Neuer Bund

Gottes Bündnisse verstehen

„Alle Pfade des HERRN sind Gnade und Wahrheit denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren.“ (Psalm 25:10)

Der biblische Gebrauch des Begriffs „Bund“, der die Beziehung zwischen Gott und seiner menschlichen Schöpfung beschreibt, vermittelt die Vorstellung, mit ihm in Harmonie zu sein. Wenn also jemand eine Bundesbeziehung mit Gott eingeht, bedeutet das, dass er damit einverstanden ist, Gottes Willen zu tun, und Gott hat zugestimmt, ihn anzunehmen und ihn aufgrund dieses gegenseitigen Verständnisses zu segnen. Die Heilige Schrift verwendet den Begriff „Bund“ auch in Bezug auf Gottes feierliche Verheißung, bestimmte Dinge für seine Geschöpfe zu tun.

Der Begriff Bund, wie er von Gott gebraucht wird, wird insofern in den meisten Fällen bildhaft verwendet, als er unserem Geist einen Zustand der Harmonie mit dem Schöpfer vermittelt, im Gegensatz zu einem Zustand der Entfremdung von ihm. Es bedeutet nicht, dass ein Mensch, wenn er eine Bundesbeziehung mit Gott eingeht, ein buchstäbliches Dokument oder eine Vereinbarung unterzeichnet, sondern vielmehr, dass er in seinem Herzen dem göttlichen Willen zustimmt und sich entschließt, diesem Willen treu zu gehorchen.

Fünf Bündnisse

Es gibt fünf besondere Bündnisse, auf die in der Bibel Bezug genommen wird, die sich auf Gottes Plan beziehen. Das Erste davon beschreibt die Beziehung, die zwischen Adam und dem Schöpfer bestand. Der Prophet spricht davon, indem er sagt: „Sie [die Israeliten] aber haben den Bund übertreten.“ (Hosea 6:7) Adams Beziehung zu Gott wurde seit seiner Schöpfung durch einen Bund des Gehorsams begründet. Gottes Gesetz wurde ihm gegeben, und ihm wurde auch die Fähigkeit gegeben, dieses Gesetz zu halten, weil er vollkommen erschaffen war. Adams Rolle in diesem Bund bestand darin, seinem Schöpfer zu gehorchen. Das war das Mindeste, was er tun konnte, um seine Wertschätzung für sein Dasein und für die mannigfaltigen Segnungen des Lebens zu zeigen, die ihm zuteilwurden. Adam sollte so lange weiterleben, wie er Gottes Gesetz gehorchte.

Adam jedoch brach diesen ursprünglichen Bund und brachte durch seinen Ungehorsam die Todesstrafe über sich und alle seine Nachkommen. Gott war nicht verpflichtet, Adams Leben fortzusetzen, nachdem er den Bund, an dem er beteiligt war, gebrochen hatte. Unter diesem Bund war es notwendig, dass Adam für sein Fehlverhalten büßte, und das einzige Mittel zur Bezahlung war die Hingabe seines Lebens. So verlor Adam durch den Bruch des Bundes seine besondere Beziehung zum Schöpfer und verlor auch das Leben (1. Mose 2:15-17; 3:17-19; Psalm 51:5; Römer 5:12)

Mehr erfahren

Der Abrahamische Bund und der Neue Bund

Der Abrahamische Bund ist nicht der Neue Bund, er ist auch nicht der Gesetzesbund. Als Neuer Bund wird der Vertrag bezeichnet, den Gott mit Israel und der Menschheit geschlossen hat, die in der Regierungszeit des Messias danach streben, „wahre Israeliten” zu werden. Dieser Neue Bund tritt als Mittel in Kraft, um die Segnungen des Abrahamischen Bundes eintreten zu lassen.

Der Abrahamische Bund bezieht sich ausdrücklich auf Abrahams Samen, der herrlich und mächtig werden soll mit der Vorausschau, daß die Menschheit Segen erhält. Der Neue Bund bezieht sich auf den Plan, dem zufolge Abrahams gegenbildlicher Same nach seiner Verherrlichung das ehrenvolle Werk ausführt, das der Abrahamische Bund für diesen Samen vorsieht.

Die Erfüllung des Abrahamischen Bundes begann mit der Person unseres Herrn Jesus, nicht als er seine Herrlichkeit im Himmel verließ, noch bei seiner Geburt in Bethlehem, sondern als Gott seine Weihung annahm und ihn dort zu einer Neuen Natur zeugte und ihn dann bei seiner Auferweckung als Neue Natur vollendete. Vor seiner Zeugung durch den Heiligen Geist war der Mensch Jesus nicht Abrahams Same nach der Verheißung, die die Menschheit segnen würde, denn so lange Jesus im Fleisch war, selbst als vollkommener Mensch, konnte er unmöglich die Menschheit segnen. Die Welt stand unter dem Todesurteil und konnte den Segen erst empfangen, wenn die Voraussetzung für die Aufhebung dieses Todesurteils geschaffen war.

Mehr erfahren

Das Passah im Vorbild und im Gegenbild

„Denn auch unser Passah(lamm), Christus, ist geschlachtet: Darum laßt uns das Fest feiern, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit.”

1. Korinther 5:7 und 8

Die Passahfeier, die erste Einrichtung der göttlichen Gunst bei der Nation Israel, stellte bildlich die von unserem Herrn Jesus Christus eingesetzte Einrichtung göttlicher Gunst in der Abendmahlsfeier oder heiligen Gemeinschaft dar. Wie der Apostel in unserem Leittext zeigte, war das jüdische Passah ein Schatten oder Vorbild der besseren Dinge des wirklichen Passahs, mit dem wir Christen zu tun haben. Wir sind jedoch zu unserem Verständnis nicht nur abhängig vom jüdischen Vorbild, denn wir haben klare, göttliche Aussagen von unserem Herrn und den Aposteln in Bezug auf das Verhältnis zwischen Christus und seiner Kirche und der besonderen Errettung der Auserwählten. Trotzdem finden wir in den Vorbildern des Passahs viele Einzelheiten, die uns großartig dabei helfen, das Gegenbild zu verstehen. Zu allererst sollten wir beachten, daß das Passah direkt nur die Erstgeborenen von Israel betraf, obgleich indirekt auch alle Übrigen aus dem Volk Israel berührt wurden. Es ist festzustellen, daß die letzte Plage, die über Ägypten kam, den Tod aller ihrer Erstgeborenen mit sich brachte. Die Feier des Passah geschieht aufgrund der Tatsache, daß die Erstgeborenen Israels verschont wurden, oder daß der Todesengel in jener Nacht an ihnen vorüberging. Und genauso wie die jüngeren Kinder der Ägypter nicht gefährdet waren, so waren auch die jüngeren Kinder der Israeliten nicht in Gefahr. Daher wurde an den letzteren nicht vorbeigegangen. Sie waren jedoch sicherlich an dem Vorübergehen oder Verschonen der Erstgeburten interessiert, nicht nur wegen ihrer Verwandtschaft, sondern wegen des Herrn Vorsehung, daß jene Erstgeborenen am nächsten Tag Führer und Befreier des Volkes wurden, als sie von Ägypten weggingen. – 4. Mose 8:17 und 18

Mehr erfahren

Der das Lösegeld bezahlt hat, der erlöst hat, der das Sündopfer gestellt hat, der versöhnt hat, der als Fürsprecher und Mittler wirkt

Wenn wir auch eingestehen, daß wir nicht durch den Umfang an Erkenntnis über den göttlichen Plan gerechtfertigt sind, sondern durch das Maß unseres Glaubens, interessieren wir uns dennoch von Herzen für alles, was die Schrift über das Wahrheitsgebäude lehrt, und was die Reichweite unseres Glaubens als Ganzes erfaßt. Die Aufgabe war genauso groß, als wir uns zu Anfang damit befaßten, wie sie es heute ist, doch wir haben ihre einzelnen Züge nicht erkannt, wie wir es heute tun. Und sehr wahrscheinlich gibt es dort manche Punkte, die sich unseren Augen des Verständnisses in der Zukunft klarer erschließen werden. Unsere angemessene Haltung ist die der Dankbarkeit Gott gegenüber, daß wir anerkennen, daß Seine Sündenvergebung für uns irgendwie durch den Tod von Jesus möglich gemacht wurde. Die Anerkenntnis dieser Tatsache rechtfertigte uns und zog uns zum Herrn in unserer Taufe, wo wir sagten: „Die Liebe des Christus drängt uns.” – 2. Korinther (mehr …)