Des Christen Leben und Lehre

Der Vorsatz, den Er von Ewigkeiten her gefaßt hat – Epheser 3:11

„Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt, und dessen Name der Heilige ist: Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum.”

Jesaja 57:15

Mit unserem begrenzten, unvollkommenen Fassungsvermögen können wir die volle Bedeutung unseres Leittextes nicht in uns aufnehmen. Unser Himmlischer Vater hat immer existiert, und vor Ihm liegt die Ewigkeit. Wir glauben es, können uns aber nicht vorstellen, daß Gott einmal allein war – daß es eine Zeit gab, in der weder Sterne noch die Sonne, weder unsere Erde noch der Mond oder irgendein anderer Himmelskörper vorhanden waren. Doch durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes in uns durften wir einiges darüber erfahren; denn wir lesen von Seinem „ewigen Vorsatz”, den Er vor der Hervorbringung aller geistigen und materiellen Schöpfungen hegte.

Diese besondere Kenntnis, deren die Kirche oder Herauswahl teilhaftig wurde, wird von dem Apostel Paulus in Epheser 1:8 und 9 erwähnt, wo er von dem Reichtum Seiner Gnade spricht, „welche er gegen uns hat überströmen lassen in aller Weisheit und Einsicht, indem er uns kundgetan hat das Geheimnis seines Willens, nach seinem Wohlgefallen, daß er sich vorgesetzt hat in sich selbst”.

Später nennt Paulus das „Geheimnis seines Willens” auch den „ewigen Vorsatz”. – Epheser 3:11 Diesen ewigen Vorsatz zu erkennen ist ein großes Vorrecht. Doch noch weit herrlicher ist es, zu erfahren, daß wir dieses Vorrecht einer einmaligen, einzigartigen Verwandtschafts-Beziehung zu dem Himmlischen Vater erlangten. Diese Erkenntnis ist jetzt nur wenigen geschenkt, doch eines Tages wird die gesamte Schöpfung Verständnis darüber erhalten – und darin frohlocken.

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„Was hast du getan?”

„Pilatus antwortete … Deine Nation und die Hohen Priester haben dich mir überliefert. Was hast du getan?”

Johannes 18:35

Wenn eine beschuldigte Person vor einen Richter gebracht und einer Missetat angeklagt wird, ist sie schnell geneigt, die Tat zu leugnen. Wenn gefragt wird, wie es bei Jesus der Fall war, „Was hast du getan?”, diktiert die menschliche Weisheit, daß die Antwort sein sollte, „Ich habe nichts getan!” Jesus antwortete Pilatus auf seine Frage nicht mit dieser Antwort. Unser Herr war nicht dort, um sich selbst zu verteidigen, und er konnte nicht wahrheitsgemäß sagen, daß er nichts getan hatte. Er hatte dreieinhalb Jahre damit verbracht, viele wundervolle Dinge zu tun. Seine Handlungen hatten den Haß der religiösen Führer Israels erregt, und sie hatten ihn nun vor Pilatus gebracht mit der Forderung, daß er gekreuzigt würde.

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Gott wirkt – wir wirken

„… meine Geliebten … bewirkt eure eigene Seligkeit mit Furcht und Zittern, denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken, nach seinem Wohlgefallen.”

Philipper 2:12 und 13

Die Kirche des Evangeliumszeitalters ist zu einer „hohen Berufung” berufen worden. Unser Annehmen dieses „Rufes” bedeutet, daß wir ihn zu schätzen wissen und wir in ihm etwas sehr Erstrebenswertes sehen. Wir wissen, daß dieser Ruf an uns unter der Bedingung ergangen ist, daß wir alles, was wir haben, aufgeben. Indem wir diese Maßgabe angenommen haben, haben wir unsere Wertschätzung für die unermeßliche Chance kundgetan, die uns zuteil geworden ist. Wenn wir daher den an uns ergangenen Ruf verstehen, dürfen wir wissen, daß es Gottes Wille ist, daß wir ihn annehmen. Dabei ist es wichtig, daß wir auch seine Bedingungen verstehen, so daß wir unsere Berufung festmachen können.

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Eine Schlinge – ein Fallstrick – ein Anstoß

„Und David sagt: Es werde ihr Tisch ihnen zur Schlinge und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung! Verfinstert seien ihre Augen, um nicht zu sehen … .”

Römer 11:9 und 10

Auf den ersten Blick scheinen diese Worte unvereinbar mit Gerechtigkeit oder Liebe. Wenn man annimmt, daß die armen Juden verblendet und in die ewige Qual gestoßen wurden, dann erscheint Gottes Handlungsweise unergründbar, ungeachtet der Tatsache, daß er durch die Apostel verheißen ließ – Verse 25 und 26 – , daß in späteren Generationen die Blindheit weggenommen werden würde, nämlich nachdem die Vollzahl der Herauswahl aus den Nationen in Gottes Gunst gelangt sein würde.

Wir überlegten, daß die Wiedergutmachung in den Ur-Ur-Ur-Enkeln eines Mannes niemals seinen eigenen Verlust ausgleichen konnte, wenn er ewig ins Elend ging. Und auch wenn man bestimmte erlernte Lehren zugrundelegt, erschien es schrecklich, wenn man die abgeklärte, kalte Behauptung las: „Was nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; aber die Auserwählten haben es erlangt, die übrigen aber sind verstockt worden … Schlinge … Fallstrick … Anstoß zur Vergeltung.”

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