Zeitschrift Tagesanbruch

Die Zusage des Heiligen Geistes – Johannes 16:4 – 15

„… und ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Sachwalter geben, daß er bei euch sei in Ewigkeit.”

Leittext

In der Nacht des Verrats, auf dem Weg nach Gethsemane, belehrte der Herr seine Jünger über diese Besonderheit, daß man sie nämlich mißverstehen, verfolgen und verleumden würde, weil sie zu ihm und zu den Brüdern hielten: „Dieses aber habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Stunde gekommen ist, ihr daran gedenket, daß ich es euch gesagt habe.” – Johannes 16:4 Er hatte ihnen nicht alles, was auf sie zukommen würde, gesagt, was er in den Worten „noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen” anklingen ließ. Dies trifft sicher auf alle zu, die wann auch immer Nachfolger des Herrn werden. Sie sehen ausreichend hell für jeweils einen Schritt, doch die zukünftigen Prüfungen und Schwierigkeiten werden gnädig vor ihnen verborgen, so daß sie davon nicht erdrückt werden. „Jeder Tag hat an seinem Übel genug.” Dies bedeutete für die Jünger keine Enttäuschung, nicht die Verlockung, etwas zu tun, was gegen ihren Willen war. Ganz am Anfang versichert uns der Herr, daß wir nur dann seine Jünger sein können, wenn wir unser Kreuz auf uns nehmen und ihm folgen. Wenn wir diesen Schritt ehrlich und ernsthaft tun, werden wir im Zusammenhang damit eine ganze Menge Probleme auf uns zukommen sehen, ohne Genaueres über die Widrigkeiten zu wissen. Wenn uns wiederum unsere zukünftigen Erprobungen bekannt wären, könnten diese uns über Gebühr belasten, da wir zunächst die Bedeutung der Worte des Herrn: „meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht” nur ansatzweise verstehen, wie auch seine Zusicherung, daß er nicht zulassen wird, daß wir über unsere Kraft versucht werden, sondern daß er in jeder Versuchung für einen Ausweg sorgen wird. – 2. Korinther 12:9 und 1. Korinther 10:13 Daher findet das Volk des Herrn, das immer einen Schritt nach dem anderen macht, dieses Versprechen völlig in Ordnung; sie wissen, daß sie gestützt werden, daß sie nicht mehr auszuhalten haben, als sie tragen können, und daß sie ihre Prüfungen, obwohl diese durchaus schwerer sind als am Anfang ihres Weges, doch bestehen können, weil sie in Gnade und Erkenntnis wachsen.

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„Was ich aber habe, das gebe ich Dir” – Apostelgeschichte 3:1-10

Meine Stärke und mein Gesang ist Jah, denn er ist mir zur Rettung geworden.

2. Mose 15:2

Wahrscheinlich hat sich die hier zugrundeliegende Begebenheit nicht lange nach Pfingsten ereignet. Dem Text in der Apostelgeschichte nach haben Petrus und Johannes den Tempel zur Gebetszeit um drei Uhr nachmittags aufgesucht. Die beiden waren nunmehr seit einigen Jahren mit dem Herrn zusammen und kannten einander gut. Beide waren vorher Jünger von Johannes dem Täufer, und davor waren sie beide Fischer. Unter den Zwölfen waren sie besonders bevorzugt: Sie waren mit dem Herrn auf dem Berg der Verklärung, im Garten Gethsemane gehörten sie zum engsten Kreis, usw. Wenngleich Petrus vermutlich der älteste der Jünger war und Johannes wohl der jüngste, und auch wenn ihre Veranlagungen in vieler Hinsicht recht verschieden waren, bestand offenbar ein starker Zug von Übereinstimmung zwischen ihnen. Sie liebten beide den Herrn von ganzem Herzen und hatten beide ein feuriges Temperament. Daher war es nur natürlich, daß diese beiden häufig gemeinsam auftraten, weil sie sich gut verstanden. Genauso wie es für die Stärkeren unter den Brüdern gut ist, manchmal mit Schwächeren zusammenzusein und sie zu unterstützen, ist es auch gut, daß verwandte Seelen miteinander und mit dem Herrn den Kontakt pflegen, wie es hier geschah.

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Gesetzmäßig kämpfen

Niemand, der Kriegsdienste tut, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, auf daß er dem gefalle, der ihn angeworben hat. Wenn aber auch jemand kämpft, so wird er nicht gekrönt, er habe denn gesetz-mäßig gekämpft.

2. Timotheus 2:4 und 5

Wisset ihr nicht, daß die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber einer den Preis empfängt? Laufet also, auf daß ihr ihn erlanget. Jeder aber, der kämpft, ist enthaltsam in allem; jene freilich, auf daß sie eine vergängliche Krone empfangen, wir aber eine unvergängliche. Ich laufe daher also, nicht wie aufs Ungewisse; ich kämpfe also, nicht wie einer, der die Luft schlägt, sondern ich zerschlage meinen Leib und führe ihn in Knechtschaft, auf daß ich nicht, nachdem ich andern gepredigt, selbst verwerflich werde.

1. Korinther 9:24-27

Diese ernsten Ermahnungen des treuen Apostels an die Leute aus den Nationen wurden durch seinen hervorragenden Lebenswandel völlig glaubhaft vor Augen geführt. Er stellte sich jeder Gefahr, wich nicht zurück vor Mühe oder Vorwurf oder Entbehrung, und er erduldete mutig und mit Freuden Härte und ertrug den Verlust aller zeitlichen Güter, um Christus zu gewinnen und sein Wohlgefallen zu bekommen. Wenn wir auf solch einen Wandel schauen und die für seinen Lauf nötige Standhaftigkeit und Charakterstärke betrachten, schließen wir richtig daraus, daß wir, nur wenn wir im gleicher Weise mit der Hilfe der göttlichen Gnade ausgerüstet werden, bis zum Ende ausharren können.

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Verwaltung der Pfunde und Talente

Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem treu, und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht.

Lukas 16:10 und 19:11-27 (vergleiche auch Matthäus 25:14-30 und 1. Korinther 4:1-7)

Das Gleichnis von den Pfunden und das Gleichnis von den Talenten illustrieren von verschiedenen Standpunkten die Verantwortung, die das Volk Gottes bei der Verwaltung derselben hat. Paulus sagt: „Dafür halte man uns: für Diener Gottes und Verwalter der Geheimnisse Gottes.” Dieser Verwaltungsauftrag und Dienst, der in einem besonderen Sinn den Aposteln zuteil wurde, schließt auch die ganze Evangeliumskirche mit ein, alle, die die Salbung und den Auftrag dazu haben und folglich Verantwortung für dieses heilige Vertrauen haben. – Jesaja 61:1 und 2 Und als Verwalter Gottes besitzen wir nichts, was uns selbst zu eigen ist, nichts mit dem wir handeln können, wie wir möchten, denn der Apostel sagt: „Was aber hast du, das du nicht empfangen hast?” Nichts! Und was können wir unser eigen nennen, das nicht in unserem Weihebund mit Gott enthalten ist? Nichts! Folglich gehört alles, was wir haben, Gott, und wir sind nur Verwalter Seiner Güter.

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