Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht

„Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht, (dazu) Weisheit und Zucht und Verstand.” – Sprüche 23:23

Die Sprache unseres Leittextes gibt zu verstehen, daß die Wahrheit einen großen Wert besitzt, und wenn wir den Wunsch haben, sie zu erlangen, wir zu bezahlen bereit sein müssen, was immer sie kosten mag. Es wird auch die Möglichkeit gezeigt, die Wahrheit wieder zu verlieren, nachdem wir sie besessen haben. Es ist möglich, die Wahrheit zu verkaufen. Worin besteht diese Wahrheit, die wir zu kaufen und nicht zu verkaufen ermahnt werden?

Die „Wahrheit”, auf die hier hingewiesen wird, ist Gottes Wahrheit. Als Jesus zu Pilatus sagte, daß er in die Welt gekommen sei, um ein König zu sein und der Wahrheit Zeugnis zu geben, fragte Pilatus: „Was ist Wahrheit?” – Johannes 18:38 Jesus hatte diese Frage in der Nacht, bevor er für seine Jünger betete, beantwortet und gesagt: „Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit.” – Johannes 17:17 Gottes „Wort” bestand in den Tagen Jesu in den Alttestamentlichen Schriften. Später wurde dieses Wort der Wahrheit durch Jesu eigene Lehre und Beispiele und die Predigten der Apostel vervollständigt. Als letztes von diesen besitzen wir den Bericht des Johannes über die wundervolle Vision, die der Herr ihm auf der Insel Patmos gab, von der wir im Buch der Offenbarung erfahren.

Die Bibel beinhaltet viele geschichtliche und prophetische Dinge und eine große Anzahl von dem, was wir angemessen als emotionelle Wahrheiten bezeichnen mögen, die aus Gottes kostbaren Verheißungen bestehen, die Sein treues Volk darin stärken sollen, in jeder Zeit der Not Seinen Willen zu tun. Die Lehren der Bibel über das Gebet fallen auch unter den Begriff emotionelle Wahrheiten.

Viele prophetische Wahrheiten der Bibel, besonders im Alten Testament, unterscheiden sich nur gering voneinander und beziehen sich weitgehend auf die Erfahrungen der Nation Israel. Viele dieser Prophezeiungen erfüllten sich zu Lebzeiten der bestehenden Generation, und ihre Erfüllung wurde berichtet – so wurden sie zu einem Teil der biblischen Geschichte. Andererseits gibt es viele Bibelprophezeiungen, die, nachdem sie gegeben wurden, sich Jahrhunderte und manchmal Jahrtausende später in der Zukunft erfüllen sollten. Diese sind für uns von größter Wichtigkeit, weil sie auf die Auswirkung des göttlichen Planes der Zeitalter hinweisen.

Dann gibt es die lehrmäßigen Wahrheiten der Bibel. Dies sind die Wahrheiten, die Gottes großes Thema der Erlösung und Wiederherstellung des Menschengeschlechts umreißen. Der Psalmist schrieb: „Glückselig ist das Volk, das den Jubelruf kennt! HERR, im Licht deines Angesichts wandeln sie.” – Psalm 89:16 Dieser „Jubelruf” ist das große messianische Thema der Bibel, das vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung verfolgt werden kann. Die individuellen Lehren, die dieses Thema bilden, zusammen mit den emotionalen, geschichtlichen und prophetischen Aspekten der Bibel, sind im großen Umfang die Wahrheiten, durch die wir geheiligt sind, und für die wir uns geweiht haben, unser Leben niederzulegen.

Ungehorsam und Tod

Des Menschen Fähigkeit sein Leben fortzusetzen hängt von seinem Gehorsam ab. Unsere ersten Eltern waren jedoch ungehorsam. Eva wurde verführt, von der verbotenen Frucht zu essen. Adam übertrat mit Willen das göttliche Gebot, und brachte auf Grund seines Ungehorsams die Todesstrafe über sich, welche danach durch Vererbung auf seine ganze Nachkommenschaft überging. – Römer 5:12 Als Gott das Urteil über unsere ersten Eltern aussprach, sagte Er zu „der alten Schlange, welche der Teufel und Satan ist” – Offenbarung 20:2-, daß er – Satan – dem Weibessamen in die Ferse stechen und der Weibessame ihm den Kopf zermalmen würde. – 1. Mose 3:15

Mit der Feststellung gegenüber der Schlange besitzen wir die erste Ankündigung in den Schriften auf eine kommende Befreiung von Sünde und Tod für das gefallene Menschengeschlecht. Später wurde diese Aussicht umfassender, als Gott zu Abraham sagte, daß durch seinen „Samen” alle Geschlechter der Erde gesegnet würden. Wir sprechen hier von dem Abrahamischen Bund oder der Abrahamischen Verheißung. – 1. Mose 12:3 und 22:16 – 18

Von der Zeit Abrahams an schauten seine Nachkommen nach diesem kommenden Samen der Segnung aus. Als Jesus geboren wurde, verkündigten die Engel: „Fürchtet euch nicht! Denn, siehe, ich verkündige euch große Freude, die für das ganze Volk sein wird. Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, (der) Herr, in Davids Stadt.” – Lukas 2:10 und 11 Später erklärte Paulus, daß Jesus und seine treuen Fußstapfennachfolger den Samen darstellen, der dem Abraham verheißen wurde. – Galater 3:16, 27 – 29

Das Lösegeld

Der Apostel Paulus schrieb: „Dies ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.” – 1. Timotheus 2:3 – 6 Das griechische Wort, das hier mit „Lösegeld” übersetzt wird, bedeutet „ein entsprechender Preis”. Der vollkommene Mensch Jesus gab sein vollkommenes menschliches Leben als einen entsprechenden Preis für den vollkommenen Menschen Adam, der gesündigt und sein Leben verwirkt hatte. Dieses besondere Lösegeld ist nach Gottes Plan der absolute Mittelpunkt des ganzen göttlichen Vorhabens, die Menschheit von Sünde und Tod zu erretten.

Viele Prophezeiungen sprechen über das Kommen Jesu als der vorhergesagte Messias, der das Erlösungswerk vollenden würde. – Jesaja 53 Es wurde auch durch das Schlachten des makellosen Lammes bei Israels jährlichem Passafest vorgeschattet. Johannes der Täufer, der Vorläufer Jesu, zeigte uns diesen Zusammenhang, als er Jesus zu ihm kommen sah, um getauft zu werden. Denn er sagte: „Siehe, das (Passa) Lamm Gottes, das die (Adamische) Sünde der Welt wegnimmt!” – Johannes 1:29 Der auferstandene Jesus, der den zwei Jüngern auf der Straße nach Damaskus Zeugnis gab, zeigte ihnen von allen Propheten ausgehend, daß Christus zuerst leiden und sterben mußte, um so den Lösegeldpreis zu beschaffen, bevor er in seine Herrlichkeit eintreten konnte. – Lukas 24:25 – 27

Jesu Auferstehung

Ein weiterer grundsätzlicher Zug des göttlichen Planes – dieser kostbaren Wahrheit – ist die Auferstehung Jesu von den Toten. Paulus schreibt mit Bezug auf Jesus, daß dieser „unserer Übertretung wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist”. -Römer 4:25 Gegenüber den Athenern auf dem Marshügel erklärt Paulus, daß Gott, was Seinen Plan der Errettung betrifft, „allen dadurch (durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten) den Beweis gegeben hat”. – Apostelgeschichte 17:31

Es ist wichtig zu erkennen, daß Jesus nicht zu einem Leben als Mensch auferstanden ist, sondern als ein herrliches göttliches Wesen. Er gab sein Fleisch für das „Leben der Welt”. – Johannes 6:51 Die Schriften lehren deutlich, daß Christus, während im Fleisch getötet, im Geist lebendig gemacht wurde, zu dem genauen Bildnis des unsichtbaren Gottes. – 2. Korinther 5:16, 1. Petrus 3:18 und Kolosser 1:15

Jesus war während der Zeit seiner Auferstehung bis zu seiner Himmelfahrt vierzig Tage lang bei seinen Jüngern gegenwärtig, aber die Jünger konnten ihn nur in kurzen Augenblicken in dieser Zeit sehen. Die letzte dieser wunderbaren Erscheinungen war auf dem Ölberg. Es war zu dieser Zeit, daß er seinen Auftrag für sie wiederholte, das Evangelium in aller Welt zu predigen und ihnen verhieß, daß sie in Kürze den Heiligen Geist bekommen würden, der ihnen Führung und Stärke für dies große Aufgabe geben würde. – Apostelgeschichte 1:4 – 8

Nicht um die Welt zu bekehren

Das Predigen des Evangeliums in der ganzen Welt ist seit der ersten Gegenwart nicht zu dem Zweck der Bekehrung der Welt erfolgt. In der Apostelkonferenz in Jerusalem wiederholte Jakobus die frühere Aussage des Petrus, daß dies geschah, um ein Volk für des Herrn Namen herauszunehmen. Während die jüdische Nation im allgemeinen Jesus als ihren Messias verwarf, nahmen ihn einige an und folgten ihm nach. Diese wurden „Söhne Gottes”, Glieder der Familie des Herrn. Es waren jedoch zu wenige, um die Zahl zu erreichen, die nach Gottes Plan berufen wurden, und so erging die Botschaft an die Nationen. – Johannes 1:11, 12 und Apostelgeschichte 15:14

Diese Gemeinschaft, die nur als eine „kleine Herde” wahrgenommen wird, ist berufen worden, um in den Fußstapfen Jesu zu wandeln. – Lukas 12:32 Diese sind berufen worden, um mit ihm zu leiden und zu sterben, mit der Verheißung, daß, wenn sie darin treu sind, sie mit ihm leben und herrschen werden. – 2. Timotheus 2:11 und 12, Offenbarung 20:6 Paulus sagt von ihnen, daß sie „um den Preis der hohen Berufung Gottes in Christus Jesus laufen” und als „Teilhaber der himmlischen Berufung”. – Philipper 3:14, Hebräer 3:1 Jesus hat verheißen, daß diese bei ihm sein würden, und Johannes fügt hinzu, daß sie ihm gleich sein werden und sehen werden, wie er ist. – Johannes 14:3, 1. Johannes 3:1 – 3

Christus kehrt zurück

Das Werk des Sammelns einer „kleinen Herde” aus den Juden und Nationen, um mit Christus zu leben und zu herrschen, sollte in dem Plan Gottes ein ganzes Zeitalter einnehmen – das Evangelium-Zeitalter. Während des Endes dieses Zeitalters sollte eine Ernte stattfinden, in der der Weizen von der Spreu getrennt werden sollte. Dieses Werk sollte von dem wiedergekehrten Herrn beaufsichtigt werden, der vom Beginn der Ernte an als Hauptschnitter unsichtbar gegenwärtig sein sollte. – Matthäus 13:24 – 30, 36 – 43

Jesus sollte nicht als ein Mensch zurückkehren. Wie wir gesehen haben, gab er sein menschliches Leben, um die Welt vom Tod zu erlösen, und in seiner Auferstehung wurde er hoch erhöht zur göttlichen Natur. Er sollte als ein göttliches Wesen wiederkommen, zuerst um das Erntewerk am Ende dieses Zeitalters zu überwachen und dann, um das lang verheißene Messianische Königreich aufzurichten. Während wir hier nicht in die Einzelheiten gehen wollen, die diese Punkte in der Schrift bestätigen, glauben wir, daß wir in der Erntezeit leben – sogar nahe ihrem Ende – und daß unser Herr gegenwärtig ist und dieses Werk durchführt.

Jesus erklärte, daß nach der Vollendung des Erntewerkes dieses Evangelium-Zeitalters, jene, die in dem „Weizen” dargestellt sind, „leuchten werden wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters”. – Matthäus 13:43 Zu jener Zeit werden alle diese ihren Anteil an der „Ersten Auferstehung” gehabt haben, und sie werden dann mit Christus leben „und mit ihm herrschen die tausend Jahre”. – Offenbarung 20:6

Diese abschließende Erntezeit wird auch eine „Zeit der Drangsal” sein – Daniel 12:1 -, in welcher die gegenwärtige sündige Ordnung der Dinge – die unter der Leitung Satans steht – zu Ende gebracht werden wird. Obwohl diese Drangsal sehr groß ist, ist sie notwendig, um die übrige Menschheit auf die gerechte Herrschaft des Christus und seiner „kleinen Herde” vorzubereiten. Hier glauben wir wiederum, daß die Welt sich zur gegenwärtigen Zeit inmitten einer solchen Drangsal befindet, und daß diese fortschreiten wird, bis Gott durch das Werk des wiedergekehrten Herrn sagt: „Es ist geschehen.” – Offenbarung 16:17

Das Königreichswerk

Wenn das Werk der Ernte des gegenwärtigen Zeitalters beendet ist, dann wird die Ausgießung der vorhergesagten Segnungen der Gesundheit und des Lebens für alle Geschlechter der Erde schnell folgen, wie es dem Abraham verheißen wurde. Petrus sprach von dieser Phase des Planes Gottes als von einer Zeit der „Wiederherstellung aller Dinge” – Apostelgeschichte 3:21 -, indem er erklärte, daß Gott dies durch den Mund Seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat. Was für ein herrlicher Höhepunkt in Gottes Plan! Er wird das Ende von Krankheit und Tod bedeuten und all den anderen Übeln, welche die Menschheit seit dem Fall in Eden bis zur gegenwärtigen Zeit heimgesucht haben. – 1. Korinther 15:25 und 26, Offenbarung 21:4

Thayers griechisches Lexikon erklärt das Wort „Wiederherstellung”, wie es in Apostelgeschichte 3:21 benutzt wird, wie folgt: „Wiederherstellung des vollkommenen Zustandes vor dem Fall”. Um eine solch vollständige Wiederherstellung zu vollenden, wird das tausend Jahre währende Königreich Christi eine Zeit der Erleuchtung sein, so daß das Volk nicht länger unwissend gegenüber Gott und all Seinen Gesetzen sein wird, wie es heute der Fall ist. Weil sie erleuchtet werden und nicht länger unter den gegenwärtigen sündigen Bedingungen der Finsternis sind, wird erwartet, daß die Menschheit gehorcht, und die Strafe für Ungehorsam wird dann die gleiche sein, wie sie für Adam und sein Geschlecht war, nämlich der Tod. Petrus sagt, daß diejenigen, die nicht gehorchen werden, „aus dem Volk ausgerottet werden sollen”. – Vers 23 Heute sterben alle in der Welt, die Gerechten und Ungerechten, die Gläubigen und Ungläubigen. In dem Königreich Christi werden jedoch nur diejenigen sterben, die mit Willen den Glauben verwerfen und ungehorsam gegenüber den Gesetzen des Königreichs sind. Dies wird in der Bibel als der „Zweite Tod” beschrieben. – Offenbarung 20:14 und 15

Als unsere ersten Eltern das göttliche Gesetz übertraten, verloren sie nicht nur das Leben, sondern sie wurden auch von Gott entfernt. Während der tausend Jahre der Herrschaft Christi wird die ganze Menschheit wieder mit Gott zusammengeführt. Dies wird in Jeremia 31:31 – 34 beschrieben als das Eintreten in einen Bund mit Gott – den vorherverkündeten „Neuen Bund”. In jenem Bund der Zusammenführung wird das Volk das Gesetz Gottes auf ihrer Stirn und in ihren Herzen geschrieben tragen. Sie werden zum vollständigen Bild Gottes wiederhergestellt werden, wie Adam nach dem Bild Gottes geschaffen war, bevor er sündigte. Sicherlich wird dies eine Wiederherstellung zu all dem sein, was durch unsere ersten Eltern verloren ging, und es ist dies ein herrlicher Ausblick für das sündenbeladene und sterbende Geschlecht.

Wie kann man die Wahrheit kaufen

Wir haben nur in einem kurzen Überblick die Hauptmerkmale des „Jubelrufes” des Evangeliums Christi, der Wahrheit des Planes Gottes, dargestellt. Wie können wir diesen kostbaren Schatz der Erkenntnis „kaufen”, der in einer solchen Fülle in Gottes Wort aufbewahrt ist?

Wir kaufen die Wahrheit, indem wir sie uns zu eigen machen. Sie ist wie ein Juwel, den wir in einem Schaukasten sehen. Wir bewundern den Juwel, während wir bemerken, daß wir einen Preis zahlen müssen, um ihn zu besitzen. Wenn wir dies als eine bildliche Darstellung benutzen, mögen wir an die Bibel als den Schaukasten denken. Durch Lesen erkennen und bewundern wir die vielen und verschiedenen Fassetten der Wahrheit. Viele „sehen” die Wahrheit in dieser Weise, und bis zu einem bestimmten Punkt bewundern sie dieselbe, aber sie machen sie sich nicht wirklich zu eigen.

Die Wahrheit offenbart den herrlichen Charakter Gottes, und wenn sie in ein gutes und redliches Herz aufgenommen wird, so besitzt sie eine ziehende Macht, die uns zur Liebe und zu dem Wunsch Gott zu dienen, veranlaßt. Wenn wir unsere Erkenntnis der Wahrheit in dem entsprechenden Geist empfangen, so werden wir dazu geführt werden, eine völlige Weihung unserer selbst zu machen, den Willen unseres Vaters zu tun. Unsere Weihung gegenüber Gott und Seiner Sache ist der Preis für die Wahrheit.

Wie wir gesehen haben, stehen Jesus und sein Werk der Erlösung im Mittelpunkt des Planes Gottes zur Errettung der Welt. Paulus faßt zusammen, was das Resultat der Erkenntnis Jesu und sein Stellenwert in Gottes Plan für diejenigen sein sollte, die dies durch das Wort veranschaulicht sehen: „Denn die Liebe Christi drängt uns, da wir zu diesem Urteil gekommen sind, daß einer für alle gestorben ist … damit die, welche leben, nicht mehr sich selbst leben, sondern dem, der für sie gestorben und auferweckt worden ist.” – 2. Korinther 5:14 und 15

Nicht augenblicklich

Die Übergabe zu Gott geschieht nicht in einem Augenblick. Sie beginnt natürlich mit einer bestimmten Selbstaufgabe gegenüber Ihm, Seinen Willen zu tun. Diese ursprüngliche Darstellung, diese Übereinkunft oder dieser Bund würden nur wenig Wert besitzen, wenn wir verfehlen würden, durch gehorsames Niederlegen unseres Lebens Tag für Tag, Jahr für Jahr, völlig im Dienst Gottes nachzufolgen, bis wir selbst bis zum Tod treu sind. Auch dies ist der Preis der Wahrheit, wenn wir ihn uns wirklich zu eigen machen und die starke Kraft besitzen, unser Leben fortwährend umzugestalten, um uns zur Teilnahme für die Erste Auferstehung zum Leben und Herrschen mit Christus annehmbar zu machen.

Nicht nur, daß der herrliche Plan der Zeitalter selbst durch die Bibel offenbart ist, es ist auch der Wille Gottes für Sein geweihtes Volk dort zu finden. Eine der großen Prüfungen der Ernsthaftigkeit unserer Weihung ist die Aufrechterhaltung unsere Treue gegenüber den Anordnungen des Herrn. Alle von des Herrn Volk sind entsprechend dem Fleisch unvollkommen. Ein Beweis dafür liegt in der Tatsache, daß wir uns oft dabei ertappen, einige Aspekte des göttlichen Willens anderen vorzuziehen, oder vielleicht, indem wir übertriebenen Nachdruck auf einen oder zwei Aspekte der Wahrheit legen, während wir andere vernachlässigen.

Zum Beispiel wünscht der Herr, daß Sein Volk im Gebet um Leitung und Trost zu Ihm aufschaut. Dies ist ein Teil des Willen des Herrn für Sein Volk. Dies bedeutet jedoch nicht, daß wir andere Aspekte des Wortes Gottes übersehen sollten. Der Herr wünscht, daß wir einander lieben, und Paulus schrieb ein ganzes Kapitel über Liebe – 1. Korinther 13 -, aber dies bedeutet nicht, daß die Liebe die anderen Früchte des Geistes und das damit verbundenes Handeln in unserem Leben ersetzen sollte. Jesus zitierte Mose und sagte: „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.” – Matthäus 4:4

Ohne Tadel

Ein anderer Weg, auf dem wir „die Wahrheit kaufen” können, ist der, ein Leben in dem Dienst zu verbringen, die „Botschaft der Versöhnung” weiterzutragen. – 2. Korinther 5:18 Wenn unser Dienst annehmbar sein soll, ist es jedoch wichtig, daß wir durch das Wort Gottes mit Hinweis auf die Botschaft geleitet werden, die wir dem Volk überbringen, und auch uns selbst an den Werten festhalten, die uns der Herr gegeben hat.

Der Wahrheit zu dienen erfordert Liebe, Geduld, Reinheit und einen rechten Gebrauch des Wortes Gottes. Sie ruft zu dem Freiwerden vom Ich auf, damit wir mit dem Heiligen Geist erfüllt werden können. Sie ruft zum Selbstopfer auf, damit wir andere reich machen mögen in den Dingen Gottes. Sie ruft dazu auf, die ganze Waffenrüstung Gottes anzulegen, damit wir als gute Soldaten Jesu Christi den Angriffen Satans widerstehen können, der wie ein brüllender Löwe umhergeht, „und sucht, wen er verschlingen kann”. – 1. Petrus 5:8

All dies ist wichtig für unsere Beibehaltung der Wahrheit und ihres Geistes, als eine belebende Kraft in unserem Opferleben. Während wir so die wundervolle Schönheit der Wahrheit erkennen, ist es kostbar, sie zu „kaufen” und schwierig sie durch alle Tage unserer irdischen Pilgerschaft hindurch zu bewahren. Es kann gut sein, daß sie uns die Verachtung unserer Freunde kostet und Verfolgung von denen, die die Finsternis dem Licht vorziehen.

Als der Psalmist von der Glückseligkeit derjenigen sprach, die den „Jubelruf” der Wahrheit kennen, sagte er, daß solche im Licht von Gottes Angesicht wandeln. – Psalm 89:15 Dies macht die Wahrheit so viel mehr wertvoll, als sie uns kostet, weil diejenigen, die würdig befunden werden, sie zu besitzen, die Versicherung der Begünstigung Gottes haben. Wie wundervoll dies ist, denn, wie Paulus schreibt: „Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns?” – Römer 8:31 Es zeigt an, wie auch Paulus schrieb, daß, seitdem wir Gott lieben und nach Seinem Vorsatz berufen sind, uns als Neue Schöpfungen alle Dinge zu unserem Guten zusammenwirken. – Römer 8:28

Verkaufe sie nicht

Salomo ermahnt uns, nicht nur die Wahrheit zu kaufen, sondern auch an ihr festzuhalten – sie nicht zu verkaufen. Wie könnten wir die Wahrheit verkaufen? In einem Wort gesagt, könnte dies getan werden, wenn wir nicht entsprechend unserer Weihung leben. Paulus schrieb: „Deswegen müssen wir um so mehr auf das achten, was wir gehört haben, damit wir nicht etwa (am Ziel) vorbeigleiten.” „Fürchten wir uns nun, daß nicht etwa – da die Verheißung, in seine Ruhe einzugehen, noch aussteht jemand von euch als zurückgeblieben erscheint.” – Hebräer 2:1 und 4:1

Jede kostbare Verheißung Gottes für Sein Volk hat hinzugefügte Bedingungen. Diese Bedingungen glaubensvoll und freudig anzunehmen, entspricht einem Teil der Kosten der Wahrheit. Wir können die Wahrheit verkaufen, wenn wir verfehlen die Bedingungen, die die Verheißungen Gottes mit sich bringen, zu erfüllen. Die „Dinge, die wir gehört haben”, von denen der Apostel spricht, sind die großen Wahrheiten des Wortes Gottes. Diese Dinge zu beachten, zeigt Treue gegenüber dem Wort Gottes, als die höchste Autorität in unserem Leben.

Wir könnten die Wahrheit verkaufen, wenn wir auf andere Stimmen achten, als die des Guten Hirten, dessen Stimme der Wahrheit uns durch die Bibel erreicht hat. Wenn wir auf die Traditionen mehr achtgeben, als auf das Wort Gottes, dann verkaufen wir die Wahrheit. Ein einfaches Beispiel finden wir in dem, was die Bibel hinsichtlich der Strafe für die Sünde sagt. Die Bibel erklärt sie als den Tod, aber die Tradition spricht von ewiger Qual. Dies ist bloß ein Beispiel. Es gibt viele Traditionen, die dem Wort Gottes entgegenstehen und unsere Treue gegenüber den Schriften prüfen, wie die Traditionen und Meinungen von Menschen, die alle ein Teil des Preises für die Wahrheit sind. Wir könnten auch die Wahrheit verkaufen, indem wir sie verdrängen lassen, oder sie für Dinge der Welt eintauschen.

Die Bibel macht deutlich, daß Gott zum besseren Verständnis Seines inspirierten Wortes menschliche Lehrer vorgesehen hat. Wir sollten diese wertschätzen und von der Hilfe profitieren, die wir durch sie bekommen. Es gibt zu Zeiten eine Tendenz sich zu sehr auf die Helfer zu stützen, unter Mißachtung des Wortes Gottes. Der Wert der vom Herrn vorgesehenen Helfer wird an ihrer Treue gemessen, nur als ein hinweisender Finger zu dienen, der uns auf das Wort Gottes hinweist.

Sogar der inspirierte Apostel Paulus, als einer der außergewöhnlichen Lehrer in der Kirche, lobte die alten Beröer, indem er sie als edler als die Thessalonicher bezeichnete, weil sie täglich in den Schriften nachsuchten, um zu prüfen, ob die Dinge, die er sie lehrte, auch so der Wahrheit entsprachen. – Apostelgeschichte 17:11 Wenn dieser, der ein inspirierter Apostel des Herrn war, sich über den Wunsch seiner Schüler freute, alle Dinge anhand des Wortes Gottes zu prüfen, sollte es dann bei uns nicht ebenso sein? Sicherlich würde jede geringere Entschiedenheit einen Grad von Untreue zeigen, der, wenn nicht korrigiert, zu einem Verkauf der Wahrheit führen könnte. Halten wir unsere „erste Liebe” für die Wahrheit – jene herrliche Wahrheit über Gottes Plan – aufrecht. Diese Wahrheit ist jenes einfache „Evangelium Christi: … Gottes Kraft zum Heil.” – Römer 1:16 Inspiriert uns das Evangelium der Gnade Gottes fortwährend unser Leben in Seiner Verkündigung und der Auferbauung der Geschwister in diesem allerheiligsten Glauben niederzulegen? Nehmen wir die Gelegenheiten des Opferns in Gottes Angelegenheiten mit dem gleichen Grad von Eifer an, wie zu der Zeit, als wir uns weihten, Seinen Willen zu tun? Wenn es so ist, zeigen wir, daß wir willig sind, daß die Wahrheit, zu welchem Preis auch immer, fortbestehen sollte.

Wenn wir diese innere Einstellung beibehalten, so bedeutet dies, daß wir nicht in Gefahr sind, die Wahrheit zu verkaufen, sondern uns entschieden haben, ihr und allen ihren Regeln treu zu sein, sogar bis in den Tod. Solch treuer Wille führt zu Gottes bestimmter Zeit zur Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit, was, wie Paulus schrieb, nur durch geduldige Fortdauer im Gutestun erlangt werden kann. – Römer 2:7

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