Sündopfer

Lösegeld und Sündopfer

„Denn Gott ist einer, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gab als Lösegeld für alle, wovon das Zeugnis zu seiner Zeit verkündigt werden sollte.“ (1. Timotheus 2:5-6)

Das Wort „Lösegeld“ in unserem einleitenden Text ist eine Übersetzung des griechischen Begriffs „antilutron“, der einen entsprechenden oder gleichwertigen Preis bezeichnet – genauer gesagt, einen Preis der Erlösung. Diese Definition macht uns deutlich, dass die gesamte Menschheit aufgrund der Sünde Adams dem Tod unterworfen ist und Erlösung benötigt.

Es lehrt uns auch, dass durch die Gerechtigkeit „des Menschen Christus Jesus“, der „von den Sündern abgesondert“ war, die ganze Menschheit erlöst und aus dem Grab auferweckt werden wird. (Hebräer 7:26; Johannes 5:28, 29; 1. Korinther 15:21, 22)

Wäre die Bereitstellung eines Lösegeldes für Vater Adam und seine Nachkommen jedoch der gesamte Umfang von Gottes Plan, gäbe es einige Probleme. Erstens: Da es im Scheol „weder Tun noch Überlegung noch Kenntnis noch Weisheit“ gibt, ändert sich der Charakter der gefallenen Menschheit im Tod nicht. (Prediger 9:10)

Daher würde sich die Menschheit nach ihrer Auferweckung immer noch in einem sündigen Zustand befinden und somit erneut zum Tode verurteilt sein. Paulus schrieb: „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!“ (Hebräer 10:31)

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Der Lohn des Opfers

„Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, welches euer vernünftiger Dienst ist.”

Römer 12:1

An keiner Stelle in der Schrift werden wir vom Herrn aufgefordert, unsere irdischen Rechte und Privilegien zu opfern. Die göttlichen Vorgaben bleiben innerhalb der Grenzen des Rechts. Mit anderen Worten, Recht und Gerechtigkeit sind ein und dasselbe. Opfer, Selbstverleugnung, Kreuztragen in der Nachfolge Jesu – das sind alles Optionen weit jenseits des göttlichen Rechts. Der Gesetzesbund hat allen, die seine Forderungen erfüllen, die Fortdauer des menschlichen Lebens in Aussicht gestellt. Keiner unter den Juden, mit denen dieser Bund geschlossen wurde, war imstande, jene Forderungen zu erfüllen, mit Ausnahme des Einen, der aus dem Himmel kam und der einen vollkommenen menschlichen Körper hatte, durch den er die Forderungen des Gesetzesbundes erfüllen konnte, was ihn also zu ewigem Leben auf der Erde berechtigte.

Der Neue Bund unter dem gegenbildlichen Mittler wird die gleiche Belohnung ewigdauernder menschlicher Vollkommenheit all denen bieten, die seine Forderungen erfüllen. Dieser Bund ist dem Gesetzesbund überlegen, denn er hat einen besseren Mittler, der der Menschheit helfen wird, gänzlich aus Verdammnis, Tod und Schwachheit herauszukommen und der dazu befugt ist durch das Verdienst aus seinen „besseren Opfern”.

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Der Anteil der Kirche am Sündopfer

Das Verdienst des Christus bestand in dem Halten des Gesetzes und seinem Gehorsam gegenüber dem Vater und dem Niederlegen seines Lebens. Das Leben, das er niederlegte, war der Preis. Es wurde in die Hände der Gerechtigkeit gelegt, als er starb. „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.” – Alles ging in die Hände des Vaters, und es bleibt in den Händen des Vaters – ein Lösegeld-Preis. Als Gott unseren Herrn von den Toten auferweckte, erweckte Er ihn nicht als ein menschliches Wesen, sondern als einen Geist höchster Ordnung.

Da die Schriften über die Kirche berichten, so ist es ebenso von dem Haupt der Kirche wahr, während wir seinen Fußstapfen folgen. Über die Kirche steht geschrieben: „Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft; es wird gesät ein natürlicher Leib, es wird auferweckt ein geistlicher Leib.” – 1. Korinther 15:42 – 45 Unser Herr wurde auferweckt als ein belebender, lebendig machender Geist. Es war ein Mensch, der sein Leben verwirkte, es war ebenso ein Mensch, der sich selbst zu einem Preis gab. – 1. Korinther 15:21 und 22 Unseres Herrn Opfer der menschlichen Natur blieb ein Opfer für die Welt. Hat er es schon der Welt zugeteilt? Nein! Was hat er damit getan? Er hat es dem Vater nur übergeben. Wem steht es nun zur Anwendung zur Verfügung? Es steht unserem Herrn zur Verfügung. Wo? In den Händen der göttlichen Gerechtigkeit. Zu welchem Zweck? Daß es angewendet werden kann. Wie angewendet?

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Der das Lösegeld bezahlt hat, der erlöst hat, der das Sündopfer gestellt hat, der versöhnt hat, der als Fürsprecher und Mittler wirkt

Wenn wir auch eingestehen, daß wir nicht durch den Umfang an Erkenntnis über den göttlichen Plan gerechtfertigt sind, sondern durch das Maß unseres Glaubens, interessieren wir uns dennoch von Herzen für alles, was die Schrift über das Wahrheitsgebäude lehrt, und was die Reichweite unseres Glaubens als Ganzes erfaßt. Die Aufgabe war genauso groß, als wir uns zu Anfang damit befaßten, wie sie es heute ist, doch wir haben ihre einzelnen Züge nicht erkannt, wie wir es heute tun. Und sehr wahrscheinlich gibt es dort manche Punkte, die sich unseren Augen des Verständnisses in der Zukunft klarer erschließen werden. Unsere angemessene Haltung ist die der Dankbarkeit Gott gegenüber, daß wir anerkennen, daß Seine Sündenvergebung für uns irgendwie durch den Tod von Jesus möglich gemacht wurde. Die Anerkenntnis dieser Tatsache rechtfertigte uns und zog uns zum Herrn in unserer Taufe, wo wir sagten: „Die Liebe des Christus drängt uns.” – 2. Korinther (mehr …)