Zeitschrift Tagesanbruch

Nachfolger

„Jesus sprach nun zu den Juden, welche ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Worte bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.”

Johannes 8:31 und 32

Die Verkündigung unseres Herrn rief immer zwei entgegengesetzte Wirkungen bei den sehr gemischten Menschenmengen hervor, die ihm zuhörten. Die eine Gruppe fühlte sich angezogen, die andere abgeschreckt. Wer voll Stolz und Eigendünkel war und die Finsternis dem Licht vorzog, weil seine Taten böse waren, und weil er feststellte, daß er, sollte er das Licht der Wahrheit zulassen, auch den Charakter an diese Gegebenheit anpassen muß. Wer so dachte, fühlte sich durch Christi Lehren abgeschreckt. Wenn der Herr seinen Dienst mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln tun würde und abhängig wäre von gutwilliger Unterstützung und von Spenden der Leute, wäre diese Unterstützung oft sehr dürftig oder zumindest sehr wechselnd und unzuverlässig. Bei etlichen Gelegenheiten hörten die Menschen sein Zeugnis, wandten sich später ab und folgten ihm nicht weiter, als er unablässig und nachdrücklich auf die Lehren der göttlichen Wahrheit hinwies. – Lukas 4:14, 15, 22, 28 und 29 Zuweilen hingen die vielen Menschen an seinen Lippen – wieder und wieder ließen sie ihn im Stich, und nur eine Handvoll hielt zu ihm. – Johannes 6:60 und 66 – 69

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„Warum verfolgst du mich” (Apostelgeschichte 9:1-20)

„Das Wort ist gewiß und aller Annahme wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder zu erretten, von welchen ich der erste bin.”

1. Timotheus 1:15

Saulus’ grundlegende Wandlung vom Feind Christi und seiner Kirche zu einem Freund und eifrigen Diener wird allgemein ‚Bekehrung’ genannt. Wir sind jedoch der Meinung, daß der Begriff ‚Bekehrung’ in diesem Fall kaum angemessen ist. Saulus von Tarsus war weder ein schlechter Mensch und, wie es viele waren, ein scheinheiliger Pharisäer, geldliebend und ichbezogen, sondern er war ein wahrer Israelit, dessen Zweck und Ziel der Dienst für Gott war, und der durch die frühe Kirche durch seine Ergebenheit Gott gegenüber motiviert war. Wir glauben, daß die letztgenannte Beschreibung in seinem Fall zutrifft. Sie stimmt mit seinem eigenen Zeugnis überein: „Ich dachte wahrlich, Gott einen Dienst zu tun.” Wenn nun Saulus nicht nur ein Glied des begnadeten Volkes Israel war, sondern auch darin treu und loyal, dem Herrn völlig ergeben, und ihm nach bestem Wissen und Vermögen diente, aber nur damals verblendet durch Vorurteil und falsche Auffassungen, können wir ihn betreffend nicht weiterhin von einer Bekehrung sprechen, wie es auch bei den anderen Aposteln nicht der Fall ist. Der Herr hat die ersten zwölf Apostel ausgesucht, weil sie wahre Israeliten waren, und er ließ ihnen die nötige Unterweisung zukommen zu seinem Dienst. Und das tat der Herr auch mit Saulus, eben auf spektakulärere Art. Das Wort ‚bekehren’ bedeutet, die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Doch Paulus hatte bereits die richtige Richtung eingeschlagen, nämlich den Dienst für Gott von ganzem Herzen, wenn sich auch seine Leistung auf das Falsche – in der richtigen Richtung erstreckte. Der Herr hat lediglich seine Augen zum Verstehen geöffnet und ihm korrigierend gezeigt, wohin sich seine Bemühungen richten sollten. Saulus bedurfte keiner Bekehrung, er mußte nur auf den richtigen Weg gelenkt werden. Und er stellte dies nun unter Beweis durch genausoviel Treue und Energie im Dienst des Herrn, wie er diese Qualitäten davor falsch eingesetzt hatte.

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Ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.”

2. Timotheus 1:7

Die Bibel erwähnt viele Dinge, die Gott uns gegeben hat. Ungewöhnlich unter diesen ist die Gabe Seines geliebten Sohnes, der Erlöser und Retter der Welt zu sein. – Johannes 3:16 Auf Jesus weist der Apostel als Gottes „unaussprechliche Gabe” hin. – 2. Korinther 9:15 Dann gibt es den Heiligen Geist als Gabe Gottes. Jesus sagte, „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel [gibt], [den] Heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten.” – Lukas 11:13

In unserem Leittext erwähnt Paulus den „Geist” im Sinne oder der Bedeutung von „Kraft, Liebe und Besonnenheit”. Diese Eigenschaften sind mit Gottes Gabe des Heiligen Geistes eng verbunden, wobei Kraft, Liebe und Besonnenheit die Folgen der Auswirkung Seines Geistes im Leben eines Christen sind. Sie sind auch Beweise dafür, daß der Heilige Geist in ihren Herzen wirkt. Paulus stellt diesen den gegensätzlichen „Geist der Furcht” gegenüber, der, wie er betont, uns nicht vom Himmlischen Vater gegeben wird.

Sollte Furcht im christlichen Leben Einlaß finden, so hat sie eine sehr vernichtende Auswirkung. Satan ist der große Verursacher von Furcht. Der Apostel Petrus schrieb: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.” – 1. Petrus 5:8 Das Brüllen eines Löwen geschieht, um das Tier, das er jagt, in Furcht zu versetzen. Es wird gesagt, daß diese Furcht das Tier praktisch lähmt, so daß es ihm weder zu entfliehen noch Widerstand zu leisten möglich ist.

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Elias feuriger Wagen (2. Könige 2:1-12)

„Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.”

Psalm 16:11

Seitdem Bibelforscher erkannt haben, daß Elias Leben eine Prophetie war, und daß er die ganze Kirche in ihren irdischen Erfahrungen vorschattet oder abbildet, ist seine Geschichte um so interessanter und um so logischer. Er war ein treuer Diener Gottes, doch seine größte Prophetie, die seines Lebens, wurde nicht verstanden, auch nicht durch die darauf bezogene Aussage des Herrn: „Siehe, ich sende euch Elia, den Propheten, ehe der Tag Jahwes kommt, der große und furchtbare.” – Maleachi 4:5 Dieser gegenbildliche Elia, beginnend mit Jesus im Fleische, ist da und verkündet seine Botschaft schon viele Jahrhunderte. Wir meinen, daß sich die im Leittext berichtete Wegnahme von Elia im feurigen Wagen auf die Kirche im Fleische bezieht und in unserer Zeit in Erfüllung geht. Alsbald werden sie nicht mehr im Fleische sein, denn der Herr wird sie wegnehmen, wird sie bei sich verherrlichen. Wie der Apostel erklärt, werden sie dem Herrn ‚in der Luft’ begegnen, in der Sphäre der geistigen Überwachung der Erde, in königlicher Macht und großer Herrlichkeit. – 1. Thessalonicher 4:17

Elisa hatte das Vorrecht Elias Nachfolger zu sein, und er wurde wahrscheinlich durch sein tätiges Bestreben und durch Eifer in seinem Bemühen angeleitet Elia zu begleiten und ihm zu dienen. Als Elia im feurigen Wagen weggenommen wurde, wurde durch seinen Mantel, der bei Elisa zurückblieb, manifestiert, daß er nun Elias Nachfolger war und besonderen Segen durch Elias Geist bekam. Während wir mit Gewißheit davon ausgehen, das Elia die Kirche des Herrn im Fleische vorschattet, können wir nun nicht so klar sagen, daß Elisa auch ein Vorbild ist und eine zweite Gruppe von Gottes Volk darstellt, von der in der Schrift gelegentlich von der Klasse der ‚törichten Jungfrauen’ die Rede ist, zuweilen auch von den Dienerinnen der Brautklasse, von ihrem Gefolge, manchmal als Große Schar bezeichnet, deren Anzahl niemand kennt. Sie werden durch große Drangsal gehen und einen Platz vor dem Thron bekommen, nachdem sie es nicht schaffen, mit der Eliaklasse als Miterben Christi auf dem Thron zu sitzen. – Matthäus 25:1 -13, Psalm 45:14 und 154 sowie Offenbarung 7:9 – 17

Auch die Söhne der Propheten können Vorbilder sein. Wenn das zutrifft, können sie eine dritte Personengruppe darstellen, nämlich, Leute, die Elia und Elisa kannten, aber nicht mit ihnen umgingen. Daß die Söhne der Propheten mit Elisa über den Weggang von Elia sprachen, bedeutet nicht unbedingt, daß sie an die Sache glaubten. Sie wußten, daß Elia erwartete wegzugehen, doch ihre Zweifel darüber werden durch die Tatsache ausgedrückt, daß sie danach die Gegend absuchten, ob Elia nicht etwa irgendwo gestürzt, vom Wirbelwind zu Boden geschleudert worden wäre. Ihre Suche und dann ihr Überzeugtsein stehen dafür, daß es Gruppen von Christen geben mag, die daran zweifeln, daß die Kirche tatsächlich in ihre Herrlichkeit eingegangen ist, die aber dann später völlig davon überzeugt sind. Möglicherweise stellen die drei Tage der Suche symbolische drei Jahre dar.

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