Zeitschrift Tagesanbruch

Gottes Mitgefühl mit Seinem Volk

„So spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum, und bei dem, der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen.”

Jesaja 57:15

Jahwe ist der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt. Ehe die Berge hervorgebracht wurden und die Hügel, ehe der Erstgeborene geschaffen wurde, ist Er Gott. Er sagte zu Moses in dem brennenden Dornbusch: „Ich bin, der ich bin.” – 2. Mose 3:14 Unser Gott ist sehr groß, sehr weise, sehr hoch. Nichtsdestoweniger zeigt uns auch die Schrift, daß Er sehr mitfühlend ist. Er ist der Gott der Barmherzigkeit und der Liebe.

Die Stelle, der unser Leittext entnommen ist, sagt uns, daß, wenn Gott die Menschheit nur richten wollte, sie als Resultat dessen gänzlich ausgelöscht würde. Aber Er berücksichtigt alle Tage, daß wir Staub sind, und Er erbarmt sich unser. In dieser Hinsicht unterscheidet Er sich von den Göttern der Heiden, die herrschsüchtig sind, und die anscheinend nach Rache dürsten denen gegenüber, die in ihrer Gewalt sind.

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Der Haß der Welt

„Wundert euch nicht, Brüder, wenn die Welt euch haßt!” „ihr wißt, daß sie mich vor euch gehaßt hat.”

1. Johannes 3:13 & Johannes 15:18

Der große Lehrer scheint hier zu zeigen, daß der Haß, der uns treffen würde, der Art nach derselbe sein würde, wie auch er ihn ertragen mußte. Wenn wir seine Erfahrungen betrachten, so sehen wir, daß er hauptsächlich von den einflußreichsten und hervorragendsten Menschen des Volkes gehaßt wurde. Die Schriftgelehrten haßten ihn besonders, aber auch die Pharisäer, die vornehmsten Priester und die Sadduzäer haßten ihn. Mit der Zeit wurde auch das gewöhnliche Volk davon in Mitleidenschaft gezogen. Die niederen Klassen werden stets von den höheren geleitet; die geringeren Pharisäer von den höheren Pharisäern; die geringeren Sadduzäer von den höheren Sadduzäern usw. Vielleicht war das gewöhnliche Volk nicht dazu imstande, einen vernünftigen Grund anzugeben, warum sie den Herrn haßten. Sie nahmen die Darstellungen ihrer Führer hin und nahmen an, er sei ein Betrüger und Schwindler, und als solchen haßten sie ihn. In dem Maße, in dem sie ihre Führer hochhielten, waren sie geneigt, zu verachten, wen immer diese verachteten.

So ist es heute. Wir können sehen, daß hinter dem Haß, der sich gegen das Volk Gottes offenbart, gewisse Motive liegen. Keine hervorragende Person wird sich offen als böse aufspielen. Darum ist es auch wohl allgemein der Fall, daß man sich rechtfertigt (in politischer und religiöser Hinsicht) und edle Absichten vorschiebt und vorgibt, Unterstützer oder Erfinder höherer Maßstäbe zu sein. Die Heuchelei ist aber wohl zu sehen, denn die Lügen und die Methoden derjenigen, die des Herrn Volk ohne eine Ursache hassen, machen sie offenbar. Tritt nun die Wahrheit an einen von jenen heran, die mit ihrer weltlichen Religion Irrtum und Stolz vermengen, so werden sie von ihr zurechtgewiesen. Als die Apostel von einem Ort zum anderen gingen, wurde von ihnen gesagt: „Diese Menschen, die den ganzen Erdkreis aufgewiegelt haben, sind jetzt auch hierher gekommen.” – Apostelgeschichte 17:6

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Wir sollten unsere Kleider rein halten

„Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buche des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und Seinen Engeln.”

Offenbarung 3:5

Obwohl es Verfolgungen einzelner gegeben hatte, wie in der Apostelgeschichte berichtet wird, so war doch die erste Kirche im Anfang nicht den schwersten Prüfungen ausgesetzt. Als aber die Wahrheit anfing sich auszubreiten, und die Feindschaft nicht nur der Juden, sondern auch der Griechen auf sich zog, fanden Kaiser und Statthalter die Gunst der Massen, wenn sie die Nachfolger Jesu verfolgten. Und soviel wir wissen, wird es in nicht ferner Zukunft wieder genauso sein. Lange Zeit ist die reine Wahrheit den Menschen verborgen geblieben, und Weltlichkeit mit einer Form der Gottseligkeit hatte in einflußreichen Kreisen die Oberhand. Wenn aber die drangsalvollen Zeiten, welche die Schrift für das Ende dieses Zeitalters voraussagt, näher kommen, dann sollten die, welche für das Wort des Zeugnisses des Herrn fest stehen, ohne Zweifel erwarten, unter allerlei Vorwänden zum Sündenbock gemacht zu werden.

Wir werden uns nicht wundern, wenn sich in den kommenden Jahren ein beträchtliches Maß von Verfolgung gegen alle „Kinder des Lichts” entwickelt, welche diesem Licht entsprechend wandeln. Johannes, der geliebte Jünger, stellte in gewissem Grade ein Vorbild der letzten lebenden Glieder der „Kleinen Herde” dar; das war zweifellos die Bedeutung des Ausspruches unseres Herrn: „Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?” – Johannes 21:22 – 23 Johannes blieb nicht, aber eine Klasse, welche er in gewissem Maße vorschattete, ist geblieben – eine Klasse, welche mit den Augen ihres Verstandes die Visionen und Offenbarungen sieht, welche Johannes in Symbolen, in einer Entzückung, sah.

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Wie Petrus für die Verleugnung seines Herrn bestraft wurde

„Simon, Sohn Jonas’, liebst du mich mehr als diese?”

Johannes 21:15 – 17

Der Zusammenhang zeigt, daß diese Worte von dem Erlöser nach seiner Auferstehung zu Petrus geredet wurden, bei der dritten Offenbarung gegenüber seinen Jüngern. Dies geschah vermutlich drei oder vier Wochen nach des Meisters Auferstehung von den Toten. Seine Erscheinung für die Frauen am Morgen seiner Auferstehung und seine spätere Erscheinung für die beiden, welche nach Emmaus gingen, sind offenbar nicht mitgerechnet, sondern die Erscheinung an demselben Abend in dem Obergemach, als alle Jünger versammelt waren, außer Thomas und Judas, wird als erste gerechnet. Und die Erscheinung eine Woche später, als Thomas anwesend war, wird als zweite gerechnet.

Das Zögern zu dieser dritten Offenbarung geschah offenbar zu dem Zweck, den Glauben der Apostel zu prüfen und sie über ihr künftiges Leben zu einer Entscheidung zu bringen, die Jesus zu korrigieren wünschte. Soweit wir den Bericht verstehen können, vergingen mindestens zwei Sonntage ohne eine weitere Erscheinung Jesu für seine Jünger, und dann, die Hoffnung aufgebend, waren sie entschlossen, zu dem Fischergewerbe zurückzukehren, was sie auch taten. Die Rückkehr nach Galiläa und die Wiedereröffnung des Geschäfts nahm vermutlich auch eine Woche in Anspruch.

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