Paulus

„Gesetzmässig laufen und kämpfen“

„Ich laufe nun so, nicht wie ins Ungewisse; ich kämpfe so, nicht wie einer, der in die Luft schlägt.“ (1. Korinther 9:26)

Wie Jesus verwendete Paulus viele Veranschaulichungen, um das Wort Gottes und seine Anwendung im christlichen Leben verständlich zu machen. In unserem Text und im unmittelbaren Kontext verwendet er zwei Veranschaulichungen: zum einen das Laufen in einem Wettrennen und zum anderen das Kämpfen oder das, was man heute als Boxkampf bezeichnen würde. Seine Lehre lautet, dass es ebenso wie beim Laufen oder Boxen richtige und falsche Methoden gibt, so dass es auch beim Dienst für Gott und beim christlichen Leben richtige und falsche Methoden gibt. Paulus bekräftigt seine Entschlossenheit, „so zu laufen“ und „so zu kämpfen“, dass ihm der Sieg sicher ist. In Vers 24 ermahnt er auch uns: „Lauft so, dass ihr das Ziel erreicht.“

Im Bild des Läufers haben wir betont, wie wichtig es ist, sich voll und ganz auf die jeweilige Aufgabe zu konzentrieren. Dies gilt für den Läufer eines Wettrennens nicht nur während der vergleichsweise kurzen Zeit, in der er tatsächlich auf der Rennbahn antritt, sondern auch während der viel längeren Trainingsphase, in der er sowohl seine Schnelligkeit als auch seine Ausdauer entwickelt. Wenn man siegreich sein will, kann man es sich nicht leisten, viel Zeit und Energie für andere Dinge aufzuwenden, egal wie verlockend oder attraktiv diese auch sein mögen. Läufer müssen bereit und willens sein, alle notwendigen Opfer zu bringen, um ihr Bestes zu geben. Das kann bedeuten, dass sie während der Trainingsphase nicht essen können, was sie gerne essen würden, sondern sich streng an eine Diät halten müssen, die für die Entwicklung ihrer körperlichen Kraft und Ausdauer am besten geeignet ist. Läufer müssen auch in allen Dingen maßvoll sein und auf bestimmte Luxusgüter und Vergnügungen verzichten, denen andere ohne weiteres nachkommen können. Sie müssen sich in jeder Hinsicht disziplinieren, um sicherzustellen, dass sie zum Zeitpunkt des Rennens über ein Höchstmaß an Kraft und Ausdauer verfügen, das zum Sieg erforderlich ist.

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Die Missionsreise des Paulus und Barnabas

„Sondert mir nun Barnabas und Saulus [Paulus] zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie; und als sie ihnen die Hände aufgelegt hatten, entließen sie sie.“ (Apostelgeschichte 13:2,3)

Die erste größere Anstrengung des Apostels Paulus bei der Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus fand in Antiochia in Syrien statt. Nachdem er kurz in Damaskus und Jerusalem gepredigt hatte und vor denen geflohen war, die ihn töten wollten, begab er sich in seine Heimatstadt Tarsus, vielleicht, um auf einen Hinweis hinsichtlich des Willens des Herrn zu warten, wie, wo und wann er sich aktiver am Dienst beteiligen sollte. (Apostelgeschichte 9:19-30) Er musste nicht lange warten, denn Barnabas suchte ihn auf und überzeugte den Apostel, ihn nach Antiochia zu begleiten, um dort mit ihm und anderen an der Verkündigung des Evangeliums mitzuwirken. (Apostelgeschichte 11:25-30)

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Paulus vor Felix

Apostelgeschichte 24:10-16 und 24-26

„Auch wenn ich wanderte im Tale des Todesschattens, fürchte ich nichts Übles, denn du bist bei mir … .”

Psalm 25:4

Fünf Tage nach Paulus’ Ankunft als Gefangener in Cesarea erschien auch der Hohepriester Ananias in Begleitung eines Rechtsbeistands und einer Abordnung der Sanhedrin in der Stadt, um Paulus anzuklagen, und die Verhandlung fand sogleich statt. Tertullius, der Anwalt, begann seine Sache mit sehr schmeichelhaften Worten für den Statthalter Felix – sehr viel Heuchelei, wie man aus weltlichen historischen Quellen der Zeit weiß: Sowohl Josephus als auch Tacitus stellen ihn als einen der korruptesten und grausamsten Regenten dar, den Rom jemals nach Judäa gesandt hat.

Diese Art von Schmeichelei, von unverdientem Lob, ist äußerst verwerflich und den Grundsätzen, die die Nachfolger des Herrn leiten, entgegengesetzt. Sie ist unehrenhaft und heuchlerisch. Schmeichelei ist aber eine sehr wirksame Waffe, die von nicht geistgezeugten Leuten ohne große Skrupel eingesetzt wird, und häufig verleiht sie ihnen in weltlichen Dingen einen beträchtlichen Vorteil, anders als es sich bei den Treuen des Herrn verhält, die sich von solchen Dingen fernhalten, und die schuldig sind, in all ihren Worten und Taten nach Wahrheit und Rechtschaffenheit zu trachten. Manche aus dem Volk des Herrn neigen wiederum dazu, Ehrbarkeit in diesen Dingen im anderen Extrem herauszukehren: An Paulus’ Stelle hätten sie es für ihre unausweichliche Pflicht gehalten, Felix rundweg zu tadeln. Für das Volk des Herrn besteht nicht die Verpflichtung, jeden Übeltäter, den sie vielleicht auf der Straße antreffen, zu schelten; genausowenig ist es ihre Aufgabe, allen ihnen begegnenden bescheidenen Gemütern ihren Mangel an gesellschaftlich üblicher Attraktivität aufzuzeigen. Der in dieser Sache vom Apostel eingeschlagene Weg ist vorbildlich und zeugt von Geist und gesundem Sinn. Als es an ihm war, den Statthalter anzusprechen, tadelte er ihn weder, noch mißbilligte er sein Tun, äußerte auch kein schmeichlerisches Wort. Jedes einzelne Wort der Einleitung zu seiner Verteidigung entsprach ganz und gar den Tatsachen, und sie wurde höflich und in ansprechendem Ton vorgebracht.

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Ein Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.”

2. Timotheus 1:7

Die Bibel erwähnt viele Dinge, die Gott uns gegeben hat. Ungewöhnlich unter diesen ist die Gabe Seines geliebten Sohnes, der Erlöser und Retter der Welt zu sein. – Johannes 3:16 Auf Jesus weist der Apostel als Gottes „unaussprechliche Gabe” hin. – 2. Korinther 9:15 Dann gibt es den Heiligen Geist als Gabe Gottes. Jesus sagte, „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wißt, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel [gibt], [den] Heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten.” – Lukas 11:13

In unserem Leittext erwähnt Paulus den „Geist” im Sinne oder der Bedeutung von „Kraft, Liebe und Besonnenheit”. Diese Eigenschaften sind mit Gottes Gabe des Heiligen Geistes eng verbunden, wobei Kraft, Liebe und Besonnenheit die Folgen der Auswirkung Seines Geistes im Leben eines Christen sind. Sie sind auch Beweise dafür, daß der Heilige Geist in ihren Herzen wirkt. Paulus stellt diesen den gegensätzlichen „Geist der Furcht” gegenüber, der, wie er betont, uns nicht vom Himmlischen Vater gegeben wird.

Sollte Furcht im christlichen Leben Einlaß finden, so hat sie eine sehr vernichtende Auswirkung. Satan ist der große Verursacher von Furcht. Der Apostel Petrus schrieb: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.” – 1. Petrus 5:8 Das Brüllen eines Löwen geschieht, um das Tier, das er jagt, in Furcht zu versetzen. Es wird gesagt, daß diese Furcht das Tier praktisch lähmt, so daß es ihm weder zu entfliehen noch Widerstand zu leisten möglich ist.

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