Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Was kein Auge gesehen hat

„Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben. Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.” – 1. Korinther 2:9 und 10

Wenn wir die vielen Verheißungen studieren, die Gott gegeben hat, so finden wir außergewöhnliche Worte, die sich auf zukünftige Reichtümer für die Geweihten dieses Evangelium-Zeitalters beziehen. Diese mitreißenden Verheißungen beschreiben neue und wundervolle Vorrechte, die Gott für jene bereithält, die willig sind, in diesem Leben zu dem Bild Christi umgestaltet zu werden. Unser Leittext zeigt, daß diese Dinge dem natürlichen Menschen nicht offenbart worden sind, sondern daß sie besonders für jene aufbewart wurden, die Gott lieben und wünschen diese Edelsteine der Wahrheit aufzuspüren. Und selbst mit der Hilfe des Geistes Gottes ist es schwierig, die Tiefe der Bedeutung dessen zu begreifen, was vor uns liegt.

Die Sichtung der Braut

„Höre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr; und vergiß dein Volk und deines Vaters Haus! Und wird der König deine Schönheit begehren, denn er ist dein Herr: so neige dich vor ihm!” – Psalm 45:11 und 12

Die Sichtung der Braut für unseren Herrn ist keine zufällige Wahl Gottes. Es gibt bestimmte Werte, nach denen Er bei uns Ausschau hält, die mit Seinem Sohn übereinstimmend sind. Charaktermerkmale, welche mit der Güte und Reinheit Jesu übereinstimmend sind, stehen im Mittelpunkt des Rufes dieses Evangelium-Zeitalters. Die zukünftige Braut neigt ihr Ohr. Sie horcht und hört den Ruf. Der Psalmist offenbart hier, daß es eine Schönheit in den Herzen und Gedanken dieser Auserwählten gibt, die sehr erwünschenswert ist, indem er weiß, daß sie zu Neuen Schöpfungen entwickelt werden können.

Wie in diesem Text beschrieben wird, waren diese einst willig, die ihnen vertrauten irdischen Beziehungen für eine höhere und bedeutsamere Beziehung, als Braut Christi, zu verlassen. Wenn eine Braut und ein Bräutigam so gleichgesinnt sind, sind sie, wenn sie zusammenarbeiten, gut aufeinander abgestimmt, eine tiefe und andauernde Bindung einzugehen.

Fülle von Freuden

„Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.” – Psalm 16:11

Selbst der zum Manneswuchs entwickelte Christ kann nicht völlig begreifen, was es bedeutet, Fülle von Freuden zu haben. Wenn Gott verheißt, uns den Pfad des Lebens zu zeigen, ist es vernünftig anzunehmen, daß wir, da Er uns führt, enger zueinander gebracht werden zu den Dingen, die Ihm Freude machen. Das Stiftshüttenbild kommt uns hier in den Sinn. Wenn jemand draußen im Lager lebte, einem Bild der Welt, konnte er nicht die Fülle der Freuden Gottes haben. Die Richtlinien der Welt sind nicht fähig zur Entwicklung dieses tiefen geistigen Charakterzugs. Wenn jedoch jemand in die Vorhofbedingungen eintritt und die Opfer beobachtet, die geopfert werden, so findet er dort ein Maß von Wertschätzung für diese Opfer. Dies bringt im Gegenzug ein entsprechendes Maß von Freuden, wenn das Werk der Versöhnung in den Mittelpunkt tritt. Mit Eintritt in das Heilige unter der Bedingung völliger Weihung, bringt es die christlichen Erfahrungen, das Licht und die Speise, eine besondere Gemeinschaft mit Gott. Diese Begünstigungen sind in dem Leuchter und den Schaubroten dargestellt. Ein wahrer Sinn von Freuden beginnt das Herz zu erfüllen, und der Wohlgeruch der wahren Anbetung erscheint vor Gott. Bei fortgesetztem Wachstum werden die Prinzipien Gottes bedeutsamer und vertiefen sich. Es sind diese Prinzipien, die die Grundlage der Freuden Gottes gestalten.

Wenn sich Christen dem zweiten Vorhang nähern, nähern sie sich der Gegenwart Gottes, und bei dem Eintritt in das Allerheiligste befinden sie sich in Seiner tatsächlichen Gegenwart. Dort kann das völlige Maß der Freuden erlangt werden. So erkennen wir aus diesem lieblichen Bild, daß der Prozeß der Freude in diesem Leben beginnt, wenn wir dazu kommen, Gott und die Prinzipien, für die Er eintritt, kennenzulernen.

Der Psalm 16:11 spricht auch von „Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar”. Das hebräische Wort für „Lieblichkeiten” kann auch als Wohlgefallen übersetzt werden. Er hat Wohlgefallen daran, Gnade zu erzeigen. – Psalm 147:11 Er hat Wohlgefallen an der Demut Seines Volkes. – Psalm 149:4 Er hat Wohlgefallen an der Buße der Bösen und daran ihnen Leben zu geben – Hesekiel 18:23 Er hat großes Wohlgefallen, das Königreich Seiner kleinen Herde zu geben. – Lukas 12:32 Die Annahme Seiner Kinder durch Christus ist der Wohlgefallen Seines Willens. – Epheser 1:5 Dies sind einige Beispiele der Freuden, die Gott mit Seinem Volk teilt, das Wohlgefallen über gute und edle Prinzipien und die das Herz erfüllende Freude, andere durch sie zu segnen.

Womit könnte es zu vergleichen sein, in die tatsächliche Gegenwart Gottes zu kommen? Wir können dies jetzt nicht wissen. Aber wenn jemand in den Raum seines natürlichen Vaters eintritt, von dem er weiß, daß dieser ihn liebt, dann begegnet ihm dort ein Gefühl eines herzlichen Willkommens. Und obgleich wir noch nie in der tatsächlichen Gegenwart Gottes gewesen sind, wird der Eintritt dort ähnlich dem Heimkommen zu einem Ort sein, von dem wir wissen, daß wir dort geliebt und erwünscht sind, und wo eine Stätte für uns vorbereitet ist.

Ein neuer Name

„Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.” – Offenbarung 3:12

Diese kostbare Verheißung ist irgendwie überwältigend. Einem für den Herrn völlig niedergelegten Leben wird im Königreich eine enorme Verantwortung übertragen. Einem solchen wird ein dauerhafter Platz in dem Tempel Gottes und dem Neuen Jerusalem gegeben. Wir hören manchmal, daß ein solcher als „eine Säule seiner Gemeinschaft” beschrieben wird. Dies bedeutet, daß solch eine Person sehr bekannt ist und respektiert wird und zum Wohl der Gemeinschaft beiträgt. Als Christ als eine Säule in dem Tempel Gottes angesehen zu werden, spricht von ähnlichen Charaktereigenschaften. Auch er wird bekannt und respektiert sein und einen großen Beitrag zu dem Werk Gottes leisten. Gott erkennt diese Einzelpersonen an, indem Er Seinen Namen auf sie geschrieben hat als auch den Namen des Neuen Jerusalem. Was für eine ehrfurchtgebietende Verantwortung und welch ein Vorrecht liegt vor denen, die nach dem hohen Preis dieses hohen Rufes laufen. Den Namen Gottes an seiner Stirn geschrieben zu tragen zeigt, daß diese in all ihren Handlungen Gott völlig repräsentieren. Dies wird erfordern, daß sie in dem Bild Christi völlig entwickelt sind.

Der Offenbarer sagt dann, daß der Herr auf sie „meinen neuen Namen” schreiben wird. Bruder Russell gibt zu verstehen, daß dies bedeutet, daß „der Name des Bräutigams seiner Braut gegeben wird”. Wie eine Braut den Namen ihres angetrauten Bräutigams annimmt, so wird die himmlische Braut den Namen ihres Geliebten annehmen. Diese Aussicht sollte einen jeden von uns zu größerer Treue anspornen, da wir die Ehre, mit unserem Herrn vereint zu sein, erwarten.

Eine Krone des Lebens

„Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird (einige) von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.” – Offenbarung 2:10

Die Heiligen haben während des Evangelium-Zeitalters auf Grund ihrer Anbetung Gottes schrecklich gelitten. Die Verheißung am Ende dieses Verses ist von besonderer Bedeutung, wenn wir bemerken, daß für viele ihr Glaube an Christus oft die Möglichkeit des Opfertodes bedeutete. Es ist wahrscheinlich, daß viele Einzelpersonen den Glauben verloren, weil sie solche Verfolgungen nicht ertragen konnten, während andere mit stärkerem Glauben die Todesfurcht überwinden konnten. Obwohl die Verheißung einer Krone des Lebens besonders wichtig für diese Heiligen gewesen sein mag, ist es auch auf alle Überwinder dieses Zeitalters anwendbar. Diese Krone wird in der Schrift auf vielfältige Art beschrieben. „Fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir (als Belohnung) geben wird an jenem Tag.” – 2. Timotheus 4:8 „Und wenn der Oberhirte offenbar geworden ist, so werdet ihr den unverwelklichen Siegeskranz der Herrlichkeit empfangen.” – 1. Petrus 5:4 Diese „Krone” wird durch Gerechtigkeit, Herrlichkeit und Leben charakterisiert.

Der Apostel Paulus beschreibt die Kriterien, die Gott dafür ansetzt, um solch einen hohen Lohn zu erhalten. Er sagt: „Der einem jeden vergelten wird nach seinen Werken: denen, die mit Ausdauer in gutem Werk Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit suchen, ewiges Leben.” – Römer 2:6 Dienst und geduldige Ausdauer im Gutestun zeigen das äußerliche Erscheinungsbild von dem, was im Herzen der wahrhaft Geweihten ist. Als ein Ergebnis dieser Haltung, die Christus ähnlich ist, werden sie mit Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit belohnt.

Wir können die Großartigkeit dieses Lohnes nicht begreifen. Wir bezeichnen die Unsterblichkeit oft als Leben, das Sicherheit vor dem Tod gibt und keine äußerliche Nahrung benötigt. Aber dies ist zweifellos eine sehr unzureichende Beschreibung eines unsterblichen Wesens. Wenn der Apostel Paulus Herrlichkeit, Ehre und ewiges Leben mit Unsterblichkeit verbindet, so wird es wieder eine überwältigende Aussage. Diese Worte beschreiben die Natur Gottes, und sogar diese Dinge sind der Braut Christi angeboten worden. Gott würde diese Dinge nicht garantieren, ohne bestimmte Ziele und ein Werk im Sinn zu haben für diese geehrte Klasse. Und so wird es für sie, als Repräsentanten der Herrschaft Gottes, nötig sein, daß sie Eigenschaften besitzen, die die volle Durchführung Seines Willens ermöglichen.

Das zukünftige Werk

„Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.” – Epheser 2:10 Gottes vorhersehende Rolle für die Braut Christi enthält viele Aspekte dazu. Sie ist Sein Werk. Einst genau vorbereitet wird sie für das große Werk bereit sein, daß Gott für sie vorgesehen hat. In diesem gegenwärtigen Zeitalter liegt die Betonung auf dem Glauben und der Charakterbildung. Wir glauben an Dinge, die wir nicht sehen. – 1. Korinther 13:12 Aber in der Zukunft, wenn wir Gott von Angesicht zu Angesicht sehen, werden wir alle Dinge deutlich erkennen. Dann wird Glaube nicht länger notwendig sein. Und so wird der Schwerpunkt der Kirche sich auf das monumentale Werk, das vor sie gelegt ist, verlagern.

„Wenn ihr aber des Christus seid, so seid ihr damit Abrahams Nachkommenschaft (und) nach Verheißung Erben.” – Galater 3.29 Die Abrahamische Verheißung hat mit einer allgemeinen Beschreibung das Werk Jesu und seiner Braut dargestellt. Sie sollen alle Geschlechter der Erde segnen. Wenn umgesetzt, wird diese allgemeine Feststellung eine sehr besondere Anwendung bei der Unterweisung und Erziehung der Menschheit finden. Die Abgrenzungen der Geschlechter werden beseitigt werden. Haß wird ausgerottet werden. Die schädlichen Aspekte im Wettbewerb werden aufgehoben werden, und die Brüderlichkeit der Menschen wird ein weltweites Thema werden. Dies ist ein Werk, das die große Weisheit erfordern wird, die Jesus und seine Braut durch persönliche Erfahrungen und göttliche Hilfe gesammelt haben. Heilige Prinzipien werden in die Herzen der Menschen gegeben werden, wenn ihnen gegeben wird „ein Herz von Fleisch”. – Hesekiel 36:26 Der große Mittler wird die menschliche Schöpfung zur Herrlichkeit ihres beabsichtigten Daseins bringen. Die Menschen werden dann die großartigen Prinzipien Gottes aus freien und willigen Herzen ehren. Wenn jenes Werk vollendet ist, wird die Herrschaft des Menschen der höheren Herrschaft Gottes untertan sein, und Gott alles in allem sein. – 1. Korinther 15:28

kommende Zeitalter

„Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus, damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus.” – Epheser 2:6 und 7

Nachdem das Werk des Millenniums beendet ist, wird es für Jesus und seine Braut einen neuen Schwerpunkt geben. Diese Schriftstelle gibt zu verstehen, daß die Kirche selbst dann noch nicht die völligen Reichtümer der Gnade Gottes erfahren haben wird. Es ist hier interessant, das Wort „Zeitalter” in der Mehrzahl zu bemerken. Dies gibt zu verstehen, daß es, wie wir heute wissen, dem Plan Gottes gemäß mehrere nachfolgende Zeitalter geben wird. Wenn diese Zeitalter fortschreiten, wird die Kirche fortwährend die Tiefen der Gnade Gottes erfahren. Wenn Gottes „Ruhe” vorüber ist – 1. Mose 2:2 – wird Er zweifellos Seine schöpferischen Anstrengungen jenseits dieser Erde ausdehnen. Die Rolle, die die Kirche danach einnehmen wird, ist uns zu dieser Zeit noch unbekannt. Wir können jedoch sicher sein, daß es ein herrliches Werk sein wird, denn Gott ist ein großartiger Schöpfer. Seine zukünftigen Pläne werden Leben und Freude im ganzen Universum bringen.

Während unsere Bemühungen, verstehen zu können, was die zukünftigen Erfahrungen der Braut sein werden, schwach sind, können wir letztlich zu uns selbst sagen: „Die Aussicht bei Gott und ein Teil der Braut Seines großen Sohnes zu sein, ist jede Anstrengung wert, die wir nur machen können, um treu zu sein. Die Hoffnung an ihren Plänen und neuen Projekten teilzuhaben, ist so aufregend, daß wir jede Anstrengung machen sollten, um dies möglich zu machen”.

„Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.” – Offenbarung 3:21

„Damit er in den kommenden Zeitaltern den überragenden Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erwiese in Christus Jesus.” – Epheser 2:7

Frage Q552:1 (Priestertum – warum nicht Hiob und andere?)

Frage von 1910: Da die Priester das Amt des Opferns innehatten und da niemand Priester werden konnte, der nicht von Gott berufen war, wie verhält es sich dann mit den Personen aus den Alttestamentlichen Überwindern, z. B. Hiob, die keine Priester waren und doch Opferungen vornahmen?

Antwort:

„Die Opfer dieser Männer waren keine Sündopfer. Ihre Opferungen fanden nicht als Vorbilder nach dem Gesetz, als Versöhnungstagsopfer z. B., statt. Die Anordnungen im jüdischen Gesetz, denen zufolge die Opferung nicht mehr in den Händen von Einzelpersonen lag, sondern auf die Priester überging, war ein Neuanfang in Gottes Handeln.

Bekanntlich hat Abraham vor der Einrichtung des Priestertums Opfer dargebracht. Wann Hiob genau gelebt hat, wissen wir nicht; wir wissen nur, daß er aus Uz kam und vor Gott mit vollkommenem Herzen wandelte, doch wir gehen sicher recht in der Annahme, daß er nicht in der Zeit des Gesetzesbundes mit seinen vorbildlichen Opfern lebte. Sein Lauf war in Bezug auf die Opferungen wohl ähnlich wie Abrahams Lauf. Als Gott Abraham daran hinderte seinen Sohn zu opfern, trat der Widder an dessen Stelle, der sich nach des Herrn Vorkehrung im Dickicht verfangen hatte.

Diese Patriarchen setzten mit ihren Opferungen ein Zeichen für ihre tiefe Liebe und Anerkenntnis Gottes, und sie bekundeten damit, daß für Sünde ein Opfer erforderlich war, genauso wie Abel die Erstgeborenen seiner Herde Gott darbrachte, obwohl auch er nicht als Priester berufen war. Keines dieser Opfer aber fand Annahme in dem gleichen Sinn wie die Opferungen nach dem Gesetz. Keine dieser Opferungen hat jemals die Opferenden vollkommen gemacht, noch wurde dadurch für andere Versöhnung bewirkt; sie hatten etwa die gleiche Qualität wie ein Gebet, nämlich Ausdruck zu sein für ein Herzensbedürfnis und Liebe zu Gott und das Verlangen ihn zu verehren, sowie das Bekenntnis, daß wegen der Sünde Vergebung unerläßlich war.

Als nun Jahwe zeigte, wie diese Sündenvergebung geschehen soll, erklärte Er dies in der bildlichen Darstellung des Werkes, das im jetzigen Evangeliumszeitalter getan werden sollte. Er bestimmte einen Priester als Repräsentanten unseres Herrn und Unterpriester, die die Kirche abbildeten. Opferungen an einem bestimmten Tag des Jahres, dem Versöhnungstag, wurden durchgeführt, stellvertretend für das Werk dieses Zeitalters, in dem die „besseren” Sündopfer dargebracht werden; und unter diesen erweiterten Vorgaben ist es niemand als dem Priester gestattet Opferungen vorzunehmen, womit Gott anzeigt, daß das Werk vollständig unter Seiner Aufsicht und Leitung steht.”

Namen, die in dem Buch des Lebens des Lammes eingetragen sind

„Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.” – Offenbarung 3:5

Die Einladung dieses Evangelium-Zeitalters gilt einer besonderen Klasse, einer Klasse, die bekennt, außerhalb der Harmonie mit den gegenwärtigen Zuständen zu sein – nicht in Harmonie mit der Sünde zu sein.

Diejenigen, die dieser Klasse angehören werden, mögen solche sein, denen eine Erkenntnis der Anordnungen Gottes durch Christus zugesagt worden ist; und diese können, ohne Schaden zu nehmen, von diesem Vorrecht Gebrauch machen, indem sie für sich entscheiden, sich dem Herrn zu weihen.

Wie Jesus von denen, die ihn umgaben, mißverstanden wurde, als er sein irdisches Leben im Dienst für den Vater und für die Wahrheit niederlegte, so müssen auch jene, die in den Fußstapfen Jesu nachfolgen, in der gleichen Weise Enttäuschungen in irdischen Angelegenheiten erleiden, wenn sie Teilhaber an seiner Herrlichkeit und Unsterblichkeit sein wollen. Wie Jesus überwand und sich mit Seinem Vater auf seinen Tron setzte, so werden diejenigen, die überwinden, mit Jesus auf seinem Thron sitzen.

Wir müssen unterscheiden zwischen dem Überwinden von Jesus und dem Überwinden seiner Nachfolger. Er zeigte ein völliges Überwinden. Während er die Anweisungen Seines Vaters und die Hilfe von Engeln hatte, hatte er keinen Sündenträger, keinen, dem er irgendwelche Gerechtigkeit zurechnen konnte. Sein Überwinden war völlig und vollständig. Seine Nachfolger, die unvollkommen im Fleisch sind, können nicht vollkommen handeln; und daher ist es durch Gottes Gnade so angeordnet worden, daß diese durch Christus annehmbar sein können, wenn sie den Geist besitzen, zu überwinden, den Wunsch zu überwinden – wenn sie Gerechtigkeit des Herzens offenbaren. Aber sie müssen diesen Geist des Überwindens zeigen, sonst können sie niemals mit unserem Herrn in seinem Königreich zusammensein. Sie müssen Abbilder ihres Meisters im Geist sein, obwohl sie unvollkommen im Fleisch sind.

So sind genau in dem Augenblick, in welchem wir den Schritt der Weihung tun und angenommen sind, all unsere Fehler und Unvollkommenheiten durch das Kleid der Gerechtigkeit Christi bedeckt. Aber es ist nicht nur, während wir Fehler haben, daß wir die Bedeckung benötigen; es wurden sogar all jene, die in symbolischen Bildern in der Schrift dargestellt werden, als bekleidet gezeigt, und die bildlichen Darstellungen unseres Herrn stellen ihn alle als bekleidet dar. Die Bilder der Offenbarung stellen unseren Herrn und die Heiligen als mit weißen Kleidern bekleidet dar. Die Engel, die zur Zeit der Auferstehung unseres Herrn erschienen, sind als in weiß gekleidet dargestellt. Unser Herr sagte: „Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man seine Schande sehe!” – Offenbarung 16:15

Die verherrlichte Kirche wird so dargestellt, daß sie das Kleid der Gerechtigkeit nicht auszieht, sondern fortwährend in einem weißen Gewand wandelt. Es wird nicht länger ein zugerechnetes Kleid der Gerechtigkeit sein, sondern unsere Gerechtigkeit wird unsere eigene sein. Wer dann mit weißen Gewändern bekleidet sein wird, wird als einer der Reinen anerkannt werden, nicht wie es jetzt ist, in einem Kleid zugerechneter Gerechtigkeit, sondern in einem Kleid tatsächlicher Gerechtigkeit. „Es wird gesät in Vergänglichkeit, es wird auferweckt in Unvergänglichkeit. Es wird gesät in Unehre, es wird auferweckt in Herrlichkeit; es wird gesät in Schwachheit, es wird auferweckt in Kraft.” – 1. Korinther 15:42 und 43

Zwei Bücher des Lebens

Die Bibel erwähnt zwei Bücher des Lebens – eines, das zur gegenwärtigen Zeit gehört und das andere, das zum Millennium-Zeitalter gehört. Wie wir auch lesen. „Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen.” Und wiederum: „Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen vor dem Thron stehen, und Bücher wurden geöffnet; und ein anderes Buch wurde geöffnet, welches das des Lebens ist.” – Offenbarung 3:5 und 20:12

Das besondere Buch des Lebens, das zu dieser gegenwärtigen Zeit des Lebens geöffnet ist, ist das, in welchem die Namen aller Überwinder dieses Evangelium-Zeitalters aufgeführt sind. Wenn wir den Schritt der Weihung ausführen und vom Heiligen Geist gezeugt werden, ist es angebracht, daß wir zur Familie Gottes gehörend gerechnet werden sollten. So wie eine Familie über ihre Mitglieder Buch führen wird – Josef, Maria, Marta, usw. – so verhält es sich bei denen, die durch Christus Glieder der Familie Gottes werden, über deren Namen berichtet wird.

Es ist während dieses gegenwärtigen Zeitalters fortgesetzt darüber berichtet worden. Dies bedeutet, daß diejenigen, deren Namen darin geschrieben stehen, nicht nur Glieder der Familie Gottes sind, sondern auch Glieder der Brautklasse. Um diese Stellung zu behaupten, müssen sie Überwinder sein. In einigen Schriften scheint die Große Scharklasse miteinbezogen zu sein; in anderen Schriftpassagen scheint dies nicht der Fall zu sein. Diejenigen, die die Kleine Herde ausmachen werden, oder jene, die von der Großen Schar sein werden, oder diejenigen, die nach und nach Vollkommenheit als irdische Wesen erlangen werden, müssen alle Überwinder sein. Auf die Brautklasse wird hingewiesen als soche, die „mehr als Überwinder” sind. Sie werden einen reichlichen Eingang in das Himmlische Königreich erlangen. – 2. Petrus 1:10 und 11

In unserem Leittext können wir nicht sicher sein, ob die Große Scharklasse miteingeschlossen ist oder nicht. Von einem Standpunkt scheint es so, als ob sie es wäre, und von einem anderen Standpunkt, als ob dies nicht der Fall wäre. Wir tun nicht gut daran, es zu bestimmt in unseren Gedanken festzulegen, sondern besser ist zu warten, um zu sehen, was des Herrn Absicht ist. Wir wissen, daß einige Namen in dem Buch ausgetilgt werden. Alle diejenigen, die in den Zweiten Tod gehen, werden aus dem besonderen Buch ausgetilgt werden, und ihre Namen finden keinen Platz im Buch des Lebens. Vielleicht wird auch die Große Scharklasse aus dem besonderen Buch entfernt werden. Aber wir sind nicht ängstlich, jenes über sie zu sagen, sie sind unsere Brüder und sind auch Brüder des Herrn, und wir möchten über sie so günstig wie nur möglich denken.

Dem Vater vorgestellt werden

„Ich werde seinen Namen bekennen.” Dies gibt uns als erstes den Gedanken, daß, obwohl wir von Gott gezeugt worden sind, wir Ihm niemals vorgestellt wurden – in Seiner tatsächlichen Gegenwart. Unser Herr wird nicht nur als unser Bräutigam dargestellt, sondern auch als unser älterer Bruder, der auf der anderen Seite wartet, bis wir, seine Brüder, hinübergehen werden. Und wenn wir hinübergehen, wird er, unser Herr, der derjenige ist, dem der Vater das Werk übertragen hat, uns in der Schule Christi zu unterweisen, es für passend halten, uns dem Vater vorzustellen.

An einer anderen Stelle sagt unser Herr, daß, wenn wir uns seiner schämen würden, er sich unserer schämen wird. Diese Ausdrucksweise würde eher bedeuten, daß die Große Scharklasse hier nicht einbezogen ist. Aber die Kleine Herde betreffend sind wir sicher, daß sie dem Vater und den heiligen Engeln als die Braut Christi vorgestellt wird. Dies wird im Psalm 45 bildlich dargestellt, wo wir lesen: „In buntgewebten Kleidern wird sie zum König geführt; Jungfrauen ihr Gefolge, ihre Gefährtinnen, sie werden zu ihr hineingebracht.” Diejenigen, die besonders anerkannt und vorgestellt werden, sind nur die Brautklasse. Und wir sollen hoffen und danach streben, daß wir einen Platz unter diesen einnehmen können. Der Platz, den der Vater bevorzugen würde uns einnehmen zu lassen, ist der Platz den wir bevorzugen würden einzunehmen.

Geistige Müdigkeit überwinden

„Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig Schlummer, noch ein wenig Händefalten, um auszuruhen, – und wie ein Landstreicher kommt deine Armut, und dein Mangel wie ein unverschämter Mann.” – Sprüche 24:33 und 34

Die zukünftige Braut Christi lebt gegenwärtig „in der besten Zeit”. Es ist eine unvergleichliche Zeit eines klareren geistigen Verständnisses des Schöpfers und Seines Planes, in den wir unseren ganzen Glauben setzen. Wir besitzen auch ein bisher noch nie dagewesenes Maß an Freizeit, Freiheit und Gelegenheiten, dem Herrn zu dienen.

Die zukünftige Braut Christi lebt jedoch auch in „der schlechtesten Zeit”. Jetzt mag die gefährlichste Zeit in der Geschichte der Kirche des Evangelium-Zeitalters sein, in einen bedrohlichen Zustand geistiger Müdigkeit zu fallen. Wenn wir geistige Müdigkeit in der Weihung mit dem Himmlischen Vater beschreiben sollten, ist es ein Zustand der Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Pflichten und Verantwortung. Eine geistig müde oder gleichgültig gewordene Person ist jemand, der Leidenschaft und Eifer in seinem geistigen Leben verloren hat aufgrund eines Mangels an Einfluß von Gottes Heiligem Geist.

Die sich dem Himmlischen Vater geweiht haben, um in den Tod Christi getauft zu sein, haben eine feierliche Lebenszeit geistiger Tätigkeit vor sich. Paulus mahnt uns mit den Worten, „Bewirkt euer Heil mit Furcht und zittern, denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen.” – Philipper 2:12 und 13 Nicht mit Selbstsicherheit, sondern „mit Furcht und Zittern”, „mit Verehrung und Ehrfurcht”. Wäherend der Zeit, die wir als „die beste der Zeiten” bezeichnen mögen, könnten wir vergessen, wie wundervoll uns der Herr gesegnet hat. Es ist die Gefahr vorhanden, daß unsere Weihung in unseren Herzen alltäglich werden könnte.

In der heutigen technischen schnellebigen Gesellschaft stürmen negative Einflüsse auf das geistige Herz und den geistigen Verstand ein. Die unheiligen Auswirkungen des Geistes der Welt und des Teufels machen Jagd auf unser gefallenes Fleisch. Unser geistiges Lebenswerk kann durch solche Mechanismen wie die Massenmedien, die gesellschaftlichen Medien und den Arbeitsplatz nachteilig beeinflußt werden. Der überwiegende Teil unserer Freizeit könnte dazu benutzt werden, Fernsehen, Internet, Facebook und Twitter und unsere Handies zu betätigen.

Sport, Erholung, Reisen, unser Heim und der Arbeitsplatz könnten uns ebenso die Zeit rauben, die für unser geistiges Werk genutzt werden könnte. Wenn wir diese Beschäftigungen nicht in angemessener Weise betreiben, können sie beginnen, Herrschaft über die Herzen und Gedanken des „alten Menschen” auszuüben. Eine geistige Müdigkeit kann dann eintreten und Herrschaft über uns gewinnen, wenn wir nicht wachsam sind und unsere Aufmerksamkeit vermehrt auf diese irdischen Einflüsse richten. Diese Dinge könnten uns dazu veranlassen gegenüber unseren geweihten Pflichten und Angelegenheiten schläfrig zu werden. Es wird sich in Nachlässigkeiten gegenüber unserem christlichen Werk zeigen, und uns geistig „arm” machen.

Das geweihte Lebenswerk eines Christen hat drei Kernpunkte: Studium, Dienst und Charakterbildung. Alle drei erfordern ein starkes Gebetsleben gegenüber dem Himmlischen Vater und Seiner Leitung und Segnung. Das Gebet ist die Lebenslinie der Neuen Schöpfung.

Geistige Müdigkeit verringert die Wertschätzung und den Wert der Wahrheit. Sie führt zu dem verminderten Wunsch, die Schrift persönlich zu studieren. Sie bringt Gleichgültigkeit gegenüber den Vorrechten sich zum Studium mit des Herrn Volk in einer Versammlung zu treffen.

Paulus warnt uns: „Den Geist löscht nicht aus!” – 1. Thessalonicher 5:19 Als „Gefäß des Herrn” ist es für uns notwendig, daß wir fortwährend Sein Wort studieren. Es gibt keine Zeit für geistigen Schlaf! Wir müssen studieren, um unseren Neuen Sinn und unser Herz mit Seinem Heiligen Geist zu füllen. Das Studium geschieht nicht nur um ein Kopfwissen zu erlangen, sondern unser christliches Leben zu gestalten. Gott offenbart sich uns durch Sein Wort. Ein solches Studium wird unsere geistigen Freuden, Hoffnungen, Ziele und Energie bewahren. Gott wünscht, daß die Kraft Seiner Wahrheit und Seiner kostbaren Verheißungen uns in Sein Bild umgestaltet und zur Tätigkeit in Seinem Dienst anregt.

Geistige Müdigkeit wird dazu führen, daß es an dem Wunsch fehlt, im Dienst für Gott und den Haushalt des Glaubens tätig zu sein. Es wird auch unseren Wunsch dämpfen, die frohe Botschaft des Evangeliums zu verbreiten, indem wir unser Licht als ein Zeugnis gegenüber der Welt leuchten lassen.

Die Freuden sich selbst zu opfern

Wir sollen unser Leben für die Geschwister niederlegen. – 1. Johannes 3:16 Wir sollten uns selbst fragen, ob wir alles tun, was wir können, um den Geschwistern zu dienen. Der Herr erwartet von uns, daß wir dies als Teil unseres geistigen Werkes tun und unsere Wertschätzung für die „großartige Errettung” zeigen. Es gibt viele Wege, auf denen wir den Geschwistern dienen können. Es ist ein wichtiger Weg uns gegenseitig aufzuerbauen in unserem allerheiligsten Glauben. Es geschieht dadurch, daß wir die Wahrheit in Liebe reden, daß wir in Ihm in allen Dingen wachsen. – Epheser 4:15 Die Freuden der Selbstopferung können die Last der Gleichgültigkeit überwinden.

Wir müssen uns selbst fragen, ob wir an dem Werk der Teilnahme an der Evangeliumsbotschaft mit unseren Familien, Freunden, Nachbarn und Arbeitskollegen durch unser Handeln, durch Worte oder Druckzeugnisse tätig teilzuhaben wünschen.

Geistige Müdigkeit führt auch zu einem Charakter, der Gott nicht gefällt. Wenn wir unsere Gefäße nicht mit Gottes Wort und Seinem Geist durch Studium und Dienst füllen, besteht die ernste Gefahr, daß die Leere mit der Erkenntnis, der Einstellung und dem Charakter des Widersachers und der Welt belegt wird. Deren unheiliger Geist kann einen Charakter durch den Mammon, durch Selbstsucht, Ungeduld, Fehlerfinden und durch Neid, Bosheit und Streit verderben.

Das Werk unserer geistigen Studien und der Dienst werden zum Wachstum in unserem christlichen Charakter führen. Die Macht und der Einfluß des Heiligen Geistes Gottes werden durch diese Tätigkeiten heiligende Auswirkungen haben, die Gnaden des Charakters der Christusähnlichkeit hervorzubringen.

Wir wollen über zwei Illustrationen geistiger Müdigkeit nachdenken, die gegenüber der vorgesehenen Braut Christi in den Schriften auftreten.

(1) Die junge Frau in Hohelied, Kapitel 5, findet, daß ihre Liebe nicht so tief und wahr ist, als sie es sein müßte, um eine würdige Braut zu werden. Anfänglich antwortet sie nicht auf das Anklopfen ihres Bräutigams und liegt teilnahmslos auf ihrem Bett. Dies erinnert an die Laodizäer, die elend, bemitleidenswert, arm, blind und bloß wurden. – Offenbarung 3:17 Infolge ihrer geistigen Schläfrigkeit ging die größte aller Erwartungen – „die berufene und auserwählte und treue Braut Christi zu sein” – verloren. Wenn sie gegenüber dem Werk der Entwicklung ihrers Verhältnisses zu ihm wachsam geblieben wäre, würde sie die Tür geöffnet haben, als er anklopfte, und würde irgendein Opfer für ihn gebracht haben.

In des Herrn Botschaft an die Kirche zu Ephesus wird uns gesagt, daß diese Geschwister ihre „erste Liebe” verloren hatten. Dies sollte eine Wahrnung für alle von des Herrn Volk sein. Ein Abkühlen des Eifers bei unserem geweihten Werk besteht für gewöhnlich in einem allmählichen Prozeß. Seien wir immer wachsam, daß nicht geistige Lethargie in unserem Leben aufkommt und uns davon abhält, „überreich in dem Werk des Herrn zu sein”. – 1. Korinther 15:58

(2) Die törichten Jungfrauen in Matthäus 25 dienen auch gut dazu uns die Gefahr zu zeigen gegenüber dem geistigen Werk müde zu werden. Diese Jungfrauen waren geistig arm, weil sie zu wenig Öl besaßen. Sie konnten ihre Gefäße nicht mit Gottes Heiligem Geist gefüllt halten. Sie konnten ihre Lampen nicht brennend halten, weil sie gegenüber ihren geistigen Pflichten eines gebetvollen Studiums, der Dienstbereitschaft und der Charakterbildung, gleichgültig und schläfrig wurden.

Als wir zuerst erleuchtet und Nachfolger des Meisters wurden, besaßen wir jene „erste Liebe”. Wir besaßen Eifer und Begeisterung für unsere Weihung und das geistige Werk gebetsvoller Studien, des Dienstes und der Charakterentwicklung. Die Prüfung besteht jetzt diese wertvolle Einstellung während dieser gefahrvollen letzten Zeit des Evangelium- Zeitalters aufrechtzuerhalten.

Wir dürfen nicht unsere Hände in den Schoß legen und gegenüber diesen Pflichten, Gelegenheiten und Vorrechten unseres geweihten geistigen Werkes schläfrig werden. Wir dürfen nicht zulassen, daß unser moderner Wohlstand des heutigen Tages und die Errungenschaften der Hochtechnik geistige Müdigkeit in Herz und Sinn unserer Neuen Schöpfung bewirken. Wir müssen uns Zeit nehmen, heilig zu sein.

Paulus ermahnt uns heute, „im Fleiß nicht säumig zu sein, brennend im Geist; dem Herrn dienend.” – Römer 12:11

„Denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis. Also laßt uns nun nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und nüchtern sein.” – 1. Thessalonicher 5:5 und 6