Dies erwäget

Nachfolger

„Jesus sprach nun zu den Juden, welche ihm geglaubt hatten: Wenn ihr in meinem Worte bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.”

Johannes 8:31 und 32

Die Verkündigung unseres Herrn rief immer zwei entgegengesetzte Wirkungen bei den sehr gemischten Menschenmengen hervor, die ihm zuhörten. Die eine Gruppe fühlte sich angezogen, die andere abgeschreckt. Wer voll Stolz und Eigendünkel war und die Finsternis dem Licht vorzog, weil seine Taten böse waren, und weil er feststellte, daß er, sollte er das Licht der Wahrheit zulassen, auch den Charakter an diese Gegebenheit anpassen muß. Wer so dachte, fühlte sich durch Christi Lehren abgeschreckt. Wenn der Herr seinen Dienst mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln tun würde und abhängig wäre von gutwilliger Unterstützung und von Spenden der Leute, wäre diese Unterstützung oft sehr dürftig oder zumindest sehr wechselnd und unzuverlässig. Bei etlichen Gelegenheiten hörten die Menschen sein Zeugnis, wandten sich später ab und folgten ihm nicht weiter, als er unablässig und nachdrücklich auf die Lehren der göttlichen Wahrheit hinwies. – Lukas 4:14, 15, 22, 28 und 29 Zuweilen hingen die vielen Menschen an seinen Lippen – wieder und wieder ließen sie ihn im Stich, und nur eine Handvoll hielt zu ihm. – Johannes 6:60 und 66 – 69

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Scheinheiligkeit ist ein Feind gegenüber der Gottseligkeit

„Habt acht auf eure Gerechtigkeit, daß ihr sie nicht vor den Menschen übt, um gesehen zu werden.”

Matthäus 6:1

Vielleicht wurde von dem großen Lehrer keine andere Sünde so rundweg und völlig angeprangert wie die Sünde der Scheinheiligkeit. Ihre Gemeinheit wird selbst von solchen, die sie praktizieren, bemerkt und anerkannt. Sie ist Falschheit und Täuschung, das genaue Gegenteil von Rechtschaffenheit und Wahrheit. Egal in welcher Form der Heuchler erscheinen mag, in Zeremonien und Verkleidungen, kann er Gott nicht täuschen. Binnen kurzem kann er sicher sein, daß seine Mißachtung auch gegenüber seinen Mitmenschen offenbar wird. So sicher wie einer unehrenhaft ist, der sich heuchlerisch verhält, ist er der Wahrheit unwürdig – und nicht von der Art, die der Herr jetzt „zieht” und „beruft” zur Gemeinschaft in dem Leib Christi, der auserwählten Kirche. Der Scheinheilige kann daher die Wahrheit nicht erkennen, nicht begreifen. Solche leben auf der Ebene der Unehrlichkeit und in jenem Sinn des Wortes der Ungerechtigkeit oder Unreinheit und der Wahrheit für unwürdig.

Dies bedeutet jedoch nicht, daß alle Heuchler des Zweiten Todes, der Vernichtung, würdig sind. Es bedeutet nur, daß sie nicht würdig sind, einen Platz mit jenen zu bekommen, die jetzt gerufen werden, Miterben mit Christus in seinem Millennium-Königreich zu sein. Gott sei Dank erwies sich alles, was von den dunklen Zeitaltern ausging und die ewige Qual als göttliche Vorsehung für alle betraf, die nicht von der Kleinen Herde waren, als falsch, als gotteslästerliche Falschdarstellung der Liebe und Gerechtigkeit Gottes. Das Millennium-Königreich ist für diesen Zweck des besonderen Handelns mit solchen vorgesehen, die heuchlerisch und anders verwerflich sind. Unter dessen Einschränkungen, Korrekturen, Belohnungen und Strafen können viele von ihnen „Gerechtigkeit lernen”, wie die Schriften uns versichern. – Jesaja 26:9 Es werden nur diejenigen, die sich endgültig nicht ändern wollen, im Zweiten Tod vernichtet werden.

Unser heutiges Studium veranschaulicht verschiedene Formen der Scheinheiligkeit und verurteilt sie alle.

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Das Herz ist wichtiger als der Verstand

„Behüte dein Herz, mehr als alles, was zu bewahren ist!”

Sprüche 4:23

Wir sehen ein, daß unser Verstand zu bewahren ist, und einige von uns mögen zu irgendeiner Zeit geneigt gewesen sein, zu sagen: „Behüte deinen Verstand – in Bezug auf die Lehren Christi – mehr als alles, was zu bewahren ist, und dein Herz wird in Ordnung sein, denn Gott wird es bewahren.” Dies ist jedoch eine Fehlinterpretation. Gott hat die Sache in der richtigen Reihenfolge festgelegt. Wir sind nicht zuständig und verantwortlich, unseren Verstand zu behüten. Wir sind zuständig und verantwortlich, unser Herz zu behüten. Wenn wir fleißig bemüht sind, zu wachen, unsere Herzen vor dem Bösen zu bewahren und in völliger Harmonie mit dem göttlichen Wort und Seinem Geist der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe zu halten, wird Gott das Übrige tun. Er wird unsere unvollkommenen Denkfähigkeiten leiten, und wir werden Seine Lehren erkennen.

Das Herz zu behüten, bedeutet über un-sere Gefühle zu wachen. Es deutet eine kritische Inspektion aller Motive des Lebens an. Warum sprechen wir? Worin besteht das erwünschte Ziel? Warum tun wir dieses oder jenes? Ist das Motiv ehrenhaft, gerecht und liebenswert? Lieben wir Gerechtigkeit? Hassen wir Ungerechtigkeit? Ist die Liebe Gottes mehr und mehr in unsere Herzen ausgegossen? Nimmt sie im Hinblick auf Gott, auf den Menschen und auf die Geschwister zu? Dies alles beinhaltet zu wachen, „unsere Herzen zu behüten” und es zeigt uns, daß wenn ein selbstsüchtiger Gedanke oder ein Motiv oder ein selbstsüchtiger Wunsch irgendwo lauernd gefunden wird oder sich in unser Handeln oder sich in unseren Worten bemerkbar macht, dies völlig abgelehnt werden muß, damit das Herz lauter und rein bleiben kann. Das Herz zu behüten, bedeutet auch Aktivitäten in Liebe, Wohlwollen und Hilfsbereitschaft zu zeigen und die Kultivierung der Gedanken und Gefühle im Zusammenhang mit dem Göttlichen. Es beinhaltet nicht nur die Reinigung des Herzens, sondern auch die Anreicherung mit den Früchten und Gnaden der Heiligkeit und Liebe, so daß es annehmbar für den Herrn sein kann. Und es ist ebenso sicher, daß Ungerechtigkeit oder Sünde oder Unreinheit, wenn sie zu irgendeinem Maß erlaubt wird, das Herz entsprechend besudelt und unannehmbar für den Herrn macht und dazu führt, von Ihm zurückgewiesen zu werden.

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Gottes Maßstab ist Vollkommenheit

„Wie der, welcher euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr im ganzen Wandel heilig.”

Petrus 1:15

Die Schriften erklären ausdrücklich, daß unser großer Schöpfer den Menschen nach Seinem eigenem Bild und Seiner Ähnlichkeit erschuf, und daß Er verkündete, daß Seine Schöpfung sehr gut sei. Als aber durch den Ungehorsam von Vater Adam die Sünde in die Welt kam, wurde der Mensch von der Gemeinschaft mit Seinem Schöpfer abgeschnitten als ein Teil der Sündenstrafe. Diese Entfremdung von Gott muß eine der schmerzlichsten Prüfungen des Menschen gewesen sein. Er muß danach gehungert und gedürstet haben, sich Gott abermals zu nähern, um den göttlichen Schutz zu fühlen, die göttliche Liebe; ansonsten wäre er nicht in dem vollkommenen Bild Gottes erschaffen geworden.

Aber als Jahrhunderte vorübergingen, verderbte und demoralisierte sich Adams Nachkommenschaft mehr und mehr. Die ursprüngliche Charakterähnlichkeit mit Gott wurde verschwommen, matt und undeutlich. Während so der Wunsch nach Gott noch geblieben ist, wird er von einigen mehr kundgetan als von anderen. In einigen ist er nur schwach vorhanden, so daß sie sich wenig um ihren Schöpfer kümmern und sich leicht mit den Vergnügen der Welt zufriedengeben.

Wie die Bibel erklärt, sind viele durch Unkenntnis, Aberglauben und die Lehren von Dämonen von Gott getrennt. Sie haben sich so durch Mißverständnis von unserem gnädigen Schöpfers entfernt. Welche der natürlichen Neigungen sie auch immer gehabt hatten, so scheint der Widersacher diese zu durchkreuzen. Wie Paulus erklärt, hat „der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus, welcher das Bild Gottes ist”, der die Finsternis zerstreuen und ihnen den wahren Charakter Gottes bekannt machen sollte, so daß sie zu Ihm gezogen werden sollten. – 2. Korinther 4:4

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