Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Seid fest und unerschütterlich

„Daher, meine geliebten Brüder, seid fest, unerschütterlich, allezeit überreich in dem Werk des Herrn, da ihr wißt, daß eure Mühe im Herrn nicht vergeblich ist.” – 1. Korinther 15:58

Festigkeit ist ein vorrangiges Erfordernis der christlichen Treue. Jemand, der unerschütterlich in seiner Stellung der Treue zu Gott und zu der Wahrheit verharrt, wird auch völlig im Werk des Herrn sein, denn die Wahrheit ruft einen Christen dazu auf, alles, was er besitzt, im Dienst zu opfern. Es ist daher offensichtlich, daß „fest und unerschütterlich” zu sein, keinen Stillstand oder Müßiggang bedeutet.

Ein ähnlicher Gedanke zu dem, was wir schon erwähnt haben, setzt sich in dem Brief des Apostel Paulus an die Epheser fort, in welchem er uns ermahnt, „zieht die ganze Waffenrüstung Gottes an, damit ihr gegen die Listen des Teufels bestehen könnt… und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen (bleiben) könnt.” – Epheser 6:11 und 13 Wir sollen jeden möglichen Gebrauch von der Wahrheit als eine Waffenrüstung zur Verteidigung gegen die feurigen Pfeile des Zweifels und des Unglaubens und gegen alle Angriffe Satans machen, damit wir befähigt sein mögen, in der Fortsetzung des christlichen Kampfes standhaft zu bleiben. Die so fest und unerschütterlich in der Wahrheit bleiben, sind am besten ausgestattet, um „überreich in dem Werk des Herrn” zu sein.

Wir werden in den Schriften ermahnt, „in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus zu wachsen.” – 2. Petrus 3:18 Wir werden auch darüber informiert, daß „der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das heller und heller erstrahlt bis zur Tageshöhe.” – Sprüche 4:18 Es gibt viele Schriftstellen, die zeigen, daß der Herr wünscht, daß unsere Erkenntnis der Wahrheit mit den dahingehenden Jahren zunimmt. Er wünscht, daß das Verständnis Seines Planes für uns immer klarer und umfangreicher wird. Wir sollten durch diese Ermahnungen dazu geleitet werden, die Schriften täglich zu untersuchen, damit die Erkenntnis der Wahrheit durch Gottes Gnade zunehmen möge.

Neues Licht?

Es ist jedoch auch gut, zu bemerken, daß es eine große Gefahr gibt, nicht an dem festzuhalten, was wir gelernt haben. Die Kirchengeschichte zeigt, daß viele diesbezüglich aus ihrer Standhaftigkeit gefallen sind. Schriftstellen, die jedem Christen die Wichtigkeit des Wachstums in der Erkenntnis zeigen, sind manchmal zu einer Entschuldigung bei der Suche und Entwicklung von „neuem Licht” mißbraucht worden. Oftmals hat sich das neue Licht, das im Namen des Fortschritts entdeckt und hervorgebracht worden ist, nicht als neues Licht erwiesen, sondern als alter Irrtum, das heißt, Lehren oder Theorien, an denen eine oder mehrere Verzweigungen der nominellen Christenheit lange festgehalten haben.

Tatsächlich nimmt unser Verständnis der Wahrheit zu, und „der Pfad des Gerechten” ist wie „das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe.” Alle, die durch die Wahrheit erleuchtet worden sind, können ihre zunehmende Klarheit bezeugen, wenn sie in ihr jeden Tag Tiefen und Schönheiten sehen, welche sie noch niemals zuvor gesehen hatten. Wir alle erfreuen uns dieses eigenen Wachstums in der Wahrheit. Wenn wir es jedoch notwendig finden, diese oder jene Lehre der Wahrheit zu verwerfen, um einige neue verlockende Theorien anzunehmen, so sollten wir erkennen, daß dies nicht die wahre Zunahme an Gnade und Erkenntnis ist, sondern ein Fallenlassen der Wahrheiten, die wir einst gelernt und geprüft hatten.

Der Apostel fordert uns auf „auf das zu achten,was wir gehört haben, damit wir nicht etwa am Ziel vorbeigleiten.” – Hebräer 2:1 Er ermahnt uns auch, „laßt uns das Bekenntnis der Hoffnung unwandelbar festhalten.” – Hebräer 10:23 Es besteht für uns alle eine große Notwendigkeit entlang dieser Richtlinie zu wachen. Es ist eine der Schwächen des gefallenen Fleisches, daß wir bei all dem, was wir unternehmen, schnell ermüden. Festigkeit ist eine Tugend, die leider den meisten Gliedern des menschlichen Geschlechts fehlt. Wahre Nachfolger Christi sollten jedoch danach trachten, diese zu entwickeln, und wenn sie entlang dieser Richtlinie erstarken, ihre zunehmende Stärke für ein entschiedeneres und eifriges Eintreten für die Wahrheit zu gebrauchen, die sie gelernt und durch die Schriften geprüft haben.

Es hat in der ganzen Geschichte der Christenheit niemals eine Zeit gegeben, in der Standfestigkeit in den Lehren und in der Ausführung mehr erforderlich war, jedoch vollständig fehlt, als in unserer Zeit. Überall durchdringen lose Gedanken die Herzen der Menschen. Eine der unsicheren Grundlagen des modernen Denkens ist die Befürwortung von „Weltoffenheit”. Obwohl dies oberflächlich vernünftig klingt, unterstützt es in Wirklichkeit die Verwirrung, indem das Gedächtnis mit vielen Ideen belastet wird, während aktuell nicht irgendein feststehender Gedankengang der Lehre geglaubt wird. Diese moderne Sicht ist ein sicheres Rezept für letztendlichen Unglauben und Instabilität und wie alle anderen weltlichen Ideen, die fortwährend an die Tür eines christlichen Herzens anklopfen. Es ist wichtig, daß wir durch Gebet und ein stetiges und ernstes Studium des Wortes der Wahrheit dagegen gewappnet sind.

Die große Mehrheit der Lehrer der heutigen Christenheit halten an dieser modernen Philosophie fest, in nichts fest gegründet zu sein, oder bestenfalls sehr wenig in Hinsicht eines festen Standpunktes in der Lehre gegründet zu sein. In ihren Herzen mögen sie, oder sie mögen es nicht, noch an den traditionellen Glaubensbekenntnissen der Kirchen festhalten, in denen sie predigen. Diese Ungewißheit ist auf die Tatsache zurückzuführen, daß sie in ihren Versammlungen nur gelegentlich und dann sehr unbestimmt über Lehren predigen. Indem sie gar nicht über die Lehren ihrer jeweiligen kirchlichen Glaubensbekenntnisse sprechen, erlauben sie, daß diese bei dem Volk allmählich in Vergessenheit geratenen, weil sie Sonntag für Sonntag über Moral, soziale Belange, Erringen von Wohlstand oder Politik philosophieren und andere zumeist die Religion nicht betreffende Themen des Tages.

Nicht unser Vorbild

Wir sollten nicht irgendetwas anderes von der Mehrheit der Kirchensysteme unserer Tage erwarten. Sie sind, was der Offenbarer in symbolischer Bezeichnung als „Babylon” beschreibt – was Verwirrung bedeutet. Diese Verwirrung ist wahrhaft groß und zunehmend. Der wachsende Mangel an Glauben an die Eingebung und Autorität der klaren Lehren der Bibel wird in den Schriften vorhergesagt, so daß wir nicht überrascht sind. Daher sollten diejenigen, die von der Wahrheit erleuchtet worden sind, sicherlich nicht das Beispiel kopieren „tolerant” und „weltoffen” zu sein, in Bezug auf das, was in den Schriften deutlich gelehrt wird, indem sie erkennen, daß diese Bezeichnungen bloß spitzfindige Umschreibungen des Unglaubens sind.

Wir sollen besonders über den zuvor beschriebenen Zustand besorgt sein, wenn wir irgendeinen Ansatz unter uns selbst sehen, ihrem raffinierten Einfluß zu unterliegen. Eine Veranlassung zu dieser Neigung sollten wir beachten. Wir mögen auch in unserer Gemeinschaft den Ausdruck hören: „Weißt du, wir sollten ’weltoffen’ sein.” Wir müssen aber mit solchen Feststellungen sehr vorsichtig sein, besonders wenn sie hinsichtlich fundamentaler Lehren geäußert werden. In einigen Fällen mag diese Bemerkung sogar in solch einer Art und Weise gemacht werden, daß einige geradezu zu dem Gefühl veranlassen werden, daß es falsch ist, eindeutig zu glauben und an einem besonderen Element der Wahrheit festzuhalten.

Tatsächlich ist der Standpunkt des modernen Ungläubigen der, daß es für jemanden, der das außergewöhnliche Beispiel eines edlen christlichen Geistes zeigt, falsch ist, irgendetwas mit starker Überzeugung zu glauben. Entsprechend dieser modernen Theorie „weltoffen” zu sein, sollte ein Christ dazu stehen, willig zu sein, seine Meinung über irgendeinen Zug der Wahrheit zu ändern, oder letztlich in Frage zu stellen, wann immer ein Hauch von Zweifel besteht. Er sollte damit sogar bereit sein, seinen Glauben zu verwerfen, ohne Rücksicht auf die Tatsache, daß er seinen Glauben immer wieder durch das inspirierte Wort Gottes geprüft hat. Keiner von uns sollte in eine Falle tappen, die durch irgendwelche solche verführerischen „Listen des Teufels” gestellt wird. – Epheser 6:11

„Daher”

Der Ermahnung unseres Leittextes „fest und unerschütterlich” zu sein, geht das bedeutungsvolle Wort „daher” voraus. Dieses zeigt an, daß die Gedanken, welche folgen, auf das hinweisen, was vorausgegangen ist und in Wirklichkeit der Gegenstand dieser Lektion ist oder die Schlußfolgerung der Gegebenheiten, die zuvor festgestellt wurden. Was ist das Hauptthema dieses Kapitels in der Schrift? Es ist die Auferstehung der Toten, beginnend mit der Auferstehung Jesu, dann der Auferstehung seiner Leibesglieder und letztlich der Auferstehung der ganzen Menschheit, wenn die Tränen weggewischt werden und der Stachel des Todes entfernt wird.

Das Kapitel offenbart, daß es in der Kirche von Korinth einige gab, deren Glaube an diese Grundwahrheit des Evangeliums nicht unerschütterlich war. „Wie sagen einige unter euch, daß es keine Auferstehung der Toten gebe?” fragt Paulus. Eine falsche Lehre hatte sich in die Kirche eingeschlichen, wir können treffender sagen, es zeigte sich ein Mangel an Glauben in die wahre Lehre. Mit all der Logik und Überzeugung, mit der er befehlen konnte, stand Paulus felsenfest, um das Volk Gottes vor diesem feurigen Pfeil des Widersachers zu beschützen. Paulus vertrat nicht den Standpunkt: „Was für einen Unterschied macht es, was jemand glaubt, so lang er seine Weihung bekennt und versucht Christus ähnlich zu sein?” Vielmehr erkannte er, daß jeder grundlegende Teil des Planes Gottes in einem lebendigen Zusammenhang zu jedem anderen Teil steht – daher kann niemand von dem Evangelium das annehmen, was er wünscht, und das Übrige bezweifeln oder verwerfen und doch Gott angenehm sein. Paulus wußte, daß es die Wahrheit ist, die uns für den Dienst Gottes heiligt – Johannes 17:17 -, und wenn irgendein Schlüsselteil der Wahrheit in unserem Glaubensgebäude fehlt, wir nicht fähig sein können, Gott annehmbar zu dienen.

Die besondere Frage, die in der Kirche von Korinth strittig war, war der Glaube an die Auferstehung. In diesem Kapitel des Briefes erinnert uns Paulus daran, wie sinnlos das ganze christliche Leben sein würde, wenn es keine Auferstehung der Toten gebe. Wir leiden und sterben mit Christus, so daß wir das gesegnete Vorrecht erlangen mögen, mit ihm zu herrschen zur Segnung der toten Welt, durch die Auferstehung vom Todesschlaf. Paulus zeigt uns, daß alles dies jedoch umsonst sein würde, wenn es keine Auferstehung der Toten geben würde.

„Laßt uns essen und trinken, denn morgen werden wir sterben”, schrieb Paulus in seiner dramatischen Beurteilung dieses schweren Irrtums, der sich in die Kirche von Korinth eingeschlichen hatte. „Warum sind auch wir jede Stunde in Gefahr”, wenn der Tod alles beendet? Warum sollte sich irgendeiner von uns der Verfolgung aussetzen, oder warum sollten wir Zeit und Kraft und Geldmittel im Dienst für den Herrn und die Geschwister aufwenden, wenn es keine Auferstehung der Toten gibt? – 1. Korinther 15:30 und 32

Viele Anstrengungen des Nachfolgers Christi, sein Licht in dieser finsteren Welt scheinen zu lassen, kosten ihn Müdigkeit, Mißverständnis und Verfolgung, weil die Finsternis das Licht haßt. Alles dies ist es jedoch wert, wie Paulus sagt, weil es eine Auferstehung der Toten geben soll. Alle Verheißungen Gottes für diese und für die Welt im allgemeinen, müssen erfüllt werden. Die treuen Nachfolger Christi werden auferstehen zu himmlischer Herrlichkeit mit Christus, und die Welt wird wiederhergestellt zu irdischer Herrlichkeit, die der „erste Mensch Adam” ursprünglich besaß, durch Prüfung ihres Gehorsams gegenüber Gottes gerechten Gesetzen. Weil dies wahr ist, und weil es ein wirkliches Ziel bei dem christlichen Opfer gibt, ist „unsere Arbeit in dem Herrn nicht umsonst”, und weil unsere Arbeit nicht umsonst ist, sollten wir reichlich „im Werk des Herrn sein”.

Als Paulus über diesen Punkt der Auferstehung sprach, mußte er, um seine Position zu unterstützen, zu einem vorliegenden Beweis und zu den Verheißungen Gottes Zuflucht nehmen. Er konnte den Geschwistern in Korinth nicht sagen, daß er Jesus mitbringen würde, um sie zu besuchen, und daß sie dann wissen würden, daß er von den Toten auferstanden wäre. Für diejenigen, die zweifeln wollten, gab es keinen absoluten Beweis. Das Beste, das gesagt werden konnte, war, daß vertrauenswürdige Menschen Jesus gesehen hatten, als er sich ihnen zeigte. – 1. Korinther 15:5 – 7 Dem konnte Paulus noch hinzufügen, daß er Jesus gesehen hatte „gleichsam der unzeitigen Geburt (oder vor der geistigen Geburt).” – Vers 8

Als zu Pfingsten der Heilige Geist über die Jünger kam, erfreuten sich diese der wunderbaren Erfahrung eines weiteren Beweises, daß Jesus von den Toten auferstanden und an den himmlischen Hof zurückgekehrt war. Er hatte die Verheißung erfüllt, von der er gesprochen hatte, ihnen den Tröster zu senden. – Johannes 14:16 und 17 Hier war es jedoch wiederum ein lebendiger Glaube, der hoffte und nicht gesehene Dinge zur „Verwirklichung” und zum „Beweis” anwandte, an denen sie festhalten konnten. – Hebräer 11:1 Dies fest ergreifend konnten sie jedem „Wind” falscher Lehre widerstehen, der sie von ihrem wertgeschätzten Glauben und der Quelle ihrer Inspiration und Freude entfernen wollte.

Das, was die Herzen und Sinne der Apostel hinsichtlich der Auferstehung Jesu erfüllte, erfüllt uns auch heute. Auch wir glauben, daß er von den Toten auferstanden ist, nicht, weil wir ihn sehen oder berühren können, sondern weil wir dem Zeugnis der inspirierten Apostel glauben. Sie glaubten und bezeugten ihren Glauben, weil sie mit dem vorhandenen Beweis zufrieden waren.

Christi Gegenwart ist wichtig

Ebenso denken wir über das Lösegeld, das große, im Mittelpunkt stehenden Thema des göttlichen Errettungsplanes. Wir müssen uns jedoch gut daran erinnern, daß die Erlösung und spätere Versöhnung der Menschheit mit Gott – der göttliche Plan – die Gegenwart Seines geliebten Sohnes Jesus in den Angelegenheiten der Erde erforderte, der zuerst für das Volk sterben und später ein Königreich zu ihrer Segnung aufrichten sollte. In gewisser Hinsicht sind Jesu Erste und Zweite Gegenwart für den letztlich gleichen Zweck bestimmt, nur daß diese durch das dazwischenliegende Evangelium-Zeitalter getrennt sind, in welchem seine Leibesglieder gesammelt werden, um mit ihm an dem Werk seines kommenden Königreiches teilzunehmen.

Die meisten der Propheten sprachen von diesem Besuch der Erde durch den königlichen Repräsentanten der Himmel. Als Jesus zu seiner ersten Ankunft kam, kündigte ihn Johannes, der Täufer, Israel mit den Worten an: „Mitten unter euch steht, den ihr nicht kennt.” – Johannes 1:26 An jenem Tag glaubten nicht viele an die Gegenwart des Christus. Später begann sogar Johannes, der Täufer, sich Gedanken zu machen, und er suchte von Jesus die Bestätigung darüber zu bekommen. Die Nation Israel glaubte nicht im ganzen daran, daß ihr Messias gekommen war. Sollen wir jedoch sagen, daß der Glaube an die Entwicklung in Gottes Plan, der so lebenswichtig für seine Ausführung war, unwichtig war, um den Unglauben einiger zu entschuldigen? Sicherlich nicht!

Wir sollten uns auch daran erinnern, daß der Glaube an die Gegenwart des Messias zu jener Zeit auf den Beweis zurückging, den die verschiedenen „Zeichen”, die des Meisters Dienst begleiteten, beinhalteten. Es gab nur wenig in den Alttestamentlichen Schriften, daß außerhalb der Zeichen den Messias hätte identifizieren können, das heißt, die Umstände, die erscheinen würden, wenn er käme.

Es ist wahr, er kam als ein Mensch und konnte gesehen und berührt werden, aber soweit es ihn als Messias betraf, war dies kein Beweis. Nehmen wir an, jemand wäre zu Jesus gekommen, während er hier im Fleische war und hätte gesagt: „Ich mag die Art und Weise, in der du sprichst, du bist freundlich und mitfühlend. Ich weiß, daß du durch deine Wunder dem Volk viel Gutes tust. Ich mag auch deine Philosophie des Lebens. Es ist sicherlich besser unsere Feinde zu lieben, als sie zu hassen, aber ich bin nicht sicher, daß du der Messias bist. Meine Gedanken gehen in die Richtung, aber, wenn ich darüber gefragt würde, so müßte ich sagen, daß ich es nicht selbst prüfen konnte. Trotzdem möchte ich dein Jünger sein.” Wir können nicht denken, daß er zu solch einem sagen würde, daß es wirklich nicht viel Unterschied mache, ob er ihm glaube oder nicht, daß er der Messias sei.

Es war nicht nur der Glaube, daß Jesus der Messias sei, was wichtig war. Das war tatsächlich eine lebendige Wahrheit, aber die Tatsache, daß der Messias gekommen war, bedeutete etwas zusätzliches von großer Wichtigkeit – ein Wechsel der Zeitalter stand bevor. Ein Zeitalter in Gottes Plan näherte sich dem Ende und ein neues sollte bald beginnen. Es war notwendig, die Gegenwart Christi zu erkennen, um von diesem Wechsel Kenntnis zu bekommen und so befähigt zu sein, mit dem Herrn intelligent und annehmbar an seinem Werk des neuen Evangelium-Zeitalters mitzuwirken.

Wir glauben jetzt, daß die Zweite Gegenwart von Jesus – dem Messias oder Christus – eine Realität geworden ist. Wiederum spricht diese von einem Wechsel der Zeitalter, der bald stattfinden wird. Zu dieser Zeit jedoch bedeutet es nicht nur das Enden eines Zeitalters, sondern auch das Enden dieser Weltordnung. „Die Himmel und die Erde”, welche mit der Sintflut begannen, vergehen nun, und „die neuen Himmel und eine neue Erde” des Königreiches Christi sollen bald aufgerichtet werden. – 2. Petrus 3:7, 10 und 13 Die Zweite Gegenwart Christi ist das Signal für diesen Wechsel. Wie unklug würde es daher sein, zu sagen, daß der Glaube an seine Gegenwart unwichtig ist.

Die Schriften sind eindeutig im Zusammenhang der Zweiten Gegenwart des Herrn mit den Ereignissen der „letzten Tage” zu sehen. Es gibt keine befriedigende Erklärung der Ereignisse der gegenwärtigen Tage, ausgenommen, wie sie in dem Glauben gefunden werden, daß der Meister wiedergekommen ist – obgleich unsichtbar – um die Aufrichtung seines gerechten Königreichs vorzubereiten. Überall um uns herum werden die „Zeichen” dafür sichtbar. Es ist natürlich jetzt so, wie es bei der ersten Ankunft war, daß derjenige, der in dieser Rolle gegenwärtig war, von dem Volk im allgemeinen nicht erkannt oder bemerkt wurde. Ferner ist es jetzt wie damals wahr, daß selbst bekennende Christen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, es verfehlen, die wahre Bedeutung der weltbewegenden Ereignisse unserer Tage zu erkennen. Die treuen Fußstapfennachfolger Christi sind jedoch „nicht in Finsternis, daß sie der Tag wie ein Dieb ergreife.” -1. Thessalonicher 5:2 und 4

„Unerschütterlich”

Wenn uns nun das „feststehende Wort der Prophezeiung” die Gegenwart Christi offenbart hat, so laßt uns diese gesegnete Vision der Wahrheit wertschätzen und uns über die Gelegenheit freuen, die diese uns eröffnet. Ja, laßt uns nicht von den Argumenten jener beeinflußt werden, die nahezu gegenüber allem in der Bibel sagen, „du kannst es nicht beweisen!” Es ist wahr, wir können es nicht allen beweisen, daß „der Lohn der Sünde der Tod ist” – Römer 6:23-, aber dies ist kein Grund für uns, darüber unsicher zu sein. Es gibt Millionen, die mit irgendetwas, was von den Fußstapfennachfolgern Christi geglaubt wird, nicht übereinstimmen. Wir glauben dennoch; so laßt uns an dem Bekenntnis unseres Glaubens festhalten. Laßt uns unerschütterlich sein. Standhaftigkeit in der Wahrheit ist unbedingt erforderlich, wenn wir in großem Maß die Freuden der Wahrheit erfahren möchten, denn wir können keine wahre Befriedigung aus dem erlangen, was wir nur halb glauben. Standhaftigkeit in der Wahrheit ist auch unbedingt erforderlich, wenn wir annehmbare Diener des Herrn sein sollen. Die Wahrheit ist Gottes Plan, und wenn Er Seinen Plan offenbart, so bedeutet dies, daß Er wünscht, daß wir Mitarbeiter mit Ihm werden bei der Ausführung dieses Planes. Wie können wir annehmbar für Ihn arbeiten, wenn wir nicht sicher sind, was Er von uns zu tun wünscht, und wenn wir unsicher sind, wo wir in Verbindung mit Seinem Plan stehen?

Was für eine Inspiration ist es jedoch, wenn wir erkennen und standhaft an unserem Glauben festhalten. Wir stehen nahe an dem Wendepunkt der Zeitalter, an der Türschwelle des neuen Königreiches. Unser wiedergekehrter Herr ist als Bräutigam gegenwärtig, um seine Braut zu sammeln. Er hat dem Haushalt des Glaubens mit Speise zur rechten Zeit gedient. – Matthäus 24:45 In der Stärke dieser reichlichen geistigen Speise wollen wir standhaft an der Wahrheit festhalten, von der wir überzeugt worden sind. An der Lehre der Schrift festhaltend, wollen wir eifrig in dem Werk des Herrn voranschreiten und Ihm reichlich Lob und Dank sagen.

In dem Wissen um die wahre Bedeutung der Zeiten, in denen wir leben, und der großen Vorrechte, die wir durch diese Erkenntnis erlangt haben, sollte nichts erlaubt werden, uns aus unserer Standhaftigkeit zu locken, noch uns zurückzuhalten, „überreich in dem Werk des Herrn” zu sein. Zu Beginn des Zeitalters schrieb der Apostel Petrus über das Auflösen der Elemente der Weltordnung, die der Gegenwart Christi folgt: „Da dies alles so aufgelöst wird, was für (Leute) müßt ihr (dann) sein in heiligem Wandel und Gottseligkeit?” – 2. Petrus 3:11 Diese Ermahnung, die für alle in der Kirche für das ganze Evangelium-Zeitalters gegeben wurde, ist auch heute noch zeitgemäß, denn jetzt können wir vor unseren Augen die Auflösung der gegenwärtigen Ordnung sehen, von der Petrus vor nahezu zweitausend Jahren sprach.

So sollten wir auf der Hut sein und schnell darin, den Eingriff von jedem weltlichen Standpunkt und jeder Philosophie zu entdecken, die uns unserer Standfestigkeit in der Wahrheit berauben könnten. Einer der Beweise der Zeit, in der wir leben, ist die zunehmende Liebe für Entspannung und Vergnügen, wir aber sollen Gott lieben und nicht das Vergnügen. Es gibt einen weitverbreiteten und zunehmenden Mangel an Stabilität und Verantwortung in der heutigen Welt. Dies erkennend, sollten wir zunehmend bemüht sein, mehr und mehr unerschütterlich zu werden.

Das „beschwörende” Wort dieses bösen Tages hat viel von seiner früheren Bedeutung verloren. Wir sollten jedoch mit mehr Treue denn je zuvor unsere Gelübde dem Höchsten erfüllen. – Psalm 50:14 Heuchelei ist überall weitverbreitet, aber wir sollten danach trachten, arglos und aufrichtig zu allen zu sein und besonders aufrichtig vor Gott. Ehrlich zu sein ist wesentlich, um ein volles Vertrauen zu haben und nach dem zu handeln, was wir zu glauben bekennen.

Wir sollten darüber nachdenken, was für eine Besonnenheit und Ernsthaftigkeit bei denen gefragt ist, die wahrhaft glauben, daß wir uns dem Ende dieses gegenwärtigen Evangelium-Zeitalters nähern, und daß Satans Welt bald zerfallen wird. Für solche kann es sicherlich nur wenig geben, das ausgenommen von „heiligem Wandel und Gottseligkeit” von Bedeutung wäre. Wenn wir an „Gespräche” denken, von dem Standpunkt aus, worüber wir reden, bedeutet es, daß wir uns bemühen werden, nur über solche Dinge zu reden, die salbungsvoll und für alle gesegnet sind. Wenn wir an ein „heiliges Gespräch” denken, das unsere Handlungsweise im Leben einschließt – welche es passend tut – dann sollten wir erkennen, wie wichtig es ist, daß wir jeden Gedanken jedes Wort und jede Handlung mit unserem Glauben in Übereinstimmung halten.

Die große Vollendung vergangener Zeitalter ist über uns! Wir sollten nicht schlafen wie die übrigen, sondern wachen und beten und nüchtern sein. Wir wollen uns den Brustpanzer der Wahrheit und Gerechtigkeit anlegen. Wir wollen in der Tat die „ganze Waffenrüstung Gottes” ergreifen. – 1. Thessalonicher 5:6 – 8 und Epheser 6:13 – 18 Laßt uns mit der Waffenrüstung der Wahrheit, die uns hilft standhaft und unerschütterlich zu sein, eifrig in des Herrn Werk sein, indem wir wissen, daß unsere Arbeit nicht vergeblich ist.

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