Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Glaubenshelden

„Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.” – Hebräer 11:1

Das Kapitel, das wir betrachten, ist eines der Meisterstücke Heiliger Schrift. Tatsächlich nimmt das ganze Buch an die Hebräer in der Bibel eine herausragende Stellung ein. Tatsächlich haben einige seine Urheberschaft in Frage gestellt, aber uns scheint es keinen Zweifel daran zu geben, daß es von Paulus geschrieben wurde. Es ist durchweg von seiner meisterhaften Logik, seiner Ehrfurcht und persönlichen Demut gekennzeichnet. Es gibt Einsicht in den göttlichen Plan der Zeitalter, die mit den anderen Briefen des Paulus völlig übereinstimmt und in dieser Beziehung alle anderen Schriften der Bibel weit übertrifft.

Es ist von einigen festgestellt worden, daß sein Stil im Hebräerbrief erhabener ist, als der in einigen anderen Paulusbriefen, obgleich auch diese keiner gesunden Argumentation und Logik entbehren, doch in einem einfachen und väterlichen Stil für die allgemeinen Leser geschrieben sind. Dieses eine Buch wurde besonders zum Wohl der anderen elf Apostel und anderer gelehrter Hebräer geschrieben, die nur langsam den Wechsel des Zeitalters erkennen konnten. Selbstverständlich war es daher des Apostels Meisterstück, weil er dafür offensichtlich größere Mühen aufwandte – indem er den vorbildlichen Charakter des Jüdischen Zeitalters darstellte und sowohl die Gegenbilder des Evangelium-Zeitalters anzeigte, wie auch einige, die in das Millennium hineinreichen. Die Bezugnahmen auf Timotheus und die Feststellung: „Es grüßen euch die von Italien”, Hebräer 13:24, geben zu verstehen, daß Paulus diesen Brief von Rom aus schrieb, wo er im Gefängnis war.

Es sollte jedoch nicht als außergewöhnlich betrachtet werden, daß der Herr diesen großen, jedoch demütigen Menschen, Paulus, als sein Mundstück benutzte, um viele der „tiefen Dinge” des göttlichen Planes darzustellen. Seine frühere Erziehung und seine Verbindung mit den Nationen, zusammen mit seiner tiefen Geistigkeit – und der Fülle der vollständigen Weihung gegenüber dem Herrn, zeichneten ihn bestens aus, das zu sein, was der Herr über ihn vorausgesagt hatte, ein „auserwähtes Gefäß”. Wir wollen uns auch an die Reihenfolge der Anordnung erinnern, wie sie angegeben ist:

  1. Meinen Namen zu tragen sowohl vor Nationen
  2. als Könige
  3. und Söhne Israels.

Die missionarischen Anstrengungen des Paulus wurden vom Herrn zuerst auf die Nationen gelenkt. Es geschah später, daß er vor dem König Agrippa stand und vor anderen Edlen von Palästina – und noch später, daß er als Gefangener nach Rom gesandt dort zweifellos bis zu einem bestimmten Maß vor dem Gericht Zeugnis ablegte. In diesem Brief an die Hebräer bewirkte Gottes Botschaft durch diesen Fürsten der Apostel später viel für die „wahrhaftigen Israeliten”, die durch die Vorschriften des Gesetzesbundes gefesselt waren und sich selbst davon nicht befreien konnten, so daß sie zwischen den Schattenbildern in den Vorbildern und den ewigen Wahrheiten richtig hätten unterscheiden können – die ein Gegenbild in dem Christus, Haupt und Leib und diesem großen Werk fanden, als „gegenbildlicher Priester”, „gegenbildlicher Prophet”, „gegenbildlicher Richter” und „gegenbildliche Mittler” des Neuen (Gesetzes) Bundes.

Die Grundlage der Dinge, auf die man hofft

Deutlich formuliert ist die Hoffnung inhaltlos – keine Wirklichkeit. Sie liefert keine wirkliche Grundlage – es ist eben nur eine Hoffnung. Sie wird keinen Halt bekommen. Aber Glaube ist mehr als Hoffnung. Glaube setzt eine Verheißung voraus. Und wenn eine Verheißung von dem allmächtigen Gott gemacht wird, der sich nicht verändert, und der so allmächtig ist, wie Er unveränderlich ist, dann kann der Glaube Ihm fest vertrauen, was auch immer geschehen mag. Die Hoffnung findet eine Grundlage – findet im Glauben einen Inhalt, weil der Glaube auf der göttlichen Verheißung beruht. Wer also eine Hoffnung hat, die ohne solch eine göttliche Verheißung ist, hat eine unbegründete Hoffnung.

So sehen wir auch, daß die Heidenvölker Hoffnungen und Befürchtungen hegen, die voller Unsicherheit sind; ja, sogar viele Christen, die sich bestimmte Dinge erhoffen, sind voller Unsicherheit, Furcht und Zweifel, weil sie keinen Glauben haben. Und sie besitzen keinen Glauben, weil sie auf etwas hoffen, was Gott nicht verheißen hat. Vielen von ihnen sind die Dinge, die Er verheißen hat, nicht bekannt, werden nicht verstanden, und daher sind sie weder eine Grundlage für den Glauben noch für eine Hoffnung. Wenn wir diese Dinge erkennen, wie sorgfältig sollten wir da sein, daß unsere Hoffnungen sich nicht zu unsicheren Fantasien verflüchtigen, sondern sich solide auf der Glaubensgrundlage der göttlichen Verheißung aufbauen. Diejenigen, die diesen angemessenen Glauben besitzen, müssen notwendigerweise Erforscher des göttlichen Wortes sein. Umso mehr sie studieren, umso größer wird ihr Glaube sein; und umso größer ihr Glaube ist, umso mehr werden sie die Verheißungen studieren.

Der Apostel bringt uns zu unseren Nutzen eine Vielzahl von Glaubenshelden der Vergangenheit in Erinnerung, damit ihr Beispiel scheint und leuchtet und unsere Bewunderung erregt, um uns zu ähnlich heldenhaftem Vertrauen anzuregen. Keiner dieser von dem Apostel Aufgezählten entwickelte ein heidnisches Gefühl über die Hoffnung auf Gott hinaus und fügte dieser Hoffnung etwas Eingebildetes und nicht Schriftgemäßes hinzu. Sie waren alle entschiedene und starke Persönlichkeiten, die wußten, an wen sie glaubten; und sie bezeugten ihren Glauben durch ihren Gehorsam gegenüber Gott.

Johannes Calvin beschreibt den Glauben

„Ewiges Leben ist uns verheißen, aber nach dem Tod. Uns wird eine gesegnete Auferstehung zugesagt, aber zwischenzeitlich werden wir die Beute des Verfalls; uns ist Gerechtigkeit versprochen, und doch wohnt die Sünde in uns; wir hören, daß wir als gesegnet bezeichnet werden, und in der Zwischenzeit werden wir von endlosen Nöten überwältigt; uns sind Wohlstand und alle guten Dinge verheißen, aber all unsere Tage sind Hunger und Durst; Gott verheißt, daß Er immer gegenwärtig sein wird, um uns zu helfen, aber Er scheint taub gegenüber unserem Geschrei zu sein. Was würde aus uns werden, wenn wir uns nicht auf die Hoffnung stützen würden, es sei denn auf unseren Verstand, geleitet von dem Geist Gottes, erschienen durch die Mitte der Schatten, die über dieser gegenwärtigen Welt liegen?”

Der Apostel faßt die Angelegenheit der gegenwärtigen Lektionen eines christlichen Glaubens kurz zusammen und sagt: „Denn wir wandeln durch Glauben, nicht durch Schauen”. Umso sorgfältiger wir mit Gott wandeln, umso friedvoller, umso freudiger mag unsere Pilgerschaft sein zum neuen Jerusalem. Äußerlich mögen die Welt, das Fleisch und der Widersacher uns belästigen, aber kein Kummer, keine Trübsal kann unsere innerliche Freude erschüttern, wenn sie auf der Glaubensgrundlage göttlicher Versicherungen gut gegründet ist, daß wir Kinder Gottes sind, in Berührung mit dem Unbegrenzten, geliebt von unserem Erlöser, der uns versichert, „der Vater selbst liebt euch”, und der Apostel, daß „denen die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind”.

Paulus’ Darstellung des Glaubens

„Denn in diesem [Glauben] haben die Alten Zeugnis erlangt”. Der Bericht weist hier darauf hin, daß nicht alle der Ältesten oder der Alten ein Zeugnis erlangten, daß sie Gott gefielen. Nein, die Zahl derer, die dieses Zeugnis von Gott bekamen, ist verhältnismäßig gering, und in jedem Fall wurden sie nicht für vollkommene Werke gelobt, sondern auf Grund ihres Glaubens. Ihr Glaube „ist ihnen zur Gerechtigkeit gerechnet worden”. Die göttliche Absicht war, daß diejenigen, die Ehrfurcht vor ihrem Schöpfer und Gehorsam gegenüber Seinem Wort der Verheißung auch unter den gegenwärtigen Bedingungen der Unvollkommenheit und weltlicher Feindschaft gegenüber Gott zeigten, ein menschliches Leben gestalten und formen konnten; daß sie so vertrauensvolle Herzen und einen geeigneten Geist besaßen, daß Gott sie als gerecht rechnen konnte; die, wenn sie in der Auferstehung vollkommene Leiber unter vollkommenen Bedingungen bekommen sollten, den göttlichen Willen sicherlich durchweg tun würden. Daher rechtfertigte der durch unvollkommene Werke gezeigte Glaube an Gott und Seine Verheißungen sie zu jener göttlichen Gemeinschaft, der sie sich völlig erfreuen werden, wenn die erhofften Dinge verwirklicht sein werden.

So faßt der Apostel in wenigen Worten zusammen, was er nachher fortsetzt und in allen Einzelheiten in Bezug zu den Alten Glaubenshelden erklärt. Dann beginnt er eine Beschreibung des Glaubens. Durch den Glauben verstehen wir, daß die Welten durch das Wort Gottes erschaffen wurden – im Gehorsam gegenüber göttlicher Anweisung. Wir glauben gleichfalls, daß dies wahr ist, ob wir die sieben Schöpfungstage, die in 1. Mose erwähnt werden, als Tage von 24 Stunden verstehen oder als längerandauerde Epochen – sieben Tausendjahrtage. Die Tatsache, daß göttliche Energie durch verschiedene Kanäle und Mittel ausgeübt wird und Welten nicht in einem Augenblick entstehen, ist hier ohne Bedeutung. Während Gott Welten ins Dasein rufen konnte, wie unser Herr tatsächlich Wasser in Wein umwandelte, ist dies doch nicht die gewöhnliche Vorgehensweise; geradeso wie der Wein, der am Weinstock wächst, durch den Sonnenschein und den Regen, der auf die Erde fällt, hervorgebracht wird. Es ist trotzdem eine Tatsache für uns, daß das, was wir sehen, auf wunderbare Weise gestaltet wurde, selbst wenn dies allmählich geschah.

Der Schöpfungsbericht in 1. Mose geht nicht zurück auf die Erschaffung unserer Welt aus den Elementen, sondern beginnt mit der Feststellung: „Und die Erde war wüst und leer”. Als die sieben Tage oder Epochen mit dem allmählichen Aufsteigen der Berge und dem Absinken von Ozeanen und dem Hervorbringen von Fischen und Reptilien, von Vögeln und Tieren und Pflanzen verstrichen waren, können wir vermuten, daß die Gestaltung der Erde selbst eine allmähliche Vollendung hatte, von einer noch ferneren Zeitperiode ausgehend, in der die verschiedenen Schichten der Erdoberfläche geformt wurden – Kalkstein, Schiefer, Kohle, usw. Ein gläubiger Mensch schrieb: „Alle Dinge sind immer göttlich vorgesehen, und in aller Einheit der Natur erkennen wir das Werk Gottes; oder (andernfalls) sehen wir um uns herum, das, was unmöglich ist, was undenkbar ist – Macht, Weisheit, einen Plan ohne Sinn in einer gottlosen, gesichtslosen Welt.”

Zutreffend schrieb der Psalmist: „Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, … ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu, und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis, – ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme” – für diejenigen, die ein hörendes Ohr besitzen.

Obgleich er gestorben ist, redet er noch

Bei der ausführlichen Betrachtung der Glaubenshelden im Einzelnen beginnt der Apostel mit dem ersten Märtyrer, Abel, der im Neuen Testament vier Mal erwähnt und drei Mal besonders als „der Gerechte” bezeichnet wird. Es war in der Tat sein Tod, durch den er sprach, daß er auf Grund seiner Hingabe gegenüber dem Herrn starb. Und verhält es sich nicht so bei vielen der Heiligen Gottes – daß ihr Leben, nachdem sie gestorben waren, ernsthafter zu ihren Nachbarn, Freunden und Kindern sprach, als zu der Zeit, in der sie lebten? Wir wissen darüber aus vielen Beispielen, die dies veranschaulicht haben. So war es bei Abel, dem ersten Märtyrer für Gerechtigkeit in der Weltgeschichte, denn noch immer spricht seine Hingabe für Gott und für das Prinzip.

Bildlich wird über sein Blut gesagt, daß es zu Gott um Vergeltung schreit. Von der göttlichen Gerechtigkeit wird erwartet, schließlich dafür zu sorgen, daß jedes Verbrechen, jedes begangene Unrecht, irgendwie und irgendwo eine gerechte Strafe empfangen wird, entweder in dem gegenwärtigen oder dem zukünftigen Leben. Der Apostel lenkt unsere Aufmerksamkeit auf die Tatsache, daß das Blut Christi im Gegensatz dazu sehr unterschiedlich spricht und anstatt zur Verurteilung und zur Vergeltung gegenüber jenen aufzurufen, die Jesus gekreuzigt und die Glieder seines Leibes verfolgt haben, schließlich um Gnade bitten wird. Unser Herr war das große Sündopfer für die Menschheit, und alle, die er als Glieder annimmt, sind besonders zubereitete Opferer – im Interesse von Sündern – um für Israel den Neuen Bund zu versiegeln, durch welchen alle Geschlechter der Erde die Segnung der göttlichen Vergebung erlangen können.

Henoch wandelte durch Glauben mit Gott

Das Henoch betreffende Zeugnis ist, daß er ein Leben im Glauben führte und mit Gott wandelte und nicht mit der Welt; daß er danach trachtete, gerecht zu leben, im Einklang mit dem göttlichen Willen. Das Zeugnis ist, daß alle, die sich Gott nahen, glauben müssen, daß Er ist (sonst würden sie nicht danach trachten, sich Ihm zu nahen), und sie müssen glauben, daß Er ein Belohner solcher ist, die Ihn eifrig suchen, sonst würden sie sich nicht selbst verleugnen, die Dinge zu unterlassen, die unter den Menschen wertgeschätzt werden und suchen auf Kosten des Opfers die Dinge zu tun, die des Himmlischen Vaters Wohlgefallen finden. Der Bericht über Henoch ist sehr kurz; aber wir wissen, daß er ein Prophet war und durch ihn die Botschaft kam, daß schließlich der Messias mit Zehntausend seiner Heiligen kommen würde um Gerechtigkeit, Gericht auf der Erde auszuführen – Sünde zu besiegen und göttliche Maßstäbe unter den Menschen einzuführen. „Siehe, der Herr ist gekommen mit seinen Heiligen Myriaden, Gericht auszuüben gegen alle.” – Judas 14 und 15

Henoch prophezeite dies nicht nur, sondern er glaubte es, und es prägte seinen ganzen Charakter und sonderte ihn von der Welt ab und zog ihn näher zum Herrn. Ähnlichen Glauben an das Kommen unseres Erlösers und die Aufrichtung seines Königreichs und die Belohnung seiner Treuen und dem Gericht oder der Prüfung der Welt während des Millenniums, in welcher jeder Mensch eine gerechte Vergeltung oder einen gerechten Lohn bekommen wird, ob gut oder schlecht – übt dieser Glaube noch eine heiligende Kraft aus. Wir wollen täglich, stündlich unsere Zuneigung dazu entwickeln, daß wir sie nach oben auf die Dinge richten, die Gott für diejenigen bereithält, die Ihn lieben, für die wir beten, „Dein Reich komme”.

Erben der Gerechtigkeit

Noah ist der dritte dieser Glaubenshelden, der uns zu unserer Betrachtung vorgestellt wird. Keiner von diesen war im absoluten Sinn gerecht, denn die Schriften erklären, „Da ist keiner gerecht, auch nicht einer.” Über Noah steht geschrieben: „Noah war ein gerechter Mann, untadelig war er unter seinen Zeitgenossen” – er und seine Familie waren abgesondert, frei von der Verunreinigung ihrer Zeit, von dem unzulässigen Verkehr mit den Engeln, die ihren ersten Zustand nicht bewahrt hatten. – 1. Mose 6:4

Noahs Glaube an Gott wurde darin offenbart, daß er die Arche im Gehorsam nach den Anweisungen Gottes baute, daß ein großer Regen und eine große Wasserflut kommen und alles Leben vernichten und das verdorbene Geschlecht ausrotten würde. Dies war keine einfache Prüfung des Glaubens, denn wir sollten uns daran erinnern, daß die Schriften erklären, daß es bis zu jener Zeit keinen Regen auf der Erde gegeben hatte, nur Nebel und Dunst befeuchteten die Erde, „denn Gott, der HERR, hatte es (noch) nicht auf der Erde regnen lassen… ein Dunst aber stieg von der Erde auf und bewässerte die ganze Oberfläche der Erde”. – 1. Mose 2:5 und 6

Noahs Glaube wurde über eine lange Zeit geprüft, sogar bis zum Eintritt in die Arche und dem Schließen der Tür, bis der Regen herabkam und die Flut auslöste. Über Noah wird daher mit Recht gesagt, daß „er ein Erbe der Gerechtigkeit wurde, die durch den Glauben ist”. Gott fand Gefallen daran, Noah und all die anderen, die Ihm völlig und aufrichtig vertrauten, als Freunde zu bezeichnen. Er betrachtete sie als getrennt und unterschiedlich von der Menschheit im allgemeinen. Ihr Glaube ist ihr Wert, der sie von den anderen unterscheidet. Trotzdem wird eine Kundgebung und eine Prüfung des Glaubens durch Werke des Gehorsams erforderlich. Glückselig ist der Mensch, der einen großen und starken Glauben an den Herrn zeigt, der in Trübsal und Prüfung fest steht; denn daraufhin wird ihm eine entsprechende Segnung garantiert. Ja, sogar mehr als dies hat der Herr garantiert, daß Er „nicht zulassen wird, daß wir über unser Vermögen hinaus versucht werden”, und Er informiert uns darüber, daß Er unser Gebilde kennt, daß wir nichts als Staub sind.

Er schaute aus nach der Stadt Gottes

Der Nächste in der Liste der Alten Glaubenshelden ist Abraham, genannt „Der Vater des Glaubens” – nicht weil Noah und Hennoch und Abel nicht treu gewesen wären, sondern weil Gott mit Abraham eine Glaubensfamilie begann, dem viele und große Verheißungen gegeben wurden. Jene Familie wurde als die Nation Israel bekannt und später als geistiges Israel. Wiederum war Abraham der Vater der Gläubigen. Während die Glaubenshelden, die ihm vorausgingen,Glauben an Gott in mehr allgemeinen Richtlinien zeigten, war die göttliche Offenbarung für Abraham das Evangelium, die gute Botschaft, in unbestimmter Form – daß in seinem und durch seinen Samen alle Geschlechter der Erde einen Segen bekommen sollten. So erklärt der Apostel, daß Gott dem Abraham zuvor das Evangelium predigte, und so alle, die jenem Evangelium glauben, in welchem die Erlösung durch den Messias wesentlich ist, alle solche „Kinder Abrahams” genannt werden und von ihm als ihrem Vater gesprochen wird, als demjenigen durch den diese Evangeliumshoffnung abzustammen veranlaßt wurde.

Aber noch in einem anderen Sinn war Abraham der Vater der Gläubigen, in dem Sinn, daß er den Himmlischen Vater vorschattet, wie Isaak unseren Herrn Jesus vorbildlich darstellt, und wie Isaaks Braut, Rebekka, die auserwählte Evangeliumskirche bildlich vorschattet.

Die Berufung Abrahams war das Resultat, daß er Glauben an Gott gezeigt hatte und zu einer passenden Zeit lebte, in welcher der Anfang der göttlichen Absichten zum Ausdruck gebracht werden sollte. Zuerst wurde sein Glaube durch den göttlichen Befehl geprüft, daß er sein Heimatland verlassen sollte, um als ein Hirte Palästina zu durchwandern und in Zelten zu wohnen ohne eine feste Wohnung, ohne irgendeinen Versuch, das Land in Besitz zu nehmen und zu sichern, indem er Festungen baute, usw. Die Verheißung bestand darin, daß in späteren Zeiten Gott seine Nachkommen in dieses Land bringen und es ihnen zum Besitztum geben würde.

Die Verheißung ging weiter und erklärte, daß wenn er gehorsam wäre, die Segnung des Herrn sich fortsetzen und der Same Abrahams groß und einflußreich werden würde, und dadurch alle Nationen einen Segen empfangen – und durch Einbeziehung alle unter seine Kontrolle kommen würden. Es erforderte unter diesen Umständen einen großen Glauben, all dies für wahr zu halten. Und die Prüfung dauerte an, als Jahr für Jahr Abrahams Frau älter wurde, bis zu der Zeit, in der eine Mutterschaft schon lange unmöglich war. Trotzdem vernehmen wir auch hier, daß Abrahams Glaube nicht wankte.

Noch später, nachdem Isaak, der Sohn der Verheißung, geboren und bis zum Mannesalter herangewachsen war, prüfte der Herr den Glauben dieses wundervollen Mannes, indem Er ihn dazu aufforderte, seinen Sohn als eine Opfergabe zu opfern. Wir können nicht annehmen, daß diese Anweisung durch irgendeinen beiläufigen Gedanken gegeben wurde. Auch wäre es für Abraham nicht angemessen gewesen dies anzunehmen, und daher handelte er danach, was dem göttlichen Willen in solch einer Angelegenheit entsprach. Die Vaterliebe, die Hoffnungen von Jahren und das göttliche Wort und der Eid würden dadurch scheinbar zerstört. Sein Glaube schwankte jedoch nicht, denn er begründete es damit, daß Gott imstande war, seinen Sohn von den Toten aufzuerwecken, und daß Gott sicherlich jede Seiner Verheißungen erfüllen würde, an die Er sich sogar mit einem Eid gebunden hatte, nicht nur durch Sein Wort, sondern zusätzlich durch Seinen Eid.

Welch ein wundervoller Glaube! Wir wollen uns daran erinnern, daß dies die lobenswerte Eigenschaft Abrahams war, die ihn dem Allmächtigen besonders zum Freund machte. Und wir wollen uns daran erinnern, daß, wenn wir die besondere Freundschaft und Segnung und Gemeinschaft mit dem Herrn erlangen möchten, dies der Kanal ist, durch den dies begehrt werden kann, – der Kanal des Glaubens, des Vertrauens, des Gehorsams. „Ohne Glauben ist es unmöglich ihm zu gefallen”. Umso mehr Glauben wir zeigen, umso mehr werden wir in den Augen des Herrn Wohlgefallen finden, und umso mehr können wir von Ihm als Kanäle der Segnung anderer benutzt werden – wie unvollkommen wir auch in anderem sein mögen.

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, daß Abraham nicht in jeder Hinsicht vollkommen war. Bei zwei Gelegenheiten wurde er durch heidnische Könige getadelt – und offenbar besonders gegen Ende seines Lebens verfolgte er weniger erhabene Ideale als die, die ihm diese Könige zugetraut hatten. Trotzdem verwarf Gott Abraham wegen jener Unvollkommenheiten nicht. Und tatsächlich waren gerade diese Unvollkommenheiten möglicherweise das Teilergebnis der Bemühungen Abrahams an den göttlichen Verheißungen festzuhalten und alles in seiner Macht stehende zu tun, sie zur Reife zu bringen. Er kannte die göttliche Verheißung, daß sein Kind, das der Kanal der göttlichen Segnungen für die Welt sein sollte, der Sohn von Sarah sein würde; daher nahm er an, daß er weder ihr Leben noch sein eigenes in Gefahr bringen durfte. Dieser innige Wunsch nichts zu tun, was die göttliche Verheißung behindern konnte, mag etwas mit den offensichtlich vorhandenen Schwächen zu tun gehabt haben. – 1. Mose 20

Die Stadt mit Grundlagen

Als der Apostel erklärte, daß Abraham „die Stadt erwartete, die Grundlagen hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist”, dürfen wir nicht denken, daß dies bedeutet, daß er bei seiner Wanderung durch Palästina einen Tag erwartete, an dem er zu einer neugebauten Stadt nach göttlicher Bauweise kommen würde. Noch sollten wir wie einige andere denken, daß Abraham nach dem Neuen Jerusalem ausschaute, das vom Himmel herabkommen würde – eine Stadt, die aus buchstäblich kostbaren Steinen gebaut sein würde mit Toren aus buchstäblichen Perlen. Nein, Abraham wußte nichts von jener Stadt, denn es war noch nichts darüber offenbart worden.

In früheren Zeiten repräsentierte eine Stadt eine Befestigung, eine Herrschaft, eine Regel der Autorität. Abraham bemerkte, daß die Erde voller Sünde und Gewalttat und außer Harmonie mit Gott war. Er wußte, daß Henoch, sein Vorfahr, ein Mann Gottes, schon prophetisch vorhergesagt hatte, daß der Messias kommen würde, der Repräsentant Jahwes, und eine Herrschaft, ein Königreich, eine Stadt der Gerechtigkeit aufrichten würde. Er trachtete nach dieser gerechten Herrschaft und erkannte, daß deren Grundlage der Gerechtigkeit zutiefst gelegt werden würde, und daß es ein ewiges Königreich sein würde. Er wußte, daß gelegentlich ein Monarch zu einem irdischen Thron kam, den er mit guten Absichten in Besitz nahm und diese auch zum Teil ausführen konnte, aber daß schon bald sein Thron, sein Königreich, zerfiel und auf andere überging.

Daher befaßte sich Abraham in seinen Tagen nicht damit, nach einem irdischen Königreich auszuschauen, aber er schaute jenseits all dieser Dinge nach dem Königreich von Gottes lieben Sohn aus – dem Millennium-Königreich. Mit seinen Glaubensaugen sah er den Messias und die Erhöhung Israels und die Segnung aller Geschlechter der Erde während des Millenniumtages. Unser Herr Jesus bestätigte dies, indem er sagte: „Abraham, euer Vater, jubelte, daß er meinen Tag [den Millenniums-Tag der Herrschaft Christi] sehen sollte, und er sah (ihn) und freute sich.”

Die Juden mißverstanden unseren Herrn, daß er gemeint hätte, daß er mit Abraham gewesen wäre. Andere mißverstanden ihn, daß er gemeint hätte, daß Abraham durch Glauben sein Werk des Opfers sah. Es ist wahr, daß unser Herr Abraham erschien. Es ist in einem bestimmten Sinn wahr, daß Abraham das Opfer Christi in dem vorbildlichen Opfer von Isaak vorhersah, aber es ist auch wahr, daß „der Tag Christi” der Millenniums-Tag zur Segnung der Welt ist, und daß es das ist, was Abraham sah und seine Augen des Glaubens erfreuten.

Auch wir sehen das Gleiche; und indem wir den gleichen Glauben teilen, teilen wir die gleiche Freude und die gleiche Erleichterung der Hoffnung und Erwartung. Tatsächlich erkennen wir noch deutlicher als Abraham, worin jene Stadt oder jenes Königreich besteht – daß unser Herr der große König sein wird, das Haupt über die Kirche, die sein Leib ist, (seine Glieder, sein Leib) und daß diese Braut, des Lammes Frau, symbolisch in dem Neuen Jerusalem dargestellt wird, dessen Grundsteine in Herrlichkeit die „zwölf Apostel des Lammes sein werden”. – Offenbarung 12:2 und 11 – 14 Wir erkennen deutlicher als Abraham (weil wir von dem Heiligen Geist durch das Wort geleitet werden), daß die Alten Glaubenshelden die irdischen Kanäle oder Vermittler sein werden, durch welche diese himmlische Stadt ihre Segnungen zu Israel und zu allen Geschlechtern der Erde aussenden wird, wie geschrieben steht „ihr werdet Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sehen”. Christus und seine erwählte geistige Braut werden von den Menschen nicht gesehen werden, es sei denn, wie wir jetzt den Herrn sehen, mit den Augen des Glaubens.

Sie erachteten den für treu, der die Verheißung gegeben hatte

Wir sind froh, daß Abrahams Frau in dieser Liste der Glaubenshelden besonders erwähnt wird. Es hilft uns des Apostels Gedanken rundum zu begreifen, daß es im Zusammenhang mit der göttlichen Verheißung keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern, männlich oder weiblich, gibt. Vielleicht kann nicht gesagt werden, daß Sarahs Glaube nicht schwankte, aber wenn er auch eine Zeit lang geschwankt hat, so wurde er sicher wiederhergestellt. Obwohl sie das Alter für eine mögliche Mutterschaft schon überschritten hatte, glaubte sie Gott. „Sie erachtete den für treu, der die Verheißung gegeben hatte”. So wurde sie der edlen Liste zugezählt, von der der Apostel sagt: „Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißung nicht erlangt, [die verheißenen Dinge] sondern sahen sie von fern und begrüßten sie und bekannten, daß sie Fremde und ohne Bürgerrecht auf der Erde seien.” – Hebräer 11:13

Ja, hier handelt es sich um einen wichtigen Gedanken. Es ist nicht ausreichend, daß wir herrliche Dinge in der göttlichen Absicht erkennen, nicht ausreichend, daß wir uns ihrer erfreuen. Wir müssen auch willens sein, die Prüfung zu bestehen, Fremdlinge und Pilger in der gegenwärtigen Zeit zu sein. Die diese Prüfung nicht bestehen können, werden nicht für würdig erachtet werden an jenen herrlichen Dingen teilzuhaben. Jene Alten Glaubenshelden, die mit irgendeiner irdischen Erwartung unzufrieden waren, suchten das Himmlische, – nicht in dem Sinn, in welchem wir das Himmlische suchen, die himmlischen Dinge, in der Hoffnung auf die Vollständigkeit eines Wechsels der Natur vom Irdischen zum Geistigen. Sie suchten oder erwünschten das Himmlische in dem Sinn, der in unseres Herrn Gebet ausgedrückt ist. Sie wünschten sich, daß Gottes Königreich kommen und auf der Erde aufgerichtet werden möge, eine himmlische Herrschaft der Gerechtigkeit, eine himmlische Stadt oder Herrschaft. „Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden, denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.” – Er hat ein solches himmlisches Königreich, auf das sie hofften, geplant. Und jenes Königreich, so versichern uns die Schriften, wird schließlich „der Wunsch aller Nationen” sein. – Haggai 2:7

Isaak, Jacob, Joseph, Moses

Wir bewegen uns gedanklich durch die Gänge der Ruhmeshalle des Glaubens und bemerken die Bilder, auf die der Apostel unsere Aufmerksamkeit lenkt, die von Isaak, Jakob, Joseph und Moses. Jeder besitzt andere Eigenschaften, Charakterzüge und besondere Merkmale, aber der Wert der Glaubensgrundlage in ihnen allen ist das, was sie zu dem Volk Gottes macht, an denen Er Wohlgefallen findet und denen Er schon Segnungen für die Zukunft verheißen hat, wegen ihres Glaubens. Wenn irgendetwas Gottes Volk zu einer Pflege der Gnade des Glaubens inspirieren sollte, so würde es sicherlich ein Gang durch diese Galerie der Alten Glaubenshelden der Vergangenheit sein.

Isaak zeigte seinen Glauben an die Abrahamische Verheißung, indem er sein völliges Vertrauen auf die Abrahamische Segnung auf seinen Sohn Jakob übertrug; und nichtsdestoweniger zeigte er Glauben an die Verheißung, als er Esau einen Segen gab, indem er erkannte, daß unter der ursprüglichen Verheißung, daß alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollten, dies auch die Familie von Esau miteinschließen müsse. Jakob, der im Glauben an die Verheißung, die seinem Großvater Abraham gemacht wurde, geübt war, stellte diesen durch die Ordnung all seiner Angelegenheiten seines Lebens unter Beweis. Besonders zeigt sich dies an seinem Totenbett, als er, nachdem er den Söhnen Josephs besondere Segnungen erteilt hatte, Gott pries. Er erkannte, daß die Segnungen, die über seine Familie kommen sollten, alle unter göttlicher Überwaltung geschahen und alle in der ursprünglichen Verheißung enthalten waren, die dem Abraham gegeben wurde. Er zeigte weiterhin seinen Glauben, indem er Anweisungen für seine Bestattung gab, daß sie nicht in Ägypten, sondern in Kanaan erfolgen sollte, dem Land der Verheißung, die Israel nur durch den Glauben gehörte.

Joseph offenbarte bei vielen Gelegenheiten seinen Glauben an Gott. Nicht nur als ein junger Mann, sondern auch in der Zeit, als er in Ägypten war, stellte er seinen Glauben an die Verheißungen Gottes klar unter Beweis, daß Israel das gesegnete Volk sein würde, durch das die Segnungen des Herrn schließlich in Zusammenarbeit mit dem Messias zu allen Nationen der Welt kommen sollten. Durch Glauben gab er die Anweisung, daß, wenn Israel das Land Ägypten verlassen und nach Kanaan ziehen würde, sie nicht vergessen sollten, seine Gebeine mitzunehmen. Dies schließt nicht notwendigerweise mit ein, daß der Gedanke an die Gebeine und den Staub, die einst sein Wesen gebildet hatten, für Gott zu seiner Auferstehung benötigt würden, sondern es zeigt, daß er damit seinen Glauben an eine Auferstehung aus den Toten bezeugte – seinen Glauben, daß er an den Segnungen teilhaben würde, die durch den Messias zu Israel kommen würden.

Die Schande der größeren Reichtümer Christi

Moses legte auf verschiedene Weise Zeugnis für seinen Glauben an Gott ab, aber nirgendwo in bemerkenswerterer Weise, als in dem Verzicht der Vorrechte auf den Thron Ägtyptens, auf den er durch seine Adoption Anspruch hatte. Er wählte vielmehr, mit dem Volk der Abrahamischen Verheißung Bedrängnis zu erleiden, als in Luxus mit anderen zu wohnen. Das Volk Israel war das Volk des Messias, das Volk Christi; als er sich ihnen zuordnete, zeigte er damit seine Wertschätzung für die Schande des Gesalbten. Tatsächlich ist jeder Schritt des Fortschritts, den Mose in göttlicher Gunst und in göttlichem Dienst machte, durch seinen Glauben gekennzeichnet.

„Denn er hielt standhaft aus, als sähe er den Unsichtbaren.” Wie anschaulich beschreibt dies die Angelegenheit; und es ist heute genau so wahr wie damals, daß das Ausharren in Trübsalen und Prüfungen nur denen möglich ist, die mit den Augen des Glaubens sehen – und die unsichtbare Dinge erkennen können, Dinge, die anderen unsichtbar sind, besonders aber denen, die den unsichtbaren König und sein noch unsichtbares Königreich sehen können. Es geschah auch durch Glauben, daß er in Israel das Passah und das Sprengen des Blutes einführte, obgleich wir keinen Grund haben, zu vermuten, daß es für ihn in einem größeren Umfang möglich war, die wirkliche Bedeutung des Passahs und des gegenbildlichen Sinnes des Blutes und dessen Sprengung zu verstehen. Wiederum war sein Glaube zu erkennen, als er mit Israel das Rote Meer durchquerte. Sein Gehorsam stimmte in all diesen Angelegenheiten mit seinem Glauben überein.

Während wir in der Gegenwart vor einem solch gewaltigen Glauben einen großen Respekt zeigen, werden wir dadurch trotz alledem nicht entmutigt, weil wir erkennen, daß ein vollkommener Glaube für uns möglich ist, obgleich wir keine vollkommenen Werke tun können. Wir wollen daher an den göttlichen Verheißungen im Glauben festhalten und fortfahren im Glauben zu wandeln und nicht im Schauen, bis nach und nach unsere Umwandlung kommen wird, und wir in die Wirklichkeiten eintreten, während wir jetzt nur die Verheißungen besitzen.

Der Glaube der Hure Rahab

Es ist unverständlich für die Welt und erstaunlich für die Heiligen, daß die Schriften in so verschiedener Weise zeigen, daß Gott keine Personen ansieht – daß Er nicht ausschließlich die Großen und Weisen und Guten dieser Welt auswählt, sondern im Gegenteil die Aufrichtigen, die Ehrenhaften, die Treuen trotz Niedrigkeit der Geburt, natürlicher Mängel und Unvollkommenheiten. Wahrhaft sagt der Herr. „Denn meine Gedanken [Pläne] sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege.” Und wahrhaft sagte unser Erlöser, daß Sünder und Hurer an Stelle der selbstgerechten Pharisäer in das Königreich hineingehen würden.

Wie froh wir sind, daß der Apostel nach Gottes Vorsehung Rahab und ihren Glauben erwähnt, und wie wertschätzte und belohnte es der Herr. Sicherlich gibt es hier eine Lektion zu lernen, die deutlich gemacht und von einem jeden von uns verinnerlicht werden sollte – nicht nur zu unserer eigenen Ermutigung, sondern auch zu unserer Handlungsempfehlung gegenüber anderen. Es ist in völliger Übereinstimmung mit des Apostels Feststellung, daß Gott in der gegenwärtigen Zeit einige von diesen „Unedlen [Geringen] der Welt” erwählt, um schließlich einige der Größeren und Mächtigeren und weniger Treuen und Gehorsamen in Bestürzung zu versetzen.

Nachdem der Apostel uns diese wundervolle Aufzählung gegeben hat, scheint er zu erkennen, daß er mit der Auflistung bestenfalls am Anfang steht und die Zeit ihm fehlt, die anderen treuen Charaktere zu erwähnen, die Gottes Zustimmung fanden, wie Gideon, Barak, Samson, Jefta, David, Samuel und die Propheten, die „durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit bewirkten, Verheißungen erlangten”, usw. In jedem Fall wurde der Glaube erprobt, manchmal durch grausame Verspottung und Geißelung und manchmal durch Gebundensein im Gefängnis. Einige wurden gesteinigt. Einige wurden zersägt. Einige wurden zu heimatlosen Wanderern, ohne irdische Bequemlichkeiten, geplagt, gepeinigt – dessen die Welt nicht wert war.

Nicht ohne uns vollkommen gemacht

Nachdem er uns auf diese herrlichen Glaubenshelden hingewiesen hat, gibt der Apostel uns zu verstehen, daß sie zu einer anderen Klasse gehören als der Klasse der Jünger Christi dieses Evangelium-Zeitalters. Sie alle starben im Glauben, ohne die ihnen verheißenen Dinge zu empfangen, weil Gott etwas noch besseres für uns vorgesehen und verordnet hatte, daß sie ihre Segnung nicht bekommen konnten, bevor wir zuerst unseren Segen erlangt haben würden.

Worin besteht diese wunderbare Sache, die unser ist, abgesondert und unterschieden von dem, was ihnen gebührt? Wir antworten, daß unsere Segnung, ähnlich der ihren, eine Segnung und Belohnung auf Grund des Glaubens und nicht auf Grund von Werken ist. Unsere Segnung ist höher als die ihre, weil Jesus, der Messias, gekommen ist, sein Leben gegeben hat und hoch erhöht worden ist – und weil wir zu Gliedern seines Leibes berufen worden sind, dem Leib des Christus, dem Leib des großen Hohenpriesters, dem Leib des Königs der Könige und Herrn der Herren, dem Leib des Mittlers zwischen Gott und der Menschheit.

Diese Sache unserer Berufung zu einer anderen Ebene des Seins, als Mitarbeiter des großen Messias, ist das verborgene Geheimnis, das zuvor nicht offenbart wurde. Es sind in der Tat „die besseren Dinge” für uns – so viel besser, als das himmlische Erbteil besser als das irdische ist. Die Alten Glaubenshelden, deren herrlichen Wandel wir betrachtet und gepriesen haben, müssen warten, bis die geistgezeugte Klasse während der Ersten Auferstehung aus den Toten geboren sein wird. Dann werden die Alten Glaubenshelden ihre Segnung der Auferstehung auf der irdischen Ebene empfangen, um die irdischen Repräsentanten der himmlischen Stadt zu sein, dem himmlischen Königreich, die in einer besonderen Weise daran teilhaben werden, die Segnungen Gottes an Israel und an alle Geschlechter der Erde auszuteilen.

Sie alle wurden durch den Sündenfall unvollkommen und daher „Kinder des Zorns, wie die übrigen” und so auch wir. Aber sie und wir sind willig und bewußt und von Herzen in Übereinstimmung mit dem Herrn und seiner Gerechtigkeit, im Gegensatz zu der Mehrheit der Menschen, die es nicht sind; daher sind sie und wir veranlaßt worden, auf die Stimme Gottes achtzugeben, die Frieden und Segnungen für die willentlich Gehorsamen verkündet. Die Alten Glaubenshelden antworteten in dem Maße der Vorrechte und Segnungen, die damals geschrieben, angeboten und zur Verfügung gestellt wurden. Und wir haben in diesem Evangelium-Zeitalter auf das Anerbieten noch höherer Segnungen und Vorrechte geantwortet, auf den hohen Ruf dieses Evangelium-Zeitalters.

Durch Glauben gerechtfertigt

Die Alten Glaubenshelden wurden weder durch einen Bund noch einen Mittler gerechtfertigt – noch sind wir dies. Beide, sie und wir, sind gerechtfertigt durch Glauben. Sie kommen mit uns unter den Abrahamischen Bund, der keinen Mittler hatte und benötigte, weil er nur mit solchen gemacht wurde, die einen ähnliche Glauben und Herzenswunsch wie Vater Abraham hatten. Obwohl einige dieser Glaubenshelden während des jüdischen Zeitalters lebten, wurden sie nicht durch ihren Gesetzesbund gerechtfertigt, sondern durch ihren Glauben; denn der Gesetzesbund machte nichts vollkommen, wegen der Unwirksamkeit seines Mittlers, noch konnte irgendjemand durch den Neuen (Gesetzes-)Bund gerechtfertigt werden, weil dieser noch nicht eingesetzt worden ist.

Die Auswahl der Glieder des Mittlers des Neuen Bundes für Israel findet jetzt statt. Der Gesalbte (Christus, Haupt und Glieder) ist der Mittler des Neuen Bundes. Der Gesetzesbund bestand zwischen Gott und der einen Nation Israel, welche dazu vorgesehen war, zuerst gesegnet und heilig gemacht zu werden, und der ewiges Leben garantiert werden sollte; die dann der Kanal der Segnung für alle anderen Nationen werden sollte, die durch eine Annahme der israelischen Verpflichtungen in Harmonie mit Gott kommen würden. Jener Bund schlug fehl, weil sein Mittler, Moses, nicht imstande war, irgendeinem Leben zu geben, ausgenommen für eine Zeit lang in einem vorbildlichen Sinn. Der Neue Bund wird zwischen Gott und Israel und der Welt sein – zwischen Gott und Menschen. Der Mittler ist geistig, aber er vermittelt nicht zwischen Gott und einer geistgezeugten Klasse. Er ist ein Mittler für den Menschen mit Gott. Daher hat die Kirche keinen Mittler und benötigt keinen, denn die Kirche setzt sich nicht aus solchen zusammen, die von menschlicher Natur sind, sondern aus solchen, die vom Heiligen Geist gezeugt und Glieder der Neuen Schöpfung sind. Diese sind Glieder des Mittlers und benötigen somit keinen Mittler. Wegen ihrer Unvollkommenheiten des Fleisches, weil sie die Dinge, die sie möchten, nicht tun können, benötigen sie einen Fürsprecher, (einer der für uns bittet), und sie haben einen, „Jesus Christus, den Gerechten”.

Sobald als alle Leibesglieder des großen Mittlers Christus berufen und auserwählt und für treu befunden sind, wird die Zeit zur Segnung der Alten Glaubenshelden kommen, auf die die Vorrechte und Segnungen des Samens Abrahams entsprechend dem Fleisch übertragen werden. Durch sie wird Gottes Segen des Neuen Bundes während des Millennium-Zeitalters über jede Schöpfung kommen, indem sie allen die völligsten Gelegenheiten zur Wiederherstellung und zu ewigem Leben garantiert.

Während des Millennium-Zeitalters werden jene Alten Glaubenshelden als die irdischen Repräsentanten des himmlischen Mittlers in einem Sinn der Glückseligkeit beraubt sein, die passender Weise solchen zukommen sollte, die geprüft und für würdig befunden wurden. Für tausend Jahre werden sie dem unvollkommenen Geschlecht als Herrscher, Anweiser, aufrichtende Priester im Kontakt mit der unvollkommenen Menschheit dienen und ihnen dabei helfen zur Harmonie mit Gott und all dem, was verloren war, zurückzufinden.

Es ist die Frage gestellt worden, welcher Lohn diesen Alten Glaubenshelden für ihre Mühen zugestanden wird, die in der Aufrichtung der Welt ihre Vollendung finden wird? Wir erwidern, daß die Vorrechte solch einer Arbeit für die Menschheit in sich selbst ein ziemlich ausreichender Lohn sein würde; aber bestimmte Dinge in den Schriften scheinen zu verstehen zu geben, daß diese Alten Glaubenshelden am Ende des Millenniums eine noch weitere Segnung bekommen werden, nämlich, daß sie eine Umgestaltung von der menschlichen zur geistigen Natur erfahren werden.

Dies wird in der Bibel nicht eindeutig festgestellt, es kann nur vermutet werden. Die Glaubenshelden, die diesem Evangelium-Zeitalter vorausgingen, wurden vorbildlich durch die „rote Kuh” dargestellt, die außerhalb des Lagers verbrannt wurde, und deren Asche zur Reinigung auf die Unreinen gesprengt wurde. Sie wurden auch als eine Klasse dargestellt, die vorbildlich als Glieder des Stammes Levi dargestellt wurden. Mit anderen Worten wurde der Haushalt des Glaubens in alten Zeiten wie auch jetzt durch den Stamm Levi vorbildlich dargestellt. Und es war so, daß von jenem „Haushalt des Glaubens” während dieses Evangelium-Zeitalters die gegenbildlichen Priester berufen und für würdig befunden werden. Wir haben gesehen, daß alle, welche die „Königliche Priesterschaft” bilden werden, und alle welche die „Große Schar” bilden werden, ursprünglich in diesem „Haushalt des Glaubens” vorbildlich durch die Leviten dargestellt wurden.

Die „Kleine Herde” und die „Große Schar” machen beide eine Weihung, mit der Aussicht opfernde Priester zu werden, aber nur die wenigen, die nach den Bedingungen und den Bestimmungen der Selbstverleugnung gelebt haben, werden den Preis der Mitgliedschaft an dem Leib des Hohenpriesters – der Mitgliedschaft an dem Christus – der Mitgliedschaft an dem Mittler des Neuen (Gesetzes)-Bundes gewinnen. Von den Übrigen werden einige sich völlig zurückziehen und den Zweiten Tod sterben, während andere sich weder zum Verderben zurückziehen noch zu freiwilligem Opfer fortschreiten, um durch Gerichte des Herrn entwickelt, geprüft und des Lebens auf geistiger Ebene als „Überwinder” für würdig befunden zu werden, mit Palmzweigen in ihren Händen, aber nicht als „mehr als Überwinder” mit Kronen auf ihren Häuptern. Die Gerechtfertigten, die verfehlen, zur Weihung voranzuschreiten, gehen zurück und werden ein Teil der Welt, während die Geweihten, die nicht zu einem freiwilligen Opfer voranschreiten, aber trotzdem ihre Rechtfertigung als Neue Schöpfungen beibehalten, weil sie sich in ihrer Prüfung als treu erweisen.

So werden die „Große Schar” dieses Evangelium-Zeitalters und die Alten Glaubenshelden vergangener Zeiten noch Glieder des „Haushalts des Glaubens” bleiben, die gegenbildlichen Leviten; während die „Kleine Herde” der Kronenträger, welche zu dem gleichen Haushalt der gegenbildlichen Leviten gehört, vorangeht zu der Stellung der „Königlichen Priesterschaft” in Herrlichkeit. Während des Millenniums werden einige jener gegenbildlichen Leviten (die Große Schar-Klasse), auf geistiger Ebene dienen, während andere, die Alten Glaubenshelden der alten Zeiten, auf irdischer Ebene dienen werden. Was ist vernünftiger, als zu vermuten, daß, wenn ihr Dienst auf irdischer Ebene beendet ist, die letztere Klasse auch die himmlische Ebene erreichen wird? Dieser Gedanke wird durch die Tatsache bestätigt, daß den vorbildlichen Leviten kein Erbteil in dem Land – der Erde – zugesagt wurde. So zeigte Gott im Voraus, daß sie kein irdisches Erbteil bekommen sollten, sondern ein himmlisches Erbteil.

In Offenbarung 20:7 – 9 werden wir darüber informiert, daß am Ende des Millennium-Zeitalters Satan von den Ketten freigelassen und ihm erlaubt wird, Versuchung über die wiederhergestellte Welt zu bringen; und daß einige der Menschheit unter seinen falschen Lehren sich aufrührerisch gegenüber der göttlichen Autorität verhalten und heraufziehen und „das Lager der Heiligen und die geliebte Stadt umzingeln werden”. Dieses Lager der Heiligen scheint uns symbolisch zu sagen, daß sogar am Ende des Millennium-Zeitalters, wenn die Menschheit Vollkommenheit der menschlichen Natur erlangt haben wird (oder aber verfehlt hat und im Zweiten Tod vernichtet worden sein wird), es noch eine Unterscheidung zwischen diesem Lager der Heiligen und der Menschheit im allgemeinen geben wird. Warum diese Unterscheidung, wenn alle vollkommen sind? Weil, wie wir glauben, es die göttliche Absicht war, zu zeigen, daß selbst dann, wenn die Menschheit Vollkommenheit erlangt haben wird, die Alten Glaubenshelden noch in einem bestimmten Sinn abgesondert und abseits der übrigen des vollkommenen Geschlechts sein werden. Wir verstehen es so, daß die Alten Glaubenshelden zu dieser Zeit von irdischen zu himmlischen Organismen verwandelt werden.

Eine so große Wolke von Zeugen

Die Moral unserer Lektion summiert sich in dem ersten Vers des Hebräerbriefes im zwölften Kapitel, in dem der Apostel sagt. „Deshalb laßt nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen [Märtyrer] um uns haben, jede Bürde und die (uns so) leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.”

Was für eine großartige Ermahnung! Wir wollen sie beachten! Wir wollen dem Glauben dem ihm gebührenden Platz geben! Wir wollen unseren Glauben an das Wort Gottes hegen und darüber hinaus die göttlichen Vorsehungen unserer Erfahrungen in unserem täglichen Leben. Wir wollen so den Fußstapfen Jesu nachfolgen, unseres großen Hohenpriesters und Anführers unserer Errettung, unserem Führer, unserem Vorläufer, dessen Opfer die Grundlage unseres Glaubens ist und dessen Macht in Herrlichkeit seine Vollendung, wenn er uns in der Ersten Auferstehung bei sich empfangen wird, „in einem Augenblick, in einem Nu”.

Mitknechte im Joch

„Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir, … denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.” Matthäus 11:29 und 30

Unser Herr richtete diese Worte an die Juden. Er predigte nicht zu denen aus den Nationen, denn die Zeit der Gnade für sie war noch nicht gekommen. Er war gesandt, „um die verlorenen Schafe aus dem Hause Israel” zu sammeln. Die Israeliten standen unter dem Joch Roms, mit dem natürlich nicht das Joch gemeint war, von dem der Herr sprach. Sie standen auch unter dem Joch ihrer Religion, dem Joch des Gesetzes.

Ein Joch bedeutet Knechtschaft. Wer ein Joch trägt, ist ein Knecht. Auf Ochsen legt man z. B. ein Joch, nicht um dieses zu tragen, sondern damit sie mit Hilfe des Jochs die Lasten tragen können, die man ihnen auflegt. Von daher wird es zum Symbol von Dienst, von Lastentragen. Das war bei den Israeliten der Fall; sie mußten alle Vorschriften des Gesetzes auf sich nehmen. Sie hatten gelobt, Gottes Knechte zu den Bedingungen dieses Gesetzesbundes zu werden. Aber es stellte sich heraus, daß sie so sehr außer Gleichgewicht und schwach waren, daß sie die Lasten des Gesetzes nicht tragen konnten. Kein Jude konnte diese Lasten aus dem Gesetzesbund tragen. „Da ist kein Gerechter, auch nicht einer.” Keiner war fähig, den Verpflichtungen von Gottes gerechtem Gesetz nachzukommen.

Unser Herr ist nicht gekommen, um das Gesetz abzuschaffen. Im Gegenteil, er pries das Gesetz und hielt es in Ehren. Er zeigte, daß dessen Forderungen weder unvernünftig noch ungerecht sind, auch wenn aufgrund der Unvollkommenheit kein Mensch fähig war es zu halten. Er selbst hielt das Gesetz in allen Stücken und bewies dadurch, daß das Befolgen die Möglichkeiten des Gehorsams seitens eines vollkommenen Menschen nicht übersteigt, sondern diesen Möglichkeiten durch und durch angepaßt ist. Das Gesetz zu halten stellte für ihn keineswegs eine zu schwere Last dar; er war imstande jeder einzelnen Forderung nachzukommen, und er tat es.

Doch jetzt lud er seine Jünger ein, sich einem anderen Joch zu unterwerfen, dem Joch der Knechtschaft ihm gegenüber. Er hatte eine neue Botschaft, die „frohe Botschaft”. Sie sprach von der Befreiung aus den Forderungen dieses Gesetzesbundes, den sie nicht tragen konnten, der aber angelegt war, „ein Zuchtmeister …. auf Christum hin” – Galater 3:24 – zu sein. Die Botschaft lehrte sie, wie sie an dieser wunderbaren neuen Einrichtung teilhaben können, die gerade erst begann und deren Haupt er selbst war. Diese Einrichtung stammte indessen vom Vater, doch der Sohn sollte Sein auserwählter Repräsentant sein. Die Nachfolger des Sohnes sollten an dieser Repräsentanz Anteil haben, indem sie dem Gesetzesbund gegenüber gestorben sind dadurch, daß sie an Jesus als ihren Messias glauben und mit ihm vereinigt werden. So wären sie für Gott annehmbar, erhielten die Zeugung durch den Heiligen Geist und würden Söhne Gottes.

Die Neue Schöpfung erfüllt den Gesetzesbund

Auf diesem Weg wären sie Partner des Messias insofern, als sie das Gesetz der Gerechtigkeit hielten, denn sie könnten dann unter diesem neuen Joch und unter diesen neuen Bedingungen Gottes Gesetz befolgen. Das neue Joch läge nicht auf der alten Schöpfung; diese hatte schon unter Beweis gestellt, daß sie die Anforderungen des Gesetzes nicht erfüllen konnte. Doch Gottes Plan sah vor, daß sie, um Neue Schöpfungen zu werden, tot sein müssen, und das nicht nur dem Gesetzesbund gegenüber, sondern in Bezug auf alle irdischen Interessen, Hoffnungen und Aussichten. Der Apostel sprach von ihnen, als er sagte, daß das Recht des Gesetzes in uns erfüllt ist, die wir nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln. – Römer 8:4

Wir kommen nicht nur den Anforderungen des Gesetzes nach, wir tun noch mehr. Wir legen unser Leben für die Brüder nieder. Das geht über das hinaus, was das Gesetz verlangt; es ist ein Akt der Neuen Schöpfung. Die alte Natur ist tot von Gottes Standpunkt aus. Das Handeln der Neuen Schöpfung geschieht aus dem alten Körper heraus, dessen Unzulänglichkeiten alle durch das Kleid von Christi Gerechtigkeit zugedeckt sind. So erfüllt die Neue Schöpfung aus Gottes Sicht das Recht des Gesetzes, denn sie hält treu am Herrn fest und erfährt beständig Reinigung durch das zugerechnete Verdienst des Blutes Christi für die Sündhaftigkeit ihres Körpers.

Das schwere Joch des Gesetzes für Israeliten

Nicht ohne Grund verwendet der Herr das Bild eines Joches den Juden gegenüber. Sie waren sich der Lasten des Gesetzes bewußt, unter denen sie als Volk lange geächzt hatten. Sie hatten gelernt, daß sie außerstande waren, ewiges Leben zu erlangen, das jedem unter der Bedingung vollkommenen Gehorsams den Gesetzesforderungen gegenüber prophezeit ist. 1.600 Jahre lang hatten sie versucht das Gesetz zu halten, und sie hatten es nicht geschafft. Sie dachten daran, daß Gott ihnen den Messias verheißen hatte, und sie wußten, daß Er irgendwie einen neuen Plan eröffnen würde; doch sie wußten nicht, wie und wann. Durch die Propheten hatte Gott ihnen vorhergesagt, daß Er ihr steinernes Herz wegnehmen und ihnen ein Herz aus Fleisch geben würde. So hatten die Treuen gewacht und gewartet und sich nach dem Messias und nach allen ihn betreffenden Verheißungen gesehnt. Und gottergebene ehrfürchtige Juden warten immer noch auf die Erfüllung jener Weissagungen.

Als aber Jesus kam, begann er ein Werk, das sie vorher nicht richtig verstanden hatten. Er präsentierte nicht den Neuen Bund, der durch die Propheten vorhergesagt war. – Jeremia 31:31 und 34, 32:38 und 41, Hesekiel 11:19, 36:25 – 30 Er nahm damals nicht ihre steinernen Herzen weg und gab ihnen Herzen aus Fleisch. Das sollte ein noch in der Zukunft liegendes Werk sein, das Werk seines Reiches, das dann in Macht und großer Herrlichkeit auf der ganzen Erde aufgerichtet werden soll.

Der Anfang der Neuen Schöpfung

Aber damals, vor diesem Vorhaben, war der Messias mit einer anderen Absicht gekommen, nämlich um ein Vorbereitungswerk zu tun. Er rief etwas Neues ins Leben: eine Neue Schöpfung. Und er lud so viele Juden als möglich ein, die in der echten Herzensverfassung waren, sich ihm anzuschließen, nicht auf den neuen Bund der Zukunft zu warten, sondern an diesem Vorhaben mit ihm zusammen teilzuhaben, ja, Söhne Gottes zu werden. „Nehmet auf euch mein Joch”, sagte Jesus. Und seine Botschaft fiel bei solchen auf fruchtbaren Boden, die ernsthaft bemüht gewesen waren, das Gesetz zu halten. „Kommet her zu mir, all ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben.” – Matthäus 11:28 Das war ein neuer Gedanke. Er muß ihnen ziemlich seltsam vorgekommen sein, selbst dann, wenn sie seine bildhafte Darstellung völlig verstanden haben.

Auch wenn wir aus den Nationen sind und nie unter dem Joch des jüdischen Gesetzes standen, hatten wir doch, in anderer Weise, eine große Last, die auch wir nicht schleppen konnten, die Last von Sünde und Tod. Adam kam als erster unter diese Sündenlast, die einen so großen Fluch für die Welt mit sich brachte. Jeder von uns hat das Gewicht der Sünde und ihre ganzen furchtbaren und bitteren Begleiterscheinungen verspürt und getragen. So haben die Worte des Meisters, Worte voll Hoffnung und Trost, auch uns Freude und Auferbauung gebracht, und wir haben die angebotene Ruhe gefunden, eine Ruhe in ihm, unserem Mitknecht im Joch.

Wer auch immer mühselig und beladen ist, wer die Natur und die Bitternis der Sünde erlebt, wer sie kennt und fürchtet und gegen sie ankämpft, der ist eingeladen zum Herrn zu kommen. Ihm wird empfohlen, das Joch des Herrn auf sich zu nehmen und von ihm zu lernen. Er gibt ihnen die Gewißheit, daß sein Joch leicht ist, leicht in dem Sinn, daß man es tragen kann, und daß man sich damit nicht wundscheuert.

Das vollkommene individuell angepaßte Joch

Wir kennen Ochsen unter dem Joch, und wir denken dabei an das große hölzerne Joch auf ihrem Hals, das großen Druck auf Haut und Muskeln ausübt. An einem Joch, das dem Tier nicht individuell angepaßt ist, wird es sich wundscheuern und es wird unruhig werden, wohingegen ein gut angepaßtes Joch bequem ist und das Tier die Last leicht tragen läßt. Unser Herr sagt, daß sein Joch leicht, bequem und angenehm ist. Sein Joch ist sozusagen alles andere als starr. Es wird den verschiedenen Lebenslagen der jeweiligen Träger gerecht. Es ist breit für die Kräftigen, schmaler für die Kleinen und mittelstark für die Durchschnittlichen. Es ist ein Joch, unter dem sich die Größten, Bedeutendsten und Begabtesten in Gemeinschaft mit dem Herrn befinden, und für die Geringsten gilt das Gleiche. Der Herr wird für uns all das tragen, wofür uns die Kraft fehlt. Es gibt kein Joch, das jemand auf diese Weise befähigt, Lasten zu tragen, wie es dieses Joch tut. Richtig, man muß vollkommen sein, um dieses Joch zu tragen, und wir sind schwache und unvollkommene Kreaturen; doch wenn wir nur ein Zehntel Vollkommenheit und neun Zehntel Unvollkommenheit in uns haben, wird der Herr die fehlenden neun Zehntel für uns tragen. Wenn wir eine Hälfte Unvollkommenheit haben, wird er die tragen. So wird für die Schwächsten gesorgt, und auch die Stärksten erhalten, was sie brauchen. Darin liegt die wunderbare Chance des Evangeliumszeitalters.

Unser Herr sicherte dem Apostel Paulus zu: „… meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht.” – 2. Korinther 12:9 Alle Dinge werden für uns zum Guten mitwirken, weil wir ihn lieben, weil wir sein Joch auf uns genommen haben und Mitknechte im Joch mit ihm geworden sind. Wir freuen uns über das Vorrecht mit ihm zu leiden. Das Fleisch wird leiden, aber der Geist wird Freude empfinden. Wir werden nicht über unser Vermögen hinaus geprüft, Seine Last ist leicht. Der Herr hat es so eingerichtet, daß von keinem verlangt wird mehr zu tun, als er zu leisten imstande ist. Wenn wir die rechte Einstellung haben, werden wir mit Freude alles tun, was uns möglich ist. Wer zu solchem Tun nicht völlig bereit ist, wird vom Herrn auch nicht als treu angesehen werden. Die Last unseres Meisters ist leicht, wenn man sie mit allem Ernst und unter Anleitung der Wahrheit auf sich nimmt, und nur wer sie mit dieser Einstellung trägt, kann ein Mitknecht im Joch mit ihm sein.

Die Welt ist zur Buße aufgerufen

„Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er (dazu) bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, daß er ihn auferweckt hat aus den Toten.” – Apostelgeschichte 17:30 und 31

Als Gott Vater Adam zum Tode verurteilte, sagte Er passenderweise nichts über Buße, denn Er machte Adam keine Hoffnung auf ein zukünftiges Leben. Wenn nun Adam keine Hoffnung auf ein zukünftiges Leben kannte oder ihm keine Hoffnung offenbart wurde, warum sollte Gott dann überhaupt mit ihm handeln? Adam war zum Tode verurteilt worden, zur Vernichtung. Es gibt keinen Grund, einen Menschen zur Buße aufzurufen, es sei denn, daß ihm etwas als Lohn für seine Buße in Aussicht gestellt wird.

Gott hatte Sein Todesurteil über Adam verhängt, welches nur durch die Bezahlung eines Lösegeldpreises beseitigt werden konnte. Gott beabsichtigte, daß eines Tages die ganze Menschheit eine Gelegenheit bekommen sollte, durch eine weitere Prüfung oder ein weiteres Gericht zum Leben in Harmonie mit Ihm zu kommen; aber es war nicht Seine bestimmte Zeit, Seinen Plan zu erläutern. Daher lebte Adam und starb, ohne eine Aufforderung Buße zu tun. Und so verhielt es sich auch bei seinen Kindern.

Die erste Andeutung darüber, was Gott tun würde, wurde durch den Propheten Henoch gemacht. Aber die Offenbarung, die von Henoch gemacht wurde, hatte weder eine ausreichende Grundlage den Menschen Hoffnung zu geben, noch ihnen zu sagen, daß sie Buße tun sollten. – Judas 14 und 15

Eine Andeutung der Hoffnung für die Welt

So verstrichen Jahre bis zur Zeit von Abraham. Dann ließ Gott Abraham wissen, daß Er ihm ein Geheimnis offenbaren würde, weil Abraham sein Freund war. Jenes Geheimnis war keine Botschaft, die gepredigt werden sollte, sondern eine Verheißung, an die von ihm selbst und von denen, die Erben jener Verheißung werden sollten, geglaubt werden sollte, die aber noch nicht anwendbar war auf irgendjemanden außerhalb der Nachkommen Abrahams. Das Geheimnis war, „In dir und in deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.” – 1. Mose 28:14 Ich beabsichtige, die Welt zu segnen, Abraham. Wenn du gegenüber meinen Anordnungen gehorsam bist, so wird dein Same die Segnung bekommen und diese der Welt im allgemeinen übermitteln. Es geschah daher nur durch Schlußfolgerung, daß Abraham irgendeine Eingebung hatte, daß ein Leben der Buße belohnt werden würde.

Zur bestimmten Zeit berief Gott die Kinder Israel und handelte mit ihnen durch Mose. Praktisch sagte Er: „Wünscht ihr mein Volk zu sein? Wenn dem so ist, so kommt jetzt, tretet in einen Bund mit mir ein, und Ich will euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein.” – 3. Mose 26:12

Es wurde Israel nicht befohlen Buße zu tun, noch irgendjemandem der übrigen Menschen der Welt. Es war eine Einladung und kein Befehl. Gott war bereit, einen Bund mit ihnen zu schließen. Dieser Bund bestand darin, daß sie dem Gesetz gehorchen sollten, und daß durch ihren Gehorsam gegenüber den zehn Geboten und dem Geist ihres Bundes, sie Gottes Volk werden würden. Aber als sie das Gesetz zu halten versuchten, erkannten sie, daß es unmöglich war, dies zu tun, wegen ihrer ererbten Schwachheit. Daher gab es entlang dieser Richtlinie nichts mehr zu ihnen zu sagen. Sie hatten ihre Gelegenheit und waren fehlgegangen.

Der Aufruf zur Buße

Als Jesus kam, hielt er das Gesetz und erbte all die Verheißungen des Gesetzesbundes. Dann opferte er einen Teil des Königreiches, das Gott aufzurichten verheißen hatte – Daniel 2:44 -, und so viele der Juden zu segnen, ehren und zu verherrlichen, die in Harmonie mit ihm kommen würden, so viele, als in seinen Fußstapfen der Selbstverleugnung wandeln und damit Gottes Gunst erlangen würden. – Johannes 1:12 Im Wesentlichen sagte er: „Dies ist der Weg. Vertraut mir und wandelt in meinen Fußstapfen. So werdet ihr meine Jünger sein. Ihr sollt jetzt an meinen Leiden teilhaben und nach und nach an meiner Herrlichkeit und dem Königreich.”

Zu einer bestimmten Zeit, nachdem eine bestimmte Anzahl aus den Juden gesammelt worden war, wurde diese Botschaft auf alle Nationen ausgedehnt, welche die richtige Herzensstellung hatten. Den Nationen, die keinen Wunsch geäußert hatten, in die Harmonie mit Gott zurückzukehren, wie es die jüdische Nation bekundet hatte, befahl Gott dann, daß ein jeder Buße tun sollte. – Apostelgeschichte 17:30 Dies veranlaßte Er durch diejenigen, welche die Repräsentanten Seiner Lehre waren, die Apostel und die Kirche. Im Verhältnis zu ihrem Verständnis des Planes Gottes und wie sie mit diesem in Harmonie waren, konnten sie ihren Nächsten berichten, daß eine neue Lage entstanden war, und daß Gott fortan mit den Nationen handeln würde.

Die Lösegeldgrundlage der Hoffnung für die Welt

Warum sollte Gott jetzt mit den Nationen handeln, wenn Er zuvor nicht mit ihnen handelte? Die Erklärung dieser neuen Lage ist, daß Christus gestorben war und Gottes großer Plan genug gereift war, um auf alle Menschen überall angewendet zu werden. Gott hatte einen Tag vorgesehen, an dem Er die Welt in Gerechtigkeit richten wird. Jener große Tag ist das nächste Zeitalter, der Tag Christi, der Tag des Königreichs des Messias. Gott hat diese Vorsorge für die Erlösung durch den Tod Christi für alle gemacht. Die ganze Menschheit war unter dem Todesurteil, und Gott konnte nicht mit ihnen handeln, bis das Urteil aufgehoben oder bis Vorsorge getroffen wurde für seine Aufhebung. Er hat das Todesurteil nicht für nichtig erklärt, sondern Vorsorge für ein Lösegeld für alle getroffen. – 1. Timotheus 2:6

Wer auch immer diesen Plan der Erlösung kennt, weiß, daß Gott jedem einzelnen des Adamischen Geschlechts eine Prüfung zum Leben zu geben beabsichtigt. Diese Prüfung soll nicht nur darin bestehen, zu bestimmen, ob die Menschheit versuchen wird das Rechte zu tun und gegen all die bösen Einflüsse der Welt zu kämpfen, sondern Gott will die Sünde unterwerfen und alle des Adamischen Geschlechts erhöhen, die dies wünschen.

Gott hat erklärt, daß kein Glied des Geschlechtes Adams sterben muß. Jeder, der möchte, kann durch das große Erlösungswerk, das durch den Erlöser bewirkt wird, zu Gott zurückzukehren. Er hat dieses Werk noch nicht vollendet, aber zu denen, die ein hörendes Ohr haben, ist das Wort ausgegangen, daß es eine zukünftige Prüfung geben wird, und daß die Art des Lebens eines jeden ein Ertragen jener Trübsal beinhalten wird. Es ist angebracht, dies jetzt auszusprechen, weil die Vorsorge durch den Tod Christi gemacht worden ist.

Die gegenwärtige Botschaft für die Welt

Vor dem Evangelium-Zeitalter bestand keine Notwendigkeit, dem Volk zu sagen, daß sie in Harmonie mit Gott kommen sollten. Aber jetzt soll die ganze Welt in die Prüfung gebracht werden, um ihnen zu helfen, und sie nicht zu verdammen – eine Prüfung, die erkennen läßt, ob sie sich des ewigen Lebens für würdig erweisen, das Gott für sie vorgesehen hat, und bei dessen Erlangung Er den Willigen beistehen wird. Wo auch immer Menschen bereit sind, zu hören, ist die Botschaft, tut Buße, tut Buße! Hört auf mit der Sünde und diese Läuterung des Charakters wird einen Einfluß auf euer ewiges Leben haben.

Wenn jemand nicht zu der Klasse der Kirche gehört, dann steht er nicht in einer Prüfung auf Leben oder Tod. Aber es wird zu seinem Vorteil sein, aufrecht zu leben, denn es kommt eine Zeit der Abrechnung. Gott hat für diesen Tag der Trübsal in dem Tod Jesu Vorsorge getroffen. Zuvor sammelt der Herr jedoch eine Klasse der Kirche. Der Herr bereitet so eine große Klasse von Botschaftern vor, die alles mögliche tun werden, den Menschen beizustehen, die Sünde und Erniedrigung zu verlassen und zur Harmonie mit Gott zurückzuführen.

In vergangenen Zeiten handelte Gott so, als ob Er nicht bemerkte, wenn Sünde verübt wurde, es sei denn, daß es eine schwere Sünde war. Dann nahm Er nur das Leben der Sünder unter unangenehmen Bedingungen – sie gingen in den Todesschlaf. Der Prophet Hesekiel sagt, daß Gott es für gut befand, alle der Sodomiter wegzunehmen. – Hesekiel 16:50 Nachdem die Prüfung der Kirche oder das Gericht beendet worden ist, und die Überwinder für wert befunden worden sind, werden dann in jener Zeit des Gerichts der Welt die Sodomiter eine Gelegenheit bekommen, wie sie die Juden hatten, die Jesus während seiner ersten Gegenwart hörten. Und es wird dann für das Volk von Tyrus und Sidon und von Sodom und Gomorrha erträglicher sein, als es für das Volk von Korazim, Betsaida und Kapernaum sein wird, denn die letzteren hatten die Gelegenheiten der Erkenntnis gehabt, gegen die sie gesündigt hatten, und sie hatten damit in dieser Angelegenheit mehr mit Willen gehandelt, als die Sodomiter. – Matthäus 11:21 – 24

Zu jener Zeit hatte Gott Sodomitern keinen Befehl gegeben, Buße zu tun. So übersah Gott nur die Unwissenheit der Sünde jener Zeit. – Apostelgeschichte 17:30 Er bedrohte sie nicht, noch veranlaßte Er sonst irgendetwas in der Angelegenheit. Er löschte sie nur in ihrer Existenz aus. Ihr Schicksal diente als eine Vorahnung, wie der Apostel sagt, daß Gott der Menschheit nicht für immer gestatten wird in der Sünde zu bleiben, sondern daß Er den Sünder vernichten wird. Es soll jedoch niemand vernichtet werden, bevor er nicht zuerst eine Gelegenheit zu ewigem Leben bekommen hat, das für jedes Glied des Adamischen Geschlechtes durch unseren Herrn Jesus Christus erworben wurde.

Jesu Auferstehung – die Versicherung der Gunst Gottes

Der Apostel erkennt die Tatsache, daß das Gericht in seinen Tagen noch nicht begonnen hatte. Er weist auf den Tag Christi hin und erklärt, daß Gottes Versicherung der Welt der Menschen gegenüber jetzt gegeben ist, daß es eine zukünftige Zeit des Gerichts geben wird. Durch den Opfertod des Christus wird die günstige Gelegenheit zu immerwährendem Leben zu allen kommen. Die Menschheit ist schon in Adam verurteilt worden. Sie konnte keine andere Prüfung bekommen, bis die Verurteilung der ersten Prüfung aufgehoben war. Daher wollte Gott keinem einen Befehl zur Buße erteilen, bis Er einen Erlöser vorgesehen hatte. Der Apostel sagt, daß Gottes Versicherung, die Er gegenüber der Menschheit in dieser Angelegenheit machte, auf der Tatsache beruht, daß Er Christus von den Toten auferweckt hatte. – Apostelgeschichte 17:31

Als Gott Christus von den Toten auferweckt hatte, wurde dies zu einem Zeugnis, daß es ein Opfertod war, ein annehmbares Opfer. Und Jesu Aufstieg in den Himmel war noch eine weitere Darstellung, daß dieser, den der Vater durch Seine eigene Macht von den Toten auferweckt hatte, der große König sein sollte um zu herrschen, der große Priester und Beistand um zu helfen und Anweisungen zu geben, und um als der große Richter die Angelegenheiten der Welt zu ordnen und angemessene Belohnungen an dem großen Tag Gottes auszuteilen.

Wer daher über Jesu Tod und Auferstehung hört, sollte verstehen, daß dies Gottes Erlösungsanordnung war. Diese sollten auch darüber informiert sein, daß alle Menschen Sünder sind, und daß der Tod die Strafe für Sünde ist. Wenn irgendjemand fragen sollte, wie sich Jesu Tod auf die Menschheit auswirkt, sollten wir zeigen, daß Gott ihn hoch erhöht hat ein Erretter zu sein. In Gottes vorbestimmter Zeit, sobald als die Klasse der Auserwählten vollendet und die Herrschaft von sechstausend Jahren der Sünde und des Bösen zu Ende gegangen ist, wird Er dann allen Erlösung von der Sünde garantieren – den Juden zuerst und danach den Nationen.

Diejenigen, die jetzt hören, sollten Buße tun, aber diejenigen, die in der jetzigen Zeit nicht hören, sind von Gott nicht aufgerufen Buße zu tun. Es scheint der Gedanke des Paulus zu sein, tut jetzt Buße und beeinflußt so eure zukünftige Lage, selbst dann, wenn du nicht ein Glied des Leibes Christi werden willst. Tausende von Millionen der Menschheit sind in den Tod gegangen. Wenn sie während der Zeit der Herrschaft des Messias auferstanden sind, wird dies eine große Botschaft sein – Gott hat einen Brunnen der Reinigung von Sünde und Unreinheit geöffnet. Wer auch immer will, kann teihaben an der Segnung und Aussöhnung mit Gott und dadurch ewiges Leben erlangen. – Sacharja 13:1, Offenbarung 22:17

Zur gegenwärtigen Zeit hat der Gott dieser Welt die Augen des Verständnisses der Welt blind gemacht, aber ihre Augen werden bald geöffnet werden. – 2. Korinther 4:4 Die Zeit kommt, in der alle sehen und hören werden, und in der keiner von dem Kleinsten bis zum Größten sagen wird, erkenne den Herrn, denn alle werden Ihn erkennen. Dann, wenn sie erkennen, wird ein jeder verantwortlich sein. Am Ende des Millennium-Zeitalters, wenn sie ihre volle Segnung durch den Mittler erlangt haben werden, wird erforderlich sein, Gottes Willen auf Erden zu tun, wie er im Himmel getan wird. – Jeremia 31:33 und 34

Zukünftiges Leben wird von dem gegenwärtigen Verhalten beeinflußt

Es ist ein sehr wichtiger Charakterzug unseres Werkes, unser Licht so scheinen zu lassen, daß die Menschen unsere guten Werke wahrnehmen können und unseren Vater, der im Himmel ist – nicht ihren Vater, sondern unseren Vater – verherrlichen. – 1. Petrus 2:12 Die gegenwärtige Zeit ist nicht für die Welt, sondern für die Heimsuchung der Kirche. Gott sucht das Volk, das sich in einer freiwilligen Stellung von Gerechtigkeit befindet. Dies ist nicht die Zeit, mit der Welt zu handeln, sondern für Gottes Volk, als brennende und scheinende Lichter alle Sünde zu tadeln. In dem Maße in dem das Licht ausstrahlt, wird es Finsternis tadeln.

Wenn wir überhaupt über ein zukünftiges Zeitalter sprechen, ist es ein besonderer Teil unserer Pflicht unseren Hörern klar zu machen, daß die gegenwärtige Verhaltensweise im Leben einen Einfluß auf das zukünftige Leben haben wird. Zu sagen, daß es zwei Gelegenheiten geben wird – eine Gelegenheit jetzt und eine Gelegenheit nach und nach – ist völlig falsch. Wir sagen ihnen, daß es während dieses Evangelium-Zeitalters nur eine Gelegenheit gibt, und nur einen Weg gibt, auf dem die Gelegenheit zu erlangen ist, indem wir in den Fußstapfen Jesu wandeln.

Aber denjenigen, die nach und nach unter dem Mittlerkönigreich sein sollen, ist es angemessen, zu sagen, daß ein Leben des Gehorsams gegenüber Gott in Harmonie mit Seinen Prinzipien der Gerechtigkeit ein Segen für sie in der gegenwärtigen und auch in der zukünftigen Zeit sein wird. Es gibt eine Anzahl von Leuten, die ein aufrechtes und ehrbares Leben führen, und die eine Reihe guter Werke in dieser gegenwärtigen Zeit tun. Wenn sie denken würden, daß sie nicht Gutes täten, würden sie enttäuscht sein. Ein Anreiz zu einem hohen Lebensstandard würde von ihnen genommen; denn sie glauben, daß jetzt gerecht zu leben einen Einfluß auf die Zukunft hat. In diesem haben sie recht. Aber ihr Standard ist nicht so hoch wie jener, der sich in den Schriften für die Kirche fortsetzt. Jener Standard ist notwendigerweise hoch; denn Heilige, und Heilige allein, sollen Miterben mit Christus und Glieder der Brautklasse sein.

Es war ein großer Fehler, der in der Vergangenheit gemacht wurde, als z. B. der Reformator Calvin erklärte, daß die Nichterwählten mit allem Irdischen verbrannt werden sollten. Wir finden im Gegenteil, daß die Lehren des Wortes Gottes sind, daß die Nichterwählten gesegnet werden sollen. Sie sollen eine Gelegenheit zur Versöhnung mit Gott bekommen und zurückgeführt werden, damit sie mit einer Gelegenheit zum Leben auf irdischer Ebene gesegnet werden. Gott beabsichtigt, die Klasse der Erwählten dazu zu verwenden, die Menschheit zu segnen. Gott hat einen liebevollen, mitfühlenden Plan für alle Seine Schöpfungen, welcher ihnen zu Seiner bestimmten Zeit offenbart werden wird.

Eines aber tue ich

„Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.” – 2. Korinther 2:2

Der begabte Apostel Paulus gibt an anderer Stelle sein Zeugnis, wie weise es ist, auf unsere Pläne und Maßnahmen zu verzichten und unsere verschiedensten Anstrengungen aufzugeben, um unsere Kräfte auf jene Dinge zu konzentrieren, die wir am besten zur Vollendung bringen können, indem er sagt: „Eines aber tue ich.” – Philipper 3:13 Die einzige Lebensaufgabe des Apostels sollte es sein, soweit er dazu imstande war, dem Herrn persönlich annehmbar zu sein und mit seiner ganzen Kraft das zu tun, was er tun konnte, um anderen in der gleichen Stellung beizustehen.

In Übereinstimmung damit scheint der Gedanke unseres Leittextes zu sein, daß, was auch immer der Apostel hinsichtlich anderer Dinge wußte, die in seinen Tagen im Gespräch waren – die Sitten seiner Zeit, wissenschaftliche Fragen, usw. – er dies nicht in Betracht ziehen würde. Er wollte seine Gedanken, Worte und Lehren entlang dieser einen Richtlinie begrenzen, die wie er dachte, es wert war. Er war als ein Botschafter Christi in Korinth gewesen. Er war dort nicht, um seine Erkenntnis zu erörtern, sondern um die Botschaft des Königreichs zu predigen. Er wollte das Predigen des Evangeliums zu seiner einzigen Angelegenheit machen, um das zu vollenden, für das, wie er fühlte, all seine Erkenntnis und all seine Energie zu gering sein würde.

Der Apostel entschied sich nicht ohne einen guten Grund oder eine gute Absicht dazu seine ganze übrige Erkenntnis zu ignorieren. Er handelte so, weil er wünschte, all seine Aufmerksamkeit und all seinen Einfluß auf eine große Sache zu konzentrieren. Diese eine Sache war Jesus Christus – Jesus, der Gesalbte; Jesus, der Messias, dem der Hauptgedanke in all seinen Predigten galt. Er bemerkte, daß der große Messias ein Teil des göttlichen Planes war, welcher verheißen worden war – der „Same”, der alle Geschlechter der Erde segnen sollte; und daß Jesus der große Messias war, und daß alle Menschen ihn erkennen und seinem Vorbild nacheifern sollten.

Aber Paulus wollte nicht nur predigen, daß Jesus der Messias war, sondern daß er der gekreuzigte Messias war, dessen göttlicher Lehren er sich nicht schäme. Er wollte predigen, daß Gott Seinen Sohn aussandte, und daß der Sohn die Herrlichkeit verlassen hatte, die er bei dem Vater hatte; das er auf der Erde gelebt hatte und gestorben war, „der Gerechte für den Ungerechten” zu dem Zweck, daß er seinen Gehorsam gegenüber der göttlichen Anordnung offenbaren würde. Um auf solche Weise Christus und seine Kreuzigung zu predigen, ließ der Apostel nicht die Tatsache aus, daß es eine Kirche geben sollte, von der Jesus das gesalbte Haupt über seinen Leib sein würde, die Kirche.

Daher zeigte Paulus im Predigen von Jesus, den Gesalbten, wie der göttliche Plan sich unter göttlicher Überwaltung auswirken sollte, und was die herrlichen Resultate sein würden. Für diese Dinge hatte er all seine Zeit und Aufmerksamkeit bestimmt.

Wie offensichtlich ist es, daß heute viele Diener etwas verloren haben, das der Apostel besaß, der so die Wichtigkeit des Evangeliums Christi erkannt hatte. Zu diesem sehr umfangreichen Verlust zählen verschiedene besondere Lehren mit denen für religiöse Veranstaltungen geworben wurde; manchmal bestehen die Lehren in Politik, manchmal in Mäßigkeit, manchmal in Recht auf Gleichberechtigung. Der Grund für diesen Wechsel in dem von alter Zeit her bekanntem Stil des Predigens ist, daß während der dunklen Zeitalter das Evangelium verfälscht und falsch dargestellt wurde, und daß sich die Leute dessen schämen, was früher gepredigt wurde – „Sei gut und geh in den Himmel; sei schlecht und geh in die Hölle!” Es ist keine großartige Botschaft. Wir dürfen uns nicht wundern, daß ein aufgeweckter Geist die ganze Sache in wenigen Minuten begreift. Wir sind tatsächlich froh darüber, daß Diener sich schämen, das zu predigen, was ihre Glaubensbekenntnisse bekennen, und daß daher ihre Glaubensbekenntnisse im Hintergrund gehalten werden müssen.

Sich des Evangeliums Christi nicht schämen

Für uns jedoch, welche die Wichtigkeit des Evangeliums erkennen, ist dies unterschiedlich zu betrachten. Wir kennen das Evangelium vom Königreich, dessen sich der Apostel nicht schämte, welches lehrt, daß die erwählte Kirche die Braut Christi sein soll; daß der Messias die ganze Welt segnen soll; daß Jesus der Messias ist; daß er gekreuzigt wurde, tot war, begraben wurde und durch Seinen Vater von den Toten auferstand; daß seine Kreuzigung ein Teil des großartigen göttlichen Planes war, und daß ohne diese wichtige Anordnung keine Errettung bewirkt werden konnte, weder für die Kirche noch in der Zukunft für die Welt. Daher predigen wir wie Paulus Christus, den Gekreuzigten, der für unsere Sünden starb, der zu unserer Rechtfertigung auferstand, und der in Herrlichkeit kommend mit seiner Kirche der große Messias ist, um die Welt durch das natürliche Israel zu segnen.

Weil wir die Wahrheit gefunden haben, fühlen wir uns wie Paulus veranlaßt, nichts als nur diese Botschaft zu predigen. Die gleiche Wahrheit, die ihn beeinflußte, sollte uns beeinflussen. Wenn daher irgendeiner von den Geschwistern sich geneigt fühlt nach der Weise Babylons herauszugehen und sonst etwas zu predigen ist hier der Beweis – „nichts anderes unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt”. Dies ist das einzige Thema. Paulus wollte so sein, als ob er sonst nichts wußte. Dieses Thema sollte die eine Sache sein, der er seine Zeit und seine Aufmerksamkeit opfern würde. So soll es auch bei uns sein!

Wenn wir die herrliche Hoffnung wertschätzen, die uns dargelegt ist, so sollten wir den betrügerischen Geistern und den Lehren von Dämonen keine Beachtung schenken, wie der Apostel auch die Geschwister anweist – 1. Timotheus 4:1 -, sondern wir sollen Festigkeit in der Absicht gegenüber der einen Sache zeigen, zu der wir berufen worden sind, und welche wir als vorgesehene Erben des Messianischen Königreichs zu tun bevorrechtigt sind. Wir wollen nicht vergessen, daß wir ein „besonderes Volk” sind, abgesondert von dem großen Leib der nominellen Christen wie auch von der Welt, die höhere Hoffnungen und Ziele und Ambitionen haben, und wir mit einer klareren Einsicht in die tiefen Dinge Gottes begünstigt worden sind, indem wir aus unserer früheren Finsternis in das wundervolle Licht gerufen worden sind. So abgesondert von der Welt und von Christen, die weitgehend an dem Geist dieser Welt teilhaben, was wundert es uns da, wenn wir bemerken, daß sie alle außerhalb der Harmonie mit uns sind und uns entweder nicht beachten oder anfeinden.

Wir erwarten solchen Widerspruch und wissen, daß er fortbestehen wird, bis unser Lauf im Tod beendet worden ist. Wenn wir in Schwierigkeit wie gute Soldaten um der Wahrheit willen ausharren, egal woher jene Schwierigkeit bei unseren Anstrengungen, den Willen des Herrn zu tun und die Interessen Seines Königreichs voranzubringen, kommen mag, dann stellen wir unsere Leiber als lebendige Opfer in dem göttlichen Dienst dar. Wirklich in Seinem Diest zu stehen, beinhaltet sowohl ein sorgfältiges und fortgesetztes Studium des Planes Gottes und das Annehmen Seines Geistes, der zu einem großen Eifer zu seiner Vollendung führt und zur Aktivität im Rahmen der Möglichkeiten des Dienstes, was auch die Kosten sein mögen oder das Opfer erfordern mag.

Wenn wir in diesem Dienst treu sind, haben wir weder Zeit noch Neigung andere Themen zu beachten, die sich nicht mit der einen Sache befassen, der wir allein unser Leben gewidmet haben. Wenn wir Gott alles geweiht haben, sind wir nicht Herr unserer Zeit, und folglich haben wir keine Zeit für die Untersuchung von Theorien zur Verfügung, die auf irgendeiner anderen Grundlage bestehen, als derjenigen, die in der Bibel vorhanden ist. Noch haben wir Zeit, uns den Ideen und Beschäftigungen zu widmen, welche die Aufmerksamkeit der Welt beanspruchen, von denen viele an sich harmlos oder sogar erbaulich sind, die aber schädlich und entwürdigend für uns sein würden, wenn wir erlauben, daß sie geweihte Zeit in Anspruch nehmen und unsere Aufmerksamkeit von der einen Sache jener Dinge ablenken, die wir tun sollten.

Der Apostel warnt uns „Aber von den heillosen, nichtigen Geschwätzen halte dich fern; denn sie werden zu immer größerer Gottlosigkeit fortschreiten”. Er gibt aber den Rat, „Sei eifrig dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht schämen muß, der das Wort der Wahrheit richtig austeilt”; „nichts [dem Evangelium] fremdes zu lehren noch auf Fabeln und endlose Geschlechtsregister zu achten, die vielmehr Streitfragen hervorbringen statt Dienstleistung im Haushalt Gottes, [welche] im Glauben [geschieht]”. – 2. Timotheus 2:15 und 16, 1. Timotheus 1:3 und 4

Wie schmal dieser Weg ist

Ist dies nicht ein schmaler Weg? Ja, so schmal, daß unser Herr diesen betreffend vorhersagte: „Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben hinführt, und wenige sind es, die ihn finden.” – Matthäus 7:14 Er ist so schmal, daß er nur weit genug ist, des Herrn Plan zuzulassen und jene, die willens sind, alle anderen Pläne, Projekte und Infragestellungen zu verwerfen und sich selbst seinem Dienst völlig zu widmen; und die willens sind, jeden Vorwurf, den er mit sich bringt, zu ertragen.

Sind wir bemüht von Tag zu Tag den göttlichen Charakter zu rechtfertigen und Gottes gerechte Wege bekannt zu machen? Studieren wir fleißig, um uns selbst umfassend mit der Wahrheit vertraut zu machen, so daß wir tatsächlich ein lebendiger Brief sind, bekannt und von allen Menschen gelesen in dem Gebiet unseres Einflusses? Sind wir wirklich Arbeiter, die sich nicht schämen müssen? – 2. Timotheus 2:15 Sind wir von denjenigen, die sich wirklich dem Herrn übergeben haben?

Wenn dem so ist, dann sind wir gerade einfältig genug, zu sagen: „Eines aber tue ich, ich ordne alle Dinge dieser einen Sache unter, Gott Lobpreis zu erweisen und anderen zu helfen, in dieses wundervolle Licht zu treten, und aus diesem Grund entwickle ich die Talente, die ich besitze, als ein weiser Haushalter meines Himmlischen Vaters.”

Wir fordern einander weder Gelöbnis noch Knechtschaft, vielmehr hat der Ruf seine eigenen Anwendungsgrenzen. Der Meister hat uns angewiesen alle Nationen zu lehren (das Evangelium ist nicht länger auf die jüdische Nation beschränkt), aber weder Astronomie noch Geologie noch eine der nutzlosen Philosophien zu lehren, über die die Welt spekuliert, sondern – „lehrt sie, alles zu bewahren, was ich euch geboten habe”. – Matthäus 28:20

Dies ist es, was der Apostel Paulus tat. Wir hören seinen Eifer für die eine Sache, der er sein Leben geweiht hatte: „Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit das Geheimnis Gottes zu verkündigen. Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen, als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. (Ich fesselte eure Aufmerksamkeit hinsichtlich dieser einen Sache) Und ich war bei euch in Schwachheit und mit Furcht und in vielem Zittern; und meine Rede und meine Predigt (bestand) nicht in überredenden Worten der Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft (der Wahrheit), damit euer Glaube nicht auf Menschenweisheit, sondern auf Gottes Kraft beruhe.” – 1. Korinther 2:1 – 5

Paulus war ein ausgesprochen kompromißloser Lehrer. Als er erkannte, daß er die Wahrheit besaß, sprach er mit Überzeugung und erklärte kühn, das alles, was dem widersprach, falsche Lehre sei. Er belehrte auch Gläubige, daß es nicht nur ihr Vorrecht, sondern ihre Pflicht wäre, im Glauben gegründet zu sein, die Zeugnisse des Wortes Gottes zu kennen, weil sie glaubten und imstande waren, jedem Menschen, der sie danach fragte, die Begründung für ihre Hoffnung zu geben, die in ihnen war.

Möge es auch so bei uns sein. Jeder geweihte Gläubige sollte sich selbst fragen: „Wie sorgfältig habe ich das studiert, was ich als göttliche Wahrheit erkannt habe? Wie völlig bin ich fähig, das Schwert des Geistes zu handhaben?” Es sind in der Tat wenige, die sagen können, daß sie alles, was sie empfangen haben, völlig verdaut und einverleibt haben, und daß sie keines dieser Dinge aus ihrer Erinnerung haben fallen lassen; daß sie es in ihren Herzen so behütet haben, daß sie Tag und Nacht darüber nachsinnen und die fertige Antwort besitzen – ein „so spricht der Herr”. Jedem Menschen, der sie fragt, können sie einen jeden Punkt der Lehre betreffend einen Grund für ihre Hoffnung benennen, die in ihnen ist, so daß sie den göttlichen Plan und die göttliche Autorität klar und intelligent erklären können mit jedem nachfolgendem Schritt und wenn nötig, seinen Platz in dem göttlichen System von Vorbildern angeben können. Zwar ist ein solches Können in dem Wort zu erlangen ein Lebenswerk, aber mit jedem Tag sollten wir uns jenem Können und Willen nähern, wenn wir in Treue studieren und treue Diener der Wahrheit sind.

Wenn alle Geweihten stets damit beschäftigt wären, die Waffenrüstung Gottes anzulegen und sie durch den tatsächlichen Gebrauch zu prüfen, in dem steten Bemühen die Wahrheit eifrig zu verkünden und anderen zu helfen standhaft zu sein, so würde keine Zeit mehr übrig bleiben selbst für gute Reformwerke der Mäßigkeit oder für gute Werke in den Elendsvierteln der großen Städte, oder für Lehren von Heilungen, noch andere solcher Dinge. Wir haben keine geweihte Zeit für diese Dinge übrig, welche nur Nebensachen sind, nicht schädlich an sich, ausgenommen, daß sie die Aufmerksamkeit ablenken und Zeit in Anspruch nehmen, die für einen anderen höheren Gebrauch geweiht worden ist. Alle solche Werke werden wirkungsvoll in den „Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge” durchgeführt werden, die jetzt in naher Zukunft liegt. – Apostelgeschichte 3:19 – 22 Außerdem sind andere mit diesem Werk beschäftigt; wir aber erkennen und suchen das Werk zu vollenden, das uns in dem göttlichen Plan vorgesetzt ist.

In der ganzen Geschichte der Kirche hat es niemals eine Zeit gegeben, in der der große Widersacher so aktiv in der Ablenkung der Aufmerksamkeit von der Wahrheit gewesen ist, durch die Einführung von unrentablen und unwichtigen Fragen, als zur gegenwärtigen Zeit. Gerade jetzt, wo die Erhöhung und Verherrlichkeit der Kirche bald stattfinden soll, und die Treuen in die Freuden ihres Herrn eingehen sollen, ist Satan dabei, jede Täuschung anzuwenden, sie um ihren Lohn zu bringen und diesen Charakterzug des göttlichen Planes zu durchkreuzen.

Aber wirklich irgendeinen Teil des göttlichen Planes zu durchkreuzen ist unmöglich. Gott hat bezweckt, eine „kleine Herde” aus den Menschen herauszunehmen, „ein Volk für Seinen Namen”, und solch eine Gesellschaft wird sicherlich gesammelt. Jedoch ob alle diese, die sich jetzt in dem Rennen nach dem Preis befinden, letztlich zu jener Gesellschaft gehören werden, ist noch eine offene Frage. „Halte fest, was du hast, daß niemand deine Krone nehme!” – Offenbarung 3:11 Wenn einige gegenüber ihren Vorrechten zu kurz kommen und sich des reichen Erbteils als unwürdig erweisen, gibt es andere, die schnell ihre Plätze einnehmen werden.

Unsere Beobachtung jener Geweihten, die anderen Themen als dem „Evangelium vom Königreich” erlaubt haben Zeit und Aufmerksamkeit zu beanspruchen, führt uns dazu, solche zu ermahnen, sehr eifrig in dem Umgang mit Zeit und Talent für den Dienst des Evangeliums zu sein, indem sie alle Dinge, die außerhalb sind, liegenlassen, wie interessant sie auch immer sein mögen für jene, die es vorziehen ihnen jetzt Zeit einzuräumen und dem zukünftigen Leben, da alle Erkenntnis uns gegeben werden soll. Wir haben fortwährend beobachtet, daß jene, aus irgendeinem vermeidbaren Grund sich von dem wahren und einzigen Evangelium abgewandt haben, schnell von dem Weg abgeirrt sind oder in ihrem Lauf nach dem „Preis” unserer „hohen Berufung“ sehr gehindert worden sind.

Mögen wir dazu imstande sein unsere Einstellung wahrheitsgemäß mit den Worten des Apostels auszudrücken: „Ihr Brüder, ich halte noch nicht dafür, daß ich es ergriffen habe; eines jedoch [tue ich]: ich vergesse, was hinter mir ist, strecke mich aber nach dem aus, was vor mir ist, und jage, das Ziel im Auge, nach dem Kampfpreis der Berufung nach oben durch Gott in Christus Jesus.” – „Denn ich beschloß, nichts unter euch zu wissen, als Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt.” – Philipper 3:13 und 1. Korinther 2:2