Zeitschrift Tagesanbruch

Über die Vergebung

„Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebet, so wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.” – Matthäus 6:18 Die Frage von Apostel Petrus: „Herr, wie oft soll ich meinem Bruder, der wider mich sündigt, vergeben? Bis siebenmal?”, taucht häufig auf. Höchstwahrscheinlich stellt sie sich allen Nachfolgern des Herrn irgendwann und irgendwie. Selbst unvollkommen und umgeben von anderen, die auch unvollkommen sind, müssen wir beständig Barmherzigkeit, Nachsicht, Vergebung üben. Das Bewußtsein des Menschen strebt natürlicherweise nach Gerechtigkeit und registriert genau jede gegen uns gerichtete Ungerechtigkeit. Man kann auch beobachten, daß viele Menschen Genugtuung empfinden, die Gerechtigkeit herauszustreichen gegenüber einem Gesetzesbrecher. Volksmassen zeigen diese Haltung. Männer, Frauen und Kinder steigern sich, sozusagen als Vertreter der Gerechtigkeit, in Fanatismus und in verbale Ausfälle hinein, wenn es um einen schuldigen armen Schlucker geht, der vermeintlich dem Zugriff des Gesetzes und seiner gerechten Strafe entgeht, und man möchte die Vergeltung in die eigenen Hände (mehr …)

Einheit des Geistes und des Glaubens

„Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beisammen wohnen! Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfließt auf den Bart, den Bart Aarons, der herabfließt bis zum Saum seiner Kleider. Wie der Tau des Hermon, der herabfließt auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der HERR den Segen verheißen, Leben bis in Ewigkeit.” Psalm 133:1 – 3 Ein harmonischer Geist guten Willens unter dem Volk ist ein gesegneter Zustand, ob er nun im Haus, in der Gemeinde, in der Geschäftswelt, dem gesellschaftlichen Bereich und besonders, wenn er in der Gemeinschaft des geweihten Volk des Herrn vorhanden ist. Für diese „Brüder”, wie David sie nennt, ist es „gut und lieblich”, wenn sie zusammen in Eintracht beieinander wohnen. Die Erfahrungen der Geschwister während des ganzen Evangelium-Zeitalters bezeugen dies. Im umgekehrten Fall ist dort, wo aus welchem Grund auch immer Neid und Streit vorhanden gewesen sind, ein entsprechenden (mehr …)

Salomos Segnungen von Gott

„Der Segen Jahwes, er macht reich, und Anstrengung fügt neben ihm nichts hinzu.” – Sprüche 10:22 Gott offenbarte sich Salomo ein zweites Mal, und zwar vierundzwanzig Jahre nach der Thronbesteigung, als der König vierundvierzig Jahre alt war. Er hatte den Tempelbau in seinem vierten Regierungsjahr begonnen, und der Bau dauerte sieben Jahre. Nachdem dieses Werk abgeschlossen war, errichtete er seinen eigenen Palast, was dreizehn Jahre dauerte. – 1. Könige 7:1 In dieser langen Zeit von vierundzwanzig Jahren war Salomo nicht nur mit diesen großen Vorhaben beschäftigt, sondern er pflegte auch Handelsbeziehungen mit benachbarten Völkern, baute Städte wieder auf usw. Er hatte damals, so können wir annehmen, „seine ganze Herrlichkeit” erreicht. Sein Ruf hatte sich in der ganzen Welt ausgebreitet. Er war reich geworden und hatte sich an Luxus gewöhnt – was wiederum die Ausgaben seiner Regierung ansteigen ließ und die, sollten sie fortgesetzt werden, für sein Volk durch sehr hohe (mehr …)

Nachfolger Jesu sind Kreuzträger

„Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach.” – Matthäus 16:24 Die Einladung unseres Herrn, alles aufzugeben und ihm nachzufolgen, spricht eine ganz andere Sprache als die üblichen, heute in seinem Namen ausgesprochenen Einladungen; der Grundgedanke, das innere Anliegen, ist ganz anders. Heute würde man eine Einladung „zu Jesus zu kommen” in etwa so ausdrücken: „Wir laden euch ein, wir dringen in euch, der ewigen Qual und dem Leiden zu entkommen und Jesus als euren Erretter anzunehmen. Die Alternativen sind ewiges Glück oder ewige Qual – ihr habt eigentlich keine Wahl, sondern müßt ihn annehmen.” Wie anders ist doch das Angebot des Herrn in diesem Text! Er sagt nichts darüber, daß es etwa keine Wahl gebe, und auch nichts über ein ewigdauerndes Elend für die Leute, die sich nicht für eine Jüngerstellung entscheiden. Seine Worte enthalten den Gedanken, daß es (mehr …)