2022

Die größte aber ist die Liebe – 1. Korinther 13:1-13

„Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“

1. Korinther 13:13

In dem Kapitel, das unserem Leittext vorausgeht, hat der Apostel die verschiedenen „Gaben” des Heiligen Geistes aufgezählt, die der Urkirche für ihre Einrichtung und ihre Entwicklung verliehen wurden. Am Ende des 12. Kapitels des 1. Korintherbriefes mit den Ermahnungen weist er darauf hin, daß jedes Glied der Kirche, das diese Gaben hoch achtet, besonders die edleren unter ihnen, sie zu erreichen suchen soll; dann fügt er hinzu: „… und einen noch weit vortrefflicheren Weg zeige ich euch” – etwas noch Besseres als eine dieser Gaben des Heiligen Geistes. In unserem Leittext geht es um dieses „vortrefflichere” Bestreben, das jedes Kind Gottes antreiben sollte. Gemeint ist, sich den Geist der Liebe, den Geist des Herrn anzueignen und ihn zu entwickeln. Im Verhältnis dazu, wie sehr wir den Geist Christi haben und wie sehr der Heilige Geist in uns wohnt und Raum einnimmt, in diesem Maß nimmt auch unsere Liebe Raum ein.

Es gibt nun aber verschiedene Arten von Liebe, und der Apostel spricht hier nicht von der Liebe im allgemeinen, sondern von der Liebe, die Gott und der neuen geistgezeugten Schöpfung angehört. Es gibt die Liebe der Tiere, wie sie Wildtiere ihrer Brut gegenüber zeigen, eine Liebe, die zur Arterhaltung oft zur Tötung anderer Tiere führt. Die gleiche Art Liebe innewohnt dem natürlichen Menschen, selbst in seiner Gefallenheit. Das ist alles mehr oder weniger eigensüchtige Liebe, die vielleicht gelegentlich anderen etwas raubt, um die, für die man etwas empfindet, verschwenderische Geschenke zu machen. Das ist nicht die vom Apostel beschriebene Liebe, und er wendet sich auch nicht an den natürlichen Menschen. Er spricht die Neue Schöpfung an und sagt, daß der natürliche Mensch die Art Liebe, die er meint, nicht bekommen kann, sie nicht wertschätzt und ihr nicht entspricht. Wenn wir von dieser Liebe eine klare Vorstellung haben wollen und sie von Herzen in uns aufnehmen wollen, ist es sicher notwendig, die Zeugung von oben erfahren zu haben.

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Wer wird uns trennen?

„Wer wird uns trennen von der Liebe Christi?”

Römer 8:35

Die Liebe Christi, von der jeder wahre Christ umgeben ist, wird beschrieben als „die Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.” – Römer 8:39 Viele, die verfehlt haben, dies zu bemerken, haben irrtümlich vermutet, daß Christus größere Liebe zeigt als Gott, und daß Gott hart und ohne Liebe ist, bereit, bei dem geringsten Anlaß zornig auf Seine Schöpfungen zu werden. Dies ist jedoch nicht die richtige Sicht. Die Schriften offenbaren, daß es Gottes Liebe war, die einen Weg der Errettung durch Christus vorsah, und daß Christus nach des Vaters Plan und somit als ein Ausdruck Dessen Liebe alles getan hat und auch weiterhin für uns und für das Menschengeschlecht als Ganzes tun wird. – Johannes 3:16

Dies bedeutet aber nicht, daß nicht auch Jesus liebevoll ist, noch daß ihm unsere Interessen nicht persönlich am Herzen liegen würden. Jesus sagte: „Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen.” – Johannes 14:9 Alle herrlichen Charaktereigenschaften des Schöpfers sind durch Christus offenbart, einschließlich Dessen Liebe. So finden wir in unserem Bibelstudium, daß auf die göttliche Liebe untereinander abwechselnd als auf die Liebe Gottes und die Liebe Christi hingewiesen wird. So sind die Schriftaussagen nicht unvereinbar, wenn sie „von der Liebe, die in Christus ist”, sprechen, weil alle Liebe, die in ihm ist, gleichermaßen in dem Vater verkörpert ist. – 1. Timotheus 1:14

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Geistiger Hochmut

„Die Liebe tut nicht groß, bläht sich nicht auf.”

1. Korinther 13:4

Groß zu tun oder sich aufzublähen ist für Gott in allen Fällen unannehmbar, aber besonders bei solchen, die sich auf Christus berufen. Ein solches Verhalten liefert den Beweis von Hochmut, und Hochmut ist ein Nebenprodukt von kultivierter Selbstsucht. Der selbstsüchtige Geist sucht letztendlich ängstlich nach allem, was als wertvoll und befriedigend erscheint, wie Reichtum, Ruhm und Auszeichnung unter den Menschen. In dem Maß, in welchem er erfolgreich ist, dies zu erlangen, folgt schon bald die Neigung, sich selbstgefällig, unabhängig und größer als andere zu fühlen. Unter einigen wird Hochmut gepflegt, bis sich dieser zu ausgefallenen Gedanken eingebildeter Bedeutung ausweitet.

Die Stolzen erkennen nicht, wie schwierig es für andere ist, sie zu lieben, oder wie wirklich unwichtig sie in den Augen anderer erscheinen. Es wundert uns nicht, daß der weise Salomo erklärte: „Vor dem Verderben (kommt) Stolz, und Hochmut vor dem Fall.” – Sprüche 16:18 Dies ist wahr, weil die egoistisch gesinnten Menschen ihren Wert und ihre Fähigkeiten überschätzen, und wenn sie auf der Waage gewogen werden, lassen sie traurigerweise einen Mangel an einem göttlichen Charakter erkennen.

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Harmagedon – dann Weltfrieden

„Und er versammelte sie an einen Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt.”

Offenbarung 16:16

Sowie der internationale Kampf der Ideologien an Heftigkeit zunimmt und die Philosophen der Welt nach einer Begriffsbestimmung suchen, um damit die Bedeutung der vor sich gehenden Ereignisse zu erklären, wird häufig das Wort Harmagedon gebraucht, jedoch selten versucht, seine Bedeutung zu erläutern. Vielleicht kennen die Verfasser im allgemeinen seine Bedeutung nicht und wissen nur, daß es einen großen Kampf bedeutet; darum gebrauchen sie es, um etwas zu beschreiben, was sie nicht verstehen. Wahrscheinlich haben aber doch die meisten Menschen eine unbestimmte Ahnung, daß das Wort Harmagedon auf einen mächtigen Kampf anzuwenden ist, bei dem Gott irgendwie beteiligt ist.

Harmagedon ist ein biblischer Ausdruck und wird im letzten Buch der Bibel in Verbindung mit dem gebraucht, was als „der Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen”, beschrieben wird. – Offenbarung 16:14 Die Offenbarung ist ein Buch der Symbole, worin ein jahrhundertelanger Kampf zwischen Wahrheit und Irrtum, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit, Christo und dem Antichrist dargestellt wird. In diesem Schaubild werden einerseits solche Sinnbilder wie „Tier”, „Drache”, „falscher Prophet”, „Babylon”, „Hure”, „unreine Geister”, „Frösche”, usw. gebraucht, andererseits Sinnbilder wie „Lamm”, „Braut”, „heilige Stadt” und andere. „Harmagedon” ist auch ein solches Sinnbild dieses Buches und steht in Verbindung mit der großen und letzten Phase eines Kampfes, mit dem das gegenwärtige Zeitalter zu Ende geht, wenn das Königreich Christi siegreich ersteht und allgemeinen immerwährenden Frieden herbeiführt.

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