Des Christen Leben und Lehre

Eine Schlinge – ein Fallstrick – ein Anstoß

„Und David sagt: Es werde ihr Tisch ihnen zur Schlinge und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung! Verfinstert seien ihre Augen, um nicht zu sehen … .”

Römer 11:9 und 10

Auf den ersten Blick scheinen diese Worte unvereinbar mit Gerechtigkeit oder Liebe. Wenn man annimmt, daß die armen Juden verblendet und in die ewige Qual gestoßen wurden, dann erscheint Gottes Handlungsweise unergründbar, ungeachtet der Tatsache, daß er durch die Apostel verheißen ließ – Verse 25 und 26 – , daß in späteren Generationen die Blindheit weggenommen werden würde, nämlich nachdem die Vollzahl der Herauswahl aus den Nationen in Gottes Gunst gelangt sein würde.

Wir überlegten, daß die Wiedergutmachung in den Ur-Ur-Ur-Enkeln eines Mannes niemals seinen eigenen Verlust ausgleichen konnte, wenn er ewig ins Elend ging. Und auch wenn man bestimmte erlernte Lehren zugrundelegt, erschien es schrecklich, wenn man die abgeklärte, kalte Behauptung las: „Was nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auserwählten haben es erlangt, die übrigen aber sind verstockt worden … Schlinge … Fallstrick … Anstoß zur Vergeltung.”

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Die Gewalt der göttlichen Wahrheit

„Und Jesus sprach: Zum Gericht bin ich in diese Welt gekommen, auf daß die Nichtsehenden sehen, und die Sehenden blind werden.”

Johannes 9:39

Göttliche Wahrheit kommt auf uns zu mit der Autorität ihres Autors aus dem Himmel. Mit der ihrem edlen Wesen eigenen sanften Würde wirkt sie auf den Verstand, das Urteilsvermögen und das Gewissen des Menschen mit ihren Forderungen ein und überläßt es ihm dann, als einem denkenden freien Geschöpf, jene Forderungen anzunehmen oder abzuweisen. Auch Seine treuen Botschafter besitzen jene moralische Kraft aus dem in ihr wohnenden Wert; sie kommen nicht mit lärmender Zurschaustellung oder sogenannten Wundern, derer sich die Mächte der Finsternis bedienen, um Leute einfach aus Neugierde in Satans Falle zu locken. Sie treten auf, erfüllt mit dem Geist ihrer machtvollen Botschaft, dem Geist von Heiligkeit und Wahrheit.

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Die Notwendigkeit einer großen Zuversicht in Gottes Wort

„Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat.”

Hebräer 10:35

Es gibt eine ganz praktische Seite des Evangeliums. Alles, was die Nachfolger Christi in ihrem Leben an erprobenden Erfahrungen erfahren haben, wurde weise zugelassen, um für sie eine Charakterentwicklung zum Guten, zur Festigkeit und zur Feinabstimmung zu bewirken. Es ist ein Fehler, zu denken, wie in der Vergangenheit manche gedacht haben, daß der Wille Gottes darin besteht, daß wir nur auf Christus hören, der Botschaft seines Todes als unser Erlöser förmlich zustimmen und uns von äußerlichen Kundgebungen der Sünde abwenden – um dann, zufrieden mit unserem Prozeß, anderen zu dem gleich niedrigen Stand zu verhelfen.

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Vorrechte der Söhne Gottes

„Denn euer Vater weiß, was ihr benötigt, ehe ihr ihn bittet.”

Matthäus 6:8

Diese Worte wurden nicht an die Welt im Allgemeinen gerichtet, denn die ganze Welt liegt in der Sünde, alle zusammen befinden sich außerhalb der Gemeinschaft mit Gott. Diese Worte wurden auch nicht an gewöhnliche Juden gerichtet; denn die Juden sind auch Glieder des Adamischen Geschlechts, das sich außerhalb der Harmonie mit Gott befindet, und ihr Bund war nicht ein Bund der Sohnschaft, sondern der von Knechten. Mose war in seinem ganzen Haus treu als ein Diener. – Hebräer 3:5 Wir finden nirgendwo, daß auf die Israeliten als Söhne Gottes hingewiesen wird. In den Prophezeiungen werden Hinweise gegeben, was Gott in Zukunft für sie tun würde. Aber es gibt keine direkte Feststellung, daß Er ihr Vater oder sie Seine Kinder wären.

Wir alle erkennen, daß es so war. Es würde unpassend sein, wenn es anders wäre, denn die Versöhnung ist für die sündige Welt noch nicht gemacht worden. Weder eine Jude noch irgendjemand von der Welt von heute haben ein Recht Gott ihren Vater zu nennen, noch an Ihn als ihren Vater zu denken. Die einzigen, die ein Recht haben, Gott „unseren Vater” zu nennen, sind solche, die durch Christus in eine Bundesbeziehung mit Ihm gelangt sind. Der Apostel sagt, daß wir durch diese Beziehung, „jetzt Söhne Gottes sind”.

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