Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Die Waffenrüstung Gottes

„Zieht an die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr zu bestehen vermögt wieder die Listen des Teufels … an dem bösen Tag.” – Epheser 6:11 und 13

An dieser Stelle warnt der Apostel wiederum vor dem Ende des Zeitalters, indem er es „den bösen Tag” nennt, an welchem Satans Kräfte in besonderer Weise fühlbar werden würden, „zu täuschen und irrezuführen, so es möglich wäre, selbst die Auserwählten zu veführen”. Gleichzeitig verweist uns der Apostel auf eine Waffenrüstung, welche Schutz gewähren würde wider alle Täuschungen Satans. Diese Waffenrüstung ist nicht für das Fleisch vorgesehen, sondern für die Gesinnung der Neuen Schöpfung. Gott ist ihr Hersteller, und Menschen sind Seine Werkzeuge bei dieser Arbeit. Diese Waffenrüstung ist Sein Wort, Seine Botschaft, Seine Wahrheit. Am „bösen Tag” wird diese Waffenrüstung allein schützen, und man wird derselben vollständig bedürfen, mögen auch frühere Generationen an einem Teil derselben genug gehabt haben.

Der Gürtel um die Lenden

Der Gürtel um die Lenden deutet auf die Weihung zum Dienen hin, und der Apostel ermahnt uns dringend, darauf zu achten, daß wir nicht dem Irrtum dienen, sondern der Wahrheit. Ein jeglicher untersuche seinen Gürtel, ob es auch der richtige ist und gürte sich dann damit und werde ein Diener der Wahrheit, oder sei wenigstens dienstbereit.

Der Brustharnisch der Gerechtigkeit

Der Brustharnisch der (zugerechneten) Gerechtigkeit (Christi) ist ebenfalls unentbehrlich. Der Herr erkennt niemanden als Soldat des Kreuzes an, der Seinen Maßstab der Gerechtigkeit nicht von anderen Maßstäben zu unterscheiden vermag und demselben nicht vor allen anderen den Vorzug gibt, niemanden, der die Lehre von der Gerechtmachung aus Gnade (durch Glauben) verwirft, die auf das kostbare Blut seines Sohnes gestützt ist.

Die Sandalen des Friedens

Die Füße müssen beschuht sein mit der Bereitschaft des Evangeliums des Friedens. Der Soldat des Kreuzes, der ohne den Frieden Gottes, der ihm über raue Stellen auf seinem Wege hinweghilft, in den Krieg zieht, wird weniger ausrichten und mehr Mühe haben, als der, welcher Frieden zu halten sucht, soviel an ihm ist, mit allen Menschen, soweit dies ohne Verleugnung der Wahrheit möglich ist. Wer ohne Schuhe auszieht, geht auf die Jagd nach Trübsal und wird wenig anderes finden.

Der Schild des Glaubens

Den Schild des Glaubens benötigen wir zum Schutz gegen die feurigen Pfeile des Widersachers, die Lehren von der unsterblichen Seele und der Entwicklung (des Affen zum Menschen; des Menschen zum Engel usw.) – und die darauf abzielende Lehre der Schriften, die Reinigung, das Wort Gottes zu meistern (die sogenannte höhere Kritik) und der daraus entstehende Unglaube (oder das Besserwissen wollen als Gott). „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen.” „Das ist der Sieg, der die Welt überwindet, eben euer Glaube.” – Hebräer 11:6 und 1. Johannes 5:4

Der Helm des Heils

Der Helm des Heils bedeutet das Erfassen des Planes Gottes mit der Vernunft. Das war zuvor weniger notwendig als jetzt, in der „Ernte”, da der Widersacher die Wahrheit so wütend bekämpft, und aus Bildung und Wissenschaft Waffen zu schmieden sucht, welche die Wahrheit umstoßen sollen, ist dieser Helm jetzt unentbehrlich. Und jetzt erst ist derselbe in einer Gestalt und Größe erhältlich, die selbst dem geringsten Kreuzsoldaten paßt. Der Herr hielt den Angreifer weit genug von den Seinen, daß der Schild des Glaubens sie schützen konnte; jetzt aber beschafft er die ganze Waffenrüstung, und fürwahr zur rechten Zeit.

Das Schwert des Geistes

Das Schwert des Geistes, das Wort Gottes, ist die einzige Angriffswaffe der kleinen Schar des Herrn. Ihr Anführer siegte in seinem guten Kampf gegen den Widersacher, indem er ihm sein „Es steht geschrieben” entgegenhielt. Dies ist auch der Schlachtruf der Seinen. Andere als die wahren Kreuzsoldaten haben für den Herrn gekämpft mit fleischlichen Waffen, mit menschlichen Lehren, mit weltlicher Weisheit und Methode, mit Beschlüssen von Konzilien, Synoden, Kirchenräten usw. Unsere Zuflucht in dem Streit an diesem bösen Tag sei einzig das Wort Gottes. Was dort geschrieben steht, sei unser Glaube; darauf allein wollen wir uns berufen! Wir müssen nicht Pfeile brauchen wie der Satan, nicht Zorn, Bosheit, Haß und Streit. Das Schwert des Geistes aber kann nur der richtig handhaben, der das Wort Gottes unter der Leitung des Heiligen Geistes gründlich durchforscht mit heiliger Gesinnung, nicht mit der Absicht, es zu meistern, sondern sich belehren zu lassen, nach dem Eintritt in den Dienst, nach der Einreihung unter die Soldaten des Kreuzes.

„Wehe Euch, Pharisäer!” (Lukas 11:37 – 54)

„Irret euch nicht, Gott läßt sich nicht spotten.” – Galater 6:7

Wir haben allen Grund anzunehmen, daß unter den zahlreichen Religionsgemeinschaften in den Tagen unseres Herrn die der Pharisäer die beste, die Gott und seinem Gesetz am meisten ergebene war. Die Sadduzäer bekannten sich nicht zu einem zukünftigen Leben. Sie waren Politiker und hatten keinen Glauben. Die Essener, die in der Schrift nicht erwähnt werden, waren eine kleine Sekte, eine Art höhere Kritiker, hatten wenig Glauben und eine verschwommene Lehre, wo Heidnisches und Jüdisches vermischt waren. Die Pharisäer könnte man als die orthodoxe Körperschaft des Judentums bezeichnen. Ihr Name bedeutet „heilige Leute”. In unserer Betrachtung übergeht Jesus die anderen Gruppierungen, die gänzlich von Gott abgewichen waren, und wendet sich ausdrücklich an die Pharisäer und zeigt auf, bei welchen Dingen sie, trotz ihrer zur Schau gestellten Heiligkeit, erhebliche Defizite bezüglich dessen hatten, was Gott wohlgefällig sein würde.

Ein Pharisäer hatte Jesus zu einem Essen in seinem Haus eingeladen. Die Einladung wurde sogleich angenommen, und Jesus kam und setzte sich mit anderen zu Tisch, ohne dem Brauch diverser Waschungen Folge zu leisten, der bei den Pharisäern üblich war. Das bedeutet für uns nicht automatisch, daß Jesus unachtsam war. Wir können eher darin erkennen, daß das Händewaschen bei den Pharisäern eine Förmlichkeit war, die Jesus bewußt ignorieren wollte, um die Gelegenheit wahrzunehmen, diesen Geist zu kritisieren, für den diese Förmlichkeit ein gutes Beispiel abgab.

Der Gastgeber hielt Jesus für einen heiligen Mann, nicht für einen Zöllner oder Sünder, und bemerkte etwas befremdet, daß er die übliche Förmlichkeit der Waschung nicht einhielt. Diese Bemerkung bot die Chance für eine Diskussion über die Sache. Jesus zeigte, das ein großer Teil der Religion, die auch die frömmsten Juden praktizierten, nur formelle Handlungen, Gebräuche waren, und nicht echte Religion. Nach außen hin waren sie rein, aber ihr Inneres, ihr Herz war unrein, dem Wucher zugeneigt und voll Schlechtigkeit. Der Herr wollte zeigen, daß in Gottes Augen das Herz das Wichtige ist, und daß das Äußere sauberzuhalten zweitrangig ist. Das Innere eines Gefäßes sollte in erster Linie beachtet werden und danach das Äußere.

Eigentlich werden die Menschen, die in ihrem Herzen mit dem Herrn in Übereinstimmung sind, durch Gehorsam gegen Seine Botschaft und Seinen Geist ganz und gar rein, äußerlich und im Innern. Man kann ruhig sagen, daß jemand, der reinen Herzens ist, je nach seinen Lebensumständen und Chancen, danach trachten wird, rein zu sein als Person, in seiner Rede, in jeder Form des Auftretens. Das in ihm wirkende Prinzip wird seine Worte, Gedanken und Taten beeinflussen, und das an jedem Tag und in jeder Stunde.

Den Äußerungen des Herrn nach, sowohl in dieser Situation als auch bei anderen Gelegenheiten, könnte es so aussehen, als sei Begehrlichkeit einer der großen Fehler der Pharisäer. Nach dem griechischen Text nannte sie Jesus ‚geldliebend‘. Einmal sagte er zu ihnen, daß diese Habsucht, Gier und Geldliebe sie dazu brachte, in betrügerischer Absicht die Rechte anderer zu mißachten. Er sagte: Ihr verschlingt die Häuser von Witwen, und meinte damit, daß sie aus dem relativ schutzlosen Familienstand dieser Frauen Nutzen ziehen, um eigenen Reichtum anzuhäufen. Es hat tatsächlich den Anschein, daß viele von den Pharisäern ziemlich reich waren. Jesus wies darauf hin, daß Gott bei solchen falschen Herzensstellungen kein Gefallen an ihnen finden konnte, selbst wenn sie noch so beflissen die auf äußere Handhabung bezogenen Vorschriften des jüdischen Gesetzes beachteten. Er machte darauf aufmerksam, daß sie durch ihr strenges Einhalten des Verzehntens (ein Zehntel ihres Jahreseinkommens als Abgabe) besonders darauf bedacht waren, dies auch bei kleinen Kräutern durchzuführen und davon nur winzige Mengen erzielten. Sie waren darauf bedacht, in jedem Fall ein Zehntel abzugeben, aber sie beachteten wichtigere Dinge des Gesetzes nicht, nämlich in ihrem Tun Gerechtigkeit walten zu lassen und anderen gegenüber barmherzig zu sein. Der Meister hatte nichts gegen ihre Praxis des Verzehntens von allem einzuwenden, doch er erklärte, daß sie dies durchaus tun, die wichtigeren Dinge aber nicht ungeschehen lassen sollten.

Ein anderes Mal warf er ihnen vor, „Ihr seihet eine Mücke und verschluckt ein Kamel”- Matthäus 23:24 – eine starke Übertreibung, ein Sprachbild, das zeigt, wie widersprüchlich ihre Überlegungen und ihre Handlungen waren. Das Seihen einer Mücke steht für ihre Gewissenhaftigkeit, das Verspeisen von durch Ersticken getötete Tiere zu vermeiden. Das Verschlucken eines Kamels bedeutete dagegen, daß sie bei aller Sorgfalt in den kleinen Dingen Gottes Gesetz für die wichtigen Dinge völlig außer Acht ließen. Jesus machte ihnen klar, daß sie besser mildtätig statt habgierig und selbstsüchtig sein sollten, und daß dann die äußere Sauberkeit weniger wichtig wäre, wenn sie diese Herzensstellung hätten.

Er beobachtete, daß sie die vordersten Sitze in den Synagogen haben wollten und auf den Marktplätzen gegrüßt werden wollten. Ihr Besitzstreben nehme die Form von Stolz und auch von Unehrlichkeit an. Sie wollten in religiösen Dingen als einzig kompetent gelten, beliebt sein und als ‚Rabbi‘ – Lehrer, Gebildeter – verehrt werden. Und der Herr fügte hinzu, sie seien wie Gräber, außen sauber und weiß getüncht, innen aber voll Tod, Zersetzung, Schmutz, Unheiligkeit. Sie seien fromme Leute nur dem Äußeren oder den Förmlichkeiten nach.

Wir nehmen uns nicht heraus alle oder einige Religionsgemeinschaften zu verurteilen und die Worte des Herrn auf sie anzuwenden. Wir haben nicht wie der Herr die Macht in den Herzen der Menschen zu lesen, noch haben wir die Befugnis, sie Heuchler zu nennen. Der Herr hat uns gelehrt: „Verurteile nichts vor der Zeit” und er sagt, daß bei seinem zweiten Kommen alles aufgedeckt wird. Bei jedem einzelnen wird sich der wahre Status zeigen. Er beschreibt, daß dann viele sagen werden: Herr, haben wir nicht viele große Dinge in deinem Namen getan? Trotzdem wird er ihnen entgegnen, ich kenne euch nicht! Ihr wart schändliche Arbeiter, habt unrecht gehandelt – in meinem Namen.

Ohne Menschen zu verurteilen, steht zu befürchten, daß ein Großteil der Christenheit unserer Tage von Apostel Paulus zutreffend so beschrieben wird, wenn er von unserer Zeit sagt: „die eine Form von Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen”. – 2. Timotheus 3:5 Äußerlich sind sie Christen, aber im Innern Skeptiker, habgierig, erpresserisch, ungerecht. Der Mensch ist nicht imstande, über diese Dinge richtig zu urteilen. Wer eifrig und dem Herrn ergeben ist, wird als Heuchler und Betrüger beschimpft, während andere, die untreu sind, weiß getünchte Gräber, in den Himmel gehoben werden als Idole des Glaubensbekenntnisses oder als großzügige Wohltäter in ihren jeweiligen Gemeinschaften.
Wenige unter den Pharisäern, die besonders gebildet, talentiert und beschlagen waren in den Lehren des Gesetzes und den Propheten, waren ausgebildete Anwälte und promovierte Juristen, in etwa das gleiche wie hier Doktoren der Theologie. Jesus wandte sich an diese Leute und warf ihnen vor, den einfachen Leuten Lasten aufzuladen, die sie selbst nie tragen würden. Er sagte, daß sie derart strenge Auslegungen von Gottes Gesetzen lehrten, die die einfachen Leute abschrecken. Von den Zöllnern und Sündern wurde ein Maß an Vortrefflichkeit und Vollkommenheit verlangt, dem nachzukommen sie selbst nicht einmal versuchen wollten – offenbar mit dem Hintergedanken, die einfachen Leute mit der Frömmigkeit der Geistlichen zu beeindrucken, damit man noch unterwürfiger ihnen gegenüber wäre. Sie errichteten Grabmäler für die Propheten alter Zeiten und vergaßen dabei, daß ihre Väter, deren Geisteshaltung auch sie hatten, genau die Leute waren, die jene Propheten getötet, zum Tode verfolgt haben.

Wehe! Wehe! Wehe! Wehe! Wehe!

Wenn Jesus Wehe gegen die Pharisäer prophezeite, sollten wir nicht denken, daß er sie zur ewigen Qual verurteilte oder andeuten wollte, daß dies die Art Wehe sein würde, die auf sie zukäme. Das Wehe für die Pharisäer bestand darin, daß sie im Begriff waren, den großen Segen zu verspielen, den Gott dem jüdischen Volk zugesagt hatte, nämlich den einer führenden Körperschaft im Reich des Messias. – 1. Mose 12:3 Diese Verheißung gehörte in erster Linie Israel. Wegen ihrer Nachlässigkeit wurde sie ihnen weggenommen und einem anderen Israel gegeben. Wären genügend von ihnen ‚wahre Israeliten‘ gewesen, um Gottes vorherbestimmte Auswahl zu bilden, die Braut Christi, dann wäre die Königreichs-Einladung nicht an die Nationen ergangen.

Die Pharisäer waren von allen Juden in der besten Position, die Miterbschaft mit dem Messias anzutreten, aber sie erkannten nicht, was sie verloren, wie es Jesus mit dem Ausdruck „Wehe euch” greifbar machte. Er wollte ihn als Zeichen von Mitgefühl und Wohlwollen verstanden wissen. Dieser Gedanke ist aus dem Zusammenhang zu verstehen, in dem es um das große Elend ging, das zur Zeit nach Jesu Kreuzigung über sie kam und im Jahr 70 n. Chr. seinen Höhepunkt erreichte in der völligen Zerstörung ihrer Stadt und ihres Staates.

Wie der Herr erklärt, war dieses schreckliche Elend eine Begleichung von Jahwes Rechnung mit dem jüdischen Volk für all das unschuldige Blut, das vergossen worden war, und für das keine Sühne stattgefunden hatte. Jene Pharisäer wußten kaum etwas darüber, daß ihre Heuchelei nicht nur sie selbst daran hinderte, als Miterben mit dem Messias in seinem Reich vorbereitet zu werden und auch die Masse des Volkes, das ihnen vertraute, davon abhielt. Jesus nimmt darauf Bezug, wenn er im nächsten Vers – Lukas 11:52 – sagt: Ihr habt den Schlüssel zum Verständnis weggenommen. Weder werdet ihr selbst ins Reich eingehen, noch erlaubt ihr andern hineinzugehen, die dies sehr gerne tun würden, die aber in die Irre geführt werden, weil sie sich auf eure Aussagen verlassen.

Die meisten Bibelforscher glauben, daß die große Zeit der Drangsal, die am Ende des jüdischen Zeitalters herrschte, eine bildliche Darstellung oder eine Prophetie ist für die wesentlich größere Drangsal, die das Ende des Evangelium-Zeitalters ausmacht, und die Wehe auf die Pharisäer unserer Tage bringt, Wehe auch auf alle Verbrecher, wenn die jetzigen Institutionen umgestürzt werden – als Vorspiel der Aufrichtung der Gerechtigkeit, der messianischen Regierung in Herrlichkeit.

Geistige Ausgewogenheit

„Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht.” – 2. Timotheus 1:7

Weder Radikalismus noch Fanatismus sind Elemente eines wahren christlichen Charakters. Es ist nie nötig, fanatisch zu sein, um mit ganzem Herzen dem Herrn und Seinem Wort der Wahrheit geweiht zu sein. Der Apostel Paulus sagte, „eines aber (tue ich)”, aber dieses „eine” schloß alles ein, was der Wille Gottes für einen Christen beinhaltet. – Philipper 3:13 Der Nachfolger Christi mag nach der weltlichen Meinung einseitig erscheinen, wenn er genau auf alles achtet, was der Herr von ihm zu tun wünscht, und wie er sein soll, aber er erscheint nicht so von Gottes Standpunkt. Paulus war nicht radikal im Sinn eines Extremisten, weil er einer besonderen Richtlinie eines Christen nachstrebte. Er ging jedoch in seiner völligen Loyalität gegenüber Gott und Seinen Willen zu tun keinen Kompromiß ein.

In unserem Leittext offenbart der Apostel, daß es der Einfluß des Heiligen Geistes Gottes ist, der ihn im christlichen Leben Kraft gibt, der ihm die Stärke verleiht, den Willen Gottes auszuführen. Es ist der Geist Gottes, der den Wunsch bringt, sich für andere zu opfern, was gottähnliche Liebe im Einsatz für diese ist. Es ist auch der Geist Gottes, der dem Christen einen gesunden Sinn gibt. Dem Geist der Macht und der Liebe und des gesunden Sinnes wird vom Apostel Paulus zum Kontrast der Geist der Furcht gegenübergestellt. Ein Mensch, der von Furcht erfüllt und mehr oder weniger kontrolliert wird, kann nicht zur gleichen Zeit zu einem ausgewogenen Urteil gelangen.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Ausübung eines gesunden Sinnes ist daher das Monster der Furcht durch die Ausübung des Glaubens und des Vertrauens in die Verheißungen Gottes zu besiegen. Uns wird durch das Wort versichert, daß unabhängig davon, wie furchtbar unsere Feinde auch erscheinen mögen, Er uns helfen wird, sie zu überwinden. Ganz gleich, welchen Mangel wir an Weisheit haben, wird Er uns großzügig von Seiner Weisheit geben. Gott hat tatsächlich verheißen, daß Er all unsere Bedürfnisse befriedigen wird. – 1. Johannes 5:4, 2. Korinther 12:9, Jakobus 1:5 und Philipper 4:19

Im Vertrauen auf diese Verheißungen, von denen keine fehlgeschlagen ist, ist der Christ dazu imstande, sich dem Studium des göttlichen Willens mit völliger Zuversicht zu nähern. Ganz gleich, womit wir befaßt sein mögen und was dabei beteiligt sein mag, geschieht nichts aus Zufall, was unser allweiser Himmlischer Vater für uns vorhergesehen und vorgesehen hat. Dies bedeutet, daß wir niemals im Leben zögern dürfen, irgendeine bestimmte Richtung einzuschlagen, die Gott als Seinen Willen für uns zeigt. Kein Teil des göttlichen Willens kann wegen der menschlichen Einschränkungen weggelassen oder nur teilweise ausgeführt werden. Unser Gehorsam gegenüber allem, was Gott fordert, wird mit größter Sicherheit zu dem führen, was unser Leittext als den Geist eines gesunden Sinnes beschreibt.

Annehmbare geistige Ausgewogenheit wird durch ein Studium des Wortes Gottes und der Anwendung Seiner Vorschriften in unserem täglichen Leben erlangt. Es ist jedoch notwendig, daß wir das Wort der Wahrheit genau wiedergeben und uns völlig unter dessen Einfluß bringen. Wie der Apostel zeigt, soll der einzige Zweck sein, „das Wort der Wahrheit richtig zu teilen”, uns „Gott bewährt zur Verfügung zu stellen”. – 2. Timotheus 2:15 Dies bedeutet, daß der geringste Grad der Selbstsucht oder Unaufrichtigkeit bei unserem Bibelstudium verhindern wird, daß wir es richtig verstehen. Nicht bereit zu sein, das Wort der Wahrheit anzuwenden und in der Praxis danach zu handeln, ist vielleicht mehr als alles andere für viele unzutreffende Darstellungen der Lehren der Bibel verantwortlich. – Jakobus 1:22 – 25

Gott prüft unsere Aufrichtigkeit

Gott handelt mit Christen entsprechend ihrem Glauben und ihrer Aufrichtigkeit ihrer Weihung. Aus diesem Grund hat Er zugelassen, daß Sein Wort in solch einer Weise geschrieben wurde, daß es als eine praktische Prüfung dienen kann, ob es wirklich unser Wunsch ist, Seinen Willen zu erkennen und zu tun. Die abgedroschene Feststellung, daß „die Bibel wie eine alte Fidel ist, auf der jeder Ton gespielt werden kann”, bewahrheitet sich erst dann, wenn wir mit unserem Studium der Wahrheit nur danach trachten, eine Rechtfertigung dafür zu finden, daß unser gefallenes Fleisch die Kontrolle über unser christliches Leben zu erlangen wünscht.

Die praktische Anwendung der christlichen Prinzipien wird in der Bibel in solch einer Weise dargestellt, daß, wenn wir irgendeinen Grad von Eigenwillen zeigen, wir fast jede extreme Darstellung rechtfertigen können, welche in unserer selbstsüchtigen Einbildungskraft Zustimmung finden mag. Ein Beispiel, wie wir die Bibel in dieser Weise mißbrauchen können, wird in den jeweiligen unterschiedlichen Darstellungen der Apostel Paulus und Jakobus illustriert, die jeweils die Wichtigkeit des Glaubens ohne Werke und des Glaubens, der durch Werke im christlichen Leben unterstützt wird, zeigen. Paulus sagt, daß wir „aus Glauben gerechtfertigt sind”, und in Fortsetzung der Wichtigkeit des Glaubens zitiert er das Beispiel von Abraham. – Römer 4:1 – 4 und 5:1 Paulus sagt auch: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch Glauben, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es.” Diesen Gedanken betonend fügt er weiter hinzu: „… nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.” – Epheser 2:8 und 9 Jakobus gibt andererseits zu bedenken, worin der Nachweis oder der Beweis seiner Treue gegenüber Gott bestanden hätte, wenn Abraham nicht entsprechend seinem Glauben gehandelt hätte. – Jakobus 2:21 – 24

Sicherlich machen diese Schrifttexte verständlich, daß die Errettung nicht auf Grund unserer eigenen Werke zu erlangen ist, sondern vielmehr durch den Beweis oder die Darstellung unseres Glaubens. Dies rechtfertigt jedoch keinen Mißbrauch oder Verzerrung von Schriftstellen, um den irrigen Gedanken zu unterstützen, daß untätig im Dienst des Herrn zu sein, ein Teil des göttlichen Willens ist. Wenn wir jedoch nach einer Gelegenheit ausschauen, das Vorrecht des Opferns zu vermeiden, könnten wir in den Worten des Apostel Paulus irrigerweise einen komfortablen Ruheplatz auf dem Sofa der Untätigkeit finden.

In Wirklichkeit ist es so, daß Paulus erklärt, daß der Glaube und nicht die Werke die Grundlage unserer Gemeinschaft mit Gott ist. Er bestätigt in zahlreichen Schriftstellen die Lehren des Jakobus, welcher die Notwendigkeit von Werken betont, die unseren Glauben unter Beweis stellen. Paulus sagt, daß „der Glaube sich durch Liebe betätigt”, und er fordert die Thessalonicher dazu auf ihren „Werken des Glaubens Bemühungen der Liebe hinzuzufügen” und betet, daß „das Werk des Glaubens in Kraft in ihnen vollendet werde”. – Galater 5:6, 1. Thessalonicher 1:3 und 2. Thessalonicher 1:11 Wenn unsere Gedanken durch das vollständige Zeugnis der Schriften recht ausgewogen sind, werden wir in Betracht ziehen, daß, während die Errettung aus Glauben und Gnade geschieht, Gott von jenen, die dies auf dieser Grundlage erlangen, doch erwartet, daß sie Sein Lob verkünden, indem sie ihre Leiber in Seinem Dienst niederlegen.

Annehmbarer und unannehmbarer

Aufrichtigkeit

Was die Angelegenheit der „Werke” betrifft, sagt uns die Schrift, daß es möglich ist, daß wir beanspruchen könnten, eifrig für den Herrn zu wirken, und wir dennoch nicht Seine Zustimmung haben. Jesus erwiderte einigen, die zu ihm kamen und seine Freundschaft auf der Grundlage der „vielen wunderbaren Werke” beanspruchen wollten, die sie in seinem Namen getan hatten, „Ich habe euch niemals gekannt. Weicht von mir, ihr Übeltäter!” – Matthäus 7:21 – 23 Dieser Schrifttext sollte uns sicherlich dahin gehend beeinflussen, daß er uns hilft, die geistige Ausgewogenheit zu behalten, indem wir danach trachten nur jene Werke anzuerkennen und zu tun, die aus Gottes Sicht annehmbar sind.

Ohne Frage ist es Gott angenehm, wenn ein Christ sich eifrig in seinem Dienst erweist. In der Tat zeigt sich das ideale christliche Leben darin, daß es völlig und direkt Gott gewidmet ist, wie dies bei unserem Meister der Fall war. Es befinden sind jedoch nur wenige Menschen dazu in der Lage, einen Vollzeit-Dienst zu leisten. Die Bibel selbst begrenzt die Tatkraft der Christen durch Hinweise auf die irdischen Pflichten, die besonders gegenüber der Familie erfüllt werden müssen, bevor jemand sich richtig frei fühlen kann, seine Zeit und Kraft dem direkten Dienst Gottes zu widmen. – 1. Timotheus 5:8

Dem aufrichtigen Christen wird es keine große Schwierigkeit bereiten, mit diesen verschiedenen Erfordernissen der Schrift im Einklang zu leben. Wenn wir jedoch nicht aufrichtig sind, kann es möglich sein, daß wir in ihnen eine Entschuldigung zu finden suchen, uns vor der Verantwortung gegenüber unserem Weihegelübde zu drücken, das uns dazu aufruft, unsere Leiber als „ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer” darzustellen, was unser „vernünftiger Gottesdienst” ist. – Römer 12:1

Der göttliche Auftrag, welcher der Kirche gegeben wurde, beinhaltet unmißverständlich Anstrengungen der Selbstopferung bei der Verkündigung der guten Botschaft vom Königreich. Die Beispiele der Apostel zeigen in dieser Beziehung deutlich, welche Bedeutung sie diesem Auftrag zumaßen. Ihre Anweisungen betonen wiederholt die Wichtigkeit der Treue im Dienst des Herrn. Dies bedeutet jedoch nicht, daß es die einzige Forderung für einen Christen ist, noch daß er fortwährend und in einer fieberhaften Weise in der Ausführung des großen Werkes tätig sein sollte.

Tatsächlich berichtet die Bibel sehr viel über die Ausführung des Dienstes für den Herrn. Wenn jemand glaubt, daß er seinen Weg in das Königreich einfach „bewirken” kann, könnte er sich selbst vielleicht in so einem Lauf rechtfertigen und all die anderen wichtigen Anweisungen zum Wachstum im christlichen Charakter vernachlässigen. Wenn er so handelt, wird er jedoch keine rechte Ausgewogenheit bei der Umsetzung seiner geistigen Angelegenheiten erreichen.

Wir wollen aber in unserem christlichen Leben vor diesem einseitigen Standpunkt auf der Hut sein und es vermeiden, zu jenen zu gehören, die beanspruchen, des Meisters Gunst aufgrund von „wundervollen Werken”, die sie vollbracht haben, erlangt haben.

Die wahre Ausgewogenheit zwischen Glaube und Werken ist es, zu erkennen, daß unsere Rechtfertigung vor Gott vollständig auf der Grundlage unseres Glaubens an das Verdienst des von Christus vergossenen Blutes beruht, und daß dieser Segen nicht etwas ist, das wir selbst verdient haben, sondern die „Gabe Gottes”. Darüber hinaus und aus äußerster Wertschätzung für Gott, für Seine reichliche Vorsorge für uns, sollten unsere Herzen auf Gottes Güte spontan antworten wie Saulus von Tarsus, der den Herrn fragte: „Herr, was willst du, das ich tun soll?” – Apostelgeschichte 9:6

Wenn wir in der Heiligen Schrift emsig nach einer Antwort auf diese Frage suchen, bekommen wir Anweisungen mit dem Ergebnis, daß wir „Diener der Versöhnung” sein sollen, „Botschafter” der Wahrheit; und daß wir „das Wort zu gelegener und ungelegener Zeit predigen sollen”. All dies soll jedoch auf der Grundlage unserer stetigen Wertschätzung der Tatsache bestehen, daß wir zuerst „durch Jesus Christus” mit Gott versöhnt wurden. – 2. Korinther 5:18 – 20 und 2. Timotheus 4:2

Der Dienst ist annehmbar, weil die Liebe Gottes unsere Herzen berührt hat, daß wir einfach nicht darauf verzichten können, unseren Lobpreis bei jeder Gelegenheit zu äußern. Der Beweis solcher sich selbst opfernder Liebe und Zuneigung wird als ein „lieblicher Duft” zu Ihm emporsteigen. – Philipper 4:18 So wird unser Glaube durch unsere Werke bewiesen, wie Jakobus zu verstehen gibt.

Keine Gedanken machen, was morgen geschehen wird

Eine andere Illustration, wie der Herr die Aufrichtigkeit unserer Weihung prüft, geschieht in der Weise, in der Er mit uns hinsichtlich unserer täglichen Nöte handelt. Jesus weist seine Jünger auf die Vorsorge des Himmlischen Vaters für jene hin, die Ihm dienen, indem Er an die Sperlinge, Raben und Lilien als Illustrationen Seiner liebenden Fürsorge erinnert. – Lukas 12:6, 7 und 22 – 31 Er versichert seinen Jüngern, daß sie mehr wert sind als „viele Sperlinge”, und sie Gott hinsichtlich all ihrer materiellen Nöte völlig vertrauen können. Jesus fordert sie weiterhin zu solch einer Hingabe von ganzem Herzen auf, einem Dienst der Einseitigkeit des Zwecks hinsichtlich ihrer geistigen Interessen, daß ihre irdischen Angelegenheiten bei ihnen nicht Sorgen und Angst hervorrufen sollten. Er sagte: „Seid nicht besorgt für das Leben, was ihr essen, noch für den Leib, was ihr anziehen sollt.” – Lukas 12:22

Dies ist ein sehr zu Herzen gehender Befehl, und nur sehr wenige sind imstande gewesen, das großartige Prinzip anzuwenden, das hier zur Führung des christlichen Lebens festgelegt worden ist. Einige haben jedoch diese Worte zu buchstäblich genommen, und als ein Ergebnis haben sie zeitliche Verantwortlichkeiten nicht wahrgenommen. Sicherlich ist dies nicht das, was Jesus meinte, noch leiteten die Apostel diesen Gedanken in den Anweisungen für sie ab. Später finden wir, daß der Apostel Paulus der Kirche besondere Anweisungen gibt, daß von ihren Gliedern der rechte Gedanke hinsichtlich materieller Nöte erwartet werden sollte. Er sagt uns, daß jeder für die Seinen und besonders für die Hausgenossen sorgen sollte. Und Paulus fährt fort, wenn jemand dies nicht tut, so „hat er den Glauben verleugnet”. – 1. Timotheus 5:8

Um geistig ausgewogen zu sein, müssen wir diese oder andere Schriftstellen ähnlichen Inhalts in Einheit mit den Worten Jesu in Lukas 12 betrachten, um die Harmonie des Gedankens zwischen ihnen zu erkennen und sie praktisch anzuwenden. Die Anordnungen Jesu bedeuten zweifellos, daß der geweihte Gläubige zu beachten hat, daß er sein ganzes Leben dem Dienst Gottes geweiht hat, um zuerst nach dem Königreich zu trachten. Dies muß im vollem Vertrauen geschehen, daß der Himmlische Vater seine irdischen Interessen überwachen wird.

Während sich jemand persönlich dem Herrn weihen kann, kann er nicht seine Familie in dem Sinn weihen, daß sie ein Teil des Opfers werden muß, das er macht. So kann die praktische Ausführung des Weihegelübdes, das jemand eingeht, ihn nicht von den Verpflichtungen für jene entbinden, die in einem bestimmten Maß von seiner Fürsorge und Unterstützung abhängig sind.

Wir können unsere geistige Ausgewogenheit auch auf eine andere Weise verlieren, durch eine falsche Darstellung der Anweisungen zur Vorsorge für die notwendigen Dinge des Lebens für uns und für jene unseres Haushalts, indem wir nur sehr wenig auf dem Altar Gottes opfern. Mit anderen Worten ist es möglich die Vorsorge für uns falsch zu verstehen, als ob sie bedeute, Luxusgüter zu erwerben oder Schätze auf der Erde zu erwerben, wovor Jesus uns warnt. – Matthäus 6:19

Wenn wir geistig ausgewogen sind, werden wir erkennen, daß Gott möchte, daß wir die notwendige Zeit und Energie einplanen, um für jene zu sorgen, die wirklich von uns abhängig sind. Jedoch werden wir selbst diese notwendigen Pflichten als dem Herrn getan und zu Seiner Herrlichkeit erfüllen, während wir so viel wie möglich von unserer Zeit zurückkaufen, um direkt für den göttlichen Dienst gebraucht zu werden.

Unsere Errettung bewirken

Der Apostel ermahnt uns, „unsere Errettung mit Furcht und Zittern zu bewirken”, indem er uns versichert, daß „es Gott ist, der in uns wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen”. – Philipper 2:12 und 13 Diese Worte geben zu verstehen, daß letztlich niemand für uns unsere Errettung bewirken kann, daß es vielmehr eine persönliche Angelegenheit zwischen uns und dem Herrn ist. Dies bedeutet, daß wir persönlich für das verantwortlich sind, was wir glauben und was wir tun. Als Einzelperson sollen wir „alles prüfen”, und nicht irgendetwas einfach als wahr annehmen, weil es durch einige Freunde, denen wir vertrauen, zu uns gelangt ist, oder durch Lehrer, wie viel wir ihnen auch sonst vertrauen mögen. – 1. Thessalonicher 5:21

Unsere Errettung zu bewirken, bedeutet auch, daß wir eine Liebe für christliche Freiheit entwickeln und uns selbst nicht erlauben, durch irdische Sekten und Glaubensbekenntnisse gebunden zu werden. In der Ausübung wahrer Freiheit in Christo werden wir als Einzelpersonen die Verheißungen Gottes beanspruchen und erkennen, daß sie unser sind, unabhängig von der Meinung der Menschen. Wenn wir daran festhalten, daß die Verheißungen uns gegeben sind, werden wir uns des Herrn erfreuen, ganz gleich, welche Erfahrungen wir auch machen mögen. Wenn wir Vorrechte für den Dienst an der Wahrheit bekommen, werden wir uns freuen. Wenn zu anderen Zeiten Gottes Vorsehung etwas anderes für uns bestimmt, können wir uns auch freuen, weil wir wissen, daß Sein Wille geschieht.

Während wir unsere persönlichen Vorrechte als Christen wahrnehmen, sollten wir nicht die Tatsache ablehnen, daß wir auch eine Verantwortung gegenüber anderen haben. In der Tat hat der Herr in Seiner Weisheit angeordnet, daß viele der Segnungen, die wir als Einzelne empfangen, durch andere Nachfolger Christi uns kommen. Unsere eigene Errettung zu bewirken, beinhaltet nicht, daß wir erfolgreich sein können, während wir die Gemeinschaft mit anderen „gleich kostbaren Glaubens” vernachlässigen oder uns zu versammeln versäumen, „wie es bei einigen der Fall ist”. – 2. Petrus 1:1 und Hebräer 10:25

Die Schriften erinnern uns daran, daß Gott in Seinem Volk wirkt, nicht nur durch die Propheten und die Apostel, sondern auch durch verschiedene andere Diener – „Evangelisten … Hirten und Lehrer”. – Epheser 4:11 und 12 Dies bedeutet, daß wir auch mit anderen zusammenwirken müssen, die Er zu dem Werk des Dienstes auserwählt hat, um in unserem Erscheinen vor Gott in der rechten Weise ausgewogen zu sein. Sicherlich können wir nicht Individualisten bis zu dem Maß der Nichtbeachtung der Botschaften der Propheten und Apostel sein, noch können wir ohne Gefahr „unabhängige” Christen sein, in dem Sinn der Zurückweisung der Hilfe, die durch die Ältesten der Versammlung zu uns gelangen mag oder durch andere, die der Herr neben uns zu dem Werk benutzen mag.

Es würde auch ein Fehler sein, der Richtlinie des christlichen Individualismus bis zu dem Punkt zu folgen, die Anweisungen des Herrn unbeachtet zu lassen, die über die schickliche Ordnung und den Anstand in der Kirche sprechen. Vielmehr sollte jedes Glied des Leibes Christi sich in völliger Übereinstimmung mit den Anweisungen der Schrift befinden, die die Organisation und Zusammenarbeit mit den örtlichen Versammlungen betrifft. „Alles aber geschehe anständig und in Ordnung.” – 1. Korinther 14:40

„Laßt uns auf einander achten”

Der Apostel ermahnt uns: „Laßt uns aufeinander achten, und uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen.” – Hebräer 10:24 und 25 Diese Anordnungen, durch die wir einander gegenseitig erbauen und helfen können, sind wichtige Aspekte, wie Gott in uns wirkt, „zu wollen und zu tun nach Seinem Wohlgefallen”. Dies bedeutet, daß ein jeder von uns als einzelner Christ Dienst tun sollte, andere auf dem schmalen Weg zu unterstützen. Dies gibt nicht in irgendeinem Sinn zu verstehen, daß wir „Übereifrige” oder „Herrscher” über jeden anderen sein sollen. – 1. Petrus 4:15 und 5:3 Eher legt uns dies unsere Vorrechte vor, „auf einander acht zu haben”, uns zur Liebe und zu guten Werken zu ermutigen.

Es ist nicht immer die ausdrucksvolle Predigt, die den größten Segen bringt. Manchmal können wenige Worte des Trostes, die privat von einem Bruder oder einer Schwester ausgesprochen werden, sogar, wenn dieser oder diese kein Talent des Ausdrucks besitzen, den Beweis bringen, daß es sich um eine göttliche Botschaft des Trostes für jemanden handelt, der Ermutigung benötigt; und diese Botschaft mag wirksamer sein als hundert ausdrucksvolle Predigten. So wollen wir wachsam sein, bei jeder Gelegenheit, die wir erkennen, unser Leben für jeden anderen niederzulegen, da wir zusammen auf dem schmalen Weg gehen.

Als individuelle Christen erfreuen wir uns der Segnungen persönlicher Beziehung und Gemeinschaft mit dem Herrn. Zusätzlich sollen wir wachsam sein, jede Gelegenheit zu nutzen, unseren Geschwistern in Christo beizustehen, wie auch sie zu ermuntern. Zur gleichen Zeit müssen wir sowohl einzeln als auch gemeinsam auf der Hut gegen irgendwelche Raffinessen des Widersachers sein, „damit wir nicht vom Satan übervorteilt werden; denn seine Anschläge sind uns nicht unbekannt”. – 2. Korinther 2:11

Wir wollen aufrichtig und demütig des Herrn Führung in all unseren Angelegenheiten des Lebens suchen, „indem wir völlig Seiner Fähigkeit vertrauen, alle Probleme unseres geweihten Lebens zum Guten zu überwalten”. – Römer 8:28 Wir haben eine solche Versicherung, wenn wir uns von ganzem Herzen Seinem Willen unterwerfen und uns bemühen, ihn fleißig in unserem Leben auszuführen. Wir wollen auch danach trachten, es zu vermeiden, die Schriften in einer Weise zu interpretieren, welche die selbstsüchtigen Wünsche des Fleisches begünstigt. Als Fußstapfen-Nachfolger des Meisters ist Gottes Wille für uns, zu opfern, und Er hat verheißen uns die Stärke zu geben und bei uns zu bewirken „treu zu sein, bis in den Tod”. – Offenbarung 2:10

Zu jeder Zeit absolut ehrenhaft gegenüber sich selbst und dem Herrn zu sein, ist eine sehr schwierige Aufgabe für jeden Christen. Dies kann nur in einer wahrheitsgemäßen Erklärung des Wortes Gottes und einer eifrigen und treuen Darstellung des göttlichen Willens geschehen, zu welchen Kosten dies auch immer sein mag. Denn das Leben eines aufrichtig Gott Geweihten zu führen, erfordert einen steten Kampf gegen die Neigungen des gefallenen Fleisches, die durch den Geist der Selbstsucht in der Welt um uns herum vermehrt werden, und die von unserem Widersacher, Satan, ausgehen.

Jeder geweihte Christ sollte sich die folgenden Worte Davids sehr zu Herzen nehmen: „Verirrungen, wer bemerkt sie? Von den verborgenen (Sünden) sprich mich frei!” – Psalm 19:12 Die Methode, unsere Irrtümer zu verstehen, liegt an unserer Bereitschaft, uns von dem Herrn davon reinigen zu lassen, durch das „Wasserbad im Wort”. – Epheser 5:26 In der Tat sollten wir froh darüber sein, daß unsere Irrtümer, unsere verborgenen Fehler und jede geistige Unausgewogenheit in unserem Leben durch das Wort der Wahrheit abgewaschen wird. Wenn wir dies in Anspruch nehmen, können wir uns der geistigen Vorzüge jener erfreuen, denen Gott durch Sein Wort den Geist eines gesunden Sinnes gibt.

Die Wiederkunft unseres Herrn

„Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens. Groß ist die Herrschaft, und der Friede wird kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, es zu festigen und zu stützen durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Der Eifer des HERR der Heerscharen wird dies tun.“ – Jesaja 9:5 und 6

Der endgültige Zweck der Wiederkehr unseres Herrn ist die Aufrichtung eines weltweiten Königreichs, das den Völkern Frieden bringen wird und die Gelegenheit, sich der Gesundheit und des ewigen Lebens zu erfreuen. Wem wird diese neue Herrschaft ähnlich sein? Wird sie nur ein heiliger Einfluß sein, der die Erde überzieht? Es wird tatsächlich ein solcher Einfluß sein, der aber zusätzlich ein bestimmtes System der Herrschaft und Regierung haben wird. Christus wird der König sein, der unsichtbare Herrscher, dessen Stellung in jenem Königreich wunderbar von dem Propheten Jesaja beschrieben wird. Die Kirche wird Jesus in der geistigen oder unsichtbaren Phase des Königreichs zugeordnet sein. Denjenigen, die in diesem zu Ende gehenden Zeitalter treu in seinen Fußstapfen gegangen sind, gilt die Verheißung, daß sie, nachdem sie mit Christus gelitten haben, auch mit ihm herrschen werden. – 2.Timotheus 2:12

Gottes Verheißungen für die treuen Nachfolger des Meisters sind geistig oder himmlisch. Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.” – Johannes 14:3 Viele, die den Zweck dieser Verheißung mißverstanden haben, haben gedacht, daß es Gottes Absicht gewesen ist, alle Bewohner der Erde, die in diesem Leben an Christus glauben, in den Himmel zu nehmen, und daß diejenigen, die nicht glauben, für immer verloren gehen. Man hat erkannt, daß mit der Vorbereitung der Nachfolger Jesu mit Christus in dem Millennium-Königreich zu herrschen, Gott in Wirklichkeit auch die Menschheit im allgemeinen zu erretten und zu segnen vorbereitet hat, die Willigen und Gehorsamen zu einem vollkommenen menschlichen Leben hier auf der Erde wiederherzustellen.

Die Schriften offenbaren, daß Christus und seine Kirche zur himmlischen Herrlichkeit erhöht und unter der kommenden neuen gesellschaftlichen Ordnung die unsichtbaren Herrscher der Welt sein werden, während es auf der Erde menschliche oder unsichtbare Repräsentanten dieser himmlischen Herrschaft geben wird. So wie Satan, der unsichtbare Fürst der gegenwärtigen bösen Welt, hauptsächlich durch unsichtbare Agenten gewirkt hat, so werden auch Christus und seine erhöhten Nachfolger, die zum Leben und zur Herrschaft mit ihm bestimmt sind, unsichtbare Repräsentanten haben.

Die Bibel sagt uns wer diese sein werden. Jesus erklärte, daß in jenem Königreich die Menschen werden „kommen von Osten und Westen und von Norden und Süden und zu Tisch liegen im Reich Gottes” mit „Abraham und Isaak und Jakob und allen Propheten”. – Lukas 13:28 und 29 Im Psalm 45:16 werden diese als „Väter” beschrieben, und die Prophezeiung sagt, daß sie „Kinder” des Christus sein werden und als „Fürsten auf der ganzen Erde” eingesetzt werden. Diese Klasse wird aus all den Würdigen der vergangenen Zeitalter bestehen, die vor dem ersten Kommen Jesu lebten. In Jesaja 32:1 werden die himmlische und die irdische Phase des Messianischen Königreichs gezeigt. Die Prophezeiung lautet: „Siehe, ein König [Jesus und seine Kirche] wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten [die alten Glaubenshelden] werden nach Recht herrschen.”

Bei Gott ist alles möglich

Wir wollen nicht übereilt urteilen, daß die Aufrichtung eines solchen Königreichs unmöglich ist. Denn wenn die würdigen Diener Gottes der vergangenen Zeitalter die sichtbare Phase des Millennium-Königreichs einnehmen werden, bedeutet dies, daß sie von den Toten auferstehen müssen. Wird von uns zu viel verlangt, zu glauben, daß Gott fähig ist, dies zu tun? Ist es nicht ein Fundament der christlichen Lehre, daß eine Auferstehung von den Toten stattfinden soll? Wenn wir nachschauen, was die Bibel über eine Lösung der Weltprobleme berichtet, sollten wir vorbereitet sein, zu glauben, daß Gott fähig ist, all das zu tun, was Er zu tun verheißen hat, und Er hat verheißen, seine alten Diener zum Leben wiederherzustellen, zu einer „besseren Auferstehung”, wie sie in der Bibel bezeichnet wird. – Hebräer 11:35

Die Auferstehung der Alten Glaubenshelden muß aber auf die Vollendung der Klasse der Kirche warten, die aus des Meisters treuen Nachfolgern besteht. Paulus erklärt, daß diese Treuen von früher „vollkommen gemacht und zur Vollkommenheit des Lebens als Menschen wiederhergestellt werden” – jedoch ausschließlich der Glieder der Kirche, die als Erste auferstehen werden. – Hebräer 11:40 Wie für die treuen Nachfolger Jesu, die schon zu geistigem Leben mit ihm auferstanden sind, so sollte es auch für uns nicht schwierig sein, dies zu glauben. Die meisten Christen glauben zwar an eine geistige Existenz nach dem Tod, und daß diejenigen, die sie besitzen, für menschliche Augen unsichtbar sind.

Einige haben jedoch irrtümlicherweise vermutet, daß die geistige Existenz, wie sie in der Bibel beschrieben wird, eine natürliche Erweiterung des gegenwärtigen Lebenszyklus sein soll. Es wird uns aber im Gegenteil gesagt, daß „der Lohn der Sünde der Tod ist”, und „die Toten aber wissen gar nichts”. – Römer 6:23 und Prediger 9:5 Die Bibel lehrt, daß die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod für die Kirche und die Welt von einer Auferstehung der Toten abhängig ist. – 1. Korinther 15:13 – 23 Die Schriften weisen auch darauf hin, daß in der Auferstehung einigen geistige Leiber gegeben werden. – Verse 38 – 44 Christus wurde erhöht und das gleiche geschieht mit seinen treuen Leibesgliedern. Diese mächtigen geistigen Wesen und ihre menschlichen Repräsentanten, die Alten Glaubenshelden, werden zusammen während der tausend Jahre des Messianischen Königreichs Autorität gegenüber der Menschheit besitzen.

Hinsichtlich jenes Königreichs steht geschrieben: „Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN Wort von Jerusalem.” – Micha 4:2 Hier wird die himmlische Phase des Königreichs symbolisch als „Zion” bezeichnet. Im alten Israel wurde der buchstäbliche Berg Zion als eine Darstellung der Autorität Gottes über Sein auserwähltes Volk gesehen. Und in Offenbarung 14:1werden die treuen Nachfolger Jesu gezeigt, wie sie mit dem Lamm auf dem Berg Zion stehen. So ist Zion ein geeignetes Symbol der geistigen Herrschaft des Messianischen Königreichs.

Während das Gesetz des Messianischen Königreichs „von Zion ausgehen wird”, wird, wie der Prophet Micha sagt, „das Wort des HERRN” aus Jerusalem hervorgehen. Wenn Jesus sagte, daß in dem Königreich das Volk sich mit den alten Glaubenshelden „zu Tisch liegen” würde „in dem Reich der Himmel”, erinnert der Gedanke an Schüler, die zu Füßen ihres Lehrers oder Meisters sitzen. Diese Lehrer werden das „Wort des HERRN” weitergeben, das sie von der erhöhten Zion-Klasse empfangen. Dies bedeutet sicherlich, daß das Wort des HERRN von Jerusalem ausgehen wird. Daher glauben wir, daß es sehr wahrscheinlich so ist, daß die sichtbare Phase des Messianischen Königreichs die altehrwürdige Stadt Jerusalem zum Hauptsitz haben wird.

Neue Himmel und eine neue Erde

Die zwei Phasen des kommenden Königreichs werden auch in den Prophezeiungen der Bibel bildlich als „neue Himmel und eine neue Erde” dargestellt. Durch den Propheten Jesaja sagt Gott: „Denn siehe, ich schaffe einen neuen Himmel und eine neue Erde. … Freut euch und frohlockt über das, was ich schaffe! Denn siehe, ich schaffe Jerusalem zum Frohlocken und sein Volk zur Freude. Und ich werde über Jerusalem frohlocken und über mein Volk mich freuen. Und die Stimme des Weinens und die Stimme des Wehgeschreis wird darin nicht mehr gehört werden. Und es wird dort keinen Säugling mehr geben, (der nur wenige) Tage (alt wird), und keinen Greis, der seine Tage nicht erfüllte.” – Jesaja 65:17 – 20

In einer Vision sah der Apostel Johannes die Erfüllung dieser wunderbaren Prophezeiung. Das „Jerusalem”, das in der Prophezeiung von Jesaja mit den neuen Himmeln und der neuen Erde identifiziert wird, wird von Johannes als die erhöhte Kirche gesehen, wie „eine für ihren Mann geschmückte Braut”, und als „die Braut, das Weib des Lammes”. – Offenbarung 21:2, 9 und 10 Die früheren Himmel und die frühere Erde werden als ein Symbol der satanischen Weltordnung gesehen, die hinweggefegt werden soll, während die „neuen Himmel und eine neue Erde” symbolisch die himmlische und der irdischen Phase des Messianischen Königreichs darzustellen scheinen.

Mit dem Wirken der „neuen Himmeln” und der „neuen Erde” und dem neu errichteten Jerusalem wird Gottes Gunst gegenüber dem Volk durch diese Herrschaftsausübung offenbart werden. Das Resultat wird sein, daß „der Tod nicht mehr sein wird, noch Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz, wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen”. – Offenbarung 21:3 und 4

Der Symbolismus der Bibel ist immer angemessen und passend. Der buchstäbliche Himmel und die buchstäbliche Erde stehen miteinander in einer bestimmten Beziehung, die gut das Wirken der geistigen und der irdischen Phase des Königreichs illustrieren. Zum Beispiel kontrollieren die Himmel die Gezeitenströmungen der Erde und die atmosphärischen Bedingungen und Zeiten. Ähnlich werden die Anordnungen für die neue Erde unter dem direkten Einfluß und der Kontrolle der himmlischen Phase jener Herrschaft stehen.

Dies bewahrheitet sich auch bei den gegenwärtigen symbolischen Himmeln und der symbolischen Erde. Die Angelegenheiten der Menschen haben mehr oder weniger unter dem Einfluß der Mächte gestanden, über die der Satan Fürst geworden ist. – Epheser 2:2 Diese haben gewöhnlich ihren Einfluß durch falsche religiöse Syteme ausgeübt. In der Tat ist es oft durch religiöse Gefühlsausbrüche von Männern und Frauen geschehen, daß Satan Kontrolle über die Welt ausübte. Durch die Jahrhunderte hindurch sind verschiedene so genannte Religionen das Bindeglied zwischen „dem Gott dieser Welt” und den gesellschaftlichen und herrschaftlichen Angelegenheiten des Volkes gewesen. Viele Kriege sind entstanden und viele Verfolgungen sind im Namen der Religion geschehen.

Der Apostel Petrus berichtet über Ereignisse, die als eine Folge der Wiederkehr Christi erscheinen würden, und sagt uns, daß die jetzigen Himmel und die (jetzige) Erde … für das Feuer aufgehoben sind zum Tag des Gerichts.” – 2. Petrus 3:7 In dieser gleichen Prophezeiung spricht Petrus zuvor über die Himmel und die Erde, die vorher bestanden haben und vergangen sind. – 2. Petrus 3:5 und 6 Somit wissen wir, daß er nicht auf die buchstäblichen Himmel und die buchstäbliche Erde hinweist, denn diese sind niemals vergangen und werden ewig bestehen. Denn die Bibel stellt fest, „aber die Erde besteht in Ewigkeit”, und Er „hat sie nicht erschaffen, daß sie leer sein soll, sondern um bewohnt zu sein”. – Prediger 1:4 und Jesaja 45:18

Petrus sagt in seiner Prophezeiung, in der er wiederholt über die Vernichtung der bösen Ordnung Satans spricht, daß wir „die Ankunft des Tages erwarten und beschleunigen, um dessentwillen die Himmel in Feuer geraten und aufgelöst und die Elemente im Brand zerschmelzen werden”. Und er fügt dann hinzu: „Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt.” – 2. Petrus 3:12 und 13 Dieses Kommen von „neuen Himmeln und einer neuen Erde” wird in der Erfüllung die Verheißungen Gottes bestätigen. Wenn das Werk dieses neuen Königreichs vollendet ist und Satan und die willentlich Ungehorsamen vernichtet sind, wird sich die Verheißung erfüllen, daß „der Tod nicht mehr sein wird”. – Offenbarung 21:4 Dies ist ein die Angelegenheiten der Erde betreffender herrlicher Ausblick, welcher das endgültige Resultat der Wiederkunft des Herrn sein wird – seiner zweiten Gegenwart.

Der Fluß des Lebens

In Offenbarung 22:1 – 3 wird uns ein anderes bedeutsames Symbol des Messianischen Königreichs und der Segnungen gezeigt, was durch seine wohltuende Herrschaft zu dem Volk gelangen wird. Johannes schrieb: „Und er zeigte mir einen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der hervorging aus dem Thron Gottes und des Lammes.” Hier wird das Königreich symbolisch beschrieben als „der Thron Gottes und des Lammes”, der den Opferaspekt des Dienstes Jesu beschreibt und die Tatsache, daß er sein Fleisch für das Leben der Menschheit opferte. Es ist dieses Opfer, das Vorbereiten des erlösenden Blutes des Lammes, welches die Segnungen ermöglicht, die durch den „Strom von Wasser des Lebens” symbolisch gezeigt werden.

In einer Vision sieht Johannes den „Baum des Lebens”, der an einem Strom wächst und zwölf Arten von Früchten trägt, und der seine Früchte jeden Monat trägt. Dies ist eine bedeutungsvolle symbolische Darstellung der Tatsache, daß durch die zwei Phasen des Königreichs Gesundheit und Leben für alle Willigen und Gehorsamen der Menschheit vorgesehen worden sind. Johannes schrieb weiter, daß die Blätter des symbolischen „Baum des Lebens” zur „Heilung der Nationen” vorgesehen sind. Wie dringend benötigen die Menschen aller Nationen heute geheilt zu werden. Wir freuen uns, daß der liebende Gott des Himmels durch den wiedergekehrten Christus eine solch sinnvolle Vorsorge für die Menschheit getroffen hat.

In Vers 17 erwähnt Johannes wiederum die „Wasser” des Stroms des Lebens, indem er uns eine andere wundervolle Versicherung gibt: „Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört spreche: Komm! Und wen dürstet, komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!” Hier weist das Symbol der „Braut” insgesamt auf die treuen Nachfolger des Meisters in diesem gegenwärtigen Zeitalters hin. In Offenbarung 19:17 ist von der Hochzeit des Lammes die Rede, die stattfinden soll, nachdem „sein Weib sich bereitet gemacht hat”. Das Bereitmachen der Brautklasse findet noch statt, obwohl wir glauben, daß dies bald vollendet sein wird. Dann, nachdem sie mit dem Herrn vereint ist, werden der Bräutigam und die Braut die Einladung an alle aussprechen: „Komm, nehme das Wasser des Lebens umsonst!” Was für ein Anreiz dies doch für jeden Nachfolger Christi ist, „sich zu befleißigen”, seine „Berufung und Erwählung festzumachen”. – 2. Petrus 1:10 und 11

Die Lösung der Probleme der Welt

Mit dem Inkrafttreten solcher Königreichsanordnungen, die von Gerechtigkeit und göttlicher Macht unterstützt werden, werden die Probleme der Erde auf wunderbare Weise gelöst werden. Beleuchten wir einmal das Problem des Krieges. Wenn das Königreich zu wirken beginnt, wird es die Menschheit ohne Zweifel in einem durch verschiedene Kriegseinwirkungen verwüsteten Zustand vorfinden. Die Zeit der „Drangsal” und der „großen Trübsal”, welche die Bibel vorhersagt, wird sich weltweit in chaotischen Zuständen offenbaren. – Daniel 12:1 und Matthäus 24:21 Das Volk, das infolge der Auswirkungen von Harmagedon mit seinen gestürzten Regierungen zum Punkt der völligen Erschöpfung gelangt ist, wird in dieser Wildnis der Verzweiflung schließlich sich zu Gott und Seiner göttlichen Macht bekennen.

Man wird sagen: „Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN und zum Haus des Gottes Jakobs, daß er uns aufgrund seiner Wege belehre! Und wir wollen auf seinen Pfaden gehen. Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem. Und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen für mächtige Nationen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nie (mehr) wird Nation gegen Nation das Schwert erheben, und sie werden das Kriegführen nicht mehr lernen.” – Micha 4:2 und 3

Wie wundervoll einfach Gottes Lösung des Problems des Krieges ist. Es kehrt den Zeitalter-alten Grundsatz um, daß die Nationen, um in Frieden zu leben, auf den Krieg vorbereitet sein müssen. Sie beseitigt auch die Weisheit des gefallenen Menschen, welcher die Theorie aufgestellt hat, daß durch ein „Gleichgewicht der Kräfte” Krieg verhindert werden kann. Es beginnt stattdessen mit der Grundlage des Problems, mit einem Programm der Erziehung in den Segnungen und Vorteilen des Friedens, und so wird eine wirkliches und dauerhaftes Abrüstungsprogramm verwirklicht. Nationen und Völker werden die Kriegsführung nicht mehr lernen. Die Jesus betreffende Verheißung Gottes als „Fürst des Friedens” wird erfüllt werden, und die Engelsbotschaft: „Friede auf Erden in den Menschen (des) Wohlgefallens”, wird zur Realität werden. – Jesaja 9:6 und Lukas 2:14

Probleme der Wirtschaft und der Zunahme der Überbevölkerung

Nach der Statistik vom Jahr 2016 wird die Bevölkerung der Welt, die an chronischer Unterernährung leidet, auf fast eine Milliarde Menschen geschätzt. Die große Mehrzahl dieser lebt in Ländern mit einem Niedrigeinkommen. Dieses Problem wird im Königreich gelöst werden. Dann „werden sie sitzen, jeder unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum, und niemand wird sie aufschrecken. Denn der Mund des HERRN der Heerscharen hat geredet”. „Und ihr werdet genug essen und satt werden, und werdet den Namen des HERRN, eures Gottes, loben, der Wunderbares an euch getan hat”. – Micha 4:4 und Joel 2:26

Das Problem der Armut hat immer große Teile der Erdbevölkerung heimgesucht. In dem Königreich des Messias werden jedoch die Armen und Benachteiligten nicht länger ein Heer von Hungrigen und Obdachlosen sein, sondern sie werden unter der kommenden neuen gerechten Weltordnung reichlich gesegnet werden. Dies betreffend schrieb der Psalmist prophetisch über Christus: „Er schaffe Recht den Elenden des Volkes; bringe Hilfe den Kindern des Armen, und den Unterdrücker zertrete er. … Denn retten wird er den Armen, der um Hilfe ruft, und den Elenden und den, der keinen Helfer hat.“ – Psalm 72:4 und 12

Ein anderes der schwierigen Probleme, mit dem die Welt heute zu kämpfen hat, ist die rapide Zunahme der Bevölkerung, besonders in unterentwickelten Ländern und in Gebieten, wo Ackerland rar ist. Solche Bedingungen sind in der Tat eine der mitwirkenden Ursachen für Kriege und Konflikte, während die Regierungen nach weiteren nutzbaren Anbauflächen für ihre ausgedehnte Bevölkerung suchen. Der Herr hat auch für dieses Problem eine Lösung. Erstens haben wir die Verheißung, daß alle verödeten Plätze der Erde bewohnbar und ertragreich werden. „Freuen werden sich die Wüste und das dürre Land, frohlocken wird die Steppe und aufblühen wie eine Narzisse.” – Jesaja 35:1 Denken wir an das ungenutzte Land auf allen Kontinenten der Erde. Wenn dieses bewohnbar, produktiv und verfügbar für das Volk gemacht wird, wird es sicher nicht mehr nötig sein, Blut zu vergießen, um ausreichend Land für alle Völker zu erwerben.

Es gibt jedoch eine andere Lösung, die das Bevölkerungsproblem der Erde für immer beseitigen wird. Dies geschieht durch die Aufhebung der Fortpflanzungskraft des Menschen. Als unsere ersten Eltern erschaffen wurden, wurde ihnen gesagt, daß sie sich vermehren und die Erde füllen sollten. – 1. Mose 1:28 Es sollte beachtet werden, daß inzwischen eine ausreichende Zahl von Menschen geboren wurde, um die Erde zu füllen. Der Zweck des göttlichen Befehls ist erfüllt worden. Daher wird die Anordnung zur Vermehrung der Menschen zurückgezogen werden.

Jesus gab hier einen Hinweis, als er auf eine Frage über die Auferstehung antwortete und sagte, daß in der Auferstehung die Menschen „weder heiraten, noch verheiratet werden” – Matthäus 22:30 Mit anderen Worten wurde durch Gottes Erlaß angeordnet, die Erde mit Menschen zu füllen, und dieser Prozeß wird anhalten, bis die göttliche Weisheit die Entscheidung trifft, daß die Erde ausreichend mit Menschen gefüllt wurde. Somit wird in dieser Hinsicht keine Besorgnis entstehen können, daß auch dies zur völligen Zufriedenheit aller Menschen und zur Herrlichkeit Gottes geschehen wird.

Umweltverschmutzung

Eng verknüpft mit der rasch zunehmenden Bevölkerung ist die rapide zunehmende Bedrohung der Umweltverschmutzung. Um so zahlreicher die Bevölkerung in einem Gebiet ist, um so größer ist auch die Bedrohung der Verschmutzung der Luft, des Wassers und des Landes. Die Regierungen tun, was in ihrer Macht ist, das Problem zu bewältigen, aber die menschliche Selbstsucht behindert die Anstrengungen, so daß es nur sehr geringen Fortschritt bei der aktuellen Lösung des Problems gibt. Zusätzlich werden die Anstrengungen dazu sehr oft nur auf Länder mit weiter fortgeschrittener Technologie beschränkt. Aber der Herr weiß, wie durch die Mitarbeiter des Messianischen Königreichs auch dieses Problem schnell gelöst werden kann.

Menschliche Selbstsucht ist schon immer ein Grund für fast alle Probleme der gefallenen Menschheit gewesen. Es kann nie wirklicher Friede und guter Wille auf der Erde entstehen, so lange die Selbstsucht eine so entscheidende Rolle in den Angelegenheiten der Menschen spielt. Wir danken dem Herrn, daß unter der neuen Herrschaft über die Erde das Volk den Wert der Liebe, die im Gegensatz zur Selbstsucht steht, lernen werden.

Der Prophet Jeremia versichert uns, daß während jenes frohen Tages des Königreichs des Herrn das Gesetz Gottes, welches das Gesetz der Liebe ist, in die Herzen der Völker eingeschrieben werden wird. Schließlich sollen alle mit dem Herrn und Seinen Wegen der Liebe bekanntgemacht werden, daß keiner mehr zu seinen Nächsten sagen wird: „Erkennt den HERRN! Denn sie alle werden ihn erkennen, von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten.” – Jeremia 31:31 – 34

Der Tod soll vernichtet werden

Schließlich sind Krankheit und Tod das schlimmste aller Probleme des Menschen. Es sei denn, daß dieses Problem gelöst ist, werden die Menschen weiterhin durch das „Tal des Todesschattens” wandern. – Psalm 23:4 Unter solchen Bedingungen kann nirgendwo dauerhafter Friede und dauerhaftes Lebensglück entstehen. Jedes friedvolle und glückliche Heim würde zeitweilig durch den schrecklichen Feind, den Tod, betrübt sein, der jetzt noch in jedem Jahr mehr als 60 Millionen Opfer fordert.

Christus, der großartige Problemlöser des Menschen, wird auch diesen beseitigen, denn während seiner Königreichs-Herrschaft werden Krankheit und Tod weggetan. Paulus bestätigt, daß Christus „herrschen muß, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan”. – 1. Korinther 15:25 und 26 Der Prophet Jesaja erklärt, daß der HERR „den Tod auf ewig verschlingen wird”. – Jesaja 25:8

Bei der Lösung des Problems des Todes wird keiner übersehen werden. Selbst diejenigen, die in den vorangehenden Zeitaltern in den Todesschlaf gefallen sind, werden „die Stimme des Sohnes Gottes hören” und aus dem Grab „hervorkommen”. – Johannes 5:25 – 29 Es wird eine Fülle von Land zu bewohnbarem Land für alle vorzubereiten sein – für die Lebenden und diejenigen, die vom Tod auferweckt sein werden. Dies bedeutet, daß niemand die Tatsache beklagen wird, daß das Königreich Christi nicht früher gekommen ist – bevor die Väter und Mütter und andere Geliebte gestorben sind, weil diese zum Leben wiederhergestellt werden. Die von Christus Jesus ausgehende Kraft, die während der Zeit des ersten Kommens Tote zum Leben erweckte, wird wiederum benutzt werden, aber nicht für eine begrenzte Zahl von Menschen, sondern zur Wiederherstellung und Segnung der ganzen Menschheit.

Dies schließt nicht universelle Errettung ein, denn um das Leben fortzusetzen und zur menschlichen Vollkommenheit wiederhergestellt zu werden, ist es notwendig den Gesetzen des Messianischen Königreichs zu gehorchen und die Vorsehung des Lebens durch das erlösende Blut Christi anzunehmen. Auf Christus in seiner Königreichsrolle wird in den Schriften als „jener Prophet” hingewiesen, und Petrus sagte: „Es wird aber geschehen: Jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden.” – Apostelgeschichte 3:23

Sonnenschein überall

So wird es dann geschehen, daß viele Probleme, welche die Menschen jetzt plagen, beseitigt werden. Dies wird mit dem zunehmenden Licht der zweiten Gegenwart des Herrn geschehen, das nach und nach die dunklen Orte der Erde durchdringen wird. Eine der Prophezeiungen, welche die Zeit der Herrschaft Christi über die Erde betrifft, weist auf ihn als „die Sonne der Gerechtigkeit” hin. – Maleachi 4:2 Jesus sagte, daß auch seine Nachfolger werden „leuchten wie die Sonne im Reich ihres Vaters”. Die heilenden Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit werden fortgesetzt in die sündenkranken und verwundeten Herzen und in das Leben aller Menschen scheinen. Von einem Ende der Erde bis zum anderen wird jene Sonne auf jeden Kontinent und die Meeresinseln scheinen, und die beruhigenden Kräfte jenes göttlichen Lichts des Lebengebers werden gefühlt werden.

Die erleuchtenden Strahlen der Gegenwart Christi werden die Erde mit einer Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes füllen. Dies bedeutet, daß alle falschen Lehren, aller Aberglaube und alle menschlichen Glaubensbekenntnisse, alle Menschengebote mit denen die Menschen gelehrt wurden, Gott eher zu hassen als zu lieben, alle politischen Intrigen wie auch die vielen anderen Übel, die eine sterbende Welt geplagt haben, weggetan und von der wahren Erkenntnis Gottes und Seiner Liebe ersetzt werden sollen.

Es wird keinen Winkel und keine Ecke irgendwo auf der Erde geben, in die das Licht jener herrlichen Sonne nicht eindringen wird. Die Wärme ihrer heilenden Strahlen wird eine gesegnete Herrschaft der Gerechtigkeit sicherstellen. Durch jene Herrschaft der Liebe und das heilende Licht werden alle Sünde, Ungerechtigkeit, Krankheit, der Tod und alle Leiden endgültig entschwinden. So soll die letzte göttliche Zielsetzung als eine Folge der Gegenwart unseres Herrn vollendet werden. Wir wollen darüber erfreut fortfahren zu beten: „Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden!” – Matthäus 6:10