Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Vergiß nicht, was Gott an dir getan hat

Mit einem Rückblick auf die Wanderung Israels in der Wüste ermahnt Mose kurz vor seinem Tod Sein Volk zur Bündnistreue mit ihrem Gott und führt ihnen noch einmal vor Augen, daß Leben und Tod von ihrem Gehorsam gegenüber dem Gesetz abhängen. – 5. Mose 30:15

Mose hält Rückschau auf die vierzig Jahre in der Wüste und erinnert das Volk daran, wie es aus der Knechtschaft Ägyptens befreit worden ist, und wie Gott sie unter großen Wundern von der Unterdrückung durch den Pharao und die Ägypter befreit hat, und wie der Ewige Seinen Bund mit ihnen geschlossen hat. Er ruft ihnen ins Gedächtnis zurück, daß Gott sie in den vierzig Jahren der Wüstenwanderung mit Manna speiste, und daß es ihnen nicht an Wasser fehlte, um ihren Durst zu stillen, daß ihre Kleidung nicht verschlissen und ihre Füße nicht geschwollen waren in diesen vierzig Jahren. – 5. Mose 8:3 und 4

Mose, der das stets murrende Volk vierzig Jahre durch die Wüste geführt hat, weiß aus Erfahrung, wie schnell das Bundesvolk bereit ist ihren Gott zu vergessen und anderen Göttern nachzugehen, und so gibt er ihnen folgende Warnungen mit auf den Weg: „So hüte dich, das du den Herrn ja nicht vergißt, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus … .” – 5 .Mose 6:12

„Hütet euch, daß ihr ja nicht den Bund des Herrn, eures Gottes vergeßt, den er mit euch geschlossen hat … .” – 5. Mose 4:23

„Hüte dich, daß du den Herrn deinen Gott ja nicht vergißt, indem du seine Gebote und seine Rechtsbestimmungen und seine Ordnungen, die ich dir heute gebe, nicht hältst …, daß nicht, wenn du ißt und satt wirst und schöne Häuser baust und bewohnst und deine Rinder und deine Schafe sich vermehren und dein Silber und Gold sich mehren und alles, was du hast, sich mehrt, (daß dann nicht) dein Herz sich erhebt und du den Herrn, deinen Gott, vergißt, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausführte.“ – 5. Mose 8:11 – 14

„Nun hüte dich und deine Seele sehr, daß du die Dinge nicht vergißt, die deine Augen gesehen haben, daß sie nicht aus deinem Herzen schwinden alle Tage deines Lebens, und tue sie deinen Kindern und Kindeskindern kund.” – 5. Mose 4:9

Mose richtet vorausschauend diese dringenden Warnungen an sein Volk, daß sie Gott als „ihren Herrn, der sie aus Ägypten geführt hat” nicht vergessen sollten, daß sie „den Bund des Herrn” nicht vergessen, sondern Seine Gebote, Rechtsbestimmungen und Ordnungen stets halten sollten, und daß „die wunderbaren Dinge, die ihre Augen gesehen hatten” nicht aus ihren Herzen schwinden sollten, alle Tage ihres Lebens.

„Und als Mose alle diese Worte zu ganz Israel zu Ende geredet hatte, da sagte er zu ihnen: Richtet euer Herz auf all die Worte, die ich euch heute bezeuge…denn nicht ein leeres Wort ist es für euch, sondern es ist euer Leben.” – 5. Mose 32:45 und 46

Wie es scheint, gab es für Mose genug Veranlassung dazu, sie darauf besonders hinzuweisen, ihr ganzes Herz auf all die Worte Gottes zu richten, und es zeigt das grundsätzliche Problem, daß Israel schnell bereit war, zu vergessen, was Gott alles für sie getan hatte. Wir möchten ihnen jedoch zugestehen, daß sie es ernst meinten, als sie den Bund mit ihrem Gott mit den Worten bestätigten: „Alles was der Herr geredet hat wollen wir tun!”

Wie Israel seinen Gott vergaß

Im weiteren Verlauf der Geschichte Israels zeigt es sich, daß ihre Zusage sich mehr oder weniger als ein Lippenbekenntnis erwies. Unser Herr macht dies auch deutlich, indem er den Propheten Jesaja zitiert: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir…” – Matthäus 15:8 Israel „vergaß” seinen Gott, der sie aus Ägyten geführt hatte. Fragen wir uns, wie es dazu kommen konnte?

Nicht, daß Israel seinen Gott von heute auf morgen vergaß und nichts mehr von Ihm wissen wollte; aber sie erlaubten es, daß auch anderen Göttern von Holz und Stein neben dem wahren lebendigen Gott Anbetung dargebracht wurde.

Nicht, daß sie die Wunder und Demonstrationen der göttlichen Macht vergaßen, die sie selbst miterlebt hatten, und die Wunder, von denen ihre Väter berichteten; aber sie „vergaßen” ihren Gott, indem sie ihr Versprechen vergaßen, alle diese Dinge alle Tage ihres Lebens in ihrem Herzen zu tragen und zu tun.

Im Psalm 50 spricht der ewige Gott: „Nicht wegen deiner Schlachtopfer tadle ich dich, auch deine Brandopfer sind beständig vor mir.” An der Einhaltung der vorgeschriebenen vorbildlichen Opfer gab es nichts zu tadeln, aber die nicht vorgeschriebenen aus einem Herzensbedürfnis kommenden Dankopfer für alle Segnungen und Vorrechte, die sie besaßen, die kamen zu kurz oder blieben aus.

Die wechselvolle Geschichte Israels zeigt uns, daß sich das Volk Israel immer dann an seinen Gott erinnerte, wenn es in Not war und Ihn ebenso schnell vergaß, wenn es ihnen gut ging. Wir preisen die göttliche Langmut, und die Bereitschaft sich Seines auserwälten Volkes immer wieder zu erbarmen, wenn es reuevoll nach Ihm schrie. Ja, Gott ist reich an Vergebung!

Was es bedeutet, Gott zu vergessen

„Gott zu vergessen” bedeutet nicht, daß wir uns nicht mehr daran erinnern, daß ein allmächtiger und barmherziger Gott existiert. „Gott zu vergessen” beginnt damit, daß der Himmlische Vater nicht mehr den ersten Platz in unseren Herzensempfindungen einnimmt, daß die erste Liebe erkaltet. Es beginnt damit, daß wir nicht mehr das starke Bedürfnis empfinden, Seinen Namen zu verherrlichen und Ihm zu aller Zeit und bei allen Gelegenheiten von Herzen Dank zu sagen und, daß wir es versäumen, Ihn zu bitten, daß Sein Wille in allen Angelegenheiten unseres Lebens geschehen möge.

Wenn wir die Ermahnungen im einzelnen untersuchen, die Mose an sein Volk richtet, kurz bevor sie das verheißene Land Kanaan betreten werden, so können wir feststellen, daß sie alle in Bezug auf das Bündnis vom Sinai gesprochen sind, daß Israel zum Eigentumsvolk machte. Wir bemerken auch, daß Mose den Allmächtigen Gott in einem engen Zusammenhang zu dem Auszug aus der Knechtschaft Ägyptens erwähnt. Der Herr, der euch aus Ägypten herausgeführt hat, den sollt ihr nicht vergessen…! Israel sollte ein Volk zur Verherrlichung des Namens des ewigen Gottes sein, der sein Volk aus der Knechtschaft Ägyptens gerettet hatte.

Bedeutet dies, daß diese Ermahnungen, die Mose an das auserwählte Volk Israel richtet, nur das vorbildliche Bundesvolk Israel betreffen? Bedeutet es, daß nur das Israel nach dem Fleische angesprochen ist, das als Bündnisvolk in der Gefahr stand, Gott als seinen „Erretter aus der Knechtschaft Ägyptens” zu vergessen?

Wir denken, daß dem nicht so ist, denn zu deutlich zeigen uns die Apostel, daß „alles, was früher (das heißt im Alten Testament) geschrieben ist, auch zu unserer Belehrung und Ermahnung geschrieben wurde”. – Römer 15:4

Wir danken Gott, daß Er uns als geistige Israeliten ansieht, als ein besonderes Volk, das zur Verherrlichung Seines heiligen Namens gerufen ist, daß Er noch immer aus vielen Nationen sammelt. Hat uns Gott nicht auf wunderbare Weise aus der Welt, dem gegenbildlichen Ägypten, herausgeführt? Speist Er uns nicht täglich mit dem geistigen „himmlischen Manna” und dem Wasser der Wahrheit? Wir können bezeugen, daß es sich so verhält.

So ist auch dies zu unserer Ermahnung geschrieben, daß wir unseren Gott nicht vergessen und den Opferbund, den Er mit uns geschlossen hat. Das vorbildliche Israel konnte den Gesetzesbund nicht halten, weil die Gesetze der Tafeln nicht ihre Herzen erreichten. Der Prophet Jeremia sagte über Israel: „Aber mein Volk hat mich vergessen. Den nichtigen Götzen bringen sie Opfer dar.” – Jeremia 18:15

Was Israels Untreue bewirkte

Wir alle wissen, was diese Untreue nach sich zog. Als das ursprüngliche Bundesvolk den ihnen von Gott gesandten Messias verwarf, wurde es als Volk zum Besitztum verworfen und der Ewige begann damit, in dem nun anbrechenden Evangeliumzeitalter ein besonderes Volk aus allen Nationen zu sammeln, „ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum”.- 1. Petrus 2:9

Gott beruft aus der Welt, dem gegenbildlichen „Ägypten”, Menschen, die bereit sind den allgemeinen Wünschen und Bestrebungen dieser Welt zu entsagen und dem gegenbildlichen größeren Mose, Jesus Christus, nachzufolgen bis in den Tod.

Wir haben auf diesen Ruf geantwortet, nachdem wir den gerechten und liebevollen Gott in Seinem Liebesratschluß mit dem Menschen erkennen durften. Einem solchen Gott wollten wir uns von Herzen unterstellen und Seinen heiligen Willen in allem tun.

So sind wir in einen Bund mit Gott eingetreten, um unsere menschlichen Interessen und Wünsche, ja selbst unser Leben, zu opfern und dem Herrn Jesu treu zu folgen bis in den Tod. Die Belohnung, die uns für unsere Treue in Aussicht gestellt wird, ist unermeßlich. Wenn wir treu sind bis in den Tod, werden wir mit dem Herrn Unsterblichkeit erlangen und mit ihm für tausend Jahre als Könige und Priester in seinem Königreich herrschen. – Offenbarung 20:6

Entsprechend der hohen Belohnung sind die Anforderungen, die der Herr an uns stellt, nicht einfach zu erfüllen. Wir stehen in einem ständigen Kampf, den der Geist gegen das Fleisch kämpft. Es stehen fleischliche gegen geistige Interessen. Als Neue Schöpfungen sind wir bestrebt, nach dem Geist zu wandeln und Gottes Willen zu tun, und der Geist ist auch willig – aber das Fleisch ist schwach. Wir alle bedürfen der ständigen Ermahnung und Ermunterung, daß wir in diesem Kampf nicht ermatten. Wir bedürfen der Ermahnung, daß wir unsere fleischlichen Interessen und Wünsche gekreuzigt halten, daß wir wachen und beten, damit wir nicht auf irgendeine Weise unseren Weihe-Bund vergessen, was bedeuten würde, Gott zu vergessen.

Unser Kampf ist gegen drei Feinde gerichtet, gegen unsere fleischliche Schwäche, gegen die Einflüsse der Welt und gegen den Widersacher. Es ist dabei nicht verwunderlich, daß der Widersacher weltliche Einflüsse und unsere eigenen Schwächen gegen uns benutzt. Es ist sein Ziel, uns von unserem Opferweg abzubringen. Dabei ist es für ihn schon ein Erfolg, wenn er uns dazu verleiten kann, im Eifer nachzulassen oder gar halbherzig zu handeln.

Für uns würde eine solch gefährliche Nachlässigkeit bedeuten, daß wir uns in einen Prozeß des Vergessens begeben haben. Es verhält sich dabei wie mit einem Boot, daß gegen den Strom gerudert wird. Sobald wir das Rudern gegen den Strom einstellen und untätig ausruhen, dreht sich das Boot in seine alte Richtung zurück.

Die Schriften zeigen uns, daß der Widersacher als derjenige, der sich dem Höchsten gleichmachen wollte, ein brennendes Interesse daran zeigt, Gottes Heiligen Namen bei Seinem Volk in Vergessenheit zu bringen. Und um dieses Ziel zu erreichen, bedient er sich menschlicher Werkzeuge, die als Mundstücke für ihn sprechen.

So spricht die Bibel von wahren Propheten, die Gott mit einer Botschaft zu Seinem Volk sandte und von solchen, die vorgaben, in Seinem Auftrag zu sprechen, die jedoch in Wahrheit falsche Propheten waren, die ihre eigenen Träume und Lügen verbreiteten.

Wie Gottes Name bei Seinem Volk in Vergessenheit gebracht wurde

In Jeremia 23:25 und 27 spricht der Prophet im Auftrag Gottes: „Ich habe gehört, was die Propheten sagen, die in meinem Namen Lüge weissagen und sprechen: Mir träumte, mir träumte! … beabsichtigen sie (etwa), meinen Namen bei meinem Volk in Vergessenheit zu bringen durch ihre Träume, die sie einer dem anderen erzählen, so wie ihre Väter meinen Namen über den Baal vergaßen?”

Auch unsere heutige Zeit hat ihre Propheten. Wir können als solche sowohl Lehrer und Professoren kirchlicher Akademien und Institutionen bezeichnen, als auch Theologen, Bibelkritiker und Wissenschaftler. Sie alle haben den wahren Namen Gottes bei Seinem Volk in Vergessenheit gebracht, indem sie Gottes Charakter falsch und entstellt darstellten, so daß niemand in der Namenchristenheit den wahren Gott der Bibel kennt.

Diese Propheten predigen zumeist einen gnadenlosen und unbarmherzigen Gott, der mitleidlos Seine Geschöpfe auf ewig in einer Feuerhölle quält. Kein Wunder, daß ein solcher Gott nicht in den Herzen der Menschen Einlaß finden kann. Hier finden die Worte Jeremias auf ihre ganz besondere Weise ihre Bestätigung, wenn er feststellt: „Wie könnt ihr sagen: Wir sind weise, und das Gesetz des HERRN ist bei uns? In der Tat! Siehe, zur Lüge hat es der Lügengriffel der Schriftgelehrten gemacht.” – Jeremia 8:8

Wir wissen jedoch, daß dieses verzerrte Gottesbild nicht mit dem barmherzigen Gott der Bibel in Einklang zu bringen ist. Dies ist nicht der Gott der Liebe und Gerechtigkeit, den die Apostel und Evangelisten predigten. Es ist nicht die Identität des göttlichen Namens, wie er Mose am Berg Sinai kundgetan wird, als er den Ewigen „sehen” wollte.

„Jahwe, Jahwe, Gott, barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und reich an Gnade und Treue, der Gnade bewahrt an Tausenden (von Generationen), der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt, aber keineswegs ungestraft läßt… .” – 2. Mose 34:5

Dies ist der Gott der Bibel, wie wir Ihn aus den Schriften kennen: barmherzig und gnädig und reich an Gnade und Treue, ein gerechter Gott, der den Ungehorsam nicht ungestraft läßt und ein liebender und vergebender Gott, der Schuld, Vergehen und Sünde vergibt.

Der Widersacher hat es verstanden menschliche Werkzeuge für seine Pläne zu nutzen, und so sind gerade diejenigen, die Gottes Liebe und Barmherzigkeit verkünden sollten, die namenchristliche Priesterschaft und ihre Mitarbeiter, zu Feinden der göttlichen Wahrheit geworden, indem sie Gottes wahren Namen und Charakter bei Seinem Volk in Vergessenheit gebracht haben. Menschliche Theorien und Ideen haben andere moderne Götter hervorgebracht, die den wahren Gott aus den Gedanken der Menschen verdrängt haben.

In der katholischen Kirche nimmt zum Beispiel Maria, als sogenannte „Mutter Gottes”, den höchsten Platz in der Anbetung ein. Alle Gebete und Bitten um Hilfe werden zunächst an Maria gerichtet und nicht direkt an den Herrn Jesus, so auch daß sie zu einer Fürsprecherin vor Gott gemacht wurde, obgleich die Schrift uns sagt, daß „kein anderer Name unter dem Himmel dem Menschen gegeben ist, in dem wir errettet werden können”, als unser Herr Jesus. – Apostelgeschichte 3:12

Wer das einmalige und nicht wiederholbare Opfer unseres geliebten Herrn Jesus vergißt oder gering schätzt, der hat auch Gott vergessen, der Seinen geliebten Sohn zum Mittelpunkt Seines Erlösungsratschlusses gemacht hat. „… Wer (aber) den Sohn nicht ehrt, ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat.” – Johannes 5:23

Gottes Absichten mit dem Menschen, der Plan der Wiederherstellung aller Dinge, wird weitgehend totgeschwiegen, die biblischen Lehren vom Sündenfall, vom Lösegeld und der Auferstehung aller Menschen durch menschliche Irrlehren ersetzt. Unser Herr sagte für unsere Tage voraus: „Es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich auch die Auserwählten zu verführen.” – Matthäus 24:24

Wir leben in dieser gefährlichen Zeit, in der der Widersacher in einem letzten Kraftakt alles aufbietet, um den Glauben an das Wort Gottes zu zerstören und Gott bei Seinem Volk in Vergessenheit geraten zu lassen. Ja, wir können feststellen, daß die „Christenheit” im allgemeinen den wahren Gott der Bibel „vergessen” hat. Auch wenn sie sich noch vordergründig zu Seinem Namen und dem des Erlösers bekennt, ist es doch nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Wir möchten hier aber ausdrücklich feststellen, daß diese Kritik dem System „Christenheit” gilt und nicht dem einzelnen Bekenner in den Kirchen.

Wenn unser Herr sagt, daß falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun würden, um wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen”, so entnehmen wir den Worten, daß der Widersacher ein besonderes Interesse an uns hat. Satan möchte diejenigen verführen, die in einer Bundesbeziehung mit Gott stehen. Er möchte durch jede Möglichkeit der Verführung erreichen, daß wir unsere Bündnisverpflichtungen vergessen, daß wir vergessen, was wir versprochen haben und daß wir vergessen, was Gott für uns getan hat. Er möchte uns dazu bringen, daß wir undankbar werden und den Herrn vergessen, der uns aus der gegenbildlichen Knechtschaft Ägyptens herausgeführt hat.

Wenn sich das Herz erhebt

Eine der wichtigen Ermahnungen die Mose seinem Volk gab – 5. Mose 8:11 – 14 – bestand darin, sie vor der Gefahr eines guten Lebens in Sattheit, Wohlstand und Selbstzufriedenheit zu warnen. Er warnte sie davor, daß sich besonders in einer solchen Situation ihr Herz erheben könnte, und sie dann ihren Gott vergessen würden.

Offenbar besteht hier ein tiefer Zusammenhang, wenn wir daran denken, daß Israel immer dann seinen Gott vergaß und sich anderen Göttern zuwendete, wenn es ihnen gut ging, wenn sie von ihren Feinden nicht bedrückt wurden, wenn sie Nahrung im Überfluß besaßen und auch sonst keine Trübsale hatten.

Aber auch in der Entwicklung der Kirche spielte Reichtum, Wohlleben und Selbstzufriedenheit eine verhängnisvolle Rolle, die zu ihrem Abfall führte. Die Entwicklung der Kirche voraussehend kennzeichnete unser Herr die Institution Kirche unserer Tage treffend mit der Feststellung: „Weil du sagst: Ich bin reich und bin reich geworden und brauche nichts, und nicht weißt, daß du der Elende und bemitleidenswert und arm, blind und bloß bist… .” – Offenbarung 3:17

Eine Kirche, die selbstgerecht von sich sagt, daß sie an allen Gütern und Vorrechten reich ist und nichts mehr braucht, zeigt damit, daß sie nicht mehr nach Gott fragt und geistig tot ist.

Gottes erstes Gebot forderte von Israel, daß sich das auserwählte Volk von jeder Art des Götzendienstes fernhalten sollte. „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten herausgeführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.” – 2. Mose 20:2 und 3

Wir können davon ausgehen daß dieses Gebot alle die Dinge miteinschließt, die in unserem Leben mehr Beachtung und Wertschätzung finden, als unser Leben mit Gott und der Wahrheit. So können zum Beispiel Sport oder Musik zu unserer Entspannung dienen, sie können sich aber auch unkontrolliert zu einem Götzen entwickeln, wenn sie an Stelle des Studiums unsere geweihte Zeit ausfüllen. Fernsehen und Computer können ebenso zu Götzen werden, auch der Mammon, die Erkenntnisse der Wissenschaft, der Bauch, die Bequemlichkeit und vieles mehr.

’Gott zu vergessen’ beginnt im Herzen

Aber es genügt nicht, daß wir uns aus einer pflichtgemäßen Einstellung von diesen Dingen abwenden. Wenn ein Rest von Bedauern bleibt, daß wir diese Dinge nicht tun dürfen, so zeigt es sich, daß unser Herz nicht bei der Sache ist. Dies ist es, was der Ewige immer wieder Seinem Volk vorwirft, daß es Ihn mit den Lippen bekennt, aber sein Herz fern von Ihm hält und, daß seine Furcht vor Gott nur angelerntes Menschengebot ist. – Jesaja 29:13

Und so ist die berechtigte Forderung Gottes an alle, die Seine Gebote und Satzungen lieben und gehorsam ausführen möchten: „Gib mir, mein Sohn, dein Herz, und deine Augen laß an meinen Wegen Gefallen haben!” – Sprüche 23:26

Diese bedeutsamen Worte gehen im besonderen alle diejenigen an, die in einem Sohnschaftsverhältnis zum Himmlischen Vater stehen. Sie zeigen uns, worauf es im Prinzip letztlich ankommt. Alle unsere Anstrengungen Gott zu verherrlichen und den Brüdern zu dienen, werden nur dann unserem Himmlischen Vater wohlgefällig sein und Bestand haben, wenn der Antrieb dazu aus einem geweihten Herzen kommt.

Der Prozeß des Vergessens beginnt im Herzen. Er beginnt allmählich und in dem Maße, wie das Herzensverlangen Gottes Wort zu studieren und Seinen Willen zu tun, nachläßt. Es beginnt dort, wo das Streben nach dem göttlichen Willen zu leben als eine Pflicht und nicht als eine Freude aufgefaßt wird.

In Sprüche 4:20 – 23 lesen wir diese ermahnenden Worte: „Mein Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu! Laß sie nicht aus deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens! Denn Leben sind sie denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch. Mehr als alles was man (sonst) bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des Lebens.”

Dies ist es, was der Herr von uns fordert, daß wir Ohren und Augen geöffnet halten für die Erkenntnis Seines Wortes, und daß wir Seine Satzungen und Seinen Bund im Innern unseres Herzens tragen. Es sind die Voraussetzungen, an die wir uns halten müssen, wenn wir Gott wohlgefällige Früchte des Geistes hervorbringen wollen.

Es ist unsere wichtigste Aufgabe als Söhne Gottes, nach dem Willen unseres Himmlischen Vaters zu leben und das zu tun, zu denken und zu reden, was Ihm wohlgefällig ist. Es bedeutet, daß wir Seinem Willen alles übrige unterordnen. Dazu müssen wir die Augen und Ohren des Verständnisses geöffnet halten und prüfen, was der Wille Gottes für uns in jeder Situation unseres täglichen Lebens ist. Vor allem jedoch muß der Ansporn freiwillig aus dem Inneren unseres Herzens kommen.

In einer weiteren Ermahnung, die wir dem 5. Buch Mose entnehmen, warnt Mose sein Volk mit folgenden Worten: „Nur hüte dich und deine Seele sehr, daß du die Dinge nicht vergißt, die deine Augen gesehen haben, daß sie nicht aus deinem Herzen schwinden alle Tage deines Lebens. Und tue sie deinen Kindern und Kindeskindern kund.” – 5. Mose 4:9

Auch diese ermahnenden Worte betreffen nicht nur das vorbildliche Israel, sie betreffen auch uns. Welche Erfahrungen haben wir alle auf dem „schmalen Wege” gemacht? Wie oft sind wir auf wunderbare Weise vor Fehltritten und Gefahren bewahrt worden? Wie sind unsere Augen des Verständnisses für die Wahrheit geöffnet worden? Wie sind wir aus der Finsternis zum Licht gekommen, wie zur Wahrheit gekommen? Alles dies geschah auf eine für uns wunderbare und unerklärliche Weise. Sollten wir nicht alles tun, um uns täglich der göttlichen Gnade zu erinnern, die uns in so reichem Maße zuteil geworden ist?

Sollten wir nicht von all diesen Erfahrungen sprechen? Es ist ja unser größter Herzenswunsch, allen Menschen, die ein hörendes Ohr haben, von Gottes wunderbaren Absichten mit dem Menschen zu erzählen und Gottes Barmherzigkeit wie auch Liebe und Gerechtigkeit zu verkünden. Sicherlich ist dies eine der Möglichkeiten, dem Schöpfer aller Dinge unsere Dankbarkeit zu zeigen, daß Er unsere Augen für die Wahrheit geöffnet und uns Seine Wunder hat schauen lassen.

Wir wollen auch nicht vergessen, unsere Dankgebete vor den Thron der Gnade zu bringen und dafür zu beten, daß wir die Erkenntnis und die Kraft erhalten, auf dem „schmalen Wege” der Selbstverleugnung weiterzugehen. Und vergessen wir nicht unsere Brüder und Schwestern im Gebet mit einzuschließen.

In Psalm 50:14 und 15 lesen wir: „Opfere Gott Dank, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde; und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich erretten, und du wirst mich verherrlichen!”

Gott zu „vergessen”, in welcher Art und Weise dies auch immer sein mag, hat etwas mit Undankbarkeit zu tun. Wahre Dankbarkeit ist nicht nur eine Form der Höflichkeit, nein, sie ist viel mehr. Wahre Dankbarkeit kann als ein Ausdruck der Zuneigung des Herzens bezeichnet werden und als ein Ausdruck wahrer Anerkennung und Wertschätzung dessen, was der Himmlische Vater für uns getan hat. „Sagt allezeit für alles dem Gott und Vater Dank im Namen unseres Herrn Jesus Christus”, mahnt Apostel Paulus in Epheser 5:20. Und an die Brüderschaft in Thessalonich schreibt der Apostel: „Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.” – 1.Thessalonicher 5:18

Wir wollen nicht versäumen, ständig unsere große Dankbarkeit zum Thron der Gnade zu bringen, wie es vorbildlich der geliebte David in den Psalmen mit den Worten zum Ausdruck bringt.

„Preise den HERRN, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen! Preise den HERRN, meine Seele, und vergiß nicht alle seine Wohltaten! Der da vergibt alle deine Sünde, der da heilt alle deine Krankheiten. Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Gnade und Erbarmen.” – Psalm 103:1 – 4

Hüten wir uns sehr, daß wir nicht die Ermahnungen der Heiligen Schrift vergessen, die uns daran erinnern, daß wir als Söhne Gottes zur Verherrlichung unseres Himmlischen Vaters aufgerufen sind. Wir gehören nicht uns selbst, sondern wir sind erkauft zu einem hohen Preis.

Möge der Herr unsere steten Bemühungen segnen, Seinen Willen zu tun und unser Gelöbnis treu zu erfüllen.

Davids Schuldbekenntnis und die Vergebung

„Schaffe mir, Gott, eine reines Herz, und erneuere in meinem Inneren einen festen Geist.” – Psalm 51.10

Wir freuen uns, über den nachstehenden Text die Überschrift „Davids Schuldbekenntnis und die Vergebung” schreiben zu können und ziehen dabei in Betracht, daß wir, wenn sich nicht das Gute, das in ihm war, mit Nachdruck behauptet hätte, hätten schreiben müssen „Davids unbereuter Fall und dessen schreckliche Wiedergutmachung”. Angesichts dieser hervorragenden Persönlichkeit in der jüdischen Geschichte haben wir nun den Fokus auf die edlen Charakterzüge gerichtet, die ihn als rechtschaffenen, gerechten, gottergebenen Mann ausweisen, als einen Mann mit ganz besonderen moralischen und intellektuellen Qualitäten, dem nach Gottes Maßstab und Wohlgefallen Ehre und Segen zukamen und die Auszeichnung, ein auserwähltes Werkzeug in Seinem Dienst zu sein.

Doch trotz all seiner Vorzüge, seiner Weisheit, seiner Fertigkeiten, seines unbestechlichen Urteils und seiner Gottergebenheit erlag die arme gefallene Natur selbst dieses großen und hervorragenden Mannes den Versuchungen von Überfluß und Reichtum. Nur mit Überwindung kann man über den Fall eines solchen Mannes, eines in vieler Hinsicht so starken Charakters, wie es David war, berichten. Ein Kommentator aber argumentiert, wie wir meinen, völlig richtig, wenn er sagt: „In manchen Naturen, besonders den starken, beweisen beide, sowohl der alte als auch der neue Mensch ungewöhnliche Leidenschaftlichkeit. Die Eigenschaften des alten Menschen, die Auflehnung bewirken, werden in Schach gehalten durch die noch stärkere Durchsetzungskraft des neuen Menschen. Wenn es aber geschieht, daß die Opposition des neuen Menschen dem alten gegenüber schwächer wird oder abklingt, dann kommt Verdorbenheit in erschreckendem Ausmaß zu Tage.”

Dieser Sturz Davids hinein in jene sehr große Sünde geschah indessen nicht ganz plötzlich; es hat im Vorfeld falsche Schritte auf diesem Weg gegeben. Der Prozeß verlief allmählich, und durch jedes Element wurde das Gewissen ein bißchen mehr eingetrübt, der Höhepunkt wurde unmerklich erreicht, so daß schließlich zwei der gemeinsten Verbrechen begangen wurden, anscheinend ohne jede Regung des Gewissens. Und die Sünde wurde verdeckt, obwohl sie die bittere Frucht ruheloser Reuegedanken nach sich zog – Psalm 32:3 und 4 -, bis der Prophet Nathan gesandt wurde, um in David die Wahrnehmung seiner Schuld und die Notwendigkeit, unverzüglich zu gestehen, zu bereuen und umzukehren, wachzurufen. David war so vergiftet von jenem Geist, der meistens der Macht, der Beliebtheit und dem Erfolg anhaftet, daß er offenbar seinen nach und nach erfolgten moralischen Abstieg nicht realisierte. Als König war sein Wort Gesetz in den Augen der Leute; ganz Israel wartete auf seine Befehle; die wichtigsten Männer im Staat dienten ihm, auf jedem Schlachtfeld war der Erfolg seiner Truppen gewiß, sein Reich war groß und stand in Blüte. Aber bei all dem Erfolg und all dieser Großartigkeit lauerten, unmerklich und gefährlich, Versuchungen, gegen die man sich mit äußerster Sorgfalt hätte wehren und ihnen ausdauernd Widerstand entgegensetzen müssen.

Der König war der unumschränkte Herrscher des Staates, und so waren nur wenige Leute kühn genug, so aufrichtig wie zu einem Bruder ihm gegenüber zu sein und ihm seine Irrtümer und Gefahren aufzuzeigen. Andererseits handelten seine Untergebenen, wie es Mächtigen gegenüber üblich ist, eher so, daß sie, was der Herrscher tat, billigten und nachahmten, anstatt auf kluge, freundliche und respektvolle Art einen Tadel auszusprechen und an seine höchsten Interessen zu erinnern, weil man sich lieber um seine Gunst – zu Lasten jener Interessen – bemühte. Während wir mit Freude Davids edle Charakterzüge wahrnehmen, müssen wir die Stufen seines Niedergangs beklagen. Es war dahin mit ihm gekommen, daß er die Privilegien, die andere Könige beanspruchten, auch als ihm zukommend betrachtete, und das schließlich in einem Umfang – und gegen das göttliche Gesetz – vergleiche 3. Mose 18:1 – 4, 5. Mose 17:14 und 17 – 20 -, daß er Vielweiberei trieb.

So wandte er im Krieg gegen die Amoniter übermäßige Grausamkeit an und begnügte sich nicht mit dem Sieg, sondern wollte, wenig großmütig, darüber hinaus den Triumph über seine Feinde – vgl. Chronika 20:1 – 3 und 2. Samuel 11 -. Dann zählte er das Volk, was gegen das Gesetz Gottes war und gegen den Rat seiner weisesten Männer und gegen die religiöse Überzeugung des Volkes – vergleiche 1. Chronika 21:1 -. Auch dies zeigte, daß ein Niedergang von Frömmigkeit ihn dahin brachte, an Gottes Gunst zu zweifeln und als Folge davon sein Vertrauen auf Ausrüstung und Truppenstärke usw. zu setzen – Jeremia 17:5 -, anstatt auf Gott, dessen Zuwendung und Hilfe er nur erfahren konnte, wenn er auf dem Weg der Gerechtigkeit weiter ging.

Mitten in dieser Phase aus äußerem Wohlergehen und dem Schwinden der Frömmigkeit in seinem Innern erlag David der Versuchung und beging so das entsetzliche Verbrechen gegen Gott und Menschen. – 2. Samuel 11:1 – 27 Arme gefallene Menschennatur!, wie schwach, wie empfänglich für die Sünde selbst bei den Besten! In der Tat, vor der Macht der Sünde gibt es keine Rettung außer dem engen und beständigen Anschluß an Gott und der unwandelbaren Entschlossenheit, die vergiftenden Einflüsse des Geistes dieser Welt zu meiden und ihnen zu widerstehen. Wenn wir ihrem Stolz, ihrem leeren Schein oder ihrem Verlangen nach Selbstgenügsamkeit Raum in uns lassen, dann gerät unser Urteil von Gut und Böse in ebendem Umfang unter den betäubenden Einfluß dieses Geistes. Und wenn jemand damit (das heißt in hohem Maß mit dem Geist Satans) vergiftet ist, dann wird er blind vieles tun, was er bei klarem Verstand meiden und verabscheuen würde. So war es bei David, einem großen und klugen Mann, den Gott um dieser Eigenschaften willen liebte und ehrte – doch selbst er fiel; und die davor bestehende Größe und das untadelige Ethos seines Charakter machen seinen Niedergang und Fall nur um so bedauerlicher.

David hätte wirklich recht daran getan, wenn er sich an Gottes Gebot erinnert hätte: „Und es soll geschehen, wenn er auf dem Throne seines Königtums sitzt, so soll er sich eine Abschrift dieses Gesetzes in ein Buch schreiben, aus dem, was vor den Priestern, den Leviten, liegt. Und es soll bei ihm sein, und er soll alle Tage seines Lebens darin lesen, auf daß er Jahwe, seinen Gott, fürchten lerne, um zu beobachten alle Worte dieses Gesetzes und diese Satzungen, sie zu tun; damit sein Herz sich nicht über seine Brüder erhebe, und damit er von dem Gebote weder zur Rechten noch zur Linken abweiche, auf daß er die Tage seines Königtums verlängere, er und seine Söhne in der Mitte Israels.” – 5. Mose 17:18 – 20 Wenn in dieser Sache selbst ein Mann wie David versagt hat und der Macht der Versuchung erlegen ist, sollte jedes Kind Gottes auf sich aufpassen und sich an der Lektion seiner Verirrung ein Beispiel nehmen. Das Wort Gottes muß täglich Begleiter, Lehrer und Führer sein für den, groß oder klein, der auf dem Pfad der Gerechtigkeit bleiben will. Es ist nicht genug das Wort zu lesen und auch nicht es zu studieren für bloße Information oder zur fundierten Argumentation: Es wurde uns gegeben, damit wir darüber nachsinnen und es zu uns nehmen, damit seine Prinzipien ein Teil unserer Existenz werden, damit es unsere Gedanken formt und unser Tun anleitet. Das ist damit gemeint, wenn es heißt, das Wort Gottes wohnt in uns als eine belebende und antreibende Kraft. Wenn wir so mit Gott Gemeinschaft haben durch Sein Wort und das Vorrecht des Gebets, dann werden wir nicht von der Sünde betört und auch an jenem vergiftenden Geist der Welt nicht teilhaben.

Manche sagen, sozusagen um David zu entschuldigen, daß das Leben eines Menschen als Ganzes betrachtet werden soll und nicht im Hinblick auf sein Scheitern. Damit will man andeuten, daß, wenn bei dieser Betrachtungsweise das Gute überwiegt, sein Leben als gerecht angesehen werden soll und umgekehrt. Daher, so wird angenommen, sollten wir Davids Charakter und den vieler anderer wertschätzen; darunter könnten sich auch Inquisitoren vergangener Zeiten befinden, die Personen, die andere Meinungen vertraten, verbannt und gefoltert haben. Viele dieser Leute seien gute, wenn auch irrende Menschen gewesen.

Von dieser Argumentation sollten wir uns distanzieren, denn sie weicht erheblich von Gottes Beurteilung der Dinge ab, wie es der Prophet Hesekiel klar ausdrückt, wenn er sagt: „Wenn aber ein Gerechter von deiner Gerechtigkeit umkehrt und unrecht tut, nach all den Gräueln tut, die der Gesetzlose verübt hat, sollte er leben? Aller seiner gerechten Taten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden; wegen seiner Treulosigkeit, die er begangen und wegen seiner Sünde, die er getan hat, wegen dieser soll er sterben.” – Hesekiel 18:24; vergleiche auch 2. Petrus 2:20 – 22

Es wäre ein großer Fehler anzunehmen, daß Blindheit und ein abgestumpfter Sinn, die aus der Vergiftung mit dem Geist der Welt herrühren, eine passende Entschuldigung für in diesem Geisteszustand begangene Sünden gelten können. Gott hat in Davids Fall so nicht geurteilt. Der Anfang jeder Sünde geht einher mit einem ersten Nachgeben seinem vergiftenden Einfluß gegenüber; deshalb begegnen uns in der Schrift – vergleiche 1. Thessalonicher 5:22 – eindeutige Warnungen, selbst den Anschein von Sünde zu meiden. Davids Sünde hat angefangen, wie die jedes anderen Sünders, als er dem ersten Anflug des Bösen nachgegeben hat; die darauf folgenden Schritte waren ein Leichtes. – vergleiche Jakobus 1:14 und 15

Aber es gibt, Gott sei Dank, so etwas wie Reue und Sündenerlaß. Und obwohl David fürchterlich gesündigt hatte und Gott sehr erzürnt über ihn war, besann Er sich in Seinem Zorn der Gnade und sandte den Propheten Nathan, um ihn zu tadeln. Ohne Frage war es für Nathan eine schwierige Aufgabe, den König mit diesem Auftrag aufzusuchen, aber er zögerte nicht, als der Herr ihn rief, noch versuchte er sich irgendwie zu drücken, sondern er ging die Sache geradewegs, mit Ehrerbietung und Schlichtheit an. Er fing nicht damit an, Davids damaligen bösen Wandel mit einer Aufzählung seiner guten Taten aus der Vergangenheit aufzuwiegen. Auch seinen Glauben, seinen Heldenmut, seine Gerechtigkeit und seine Demut erwähnte er nicht, um anzudeuten, daß die letztgenannten Eigenschaften die anderen Dinge ausglichen, sondern er ermahnte, daß in Gottes Beurteilung alle früheren guten Taten wertlos sind, wenn aktuelle Sünden ungesühnt bleiben, und er kam geradewegs auf den Punkt. Geschickt führte er David den Fall in Form eines Gleichnisses vor Augen, den der Angesprochene für einen tatsächlichen Fall hielt und zu dem er rasch das Todesurteil über den Täter sprach. Vielleicht wollte er dem Mann Gottes zeigen, wie bestrebt er um Gerechtigkeit war, nicht ahnend, daß der Prophet um seinen unrechten Lebenswandel wußte, bis Nathan mit der Kraft eines Helden, die jede andere Überlegung beiseite schob und nur Gottes Willen zu tun bestrebt war, dem Herrscher die Lehre zum Bewußtsein brachte, indem er sagte: „Du bist der Mann! Warum hast du das Wort Jahwes verachtet, indem du tatest, was übel ist in seinen Augen? Urija, den Hethiter, hast du mit dem Schwerte erschlagen, und sein Weib hast du dir zum Weibe genommen; ihn selbst hast du ja umgebracht durch das Schwert der Kinder Ammon. Nun denn, so soll von deinem Hause das Schwert nicht weichen … . So spricht Jahwe: Siehe, ich will aus deinem Hause Unglück über dich erwecken.” – 2. Samuel 12:7 – 12

Das war ein kritischer Moment für David, und es wird wohl eine Zeitlang Stille geherrscht haben. Was würde er tun? Würde er sich hochfahrend der Macht der Wahrheit widersetzen, wie er nun ruhig und nachdrücklich von seinem alten und bewährten Freund, dem ergebenen Mann Gottes zur Ordnung gerufen wurde? Vielleicht war Stolz, der durch seine erfolgreiche Laufbahn genährt wurde, sein erster Impuls; doch die Tatsachen standen so klar vor ihm – wie konnte er leugnen?, wie konnte er sein Tun entschuldigen oder es irgendwie rechtfertigen? Selbst in seinem eigenen Denken gab es offenbar keine Entschuldigung, kein Heilmittel. Das Gewissen, das seit dem Verbrechen andauernd mehr oder weiger unruhig und manchmal sogar zur Reue geneigt war, war nun gänzlich erwacht, und ein Wendepunkt war erreicht. Zwei Wege lagen vor dem König: der eine war Reue, Geständnis und Umkehr; der andere war ein noch weiteres Versinken in der Sünde, wenn er den Propheten ärgerlich abwies und seine Macht als König bösartig mißbrauchte und den Mann Gottes bestrafte, weil dieser es gewagt hat, ihm Vorwürfe zu machen, um dann stolz zu erklären, es sei sein Recht als König, als eines herausgehobenen Individuums, nach seinem Belieben zu verfahren – ein allgemein anerkannter Brauch von Königen in allen Völkern. „Welcher König”, hat er vielleicht gesagt, „läßt den Rechten seiner Untertanen den Vorrang vor seinen eigenen Wünschen?“

Doch wir sehen mit Erleichterung, daß David nicht diese Richtung eingeschlagen hat. Im Gegenteil; er sorgte dafür, daß seine bessere Veranlagung wieder zur Geltung kam. So sagte er zu Nathan: „Ich habe gegen Jahwe gesündigt.” – Vers 13 Und Nathan sagte zu David: „So hat auch Jahwe deine Sünde weggetan, du wirst nicht sterben.” – auch wenn David sich anhand des Gleichnisses unwissentlich zum Tode verurteilt hatte. Wie gnädig ist unser Gott, und wie sehr ist Er bereit zu verzeihen, wenn echte Reue vorhanden ist! Und Nathan fügte hinzu: „Nur weil du den Feinden Jahwes durch diese Sache Anlaß zur Lästerung gegeben hast, so soll auch der Sohn, der dir geboren ist, gewisslich sterben.” – Vers 14 Reuig und duldsam war David mit beidem einverstanden, mit dem Tadel und die gegen ihn verhängten Strafmaßnahmen. Er erkannte, daß seine Sünde sehr schwerwiegend war, und daß sein Beispiel für die Moral und die Religion des Volkes äußerst schädlich war. So entschied er sich und führte diesen Entschluß auch aus, seine tiefe Betroffenheit und seine Reue öffentlich zu machen und eine ebenso weitreichende Wirkung zum Guten zu erzielen, wie es seine Sünde zum Bösen gewesen war.

Das war eine edle Entscheidung, und der Edelmut des Mannes zeigte sich in keinem Punkt klarer als durch sein demütiges öffentliches Geständnis, durch seine Bemühungen, seine schlechten Taten so weit als irgend möglich ungeschehen zu machen. Er zeigte sich auch durch seine demütige Annahme der Strafen, die Gott in seiner Weisheit und Gnade für geeignet hielt ihm aufzuerlegen, damit sein Zorn über Sünde allen kundgetan wurde, und damit König und Volk die Warnung davor verstanden. „Besser ein Langmütiger als ein Held, und wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.” – Sprüche 16:32 Indem er so den Solz und die Selbstsucht, die breiten Raum in seinem Herzen eingenommen hatten, besiegte, erwies sich David als ein noch größerer Held als in jungen Jahren bei seinem Kampf gegen den Riesen Goliath oder sonst einer kriegerischen Auseinandersetzung.

Daß Gottes Vergebung nicht zwingend die Aufhebung aller auf die Sünde folgenden Strafen einschließt, offenbart sich in diesem Fall und in tausend anderen. Dem göttlichen Gesetz gemäß war die Strafe für Davids Sünde der Tod. Und dieses Urteil war, bei Anwendung der Strenge des Gesetzes, unter zwei Anklagepunkten gerecht – vergleiche 3. Mose 20:10 und 25:17 -; aber im Hinblick auf seine Reue erließ ihm der Herr die Todesstrafe – 2. Samuel 12:13 – und verhängte nur die Strafe über ihn, die für eine volle Zurechtweisung des Schädigers und die Warnung und Belehrung des Volkes unerläßlich war. Er zeigte damit auch, daß Er kein Ansehen der Person kannte, und daß König und Volk vor Gottes Gesetz auf gleicher Stufe standen. Es sollte auch beachtet werden, daß die verhängten Strafen in hohem Maß frühere Sünden einschloß. Die schlimmsten Verirrungen kamen aus seiner polygamen Lebensweise, und die Söhne, die ihm die größten Schwierigkeiten bescherten, hatten heidnische Mütter. – Und das Kind von Bathseba starb.

Wie wir in Psalm 51 lesen, bekennt David offen seine Sünde und Gottes Gnade durch die Vergebung; und Psalm 32 beschreibt die Gewißheit, Segen empfangen zu haben als ein Mann, dessen Übertretung vergeben wurde, dessen Sünde zugedeckt ist, dem der Herr die Missetat nicht zurechnet und in dessen Geist kein Falsch, kein Betrug, keine Heuchelei ist, dessen Handlungen offen und transparent sind und nachweisbar gerecht und rechtschaffen. Hier erklärt er: „Ich tat dir kund meine Sünde”, und er bezeugt die Vergebung des Herrn. – Vers 5 Und um diese Vergebung Gottes zu bekommen, fordert er alle Sünder auf zu Gott zu beten zu einer Zeit, wo man ihn finden kann – Vers 6 -, das heißt bevor ihr Herz verhärtet ist und definitiv in übles Fahrwasser gerät.

Selbst inmitten der schweren Dinge, die die Folge seiner Sünde waren, und die er demütig und geduldig auf sich nahm, lernte David durch den Glauben, sich im Herrn zu freuen und sagte: „Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel.” – Psalm 32:7 Denn der Herr wird nicht zulassen, daß Leid Seine treuen Heiligen überbürdet, denen Er das Siegel Seiner verzeihenden Liebe gegeben hat.

Dann faßt der König die Einstellung des Herrn seinen treuen, gehorsamen Kindern gegenüber in Worte, so wie wenn Dieser auf Davids Ausdruck demütigen, liebenden Vertrauens antworten würde, und sagt: „Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du wandeln sollst; mein Auge auf dich richtend, will ich dir raten. Sei nicht wie ein Roß, ein Maultier, das keinen Verstand hat; mit Zaum und Zügel, ihrem Schmucke, mußt du sie bändigen, sonst nahen sie dir nicht.” – Psalm 32:8 und 9 – sonst entziehen sie sich deiner Kontrolle.

„Viele Schmerzen hat der Gesetzlose”, solange er gesetzlos bleibt; das war Davids bittere Erfahrung, „wer aber auf Jahwe vertraut <was in sich schließt, von der Ungerechtigkeit zu lassen>, den wird Güte umgeben.” – Psalm 32:10 Glauben und Vertrauen jenes Reuigen, der zur Freude der Errettung wiederhergestellt wurde, zeigen sich daher in den Worten: „Freuet euch in Jahwe und frohlocket, ihr Gerechten, und jubelt, alle ihr von Herzen Aufrichtigen.” – Vers 11

Wenn Gott Seinen reuigen Sünder und gläubigen Diener zu den Freuden der Errettung wiederhergestellt hat und „die Gebeine frohlocken <ließ>, die <er> zerschlagen hat” – Psalm 51:8 -, der in ihm ein reines Herz geschaffen und den rechten Geist erneuert hat – Vers 10 -, wer wollte dann dem Geliebten wiederum etwas als Last auferlegen? So wie Gott umsonst vergab, müssen es alle von Seinem Volk tun. Und daher freuen wir uns, in David einen der Alttestamentlichen Überwinder zu erkennen, der unserer Liebe, unseres Zutrauens würdig ist, und der ein edles Beispiel für uns zur Nachahmung darstellt, angesichts der vielen Tugenden seines Charakters. In keinem anderen Punkt ist er für uns ein leuchtenderes Vorbild als in dem Sieg über sich selbst. Besonders dann, wenn wir auf seine herausgehobene Position schauen, seine Führungsrolle im Staat, auf die skandalösen Verbrechen, deren er sich schuldig gemacht hat, die einzugestehen so demütigend gewesen sein muß, auf den zu erwartenden Verlust von Autorität und Vertrauen seitens seines Volkes, auf das Bewußtsein der hohen Meinung von seiner Person, das er zweifellos hatte und das ihm so zuverlässig und verdientermaßen über viele Jahre zukam, an die einschneidende Erkenntnis seiner Schande, die er gehabt haben muß, als sie ihm bei nüchterner Betrachtung vor Augen geführt wurde – wenn wir all diese Dinge betrachten, dann ist Davids Sieg über sich selbst in Demut und Reue eine der größten und erhabensten Errungenschaften in der Menschheitsgeschichte. Und dieser Weg muß jedem Kind Gottes nachdrücklich empfohlen werden, sollte es feststellen, daß es in irgendeinem Umfang oder auf irgendeine Art vom Weg der göttlichen Gerechtigkeit abgewichen ist.

Der Feigenbaum ist verdorrt

„Und Petrus erinnerte sich und spricht zu ihm: Rabbi, siehe, der Feigenbaum, den du verfluchtest, ist verdorrt.” – Markus11:21

Wir meinen, daß diese Episode im irdischen Lauf unseres Herrn sehr bedeutsam ist. Alles, was er tat, war gut, und das nicht nur zur damaligen Zeit, sondern sehr oft im Sinne von modellhaften Vorgängen für größere später kommende Dinge. Indem er u. a. Dämonen austrieb, wies der Herr hin auf die Herrlichkeit seines zukünftigen Reiches. In diesem Reich werden alle Kranken geheilt, alle Blinden bekommen ihr Augenlicht, alle Gelähmten werden gehen; die buchstäbliche Heilung und Segnung der Welt wird kommen. Alle Dämonen werden ausgetrieben.

Der Herr hatte sich nicht zum Ziel gesetzt, in seinem Erdenleben alle Kranken, die ihm begegnet sind, zu heilen. Wir erinnern uns an den Fall des gelähmten Mannes in der Säulenhalle des Teichs von Bethesda. Jesus ging zu dem Mann und sagte zu ihm: „Willst du gesund werden?” Jener antwortete: „Herr, ich habe keinen Menschen, daß er mich, wenn das Wasser bewegt worden ist, in den Teich werfe; indem ich aber komme, steigt ein anderer vor mir hinab.” Da sagte Jesus nur zu ihm: „Stehe auf, nimm dein Bett auf und wandle.” – Johannes 5:2 Er sagte nichts zu anderen Leuten. Er gab nicht vor, alle Kranken zu heilen; er hat nur seine große Macht unter Beweis gestellt, die sich als sehr viel größer in seinem herrlichen Reich erweisen wird.

Daraus läßt sich mit Fug und Recht ableiten, daß selbst kleine Dinge, jede kleinste Tat unseres Herrn Jesus in gewissem Maß prophetischer Natur war, ein Hinweis auf die großen zukünftigen Dinge, wie z. B. die Szene, als der Herr bei Nacht und Sturm auf das Schiff zuging. Sobald er ins Schiff gestiegen war, legte sich der Sturm, und sie kamen am anderen Ufer an.

Zu unserem Thema nun lesen wir, daß Jesus auf seinem Weg an eine Stelle kam, wo ein Feigenbaum stand; da hören wir etwas über die Feigenernte: „… es war nicht die Zeit der Feigen”, wie es in unseren gängigen Übersetzungen heißt. Eigentlich müßte es heißen: „die Zeit der Feigen war noch nicht vorüber”, denn es wäre eigenartig, wenn Jesus vor der Reifezeit nach Feigen gesucht hätte.

Und er verfluchte den Feigenbaum mit den Worten: „Nimmermehr esse jemand Frucht von Dir in Ewigkeit!” Als später Petrus daran erinnerte, daß der Feigenbaum begann zu verdorren, sagte Jesus: „Habet Glauben an Gott.” – Markus11:12 Warum sagte er das?

„Von dem Feigenbaum lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist und die Blätter hervortreibt, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist.”

Wir verstehen dies so, daß der Feigenbaum ein Gleichnis oder Vorbild für das jüdische Volk ist, zu dem Jesus gekommen ist, als es Zeit war, darin Früchte anzutreffen. Aber als er zu den Juden kam, stellte er fest, daß das Volk keine Früchte hatte. Seine führenden Köpfe hatten sich von ihrem Gott entfernt, und nur die Zöllner und Sünder waren bereit, seine Botschaft anzunehmen. Dabei denken wir an die Aussage, daß das Volk mit einer Art Fäulnisprozeß behaftet war. Am Ende seiner Mission, als Jesus auf die Hügelkuppe stieg und von da aus auf die Stadt hinunterschaute, sagte er: „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind! Wie oft wollte ich deine Kinder um mich versammeln, so wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel nimmt, aber ihr habt nicht gewollt. Darum wird euer Haus (von Gott) verlassen … .” – Lukas13:34 Ganz kurze Zeit danach verlor Jerusalem seine Macht, und im Jahr 70 n. Chr. verlor das jüdische Volk gänzlich seine Eigenständigkeit – 37 Jahre nach diesem Ausspruch!

Es war dann sozusagen im Hades, im Grab. Natürlich stirbt jeder einzelne Jude wie jedermann, doch sie haben sich auch als Volksganzes im Grab befunden. Wir erleben jedoch seine Auferstehung, wie sie in der bildlichen Darstellung gezeigt wird: „… und die Gebeine rückten zusammen, Gebein an Gebein.” – Hesekiel 37:7 Diese Knochen stehen für das Haus Israel, das von sich sagt: „Unsere Hoffnung ist verloren; wir sind dahin … .” – Vers 11 – all unsere Pläne sind dahin oder vergangen.

So sagt Gott zu ihnen, daß die Hoffnungen auf ein Reich für dieses Volk wiederbelebt werden sollen, wie es Jesus in einer seiner Predigten gesagt hat: „Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist, und die Blätter hervortreibt, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist.” – Matthäus 24:32 und Markus 13:28 Wir sehen, daß sich die Juden Jerusalem zuwenden: der Feigenbaum treibt Blätter, das heißt, er gibt Lebenszeichen von sich, und das jüdische Volk wird wiederhergestellt, wie es Gott gesagt hat.

Der Tempel Gottes

„… denn der Tempel Gottes ist heilig, und solche seid ihr.” 1. Korinther 3:17

Das für den jüdischen Tempel gebräuchliche Wort war heykal, was Königsresidenz bedeutet. Oft wurde auch der Begriff kodesh, Heiligtum, verwendet, was seinen Charakter von etwas Heiligem als der Wohnung Jahwes unter Seinem Volk kennzeichnen sollte. Die gleiche Bedeutung hatte auch das Zelt oder mobile Heiligtum der Stiftshütte während der Wüstenwanderung. Der Gedanke, daß Gott in der Mitte Seines Volkes war, fand so sichtbaren Ausdruck, wie Er es auch gesagt hat: „Und ich werde daselbst mit den Kindern Israel zusammenkommen, und es wird geheiligt werden durch meine Herrlichkeit. Und ich werde das Zelt der Zusammenkunft und den Altar heiligen; und Aaron und seine Söhne werde ich heiligen, daß sie mir den Priesterdienst ausüben. Und ich werde in der Mitte der Kinder Israel wohnen und werde ihr Gott sein.” – 2. Mose 29:43

In Erfüllung dieser Prophezeiung kam sogleich nach Fertigstellung die Herrlichkeit des Herrn über das Zelt, wie geschrieben steht: „Und so vollendete Mose das Werk. Und die Wolke bedeckte das Zelt der Zusammenkunft, und die Herrlichkeit Jahwes erfüllte die Wohnung. Und Mose konnte nicht in das Zelt der Zusammenkunft hineingehen, denn die Wolke ruhte darauf, und die Herrlichkeit Jahwes erfüllte die Wohnung. … die Wolke Jahwes war des Tages auf der Wohnung, und des Nachts war ein Feuer darin vor den Augen des ganzen Hauses Israel, auf allen ihren Zügen.” – 2. Mose 40:33

So war es auch bei der Weihe von Salomos Tempel, wo sich ebenfalls die Billigung Gottes für dieses dauerhaftere Gebäude dokumentierte: „Und so war das ganze Werk vollendet, das der König Salomo für das Haus Jahwes machte. Und Salomo brachte die geheiligten Dinge seines Vaters David hinein; das Silber und das Gold und die Geräte legte er in die Schatzkammern des Hauses Jahwes. … und es geschah, als die Priester aus dem Heiligen hinausgingen, da erfüllte die Wolke das Haus Jahwes; und die Priester vermochten wegen der Wolke nicht dazustehen, um den Dienst zu verrichten, denn die Herrlichkeit Jahwes erfüllte das Haus Jahwes.” – 1. Könige 7:51, 8:10 und 11

Die in zahlreichen Berichten vermittelte Vorstellung von der Herrlichkeit Gottes, wie sie in der Stiftshütte, im Tempel, am Berg Sinai und bei der Leitung und dem Schutz Israels beim Auszug aus Ägypten in Erscheinung trat, ist die einer alles überstrahlenden Helligkeit, die von einer dichten Wolke umhüllt und meistens verdeckt ist, aus der sie bei besonderen Anlässen hervorstrahlte. So lesen wir: „Und die Herrlichkeit Jahwes ruhte auf dem Berg Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage. … Und das Ansehen der Herrlichkeit Jahwes war wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Augen der Kinder Israel.” – 2. Mose 24:16 und 17 – vergleiche auch 2. Mose 19:9, 18 und 19, 40:34 und 35 und 1. Könige 8:10

Doch die Stiftshütte und Gottes Tempel, die unter Seiner Leitung und Überwaltung errichtet worden waren, und die mit den sichtbaren, gestaltgewordenen Zeugnissen Seiner Gegenwart und Herrlichkeit geheiligt worden waren, waren nur Vorbilder jener erhabeneren nicht mit Händen gemachten Stiftshütte, von der das fleischliche Israel keine Vorstellung haben konnte. Ebensowenig ahnte es etwas von jenem heiligen Tempel, der nach und nach die Schönheit des irdischen Tempels mit all seinem Gold und kostbaren Schmuck bedeutungslos machen sollte. Wir wollen daher weg- oder besser hindurchschauen durch den vorbildlichen Tempel, hin auf Gottes gegenbildliches Bauwerk. Die Apostel erklären uns, daß die Kirche des Evangeliumszeitalters, sowohl auf den Einzelnen bezogen, als auch in ihrer Gesamtheit, den gegenbildlichen Tempel bildet: „… denn der Tempel Gottes ist heilig und solche seid ihr.” – 1. Korinther 3:17

Mit Bezug auf den einzelnen Menschen lesen wir die Worte von Paulus, die er an die Geweihten Gottes richtet: .”Oder wisset ihr nicht, daß euer Leib der Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt, den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euer selbst seid?” „Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott spricht: ’Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein’ – 1. Korinther 6:19, 2. Korinther 6:16, 3. Mose 26.12 So ist jedes treue, geweihte Kind Gottes, in dem Gott durch Seinen Geist lebt, ein Tempel Gottes, eine königliche Wohnstätte des Königs der Könige, ein Heiligtum. Dieses unschätzbare Vorrecht ist unser durch Christus, der uns erst durch sein kostbares Blut freigekauft hat und uns so die Berechtigung für den Ruf Gottes erworben hat, damit wir geheiligt und gänzlich freigestellt werden konnten, um von ihm gebraucht zu werden – eine „Behausung Gottes im Geiste.” – Epheser 2:22

Auf diese Stellung bezog sich auch der Herr, als er sagte. „Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. … Der Sachwalter aber, der Heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.” – Johannes 14:23 und 26 So wird jeder geheiligte Mensch „eine Behausung Gottes im Geiste”, ein heiliger Tempel, eine königliche Wohnstätte.

Wie kostbar ist der Gedanke, wie sehr neigt sich Gott zu uns herab und ehrt Seine Auserwählten, die an Ihn glauben und auf Ihn vertrauen und ohne Einschränkung Ihm dienen und Seinen Willen tun. „Ihr seid der Tempel des lebendigen Gottes” und „Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn denn Gottes Geist in euch wohnt.” – Römer 8:9 Und wenn jener Geist in uns wohnt, so geschieht dies, um diesen Seinen Tempel zu heiligen und zu verherrlichen, so daß wir selbst jetzt den Lobpreis dessen nach außen tragen, der uns aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht gerufen hat.

Mit diesem Blick auf unsere Beziehung zu Gott wollte Paulus uns die Heiligkeit dieser vielen Tempel des Heiligen Geistes fest einprägen: „Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und solche seid ihr.” – 1. Korinther 3:16 und 17 Damit soll gesagt werden, daß ein Mensch, der, nachdem er am Heiligen Geist teilnehmen darf und dann durch den aufklärenden und wegweisenden Einfluß dieses Geistes das kostbare Wort Gottes und die Möglichkeiten, im nächsten Zeitalter zu handeln (sein Vorrecht gemäß göttlicher Anleitung), geschmeckt hat, all diese segenbringenden Einflüsse erstickt und es ablehnt, weiter vom Geist Gottes geleitet zu werden, und etwa plötzlich oder nach und nach zum Geist der Welt zurückkehrt, dieser Mensch vernichtet sein geistliches Leben durch die Zerstörung von Gottes Tempel, der heilig war und Gott geweiht. Wenn er bei diesem Tun davon ausgeht, daß ihm sein Teil im zukünftigen Zeitalter bei der Wiederherstellungsklasse zugedacht ist, dann sollte er schnell über seinen Irrtum aufgeklärt werden, denn sein Urteil lautet: „… den wird Gott verderben.” – Vers 17 Der Herr hat kein Gefallen an jemand, der sich zurückzieht vor solch erhabenen Vorrechten. Dazu sagt nun Paulus: „Wir aber sind in bezug auf euch Geliebte, von besseren und mit der Seligkeit verbundenen Dingen überzeugt.” und „Wir sind nicht von denen, die sich zurückziehen zum Verderben, sondern von denen, die da glauben zur Errettung der Seele.” – Hebräer 6:4 – 9, 10:38 und 39

Den gleichen Gedanken und Hinweis hören wir von unserem Herrn, wo er zu seinen Jüngern sagt: „Wer irgend sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren, und wer irgend es verliert, wird es erhalten.” Und in diesem Sinn sagte Paulus: „… wenn ihr nach dem Fleische lebt, so werdet ihr sterben, wenn ihr aber durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.” – Lukas 17:33, Römer 8:13 Diejenigen, die die Heiligkeit dieses Tempels Gottes wertschätzen, denen werden die ganzen Segnungen der göttlichen Gunst zukommen, denn Gott wird in ihnen und durch sie offenbar werden. Sie besitzen, bei aller Bescheidenheit, das gesegnete Vorrecht, die auf ihre Daseinsstufe herabreichende Gnade Gottes, sie als Seinen Tempel anzuerkennen und in ihnen zu wohnen, und sie genießen die Heiligkeit Seiner Anwesenheit und Seiner Gnade. Und wenn wirklich unser Leib Tempel des Heiligen Geistes ist, welche Art Mensch sollten wir dann sein in heiliger Rede und Gottähnlichkeit? Und wie sehr sollten nicht diese sterblichen Leiber durch Seinen Geist, der in uns wohnt, belebt werden? Belebt hin zu tätigem und eifrigen Dienst und dazu, alle Früchte des Geistes hervorzubringen. – 2. Petrus 3:11, Römer 8:11

Während nun jeder einzelne Gläubige ein Tempel Gottes ist, bilden alle zusammen den großen Tempel, in dem Petrus jeden mit einem lebendigen Stein vergleicht und das Haupt Christus mit dem Schlußstein: „Zu welchem kommend als zu einem lebendigen Stein … werdet auch ihr selbst, als lebendige Steine, auferbaut, ein geistliches Haus, ein heiliges Priestertum, um darzubringen Schlachtopfer, Gott wohlannehmlich durch Jesum Christum.” – 1. Petrus 2:5 Paulus erwähnt den gleichen Gedanken, wenn er sagt: „Also seid ihr … aufgebaut auf die Grundlage der Apostel und Propheten <die Grundlage der Hoffnung, der Apostel und Proheten vertrauten und die sie uns gelehrt haben>, indem Jesus selbst Eckstein ist, in welchem der ganze Bau, wohl zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in welchem auch ihr mitaufgebaut werdet zu einer Behausung Gottes im Geiste.” – Epheser 2:19 – 22

Die Tatsache, daß der Schlußstein sowohl der Grundstein des Gebäudes als auch sein oberster Stein ist, seine herrliche Bekrönung, wie es die Propheten darstellen – Sacharja 4:7, Psalm 118:22 -, läßt an die große Pyramide denken, deren oberster Stein der alles bekrönende Schlußstein ist, und deren Bauplan so wunderbar mit der Stiftshütte und ihrem Symbolgehalt übereinstimmt. Des weiteren, wenn Christus der oberste Haupt-Eckstein ist und auch der Grundstein, was – nach 1. Korinther 3:11 – zweifellos der Fall ist, dann darf grundsätzlich angenommen werden, daß das Fundament dieses Bauwerks Gottes in den Himmeln niedergelegt ist, und nicht auf der Erde, und daß all die anderen auf diesem Fundament aufgebauten lebendigen Steine durch himmlische und nicht durch irdische Kraft dorthin verfrachtet und darauf befestigt worden sind. Ja, „ihr seid Gottes Bauwerk” – „ihr” als Einzelperson und als Gesamtheit, geheiligte Söhne Gottes, die durch den Geist zu Seiner Wohnung geworden sind, „ihr” seid der Tempel Gottes. Wahrhaftig, obwohl es jetzt nur eine Stiftshütte im Fleisch ist, und auch wenn wir dort oft seufzen angesichts unserer Beschwernisse, so wissen wir doch, daß es nach dem Untergang dieser Hütte ein Bauwerk Gottes geben wird, „ein Haus, nicht mit Händen gemacht, ein ewiges, in den Himmeln.” – 1. Korinther 5:1 und 2

Jetzt ist die Kirche, wie eine Hütte in der Wüste, eine Wohnung Gottes, von der Er Besitz genommen hat, die Er gesegnet hat und reichlich mit Seiner Herrlichkeit erfüllt. Dieser Glanz wird durch Wolken von Leiden und dergleichen verdeckt, die Ihn nach außen abschirmen und nur gelegentlich aufscheinen lassen. Doch jenes bewegliche Zelt wird nur vorübergehend bestehen, und die Herrlichkeit nicht für alle Zeit verborgen sein. Nach und nach wird sie offenbar werden und die Wolke wird weichen. „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne … .” – Matthäus 13:43 Der Prophet Jesaja nimmt diese gesegnete Zeit freudig vorweg, wenn er vom vollendeten Tempel spricht, der die gegenwärtig bestehende Stiftshütte ersetzt. „Stehe auf, leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jahwes ist über dir aufgegangen … über dir strahlt Jahwe auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und Nationen wandeln zu deinem Lichte hin, und Könige zu dem Glanze deines Aufgangs.” – Jesaja 60:1 – 3

Was für eine Hoffnung steht den Treuen bevor, die als lebendige Steine zu Christus kommen, um auf diesem Fundament aufgebaut zu werden! Aus den anschaulichen Darstellungen der Propheten und Apostel gewinnen wir eine Vorstellung jener heiligen Freude, die dann völlig erlebt wird, wenn alle lebendigen Steine des herrlichen geistigen Tempels Gottes lautlos und ohne einen Hammerschlag zusammengefügt werden. Dies geschieht in der ersten Auferstehung, wo dann der Schlußstein Gottes wunderbares Bauwerk bekrönen wird. „Gnade, Gnade ihm!” – Sacharja 4:7 – wird der Jubelruf ertönen. Wie sollten Worte erzählen oder die Feder darstellen die Herrlichkeit, die sich in den Heiligen, einer nach dem andern, kundgibt, wenn die Opfer dieses Versöhnungstages (des Evangeliumszeitalters) alle dargebracht sind? Und welches Senkblei kann ausloten, welches Maß kann messen den Reichtum an Segen, der sich von jenem verherrlichten Tempel Gottes auf die erlöste Menschheit ergießen wird?

Neben diesem mitreißenden Ausblick wenden wir uns noch einmal dem Gedanken zu, den der Apostel den Herzen und dem Verstand jedes einzelnen von Gottes Volk einprägen will, dem Gedanken der Heiligkeit seines Tempels: „Wisset ihr nicht, daß ihr Gottes Tempel seid, und der Geist Gottes in euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verdirbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und solche seid ihr.” – 1. Korinther 3:16 und 17

Wenn Gottes Geist nicht in uns wohnt, dann gehören wir zu der Klasse, von der es heißt: „Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.” – Römer 8:9 Wer diesen Geist hat, wird durch ihn auf den Wegen der Gerechtigkeit und Wahrheit geleitet. Und nicht nur das; wer den Geist Gottes hat und durch ihn geleitet wird, besitzt damit ein Pfand oder eine Zusage für sein zukünftiges Erbe als Sohn Gottes, was der Apostel so ausdrückt: „… in welchem <dem Wort der Wahrheit> ihr auch … versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung, welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes, zum Preise seiner Herrlichkeit.” – Epheser 1:13 und 14

Ja, so wie wir jetzt von Gottes Seite als Seine Söhne anerkannt werden, das liefert uns den sichersten Beweis dafür, daß wir am Ende unseres Laufes anerkannt werden, wenn wir jetzt fühlbar Seine Billigung haben und mit Ihm Gemeinschaft haben dürfen. Und wenn diese sterblichen Körper zu Liebe und tätigem Eifer angespornt werden, Gottes Willen zu erkennen und zu tun, dürfen wir auch in freudiger Vorwegnahme hinüberschauen in jene gesegnete Zeit, in der wir dann den Herrn sehen und ihm gleich sein können.