Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Es gibt eine Sünde zum Tod

„Wenn jemand seinen Bruder sündigen sieht, eine Sünde nicht zum Tod, soll er bitten, und er wird ihm das Leben geben, denen, die nicht zum Tod sündigen; nicht im Hinblick auf sie sage ich, daß er bitten solle.“ – 1. Johannes 5:16

Des Herrn Angebot gegenüber der Menschheit ist Leben oder Tod – Leben unter der Bedingung ihrer herzlichen Annahme des Göttlichen Willens und des Gehorsams diesem gegenüber; Tod für den Fall, daß sie den Göttlichen Willen verwerfen und ihre Liebe für die Sünde zeigen und Ablehnung gegenüber den Göttlichen Erfordernissen. Leben und Tod sind vom Standpunkt der Schrift Endgültigkeiten – ewiges Leben oder ewiger Tod. Die ganze Menschheit soll gerichtet werden, um festzustellen, welches der Teil eines jeden sein soll – der, in das ewige Leben eintzureten oder der, dem ewigen Tod übergeben zu werden. Das Wort Gottes versichert, daß denjenigen, die ewig zu leben erlangen, ewige Glückseligkeit verheißen ist. Es muß hier aber auch gesagt werden, daß Gott keine Vorsorge dafür getroffen hat, ewiges Leben unter irgendwelchen anderen Umständen zu erteilen als unter den absoluten, vollkommenen Bedingungen, die Freude, Segnung und Glückseligkeit sichern. Es ist in Gottes großem Plan keine Vorsorge für einen Zustand in Leid, Trauer, Schmerz oder Trübsal getroffen worden. Daher wird denjenigen, die in übereinstimmende Harmonie mit dem Herrn kommen, die Versicherung gegeben, daß alle Tränen von ihren Augen abgewischt werden sollen, und der Tod nicht mehr sein wird, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz; denn das Erste ist vergangen. – Offenbarung 21:4, 22:3 und Hesekiel 48:35

Andererseits wird der ewige Tod die Strafe sein, die allen auferlegt wird, die schließlich nicht in völlige Herzensharmonie mit dem Herrn kommen. Sie werden sein, als ob es sie nie gegeben hätte; oder, wie der Apostel Petrus erklärt, werden sie völlig aus dem Volk ausgerottet werden. Oder wie der Apostel Paulus es beschreibt, werden sie ewiges Verderben erleiden, oder wie der Herr dies in einem Gleichnis von Schafen und Böcken sagt, werden sie zur ewigen Strafe hingehen. – Apostelgeschichte 3:23, 2. Thessalonicher 1:9, Matthäus 25:46 Die Strafe für die Sünde, die für solche den Tod beinhalten würde, würde eine ewige Strafe sein, die in jenem Sinn des Wortes unterschiedlich von dem zerstörenden Einfluß des Todes wäre, der sechstausend Jahre lang auf der ganzen menschlichen Familie geruht hat. Was wir jetzt als den Tod kennen, wird in den Schriften als Schlaf dargestellt, weil Gott Vorsorge getroffen hat, am herrlichen Auferstehungsmorgen alle aus dem gegenwärtigen Todes-Schlaf aufzuerwecken. Ohne eine Auferstehung würde ein solcher Tod, wie der Prophet gesagt hat, für ewig sein. „Denn es gibt weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im Scheol, in den du gehst.” – Prediger 9:10

Im Mittelpunkt der Hoffnung steht das Kreuz

Und wäre es nicht um des Erlösungswerkes Christi willen gewesen, das bei seiner Taufe begann und am Kreuz beendet wurde, so würde es keine Befreiung vom Grab geben; denn Gott hat jeden Weg und jeden Kanal der Hoffnung geschlossen, so daß die Augen der ganzen Welt auf den Gekreuzigten gelenkt werden, so wie die von Schlangen gebissenen Israeliten veranlaßt wurden auf die kupferne Schlange zu schauen, die unseren Herrn und seine Bezahlung unserer Strafe bildlich vorschattete.

Aber einige werden sagen, warum verkündete unser Schöpfer ein Todesurteil über unser Geschlecht, unter dem wir die letzten sechstausend Jahre als eine „seufzende Schöpfung” gelitten haben, um dann ein Lösegeld für alle in der Person Seines Sohnes vorzusehen und dann eine Vorsehung für einen Zweiten Tod für einige zu treffen? Wir antworten, daß dies vom Standpunkt der Schrift völlig klar ist. Gott handelte ursprünglich mit unseren ersten Eltern, als solchen, die vollkommen nach Seinem eigenem Bild und Seiner Ähnlichkeit erschaffen waren. Sie wurden geprüft. Wenn sie Gott gegenüber gehorsam gewesen wären, hätten sie fortwährend leben können, wenn sie ungehorsam wären, sollten sie sterben und zum Staub zurückkehren, von dem sie genommen wurden. Dies war die gerechte Verordnung – daß niemand würdig war, ewig zu leben, ausgenommen, wenn sie dem Schöpfer gegenüber gehorsam sein würden, dessen Gesetze alle gerecht und im Interesse all derjenigen gegeben sind, die Gerechtigkeit lieben. Unser Schöpfer wußte im Voraus, daß das in Adam wirkende Todesurteil sein ganzes Geschlecht beeinträchtigen würde, und daher keiner von ihnen sich des ewigen Lebens würdig erweisen würde. Daher behauptete sich das Todesurteil gegenüber allen seinen Nachkommen, Erben seiner Schwachheiten und Fehler, die in der Tat während der sechstausend Jahre der Herrschaft von Sünde und Tod stets zugenommen haben.

Der göttliche Zweck

Den Fall des Menschen voraussehend, war es die göttliche Absicht, im Voraus zu der auf Golgatha vorgesehenen Erlösung Adam und seinem ganzes Geschlecht nach Erfahrung mit der Sünde und dem Schmecken der außerordentlich bitteren Ergebnisse eine weitere Erprobung zum Leben zu geben. Es gibt keine Parteilichkeit bei Gott; und dieses Vorrecht einer erneuten Prüfung ist für jedes Glied des Adamischen Geschlechts wie auch für ihn selbst gleich. In seinem Fall bildet die neue Prüfung eine zweite Prüfung oder eine zweite Möglichkeit, ewiges Leben zu erlangen. Aber in dem Fall seiner Nachkommenschaft wird diese Möglichkeit oder Gelegenheit ewiges Leben zu erlangen, die erste Möglichkeit sein, ausgenommen, daß sie als mit Adam an dem Fall teilhabend betrachtet werden mag und damit an dem Verlust jener ursprünglichen ersten Möglichkeit. Persönlich jedoch wird die Gelegenheit oder Prüfung auf Leben oder Tod, welche auf jedes Glied der menschlichen Familie zukommt, praktisch die erste und einzige Gelegenheit sein, die irgendjemand von ihnen haben wird.

Da unser Gott gerecht ist, ist zu überlegen, wenn Er einen Weg der Barmherzigkeit und der Errettung für Adam und seine Familie vorgesehen hat – wenn Er beabsichtigt einem jeden von ihnen eine Möglichkeit zum ewigen Leben zu geben – wir dann sicher sein können, daß es eine gerechte, angemessene und völlige Gelegenheit sein wird. Die Tatsache, daß es der Allmächtige ist, der für unser Geschlecht diese große Gelegenheit zum Leben vorgesehen hat, die durch Adam zum Tod verurteilt waren, garantiert uns, daß jedes Glied unseres Geschlechts daher zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit und einer völligen Gelegenheit zur Annahme der Gerechtigkeit zu angemessenen, gleichen und vernünftigen Bedingungen kommen wird. Nur solche, die sich der Bedingungen und Gelegenheiten und Erkenntnisse erfreut haben, haben ihre Prüfung zum Leben gehabt. Andere, die sich nicht völlig gerechter Gelegenheiten und einer klaren Erkenntnis und der Gelegenheiten zum Gehorsam erfreut haben, haben noch nicht ihre Prüfung zum Leben gehabt. Zu dieser Klasse gehört die große Masse der Menschheit, die heidnische Welt und in allen Ländern die Kleinkinder, die sterben, bevor sie die Jahre der Erkenntnis und Einsicht erreichen und die mental Unausgeglichenen, die Dummen. Sicherlich hat keiner von diesen die Gelegenheit gehabt, für sich selbst die Frage über Leben und Tod durch eine kluge Annahme des Herrn und Seines Weges der Gerechtigkeit zu entscheiden.

In der kommenden Welt

Der Apostel spricht von der kommenden Welt – das heißt, dem kommendem Zeitalter, in dem Gerechtigkeit vorherrschen wird. – 2. Petrus 3:13 Und wir haben die Versicherung, daß es dort ist, an jenem Tag, daß diese Klassen einzeln aufgezählt werden, die die große Mehrheit der Menschheit ausmachen, und die ihre Gelegenheit und Prüfung haben werden zur Entscheidung, ob sie das ewige Leben oder den ewigen Tod erlangen werden – ob sie sich einer Ewigkeit der Gunst Gottes erfreuen oder ob sie gänzlich ausgerottet, gänzlich ausgelöscht sein werden.

Die große Mehrheit der Menschheit hat die Gelegenheiten der Erprobung und Prüfung zum Leben oder zum Tod in dem gegenwätigen Leben oder in der „gegenwärtigen bösen Welt”, wie sie der Apostel bezeichnet, nicht besessen, während Sünde und Unwissenheit und Aberglaube als Finsternis über die Erde vorherrscht und große Finsternis, das Volk bedeckt. – Galater 1:4 Es läßt sich daraus folgern, daß die Zeit der Vorsorge Gottes für die große Mehrzahl der Menschen in der „kommenden Welt” sein wird – dem kommenden Zeitalter – dem Zeitalter oder der Epoche, in der Christus herrschen und Gottes Wille auf Erden wie im Himmel ausgeführt wird. Die Königreichsherrschaft des Erlösers wird daher den großen Massen der Menschheit versichern, daß für sie eine höchst gerechte Prüfung bevorsteht, die über ihre Würdigkeit oder Unwürdigkeit zu ewigem Leben entscheidet, welches die Gabe Gottes ist. – Römer 6:23

Aber nun kommen wir auf die Anständigen und Intelligenten und Gebildeten zurück, und wir sagen, befinden sich nicht alle, die in der gegenwärtigen Zeit in zivilisierten Ländern leben, in einer Prüfung auf Leben oder Tod? Wir antworten: Nein! Die große Mehrheit von ihnen nicht. Die große Mehrheit, die in christlichen Ländern lebt, ist hinsichlich des Göttlichen Charakters und Seines Planes blind und taub und daher völlig unfähig eine Wahl zwischen gut und böse zu treffen. Sie sind nicht alle gleich blind. Vielleicht ist keiner von ihnen völlig blind bezüglich dessen, was Recht und Unrecht in einigen Fragen betrifft. Es gibt zum Beispiel wenige, die nicht wissen, daß es ein Unrecht ist, einen Mord zu begehen. Aber anscheinend gibt es nur wenige, die erkennen, daß es von Gottes Standpunkt Mord ist, über den Nächsten schlecht zu sprechen. Ihre Augen sind gehalten, sind mehr oder weniger durch Gewohnheit und Vererbung verdunkelt; und sie sind verwahrlost. Wenn entsprechend ihrem gegenwärtigen Licht ein Urteil über sie gefällt würde, während sie unter der Herrschaft der gegenwärtigen Schwächen des Fleisches stehen, würde die große Mehrzahl sicherlich als unvollkommen verdammt werden. Selbst dann, wenn ihre Handlungen in dem Bericht unberücksichtigt blieben, würden sie alle zusammen unvollkommen in ihren Idealen sein, unvollkommen in ihren Bemühungen sein, unvollkommen in ihrem Willen und würden daher Ziele des Zweiten Todes sein, des ewigen Lebens nicht würdig, der Gabe, die Gott nur für diejenigen vorgesehen hat, die eine Ähnlichkeit in ihrem Herzen mit Ihm selbst erlangen.

Wenn wir mit Willen sündigen

Aus der Sicht des Vorhergehenden sind die Worte des Apostels völlig klar, wenn er über diese Frage der zum Tod führenden Sünde spricht. Er deutet nicht an, daß die Mörder, Diebe und Schurken der Welt Ziele dieses Todes sind. Sie stehen noch nicht in der Prüfung. Wir wissen nicht, wie das Urteil in ihrem Fall lauten wird. Gott hat ein bestimmte Ordnung festgelegt, in welcher Er die Gelegenheit zur Erlangung ewigen Lebens geben will. Einigen wird diese Gelegenheit in dem gegenwärtigen Leben gegeben, anderen, der großen Masse, wird die großartige Gelegenheit oder Erprobung oder Prüfung in der Welt in dem kommenden Zeitalter unter den Bedingungen des Königreichs erteilt werden. Es mag vermutet werden, daß die Bedingungen des Königreichs in der Zukunft viel günstiger sein werden als die Bedingungen der gegenwärtigen Zeit. Darauf antworten wir in bestimmter Hinsicht mit ja. Der Herr hat jedoch eine Methode der Wiedergutmachung, die alle Schwierigkeiten zu überwinden scheint und jedem Glied des Adamischen Geschlechts eine vollständige, faire, freundliche, großzügige, unparteiische Prüfung in Aussicht stellt. Würdigkeit oder Unwürdigkeit wird darüber entscheiden, ob jemand die Gabe Gottes, das ewige Leben, erlangt.

Zuerst sucht der Herr nach einer Klasse, die in der Schrift als die „Auserwählten” gekennzeichnet sind. Sie werden unter zwei Gesichtspunkten auserwählt:

  1. Ihres Glaubens
  2. Ihrer Treue gegenüber Gott und Seinen Gesetzen

Diese sind in der gegenwärtigen Zeit auserwählt, in welcher es der Sünde noch erlaubt ist, großen Einfluß und Macht auszuüben – während die ganze Welt noch blind ist und dem Mammon und der Selbstsucht dient. Die zu dieser auserwählten Klasse Eingeladenen hat der Herr mit Ohren begünstigt, die aufmerksamer zuhören, als die der Mehrheit des Menschengeschlechts. Tatsächlich besitzen sie „viel in jeder Hinsicht”, unter anderem das Zeugnis und die göttliche Offenbarung durch Jesus, die Apostel und die Propheten. Die Erkenntnis befähigt sie im Voraus vor der Welt die Prinzipien der Gerechtigkeit zu erkennen und ihnen nachzueifern. Ihre Schwächen hindern sie in der Tat, das zu tun, was sie tun möchten. Aber der Herr hat einen Ausgleich vorgesehen, durch den er mit ihnen handelt, nicht entsprechend ihrer Schwächen und Unvollkommenheiten, sondern entsprechend ihrer Absichten und und Anstrengungen, so daß ihre unvollkommenen Werke, die sie mit den besten Absichten und in Treue gegenüber dem Herrn verrichen, angenommen und in den göttlichen Aufzeichnungen gutgeschrieben werden mögen.

Diese durch Glauben Gerechtfertigten, die mit dem Verdienst der Gerechtigkeit Christi bedeckt und dem Dienst des Herrn bis in den Tod geweiht sind, sind des Herrn besondere Kostbarkeit, Seine Juwelen. Diese haben die Versicherung des ewigen Lebens. Und wenn sie den gleichen Weg, den sie begonnenen haben, in Treue fortsetzen, sind sie nirgendwo in Gefahr, es zu verlieren. Aber wenn sie vom Weg der Gerechtigkeit abweichen, sind sie diejenigen, die die Sünde zum Zweiten Tod begehen könnten. Mit einem Wort gesagt sind sie die Einzigen, die zur gegenwärtigen Zeit durch Rechtfertigung und göttliche Gunst und Erkenntnis sich in der Prüfung zu ewigem Leben oder ewigem Tod befinden. Sie sind in den Lauf zum ewigen Leben eingetreten, den Gott ihnen angeboten hat, und den sie nur durch Versagen verlieren werden – und das Versagen, da sind wir ganz sicher, kann nicht eines der Unkenntnis oder der Schwäche sein, sondern muß willkürlich geschehen. Mit anderen Worten gesagt hat der Herr diese Klasse so unter Seiner Aufsicht, daß alle Dinge, die zu ihrer Erreichung des ewigen Lebens notwendig sind, ihnen garantiert sind. Und nur durch ihre willige und intelligente Mißachtung und ihre Ablehnung der Bedingungen und Hilfen können sie sich selbst vom Herrn und von dem ewigen Leben abschneiden, welches Seine Gabe für alle ist, die ihre Beziehung zu Ihm pflegen.

Lehrmäßige und praktische Sünden zum Tod

Von des Herrn Volk ist keiner im vollkommenen, absoluten Sinn gerecht in Gedanken, Worten oder Taten, so daß er das göttliche Maß erreicht. Aber alle vom Volk des Herrn können unter Seinen gnädigen Anordnungen gerecht sein, nämlich, wenn sich ihr Herz treu, loyal und vollkommen Ihm gegenüber verhält, daß keine ihrer Mängel oder Unvollkommenheiten des Fleisches für irgendetwas zählen sollen. So muß denn die Sünde zum Tod eine Sünde gegen Licht und Erkenntnis sein; und sie muß in einem beträchlichen Maß aus Widerspenstigkeit geschehen – denn sonst würde sie nicht zum Tod führen. Die Schriften sprechen daüber, als ob diese Sünde eine einfache Übertretung oder Handlung wäre. Trotzdem zeigt der Zusammenhang, daß wir nicht hinreichend dafür verantwortlich sind, in diese Stellung der Entfremdung und des Gegensatzes zu Gott zu stolpern, sondern daß die Sache vielmehr allmählich entsteht, Schritt für Schritt, bis das Herz völlig vom Herrn entfernt ist. Es obliegt uns dann, wachsam zu sein, weil der Anfang des Bösen in unseren Herzen, der später zur völligen Entfremdung führen könnte, für uns den Zweiten Tod bedeuten würde.

Der Apostel Paulus scheint in seinem Brief an die Hebräer anzudeuten, daß zu erwarten ist, daß sich die Sünde zum Tod uns in einer von zwei Formen nähert. Die erste von diesen beschreibt er in Kapitel 6:4 – 9 und die zweite in Kapitel 10:26 – 32.

In der ersten von diesen scheint er einen moralischen Niedergang in den Worten anzuzeigen, „Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben und (doch) abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen.” Der Zusammenhang scheint hier ein Abfallen zu zeigen, im Sinn eines Fallens in sündige Praktiken – eines Preisgebens zur schlimmen Sünde, eines Aufhörens sich selbst verfügbar zu halten dem Widersacher und seinen Werken zu widerstehen, sich selbst verfügbar zu halten für die Gnade Gottes, die in Christus vorgesehen ist zu ihrer Befreiung von der Sklaverei zu sündigen. Es gab eine Hoffnung sie von aller Art des Bösen und der Sünde durch die Botschaft des Evangelium-Zeitalters wiederherzustellen, durch die Macht des Heiligen Geistes. Aber wenn sie, nachdem sie sich aller Vorrechte und Gnaden erfreut haben, die der Herr vorgesehen hat, abwenden, wie die Sau zum Wälzen im Schmutz – 2. Petrus 2:22 -, dann beweist dies, daß sie nicht eine wirkliche Liebe von Herzen für die Wahrheit, Reinheit und Gerechtigkeit zeigen, und damit des ewigen Lebens nicht würdig sind.

Während der Apostel diese Warnung ausspricht, versichert er in dem nächsten Vers seine Zuhörer, daß er von besseren Dingen für sie spricht, Dinge, welche mit Errettung einhergehen müssen, und ohne welche die Errettung zum ewigem Leben unmöglich sein würde. Er ist von ihnen überzeugt, daß sie wünschen mit dem Herrn in Harmonie zu sein, und daß sie die Gelegenheiten, die für sie durch Sein Wort vorgesehen sind, durch die Gemeinschaft des Geistes und durch den Beistand der Geschwister benutzen werden. Und so, wenn wir auf diese Sache des Zweiten Todes hinweisen und zeigen, daß wir als des Herrn Geweihte und Geistgezeugte allein diese Sünde zum Tod begehen können, sind wir trotzdem davon überzeugt, daß wir alle den Wunsch haben, obwohl wir beinahe in Sünde verfallen könnten, wir im Gegenteil aber keine Sünde lieben, sondern sie als unseren Feind hassen und danach trachten, nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist zu wandeln. Wir können allen solchen versichern, daß die Gnade des Herrn für uns ausreicht, daß Seine Stärke sogar in unserer Schwachheit vollkommen gemacht ist.

Die zweite oder lehrmäßige Abweichung, die zum Zweiten Tod führen könnte, wird sehr ausführlich als eine Verwerfung unseres Herrn Jesus, als unser Erlöser von Sünde und Tod, dargelegt. Natürlich können diejenigen, die diese Dinge niemals gesehen haben, die wie die Welt blind gegenüber diesen sind, niemals dagegen sündigen. Diejenigen, die nicht wissen, was das Lösegeld ist, die nicht in den göttlichen Plan schauen, könnten weder das Leben jetzt durch Glauben und Gehorsam erlangen, noch könnten sie jetzt zum Zweiten Tod verdammt werden auf Grund der Verwerfung dessen, was sie nicht erkannt haben.

Leistungen bemessen die Verantwortung

Wir hatten die Augen unserer Verständnisses durch die Gnade Gottes weit geöffnet, um die Gnade und die Barmherzigkeit Gottes gegenüber uns und gegenüber der Welt in der großartigen Gabe Seines Sohnes, unseres Erlösers, zu erkennen. Wir haben erkannt, wie er „für jeden den Tod schmeckte”, und wie dies schließlich für alle verfügbar werden soll. Wenn wir jetzt durch irgendwelche Umstände oder Mittel von diesem Glauben, diesem Vertrauen wegbewegt werden sollten, würde es bedeuten, daß wir zuvor des Herrn Leitung verworfen hätten, daß Er aufgehört hatte unser Führer zu sein, und daß es unter der Führung des Fürsten der Finsternis war, daß wir zu solch einer Einstellung kommen konnten, wo wir trotz des Geistes der Gnade und Begünstigung so handeln, indem wir den einzigen Namen, das einzige Opfer, das einzige Mittel, durch das wir Vergebung der Sünden und Gemeinschaft mit dem Vater erlangen können, verwerfen.

Der Apostel bringt dies auf den Punkt: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig.” Wiederum erkennen wir, daß es diejenigen sind, die geschmeckt haben, wir, die empfangen haben, wir, die die Erkenntnis gehabt haben, wir, die schon die Wohltat des Opfers genossen haben bis zu dem Umfang der Rechtfertigung in dem Blut. Daher bezieht sich diese Schriftstelle nicht auf die Welt, die niemals gesehen, niemals erkannt hat und niemals gerechtfertigt wurde. Ihre Prüfung liegt in der Zukunft. Die Schriftstelle bezieht sich auf die Heiligen, die jetzt in der Prüfung stehen. Der Apostel fährt fort, darüber zu sprechen, was diese Sünde sein könnte, indem er sagt, daß diejenigen, die den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch das sie geheiligt wurden, für gemein erachtet haben, ungeachtet des Geistes der Gunst Gottes handelnd, der mit der großen Gabe auf Golgatha offenbar wurde. – Vers 29 Es tut uns leid, daß wir dies hier darlegen müssen, aber wir haben überall Beweise, daß viele das Erlösungswerk Christi verwerfen, indem sie es verleugnen und sogar in manchen Fällen verurteilen, indem sie das Blut Christi, den Tod Christi, als eine gemeine Sache, als einen gewöhnlichen Tod rechnen und nicht als ein besonders heiliges Opfer zur Beseitigung unserer Sünden. Viele auf den Rednerkanzeln und Kirchenbänken verwerfen das Mittlerwerk Christi und all die Verheißungen
Gottes mit dem Ergebnis der Vergebung von Sünden durch Glauben an das Blut.

Es ist unsere Hoffnung, daß viele von ihnen nur Unkraut sind, die niemals wirklich die Gnade Gottes kannten und nur unvollkommen zu irgendeiner Zeit auf Christus vertrauten. Es ist unsere Hoffnung, daß sie niemals durch Glauben an sein Blut gerechtfertigt wurden, und daß daher ihre Gelegenheit genau zu hören, zu verstehen und wertzuschätzen, völlig in der kommenden Welt haben werden – dem kommenden Zeitalter – dem Millennium-Zeitalter. Obwohl es nicht uns gebührt, die Herzen zu richten, ist es für uns angebracht, all diejenigen zu ermahnen und zu warnen, die jemals die Gnade Gottes in Christo wertgeschätzt haben, an der Gnade Gottes in Christo mit der gleichen Zuversicht und Freude bis zum Ende festzuhalten. Es ist unsere Pflicht sogar alle diejenigen zu warnen, die entlang dieser Richtlinie der Verwerfung des kostbaren Opfers Christi denken, gut darauf zu achten, was sie tun, die Sache zu prüfen, daß sie wahrscheinlich ihre gegenwärtige Einstellung des Unglaubens wegen Untreue, wegen Kälte, wegen Unaufmerksamkeit gegenüber ihrem Gelöbnis, das sie dem Herrn gegeben, erlangt haben. Wir sagen ihnen, daß keiner jemals plötzlich oder ohne einige vorhergehende Abweichung entlang anderer Richtlinien in jene Situation gekommen ist, und daß sie daher sorgfältig den Pfad überprüfen, den sie gegangen sind, um zu sehen, wo sie abgewichen sind, wo ihre Herzen gegenüber dem Herrn erkalteten, damit sie zu ihrer ersten Liebe zurückkehren können, zum Vertrauen gegenüber dem Herrn und zu einer Wertschätzung gegenüber dem großen kostbaren Wert des erlösenden Blutes, dem Opfer Christi.

Es ist auch unsere Pflicht, jene zu warnen, die noch an dem vorhergehenden Wort festhalten, noch auf das kostbare Blut vertrauen, noch die Gnade Gottes wertschätzen und noch geheiligt sind, daß sie achtgeben auf die heimtückische Sünde, auf heimtückische Irrtümer, damit sie nicht durch diese allmählich von dem Weg abgedrängt werden und finden, daß ihr Lauf allmählich weiter und weiter von der Harmonie mit dem Herrn und der Gemeinschaft mit denen wegführt, die durch die Wertschätzung Seines Wortes Sein sind. Wenn ein Eisenbahnwagen an einer Weichenstellung umgeleitet werden soll, dann entfernt er sich am Anfang nur wenig von den übrigen Wagen. Aber er entfernt sich ständig weiter in eine andere Richtung. Und so verhält es sich mit unseren Gedanken und unseren Herzen, unserer Haltung zum Herrn – schon eine kleine Abweichung von einigen Punkten, die nicht so wichtig erscheinen, können weiter wegleiten und schließlich zur Entfremdung vom Herrn führen.

„Wieviel schlimmere Strafe…”

Der Zusammenhang fährt fort die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, daß diejenigen, die Mose und sein Gesetz verworfen haben ohne Barmherzigkeit starben. Dann fügt er hinzu, daß diejenigen, welche die Stimme des gegenbildlichen Mose gehört haben, wenn sie jene Stimme und das Gesetz verworfen haben, eine „viel schlimmere Strafe” erleiden werden, als sie die vorbildlichen Israeliten erlitten haben, die die Botschaft des vorbildlichen Mose verwarfen.

Das Wort „schlimmere” zeigt hier nicht eine schmerzvollere Strafe an, sondern, in der alten Form der Bibelsprache, bedeutet es einfach eine schwerere oder eine Strafe von größerer Auswirkung. Die Schriften übermitteln uns in der Richtlinie mit unserem heutigen Thema, daß die Strafe für Sünde oder der Sünde Sold der Tod ist, der Zweite Tod; und daß dieser Zweite Tod – der sich für die ergibt, die Gottes Plan in Christo verwerfen, nachdem sie ihn gekannt und Nutzen daraus gezogen und ihn wertgeschätzt haben, in der Tat ein schlimmeres, schwereres Todesurteil sein wird, als das, welches über jene kam, die Moses und seine Botschaft verwarfen; denn diejenigen, die für ihren Ungehorsam gegenüber Mose getötet wurden, waren nur Vorbilder von jenen, die den Zweiten Tod erleiden werden.

Sie erlitten nur einen zeitlichen Aufschub vom Leben. Sie sind alle in der Welt inbegriffen, die durch das kostbare Blut Christi erlöst sind und daher alle zur bestimmten Zeit eine herrliche Gelegenheit haben werden mit dem Herrn in völlige Harmonie zu kommen, und wenn sie ihm völlig gehorsam sind, ewiges Leben zu erlangen. Ihr Tod bedeutete daher nicht ewigen Tod, sondern nur zeitlichen Tod und Todesschlaf. Die Strafe, die über jene kommen wird, die mit Willen und Verständnis das Lösegeld verwerfen und das Blut des Bundes für gemein rechnen, wird ein Zweiter Tod sein, eine viel schwerere und schrecklichere Strafe als die im Vorbild gezeigte, da das Gegenbild immer ein größeres und schwerwiegenderes Maß beinhaltet, als das Vorbild. Diejenigen, die so Christi Werk verwerfen, fallen aus den Händen der Barmherzigkeit, welche Gott vorgesehen hat, in die Hände der Gerechtigkeit; und das Urteil der Gerechtigkeit gegen alle Unvollkommenheit wird als ewige Vernichtung beschrieben – der Zweite Tod.

Kleine Füchse, die den Weinberg verderben

Nachdem dies so klar geworden ist, ermahnt uns der Apostel zu Vertrauen und Loyalität, indem er sagt: „Gedenkt aber der früheren Tage, in denen ihr, nachdem ihr erleuchtet worden wart, viel Leidenskampf erduldet habt, als ihr teils durch Schmähungen und Bedrängnisse zur Schau gestellt und teils Gefährten derer wurdet, denen es so erging.” Die Apostel drängen uns auf den Anfang des Weges zurückzuschauen und den Eifer und die Liebe zu pflegen, die zu dieser Zeit begannen, und welche Tag für Tag zunehmen sollten, so wie die Jahre dahingehen. Er ermahnt uns, daß wir unsere Zuversicht nicht wegwerfen sollen; daß, während wir auf dem Weg des Herrn voranzugehen suchen, wir uns an all unseren gesegneten Erfahrungen der Vergangenheit ausrichten sollen. So zum Beispiel unsere Wertschätzung der Erlösung, die in unseres Herrn Opfer für uns vollendet ist, die nur erweitert werden kann, wenn wir in Gnade und Erkenntnis entlang den genauen Richtlinien wachsen. Wachstum in der Gnade und der Erkenntnis wird uns nicht der ursprünglichen Freude und Gunst berauben, die durch die Barmherzigkeit, Liebe und Gnade Gottes zu uns kam, sondern sie wird vielmehr den Wert dieser verbessern. Und so ständig voranschreitend und die Grundlage aufrechterhaltend und den Überbau des Glaubens und Gehorsams hinzufügend, sollen wir von dem Herrn vorgefunden werden, wenn er kommt, seine Juwelen einzusammeln.

Wir sollen daher nicht nur wachsam gegen die großen Sünden sein, die wir erwähnt haben, die offene Feindschaft gegen Gott durch böse Werke oder durch Abrücken von den Lehren Seiner Gnade, sondern wir wollen uns daran erinnern, daß eine kleine Abweichung vom Wort Gottes vom rechten Weg wegführt. Laßt uns auf unsere Schritte achtgeben, daß wir nicht von dem großen Widersacher irregeleitet werden, der die Erlaubnis vom Herrn hat, hier und dort einen jeden von uns entlang des Pfades zu prüfen und auf die Probe zu stellen, um uns damit, wenn wir uns treu gegenüber dem Herrn verhalten, zunehmend stark im Glauben und im Gehorsam und mehr tauglicher für das Königreich zu machen. Die letzten Ablenkungen von den Lehren des Wortes bringen uns mit Sicherheit in Schwierigkeiten. Wir wollen daher noch mehr achthaben auf jedes „Jota und Titelchen” von des Meisters Wort, die uns nicht nur zur Ermahnung und Anordnung von ihm selbst gegeben wurden, sondern auch jener, die uns durch die Apostel gegeben wurden, die besonders eingesetzt wurden, unsere Führer auf dem Weg zum himmlischen Königreich zu sein. Wer in den kleinen Dingen treu ist, ist es auch in den größeren. Wer sich in den kleinen Dingen untreu und unaufmerksam gegenüber den göttlichen Botschaften zeigt, wird mehr als wahrscheinlich verfehlen, seine Berufung und Erwählung fest zu machen.

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