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Wahrscheinlich war Delila eine Amoriterin, eine Tochter jenes Volkes, das Kanaan bewohnte, als die Israeliten erstmals in das Land kamen, und die Israeliten konnten sie nie vollständig vertreiben. Die Amoriter waren groß, von starker Natur, hatten blondes Haar und blaue Augen.

Simson besuchte sie, wann immer es ihm gefiel, und hatte längst jede Furcht verloren, nicht zuletzt vor den Philistern, die zu jener Zeit das Land beherrschten. Zwanzig Jahre lang hatte er sich auf seine persönliche Stärke und Gewandtheit verlassen, was in ihm den Eindruck von „viel Glück“ fest verankert hatte. Was die Dinge Gottes betraf, dachte er offensichtlich nie darüber nach.

Simsons Verliebtheit in Delila blieb nicht unbemerkt und wurde Gegenstand einer Diskussion unter den Stadträten der fünf Fürsten der Philister. Das Wort „Fürst“ bezeichnete den offiziellen Rang eines Mitglieds dieses fünfköpfigen Führungsgremiums, das die Gebiete der Philister in Kanaan regierte. Sie wollten den schwer fassbaren Simson in ihre Hände bekommen und fragten sich, ob sie ihn über diese Frau erreichen könnten.

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