Zeitschrift Tagesanbruch

Gott ist bereit zu vergeben (Hosea 14)

„Du aber bist ein Gott der Vergebung, gnädig und barmherzig, langsam zum Zorn und groß an Güte.”

Nehemia 9:17

In dieser Studie geht es um eine Ermahnung des Propheten Hosea an Israel, das damals von Juda getrennt war. Sie ist aber ebenso anwendbar auf unser eigenes, sowie jedes andere Volk. Israel war durch Götzendienst verdorben. Durch Mischehen mit Königstöchtern heidnischer Völker war Götzendienerei von deren Religionen und den dort lustbetonten Anteilen, die für die Leute verlockend waren, eingeführt worden. Mit der Lustbetonung ging eine Abnahme der Moral einher, eine verbreitete Abstumpfung des Gewissens gegenüber Verunreinigung. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß Hoseas Ehefrau Ehebruch und Ausschweifungen beging, die schließlich ihren Mann und ihre falschen Nachkommen verließ. Später nahm sie der Prophet zurück in sein Haus, aber nicht als seine Ehefrau. Er hatte Erbarmen mit ihr und ihren Kindern.

Zweifellos spielten die eigenen Erfahrungen des Propheten ein große Rolle dabei, ihn aufmerken zu lassen auf den beklagenswerten Zustand seines Volkes und ihn diesen sehen zu lassen. Wenn der Geist des Herrn in der Prophetie über ihn kam, konnte er um so besser aus der eigenen Erfahrung Mitleid mit ihnen haben. Er war mitfühlend und voll gnädigem Erbarmen, und seine Aussagen wiesen auf das noch weit großere Erbarmen und das Mitgefühl Gottes hin.

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Erben und Miterben

„Der Geist selbst bezeugt [zusammen] mit unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.”

Römer 8:16 und 17

Eines der wichtigen Merkmale in dem Plan des Schöpfers zur Wiederherstellung des gefallenen Menschengeschlechts, zum Leben und zur Versöhnung mit Ihm selbst, besteht darin, daß eine begrenzte Zahl der Menschheit mit Jesus, dem Erlöser und Heiland, zu einer Partnerschaftsgrundlage eingeladen sind, um an seiner Herrlichkeit und dem großen Werk der Austeilung der Segnungen des Lebens für die ganze Menschheit teilzuhaben. In unserem Leittext wird auf solche als „Kinder Gottes” hingewiesen, die mit Christus ein besonderes himmlisches Erbteil erlangt haben. In Vers 22 lesen wir, „daß die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt bis jetzt”. Uns wird auch in dem gleichen Zusammenhang gesagt, daß die Schöpfung auf die Offenbarung der Söhne Gottes wartet. – Vers 19 Es wird durch die Offenbarung dieser Söhne Gottes geschehen, daß die verheißenen Segnungen des Lebens und der Lebensfreude die Übrigen der „seufzenden Schöpfung” erreichen werden.

Obgleich viele der Alttestamentlichen Verheißungen Gottes die zukünftige Befreiung des Menschengeschlechts von der Sünde und dem Tod betreffen, erwähnen sie nicht, daß der große Befreier und Messias andere haben würde, die mit ihm in diesem Werk verbunden sind, während andere Aussagen diese Tatsache offenbaren. Die Prophezeiung von Jesaja, Kapitel 53, ist eine von diesen Instanzen. In dieser Prophezeiung werden die Leiden und der Tod Jesu vorausgesagt mit der näheren Erklärung, daß seine Seele zu einem „Sündopfer” gemacht würde. – Vers 10 Dann wird die hohe Belohnung von Jesus durch Gott von dem Propheten beschrieben. Dieser sagt: „Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen”, und er sagt, daß Jesus erhöht würde an Seiner Größe teilzuhaben – Vers 12

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Wie die Neue Schöpfung das Gesetz erfüllt

In seinem Brief an die Römer geht Paulus in seiner Argumentation sehr weit zurück und stellt einen logischen Zusammenhang her zwischen der Sühnung der Sünden und der Stellung eines Christen. In den ersten beiden Kapiteln zeigt er, wie die Sünde in die Welt kam, und warum manche Menschen größere Fehler hatten als andere. Aber wenn manche degenerierter als andere sind, beweist dies nicht, daß der Mensch vom Affen abstammt, sondern daß Teile des Menschengeschlechts auf ihrem üblen Weg schneller als andere abwärts gingen. Dann fährt der Apostel fort: „Wenn du aber ein Jude genannt wirst, … der du dich des Gesetzes rühmst?” – Römer 2:17 und 23 – und erinnert daran, daß Gott den Juden Sein Gesetz gegeben hat und nicht denen aus den Nationen, so daß nur ein Jude Seinen Segen oder Seinen Fluch erhalten wird. Aber der Jude dachte, daß das Gesetz etwas war, durch das er gerechtfertigt werden konnte. So strauchelte er. Der Apostel wollte dem Juden erklären, daß durch gesetzmäßiges Tun kein Fleisch in Gottes Augen gerechtgemacht werden konnte. Die Juden trachteten nach ewigem Leben. Durch den Gesetzesbund wurde ihnen dieses ewige Leben angeboten, wenn sie dem Gesetz gehorchen würden. Doch sie stellten fest, daß sie nicht imstande waren, dem göttlichen Gesetz nachzukommen, und daß der Gesetzesbund ihnen daher nichts nützte, denn er brachte ihnen Tod anstatt Leben. Kein unvollkommener Mensch kann Gottes Gesetz einhalten.

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Erkenntnis ist notwenig, um an Gnade zuzunehmen

„… da ihr nun den alten Menschen mit seinen Handlungen ausgezogen und den neuen angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat.”

Kolosser 3:10

Der in unserem Leittext verwendete Ausdruck „ausgezogen” legt den Gedanken von ‚auslöschen, betäuben, abgeben’ nahe. Zur Veranschaulichung nehmen wir das Parlament eines Staates her. Wenn die Regierungspartei durch eine Wahl die Mehrheit verliert, dann verstehen wir darunter nicht, daß sie die Volksvertretung verlassen muß, sondern daß die führende Partei durch eine andere Partei abgelöst wird. Diese Art Wechsel wird in verschiedener Hinsicht eine grundlegend neue politische Richtung bedeuten.

In ähnlicher Weise gibt es bei den Leibesgliedern Christi eine Veränderung, wenn jemand eine Schöpfung in Christo wird. Für viele Dinge findet eine grundlegende Veränderung statt. Der neue Wille bestimmt, was wir essen, was wir anziehen; er muß nun die Führung über alles übernehmen, nachdem wir Neue Schöpfungen geworden sind und vom Heiligen Geist gezeugt wurden, denn wir haben uns für ein neues Haupt entschieden. Der Wechsel der Lebensführung ist etwas, was unmittelbar eintritt. Es gab eine Zeit, da wir auf der anderen Seite des Lebens waren. Dann haben wir uns entschieden, auf die Seite des Herrn zu kommen und nahmen ihn als unser Haupt an. In dem Moment, in dem wir den Wechsel vollzogen, wurde der Wille des Fleisches ausgeschaltet, und der neue Wille in Kraft gesetzt. Da wurden wir eine Neue Schöpfung, doch wir waren in unserem Charakter unentwickelt.

Wenn nun eine neue Partei im Parlament die Macht übernimmt, kann sie nicht alle Angelegenheiten auf einmal regeln, sondern sie bewirkt die gewünschten Veränderungen nach und nach; und genauso ist es mit dem neuen Sinn. Schrittweise bewältigt er einen Wechsel nach dem andern, und so schreitet der Erneuerungsprozeß der Veränderungen voran. Die neue Einstellung gewinnt mehr Einfluß und bringt die Gedanken, Worte und Taten unter die Überwaltung und Führung durch den Herrn. So wie wir Gott besser kennenlernen, erkennen wir auch Seinen Willen besser. Immer deutlicher sehen wir die Dinge vom göttlichen Standpunkt aus und richten jedes Wort und jede Tat im Leben danach aus.

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