Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Das befestigte Wort der Prophezeiung

„Und so besitzen wir das prophetische Wort (um so) fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht.” – 2. Petrus 1:19

Unsere Zeitschrift wird unter dem Titel „Der Tagesanbruch” herausgegeben. Es mag von Zeit zu Zeit eine Frage in den Gedanken der Leser entstehen, der die Bedeutung des Titels im Zusammenhang zu den Schriften und Gottes Plan der Errettung des Menschen betrifft. Dann gibt es noch den Untertitel – „Ein Verkünder der Gegenwart Christi”. Wir glauben, daß diese Benennung für unser Verständnis von Gottes Zeiten und Zeitpunkten wichtig und eng mit dem Titel „Der Tagesanbruch” verbunden ist.

Auf den folgenden Seiten wollen wir über diese Themen sprechen, die sowohl in dem Wort Gottes dargestellt werden als auch in den Schriften anderen prophetischer Zeugnisse enthalten sind, welche uns Verständnis über des Schöpfers großen Plan der Zeitalter geben, und wo wir in der Verwirklichung jenes Planes stehen. Wir vertrauen darauf, daß die Betrachtung jener Dinge unseren gemeinsamen Glauben an die Verheißungen des Wortes Gottes ermutigen und stärken wird, daß bald alle Geschlechter der Erde ein neuer und herrlicher Tag erwartet. In der Tat, selbst wenn die gegenwärtige Welt in Ratlosigkeit und Furcht schwankt, sehen wir die „Dämmerung” eines neuen Tages – eines Tages, der jenseits des Horizonts der gegenwärtigen Wolken und Drangsale liegt.

Freude am Morgen

Die lange Herrschaft der Sünde, des Leidens und Todes wird in der Bibel mit einer Nachtzeit verglichen – einer Zeit der Dunkelheit. Die Bibel versichert uns jedoch, daß diese lange Zeitperiode der Nacht nicht für immer sein wird, daß zu Gottes vorherbestimmter Zeit ein froher neuer Tag kommen wird, ein Tag der Freude und des Wohlbefindens für die Menschheit. Der Psalmist benutzt diese Worte der Beschreibung: „Denn einen Augenblick (stehen wir) in seinem Zorn, ein Leben lang in seiner Gunst; am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen ist Jubel da.” – Psalmen 30:6

Nicht nur ist das Seufzen und das Geschrei der Welt ein Teil der Erfahrungen der Nacht des Menschengeschlechts gewesen, aber durch all dieses Leid ist auch nur wenig wahre Erkenntnis des Schöpfers und Seines liebevollen Planes für die schließliche Befreiung der Menschheit von Sünde und Tod offenbar geworden. Dieser Mangel an Verständnis hat auch die „Finsternis” der gegenwärtigen menschlichen Erfahrung verbreitet. Die verschiedenen Konzepte Gottes, die von den meisten in der christlichen und nichtchristlichen Welt gehalten werden, haben darauf abgezielt Furcht in die Herzen des Volkes einzuflößen, und dies hat zur Zunahme der Unzufriedenheit ihres Daseins geführt.

Gottes „Zorn”, von dem der Psalmist spricht, geht aus dem Todesurteil hervor, das wegen der Übertretung des göttlichen Gesetzes über den Menschen kam. Dieser Zorn steht im Gegensatz zu Gottes Gunst, die zu Seiner bestimmten Zeit dem Volk Freude und Leben bringen wird. Die Schriften offenbaren, daß diese „Gunst” durch des Schöpfers Gabe Seines geliebten Sohnes, der der Erlöser und Erretter der Welt aus Sünde und Tod sein sollte, offenbart wurde, und daß die durch das Lösegeld vorgesehene Wiederherstellung des Menschen zum Leben durch das langverheißene Königreich des Messias eingeführt werden wird.

Eines der wunderschönen Symbole, das die Segnungen des Königreichs beschreibt, finden wir in Maleachi 3:20. Hier wird Jesus in der lebengebenden Macht und Autorität seines Königreichs als „die Sonne der Gerechtigkeit” beschrieben, welche aufgeht „mit Heilung in ihren Flügeln”. Es wird diese herrliche „Sonne der Gerechtigkeit” sein, welche diesen schädlichen Dunst der Finsternis und des Leidens vertreiben wird, die das Menschengeschlecht so lange geplagt haben. Dies wird an jenem neuen Tag der Segnungen geschehen, den David mit der Versicherung ewähnt: „am Morgen ist Jubel da!”

Das Zeugnis des Petrus

Unser Leittext aus 2. Petrus 1:19 befindet sich in einem sehr interessanten Rahmen. In Vers 11 dieses Kapitels spricht Petrus von den treuen Nachfolgern des Meisters als solchen, denen ein reichlicher Eingang „ein überschwenglicher Einlaß in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus” gewährt wird. Dies ist das Messianische Königreich der Verheißung, und Petrus erinnert uns daran, daß jene geweihten Gläubigen, die „treu bis in den Tod” sind, in der „ersten Auferstehung” in jenes Königreich eintreten werden, um mit Chrisus zu leben und zu herrschen. – Offenbarung 2:10 und 20:6

Dann sagt Petrus in Vers 16 bis 18: „Denn wir haben euch die Macht und Ankunft (griechisch: Gegenwart) unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten; sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind. Denn er empfing von Gott dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der erhabenen Herrlichkeit eine solche Stimme an ihn erging: „Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.” Und diese Stimme hörten wir vom Himmel her ergehen, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.”

Die Bezugnahme ist hier auf die Vision der Umgestaltung, über die Matthäus 17:1 – 9 berichtet. Jesus hatte nur kurz vor dieser wunderbaren Vision zu seinen Jüngern gesagt: „Wahrlich, ich sage euch: Es sind einige von denen, die hier stehen, die werden den Tod keineswegs schmecken, bis sie den Sohn des Menschen haben kommen sehen in seinem Reich.” – Matthäus 16:28 Diese Verheißung wurde schließlich mit der Vision erfüllt, die Petrus, Jakobus und Johannes sahen. Sie sahen Jesus nicht in seinem tatsächlichen Königreich, aber sie sahen ihn auf wunderbare Weise umgewandelt vor ihnen in der Herrlichkeit seines messianischen Amtes. Aufgrund dessen, was sie sahen, wurde Petrus später in seinem Brief dazu veranlaßt zu sagen: „Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht indem wir ausgeklügelten Fabeln folgten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind.”

Überzeugt

Es ist klar, daß das, was Petrus bei der Umgestaltung sah, ihn überzeugte, daß Jesus wahrhaftig der Messias war, und daß zur bestimmten Zeit die Herrlichkeit und Majestät seines Königreichs, welches sie nur in einem geistigen Bild gesehen hatten, zur Wirklichkeit werden würde. Eines der Elemente der Vision, das wahrscheinlich dazu beigetragen hatte, Petrus von dem zu überzeugen, war die Erscheinung von Moses und Elia – der griechische Name für Elias. Die Juden hatten früher Priester und Leviten zu Johannes dem Täufer gesand und ihn gefragt, wer er zu sein beanspruche. Er sagte: „Ich bin nicht der Christus. Und sie fragten ihn: Was denn? Bist du Elia? Und er sagt: Ich bin’s nicht. Bist du der Prophet? Und er antwortete: Nein.” – Johannes 1:19 – 21

Moses spricht zu uns von einer Verheißung, die Gott ihm gegenüber machte und „jenen Propheten” betraf. „Einen Propheten wie dich will ich ihnen aus der Mitte ihrer Brüder erstehen lassen. Ich will meine Worte in seinen Mund legen, und er wird zu ihnen alles reden, was ich ihm befehlen werde. Und es wird geschehen, der Mann, der nicht auf meine Worte hört, die er in meinem Namen reden wird, von dem werde ich Rechenschaft fordern.” – 5. Mose 18:18 und 19 Für den demütigen Juden, der die Verheißungen Gottes kannte, hatte diese Verheißung eine sehr wichtige Bedeutung. Zusätzlich zu dem Messias selbst schauten sie auch nach dem Kommen „jenes Propheten” aus, obgleich beide Titel sich auf die gleiche Person beziehen – Christus Jesus. Daher fragten sie Johannes den Täufer, ob er jener Große, von dem Moses sprach, sei oder nicht sei.

Den prophetischen Faden fortsetzend, finden wir auch eine Verheißung, die das Kommen eines „Elia” betrifft. In Maleachi 3:23 lesen wir: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu den Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage.” Aufgrund dieser Prophezeiung schauten die Juden auch nach dem Kommen von „Elia” aus, und so wurde auch Johannes der Täufer gefragt, bist du „Elia”?

Es ist so, daß in dem großen Bereich Messianischer Verheißungen und Prophezeiungen des Alten Testaments drei wichtige Personen stehen – der Messias, einer wie Mose als „jener Prophet”, und „Elia”. Kein sorgfältiger Student der Prophezeiungen könnte völlig sicher sein, daß Jesus wahrhaftig der Messias war, wenn nicht „jener Prophet” und „Elia” in irgendeiner Weise in seine Königreichspläne eingetreten wären. Daher sahen Petrus, Jakobus und Johannes, daß die zwei anderen Person an der Umgestaltungsszene des Königreichs in Hinzufügung zu dem Messias einen Anteil hatten, denn sie erschienen in der Vision mit Jesus. Tatsächlich wurde das ganze prophetische Zeugnis, welches des Schöpfers Königreichsplan betrifft, und in dessen Mittelpunkt Christus steht, in jener wunderbaren Vision vom Königreich ausgewiesen. Sie waren nicht „ausgeklügelten Fabeln” gefolgt.

Ein Gesetzgeber

Mose war Israels Gesetzgeber, und dieses Amt wird während des Zeitalters des Königreichs eines der Ämter des Messias sein. Dies wird in der Prophezeiung erklärt, die „einen Propheten wie Moses …” betrifft. Im Neuen Testament zitiert der Apostel Petrus die Prophezeiung und zeigt, daß ihre Erfüllung durch Christus in der Folge seiner zweiten Gegenwart kommen wird. Das Zitat in dem Vortrag des Petrus betrifft „die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat”. – Apostelgeschichte 3:20 und 21

Nachdem er diese beeindruckende Feststellung über Gottes Verheißungen der Wiederherstellung gemacht hatte, ist der erste Schrifttext, den Petrus zum Beweis zitiert, die Prophezeiung, die Moses hinsichtlich „jenes Propheten” gemacht hatte. Es ist interessant, die volle Tragweite jener wundervollen Prophezeiung zu beachten: „Einen Propheten wird euch, der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir.” – Apostelgeschichte 3:22 Diese Verheißung bezieht sich auf die Israeliten in den Tagen Mose, an die sie gerichtet wurde, und sie zeigt auch, daß der große „Prophet” der Verheißung aus einer späteren Generation erweckt werden würde, was sich in Jesus bewahrheitete.

Dies zeigt, wenn die Verheißung von einem zuküftigen „Propheten”, die in den Tagen Mose an die Israeliten erging, sich erfüllen sollte, so würde es für sie notwendig sein, von den Toten aufzuerstehen. Petrus wußte, daß das die „Wiederherstellung” betreffende prophetische Zeugnis ein Erwachen aus dem Tod einschloß, denn mit Sicherheit kannte er eine andere wundervolle Verheißung des Alten Testaments: „Und die Befreiten des HERRN werden zurückkehren … mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein. Sie werden Wonne und Freude erlangen, und Kummer und seufzen werden entfliehen.” – Jesaja 35:10

Dies ist nicht eine Versicherung universaler Errettung für die ganze Menschheit, nicht einmal für die Israeliten. Nachdem sie vom Todesschlaf auferwacht sind, wird es notwendig sein, jenem Propheten zu gehorchen, wenn dies nicht geschieht, werden sie „aus dem Volk ausgerottet werden”. – Apostelgeschichte 3:23 Dieser Punkt ist in der ursprünglichen Prophezeiung, die Mose aussprach, verdeckt, die den Ausdruck benutzt, „von dem werde ich Rechenschaft fordern”. – 5. Mose 18:19

Das Elia-Vorbild

Der Prophet Elia wurde dazu benutzt die Anbetung des wahren Gottes in Israel wiederherzustellen. Wir erinnern uns an die mutige Art und Weise, in der er die Priester des Baal auf dem Berg Karmel herausforderte. – 1. Könige 18:25 – 40 Dies stimmt mit der Prophezeiung überein, die den gegenbildlichen Elia betrifft, von dem vorhergesagt wurde, daß er das Herz der Väter zu den Kindern umkehren lassen würde und das Herz der Kinder zu den Vätern – er würde mit anderen Worten gesagt ein Reformwerk durchführen.

Johannes der Täufer führte in Israel durch seinen Dienst der Buße in einem kleinen Umfang ein Reformwerk aus. Während des Evangelium-Zeitalters haben die treuen Nachfolger des Meisters gleichfalls das Volk zur Buße aufgerufen, indem sie das Evangelium des Königreichs verkündigten. – Apostelgeschichte 17:30 Soweit es die große Mehrheit des Volkes betrifft, sind jedoch beide dieser Anstrengungen unwirksam gewesen. Das vollständige Werk der Reformation und der Umkehr des Volkes zur Anbetung des wahren Gottes bleibt, um während des Messianischen Königreichs durchgeführt zu werden. Während dort, in jenem Königreich, geeignete Sachwalter dieses Werk ausführen werden, wird dieses tatsächlich in Christus seinen Mittelpunkt haben, denn er ist jenes „wahrhaftige Licht”, das schließlich „in die Welt kommend jeden Menschen erleuchtet”. – Johannes 1:9

Die Wichtigkeit der Prophezeiung

Gottes Wort der Prophezeiung wurde mittels der Vision der Umgestaltung bestätigt, und wie Petrus zeigt, tut das Volk Gottes gut, darauf zu achten, nicht nur für eine kleine Weile, sondern „bis der Tag anbricht und der Morgenstern in ihren Herzen aufgeht”. Ohne Zweifel haben die treuen Nachfolger des Meisters während des ganzen Zeitalters diesen weisen Rat beachtet. Die Prophezeiungen hatten den großen Abfall vom Glauben offenbart, welcher kurz nach dem Tod der Apostel zu erscheinen begann. Sie sagten den Aufstieg und den Fall des großen antichristlichen Systems voraus, und viele Einzelheiten, die damit verbunden sein würden.

Die Prophezeiungen sprachen von den Zeichen, die des Meisters Zweite Gegenwart begleiten würden; und daß er der Haupternteherr der großen „Ernte” sein würde, welche am Ende des gegenwärtigen Evangelium-Zeitalters – mit dem Beginn seiner Gegenwart – in Erscheinung treten würden. Ein Teil des Werkes dieser Ernte würde die Hervorbringung seiner treuen Nachfolger vom Todesschlaf beinhalten, den die Bibel hier als die „Erste Auferstehung” beschreibt. Die Prophezeiungen sagten auch vorher, daß während seiner Gegenwart, der Vollendung der Ernte folgend, Christi langverheißenes Königreich auf der Erde errichtet werden würde, und jener, die in der „Ersten Auferstehung” mit ihm herrschen würden eintausend Jahre. – Offenbarung 14:14 – 16, 20:4 und 6

Auf diese wird in den Schriften als „Erben Gottes und Miterben mit Christus” hingewiesen. – Römer 8:17 Sie werden mit Christus an dem Werk „jenes Propheten” und an dem weltweiten Projekt teilhaben, die Erde mit der wahren Erkenntnis Gottes zu füllen und eine vereinte Anbetung des großen Schöpfers wiederherzustellen. – Zephanja 3:9 So wird die Finsternis, die das Menschengeschlecht seit Adams Fall eingehüllt hat, beseitigt werden – die Ablehnung des wahren Gottes und die Not und das Seufzen eines sterbenden Geschlechts.

Der Tag bricht an

Dies wird der herrliche neue Tag der Prophezeiungen sein – der Tag, auf den David hinwies, als er sagte, „am Morgen ist Jubel da”. – Psalm 30:6 Dieser Tag dämmert herauf wie ein natürlicher Tag. Petrus ermahnt uns, daß wir auf das sichere Wort der Prophezeiung achtgeben sollen, „bis der Tag anbricht und der Morgenstern in unseren Herzen aufgeht”. Hier wird auf die Zeitperiode, kurz bevor die Sonne aufgeht, hingewiesen. Es ist zu der Zeit, da der „Morgenstern” erscheint, den Jesus mit sich selbst identifizierte, indem er bezeugte: „Ich bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern.” – Offenbarung 22:16

In dem natürlichen Bereich wird der Morgenstern von den Astronomen des öfteren als der Planet Venus bezeichnet, der, wenn er am Morgenhimmel erscheint, der hellste Stern in der Stunde vor dem Sonnenaufgang ist. Er ist das letzte sternähnliche Objekt, das erscheint, bevor das Morgenlicht der Sonne die Nachtzeit beendet. So ist es, wenn der Morgenstern scheint, noch erkennbar dunkel, weil die Sonne noch nicht über den Horizont aufgestiegen ist.

Diese Einzelheiten des natürlichen Himmels stimmen mit den Besonderheiten des prophetischen Tages überein, der in unserem Leittext erwähnt wird. In diesem Fall erkennt die Welt im allgemeinen nicht einmal die Gegenwart Christi, den „Stern”, der die Annäherung eines neuen Tages vorankündigt. Sie „wachen” nicht, um das Erscheinen jenes Tages zu erkennen, sondern schlafen noch in der Dunkelheit der Nacht. Das eigene Volk des Herrn sieht ihn nicht buchstäblich, aber weil sie wachen und nicht schlafen wie die anderen, nehmen sie ihn mit den Augen des Glaubens wahr, die seine Gegenwart anzeigen. Petrus faßt dies wundervoll zusammen, wenn er sagt, daß der „Morgenstern” aufgeht in unseren Herzen.

Es sollte beachtet werden, daß unser Leittext die „Dämmerung” eines neuen Tages anzeigt und das Erscheinen des „Morgenstern” – beide erscheinen zur gleichen Zeit – kurz vor dem Sonnenaufgang. Das griechische Wort, das in diesem Vers mit „Tagesanbruch” übersetzt wird – bedeutet nach Professor Strong – „durchschimmern”. Thayers griechisches Lexikon beschreibt das Wort im weiteren „Tageslicht bricht durch die Dunkelheit der Nacht”. In astronomischen Begriffen wird die Dämmerung oder der Tagesanbruch ähnlich wie jene Zeit des frühen Morgens beschrieben, für die die Gegenwart des schwachen Sonnenlichts charakteristisch ist, während die Sonne selbst noch unterhalb des Horizonts steht. Während der Dämmerung ist es möglich annähernd zu erkennen, in welcher Richtung die Sonne aufgehen wird, obwohl sie noch nicht aufgegangen ist.

In diesem prophetischen „Tagesanbruch” unseres Leittextes bemerkt die Welt im allgemeinen nicht einmal die ersten grauen Streifen des Lichtes, denn es ist eine Zeit voller Drangsal. Für diese, die durch das sichere Wort der Prophezeiung nicht unterrichtet sind, scheint es so, als ob die Finsternis noch dichter geworden wäre als jemals zuvor. Dies bewahrheitet sich in der Tat in vieler Beziehung.

Wir sehen hierin eine weitere Erfüllung des sicheren Wortes der Prophezeiung, welche voraussagte, daß Satans Weltordnung in einer Zeit der Bedrängnis vernichtet werden muß „wie sie (noch) nie gewesen ist, seitdem (irgend)eine Nation bestand bis zu jener Zeit”. – Daniel 12:1 und Matthäus 24:21 und 22 Es ist so, wie es von dem Propheten Jesaja vorherverkündigt wurde, daß, während „der Morgen gekommen ist (doch) auch (noch) Nacht ist”. – Jesaja 21:12 Das Wort „Morgen” ist in diesem Leittext von einem hebräischen Wort übersetzt worden, welches nach Professor Strong die Bedeutung von „Tagesanbruch” hat. So haben wir die Bestätigung, daß die Zeit während der letzten Stunden der dunklen Nacht in den Schriften prophetisch als „Tagesanbruch” erscheint. Es ist unser Glaube, daß wir uns jetzt in der dunklen Zeit menschlicher Erfahrungen befinden. Wir besitzen jedoch durch das sichere Wort der Prophezeiung das Vorrecht den „Morgenstern” zu erkennen und sind versichert, daß die gegenwärtige Qual von Sorgen, die über die Menschheit gekommen ist, der Vorbote jenes herrlichen neuen Tages der Segnungen ist.

Die Schriften sind in ihrem Gebrauch dieser Symbole prägnant. Der „Morgenstern” und der „Tagesanbruch” sind als von Petrus benutzte Bilder im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Zeit menschlicher Erfahrung von höchster Beweisführung, während die Realität des vollen Durchbruchs des Tages durch den tatsächlichen Aufgang der Sonne bildlich dargestellt wird. In einem Schrifttext, den wir schon zuvor zitiert haben, wird uns gesagt, daß jene herrliche Zeit sein wird, wenn die „Sonne der Gerechtigkeit” aufgehen wird, „und Heilung ist unter ihren Flügeln”. – Maleachi 3:20 Daher ist es angebracht zu sagen, daß wir uns jetzt in der „Morgenstern” – und der „Tagesanbruch”-Periode der Gegenwart des Meisters befinden. Dieser „Stern” ist aufgegangen in unseren Herzen und ist uns sichtbar geworden, wie der „Tagesanbruch” und dem damit verbundenen Licht. All dies bedeutet, daß das Aufgehen der „Sonne” nahe ist, wenn die vollen herrlichen Strahlen der Heilung jene Zeitperiode der Freude in der menschlichen Erfahrung beginnen und wenn „alle Geschlechter der Erde” gesegnet werden. – Apostelgeschichte 3:25

Einige mögen es nicht für nötig halten, diese feinen Unterschiede zwischen den Begriffen „Morgenstern”, „Tagesanbruch” und dem Aufgehen der „Sonne” zu machen, und wie jeder Begriff auf die Zweite Gegenwart Christi hinweist. Wie wir jedoch bemerkt haben, sind es die Schriften selbst, die diese Unterscheidungen machen, und wie wunderbar ist es, daß sie dies tun! Das Wort Gottes verwebt das prophetische Zeugnis des Alten Testaments und des Neuen Testaments zu einem harmonischen Ganzen, wodurch wir durch die erleuchtende Kraft des Heiligen Geistes die vielen Abläufe unterscheiden können, die mit dem Gesamtgeschehen der unsichtbaren Gegenwart Christi in den Angelegenheiten der Erde in Verbindung stehen. Zusammengenommen vorbereiten diese verschiedenen Abläufe und ihre noch stetige Ordnung und Harmonie miteinander eine glaubensstärkende Versicherung, daß Gott durch das Werkzeug Seines herrlichen Sohnes alle Dinge, die Seinen Plan zur Errettung des Menschen betreffen, gut in Seiner Hand hält.

Segnungen des neuen Tages

Wie wir bemerkt haben, weist Petrus auf den Zweck des neuen Tages hin als den des Herbeiführens der Wiederherstellung „aller Dinge”, indem er erklärt, daß dieses große Wiederherstellungsprojekt vorhergesagt wurde von allen heiligen Propheten Gottes. Dieses Zeugnis der Propheten ist auch Teil des sicheren Wortes der Prophezeiung, auf das zu achten wir aufgefordert werden. So wie die gegenwärtige dunkle Zeit der Drangsal über die Menschheit kam, in Erfüllung von dem, was in Seinem Wort vorhergesagt worden war, so ist es in gleicher Weise sicher, daß die Segnungen des neuen Tages zu der eigenen von Gott bestimmter Zeit kommen.

Wie wird sich die Menschheit da freuen! Dort wird weltweiter und immerwährender Friede kommen. Blinde Augen werden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. „Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Stimme des Stummen.” – Jesaja 35:5 und 6 Der Tod wird vernichtet und die Tränen von allen Gesichtern abgewischt werden. – Micha 4:1 -4, Jesaja 25:8 und 9 Schließlich, wenn jener neue Tag fortschreitet, werden all die Toten auferweckt und ihnen eine günstige Gelegenheit gegeben werden, durch Gehorsam zur Vollkommenheit wiederhergestellt zu werden – zu der, die Adam verlor, als er das göttliche Gesetz übertrat. Diese „Zurückbringung” zur Vollkommenheit und zu ewigem Leben wird der Höhepunkt der Wiederherstellung sein, von der Petrus sprach.

Die wohltuenden Strahlen der „Sonne der Gerechtigkeit” werden über jeden Kontinent der Erde scheinen, und ihr Licht und ihre lebengebende Kraft wird von der ganzen leidenden Menschenwelt gefühlt werden. Der erleuchtende Einfluß jener „Sonne” wird die Erde mit einer Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes erfüllen. Dies bedeutet, daß alle „Lehren von Teufeln”, all die Traditionen und aller Aberglaube der Nachtzeit, alle menschlichen Glaubensbekenntnisse und Dogmen und all die Grundsätze von Menschen, durch die die Völker gelehrt wurden Gott zu fürchten, als ihn zu lieben, hinweggefegt werden sollen. Diese alle werden ersetzt werden durch die wahre Erkenntnis Gottes und Seiner gerechten Gesetze. – Jesaja 11:9

Mit einer Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes, die die Erde füllt, wird auch die Entrümpelung der Vielzahl von Festungen der Sünde, des Mangels und des Verbrechens geschehen. Wenn die herrliche „Sonne der Gerechtigkeit” aufgeht, werden ihre heilenden Strahlen in jeden Winkel der Erde leuchten und alle Spuren der satanischen Finsternis der herrlichen Erleuchtung des neuen Tages Raum geben. Dort wird es keinen Schlupfwinkel auf der Erde geben, wo das Licht der herrlichen „Sonne” nicht hingelangen wird. Wahrhaftig, Gottes prophetisches Wort offenbart dem Menschengeschlecht einen herrlichen neuen Tag. Laßt uns alle treue „Wächter” sein, indem wir durch Glauben den in unseren Herzen aufgegangenen „Morgenstern” erblicken, und das Dämmerlicht des neuen Tages jenseits dieser Endstunden der Nacht.

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