, als wir uns zu Anfang damit befaßten, wie sie es heute ist, doch wir haben ihre einzelnen Züge nicht erkannt, wie wir es heute tun. Und sehr wahrscheinlich gibt es dort manche Punkte, die sich unseren Augen des Verständnisses in der Zukunft klarer erschließen werden. Unsere angemessene Haltung ist die der Dankbarkeit Gott gegenüber, daß wir anerkennen, daß Seine Sündenvergebung für uns irgendwie durch den Tod von Jesus möglich gemacht wurde. Die Anerkenntnis dieser Tatsache rechtfertigte uns und zog uns zum Herrn in unserer Taufe, wo wir sagten: „Die Liebe des Christus drängt uns.” – 2. Korinther 5:14 Von diesem gesegneten Moment an war es unser Vorrecht, immer weiter vorwärtszugehen, in Gnade und Erkenntnis und Wertschätzung, und in Liebe und opferbereitem Gehorsam zu wachsen. In dieser Gesinnung wollen wir weiter gehen und keiner Art von Vernünftelei erlauben, uns abzuziehen von den Segnungen und Vorrechten, die uns schon zur Gewißheit geworden sind. Manche sind in der Gefahr abzuirren, indem sie philosophische Ideen diskutieren, die verworren sind. Und durch den in den Streitgesprächen aufkommenden falschen Geist besteht die Gefahr, allen bisher empfangenen Segen zu verlieren. Hüten wir uns solch einem Weg zu folgen, sondern bemühen wir uns, unseren rechtfertigenden Glauben und unseren Geist der Hingabe beizubehalten und jeden Zug der göttlichen Wahrheit wertzuschätzen, wie es in Gottes Wort niedergelegt ist.

Lösegelderbringer und Lösegeld

Das Evangelium ist die gute Botschaft über ein Lösegeld-Opfer, aufgrund dessen Gott gerecht sein kann und doch den Glaubenden rechtfertigen kann. Über den Lösegelderbringer machte Gott Vater Abraham gegenüber die erste Andeutung, ohne jedoch die Einzelheiten zu erklären. Er deutete nur an, daß die göttliche Gerechtigkeit durch Abrahams Nachkommen, den Messias, zufriedengestellt würde, und daß in Folge davon durch diesen Samen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden würden. Als unser Herr als der Same Abrahams erschien, gab er die erste Erklärung ab über die Gestaltung von Gottes Plan, durch den er als Abrahams Same den verheißenen Segen bewerkstelligen sollte, er sagte: „Der Sohn des Menschen <ist> … gekommen …, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.” – Matthäus 20:28 Diese verständliche Aussage über das Lösegeld hat er nicht weiter ausgeführt und durch Einzelheiten erläutert. Im Gesetz Israels finden sich Bilder und Darstellungen des Lösegeldes, die wohl nicht von jedermann verstanden werden konnten, die aber Umrisse und Schatten hervorbrachten, und die zu des Herrn „gegebener Zeit” für die Menschen klar und verständlich sein würden, die die rechten Augen des Verständnisses haben würden, erleuchtet durch den Heiligen Geist.

Sündopfer und Versöhnung

Das Wort „Lösegeld” bedeutet, wie gesagt, einen dem Wert einer Sache entsprechenden Kaufpreis. Adam wurde als ungehorsamer Mensch und Sünder zum Tode verurteilt und mußte ausgelöst oder errettet oder losgekauft werden aus dem Tod und der Verdammung. Da er nur ein Mensch war, bedurfte es auch nur eines Menschen, um ihn auszulösen. Aber es war ein vollkommener Mensch vonnöten, und einen solchen gab es nicht. Und so sandte Gott Jesus, der heilig, sündlos und unbefleckt war, um das Lösegeld für Adam und zugleich seine gesamte Nachkommenschaft zu sein, denn alle waren durch seinen Ungehorsam betroffen. Als daher Jesus auf Golgatha starb, „der Gerechte für die Ungerechten” – 1. Petrus 3:18 -, wurde ein völlig ausreichender Preis hinterlegt, um Adam und sein Geschlecht auszulösen.

Aber dieses Verdienst ist noch nicht in die Hände der Gerechtigkeit gelegt worden; nur das Verdienst aus dem Opfer eines vollkommenen menschlichen Lebens wurde im Tod niedergelegt, und es gehörte unserem Herrn Jesus, als ihn der Vater durch Seine Macht aus den Toten erweckte.

Was tat der auferweckte Jesus mit dem Verdienst aus seinem Opfer? Wir antworten, daß er vierzig Tage danach in die Höhe auffuhr und dort für uns Gläubige, den „Haushalt des Glaubens”, in der Gegenwart Gottes erschien. Dies finden wir im Gesetz vorgeschattet, wie Jesus gesagt hatte: „Moses … hat von mir geschrieben.” – Johannes 5:46 Im Vorbild stellte Aaron, der Hohepriester, den gesalbten Jesus dar, geheiligt durch den Heiligen Geist. Er ist der Hohepriester unserer Berufung. So wie Aaron das Blut des Stieres, das sein eigenes Blut oder Leben oder Opfer repräsentierte, nahm und ins Allerheiligste ging und es auf den Gnadenstuhl sprengte, um Versöhnung für Sünden zu erlangen für sich (und die Priester) und für sein Haus (den Stamm Levi), so geschah es im Gegenbild durch unseren Herrn. Er nahm nicht das Blut des Stieres, sondern sein eigenes Blut, das Verdienst seines Opfers. Er hat es nicht für die buchstäblichen Priester und Leviten gesprengt, jene Vorbilder, sondern für die gegenbildliche königliche Priesterschaft und die Leviten (oder Diener) des „Haushalts des Glaubens”.

Was hat dies zu tun mit dem Lösegeld? Die Antwort lautet: Das ist sein Grundgedanke, wie er in der Schrift niedergeschrieben ist. Gott hatte nicht die Absicht, und auch wir meinen dies nicht, daß alle oder viele dieses „Geheimnis” verstehen können, wie auch unser Herr sagt, diese Lehre sei manchen zu verstehen „gegeben”, und anderen sei es nicht „gegeben”. – Matthäus 13:11 – 17 Wir schreiben in der Hoffnung, jene zu unterstützen, denen es „gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu wissen”. Wir schreiben nicht für Außenstehende, für die es nicht gedacht ist, daß sie diese Gedanken verstehen oder erfahren, weil sie entweder niemals die rechte Herzensstellung dazu erreicht haben oder weil sie nach dem Erreichen diese Einstellung der Ergebenheit, Demut und Lernfähigkeit wieder aufgegeben haben.

Unser Erlösungsopfer wurde also beim Vater niedergelegt, als Jesus nach seiner Auferweckung in die Höhe aufgestiegen ist, und es wurde gemäß dem göttlichen Vorbild nicht für das ganze Volk dargebracht, sondern nur für den „Haushalt des Glaubens”. Das Sündopfer, das von Christus für die göttliche Gerechtigkeit zur Tilgung der Sünde der Menschen erbrachte Opfer, war das Lösegeld. Nur er allein konnte es bekanntlich erbringen, und es konnte nur für einen aus dem Menschengeschlecht erbracht werden oder für alle aus Adams Geschlecht, je nachdem wie er sich entscheiden würde es anzuwenden. Als Preis war es ausreichend für alle, aber für wieviele von allen er es gelten lassen wollte, das lag vollständig in seiner Entscheidung und Gottes Plan, dem er folgte. Nun brachte er es dem Vorbild entsprechend nicht für alle zur Anwendung, sondern nur für den Haushalt des Glaubens, für uns. Nichtsdestoweniger wird es letztlich für alle verfügbar gemacht – „ein Lösegeld für alle” -, und das nicht nur in dem Sinne, daß es ausreichte, um das Todesurteil für alle aufzuheben, sondern auch in dem Sinn, daß schließlich alle – indirekt – Zugang dazu bekommen werden, indem ihnen das Verdienst durch den Haushalt des Glaubens, durch die Leibesglieder, zugänglich gemacht wird.

Das Wasser einer reichen Quelle wird hergenommen, um eine große Stadt zu versorgen; um diesen Zweck zu erreichen, wird es durch viele Leitungen und Rohrkupplungen geleitet. Aus jedem Hahn fließt dasselbe Wasser, denn es kommt aus derselben Quelle. Wenn wir dadurch erfrischt werden, können wir das dem Wasserhahn zuschreiben, aus dem es fließt, oder wir schreiben es der Quelle zu, oder wir beziehen es einmal auf dieses, einmal auf jenes. Wenn wir daher an das Verdienst aus dem Opfer unseres Herrn Jesus denken, sollten wir uns bewußt sein, daß alles an Sünden-Versöhnung daraus seine Quelle im Opfertod unseres Herrn hat, wann und wie auch immer es zur Anwendung kommt. Er hat das Lösegeld bezahlt. Sein Blut ist das Blut der Versöhnung für Adams Sünde, auf die das Todesurteil für ihn und sein Geschlecht folgte. Niemand fügt diesem Lösegeld etwas hinzu und niemand nimmt davon etwas weg. In Gottes Plan wird es der Kirche zugeteilt, der Herauswahl, damit sie das Vorrecht bekommt, sich ihrem Herrn als seine Leibesglieder anzuschließen und mit ihm zu sterben. Als Teilhaber seines Opfers reicht sie durch den neuen Bund sein Verdienst an das fleischliche Israel und an die Welt weiter. Er ist die Quelle, wir sind die Leitungen.

Die besseren Opfer als jene

In der Abhandlung Die Stiftshütte – ein Schatten der „besseren” Opfer wurde dieser Gegenstand bereits ausgeführt. Es wird erklärt, daß Christus, anstatt das Verdienst seines Opfers direkt für die ganze Welt anzuwenden, möglicherweise das Gleiche bewirkt, wenn er sein Verdienst für den vergleichsweise kleinen Personenkreis zur Anwendung bringt, den der Vater in diesem Zeitlauf auswählt. – Johannes 6:42 Zur „Rechtfertigung aus Glauben an sein Blut” zieht der Vater Menschen zu Seinem Sohn, die Gerechtigkeit lieben und das Böse hassen, die Gott aufspüren wollen, „ob sie ihn wohl tastend fühlen und finden möchten”. Der Sohn wendet sich ihnen zu und informiert sie darüber, daß er Versöhnung für die Sünde schon erbracht hat und sie „für jeden der glaubt” hinterlegt hat. Und dann führt er sie hin zu weiteren Vorrechten in unserem Evangeliumszeitalter, daß sie nämlich Mitopfernde gemeinsam mit ihm und so seine Braut und Miterbin in seinem Mittlerkönigreich werden können. Dieses Reich soll aufgerichtet werden für die Segnung der ungläubigen Welt, die jetzt nicht gezogen, nicht gerechtfertigt und nicht gesegnet wird. Der Sohn wird sie im Millennium zu sich ziehen. – Johannes 12:32

Warum soll das Verdienst Jesu dem Haushalt des Glaubens zur Verfügung gestellt werden und nicht der Menschheit im allgemeinen?

Dazu ist zu sagen, daß dieser Zug des göttlichen Planes der Zeitalter bis heute für alle ein Geheimnis ist, mit Ausnahme der Heiligen. Ihnen enthüllt Gott dieses wunderbare Geschehen, daß unter Führung von Jesus „viele Söhne zur Herrlichkeit” gebracht werden, die man „seine Brüder”, „seine Leibesglieder”, „seine Braut” nennt, je nach Standpunkt des Betrachters. Um an seiner Natur und Herrlichkeit teilzuhaben, müssen sie seine Leiden teilen, „seinen Tod”. Da er, der Gerechte für die Ungerechten, litt, müssen sie als Gerechtfertigte durch den Glauben an sein Blut ebenfalls als Gerechte für die Ungerechten, als seine Leibesglieder, leiden und ergänzen, „was noch rückständig ist von den Drangsalen des Christus”. – Kolosser 1:24 Dies sind nicht Drangsale, die unerfüllt sind aufgrund einer etwa mangelnden Fähigkeit des Erlösers, völlige Versöhnung für die Sünden der ganzen Welt zu bewirken, sondern übriggebliebene Leiden dahingehend, daß unser Herr sein eigenes Verdienst nicht direkt der Welt, den Nicht-Glaubenden, zur Verfügung stellt. Deren Sünden bleiben, damit das Verdienst Christi, das dann durch die Auserwählten dargereicht wird, ihnen am Ende in dem nötigen Maß zugute kommt. Außerdem sollen jene Sünden den Nachfolgern Jesu dieses Zeitlaufs Gelegenheit geben, mit ihrem Herrn und Haupt zu leiden, damit sie zu vorgesehener Zeit mit ihm verherrlicht werden.

Das wird ganz klar im Vorbild gezeigt, niedergeschrieben in 3. Mose 16. Wie das eigene persönliche Opfer des Hohenpriesters im Stier dargestellt wird, ist das Opfer seiner angenommenen Glieder, die durch sein Blut gerechtfertigt sind, in dem zweiten oder hinzugefügten Opfer des Bockes abgebildet. Wer sich gründlich mit dem Gegenstand befaßt hat, wird feststellen, daß alles, was mit dem Stier geschah, auch mit dem Bock gemacht wurde. So sagte unser Herr und bewies es, daß jedes zukünftige Glied der Herauswahl, die königliche Priesterschaft, ein Abbild Seines lieben Sohnes, des Hohenpriesters sein muß, durch dessen Opfer er gerechtfertigt ist. Wiederum sind diese Personen berufen, in den Fußstapfen von Jesus zu gehen, auf dem schmalen Pfad, dem Weg der Selbstaufopferung und des Kreuzes.

Wir haben wiederholt darauf hingewiesen, daß eben diese besonders ausgezeichneten Menschen ursprünglich „Kinder des Zorns, waren, wie auch die übrigen” – Epheser 2:3 -, und viele von ihnen „Fremdlinge und ohne Bürgerrecht”, nun aber in seiner Nähe durch das Blut des Kreuzes sind. Und durch die Leiden dieses Evangeliumszeitalters , des gegenbildlichen Versöhnungstages der Sündopfer, kommen sie noch näher.

Wer kann nicht erkennen, daß unser Herr sich als Sündopfer ein für alle Mal dahingab? Und daß Christus eben nur dieses eine Mal und nie wieder stirbt? Wer kann nicht erkennen, daß das Vorbild zwei eigenständige Opfer enthält, den Stier und den Bock? Wer kann nicht sehen, daß im Evangeliumszeitalter zwei Sündopfer vorhanden sind, unser Herr und Heiland, der Mittelpunkt des ganzen Verdienstes, und das Opfer seiner Kirche, seines Leibes, für den sein Verdienst zur Anwendung kommt? Wer sollte nicht verstehen, daß diese beiden Opfer, der Stier (Jesus) und der Bock (die Glieder seines Leibes) die „besseren Opfer” sind, von denen Apostel Paulus spricht? – Hebräer 9:23 Wer kann nicht sehen, daß sie die Sündopfer sind, die als einzige außerhalb des Lagers verbrannt wurden? – 3. Mose 16:27 Wer kann nicht erkennen, daß der Apostel uns drängt, unsere Leiber als lebendige Schlachtopfer darzustellen und „außerhalb des Lagers seine Schmach <zu tragen>”? – Hebräer 13:13 So sicher wie zwei und zwei vier ist, sind wir, die wir mit unserem Herrn aus dem Lager hinausgehen, auch Teilhaber am Sündopfer, wie es der Apostel erklärt.

„Wir haben einen Fürsprecher”

Wir haben einen Fürsprecher beim Vater, Jesus Christus den Gerechten. Die Welt hat diesen Fürsprecher nicht, denn sie glaubt nicht und nimmt Jesus als ihren Erlöser und Mittler nicht an; er ist nicht für sie „erschienen”, nur für uns. Als er in der Gegenwart Gottes für uns erschienen ist, unmittelbar nach seiner Himmelfahrt, legte er sein Verdienst nieder für die Sünden von Gläubigen, die durch Gottes Verzeihung vergeben sind. Er nahm sein Verdienst nicht her für unsere zukünftigen Sünden, Übertretungen, Unzulänglichkeiten usw. Als Grundlage seines Handelns als unser Fürsprecher gebrauchte unser Herr einen Teil seines großen Verdienstes im Hinblick darauf, daß wir jeden Tag zum Thron der Gnade von oben kommen, um Barmherzigkeit zu erlangen, nicht für die Erbsünde, die für Gläubige durch Gottes Nachsicht getilgt ist, sondern für unsere täglichen Verfehlungen aus Unwissenheit oder Schwachheit. So ermutigt er uns daran zu denken, daß die Unvollkommenheiten unseres irdischen Gefäßes kein Hindernis sein müssen für die neue geistgezeugte Schöpfung, denn für alle diese menschlichen Schwächen haben wir „einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten.” – 1. Johannes 2:1 Somit werden wir aufgefordert, unser Kleid unbefleckt von der Welt zu erhalten, denn wenn wir in der richtigen Herzensstellung sind, können wir uns über das Vorrecht freuen, vor den Thron der Gnade zu treten und jeden Fehltritt aus Schwachheit und Torheit gelöscht, abgewaschen zu bekommen.

Auf diese Weise ist unser Herr der Heiland „für unsere Sünden und auch für die Sünden der ganzen Welt”. Es gibt jedoch einen Unterschied. Unsere Sünden werden dargestellt in einem Teil des Sündopfers, dem Stier, und die Sünden der Welt werden in einem anderen Teil, nämlich dem Bock, dargestellt. – Hebräer 139 Er hat für unsere Sünden schon Genugtuung geleistet. Nun bringt er seine „Leibesglieder” als Opfer dar, so daß wir seine Leiden und seine Herrlichkeit teilen. Er stellt uns sein Opfer zur Verfügung, damit wir es zu gegebener Zeit für die Sünden der ganzen Welt verwenden. Dieses Opfer des Versöhners wird in keiner Weise geschmälert dadurch, daß es durch diejenigen wirkt, die er annimmt, und die der Vater auf höherer Ebene als Leibesglieder Seines Sohnes annimmt.

Dieser Gedanke ist auch in der Aussage des Herrn enthalten, wo er sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht.” – Johannes 12:24 Das unmittelbar sich einstellende Ergebnis aus dem Tod unseres Herrn oder dessen Frucht war, daß die Kirche hervorgebracht wurde, der Haushalt des Glaubens. Der Tod jener Körner wiederum, die als sein Anteil angenommen wurden, sollen zu des Herrn gegebener Zeit die vorgesehene Ernte hervorbringen, auf die der Prophet hinweist: „Fülle von Korn möge sein im Lande bis auf die Gipfel der Berge, es rausche seine Frucht wie der Libanon.” – Psalm 72:16 nach Menge

„Mittler des neuen Bundes“

Das Wort „Mittler” ist kein Synonym der Worte „Versöhner”, „Erlöser” usw. Im Gegenteil, ein Mittler würde solange nicht gebraucht, bis ein Erlöser die Menschheit mit Gott versöhnt hätte. Das Wort „Mittler” kommt in der Schrift vor in Verbindung mit der Errichtung der Bündnisse, und nicht anders; z.B. „Moses, der Mittler des Gesetzesbundes” und Christus „der Mittler des Neuen Bundes”. Es ist jedoch anzumerken, daß Aaron, der Priester, niemals ein Bündnis vermittelt hat, und auch Jesus, der gegenbildliche Priester, vermittelt auch kein Bündnis. Die Aufgabe des Priesters war es, Opfer für Sünden darzubringen, und das hat unser Herr jahrhundertelang als gegenbildlicher Priester getan. Die gesamte gegebildliche Priesterschaft muß Opfer darbringen, „heilig und annehmbar für Gott”, sonst kann sie nicht das „königliche Priestertum” darstellen. – Römer 12:1

Anzumerken ist aber auch, daß Moses den größeren Christus, Jesus, das Haupt, und die Kirche, seine Glieder, vorschattete. Wie zum Beispiel Apostel Petrus sagt: „Moses hat schon gesagt: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir, auf ihn sollt ihr hören in allem, was irgend er zu euch reden wird. Es wird aber geschehen, jede Seele, die irgend auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volke ausgerottet werden.” – Apostelgeschichte 3:22 und 23 Der hier abgebildete Moses ist zweifellos der verherrlichte Christus, Haupt und Leib, bei seinem Aufrichtungswerk während des Millenniums. Es ist sicherlich nicht wahr, daß alle vernichtet werden, die dem Herrn im jetzigen Zeitlauf nicht gehorchen. Diesen gegenbildlichen Moses, der aus den Brüdern genommen wird, findet Gott im Evangeliumszeitalter. Unser Herr und Erlöser wurde als erster erhöht, um „das Haupt der Kirche, die sein Leib ist”, zu sein. Seitdem werden die Glieder aus der Welt herausgenommen und von der Welt abgesondert hin zum Herrn und zum Werk im Millennium. – Epheser 1:23, 4:4, 12 und 16, 4:30 sowie Kolosser 1:18 und 3:15

Moses war nicht der Priester im Vorbild und bewirkte nicht die vorbildliche Sühne für die Sünde; das war die Aufgabe des Priesters Aaron. Als Mittler des Gesetzesbundes bildete Moses den Christus Haupt und Leib ab, den Mittler des Neuen Bundes.

Damit aber verstanden wird, daß das Werk des zukünftigen Mittlers, der den Neuen Bund versiegelt, in engem Zusammenhang steht mit dem Versöhnungwerk, wurde uns die Erklärung des Vorbildes gegeben, das Moses zum Versiegeln des Gesetzesbundes gebrauchte, nämlich des Blut der Stiere und des Bockes im Vorbild. Die Lehre daraus ist unmißverständlich: Der große Mittler, Jesus das Haupt der Kirche, seiner Glieder, wird den Neuen Bund mit dem Blut beider Opfer besprengen oder versiegeln, mit dem verdienstvollen Blut des gegenbildlichen Stiers (unseres Herrn, unseres Erlösers) und auch mit dem Blut seiner Leibesglieder (der Kirche), dem Gegenbild des Bockes.

Kurze Zusammenfassung

Der Rückblick auf den ursprünglichen mit Abraham geschlossenen Bund ist wie ein fest verankertes Teleskop. Hunderte von Jahren schien das fleischliche Israel der Same Abrahams zu sein, das die Verheißungen hatte und durch das alle Nationen gesegnet werden sollten. Doch nach mehr als 1.600 Jahren wurde das Teleskop aus seiner Halterung gerutscht, und die Dinge veränderten sich so grundlegend, daß die Juden bis zum heutigen Tag nicht wissen was geschah. Was eintrat, war, daß Jesus Christus kam und selbst der Same Abrahams wurde, indem er das Gesetz befolgte. Er starb für Adams Geschlecht und wurde hoch erhöht, um der geistige Same Abrahams zu werden. Dann war er bereit, den irdischen Teil von Israels Segnungen allen zu geben, die ihn haben wollten – durch Rechtfertigung aus Glauben. Verwirrt hielt Israel sich fern, und Gottes Gunst ging über zu den wenigen aus Seinem Volk und zu den Tausenden anderer, den Nationen, die davor in Finsternis gelebt hatten. Nachdem nun diese das segensreiche Vorrecht der Rechtfertigung ihres Menschenlebens angenommen hatten, wurden sie eingeladen, dieses aufzugeben, zu opfern, wie es ihr Heiland getan hatte.

Dieses Werk des Opferns wurde viele Jahrhunderte hindurch vollbracht, und es wird bald beendet sein. Wenn dieser Zeitpunkt erreicht ist, an wen wird dann jenes segensreiche Vorrecht der Gemeinschaft mit Gott und jene Bündnisvorrechte weitergereicht? Darauf ist zu antworten, daß die Apostel und die Propheten erklären, daß sie Israel zurückgegeben werden, aber nicht in Form ihres eigenen Gesetzesbundes, sondern durch einen Gesetzesbund, den der Herr dann mit ihnen machen wird. Der Erlöser und seine opfernden Gefährten, seine Leibesglieder oder seine Braut, werden als Mittler dieses neuen Bundes zwischen Gott und Israel tätig sein. – Hesekiel 16:60 und 61, Römer 11:27 – 32

Darüberhinaus werden sich die segenbringenden Vorrechte nicht auf die Menschen jüdischer Nationalität beschränken, sondern alle Völker auf der Erde werden das Recht bekommen, wahrhaft und ohne Betrug „Israeliten” zu werden und unter den Vorgaben, Bedingungen und Segnungen dieses Neuen Bundes zu leben.

So wird sich schließlich das Blut Christi in seiner Wirkung und seinem Segen nicht nur auf den Haushalt des Glaubens in diesem Zeitlauf erstrecken, sondern im nächsten Zeitalter auch auf die Juden und durch sie auf alle Völker. Nichtsdestoweniger wird durch das Blut Christi die Segnung erfolgen, und durch die Wirksamkeit seines Blutes werden alle Nationen zur Gemeinschaft mit Gott zurückgeführt werden, denn 1. das geistige Israel und 2. das fleischliche Israel werden diesen Segen gemeinsam austeilen.

Wir sollen uns dabei klarmachen, daß ein Priester nie Mittler eines Bündnisses ist, und daß ein Mittler eines Vertrages nie Priester ist, der ein Sündopfer darbringt und Sühne bewirkt. Was also Gott in Seinem Wort klar getrennt hat, das müssen auch wir in unseren Gedanken und Worten auseinanderhalten, sonst werden sich die Begriffe in unserem Denken verwirren, auch wenn wir gut andere Dinge festhalten.

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