Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Laßt uns vorangehen „in voller Glaubenszuversicht”

„Da wir nun … einen [so] großen Priester über das Haus Gottes haben, so laßt uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen und voller Glaubenszuversicht.” – Hebräer 10:21 und 22

Der Apostel Paulus lenkt hier unsere Aufmerksamkeit auf die Kirche und besonders auf diejenigen, die mit den jüdischen Anordnungen jenes Tages vertraut waren. Er spricht über die Tatsache, daß die Aaronische Priesterschaft nur eine vorbildliche Priesterschaft war, die für eine Zeit vorgesehen war, um größere Dinge darzustellen und zeigt, daß Gottes wirklicher Plan nicht durch die Aaronische Priesterschaft vom Haus Levi ausgeführt werden sollte, deren Opfer von Stieren und Böcken Sünden nicht wegnehmen konnten; und daß von Jahr zu Jahr diese Anordnung nur Gottes vorbildliches Volk beschützt hat – indem ihr Bund sie bedeckte.

Der Apostel weist darauf hin, daß es eine größere Priesterschaft geben soll, nach der Ordnung Melchisedeks, und daß unser Herr das Haupt dieser Priesterschaft und die Evangeliumskirche seine Glieder sind, die Unterpriesterschaft. Er stellt dann die Frage, warum eine bessere Priesterschaft benötigt werden sollte, als diejenige, die Gott mit Aaron und seinen Söhnen vorsah? Die Antwort ist, daß sie Sünder waren, und niemals wirklich die Sünde beseitigen konnten. Auch besaß das Blut jener Tiere keinen wirklichen Wert. Selbst jene Priester kamen niemals wirklich in die Gunst Gottes zurück. Sie hatten nur Zutritt in ein vorbildliches Heiliges und Allerheiligstes.

Aber nun haben wir Christus als Haupt dieser neuen Priesterschaftsordnung. Wir wollen unsere Stellung als Unterpriester dieser Ordnung erkennen. Unser Hohepriester ist in das wahre Allerheiligste eingetreten. Der Beweis kam mit der Pfingstsegnung, welche zeigte, daß der Vater Wohlgefallen an dem Opfer fand, das unser Herr ausführte, und daß damit alle Dinge bereitet waren, auch uns zu erlauben, zu Gott zu nahen und an unseres Erlösers Erfahrungen teilzuhaben, daß wir später zu ihm hinter den Vorhang gehen und an seiner Herrlichkeit teilnehmen mögen. Erkennend, daß Gott damit alle gnadenreiche Vorsorge getroffen hat, und uns als das Haus Gottes angenommen hat, um die Stelle des Hauses Aron einzunehmen – daß so viel größer ist als dieses Haus -wollen wir in das wirkliche Heilige und Allerheiligste eintreten, „mit wahrhaftigem Herzen in voller Glaubenszuversicht”.

Den Unterpriestern wurde erlaubt das Heilige zu betreten und nach dem Versöhnungstag das Allerheiligste. Alle, die in diesem Evangelium-Zeitalter eine Weihung zu Gott gemacht haben und von dem Heiligen Geist gezeugt wurden, befinden sich in dem ersten Raum, dem Heiligen. Aaron und seine Söhne waren ein Vorbild von der wahren Priesterschaft; aber wir sind nicht nach der Ordnung Aarons, wir sind nicht Glieder der Aaronischen Priesterschaft, sondern der Melchisedek-Priesterschaft unter ihrem großen Hohenpriester. „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.” – 1. Petrus 2:9

Laßt uns mit wahrhaftigem Herzen hinzutreten

Wenn wir dann sehen, daß wir Vertrauen haben, daß Gott diese Anordnung getroffen hat, Vertrauen darin, daß wir die passenden Schritte tun und unsere Leiber als ein lebendiges Opfer dargestellt haben, wenn wir durch die gegenbildliche Weihung gegangen sind und die Zeugung durch den Heiligen Geist empfangen haben, so wollen wir sogleich das Werk der neuen Ordnung der Priesterschaft beginnen. Es gibt große Dinge, die zu vollenden sind: Wir wollen mit ihm völlig eintreten – wir wollen vollständige Teilnehmer an diesem Werk werden – in allem, was Gott für uns zu tun hat. Wir sollten jedoch auch mit wahrhaftigen Herzen kommen, indem wir erkennen, wie wunderbar unsere Segnungen sind, wie kostbar die Vorsorge der Bedeckung mit dem Verdienst des Herrn ist. Wir wollen treu und loyal gegenüber diesem Bund sein, in den wir mit Gott eingetreten sind.

Des Herrn Ruf unter diesem Bund ist: „Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund geschlossen haben beim Opfer!” – Psalm 50:5 Dieser Ruf, oder diese Einladung, ist während des ganzen Evangelium-Zeitalters erfolgt. Und all die Heiligen, die in dieses Bündnis eingetreten sind, haben das Vorrecht einer Teilnahme an dem Opfer Jesu und der Mitarbeit mit ihm.

Wir wollen in voller Glaubeszuversicht in dem Sinn dazu gelangen, daß wir darin keinen Zweifel haben werden, daß Gottes Verheißungen wahr und für uns sind. Die Welt sieht keinen Grund dazu, im gegenwärtigen Leben zu opfern und betrachtet uns darin allezeit als töricht, wie der Apostel feststellt. Wir wollen aber trotzdem in voller Glaubenszuversicht voranschreiten. Wir wollen treu vorwärtsdrängen bis zum Ende des Weges, bis wir mit unserem großen Hohepriester vereint sein werden und in seine Ruhe eingehen.

Gesalbt in Ihm

Im Vorbild stellte die Salbung des Hohepriesters die göttliche Ernennung in ein Amt dar. Aaron wurde so von Gott gesalbt. Der Apostel Paulus sagt: „Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern er wird von Gott berufen, wie auch Aaron.” Selbst Christus gab sich nicht selbst die Ehre. Gott ernannte ihn dazu, indem Er sagte: „Du bist Priester in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.” – Hebräer 5:4 – 6 Gott handelte direkt mit dem Herrn Jesus Christus. Er war derjenige, der dem Vater annehmbar war. Gott gab unserem Herrn Seinen Heiligen Geist ohne Einschränkung im vollen Maß. Jesus selbst sagt uns, daß Gott Seinen Heiligen Geist nicht nach Maß gab, weil er imstande war, den Heiligen Geist im vollen Maß zu empfangen. Diejenigen, die zu seinen Gliedern zählen, können den Geist nicht im vollen Umfang empfangen, weil sie unvollkommen sind. Der weniger gefallene Mensch kann mehr des Geistes empfangen und der tiefer gefallenen Mensch kann nur ein geringeres Maß des Geistes empfangen.

Als Christus in der Gegenwart Gottes für uns erschien und sein Verdienst für diejenigen anwandte, die sich selbst opferten, um Glieder seines Leibes zu werden, um mit ihm in dem herrlichen Königreichswerk verbunden zu sein, bekam er die göttliche Bestätigung und Billigung mit der Zeugung durch den Heiligen Geist jener, die sich selbst in der Weihung dargestellt hatten, denen der heilige Geist zuerst zu Pfingsten gegeben wurde. Der Apostel Petrus sagt, daß Gott Seine Verheißung gegenüber Jesus erfüllte, indem er ihm versicherte, Seinen Heiligen Geist auch auf seine Jünger auszugießen zu wollen. – Apostelgeschichte 2:33 Es ist vom Vater durch den Sohn.

Es war nicht notwendig, daß der Himmlische Vater Seinen Heiligen Geist über jedes einzelne Glied des Leibes ausgießen sollte. Wir verstehen, daß das Bild, das im Vorbild gegeben wurde, vollständig ist. Der Heilige Geist, der über das Haupt des großen Hohenpriesters ausgegossen wurde und über die Röcke seiner Kleidung herabfloß, salbte dabei alle Glieder seines Leibes. Wir bekommen alle unseren Anteil an dieser Salbung, wenn wir in den Leib und unter das Kleid kommen.

Völlige Glaubenszuversicht auf der Grundlage von Erkenntnis

Der Apostel gibt zu verstehen, daß ohne diese völlige Glaubenszuversicht das Kind Gottes sich Ihm nicht nahen kann. Nur diejenigen, die dem Vater vertrauen, wie ein kleines Kind seinen irdischen Eltern vertraut, können erwarten, gute Fortschritte auf dem schmalen Weg zu machen und den Mut und das Vertrauen zu gewinnen, welche das Vorrecht jener sind, und daß, wenn es daran mangelt, wir den vollkommenen Frieden und die verheißene Ruhe des Herzens, die verheißen ist, nicht haben können. „Dir geschehe nach deinem Glauben”, ist die Verheißung. Es muß der Wunsch in unserem Herzen sein, zunehmend näher zu Gott zu kommen, sonst werden wir verfehlen, voranzugehen und unser Vorrecht in Christo zu erlangen. Solch ein Wunsch ist eine Kundgebung, die unseren Hunger und unseren Durst nach Gerechtigkeit zeigt, welche der Herr bei uns wahrzunehmen erwartet, bevor Er gegenüber solchen Sein Versprechen erfüllt.

Es sind bestimmte Bedingungen in dem Wort Gottes enthalten, die für einen fortwährenden Fortschritt entlang dieser Richtlinie notwendig sind. Wie wir nicht näher zum Herrn kommen können, ausgenommen durch Seine völlige Versicherung, können wir auch die Versicherung nicht bekommen, ohne daß unsere Herzen bewahrt sind „die Herzen besprengt (und damit gereinigt) vom bösen Gewissen” oder einem Bewußtsein des Bösen. Denn wie der Apostel auch erklärt, „daß, wenn das Herz uns verurteilt, Gott größer ist als unser Herz und alles kennt.” – 1. Johannes 3:20 Wir können sicher sein, wenn unser Lauf als Neue Schöpfungen in Christo durch unser eigenes Gewissen verurteilt wird, er auch von Gott verurteilt würde.

Wenn daher das Kind Gottes sehr nahe kommen und die gesegnete ständige Zustimmung das Lächels des Vaters haben möchte, so muß es suchen ein Gewissen ohne Anstoß gegen Gott und Menschen zu besitzen – ein Gewissen, welches wahrhaft sagen kann, ich strebe danach, das zu tun, was dem Herrn wohlgefällig ist, was in völliger Harmonie mit meinem Opferbund ist, und ich strebe auch danach, was mit Recht die Zustimmung gerechter Menschen findet. Nichts weniger als dies ist überhaupt bei denen zulässig, die sich geweiht haben, Glieder der Königlichen Priesterschaft zu sein und ihr Leben im Dienst für den Herrn zu opfern, damit sie auch mit ihm herrschen können.

Die Ursache und Abhilfe des Mangels an Glauben

Der ein gutes Werk in uns angefangen hat, ist auch imstande und willig, es zu vollenden. – Philipper 1:6 Aber wie vergleichsweise wenige Kinder Gottes haben diese „völlige Glaubenszuversicht”, die unser herrliches Vorrecht ist. Wie wenige können sagen: „Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens, und ich kehre zurück ins Haus des HERRN lebenslang.” – Psalm 23:6 Sicher werde ich durch Gottes Gnade letztlich das Himmlische Königreich erlangen und die herrlichen Dinge, die Er jenen verheißen hat, die Ihn lieben. Die wenigen, die so völlig in das Vertrauen mit dem Apostel Paulus und den Propheten David eintreten können in ihren Worten des Vertrauens, empfinden darin eine große Freude und einen großen Segen, eine Ruhe des Herzens, die kein anderer besitzt.

Wir wollen uns daher fragen, warum die Zahl, die so in die Ruhe des Glaubens eintritt, so gering ist. Was hindert die anderen, und wie können diese Hindernisse beseitigt werden? Wie kann jedes der Kinder Gottes sich seines gesegneten Erbteils völlig erfreuen? Viele denken, wenn sie nicht gar sagen: Ach, daß ich mir dessen sicher sein könnte, daß Gottes Güte und Gnade sich bei mir bis zum Ende fortsetzen würde; ach, daß ich meine Zweifel beseitigen könnte, daß Königreich zu erlangen und schließlich ein „mehr als Überwinder” zu sein.

Worin besteht die Schwierigkeit bei denen, die so sagen? Warum besitzen sie nicht die „volle Glaubenszuversicht” ihrer Annahme? Wir antworten, daß ihre Schwierigkeit in einem Mangel des Vertrauens in Gott besteht und ein solcher Mangel Ihm nicht gefällt, denn „ohne Glauben aber ist es unmöglich, (ihm) wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muß glauben, daß er ist und denen, die Ihn suchen, ein Belohner sein wird”. -Hebräer 11:6 Ferner ist dieser Mangel an Glauben ein stetes Hindernis für ihr Überwinden; wie geschrieben steht: „Dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.” – 1. Johannes 5:4 Der Christ, der nicht den Schild des Glaubens hat und einen großen Schild, befindet sich fortwährend in einem Nachteil gegenüber dem Widersacher und der Heerschar des Bösen.

Es möge ein jeder, der einen Mangel in dieser Richtung bemerkt, ernstlich wie der Apostel beten: „Herr, mehre unseren Glauben!” Und dann, nach unserem Gebet handelnd, sollte ein jeder einen solchen Glauben in seinem eigenen Herzen entwickeln.

  1. Wir wollen uns unsere Erinnerung ständig mit den kostbaren Verheißungen des Wortes auffrischen, um mit diesen bestens vertraut zu werden.
  2. Wir wollen zunehmend mehr suchen, uns dessen zu erinnern, daß wir einen Bund mit dem Herrn gemacht haben, und daß diese Prophezeiungen uns gehören, und wir sie in unseren Herzen und mit unseren Lippen vor dem Thron der Gnade in Anspruch nehmen mit Dankbarkeit. Erheben wir in unseren Gedanken und in unseren Gesprächen über heilige Dinge mit den Geschwistern darauf den Anspruch.

Wenn Trübsale oder Schwierigkeiten entstehen, sollten wir uns dieser kostbaren Verheißungen erinnern, uns daran erinnern, daß sie uns gehören, weil Gott sie denen gegeben hat, die Ihn lieben und einen Bund über Opfer mit Ihm gemacht haben. – Psalm 50:5 und Maleachi 3:17 Wir sollten klären, daß wir fortan dem Wort unseres Himmlischen Vaters bedingungslos vertrauen werden. Wenn uns scheinbar Unglücksfälle geschehen, so wollen wir uns die Verheißung in Erinnerung bringen, „daß denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach (Seinem) Vorsatz berufen sind.” – Römer 8:28 So wollen wir uns selbst versichern, daß scheinbare Unglücksfälle nicht hätten erscheinen können, wenn Gott nicht einen Weg gesehen hätte, sie zu einem Kanal einer nötigen Lektion oder einer Segnung für uns zu machen.

Wir sollten niemals vergessen, daß Er, der dieses gute Werk in uns angefangen hat, sich nie verändert, und daß, wenn wir unsere Herzen in Harmonie mit Ihm erhalten, wenn unser Glaube in das großartigen Erlösungswerk, das für unsere Sünden gemacht ist, noch fest und klar ist und wir unserer Weihung gegenüber Ihm fortwährend erneuern, indem wir unser Alles auf den Opferaltar legen, und es dem Herrn überlassen, es in Seiner eigenen Weise zu gebrauchen, indem wir nicht unseren eigenen Willen zu tun suchen, sondern Seinen Willen allein, wir allen Grund haben, volles Vertrauen darin zu setzen, daß dieses gute Werk in uns vollendet werden wird, daß wir mit Freude in das ewige Königreich unseres Herrn eintreten und die gesegneten Worte der Zustimmung hören werden: „Wohlgetan, du guter und treuer Knecht!”

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes

„Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.” – Matthäus 6:33

Jeder Bibelforscher bemerkt, wie häufig in den Lehren unseres Herrn und der Apostel auf das Reich Gottes hingewiesen wird. Wir vernehmen die Botschaft, die Johannes verkündete, „Das Reich der Himmel ist nahe gekommen”. Als Jesus die zwölf Apostel aussandte, war ihre Botschaft, „Das Königreich Gottes ist nahe herbeigekommen.” Und später, als er die anderen siebzig Jünger zu predigen aussandte, war ihre Botschaft die gleiche, „Das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen”. Als die Jünger den Herrn fragten, um was sie beten sollten, lehrte er sie zu den vorrangigen Themen ihrer Gebete zu machen: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden”. Wir bemerken weiterhin, daß nahezu alle Gleichnisse unseres Herrn und daher nahezu alle seine Lehren einen Bezug zum Reich der Himmel hatten, welches mit einem Netz verglichen wurde, einem Sämann und seiner dreißig-, sechzig- und hundertfältigen Frucht und einem Acker, von dem der Weizen vollständig in die Scheune eingesammelt wird, mit einem Kaufmann, der Perlen zu kaufen suchte, und der für die schönste Perle alles gab, was er besaß, und am Ende des Zeitalters mit den zehn weisen Jungfrauen, die mit ihm in die Hochzeit gingen.

Es überrascht uns in gewissem Maß, daß diese gleichen Studierenden bemerken, daß in der modernen Theologie, wie sie von den Hochschulen in der Christenheit dargestellt wird, es kaum einen Hinweis auf das Königreich Gottes gibt. Wenn manchmal eine Frage in dieser Angelegenheit gestellt wird, – warum diese Lehre so herausragend im Neuen Testament behandelt und so wenig von den modernen Kanzeln gehört wird, ist die Antwort für gewöhnlich diese: „Ja, die armen Juden waren der Meinung, daß Gott sie als ein Königreich aufbauen würde; und, wenn der Messias kommen würde, er sie als Teilhaber an dem Königreich empfangen und ehren und als Seine Wekzeuge benutzen würde, alle Geschlechter der Erde zu segnen. In all diesem hätten sich die Juden offensichtlich geirrt, da unser Herr in jener Weise nichts für sie tat. In einer vagen Art und Weise müßten wir vermuten, daß die Kirche jetzt das Königreich ist, obwohl wir kaum verstehen, wie jener Name auf sie anzuwenden ist.” – Dieser Standpunkt wird allgemein von den Theologie-Studenten als zufriedenstellende Antwort hingenommen; sie wissen es nicht besser und haben nicht gelernt, theologische Themen zu begründen. Nur wenige Menschen verstehen das Wort Gottes.

Segnungen durch Abrahams Samen

Wir wollen das Thema von einer anderen Seite betrachten. Erinnern wir uns an den Abfall in den dunklen Zeitaltern, in welchen nahezu alle kostbaren Lehren Jesu und der Apostel unter einem Maß menschlicher Traditionen und des Aberglaubens und unter den „Lehren von Teufeln” begraben wurden. – 1. Timotheus 4:1 Dem Herrn sei Dank, daß wir allmählich aus jener schrecklichen Finsternis heraustreten. Aber über einige Themen sind offensichtlich viele des Volkes Gottes weit davon entfernt, Klarheit zu erlangen. Sie sind weit entfernt von einer Wertschätzung der Lehren unseres Herrn und seiner Apostel. Den Staub der Finsternis der Vergangenheit aus unseren Augen wischend, laßt uns nun das Wort Gottes über diesen Gegenstand des Königreichs untersuchen.

Nach unserer Auffassung vertraten die Juden den Gedanken, daß der Ursprung ihres religiösen und politischen Systems darin bestand, daß sie bei dem Werk der Segnung der Welt im allgemeinen die Repräsentanten Gottes sein sollten – daß Er sie zuerst berufen hatte, im Voraus vor anderen Nationen, damit Er sie unter dem Messias als Seine heilige Nation gebrauchen und durch sie einen Segen für die Welt übermitteln würde. Dieser Gedanke hatte seine Grundlage in der göttlichen Verheißung für Vater Abraham, „In dir und deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde”. Als der Same Abrahams warteten sie auf die Erfüllung jener Verheißung und ertrugen die verschiedenen Trübsale und Schwierigkeiten, Gefangenschaften usw., die über sie als eine Nation kamen, insofern diese einer göttlichen Anweisung entsprachen, sie auf den Dienst vorzubereiten, wenn der Messias kommen und sein Königreich aufrichten würde.

Es gibt im Alten und im Neuen Testament keinen Gedanken, der dem widerspricht. Sie hatten die richtige Idee. In Übereinstimmung mit diesem Gedanken predigte unser Herr bei seinem ersten Kommen nur zu Israel und sagte zu seinen Aposteln, „Geht nicht auf einen Weg der Nationen, und geht nicht in eine Stadt der Samariter; geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.” – Matthäus 10:5 und 6 Die Segnung und das Vorrecht kamen zuerst zu jener Nation. Johannes sagt uns deutlich, daß unser Herr zu seinem eigenen Volk kam, und sie ihn nicht annahmen, ausgenommen ein Überrest, und daß jenem Überrest eine besondere Segnung der Geistzeugung garantiert wurde, die sie zu der Keimzelle oder dem Beginn des geistigen Israel machten. Der Rest der Nation Israel wurde, wie der Apostel uns sagt, beiseite getan, und sie erblindeten für eine Zeit lang, bis eine genügende Zahl unter den Nationen gefunden werden sollte, die vorherbestimmte Zahl des geistigen Israel zu vollenden. Diese Sammlung der geistigen Israeliten aus allen Nationen, Völkern und Sprachen, und die Erprobung derselben, ist das Werk dieses Evangelium-Zeitalters; und wenn die Vollzahl gefunden und geprüft worden ist, wird dieses Zeitalter enden und ein neues Zeitalter, das Millennium, beginnen.

Das Millenniumkönigreich

Es ist ferner zu beachten, daß der zentrale Gedanke, an dem die Juden festhielten, Gottes Absicht betraf, in der Welt ein Königreich zur Segnung aller Nationen aufzurichten, im Wesentlichen zutreffend war, und daß die Schwierigkeit darin bestand, daß es nicht genug Juden gab, die Auserwähltenklasse zu bilden. Daher die Verzögerung dieses Evangelium-Zeitalters, die Gott vorhergesehen und zugelassen hatte. Den Königreichsgedanken gibt es dort noch, denn wie wir zuvor ausführten, wiesen der Herr und die Apostel fortwährend darauf hin und luden alle Treuen ein, „Erben des Königreichs” zu sein. Es ist eine Tatsache, daß die Kirche als geistiges Israel und geistiger Same Abrahams diesen Hauptsegen übernommen hat, welchen Gott zuerst dem Abraham und seiner Nachkommenschaft angeboten hat. Dieses geistige Israel, zusammengesetzt aus „Israeliten in welchen kein Trug war” und den Treuen aus jeder Nation, soll die Braut des Messias bilden, und als solche soll sie mit ihm an den Königreichsehren und dem Königreichswerk teilhaben, daß in der Abrahamischen Verheißung festgelegt ist: „In deinem Samen sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.” Um zu verstehen, daß es daran keinen Zweifel geben kann, beachten wir sorgfältig des Apostels Argumente in Galater 3 und 4. Beachten wir besonders seine Worte: „Wenn ihr aber Christi seid, so seid ihr denn Abrahams Same und nach Verheißung Erben.” – Galater 3:29

Es ist nicht verwunderlich, daß unser Herr fortwährend an den Königreichsgedanken appeliert hat. Der ganze Plan Gottes richtet sich an ihm aus. Die Königreichsklasse muß zuerst gefunden, ausgesucht und verherrlicht werden. Dann wird das Königreichswerk der Segnung der Welt fällig sein, seinen Anfang zu nehmen – nicht eher. Irgendwelche Segnungen, die dazwischenliegend durch die Kirche zu der Welt kommen mögen, sind nur nebensächlich. Dies ist die Bedeutung der verschiedenen Einladungen, die uns durch die Schriften gegeben werden, wie zum Beispiel die Worte unseres Herrn in unserem Leittext, „Trachtet aber zuerst [hauptsächlich] nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit!” – „Betet aber, dein Reich komme!” „Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu geben.” „Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen.” „Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm herrschen.” usw.

Wir haben an dieser Stelle nicht den Raum, über einen andereren Aspekt der gleichen Königreichsgeschichte zu berichten. Wir wollen nur erwähnen, die die Schriften sehr deutlich ausführen, daß es von dem göttlichen Standpunkt zwei Samen Abrahams gibt, und daß beide Samen gesegnet und benutzt werden sollen, indem sie der Welt im allgemeinen darüber Mitteilung machen. Das geistige Israel hat als der Same Abrahams den höchsten Platz erreicht, aber es gibt noch eine Verheißung, die für das natürliche Israel bestimmt ist, – „Und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.” Aber dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel machen werde „nach jenen Tagen” spricht Jahwe: „Siehe, Tage kommen, spricht Jahwe, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen werde.” Er wird gnädig gegenüber ihrer Ungerechtigkeit sein, und ihrer Sünden und Missetaten wird er nie mehr gedenken. „Und ich werde das steinerne Herz aus ihren Fleische wegnehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben.” – Jeremia 31:31 – 33 und Hesekiel 11:19

Der Apostel sagt uns, wann dies in Erfüllung gehen wird; nämlich, sobald das geistige Israel vollendet sein wird, und das natürliche Israel durch das geistige Israel Gnade erlangt haben wird. – Römer 11:25 – 32 Es ist in Übereinstimmung mit dem, was der Apostel uns versichert, daß die Verheißung für beide Samen sicher sein soll: dem, der dem Geist entspricht und dem, der dem Fleisch entspricht. – Römer 4:16 Auf diese zwei Samen Abrahams wurde in des Herrn Verheißung, die über ihn gemacht wurde, deutlich hingewiesen, in welcher er sagte: „Dein Same soll sein wie die Sterne des Himmels [die geistige Klasse, die himmlische, die Kirche] und wie der Sand, [der irdische Same] der am Ufer des Meeres ist”, wobei die Gunst für das natürliche Israel sich allmählich ausbreiten wird und in jene Nation alle übrigen der menschlichen Familie, die Gerechtigkeit lieben, hineingezogen werden sollen, während alle anderen im Zweiten Tod vernichtet werden. – Psalm 67:3 und 4 sowie 37:38

Wie wir nach dem Königreich trachten

Nachdem wir nun vor Augen haben, was das Königreich ist, wertschätzen wir die Tatsache, daß die Kirche in der gegenwärtigen Zeit das Königreich ist, aber ohne Macht und ohne Herrlichkeit – in einem Embryo- oder einem unentwickelten Stadium – in Vorbereitung auf die Herrlichkeiten, die zuletzt offenbart werden sollen. Wir nehmen die Kraft der Erklärung des Apostel Paulus wahr, daß wir durch Glauben wandeln und nicht durch Schauen, und daß die Welt uns nicht kennt. Die Welt kennt die göttliche Absicht nicht, noch erkennt sie die Erben der Verheißung. Wie sie den Herrn Jesus kreuzigte, so dürfen wir uns nicht wundern, daß sie diejenigen haßt, die Seinen Geist besitzen, ebenso wie die Finsternis das Licht haßt. Daher dürfen wir uns nicht wundern, wenn Verfolgung das Los derjenigen ist, die von Gott im Zusammenhang mit seinem Königreich und dessen Vorrechten begünstigt werden sollen. Tatsächlich sind diese bitteren Erfahrungen zu unserer Entwicklung und Vorbereitung auf das Königreich notwendig. So sollen diese Erben des Königreichs durch den Glauben wahrnehmen, daß alle Dinge, die mit ihren Interessen verbunden sind und in allem Zusammenwirken zum Guten unter göttlicher Überwaltung stehen, bei denen, die Gott lieben – bei den nach Seinem Vorsatz Berufenen – Seiner Königreichsklasse. – Römer 8:28 Diejenigen, die nicht bereit sind, nach dem Glauben zu wandeln, diejenigen, die nicht bereit sind, als gute Soldaten Härte zu ertragen, diejenigen, die die Welt lieben und nach deren Ehre und Lob trachten und nicht allein das suchen, was von oben kommt, werden durch diese Hindernisse von den loyalen und treuen Überwindern getrennt sein. Und dies ist der Wille Gottes, daß nur die letzteren für das Königreich geeignet sind.

Nun verstehen wir, warum der Herr von einigen sagte: „Glückselig eure Ohren, daß sie hören”, und andeutete, daß sich zu seiner Zeit viele nicht in dem Zustand befanden, zu sehen oder zu hören, oder in irgendeinem Sinn diese Botschaft des geistigen Königreichs wertzuschätzen, die jetzt verkündigt wird. Und nicht nur dies, aber selbst unter jenen, die hörende Ohren oder sehende Augen des Verständnisses besitzen, die geistige Wahrnehmung des Königreiches, seines Rufes und seiner Bedingungen, gibt es, wie unser Leittext sagt, eine Notwendigkeit nach dem Königreich zu trachten. Es wird nicht jedem anvertraut werden; es ist ein hohes Vorrecht, eine hohe Ehre, und wer auch immer es erlangen wird, muß es wertschätzen. Und wer auch immer nach den gegenwärtigen Bedingungen nach dem Königreich trachten wird, wird erkennen, wie der Meister sagte, daß der Weg eng und schwierig ist.

Andere gegensätzliche Verlockungen

Unser Herr wendet sich nicht an die Welt, nicht an Sünder und nicht an Ungläubige. Die jüdische Nation war eine gläubige Nation, zuletzt nur dem Namen nach, so wie die Christenheit Christus bekennende Gläubige sind. Aber unseres Herrn Botschaft wandte sich nicht nur an die Israeliten, sondern war nur für solche gedacht, die „wahrhaftige Israeliten” waren und ihren Wunsch kundgetan hatten, als seine Jünger in seinen Fußstapfen zu wandeln und Miterben mit ihm in seinem Königreich zu werden. Er richtete die Aufmerksamkeit dieser auf die irdischen Dinge, nach denen die Mehrheit der Menschheit trachtet – was sollen wir essen, was sollen wir trinken, was sollen wir anziehen?

Wir dürfen des Herrn Worte nicht so verstehen, daß sie bedeuten, daß seine Nachfolger leichtsinnig oder sorglos sein sollten, so unaufmerksam gegenüber den Verantwortlichkeiten des Lebens, daß es von anderen abhängt, ob sie Nahrung und Kleidung haben oder sonst nackt und hungrig einhergehen. Es gibt in dieser Angelegenheit zwei Extreme, und unser Herr widersprach der einen, die höchst beschwerlich für seine Nachfolger ist. Der Geist der Welt ist ein Geist der Selbstsucht, welcher alle hellen Geister der Erde dazu antreibt, sich entsprechend den irdischen Normen zu verhalten, sich zu erfreuen und zu leben. Zusammengefaßt sagt unser Herr dazu, daß das, was wir essen werden, was wir trinken werden, womit wir bekleidet sein werden, Dinge sind, nach denen die Nationen trachten – und die ganze Welt trachtet nach irdischen Gütern, aber des Herrn Jünger sollen einen anderen Lauf einschlagen. Indem wir die Einladung zur Miterbschaft an dem Königreich Gottes im Sinn haben, als die größte Möglichkeit, die wir uns vorstellen können, sollen sie diese so wertschätzen, daß alle anderen Interessen und Ambitionen in ihrer Wertschätzung zur Bedeutungslosigkeit herabsinken und vergleichsweise wenig Beachtung bekommen. Unseres Herrn Rat ist daher: „Trachtet aber zuerst [in erster Linie – als dem ersten von vorrangiger Wichtigkeit] nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles [Nahrung, Kleidung, usw.] wird euch hinzugefügt wrden.”

Es sei darauf hingewiesen, daß der Herr nicht sagt, daß seine Nachfolger so viel von diesen zeitlichen guten Dingen haben sollen, wie andere sie haben, sondern er erklärt an anderer Stelle. „Euer Vater weiß, daß ihr all dessen bedürft.” Die Tragweite ist daher für diejenigen, die mit einer völligen Weihung ihre Angelegenheiten und alles, was sie besitzen, gänzlich in die Hände des Herrn gelegt haben, jedes ihrer Talente, jede ihrer Angelegenheiten, und die so danach trachten, Gott zu gefallen und die Königreichserbschaft zu erlangen, die Er verheißen hat – daß Er diesen entsprechend Seiner Weisheit irdische Dinge geben wird – denen, die als Neue Schöpfungen das höchste Maß an Segnungen bringen würden, solchen, die sie am besten vorbereiten und am besten helfen würden, einen Anteil am Königreich zu erlangen.

Was sich an irdischen guten Dingen als ein Hindernis gegenüber dem Hauptziel und Wunsch im Leben dieser Klasse erweisen würde, das sollten sie sich auch nicht selbst bewußt aneignen. Daher sollten sie froh sein, daß ihnen diese Angelegenheit völlig aus den Händen genommen und völlig in die Hände des Herrn gelegt ist. Sie können sich freuen, daß ihre Angelegenheiten weiser und günstiger geordnet sind, als wenn sie unter ihrer eigenen Kontrolle wären. Diese können hinsichtlich all ihrer Angelegenheiten des Lebens freudig beten, „Dein Wille geschehe”. So erkennend und so handelnd und so betend kann diese Klasse sich sogar in Trübsalen freuen, indem sie erkennt, daß Trübsal Erfahrung, Geduld und Hoffnung bewirkt, und sie letztlich nicht beschämt dastehen lassen wird, denn es wird Gottes Methode der Züchtigung und des Polierens zu einer Teilnahme am Königreich sein. – Römer 5:3-5

Trachten nach Seiner Gerechtigkeit

Es ist nicht ausreichend, daß des Herrn Auserwählte nach dem Königreich trachten sollen. Sie könnten wegen seiner in Aussicht gestellten Ehre und Herrlichkeit in einem Maß von Selbstsucht danach trachten. Daher stellt der Herr eine weitere Bedingung, nämlich, daß wir nicht nur nach dem Königreich trachten sollen, sondern auch nach seiner Gerechtigkeit – der Gerechtigkeit, welche das Königreich bringen wird, der Gerechtigkeit, die Gott gutheißen wird. Alle, die für würdig erachtet werden, im Königreich einen Platz einzunehmen, müssen zu der Stellung der vollkommenen Liebe gegenüber Gott und den Menschen heranreifen. Dies ist die göttliche Norm, und nichts weniger wird annehmbar sein. Es bedeutet, daß diese Klasse sich mit ihrem Gott in Harmonie befinden wird, wo auch immer, so daß sie mit aller Ungerechtigkeit und Untugend nicht im Einklang sein wird, was sie selbst und andere betrifft.

Da wir alle in Sünde geboren wurden, da wir alle durch Selbstsucht verunreinigt sind, wenn auch in unterschiedlichem Maß, folgt, daß wir alle einen guten Kampf kämpfen müssen gegen dieses Element unserer menschlichen Natur – daß wir uns als Neue Schöpfungen nicht im Einklang mit einer der gefallenen Neigungen und Tendenzen in uns und in anderen befinden. Es ist ein Werk von Tagen, Monaten und Jahren, diese selbstsüchtigen Neigungen, diese Amalekiter, herauszufinden und zu besiegen, die in unser gefallenes Fleisch Eintritt gefunden haben, und müssen an Stelle von ihnen die liebevollen, großzügigen Impulse und das Bemühen des Geistes der Liebe hervorbringen, welche danach trachten, allen Menschen Gutes zu tun, sowie wir die Gelegenheit haben, besonders gegenüber dem Haushalt des Glaubens. Es bedeutet, daß wir lernen müssen, über keinen Menschen etwas Schlechtes zu sagen und daß wir keine Sympathie für Verleumdung, Lästerung und böse Mutmaßungen haben, sondern uns im Gegenteil über „alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lobenswert, alles, was wohllautend ist”, freuen. – Philipper 4:8

Das Gesetz absoluter Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit, das Gesetz der Liebe, welches weltweit während des Millenniums eingeführt werden wird, muß sogar schon jetzt unsere Sympathie und Unterstützung finden – in der gegenwärtigen Zeit, in der so viele zu einer kleinen Abweichung von der angemessenden Richtschnur der Reinheit oder Wahrheit oder Ehrenhaftigkeit verführt werden können, wenn sich dies günstig für sie selbst auswirkt, und so ungünstig, wenn dies gegen ihre Interessen ist – in diesen Zeiten, in denen die Erben des Königreichs strikt nach den Gesetzen des Königreichs regiert werden sollen. Sie sollen danach trachten und sich die Prinzipien der Gerechtigkeit aneignen, die sie nach und nach als die Gesetze des Königreichs für die ganze Welt wahrnehmen werden.

Es wird für die Welt viel leichter sein, sich den Gesetzen der Gerechtigkeit nach und nach anzupassen, wenn jede Übertretung sogleich getadelt oder bestraft wird, und wenn jedes gute Wort sogleich belohnt wird. Aber es ist für diese Königreichsklasse jetzt vergleichsweise schwierig nach den entgegengesetzten Richtlinien jener zu denken und zu handeln, die in großem Maße unter ihren Freunden und Nachbarn maßgebend sind. Nach dieser Übereinstimmung mit Gerechtigkeit, Wahrheit und Reinheit muß getrachtet werden, geradeso wie nach dem Königreich getrachtet werden muß, und die geweihten Gläubigen, die das eine finden, finden auch das andere. Einen großen Teil seiner Zeit muß der Christ der Selbstprüfung und dem Selbststudium in Gerechtigkeit widmen, wie auch der gegenseitigen Auferbauung im allerheiligsten Glauben, wobei das göttliche Wort der Gutachter ist.

Diese alle sind wirklich von Gott gelehrt. Sie lernen Ehrenhaftigkeit nicht nur im Umgang mit Geld zu zeigen, sondern auch im Umgang mit Worten und Taten. Darüber hinaus lernen sie Ehrenhaftigkeit in ihren Gedanken zu befolgen, ehrenhaft gegenüber dem Herrn, ehrenhaft gegenüber den Brüdern und ehrenhaft gegenüber sich selbst zu sein. Wenn diese Lektionen gelernt und angewandt werden, können die Schüler in der Schule Christi für ein Erbe im Königreich tauglich gemacht werden.

Die Lektion der Selbstverleugnung

Eine große Schwierigkeit für diese „Erben der Errettung”, „Erben des Königreichs”, „Erben der Herrlichkeit” liegt in ihrer Unfähigkeit die Wichtigkeit die kleinen Dinge in unserem Leben und die kleinen Dinge in unseren Gedanken richtig wertzuschätzen. Viele, die den Mut haben würden, in der Verteidigung einiger Prinzipien der Gerechtigkeit und Wahrheit bis zu dem Schandpfahl zu gehen, finden es schwierig „sich selbst zu prüfen”, und, wie der Apostel zu verstehen gibt, schließlich sogar die Gedanken ihrer Herzen dem Willen Gottes zu unterwerfen, wie es in Christus zum Ausdruck kommt. Unseres Herrn Worte aber sind: „Wer im Geringsten treu ist, ist auch in vielem [was größer ist] treu.” Daher sollten wir im Sinn haben, daß der Herr uns nach der Richtlinie der kleinen Dinge unterweisen will; und in unserem Bemühen sollten wir in all den nichtigen Angelegenheiten des Lebens den Geist Christi, den Geist der Demut, Sanftmut, Geduld, Langmut, brüderlichen Liebe und Liebe pflegen und ausüben, daß diese Dinge, wenn sie in uns sind, und zwar reichlich, sie uns einen reichlichen Eintritt in das ewige Königreich unseres Herrn und Heilandes, Jesus Christus, gewähren werden.

Ein wichtiger Charakterzug der Lehren in der Schule Christi ist die Notwendigkeit der Selbstverleugnung. Die Zurückweisung von Sünde und sündiger Worte, Taten und Gedanken ist eine Angelegenheit, die schwierig genug ist, aber der Herr ruft seine Nachfolger dazu auf sie zurückzuweisen und gegen diese anzukämpfen. Sie müssen lernen, gut ausgeprägte Charaktere zu werden, Kopien von Gottes liebem Sohn. Sie müssen Selbstverleugnung lernen. Unser Meister als der große König und unser Bräutigam lernte Gehorsam durch seine Selbstverleugnungen. Und diese waren nicht entlang der Richtung sündiger Dinge; denn in ihm war keine Sünde. Seine besonderen Trübsale entstanden durch Selbstverleugnungen, Selbstaufopferung im Interesse von und durch die Unterstützung von Gerechtigkeit und der Segnung anderer. So entwickelte und offenbarte er den Geist, über den der Vater sich freut ihn im Königreich zu belohnen.

Alle, die für würdig erachtet werden sollen, Könige und Priester Gottes in jenem himmlischen Königreich zu sein, müssen jetzt gegenüber der göttlichen Wiedergutmachung ihren Willen bekunden, ihre eigenen persönlichen Interessen und Rechte zugunsten des Königreichs und des Vaters Willen und der Segnung jener zu opfern, die der Vater bestimmt hat, mit dem Königreich gesegnet zu werden. Wer auch immer sein Kreuz der Selbstverleugnung aufzunehmen verwirft und sich selbst zu verleugnen, kann nicht lange einer der Jünger des Herrn sein. Er wird von dem Weg abgleiten, denn letztlich werden nur diejenigen die Glieder der Königsreichsklasse sein, die dies alles für eine Freude ansehen, um das Königreich zu erlangen und die Gunst Gottes und das große Vorrecht mit Jesus vereint zu sein in dem großen Werk der Segnung der Welt um jeden Preis, auch den jeder Selbstverleugnung. Wir wollen diesem Geist unseres Erlösers zunehmend nachstreben, der sich selbt zu nichts machte, damit er die Werke Gottes bewirken konnte, der ihn sandte. So werden auch wir eines Anteils mit ihm am Königreich und seinen herrlichen Gelegenheiten für würdig befunden werden.

Die Überführung der Bundeslade nach Jerusalem

„Jahwe der Heerscharen! Glückselig der Mensch, der auf dich vertraut!” – Psalm 84:12

Die Ehrfurcht vor Gott ist Gegenstand und Lehre dieses Textes: „ heilig und furchtbar ist sein Name.” – Psalm 111:9 „Er ist ein Gott, gar schrecklich in der Versammlung der Heiligen, und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind.” – Psalm 89:7 Als Gott Moses im brennenden Dornbusch erschien und zu ihm sprach, befahl Er ihm: „… Ziehe deine Schuhe aus von deinen Füßen, denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliges Land.” – 2. Mose 3:5 Und auch bei seinem Erscheinen am Berg Sinai, dem ganzen Volk sichtbar, verhüllt von einer dichten Wolke, muß dies eine überwältigende Demonstration ehrfurchtgebietender Feierlichkeit gewesen sein, und es wurden besondere Anweisungen gegeben, um etwa unehrerbietigem, nicht passendem Verhalten vorzubeugen. Israel war außerdem ausdrücklich angewiesen, Seinem Gesetz und Seinem Heiligtum Ehrfurcht zu erweisen. – 2. Mose 19:7, 3. Mose 19:30

Unter Ehrfurcht versteht man ein Gefühl von tiefem Respekt, oft begleitet von Scheu und Liebe, ein Gefühl von Verehrung, wenn sie einem göttlichen oder heiligen Wesen entgegengebracht wird. Dieses Gefühl steuert oder inspiriert dann die Handlungen. „Die Furcht Jahwes ist der Weisheit Anfang.” – Psalm 111:10 Sie ist die einzig angemessene Haltung des Geschöpfs seinem Schöpfer gegenüber, dem Initiatior unseres Seins, dem Schöpfer, Erhalter und Herrn des ganzen Universums. Wenn Er spricht, sollten wir ehrfürchtig und aufmerksam auf Seine Stimme hören, und jede Faser sollte bereit und gespannt sein, Seinem Wunsch nachzukommen. Unsere Sicherheit, unser Glück und jene noble Wesensart, die zu Liebe und Dankbarkeit anspornt, und die verständig und rasch Anweisungen befolgt und an Erkenntnis und Weisheit zunimmt, all das hängt in erster Linie von unserer Ehrfurcht vor dem Herrn ab. Und deshalb möchte der Herr jene wohltuende und kindgemäße Ehrfurcht in uns fördern und aufbauen, die Seinem Namen gebührt.

Gottes Bundeslade war das Symbol für Seine Gegenwart in Israel, und als solches war sie der heiligste Gegenstand in der vorbildlichen Stiftshütte, Sie war nach Gottes Anweisung gemacht, wie auch alles andere in der Stiftshütte; ihr Platz war das Allerheiligste, zu dem nur der Hohepriester (der Jesus darstellte, den großen Hohenpriester) Zutritt hatte, und das auch nur ein Mal im Jahr am Versöhnungstag. Als Symbol von Gottes Gegenwart war sie, ebenso wie die Gegenwart selbst, vor unehrfürchtigem Gebrauch geschützt; natürlich konnte niemand sie sehen. Nur die Priester (die den Leib Christi, die Heiligen dieses Zeitlaufs, vorschatten) durften sie sehen und berühren. Die Leviten (das Vorbild für alle gerechtfertigten Gläubigen dieses Zeitlaufs) waren dazu bestellt, die Stiftshütte in Ehrfurcht und zeremonieller Form zu tragen, wenn die Stiftshütte von einem Standort zum nächsten gebracht werden sollte; doch die Lade mußte erst durch die Priester sorgfältig abgedeckt werden, denn selbst die Leviten durften sie weder sehen noch berühren. – 4. Mose 4:15 – 20

Vor der Begebenheit, die unserer Lektion zugrunde liegt, hatte die Religion in Israel einen sehr niedrigen Stellenwert, und viele Jahre lang stand die Bundeslade nicht an dem ihr zukommenden Platz in der Stiftshütte. Als sichtbares Symbol Seiner Gegenwart waren Macht und Gunst Gottes immer da, wo sie war. Als z. B. Israel den Jordan auf trockenem Boden überquerte, wich immer da, wo die Träger der Bundeslade das Flußufer betraten, das Wasser zurück. Desgleichen stürzten die Mauern Jerichos vor der Lade ein, und Israel errang einen großen Sieg. Doch wenn das Volk gegen Gott sündigte, ging von dem Symbol dergleichen Macht nicht aus. Es wurde sogar zugelassen, daß Israel in die Hände der Feinde fiel, und die Philister konnten die Bundeslade rauben, und Israel erlebte eine bittere Niederlage. Doch wenn auch das Volk so bestraft wurde, gestattete Gott doch nicht, daß das Wahrzeichen Seiner Macht den Feinden überlassen blieb, und die Philister wurden für ihren Raub gestraft, so daß sie froh waren, ihn an Israel zurückzugeben. Bei der Rückgabe waren keine geweihten Priester bei den Heiden, um sie zuzudecken, und auch keine Leviten zum Tragen; so stellten sie die Philister auf einen neuen Wagen und ließen die Zugochsen ohne Kutscher ihren eigenen Weg gehen, und Gott leitete sie zurück nach Israel, nach Beth-Semes. So wurde die Bundeslade dem Volk wiedergegeben. Aber die Leute von Beth-Semes erdreisteten sich, in Unkenntnis der Vorgaben von Gottes Gesetz bezüglich der Lade, hineinzuschauen, und Gott bestrafte sie durch ein Gemetzel, bei dem 50.070 Männer umkamen. So mußten sie lernen, den Herrn zu fürchten und sich Seinen Geboten zu unterwerfen; und sie sagten: „Wer vermag vor Jahwe, diesem heiligen Gott, zu bestehen? Und zu wem soll er (dieses Wahrzeichen Seiner Gegenwart) von uns hinaufziehen? Und sie sandten Boten zu den Bewohnern von Kiijath-Jearim Und die Männer von Kirjath-Jearim kamen und führten die Lade Jahwes hinauf, und sie brachten sie in das Haus Abinadabs …. Und sie heiligten Eleasar, seinen Sohn, die Lade Jahwes zu hüten.” Sie verblieb dort zwanzig Jahre. – 1. Samuel 6:1 – 21, 7:1 und 2 Der Herr handelte mit Israel so, wie es in dem am Horeb geschlossenen Gesetzesbund verankert ist. Daraus ergibt sich für uns, die wir dem Neuen Bund angehören, die Lehre, daß jemand, der durch die Zugehörigkeit zu einem von Gottes Bündnissen begünstigt ist, je nach seiner Stellung die Verantwortung trägt. Wir sollen hier aber nicht eine Gedankenverbindung zu jenen 50.000 im Zweiten Tod Vernichteten herstellen; denn die Erprobung Israels unter dem Gesetzesbund war nur vorbildlich und bedeutete keine letzte Entscheidung für alle von diesem Bund betroffenen Menschen.

Als nun David endgültig in ganz Israel als König anerkannt war, war es sein Ziel, die Bundeslade nach Jerusalem hinaufzubringen und die Leute als Nation zu ehrerbietigem und von Herzen kommenden Gottesdienst hinzuführen. Für dieses Ziel war es unabdingbar und der erste Schritt, daß die heilige Lade des Bundes wieder in ihre alte Stellung eingerückt wurde. Er versammelte 30.000 Repräsentanten des Volkes, um so die Wiederherstellung zu einem nationalen Akt zu machen. Dies sollte im ganzen Volk den wahren Gottesdienst neu beleben.

Wie die Bundeslade nach Jerusalem überführt wurde, entsprach jedoch nicht den Vorgaben des Gesetzes, wonach sie ehrfurchtsvoll von den Leviten getragen werden sollte, sondern man machte es so wie die Philister bei der Rückführung nach Kiijat-Jearim und stellte sie auf einen neuen Wagen, der (vermutlich) von Ochsen gezogen wurde. Wo Gott die Unkenntnis und Unfähigkeit der Philister geduldet hatte, die nicht Sein Volk waren und sich dabei nicht an die Gesetzesvorschriften hielten, duldete Er eine solche Vergeßlichkeit oder Lässigkeit bei den Israeliten nicht, sondern ließ sie Sein Mißfallen deutlich fühlen: Mitten in der allgemeinen Freude und den Festlichkeiten mit Gesang aus vielen Kehlen und den verschiedensten Musikinstrumenten schien das plötzliche Schwanken des Wagens die Lade in Gefahr zu bringen, so daß Uzzah sie mit seiner Hand am Rutschen hindern wollte. Im selben Moment fiel er tot zu Boden.

Eine strenge und höchst notwendige Zurechtweisung. Der Zug hielt an, und der König und alle Leute verstanden es als solche, und zwar für das ganze Volk, weil sie das Gebot des Herrn nicht beachtet hatten und es versäumt hatten, das Sinnbild Seiner Gegenwart gebührend zu würdigen. Der König und das ganze Volk wurden von der Furcht Gottes ergriffen; Musik und Feier wurden eingestellt; die Menge zerstreute sich und jeder kehrte betroffen in sein Haus zurück. Und der König, der Angst hatte, sein Vorhaben der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem ganz auszuführen, ließ davon ab und brachte sie zum Haus von Obed-Edom, eines Leviten, der sie ohne Zweifel mit Ehrfurcht empfing, denn wir lesen darüber: „Und Jahwe segnete das Haus Obed- Edoms und alles, was sein war.” – 1. Chronika 13:14

Dort verblieb die Lade drei Monate, während König David, dem Herrn wie bisher zugewandt und eifrig bestrebt, das Volk zu gesetzmäßiger Einhaltung des Gottesdienstes anzuhalten, still die Lektion aus dieser eigenartigen Maßnahme überdachte. Und man sagte zu ihm: „Der Herr hat das Haus von Obed-Edom gesegnet und alles, was sein war, wegen Gottes Bundeslade.” Da gewann David Klarheit über diese Lektion, und er beschloß, demzufolge sogleich zu handeln, nämlich sein ursprüngliches Ziel zu verfolgen und die Lade in die Hauptstadt zu bringen und ihr den hervorragendsten Ehrenplatz im ganzen Staat einzuräumen, wie er es sich ursprünglich vorgenommen hatte. Er entschied auch, die Repräsentanten des Volkes zusammenzurufen, um die Rückführung zu einem Staatsakt werden zu lassen und zugleich in der ganzen Bevölkerung ihre Religion neu zu beleben und anzufachen.

„Und er machte sich Häuser in der Stadt Davids, und er bereitete eine Ort für die Lade Gottes und schlug ein Zelt für sie auf. Damals sprach David: Die Lade Gottes soll niemand tragen als nur die Leviten; denn sie hat Jahwe erwählt, um die Lade Gottes zu tragen und seinen Dienst zu verrichten ewiglich Denn weil ihr das vorige Mal es nicht tatet, so machte Jahwe, unser Gott, einen Bruch unter uns, weil wir ihn nicht suchten nach der Vorschrift. Da heiligten sich die Priester und die Leviten, um die Lade Jahwes, des Gottes Israels, hinaufzubringen, Und die Söhne der Leviten trugen die Lade Gottes auf ihren Schultern, indem sie die Stangen auf sich legten, so wie Mose geboten hatte nach dem Worte Jahwes Und ganz Israel brachte die Lade des Bundes Jahwes hinauf mit Jauchzen und mit Posaunenschall und mit Trompeten und mit Zimbeln laut spielend mit Harfen und Lauten.” – 1. Chronika 15:1 und 2, 13 – 15 und 28

„Und es geschah, wenn die Träger der Lade Jahwes sechs Schritte gegangen waren, so opferte er ein Rind und ein Mastvieh. Und David tanzte mit aller Kraft von Jahwe, und David war mit einem leinenen Ephod umgürtet. Und David und das ganze Haus Israel brachten die Lade Jahwes hinauf mit Jauchzen und mit Posaunenschall.” – 2. Samuel 6:13 – 15

Israel wurde so in der Ehrfurcht des Herrn unterwiesen, doch diese Lektion erstreckt sich genauso auf die Kirche des Evangeliumszeitalters. Wir sind nicht beauftragt, auch nur die kleinste Kleinigkeit von Gottes Anordnungen zu verändern. Wir dürfen z. B. die Anordnungen zur Taufe von Gläubigen nicht etwa zu einer Kindertaufe machen oder die Schlichtheit des Gedächtnismahls verändern oder dessen Zeitpunkt, der im Zusammenhang mit dem Passahmahl steht. Auch haben wir nicht das Recht, die gerechten Forderungen Seines heiligen Gesetzes abzuschwächen, noch dürfen wir Seine Vorschriften und Anweisungen und deren Gültigkeit aushöhlen, um weltlich gesinnten Leuten zu gefallen. Das Gesetz und die Zeugnisse Gottes müssen in ein gutes und aufrichtiges Herz aufgenommen werden, ohne menschlichen Philosophien und leeren Gedankengebäuden Rechnung zu tragen. Die Ehrfurcht Gottes ist der Weisheit Anfang, und Segen empfangt, wer Ihm vertraut und für den mit einem „So spricht der Herr” jeglicher Streit endet.

Frage Q713:1 (Moses und Elias auf dem Berg der Verklärung)

Frage von 1911: „Wenn die Toten ohne Bewußtsein sind, wie kann man dann die Gegenwart von Moses und Elias auf dem Berg der Verklärung erklären?”

Antwort:

„Das ist sehr einfach. In der Offenbarung finden sich ganz viele Symbole. Der Offenbarer Johannes schreibt: „Ich sah dies und ich sah jenes, und ich sah noch etwas anderes.”, und er hörte eine Posaune, und er hörte einen Engel mit einem anderen Engel sprechen usw. All das sah er bekanntlich in Visionen. Er sah wilde Tiere, und er sah eine Frau auf dem wilden Tier sitzen und ähnliche Dinge. Genauso verhält es sich mit dem Bild der Verklärung. Jesus hat es als Vision bezeichnet. Wir lesen, daß er Petrus, Jakobus und Johannes mit sich nahm, auf den Berg stieg und vor ihren Augen verwandelt wurde. Sein Gewand wurde leuchtend und wurde Teil der Vision, in der ihnen Moses und Elias erschien. Sie sahen Jesus, Moses und Elias, und Jesu Kleidung glänzte, und eigentlich verstanden sie die Erscheinungen nicht. Zwischenzeitlich schliefen sie auch, und als Petrus gewahr wurde, daß die Erscheinung einige Zeit dauerte, sagte er: „Herr, es ist gut, daß wir hier sind. Wenn du willst, laß uns hier drei Hütten machen … .” – Matthäus 17:4 Er wußte jedoch nicht, was er sagte. Er hatte keine klare Vorstellung von diesem Vorgang, doch als sie von dem Berg zurückkamen, „gebot ihnen Jesus und sprach: Saget niemand das Gesicht, bis der Sohn des Menschen aus den Toten auferstanden ist”.” – Vers 9 Und im – späteren – Brief des Apostels Petrus lesen wir: „… wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus nicht kundgetan, indem wir künstlich erdichteten Fabeln folgten, sondern als die da Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind.” – 2. Petrus 1:16 Petrus sagt uns damit, daß diese Vision auf dem Berg der Verklärung ein Bild von Jesu Reich ist. Dabei stellt Elias eine Klasse dieses Reiches vor und Moses eine andere.”