Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Die Weihe des Tempels (1. Könige 8:1-11)

„Ich freute mich, als sie zu mir sagten: Lasset uns zum Hause Jahwes gehen!” – Psalmen 122:1

Hochinteressant ist die Geschichte des großen Tempels Gottes, dessen Bau König David geplant und weitgehend vorbereitet hat, und den der weise König Salomo errichtet hat. Im fünften Jahr seiner Regierungszeit begann der Bau und wurde im zwölften Jahr vollendet. Die Kosten dafür grenzen ans Märchenhafte; man schätzt sie auf eine Summe, die sich nach einer Angabe aus dem Jahr 1903 zwischen einer Millarde und zweieinhalb Millarden Dollar bewegt, je nach dem angesetzten Umrechnungskurs der Währung. Das entspricht heute einer Summe zwischen 26,5 und 66,5 Millarden Dollar – 24 bis bis 60 Millarden Euro. Ungeachtet jedoch der Masse und des Wertes von Gold, Silber, Bronze und Edelsteinen, aus der der Tempel bestand, haben wir allen Grund anzunehmen, daß er damals ein herrliches Monument darstellte, ein Bauwerk, über das König Salomo in seiner Größe und Weisheit und das Volk Israel mit ihm mit gutem Grund jubelten und sich nicht zu verstecken brauchten.

Aus den Abläufen des Baus geht hervor, daß König Hiram von Phönizien nicht nur in großem Umfang durch Schenkungen dazu beitrug, sondern auch – von Salomo bezahlte – Fachleute schickte, die auf vielfältige Weise Dienste leisteten, z. B. bei der Herstellung der Säulen aus Kupfer für die Vorhalle, für Gegenstände des Hofes und vieles mehr. Dreißigtausend Israeliten wurden für den Tempelbau zwangsweise herangezogen und eingesetzt, die wechselweise für je einen Monat eingeteilt wurden. Außerdem haben wohl noch weitere 150.000 Leute dort gearbeitet, anscheinend Fremde, die man von außerhalb Israels angeworben hatte. – 1. Könige 5:13 – 16, 9:21 und 22 Sie können auch zu Volksstämmen gehört haben, die in Palästina wohnten. Es gab offenbar 550 Aufseher und 3.300 Unteraufseher, bestehend aus 250 Israeliten und 3.600 Kanaanitern. – 2. Chronika 2:17 und 8:10 Bei dieser hohen Zahl von Kanaanitern unter den Aufsehern scheint die Annahme zulässig, daß auch die Arbeiter Kanaaniter waren, was uns an die Aussage erinnert: „Die Kanaaniter waren immer noch im Lande.” Der Umstand, daß die Kanaaniter, die dem Gemeinwesen Israel gegenüber Fremde waren, die überwiegende Zahl von Leuten zum Bau des großen Tempels stellten, kann als Vorbild dafür gesehen werden, daß Ausländer, Fremde, Nicht-Dazugehörige und Feinde der Wahrheit den größeren Anteil an dem Zubereitungswerk des gegenbildlichen Tempels haben. Sie werden unter göttlicher Leitung mit Hämmern und Meißeln bearbeitet, zum Schmelzen gebracht, abgeschliffen, und dies zu dem Zweck, die lebendigen Steine und herrlichen Säulen für das geistige Haus zuzubereiten. Sie haben keinen Einblick in das, was geschieht. Ihr Werk ist größer und besser, über ihr Verstehen hinaus, und wird sich erst in der Herrlichkeit der Ewigkeit erweisen.

Wir können einen Blick auf die in den Vorgängen enthaltene Lektion werfen, wenn wir das Geschehen bei Vollendung des Tempelbaus betrachten, wo sich die Häupter Israels mit König Salomo zur Weihe in Jerusalem zu der Zeit des Jahres zusammenfinden, die für uns dem Oktober entspricht. Der Zeitpunkt steht in Verbindung mit dem jüdischen Neujahrsfest und wird unmittelbar zusammenhängend mit dem Versöhnungstag begangen. Dieser Versöhnungstag wurde vermutlich gerade abgehalten, die Versöhnungstagsopfer wurden in der Stiftshütte dargebracht, und das Volk hatte, wie sonst auch, den Segen für das neue Jahr empfangen. Während sie so dem Gesetz entsprechend gereinigt und vorbildlich mit Gott versöhnt waren, war dies die beste Zeit für die Tempelweihe, in der sich die geistigen Hoffnungen und Ziele des Volkes abbilden.

Die Bundeslade, die vorbildlich für Gottes Vertrag mit Abraham steht und dessen Erfüllung in Christus ihr Zentrum hat, muß aus der Stiftshütte in den neuen Tempel überführt werden, so daß dieser das frühere Heiligtum als Versammlungsort des Bündnisvolkes Gottes ablöste. Außer der Funktion, ihre Ergebenheit Gott gegenüber und ihre Bereitschaft zum Opfer zu zeigen, hatten die Tausende von Opfern, die während der Überführung durch den König, die Priester und die hochgestellten Persönlichkeiten des Volkes dargebracht wurden, vorbildliche Bedeutung. Sie standen für die Weihung der ganzen Festgemeinde in den Tod, die auf diese Weise das äußere Zeichen ihres Glaubens und ihrer Hoffnung an den neuen Ort trugen. In gewisser Hinsicht repräsentierten deshalb der König und die Häupter des Volkes vorbildlich unseren Herrn Jesus und die Überwinder, und die Hohenpriester und Unterpriester standen für die gleiche Sache von einem anderen Blickwinkel aus. Im Festzug trafen die Zeichen des gegenwärtigen Zeitlaufs, die für Opfer stehen, und die vorbildliche Darstellung der Herrlichkeit und Ehre des nächsten Zeitalters zusammen. Das Volk des Herrn in der jetzigen Zeit scheint diesem Vorbild zu folgen. Der große König, der gegenbildliche Salomo, wird den Tempelbau bald vollendet haben, und er schickt die Einladung an die Obersten, die Führer des geistigen Israel aus, bei der großen Weihe anwesend zu sein und an ihr teilzunehmen. Diese Anführer sind nicht die Großen dieser Welt, sondern die Auserwählten des Herrn. Sie versammeln sich von den vier Enden des geistigen Himmels her, und die Prozession hat schon begonnen. Weil aber der Tempel erst dann fertig ist, wenn die Bundeslade, ihr allerwichtigster Teil, ihren neuen Platz eingenommen hat, wird der herrliche Tempel erst dann vollendet sein, wenn jedes Glied des Leibes Christi verwandelt wurde aus dem Stiftshütten-Zustand in den Tempel- oder bleibenden Zustand in der Ersten Auferstehung.

Die Angabe, daß nichts in der Bundeslade war als nur die steinernen Tafeln mit dem Gesetz, scheint zunächst zu der Feststellung des Apostels in Hebräer 9:4 im Widerspruch zu stehen, wo auch der goldene Krug mit Manna und der Stab Aarons, der gesproßt hatte, erwähnt wird. Wir müssen jedoch daran denken, daß sich diese Darstellung auf die Stiftshütte und nicht auf den Tempel bezieht. Der goldene Krug mit dem unverderblichen Manna war ein Vorbild oder eine Illustration für die Unsterblichkeit oder Unverweslichkeit, die der Herr für die königliche Priesterschaft vorgesehen hat. Und der Stab, der gesproßt hatte, gemahnte daran, daß der Segen, das Fruchtbringen und das Vorrecht des Dienstes den gegenbildlichen Leviten angehören. Als Vorbilder enden beide im jetzigen Zeitlauf. Sie waren Bestandteil des Stiftshüttenzustandes; sie werden im zukünftigen Raum von Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit nicht gebraucht, für den der Tempel steht, denn die darin vorgeschatteten wunderbaren Dinge werden in den Überwindern der Kirche verwirklicht sein. Das Gesetz jedoch wird weiterhin einen wesentlichen Bestandteil von Gottes Bündnis darstellen. So erklärt der Apostel, daß die Liebe die Erfüllung des Gesetzes ist, und die Liebe hört niemals auf. Sie gehört immer zu den göttlichen Forderungen und ist unerläßlich für die Teilhabe an allen Segnungen, die mit Gottes Gunst im Zusammenhang stehen, und sie werden in der Bundeslade dargestellt.

Die Priester führten ihre Aufgabe aus, die Lade an den neuen Standort zu bringen, „und die Leviten <waren> in Byssus gekleidet, <standen> mit Zimbeln und mit Harfen und Lauten auf der Ostseite des Altars, und mit ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten schmetterten, – und es geschah, als die Trompeter und die Sänger wie ein Mann waren, um eine Stimme ertönen zu lassen, Jahwe zu loben und zu preisen, und als sie die Stimme erhoben mit Trompeten und mit Zimbeln und mit Musikinstrumenten und mit dem Lobe Jahwes, weil er gütig ist, weil seine Güte währt: da wurde das Haus, das Haus Jahwes mit einer Wolke erfüllt”. – 2. Chronika 5:11 Der Tempel wurde mit jener ganz besonderen Wolke erfüllt, die Gottes Anwesenheit während der Wüstenwanderung und anschließend in der Stiftshütte symbolisierte, und sie verweilte nun zum ersten Mal im Tempel. Diese Erscheinung, die nach außen wie eine Wolke aussah, war von außergewöhnlicher Helligkeit; sie war so strahlend hell, daß die Priester nicht mehr im Heiligen bleiben konnten.

Inzwischen aber erklärte der König dem Volk die Bedeutung des Tempels, daß er nämlich das Haus Gottes war und unter göttlicher Leitung erbaut wurde für ihn und seinen Vater David. Er stellte sich neben den Altar im Vorhof, hob seine Hände auf zum Himmel und sprach ein außerordentlich schönes Gebet, eines, das wir als prophetisch ansehen können, ein Gebet, das uns Ziel und Zweck des großen gegenbildlichen Tempels nahebringt, der durch den gegenbildlichen Salomo errichtet wird. Der steinerne Tempel war der Ort, den alle Israeliten als die Wohnstätte Jahwes betrachten sollten, als das Zentrum Seiner Macht, Seiner Autorität, Seiner Vergebung, Seines Segens und Seiner Hilfe in jeder Zeit der Not. Wenn nun zu gegebener Zeit der geistige Tempel errichtet ist und geweiht und mit Gottes Macht erfüllt, wird dieser das Zentrum sein, nach dem alle, die sich ihm nähern, Ausschau halten um Hilfe und Beistand und Segen und Vergebung, an das sie ihre Gebete richten. In diesem Zentrum werden sie die Offenbarung der göttlichen Macht und Seine Segnungen für sie erkennen.

Als Salomos Weihegebet zu Ende war, bekundete der Herr für alle sichtbar Seine Gunst dem König und dem ganzen Volk gegenüber, indem Er ihre Opfer mit Feuer vom Himmel entgegennahm, wie geschrieben steht: „Und als Salomo geendigt hatte zu beten, da fuhr das Feuer vom Himmel herab und verzehrte das Brandopfer und die Schlachtopfer; und die Herrlichkeit Jahwes erfüllte das Haus. Und als alle Kinder Israel das Feuer herabfahren sahen und die Herrlichkeit Jahwes über dem Hause, da beugten sie sich, mit dem Antlitz zur Erde, auf das Pflaster, und beteten an, und sie priesen Jahwe, weil er gütig ist, weil seine Güte ewiglich währt.” – 2. Chronika 7:1 – Vielleicht sangen sie zusammen mit den Leviten. – Psalm 136

Hier ist festzuhalten, daß die Leviten und das Volk nicht von Gottes nicht endendem Zorn sangen, sondern von Gottes immerwährener Güte. Dieser Begriff bedeutet bei genauer Übersetzung jedoch nicht „ohne Ende”, sondern „für ein Ende” / „auf ein Ende zu”. Gemeint ist damit, daß Gottes Güte in ihrer Fülle wirkt, bis zu ihrer Erfüllung, bis jedes Geschöpf zur Erkenntnis Gottes und Seinem umfassenden Wohlwollen gebracht sein wird und jeder die Gelegenheit hat Ihn zu kennen, und bis jedem die große, Abraham gegebene Verheißung zugute kommt, die in der Bundeslade verkörpert ist: Alle Geschlechter der Erde sollen gesegnet werden. In diesem Grundgedanken lesen wir im letzten Buch der Bibel das Lied vom Moses und dem Lamm, das die gegenbildlichen Priester singen: „Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott. Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig deine Wege, o König der Nationen! Wer sollte nicht dich, Herr, fürchten und deinen Namen verherrlichen? Denn du allein bist heilig; denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, denn deine gerechten Taten sind offenbar geworden.” – Offenbarung 15:3 und 4 Dieses Lied kann niemand als nur die Überwinder aufrichtig wertschätzen und in der jetzigen Zeit singen, doch ganz allmählich – wenn die Herrlichkeit des Herrn den Tempel erfüllt hat – werden die Völker, die Volksmenge dieses Lied lernen, die Gnade Gottes erkennen. Noch ist der Liedtext dahingehend Prophezeiung, die dann erfüllt wird, und alle Völkerschaften werden sich vor dem Herrn verneigen und Sein umfassendes Wohlwollen und Seine Liebe bekennen. Aus den Händen des gegenbildlichen Salomon (des Christus), des Propheten, Priesters und Königs des neuen Zeitalters werden sie die Gelegenheit ergreifen, mit Gott versöhnt zu werden und Vollkommenheit von Körper und Seele und ewiges Leben zurückzubekommen, die durch Adams Ungehorsam verloren waren und durch den großen Erlöser wiederhergestellt wurden. Diese Vollkommenheit erlangt jeder, der sich nach den dafür vorgegebenen göttlichen Bedingungen richtet.

Selbstverständlich ist unser Hauptinteresse auf den gegenbildlichen Tempel, den gegenbildlichen Salomo, die gegenbildlichen Priester, das gegenbildliche Volk gerichtet. In gewisser Hinsicht kann jedes Glied der Neuen Schöpfung jetzt als ein Tempel des Heiligen Geistes gelten, und so gesehen baut jeder seinen eigenen Glauben und seinen Charakter nach seiner Erkenntnis über die göttlichen Verheißungen und durch sein Einverständnis mit den göttlichen Vorgaben. Doch dies ist nicht die viel weiter gespannte Sicht auf das Gegenbild des Tempels. In diesem gegenbildlichen Sinn steht Salomos Tempel zweifellos für den verherrlichten Christus, Haupt und Leib, der erbaut ist aus lebendigen Steinen, wie der Apostel Petrus erklärt. Unter der Überwaltung des Gesalbten geschieht das Werk des Sammelns der verschiedenen Steine das ganze Evangeliumszeitalter hindurch. Und genauso wie für Salomos Tempel, wo nicht jeder Stein genommen wurde, sondern nur, je nach dem Bauplan, solche einer bestimmten Größe und jeweils erforderlichen Struktur, so ist es auch mit den gegenbildlichen, den lebendigen Steinen. Nur eine bestimmte Art von Personen wird angesprochen, und nur diese, einmal aus dem Fels herausgeschnitten, werden zunächst grob behauen, und nur wenn sie nach Wesensart und Abmessung passend befunden werden, werden sie mit Werkzeugen bearbeitet. Und wiederum nur solche Steine, die unter dem Behauen ein gutes Ergebnis zeigen und für den vorgesehenen Verwendungsort modellierbar sind, werden letztlich in den wunderbaren Tempel eingebaut, den unser Herr als der große Architekt errichtet. Wie schon zuvor angedeutet, erklärt das Vorgehen, daß viele Umstände und Personen, selbst sogar Satan, vom Herrn als Werkzeuge zum Herausmeißeln und Polieren und Anpassen und Zubereiten dieser lebendigen Steine für ihre zukünftige Stellung gebraucht werden können. Wenn die Dinge in diesem Licht betrachtet werden, kann aus den Prüfungen und Schwierigkeiten, die das Volk des Herrn mit Sicherheit durchmacht, hohe Zufriedenheit erwachsen. Ohne diese schmerzhaften Prozesse könnte die Befürchtung bestehen, daß einzelne nicht Söhne sondern Bastarde sind. – vergleiche Hebräer 12:8 Nur wer ein gewisses Maß dieser Einsicht in Gottes Plan hat, kann überhaupt diese Stellung erreichen, die der Apostel Paulus zeigte, wenn er sagte, er freue sich in Trübsalen, wissend, daß Trübsale Geduld bewirken, Geduld Erfahrung und Erfahrung Hoffnung, die nicht zu Schanden gemacht wird, sondern die belohnt werden kann durch Miterbschaft in dem Reich, das unser Herr Seinen Getreuen verheißen hat. – Römer 5:3 und 4

Nach unserem Verständnis der Schrift besagt die Tatsache, daß das Material für Salomos Tempel vor dem Bau hergerichtet wurde und so genau paßte, daß kein Werkzeug aus Eisen für seinen Aufbau gebraucht wurde, daß jetzt das Gegenbild, unser Evangeliumszeitalter, die Zeit der Zubereitung der verschiedenen lebendigen Steine ist. Diese dann fertigen Steine wurden vom Herrn für ihren Platz im Bauwerk gekennzeichnet und sind in Jesu entschlafen bis zur Zeit der ersten Auferstehung, der Zeit des Tempelbaus. Wie in der Vergangenheit ist der Vorgang des Zurechthauens und Polierens, der Prüfungsprozeß, weiter im Gange, und zu gegebener Zeit wird jedes Glied mit seinen Mitbrüdern in den großen Tempel des Herrn eingesetzt. Das Bild des Herbeitragens der Bundeslade scheint eine weitere Illustration der gleichen Lehre zu sein, wie nämlich die Leibesglieder Christi aus dem Stiftshütten- oder irdischen Zustand in den Tempel- oder himmlischen Zustand versetzt werden. Bald wird die Bundeslade an Ort und Stelle sein, und die Priester und Leviten und das Volk werden alle lernen, das Lied von der unermeßlich großen Liebe und von Seiner alles umfassenden Gnade zu singen. Es wird ein Lied über das volle Maß der Gnade sein, die überall Hilfestellung, Wohltat und Gewinn gebracht hat; dann wird jedes Ohr hören, jedes Auge sehen und jedes Herz Dank und Anerkennung zollen, und das Bewußtsein der Gnade Gottes durch Jesus Christus wird umfassend sein. Wir wollen, wie die Tage vergehen, an unser Verhältnis zu diesem Tempel denken:

  1. Wir befinden uns nach wie vor im Prozeß der Zubereitung als lebendige Steine.
  2. Als Glieder des königlichen Priestertums, die die Bundeslade tragen, befinden wir uns auf dem Weg vom Stiftshütten-Zustand zum Tempel-Zustand.
  3. Als Volk des Herrn ist die Zeit gekommen uns bewußt aufzumachen, mit Erkenntnis und dem Geist von oben das neue Lied von Gottes Gnade, Gerechtigkeit, Liebe und Wahrheit zu singen.

Wir wollen in allen Punkten treu sein und unser Teil erfüllen, und früher als wir vielleicht glauben wird unser Lauf zu Ende sein, und die Herrlichkeit des Herrn wird den Tempel erfüllen. Danach wir das Volk völlig in den Refrain einstimmen, denn Seine Gnade ist ewig.

Zu diesen Ausführungen paßt unser Leittext. Wer die Einladung hört, ein Glied des Hauses Gottes, des Hauses der Söhne, des gegenbildlichen Tempels zu werden, wer diese Einladung in ein gutes und aufrichtiges Herz aufnimmt, wird wahrlich froh werden. „Gesegnet das Volk, das den Jubelschall kennt.” im gleichen Sinn hören wir die Worte des Propheten: „Fürwahr. Güte und Huld werden mir folgen alle Tage meines Lebens, und ich werde wohnen im Hause Jahwes auf immerdar.” – Psalm 23:6 Nicht in irdischen Häusern, nicht in irdischen Tempeln hoffen wir für immer zu wohnen. Wer sich zu den Leibesgliedern zählen darf, zu den lebendigen Steinen im geistigen Haus, dem jetzt im Bau befindlichen Tempel, wird wahrlich im Haus des Herrn für alle Zeit wohnen.

Das Schriftwort trifft auch auf die Welt im Millennium zu. Die ganze Menschheit wird dann eingeladen, sich dem Herrn zu nahen und Ihn anzubeten, sich dem geistigen Tempel, dem Christus, und durch diesen dem Vater zu nahen. Jeder, der diese Botschaft hört und sich nach ihr richtet, wird wahrhaft glücklich sein – so wie es das Evangelium bei Jesu Geburt anklingen ließ, daß schließlich Zeiten großer Freude allen Menschen bevorstehen.

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