Dies erwäget

Was können wir unter dem biblischen Begriff Versöhnung verstehen?

„Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind durch sein Leben gerettet werden. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben.”

Römer 5:10 und 11

Der Prozeß der Zurückführung des entfremdeten menschlichen Geschlechts in Übereinstimmung mit Gott wird die Lehre der Versöhnung genannt. Die Notwendigkeit für eine Versöhnung oder Aussöhnung zwischen Gott und Seiner menschlichen Schöpfung ist eine der grundlegendsten Lehren der Bibel. Auf ihren Seiten wird wiederholt das Thema des Falles des Menschen und die Notwendigkeit eines Erlösers, das Opferwerk des Christus, angesprochen und das zuletzt kommende Königreich, als der Vermittler, der die notwendige Aussöhnung vollbringen soll. Unser Leittext ist ein Beispiel dafür, was die Schrift über dieses lebenswichtige Thema zu verstehen gibt.

In vielen Kreisen der heutigen Gesellschaft werden jedoch die einfachen Lehren der Bibel, die den Fall des Menschen und seinen gegenwärtigen Stand der Entfernung von Gott betreffen, gering geachtet, und als ein zu primitiver Glaube, um in moderner Theologie vertreten zu werden, abgelehnt. Die Echtheit des Berichtes im 1. Buch Mose über den Eintritt der Sünde in die Welt ist oft verworfen worden, indem man den Inhalt des Buches als Mythologie bezeichnet, der nur aufgrund seines literarischen Stiles Beachtung finden könnte. Dafür wird der Mensch als solcher gezeigt, der ständige Fortschritte bis zum großartigsten Zustand macht, als Ergebnis seiner eigenen erhöhten Anstrengungen. Wie unterschiedlich jedoch stellen die Schriften die Angelegenheit dar.

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Passende und unpassende Beurteilung von Geschwistern

„Einer ist Gesetzgeber und Richter, der zu retten und zu verderben vermag.” – Jakobus 4:12

In diesem Brief spricht Jakobus über das, was sich in der Kirche gezeigt hatte, daß einigen ohne ersichtlichen Grund nicht die gleiche hohe Ehre erwiesen wurde wie anderen. Dies wird besonders im zweiten Kapitel angesprochen. Einigen, die reich und einflußreich waren, wurden die hervorragendsten Sitze in ihren Versammlungen angewiesen, und sie wurden mit großer Ehrerbietung und Respekt behandelt. Anderen, die arm und demütig waren, wurden gewöhnliche Plätze gegeben, und sie wurden mit weniger Höflichkeit behandelt, als ob sie minderwertig wären. Die Geschwister wurden in einer Weise beurteilt, die im Gegensatz zu den Anordnungen des Herrn war. Der Apostel weist auf die Sünde hin, andere zu richten und daß man vom Standpunkt des Charakters den Menschen Respekt erweisen sollte. Er erklärt, daß wie es nur einen Gesetzgeber gibt, Jahwe, es auch nur einen großen Wertmaßstab gibt. Er, muß als derjenige, der den Wertmaßstab des Gesetzes festgelegt hat, der Ausführer Seines eigenen Gesetzes sein, obgleich Er verschiedene Repräsentanten dazu ernennen mag. Seine besonderen Repräsentanten sollen Christus und die mit ihm in der Herrlichkeit verbundene Kirche als Richter sein. Aber sie werden nach dem Wertmaßstab richten, der von dem großen Gesetzgeber gegeben wird, und es wird kein anderes Gesetz im Wettstreit damit zugelassen.

Da dies der Fall ist, und es eine Anordnung gibt, durch die wir als Gottes Kinder angenommen werden, wer ist derjenige, der es zu sagen unternimmt, was für ein Maß göttlicher Gunst oder Ungunst ein jeder in dieser Klasse bekommen mag? Wer kann sagen, wer im Zweiten Tod vernichtet werden wird und wer zum Leben errettet wird? Gott handelt mit einem jedem von uns persönlich, welche in Seine Familie angenommen worden sind. Daher ist die Tatsache, daß jemand so angenommen worden ist, ein Beweis, daß Gott in jener Person etwas erkannt hat, das Ihm gefallen hat. Wenn nun Er, der Gesetzgeber, bei einem etwas erkannt hat, das begünstigt einen solchen zu erwählen und ihn mit Seinem Heiligen Geist zu salben, welches Recht hat dann sonst jemand, denjenigen zu verdammen, den Gott für tauglich erkannt hat?

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„… auf das niemand Deine Krone nehme”

„Ich komme bald; halte fest, was du hast, auf daß niemand deine Krone nehme.” – Offenbarung 3:11

Unser Leittext hat eine Prophetie von Jesus selbst zum Gegenstand. Bei der Darstellung der sieben Entwicklungsstufen seiner Kirche sprach der Meister eine davon mit diesen Worten an. Nichtsdestoweniger sind sie für alle Versammlungen in jeder Zeit der passende Rat. So können wir jetzt genauso wie die speziell angesprochenen Geschwister belehrende Hinweise in unserem Leittext finden.

Er lehrt uns, wie die ganze Bibel, daß es für die Herrschaft von Sünde und Tod kein anderes Heilmittel gibt als das von Gott bereitgestellte, das beim zweiten Kommen des Erlösers zur Anwendung kommt, wenn er sein Reich aufrichtet. Die Zwischenzeit, der scheinbare Verzug für die Erfüllung unseres Gebetes „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden” bedeutet nicht etwa Gleichgültigkeit seitens des Vaters oder des Erlösers der Welt angesichts der schrecklichen Herrschaft von Sünde und Tod. Es ist indessen ein Zeichen von großer Ruhe auf Gottes und des Herrn Seite. Es zeigt, daß Gottes Plan wirkt, und daß er schließlich für die ganze Welt Segen bedeutet, den Segen, den Gott von den Tagen Abrahams an verheißen hat, den Segen für alle Geschlechter der Erde.

Von Anfang an hat Gott weise vorausgesehen, wie die sechs Tausendjahrtage der Herrschaft von Sünde und Tod in der Aussicht auf die Macht, die das Reich des Messias entfalten soll, zugelassen werden können. Es wird umfassend imstande sein, gestützt auf die göttliche Macht, Sünde, Leid, Schmerz und Tod, alles was die Menschheit quält, zu besiegen. Die vom Vater vorgesehene Zeit von tausend Jahren wird dazu reichlich bemessen sein. Und wenn die Kirche aus der Welt gesammelt sein wird als die Braut, die Frau des Lammes und Miterbin in seinem Reich, wird für das Werk der Wiederherstellung, der Heilung, der Aufrichtung, der Erneuerung der Menschheit alles bereit sein. Die Willigen und Gehorsamen werden in das Bild und die Wesensgleichheit mit dem Schöpfer zurückgebracht werden, zu den Eigenschaften, die durch Adams Sünde verlorengegangen sind, und die durch den freiwilligen Gehorsam Christi sogar bis zum Tod, dem schmachvollen Tod am Kreuz, zurückgewonnen wurden.

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Das geprüfte und erprobte Volk

„Jahwe, euer Gott, prüft euch, um zu erkennen, ob ihr Jahwe, euren Gott, liebet mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele.”- 5. Mose 13:3

Gott war mit den Kindern Israel in einen Vertrag eingetreten gemäß der ihrem Vater Abraham gemachten Zusage. Vierhundertdreißig Jahre nach seinem Bund mit Abraham hatte Gott Israel aus Ägypten herausgerufen, aus seinem Haus der Knechtschaft, und hatte es in der Wüste zu einem Volk gemacht. Er hatte ihnen vorgeschlagen, daß Er es, wenn sie Sein Gesetz und Seine Gebote halten würden, zu einem großen Volk machen würde, größer als alle Nationen der Erde. Sie waren in diesen Vertrag mit dem Herrn eingetreten und hatten bekundet, daß sie dieses Angebot Gottes annehmen und die Gelegenheit ergreifen würden, die göttlichen Segnungen schließlich an die ganze Menschheit weiterzuleiten. Jetzt aber war Israel im Begriff, den Jordan zu überqueren und in das Land der Verheißung einzutreten. Bevor Moses von ihnen schied, erklärte er ihnen, daß es nicht ausreichte, die Bedingungen des Vertrages zu erfüllen, um Gottes Volk zu werden, sondern Gott würde sie prüfen und sie Erprobungen aussetzen.

Warum sollte Gott sie prüfen? Als Volk hatten sie unter der Führung des von Gott bestimmten Dieners Ägypten verlassen. Sie waren durchs Rote Meer gezogen und hatten ihren Befreiungslobpreis gesungen. Sie waren vierzig Jahre durch die Wüste gewandert. Sie waren mit dem Wasser aus dem geschlagenen Felsen erfrischt und mit dem Himmelsbrot ernährt worden. Gott wußte alles über sie, als Er sie zu Seinem Volk machte. Was konnte Er darüber hinaus noch verlangen?

Halt! Ihre Väter hatten sich aber gegen Gott aufgelehnt und waren durch ihre Sünde in der Wüste umgekommen, weil sie gegen Ihn, dem sie sich zum Dienst verpflichtet hatten, aufbegehrt hatten. Da erklärte ihnen Moses, daß Gott sie prüfen wollte, wie weit nun sie als deren Kinder den Vertrag zu halten bereit wären. Er sagte: Ihr seid in diese Übereinkunft eingetreten, die Gott mit euren Vätern gemacht hat. Ihr habt die heilige Verpflichtung auf euch genommen Gottes Diener zu sein. Seid ihr jetzt bereit, der Maßgabe eurer Übereinkunft nachzukommen? „Jahwe, euer Gott, prüft, um zu erkennen, ob ihr Jahwe, euren Gott, liebet mit eurem ganzen Herzen und mit eurer ganzen Seele.” – 5. Mose 13:3

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