Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Ungehorsam – Strafe – Hoffnung

„Denn gleichwie in dem Adam alle sterben, also werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden.” – 1. Korinther 15:22

Vom 1. Buch Mose an bis zur Offenbarung ist die Schlange ein Symbol für Satan. Die Sünde eingeführt zu haben geht zu Lasten des großen Widersachers von Gott, der von Ehrgeiz getrieben, danach trachtete, sich unsere ersten Eltern und ihre Nachkommen als seine Untertanen zu sichern. Er gedachte dazu ein neues Reich zu errichten, um zu sein wie der Allmächtige. Dieser sündige, illoyale Ehrgeiz richtete nicht nur verheerenden Schaden in einem Cherub an, degradierte ihn und machte ihn zu einem Feind Gottes, sondern durch ihn wurde auch in unserem Geschlecht verheerender Schaden angerichtet: Gottes Todesurteil mit allen damit verbundenen Leiden und Krankheiten, Schmerzen, geistigen, moralischen und körperlichen Gebrechen, die die Menschheit in den Verfall und schließlich in den Tod führte. Wir alle sind Zeugen dieser Strafe: die Schilder der Arztpraxen und nicht weniger mancher Trauerflor erinnern uns daran, daß das Todesurteil auf unserer Rasse lastet – die schlimmste Katastrophe, die man sich vorstellen kann.

Die Versuchung von Mutter Eva

Daß eine Schlange bei der Versuchung von Mutter Eva eine Rolle gespielt hat, darüber kann kein Zweifel bestehen, doch ob sie mit einer hörbaren Stimme sprach oder nur durch ihre Handlungen, das wissen wir nicht; wahrscheinlich ist es letzteres, wie uns z. B. das Sprichwort sagt: „Taten sprechen lauter als Worte.” Satan benutzte bloß die Schlange als Instrument für seine Verführung. Sein Streben ging dahin, Zuneigung, Liebe und Respekt unserer ersten Eltern von Gott zu sich umzulenken; dazu hatte er vor, als ihr Freund zu erscheinen und zu unterstellen, daß Gott, auch wenn Er der Schöpfer war, selbst der Übertreter sei, der ihren besten und wahrsten Bestrebungen und ihrem Wohlergehen im Wege stehe. Der Herr hatte unsere ersten Eltern in den Garten Eden gesetzt, der in jeder Weise vortrefflich war und ohne Einschränkung für das vollkommene Menschenpaar ausgestattet war, damit sie im vollen Umfang ihre Vollkommenheit als Menschen genießen konnten. In ihm gab es alle Arten von Bäumen zum Leben, deren Früchte, wenn man sie aß, andauerndes Leben garantierten. Doch unter diesen Bäumen des Lebens in diesem Garten stand ein ganz besonderer Baum, den der Herr dem Baum der Erkenntnis bezeichnet hatte und wo der Herr verboten hatte, daß unsere Eltern dessen Früchte essen sollten. Diese Einschränkung mußte nicht zwingend für alle Zeiten sein. Zu gegebener Zeit, wenn die Gehorsamsprüfung die Treue unserer ersten Eltern bewiesen hätte, hätten sie ohne Zweifel die uneingeschränkte Freiheit im Gebrauch dieses Baumes der Erkenntnis bekommen. Dies aber vor der Zeitgrenze des Herrn vorwegzunehmen, war nicht nur der Beweis ihres Ungehorsams, sondern ihr eigener Schaden, und darauf stand Gottes Urteilsspruch: „… welches Tages du davon issest, wirst du gewißlich sterben.” – 1. Mose 1:17 und „Sterbend sollst du sterben”.

Diese Einschränkung bezüglich des Baumes der Erkenntnis wurde zum Einfallstor der Verführung. Satan kannte den Wesenszug, der bei jedem das Interesse weckt und den Wunsch erzeugt nach etwas Verbotenem, die Neugierde, warum etwas verboten ist. Solche Gedanken waren ohne Zweifel Adam und Eva durch den Kopf gegangen und waren als ungehörig beiseite getan worden, weil gewiß ihr Schöpfer, der soviel zu ihrem Wohlergehen und ihrer Freude getan hatte, ihnen nichts wirklich Förderliches vorenthalten würde. Daher ließen sie die Angelegenheit angesichts Seiner Güte auf sich beruhen, um dem Herrn gehorsam zu sein und die verbotene Frucht nicht zu kosten. Da erfolgte Satans Angriff: Er gab sich als ihr bester Freund aus und deutete an, auf Gottes Seite liege Selbstsucht vor, weshalb Er ihnen dieses Verbot gegeben habe. Und mehr als das: Er unterstellte, daß sie niemals glücklich sein würden ohne jenes wertvolle Wissen, das sie durch die Frucht des Baumes erlangen würden, und er fügte hinzu, daß Gott sie belogen habe, als Er sagte, daß dem Genuß der verbotenen Frucht unausweichlich der Tod folgen werde.

Wenn Satan aufgetreten wäre und direkt oder durch die Schlange mit ihnen Zwiesprache gehalten hätte, wären sie vermutlich auf der Hut gewesen und hätten sich wohl gewundert, warum ein Geschöpf Gottes abfällig von Gottes Weisheit und Seiner Liebe gesprochen hätte. Wir nehmen an, daß sich die ganze Szene durch Zeichen abgespielt hat, daß unter der Anleitung Satans die Schlange Früchte vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse aß. Und als Mutter Eva sah, daß der Schlange nichts passierte, sie indessen wußte, daß die Schlange eines der schlauesten Tiere auf der Erde war, stellte sie die Überlegung an: „Hat Gott uns getäuscht? Hat Er einen Grund uns zu täuschen? Warum hat Er zu uns gesagt, daß wir sterben würden, wenn wir von der Frucht essen, wo wir doch sehen, daß die Schlange davon ißt und nicht stirbt? Das hat sehr wahrscheinlich dazu geführt, daß die Schlange, die regelmäßig diese Frucht genießt, die klügste aller lebenden Kreaturen in unserem Wirkungsbereich ist.” Und als die Frau der Logik des Gedankens folgte, daß der Baum gut war, um klug zu werden, wurde sie von ihrem Wunsch nach Klugheit gefangen genommen und geriet in Gehorsamsverweigerung dem Gebot ihres Schöpfers gegenüber. Sie aß und bekam dafür wirklich viel mehr Erkenntnis, gepaart mit Verurteilung, Sorgen, Schmerzen und Leid. Denn die Erkenntnis wuchs ihr nicht nach Gottes Zeit und Ordnung zu, sondern durch die Verletzung seines Gebotes.

„Ein Menschenmörder von Anfang an”

So lockte Satan Mutter Eva in seine Falle und brachte durch sie die Todesstrafe über Adam und seine Nachkommen, und so wurde er der große Menschenmörder. Das drückt unser Herr Jesus aus mit den Worten: „Jener war ein Menschenmörder von Anfang an und ist in der Wahrheit nicht bestanden.” – Johanes 8:44 Sein Trachten, wie auch das Trachten aller, die die Harmonie mit Gott nicht kennen, ist böse und schadenbringend, und jeder, der dem Folge leistet oder damit übereinstimmt, ist nicht klug. Der Apostel sagte: „… wie die Schlange Eva durch ihre List verführte … .” – 1. Korinther 11:3 Das ist seine Vorgehensweise bei allen unseren Versuchungen. Er tritt nicht ins Licht, sondern sucht immer Finsternis für Licht auszugeben, zu täuschen, in die Irre zu führen. Wir sollten auch bedenken, daß Mutter Eva keine Erfahrung mit der Sünde hatte, noch mit irgendeinem Widersacher Gottes und der Gerechtigkeit, und so konnte sie um so leichter versucht werden. Da diese Versuchung durch sie weitergeleitet wurde, wiegt sie hundertfach so schwer, als es sonst gewesen wäre. So lesen wir die Worte des Apostels: „Adam wurde nicht betrogen.” – 1. Timotheus 2:13 Er war sich bewußt und völlig davon überzeugt, daß der Tod die Strafe dafür sein würde, wenn er die verbotene Frucht äße, ungeachtet der Wirkung der Frucht bei der Schlange. Die ihn betreffende Versuchung berührte in ihm den verletzlichsten Punkt: die Liebe zu seiner Frau.

Es wird vermutet, daß der Sündenfall eineinhalb Jahre nach Vater Adams Erschaffung geschah, es gibt aber keinen Anhaltspunkt dazu, für wie lange er seine schöne und geliebte Gefährtin Eva hatte. Indessen ist den Schriften zu entnehmen, daß er lange genug allein gelebt hat, um zu erkennen, daß es unter all den Tieren, den Herden und anderen Geschöpfen seines Wirkungsbereichs keine passende Gefährtin für ihn gab. Und als der Herr ihm schließlich eine Frau aus seinem eigenen Fleisch und Blut und seiner eigenen Wesensart gab, fand er in ihr eindeutig jene Ergänzung, nach der er sich so gesehnt hatte. Als er jetzt gesehen hatte, daß Eva von der verbotenen Frucht gegessen hatte und sie sterben mußte, glaubte der Arme offenbar, daß das Leben ohne sie nicht mehr lebenswert ist, und er beschloß, es um jeden Preis mit seiner Braut zu teilen – und so nahm er ihrem Beispiel folgend von der Frucht, wohl wissend, daß dies seinen Tod bedeutete. Er handelte gegen Gottes Gebot nicht nur mit Wissen und Willen, sondern er tat es auch vorsätzlich; er beging Selbstmord.

Satans Täuschungen siegen weiterhin

Wir sollten unsere ersten Eltern nicht zu streng verurteilen, sondern beachten, daß sie, wenngleich vollkommen in ihren Fähigkeiten und im Bilde Gottes erschaffen, doch nicht vollkommen waren in ihrer Erkenntnis. Sie hätten klug genug sein sollen, die Grenzen ihres Wissens zu kennen oder zu erfassen und dem Herrn vertrauen. Der Mangel an Glauben war Mutter Evas Problem. Und wenn Vater Adam seinerseits ein volles Maß an Glauben gehabt hätte und den Gehorsam bewahrt hätte, dann hätte Gott wohl auf irgendeine Weise für die Wiederherstellung seiner Gefährtin gesorgt, doch für ihren unentwickelten Status war die Prüfung zu schwer. Sie haben sie nicht bestanden – wie sie zweifellos fast alle ihre Kinder unter den gleichen Umständen nicht bestanden hätten. Wir machen ihnen keinen Vorwurf, und wir sehen, daß Gott, der voraussah, welchen Weg sie einschlagen würden, es vorzog, sie diesen Weg gehen zu lassen und nicht eingriff. Es war Seine Absicht, ihren Ungehorsam letztlich zu überwalten zu einer höheren und viel weiter gespannten Durchführung Seines gnadenreichen Planes durch die Erlösung und schließliche Segnung durch das Zentrum Seines Planes: Jesus.

Sehen wir nicht heute andauernd den gleichen Ungehorsam, ungeachtet der Tatsache, daß wir umfangreichere Erfahrungen als unsere ersten Eltern im Bezug auf die Sünde und ihre Strafe haben? Wie oft führt nicht Ehrgeiz oder das Streben nach Wissen zum Ungehorsam gegenüber Schranken, die Gott eingerichtet hat, was ernsthaften Schaden für den Ungehorsamen nach sich zieht? Man sollte meinen, daß die uns vor Augen geführte Lektion so gewaltig und überzeugend ist, daß jeder, der von ihr erfährt, vor jeder Versuchung die Flucht ergreift und schwört, um jeden Preis dem Wort Gottes gehorsam zu sein. Wie Vater Adam würden auch heute Unzählige gegen Gottes Gebote verstoßen.

Wem sollen wir glauben?

Wer nun versucht ist, Mutter Eva zu verurteilen, weil sie auf die Stimme der Schlange gehört hat, der sollte sich klar machen, daß die große Mehrheit der Menschen Satans Lüge glaubt und die göttliche Botschaft verwirft. Fast alle Nichtchristen glauben an Satans Lüge: „Mit nichten werdet ihr sterben.”, so daß sie beim Tod von Freunden behaupten, jene seien nicht tot, sondern lebendiger denn je. Doch das ist nicht das Schlimmste: Die sogenannte Christenheit hat generell die gleiche Lüge angenommen. Man glaubt genauso, daß niemand tot ist, sondern daß die Menschen in dem Moment, in dem sie sterben, in Wahrheit viel lebendiger werden als je zuvor. Wie können wir daher Mutter Eva Vorwürfe machen, wenn wir doch sehen, daß die Täuschungen auf der ganzen Linie zunehmen, ungeachtet der Lektionen, die die Christen gelernt haben, und die ihre Kinder durch ihr Beispiel gelernt haben sollten? So wie der Glaube an Gott uns immer in die richtige Richtung lenkt und Segen für uns mit sich bringt, so bedeutet das Ablehnen von Gottes Rat und das Annehmen des Rates der Schlange automatisch Schaden in einen bestimmten Grad und Umfang.

Man kann auf der Welt hinschauen wo man will: Menschen aus sogenannten Religionen beten ihre Vorfahren an und bilden sich ein, daß sie mit ihnen kommunizieren, wo doch die Schrift sagt, daß jene tot sind und nichts wissen und auch niemals etwas wissen würden, wenn es den Loskauf nicht gäbe, den Jesus auf Golgatha geleistet hat. Jene Verstorbenen würden in keinem denkbaren Wortsinn das Bewußtsein erlangen, ehe sie nicht durch unseren Herrn bei seiner zweiten Gegenwart durch die Gewalt der Auferstehung auferweckt werden. Man kann die Christenheit beobachten und wird feststellen, daß zwei Drittel von ihnen der Lehre vom Fegefeuer anhängen, in dem ihre Verwandten und Freunde vom Augenblick ihres Todes an schmachten. Es wird für die Toten gebetet und für ein Ende ihrer Schmerzen werden Messen bezahlt. Wir denken an die tausende von schändlichen Arten von Aberglauben, die auf diesen Irrtümern basieren, und wir sehen, daß der Spiritismus, der jetzt schon großen Einfluß hat, und der wie die Schrift es darstellt, zunehmend größere und verderblichere Auswirkungen erreicht. Dabei sind wir uns im klaren, daß all diese Irrtümer ihre Wirksamkeit aus jener Lüge beziehen, die der Widersacher damals in Eden in die Welt gesetzt hat, nämlich daß die Toten nicht tot, sondern lebendig sind und fähig, durch Medien zu kommunizieren usw. Wir sehen, wie Satan diesen Irrtum durch alle Zeitalter hindurch benutzt hat, und wie er die Toten durch die gefallenen Engel, die Dämonen, hat verkörpern lassen in dem Bestreben, die Lebenden zu täuschen. Wir wollen diese Lektion lernen und uns mit den Worten des Apostels sagen: „Gott aber sei wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner … .” – Römer 3:4

Verfluchen und Segnen

Wir wollen uns bewußt sein, daß jeder, der sich gegen das Zeugnis Gottes stellt oder es leugnet, ein Lügner ist, in dem nicht die Wahrheit wohnt. Wir haben aber die feste Zusage, daß Gott treu ist, und wissen, daß die Todesstrafe Realität ist, daß der von unserem Herrn Jesus bezahlte Loskaufpreis sein – tatsächlicher – Tod war, und daß die segensreiche Vorsorge von Gottes Plan für die Zukunft die Menschheit aus dem Todesschlaf, aus der Bewußtlosigkeit des Todes erwachen läßt zu dem Zweck, ihr eine klare Erkenntnis von Gott und Seiner Wahrheit zu vermitteln und sie aus Aberglauben und bösen Einflüssen, aus Verfall und dergleichen zu befreien, die durch das Befolgen von Satans Lüge über sie gekommen sind.

Der Fluch, der auf dem Menschengeschlecht liegt, ist eine Verdammung, eine Strafe, eine Verwerfung. Die von Gott verdammte Schlange hat wohl eine Art von Veränderung an Habitus und Bewegungsart erfahren und ist für die Menschen zum Synonym und Repräsentanten jedes Übels geworden; verhaßt, abscheulich, ein Sinnbild für Sünde und Satan. Nicht nur in unserer Lektion wird darauf aufmerksam gemacht, sondern auch in der Geschichte Israels. Feurige Schlangen kamen über Israel als Fluch oder Strafe für Sünde. Und als die Leute, bedingt durch den Mangel an Vertrauen, dahinstarben, richtete Moses nach Gottes Anweisung eine kupferne Schlange an einer hohen Stange auf, bei deren Anblick und im Glauben die Israeliten vom Gift der Schlange geheilt wurden. So war schon früh zu ahnen, daß Christus zu einem Fluch, einem Sündopfer für uns gemacht werden sollte, und daß wir, wenn wir im Glauben auf ihn schauen, gesund werden würden.

Der Schlange den Kopf zertreten

Als der Herr die Schlange – das Böse – verfluchte, sagte Er: „Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.” – 1. Mose 3:15 Aus der Schrift geht klar hervor, daß sich die göttliche Prophetie erfüllen wird, daß unser Herr Jesus der Same des Weibes ist, durch den die Segnung kommen wird, und daß die Kirche, seine Braut, Miterbe mit ihm sein wird in den Leiden, die verbunden sind mit der zukünftigen Ehrenstellung, die diese Miterben dann einnehmen werden für das große Werk, die Menschheit von all dem Bösen zu befreien, das durch Satan, die Schlange, über sie gekommen ist. Kopf und Ferse stehen sinnbildlich für lebensnotwendige und nicht-lebensnotwendige Körperteile. So haben Christus Jesus, das Haupt, und die Kirche, die Leibesglieder, das ganze Evangeliumszeitalter hindurch alle durch die Schlange zu leiden gehabt. Sie litten durch das Böse, durch Satan, aber unter Gottes Vorsehung sind ihre Leiden nicht schwerwiegend oder todbringend; es wird gewissermaßen ihre Ferse zertreten. Diese Personengruppe (der Same) ist vom Heiligen Geist gezeugt; sie sind Neue Schöpfungen. Daher kann sich in ihren irdischen, menschlichen Erfahrungen nichts wirklich schädlich für ihr geistiges Wohlergehen auswirken. Alles „Zermalmen der Ferse” wird unter der göttlichen Überwaltung zum Guten beitragen in der Entwicklung des Charakters und für die Zubereitung dieser jetzt von Leiden betroffenen Glieder im Hinblick auf das weit größere ewige Gewicht an Herrlichkeit. So war es auch mit unserem geliebten Heiland, der, verwundet für unsere Übertretungen, vom Vater hoch erhöht worden ist. Wir haben nun Anteil an seinen Leiden, seiner Schmach, seinem Tod und dürfen Anteil haben an seiner Herrlichkeit.

Die Schlange wiederum, deren Kopf wird zermalmt werden, und das Böse wird schließlich völlig vernichtet zu Gottes gegebener Zeit. Jetzt allerdings noch nicht; das Böse blüht und siegt, nicht nur wie dies schon immer in der Menschheitsgeschichte der Fall war, sondern in zunehmendem Maß – was genau übereinstimmt mit der Aussage: „Böse Menschen und haltlose Führer werden immer mehr überhandnehmen.”, und in naher Zukunft wird die Macht Satans in solchen und über solche offenbar werden, die ihm ergeben sind. Der Christus wird nach und nach jene alte Schlange, Satan, den Teufel binden und ihn in den Abgrund werfen und über ihm versiegeln, damit er die Völker nicht länger täuscht, bis die tausend Jahre von Christi Herrschaft vergangen sind, bis die ganze Menschheit umfassend Gelegenheit hatte, zur wahren Erkenntnis Gottes zu gelangen und auch die Gnade wahrnehmen kann, die ihr durch das Opfer ihres großen Erlösers geschenkt wurde.

Die Kirche wird ihrerseits eingebunden sein in dieses Werk, das Böse zu zermalmen. Dies hören wir aus den Worten des Apostels: „Der Gott des Friedens aber wird in kurzem den Satan unter eure Füße zertreten.” – Römer 16:20

Unser Leittext

Unser Leittext trifft genau das Thema: Adams gesamte Nachkommenschaft stirbt ausnahmslos aufgrund seines Ungehorsams. Nachdem er gescheitert ist, über Gottes Geschenk des ewigen Lebens weiter verfügen zu können, ist es ihm auch nicht gelungen, diese Lebensqualität und Lebensstufe auf seine Kinder zu übertragen. Die sechstausend Jahre Weinen und Sterben sind für die Welt durch die Sünde eine entsetzliche Lektion voll von außerordentlicher Sündhaftigkeit geworden. Aber, Gott sei Dank, ist die Zeit des Seufzens der Schöpfung bald zu Ende, und der neue Zeitlauf steht vor der Tür. Der sich selbst als Lösegeld für Adam dahingab und dabei nicht zur ihn, sondern sein ganzes Geschlecht erkaufte, das durch jenen ersten Menschen das Leben verloren hatte, dieser große Heiland ist im Begriff, die Herrschaft der Gerechtigkeit in der Welt aufzurichten und jene segensreiche Epoche, das goldene Zeitalter, zu eröffnen, auf das die ganze Schöpfung wartet und wonach sie sich sehnt, bewußt oder unbewußt.

Der Segen eines Lebens im vollen, ewigdauernden, umfassenden Sinn ist die Zukunft für „alle in Christo”, und für niemand sonst. Jetzt ist Gelegenheit gegeben, mit ihm in Beziehung zu treten als seine Braut und sein Miterbe. Wessen Herz des Verständnisses und wessen aufmerksame Ohren diese wunderbare Gelegenheit erfaßt habt, wird gesegnet, und er wird mit Freude Gottes Angebot annehmen – um den Preis aller irdischen Interessen. Mit Gewißheit wird der Treue im Glauben dem Herrn gleich sein und ihn sehen wie er ist und seine Herrlichkeit teilen. Dann, in seiner Gegenwart, wird die Menschheit im allgemeinen die Gelegenheit bekommen, durch den Christus Gottes Gnade zu sehen, zu hören und anzunehmen, nicht als seine Braut, denn diese Personengruppe wird dann vollzählig sein, nein, sie werden das Vorrecht erhalten, als seine Kinder mit Christus in Kontakt treten zu können, da sie von ihm Leben bekommen und von ihm ins Leben zurückgebracht werden. Da wird durch den zweiten Adam wiederhergestellt, was im ersten Adam verloren war. Wer diese große Hoffnung in ihn hat, reinige sich selbst und bemühe sich, eine Beziehung mit Christus aufzubauen und so so rasch als möglich Anteil zu haben an den Freuden und Segnungen der Gunst Gottes. „Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.” – 1. Johannes 5:12

Download PDF