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„Denn ihr bedürfet des Ausharrens“

„Das Ausharren aber habe ein vollkommenes Werk, auf daß ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.”

Johannes 1:4

Es gibt im Altgriechischen zwei verschiedene Worte, die in unseren Übersetzungen mit ‚Ausharren’ wiedergegeben werden: eines davon entspricht im allgemeinen Gebrauch der Bedeutung von Geduld, wenn wir von Dingen des täglichen Lebens reden; da geht es um Ausdauer oder Duldsamkeit, um Ertragen. So wird das griechische Wort sehr häufig mit ‚Langmut’ übersetzt. Uns aber interessiert für unsere Lektion mehr das zweite Wort, das überwiegend mit ‚Ausharren’ wiedergegeben wird.

Dieses Wort hat eine viel tiefere und umfassendere Bedeutung, als sie im Wort ‚Geduld’ enthalten ist. Damit ist Beständigkeit und Treue gemeint; es steckt der Gedanke von langdauerndem Ertragen von Leid darin, das voll Hoffnung und Heiterkeit, willig und in Geduld ertragen wird. Dieser Ausdruck stellt daher einen Wesenszug dar, nicht nur einen vorübergehenden Zustand oder ein Zurückhalten von Gefühlen oder Taten. Er bezeichnet jene Entwicklung von Herz und Sinn, die ablesbar ist am Ertragen von Unrecht oder Anfechtungen, und das mit Gleichmut, ohne Auflehnung, uneingeschränkt fügsam in die göttliche Weisheit und Liebe, die, obwohl sie in der Jetztzeit üble Dinge zuläßt, verheißen hat, dies zu Gottes gegebener Zeit zu beseitigen.

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Das Bekennen der Sünde ist notwendig für die Vergebung

„Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit.”

1. Johannes 1:9

Der Apostel Johannes wendet sich hier nicht an die Welt der Ungläubigen, an ungerechtfertigte Personen, an „Sünder” im gewöhnlichen Sinn des Wortes. Er schreibt im Gegenteil den Gerechtfertigten und Geheiligten in Jesus Christus, und er rechnet sich selbst zu diesen, indem er die Pluralform „wir” benutzt. Der häufige Fehler, diese und ähnliche Schriftstellen auf Sünder im allgemeinen anzuwenden ist in zwei wichtigen Besonderheiten schädlich gewesen.

Erstens hat es den Uneinsichtigen Schaden zugefügt, indem es einigen den Eindruck vermittelt hat, daß es keinen Unterschied gibt zwischen der Kirche und der Welt; und daß alle gleichermaßen Zugang im Gebet zu Gott haben um um Vergebung für die täglichen Übertretungen zu bitten. Es hat so einige daran gehindert, die Notwendigkeit des Glaubens an die Sühne zu realisieren und von dem eindeutigen Eintreten in eine Bundesbeziehung mit dem Herrn unter den Bedingungen des Gnadenbundes – des Opferbundes. – Psalm 50:5

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Wie die Neue Schöpfung das Gesetz erfüllt

In seinem Brief an die Römer geht Paulus in seiner Argumentation sehr weit zurück und stellt einen logischen Zusammenhang her zwischen der Sühnung der Sünden und der Stellung eines Christen. In den ersten beiden Kapiteln zeigt er, wie die Sünde in die Welt kam, und warum manche Menschen größere Fehler hatten als andere. Aber wenn manche degenerierter als andere sind, beweist dies nicht, daß der Mensch vom Affen abstammt, sondern daß Teile des Menschengeschlechts auf ihrem üblen Weg schneller als andere abwärts gingen. Dann fährt der Apostel fort: „Wenn du aber ein Jude genannt wirst, … der du dich des Gesetzes rühmst?” – Römer 2:17 und 23 – und erinnert daran, daß Gott den Juden Sein Gesetz gegeben hat und nicht denen aus den Nationen, so daß nur ein Jude Seinen Segen oder Seinen Fluch erhalten wird. Aber der Jude dachte, daß das Gesetz etwas war, durch das er gerechtfertigt werden konnte. So strauchelte er. Der Apostel wollte dem Juden erklären, daß durch gesetzmäßiges Tun kein Fleisch in Gottes Augen gerechtgemacht werden konnte. Die Juden trachteten nach ewigem Leben. Durch den Gesetzesbund wurde ihnen dieses ewige Leben angeboten, wenn sie dem Gesetz gehorchen würden. Doch sie stellten fest, daß sie nicht imstande waren, dem göttlichen Gesetz nachzukommen, und daß der Gesetzesbund ihnen daher nichts nützte, denn er brachte ihnen Tod anstatt Leben. Kein unvollkommener Mensch kann Gottes Gesetz einhalten.

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Der Lohn des Opfers

„Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Schlachtopfer, welches euer vernünftiger Dienst ist.”

Römer 12:1

An keiner Stelle in der Schrift werden wir vom Herrn aufgefordert, unsere irdischen Rechte und Privilegien zu opfern. Die göttlichen Vorgaben bleiben innerhalb der Grenzen des Rechts. Mit anderen Worten, Recht und Gerechtigkeit sind ein und dasselbe. Opfer, Selbstverleugnung, Kreuztragen in der Nachfolge Jesu – das sind alles Optionen weit jenseits des göttlichen Rechts. Der Gesetzesbund hat allen, die seine Forderungen erfüllen, die Fortdauer des menschlichen Lebens in Aussicht gestellt. Keiner unter den Juden, mit denen dieser Bund geschlossen wurde, war imstande, jene Forderungen zu erfüllen, mit Ausnahme des Einen, der aus dem Himmel kam und der einen vollkommenen menschlichen Körper hatte, durch den er die Forderungen des Gesetzesbundes erfüllen konnte, was ihn also zu ewigem Leben auf der Erde berechtigte.

Der Neue Bund unter dem gegenbildlichen Mittler wird die gleiche Belohnung ewigdauernder menschlicher Vollkommenheit all denen bieten, die seine Forderungen erfüllen. Dieser Bund ist dem Gesetzesbund überlegen, denn er hat einen besseren Mittler, der der Menschheit helfen wird, gänzlich aus Verdammnis, Tod und Schwachheit herauszukommen und der dazu befugt ist durch das Verdienst aus seinen „besseren Opfern”.

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