Des Christen Leben und Lehre

Unsere Zuflucht in der Zeit der Bedrängnis

„Geh hin, mein Volk, tritt ein in deine Kammer und schließe deine Tür hinter dir zu; verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe!”

Jesaja 26:20

Die Erntezeit am Ende des Evangelium-Zeitalters, in der wir jetzt leben, wird in den Schriften als eine für das geweihte Volk des Herrn bedeutsame Zeit beschrieben. Es ist eine Zeit großer Bedrängnis und schwerer Prüfung, die aber auch reiche Segnungen bereithält, die Gott über die ausgießt, die Sein sind. Es ist eine Zeit, in der Gottes Volk mit reichlicher „Speise zur rechten Zeit” versorgt wird, und wie Petrus später schrieb, dient sie dazu, daß „ihr in der gegenwärtigen Wahrheit befestigt seid”. – Lukas 12:37 und 42

Dies ist auch die Zeit, in der die „gegenwärtige böse Welt” zu Ende geht in Vorbereitung auf die Einrichtung einer neuen Weltordnung, „neuer Himmel und einer neuen Erde, in der Gerechtigkeit wohnt”. – Galater 1:4, 2. Petrus 3:7 ,10 und 13 Weil es eine turbulente Zeit ist, ist Gottes Volk von Problemen umgeben und Trübsalen und Nöten unterworfen, die mit dem Zusammenbrechen der Systeme dieser gegenwärtigen Welt einhergehen. Unser Leittext weist in Form einer Ermahnung auf diesen Aspekt unserer christlichen Erfahrungen hin, und was wir in Verbindung mit unserem Wettlauf über die Welt kommen sehen. Der Rat ist, daß wir einen Ort geistiger Zuflucht und Sicherheit aufsuchen, an den wir uns zurückziehen können, um ein Eindringen von allem, was den Neue Schöpfungen Schaden zufügen könnte, zu verhindern.

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Elias feuriger Wagen (2. Könige 2:1-12)

„Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.”

Psalm 16:11

Seitdem Bibelforscher erkannt haben, daß Elias Leben eine Prophetie war, und daß er die ganze Kirche in ihren irdischen Erfahrungen vorschattet oder abbildet, ist seine Geschichte um so interessanter und um so logischer. Er war ein treuer Diener Gottes, doch seine größte Prophetie, die seines Lebens, wurde nicht verstanden, auch nicht durch die darauf bezogene Aussage des Herrn: „Siehe, ich sende euch Elia, den Propheten, ehe der Tag Jahwes kommt, der große und furchtbare.” – Maleachi 4:5 Dieser gegenbildliche Elia, beginnend mit Jesus im Fleische, ist da und verkündet seine Botschaft schon viele Jahrhunderte. Wir meinen, daß sich die im Leittext berichtete Wegnahme von Elia im feurigen Wagen auf die Kirche im Fleische bezieht und in unserer Zeit in Erfüllung geht. Alsbald werden sie nicht mehr im Fleische sein, denn der Herr wird sie wegnehmen, wird sie bei sich verherrlichen. Wie der Apostel erklärt, werden sie dem Herrn ‚in der Luft’ begegnen, in der Sphäre der geistigen Überwachung der Erde, in königlicher Macht und großer Herrlichkeit. – 1. Thessalonicher 4:17

Elisa hatte das Vorrecht Elias Nachfolger zu sein, und er wurde wahrscheinlich durch sein tätiges Bestreben und durch Eifer in seinem Bemühen angeleitet Elia zu begleiten und ihm zu dienen. Als Elia im feurigen Wagen weggenommen wurde, wurde durch seinen Mantel, der bei Elisa zurückblieb, manifestiert, daß er nun Elias Nachfolger war und besonderen Segen durch Elias Geist bekam. Während wir mit Gewißheit davon ausgehen, das Elia die Kirche des Herrn im Fleische vorschattet, können wir nun nicht so klar sagen, daß Elisa auch ein Vorbild ist und eine zweite Gruppe von Gottes Volk darstellt, von der in der Schrift gelegentlich von der Klasse der ‚törichten Jungfrauen’ die Rede ist, zuweilen auch von den Dienerinnen der Brautklasse, von ihrem Gefolge, manchmal als Große Schar bezeichnet, deren Anzahl niemand kennt. Sie werden durch große Drangsal gehen und einen Platz vor dem Thron bekommen, nachdem sie es nicht schaffen, mit der Eliaklasse als Miterben Christi auf dem Thron zu sitzen. – Matthäus 25:1 -13, Psalm 45:14 und 154 sowie Offenbarung 7:9 – 17

Auch die Söhne der Propheten können Vorbilder sein. Wenn das zutrifft, können sie eine dritte Personengruppe darstellen, nämlich, Leute, die Elia und Elisa kannten, aber nicht mit ihnen umgingen. Daß die Söhne der Propheten mit Elisa über den Weggang von Elia sprachen, bedeutet nicht unbedingt, daß sie an die Sache glaubten. Sie wußten, daß Elia erwartete wegzugehen, doch ihre Zweifel darüber werden durch die Tatsache ausgedrückt, daß sie danach die Gegend absuchten, ob Elia nicht etwa irgendwo gestürzt, vom Wirbelwind zu Boden geschleudert worden wäre. Ihre Suche und dann ihr Überzeugtsein stehen dafür, daß es Gruppen von Christen geben mag, die daran zweifeln, daß die Kirche tatsächlich in ihre Herrlichkeit eingegangen ist, die aber dann später völlig davon überzeugt sind. Möglicherweise stellen die drei Tage der Suche symbolische drei Jahre dar.

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„Ich aber habe für dich gebetet”

„Simon, Simon! Siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, daß dein Glaube nicht aufhört.”

Lukas 12:31 und 32

Als sich die Zeit des Passah näherte, sagte unser Herr nicht nur „Meine Seele ist sehr betrübt, bis zum Tod” und brachte sein Flehen „mit starkem Geschrei und Tränen dem dar, der ihn aus dem Tod retten kann”, sondern er zeigte zusätzlich eine große Fürsorglichkeit für seine lieben Nachfolger und versuchte in ihnen ein besonderes Verständnis der Stunde der Versuchung wachzurütteln, in die sie eintraten, indem er sagte: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt!” Dies war nicht nur die Zeit höchster Versuchung unseres Herrn in seinen irdischen Erfahrungen, sondern auch die höchster Versuchung für seine Apostel und besonders für Judas und Petrus. Beide waren herausragend unter den Aposteln, der eine als Kassenwart und Einkäufer der kleinen Gruppe und der andere als ein besonders kühner Verfechter der Sache des Herrn, als Sprecher der Zwölf, der ihren Glauben an Jesus als ihren Messias verkündet und der öffentlich erklärt hatte, daß wenngleich alle den Herrn verlassen würden, er dies nicht tun würde. Vom menschlichen Standpunkt betrachtet hätte vermutet werden können, daß irgendeine Versuchung, die über jene dreizehn Personen kommen sollte, über die schwächeren und weniger Hervorragenden kommen würde, und nicht über die drei Prominentesten von ihnen.

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Geistiger Hochmut

„Die Liebe tut nicht groß, bläht sich nicht auf.”

1. Korinther 13:4

Groß zu tun oder sich aufzublähen ist für Gott in allen Fällen unannehmbar, aber besonders bei solchen, die sich auf Christus berufen. Ein solches Verhalten liefert den Beweis von Hochmut, und Hochmut ist ein Nebenprodukt von kultivierter Selbstsucht. Der selbstsüchtige Geist sucht letztendlich ängstlich nach allem, was als wertvoll und befriedigend erscheint, wie Reichtum, Ruhm und Auszeichnung unter den Menschen. In dem Maß, in welchem er erfolgreich ist, dies zu erlangen, folgt schon bald die Neigung, sich selbstgefällig, unabhängig und größer als andere zu fühlen. Unter einigen wird Hochmut gepflegt, bis sich dieser zu ausgefallenen Gedanken eingebildeter Bedeutung ausweitet.

Die Stolzen erkennen nicht, wie schwierig es für andere ist, sie zu lieben, oder wie wirklich unwichtig sie in den Augen anderer erscheinen. Es wundert uns nicht, daß der weise Salomo erklärte: „Vor dem Verderben (kommt) Stolz, und Hochmut vor dem Fall.” – Sprüche 16:18 Dies ist wahr, weil die egoistisch gesinnten Menschen ihren Wert und ihre Fähigkeiten überschätzen, und wenn sie auf der Waage gewogen werden, lassen sie traurigerweise einen Mangel an einem göttlichen Charakter erkennen.

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