Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Wie sind wir geheiligt?

„Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung.“ – 1. Thessalonicher 4:3

Die Worte unserer Schriftstelle betreffen wie alle Briefe der Apostel nur die Heiligen Gottes. Hinsichtlich Seines Volkes ist dies Gottes Wille, Wunsch und Plan – seine Heiligung, seine völlige Absonderung von der Welt zu Ihm und Seinem Dienst. Es ist nicht Gottes Wille in dem Sinn, daß Er bestimmt hat, daß bestimmte Menschen geheiligt werden sollen, sondern es ist Sein Wille, daß es solch eine Klasse geben soll, und es liegt an einem jeden der Berufenen, ob er zu dieser Klasse gehört oder nicht.

Gott hat ein großes Werk durchzuführen und hat daher einen sehr triftigen Grund zur Herauswahl einer solchen Klasse. Wenn wir nach Vollendung ihrer Zahl zu ihr gehören möchten, müssen wir unsere Berufung und Erwählung festmachen durch die völlige Einhaltung der Vertragsbedingungen des Rufes, und dies sogar bis in den Tod. Wir sollten im Sinn behalten, daß der Herr jetzt eine geheiligte Klasse zu einer bestimmten Stellung, einem ganz besonderen Werk ruft und erwählt – zunächst, um für tausend Jahre mit dem Herrn Jesus Christus zusammenzuarbeiten bei der Wiederherstellung der ganzen Welt, einschließlich all derjenigen, die seit der Zeit Adams gelebt haben – zu ihrer Emporhebung von Sünde und Tod zu den Höhen der menschlichen Vollkommenheit, von der Adam fiel. Und dann sollen sie bei all dem zukünftigen Werk vereint mit Christus, ihrem Haupt, herrschen in alle Ewigkeit. Dies ist der Grund, warum dies als ein Hoher Ruf bezeichnet wird, ein himmlischer Ruf.

So ist der Wille Gottes, auf den dieser Schrifttext hinweist, nicht Sein Wille, der die Welt in den Zeitaltern betrifft, die dem gegenwärtigen Zeitalter folgen, noch ist es Sein Wille für die Engel. Es ist Sein Wille für die Kirche, die gerufen wurde, um die Braut Christi zu sein, Glieder seines Leibes. Dieser großartige Ruf ertönte niemals vor diesem Zeitalter, noch wird er jemals nach Beendigung desselben ertönen. Es kann nur eine Braut Christi geben, und wenn diese Klasse vollendet ist, wird es niemals eine Hinzufügung zu ihrer Zahl geben. Diese Klasse hat von der gegenwärtigen Gnade Gottes gehört, die durch Christus gegeben wurde, und hat deren Bedingungen angenommen und ist in den Lauf nach dem „Preis“ eingetreten.

Der Apostel sagt genau genommen in unserem Schrifttext: Hier sind wir als Christen, die Berufenen Gottes. Nun, was ist die eine Sache, die Gott uns zu tun auffordert? Möchte Er, daß wir den Siebten Tag beachten? Möchte Er, daß wir uns vom Verzehr von Fleisch enthalten? Möchte Er, daß wir verschiedene Formen oder Eigenarten annehmen? Nein! Der Wille Gottes ist unsere Heiligung. Es gibt einen bestimmten Unterschied zwischen den Worten Heiligung und Weihung, obwohl sie machmal fast austauschbar benutzt werden. Das Wort weihen hat den Gedanken von Hingabe. Weihung ist ein eindeutiger Schritt, der in einem bestimmten Augenblick erfolgt. Es ist der Verzicht

auf den eigenen Willen und allem anderem gegenüber Gott. Wer diesen eindeutigen Verzicht auf seinen Eigenwillen gegenüber dem Herrn nicht bekundet, hat niemals eine wirkliche Weihung gemacht. Wir glauben, daß es keinen Schritt gibt, der notwendiger von Gottes bekennendem Volk deutlich erkannt werden sollte, als dieser, und keiner, der notwendiger anderen gegenüber unmißverständlich dargestellt werden sollte, als dieser. Das Wort Heiligung beinhaltet nicht nur den Gedanken dieser eindeutigen und völligen Weihung am Anfang, sondern umfaßt auch den ganzen Prozeß der Umgestaltung des Charakters und der Vorbereitung auf das Königreich. Die Heiligung nimmt während des ganzen Christlichen Laufs zu, bis der Charakter völlig entwickelt und gereift ist, und er muß dann aufrechterhalten werden bis zum Ende des Weges.

Wie kann man in den himmlischen Wettlauf eintreten

Viele bekennende Christen erkennen nicht den Anfangsschritt völliger Weihung als unerläßlich für einen jeden, der ein Nachfolger Christi sein möchte. In unseren Gesprächen mit Leuten sagen uns viele, daß sie seit Jahren versuchen Kinder Gottes zu sein, daß sie seit Jahren suchen Gottes Willen zu tun und ein heiliges Leben zu führen. Wir versuchen diese immer zu dem besonderen Punkt zu bringen: Hast du richtig begonnen? Hast du den Christlichen Wettlauf auf der Außenseite oder auf der Innenseite zu laufen versucht? Dann fragen sie uns, was wir meinen. Und dann sagen wir ihnen, daß die Sache sich wie bei einem Wettlauf verhält, wo ein bestimmter Preis vergeben wird nach bestimmten fest umrissenen Regeln und Satzungen. Die Person, die an dem Wettlauf teilnehmen will, muß auf dem vorgesehenen Weg eintreten. Ein Papier muß ausgestellt und unterschrieben werden. Der Teilnehmer muß allen Bedingungen zustimmen. Dann wird er als ein Teilnehmer eintreten und muß in der vorgeschriebenen Bahn nach dem Ziel laufen.

Nun mag ein anderer, der es versäumt hat, dieses Papier zu unterschreiben und auf die vorgeschriebene Weise in den Wettlauf einzutreten, Runde um Runde auf der Außenseite der Rennbahn laufen. Er mag so schnell und so gut wie die auf der Innenbahn laufen. Er mag prahlerisch sagen: „Ich kann einen jeden besiegen, der auf der Laufbahn läuft!“ Würde er aber den Preis bekommen? Mit Sicherheit nicht! Er würde sich nur selbst lächerlich machen oder seinen Atem und seine Kraft vergeuden. Der wirkliche Wettlauf wurde auf der vorgesehenen Laufbahn gelaufen. Er hatte verfehlt, die vorgeschriebenen Bedingungen einzuhalten, und all seine Anstrengungen waren umsonst, soweit es die Erlangung des Preises betrifft. Und so verhält es sich bei einem, der sich bemüht, ein Christliches Leben zu führen, ohne daß er zuerst sorgfältig die Bedingungen dazu gelesen und dann eingehalten hat, die erforderlich sind, um ein wirklicher Jünger Christi zu sein und von dem Vater als Sein Kind anerkannt zu werden.

Wir glauben, daß dies die Schwierigkeit von vielen ist, die sich selbst Christen nennen. Viele, die mit uns reden, drücken gute Wünsche aus und all jenes, aber wir bringen sie genau zu dem Punkt:

„Hast du dich Gott völlig geweiht?“ Wir hatten kürzlich einen Fall dieser Art – ein Herr, der uns nun zum zweiten Mal angesprochen hat. In unserem Gespräch, bei seinem letzten Besuch, sagten wir: „Nun, du erinnerst dich, worüber wir gesprochen haben, als du zuvor hier warst.“ Er erwiderte, daß er gebetet habe. Wir sagten ihm dann, daß er kein Recht besäße, zu beten, daß er nicht berechtigt sei, beten zu können, bis er einen Fürsprecher beim Vater hätte; denn der Vater erhört keine Sünder. Wir sagten: „Du kannst nicht beten, bevor du nicht deinen Willen Gott übergeben hast. Und aller Zutritt zu dem Vater muß durch den Fürsprecher geschehen. ‚Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich.‘ Es gibt einen bestimmten Weg. Es ist nicht so, daß du in deinem Weg gehen kannst und ich in meinem. Alle Bedingungen für die Jüngerschaft sind von dem Herrn selbst festgelegt worden. ‚Wenn jemand mir nachfolgen will‘, sagte der Herr Jesus, ’so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach‘. Sofern wir nicht diesen Schritt der Selbstverleugnung vollziehen und uns dem Herrn übergeben, können wir verschiedene Dinge tun – zur Kirche gehen, usw., und doch keine wirklichen Christen sein. Wir sind keine Christen, bis wir Jesus als unseren Erretter angenommen und eine Weihung durch Christus zu Gott gemacht haben.“

Zwei Teile zur Heiligung

In einer Schriftstelle lesen wir: „Heiligt euch, und ich werde euch heiligen.“ Dies bedeutet, sondere dich selbst ab zu Gott, und Er wird dich absondern. Wir haben einen Anteil an diesem Werk und Gott hat einen Anteil. Wenn wir eine völlige Weihung vollziehen, wird Gott uns weihen; Er wird uns annehmen und uns für Sich absondern. Er gibt uns das Zeichen Seiner Annahme in der Zeugung durch Seinen Heiligen Geist. Solche beginnen bald zu erkennen, daß sie einen neuen Geist, eine neue Stellung, ein neues Herz besitzen. In unserem Schrifttext spricht der Apostel von dieser Klasse, indem er sagt: „Denn dies ist Gottes Wille, eure Heiligung.“ Ihr, die ihr euch selbst Ihm geweiht habt, und die Er angenommen und geweiht hat, hat Er abgesondert für Seinen Dienst.

Unsere Annahme von dem Vater ist nur der Anfang des heiligenden Werkes. Und es ist Sein Wille, daß dieses Werk in uns fortbestehen und fortschreiten sollte bis zur völligen Vollendung. Dieses heiligende Werk sollte unsere Sinne, unsere Hände, unsere Augen, unsere Ohren und Zungen – unser alles beeinflussen – damit wir völlig von dem Herrn benutzt werden können. Es ist der Wille, der zuerst abgegeben wurde; und der Wille schließt natürlich den Dienst unseres sterblichen Leibes mit ein.

Aber dieser Leib besitzt natürliche ihm eigene Neigungen. Die Verneinung des Eigenwillens bedeutet, daß jede Person suchen wird, jeden Gedanken, jedes Wort und jede Handlung in Unterwerfung unter den Willen Gottes zu bringen. Es ist eine Sache, daß der Wille heilig gemacht werde, und eine andere Sache, den Gedanken und den Leib völlig in eine Linie mit dieser Heiligkeit des Willens zu bringen. Der Wille ist mit uns gegenwärtig, aber das Problem ist, wie wir ihn ausführen können. Es ist nicht nur so, daß unser Wille diesen geheiligten Zustand aufrechterhalten muß, sondern wir müssen auch unsere Wertschätzung für den Willen des Herrn bei uns erweitern, um damit mehr und mehr den Opfergeist zu erlangen.

Geheiligt durch die Wahrheit

Welche Mächte, welche geistigen Kräfte, gibt es nun, die uns bei diesem Werk der Heiligung unterstützen? In seinem letzten Gebet zum Vater vor seinem Tod betete unser Herr Jesus: „Heilige sie durch die Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit!“ (Johannes 17:17) Hier gibt er uns den Schlüssel, auf welche Weise dieses Werk der Heiligung ablaufen wird. Wer sich Gott weiht, wird nicht sogleich die völlige Erkenntnis von sich selbst oder der Sünde erlangen. Zu Beginn ist er nur ein Baby. Aber ihm wird durch die Kraft des offenbarten Wortes, durch die Botschaft der Wahrheit, weitergeholfen. Auf welche Weise wird diese Botschaft heiligen? Der Apostel Paulus antwortet, daß Gott in uns sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen bewirkt. Er gibt uns in Seinem Wort außerordentlich große und kostbare Verheißungen. Er gibt uns Rat und Ermahnung. Und wenn diese unsere Herzen in Besitz nehmen und Eindruck bei uns hinterlassen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes, so sind wir gebunden in uns selbst, die friedlichen und kostbaren Früchte der Gerechtigkeit und Heiligkeit zu bewirken.

Wir erkennen, daß wir durch treuen Wandel auf dem schmalen Weg, den unser Meister wandelte, unseren Gott erfreuen und einen außerordentlich großen Lohn bekommen werden, sogar Miterbschaft mit Christus „zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbteil, daß in den Himmeln aufbewahrt ist für uns, die wir in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werden zur Rettung, (die) bereit (steht), in der letzten Zeit geoffenbart zu werden.“ (1. Petrus 1:4, 5) So sehen wir, wie höchst wichtig das Wort der Wahrheit in diesem Heiligungsprozeß ist, ob wir nun diese Wahrheit durch Lesen der Bibel oder von Zionsliedern oder von den Schriftstudien oder woher sonst bekommen. Was auch immer im Wort Gottes Eindruck auf unsere Herzen ausüben mag und unser Maß des Heiligen Geistes zunehmen läßt, ist ein Teil von dem, das das heiligende Werk bewirkt.

Der Weg der Heiligung

Es gibt einen weiteren Schrifttext, der uns mitteilt, wie wir geheiligt werden sollen. Dieser stellt fest, daß wir nach Gottes Willen „geheiligt sind durch das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi.“ (Hebräer 10:10) Des Apostels Gedanke ist hier, daß wir am Anfang nicht geheiligt, sondern „Kinder des Zornes waren, wie die anderen“. Wir konnten uns nicht selbst heiligen; und das Opfern des Leibes Christi, das Opfer seines unverdorbenen Leibes für uns, war die Grundlage, auf der wir Gottes geheiligtes Volk werden können. Kein Maß der Weihung hätte uns zum Volk Gottes machen können, es sei denn, daß als erstes die Grundlage dafür mit dem Opfer Jesu Christi gelegt würde. Sein Opfer öffnete den Weg. Sein Verdienst reinigte uns und machte uns für Jahwe annehmbar.

Wiederum lesen wir, daß wir zu den Erwählten gehören „durch Heiligung des Geistes“. (1. Petrus 1:2) Wenn wir uns selbst in der Weihung darbieten, werden wir als nächstes angenommen und vom Geist gezeugt. Diese Annahme und Zeugung sondert uns ab; sie führt uns in den Leib des Geweihten ein. Der Geist der Wahrheit inspiriert und führt uns auf dem himmlischen Weg. Er zeigt uns zuerst, daß wir Sünder sind, die einen Erretter benötigen. Als nächstes zeigt er uns, wie wir uns Gott gegenüber darstellen sollen. Und nachdem wir die Schritte getan hatten, die uns so gezeigt wurden, und wir als Söhne Gottes angenommen wurden, führte Er uns Schritt für Schritt zum vollen Manneswuchs in Christo. So bewirkt der Geist durch das Wort unsere völlige Heiligung.

Uns wurde wiederum gesagt, daß es „das Blut des Neuen Bundes ist, durch das wir geheiligt wurden“. (Hebräer 10:29) Wie ist dies zu verstehen? Gott hat einen großartigen Bund mit der Kirche gemacht. Er wurde zuerst mit dem Haupt dieser Kirche gemacht und dann mit denen, die seinen Leib bilden sollen. Es ist ein Opferbund. Jahwe sagte prophetisch durch den Psalmisten: „Versammelt mir meine Frommen, (meine Heiligen – meine Geheiligten) die meinen Bund geschlossen haben beim Opfer!“ (Psalm 50:5) Der Weg in diese Klasse zu kommen, die so gerufen und gesammelt wird, besteht darin, die Bedingungen anzunehmen, die von Gott selbst dazu festgelegt wurden. Niemand kommt in diese Klasse, außer durch das Blut des Bundes.

Als unser Herr Jesus in den Bund mit dem Vater eintrat, geschah dies durch seine Weihung bei der Taufe. Diese Weihung wurde ausgeführt und in seinem Tod auf Golgatha vollendet. Dort war das Vergießen seines Blutes – das Opfer seines Lebens – vollendet. Es gab keinen anderen Weg, um diesen Bund zu erfüllen. Es war notwendig, daß er all dies tat, damit er sowohl in seine eigene Herrlichkeit eintreten als auch der Erretter der Welt werden konnte. Und wir, die seine Leibesglieder geworden sind, müssen diesen gleichen Bund mit dem Vater ausführen. Wir sollen mit ihm aus seinem Kelch der Leiden und des Todes trinken. Wir sollen unser Leben niederlegen, wie er es niedergelegt hat. Unser Blut muß verschüttet werden, unser menschliches Leben muß mit dem seinen geopfert werden Es liegt kein Wert in unserem Blut, es sei denn, daß es durch Anrechnung des Verdienstes Christi annehmbar gemacht ist. Aber durch diese Anrechnung nehmen wir als Glieder seines Leibes an seinem Opfer teil. So ist unser Tod gleich dem seinen ein Opfertod und unser Blut wird wie sein Blut gerechnet. Wir sind durch Teilnahme an dem Blut des Bundes, dem Blut des Opferbundes, dem Blut, das den Neuen Bund versiegeln soll, geheiligt. Dieses Niederlegen unseres Lebens ist ein Werk, das in seiner tatsächlichen Ausführung Schritt für Schritt geschieht, wie es bei dem Herrn war. Es ist das Werk der Heiligung, das Fortschritte bis zu seiner Vollendung im Tod macht.

So ist es wahr, daß wir durch die Wahrheit geheiligt werden, welche für uns erleuchtet wird durch den Heiligen Geist. Die Opferung des Leibes Jesu öffnete den Weg zu dieser Heiligung. Und unser Opferbund sichert uns eine Teilnahme an dem „Blut des Bundes“ zu; und dies bedeutet unsere völlige Heiligung bis zum Tod. Wer nicht teilnimmt, den Kelch Christi zu trinken, nimmt nicht teil an seinem Opfertod und wird keinen Anteil am himmlischen Königreich haben. Die Welt wird einen Anteil haben an den Essen des Brotes, das aus dem Himmel kam; aber um Glieder des Opferleibes Christi zu sein, ist es notwendig, daß wir auch von seinem Blut trinken und mit ihm teilhaben an seinem Tod. Wir sollen übereinstimmend gemacht werden zu seinem Tod, damit wir an seiner Auferstehung teilhaben können, der Ersten (Haupt) Auferstehung. Die Welt soll keinen Anteil am Trinken des Kelches haben. Das Blut des Bundes, durch das wir, (die Kirche) geheiligt sind, soll den Neuen Bund für die ganze Welt versiegeln. Er ist bis jetzt noch nicht versiegelt, denn die Opferung ist noch nicht vollendet. Der Gesetzesbund diente als ein Vorbild des Neuen Bundes, der bald eingerichtet werden soll. Der Gesetzesbund wurde durch das Blut des vorbildlichen Stieres und des Bockes versiegelt. So wird der Neue Bund durch die „besseren Opfer“ versiegelt werden.

Das Sprenkeln des Blutes im Vorbild und Gegenbild

Dies alles ist eine unverdiente Gunst für die Bock-Klasse. Wie im Vorbild, als der Gesetzesbund eingerichtet wurde, Mose das Blut von Stieren und Böcken nahm und es zuerst auf das Buch des Gesetzes sprengte und damit vorbildlich die Gerechtigkeit Gottes zufriedenstellte und dann das ganze Volk besprengte, so besprengen im Gegenbild das Blut des gegenbildlichen Stieres und das Blut des gegenbildlichen Bockes zuerst das Gesetz, um die Gerechtigkeit im Interesse der ganzen Welt zu befriedigen und dann „das ganze Volk“, die ganze Welt, die in Adam tot ist. Dies wird Wiederherstellung bedeuten, die von der Welt im kommenden Zeitalter allmählich erreicht werden wird als eine Folge des Lösegeldopfers und seiner Anwendung zu ihrem Gunsten. Dies wird durch die Milleniumsherrschaft des Christus, Haupt und Leib, durchgeführt werden wird.

Es mag gefragt werden: Warum gab es viele Stiere und Böcke, die im Vorbild geopfert wurden, wenn es nur einen Stier und einen Bock im Gegenbild gab? Warum dieser Unterschied? Wir erwidern, daß es keinen Unterschied gibt. Es gab nur die Vielzahl von Stieren und Böcken im Vorbild. Aber warum? Weil das Vorbild viel mehr Blut erforderte als ein Stier und ein Bock hergeben würde, um ganz Israel besprengen zu können. Aber es gibt keinen Unterschied in dem Gedanken. Es stellte das Werk des einen Stieres und des einen Bockes im Gegenbild bildlich dar.

Es ist ein herrliches Vorrecht zu der Bock-Klasse des Herrn zu gehören, den Geheiligten in Jesus Christus, die mit ihm an den Leiden der gegenwärtigen Zeit teilhaben sollen, um dann mit ihm zu herrschen durch die ewigen Zeitalter der Herrlichkeit. Laßt uns Gott gegenüber unsere Wertschätzung dieses herrlichen Rufes durch Treue bis in den Tod beweisen.

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