Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Reinigt euch von aller Befleckung

„Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes, zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht.” – 2. Korinther 7:1

Obwohl die Worte des Apostel Paulus in unserem Leittext sich nicht an die weltlichen Menschen richten, sind sie doch ein vortrefflicher Ratschlag, der für alle Menschen von Nutzen ist. Auf bestimmte Art und Weise erkennen alle zivilisierten Menschen an, daß „Reinheit gleich nach Gottesfurcht kommt”. Im Allgemeinen wird das Reine, das Saubere, als das Schöne empfunden; und Unreinigkeit und Befleckung wird sogar von den Unreinen und Befleckten erkannt. Was die äußerliche Reinigung betrifft, leben wir zumindest in einer Zeit, in der Wasser reichlich vorhanden und Seife preiswert ist – in der die Befleckung des Fleisches, soweit sie den äußerlichen Menschen betrifft, fast nicht zu entschuldigen ist. Aber Befleckung des Geistes kann nicht mit gewöhnlicher Seife und Wasser gereinigt werden. Und dies ist zweifellos der Grund, warum der Herr und die Apostel diese Worte nicht an die Welt gerichtet haben.

„Weil wir nun diese Verheißungen haben”

Unser Leittext spricht von dem Unterschied, der zwischen einer wohlgesonnenen weltlichen Person und einem völlig geweihten Christen besteht. Der Letztere besitzt durch das Wort Gottes bestimmte „außerordentlich große und kostbare Verheißungen”, von denen die wohlmeinende weltliche Klasse in dem wahren Sinn des Hörens noch nichts gehört hat – in dem Sinn der Wertschätzung und des Verständnisses. Die gesamte christliche Welt besitzt die gleiche Bibel, das gleiche Wort Gottes, die gleichen kostbaren Verheißungen – aber sie hat diese nicht verstanden und kann sie daher nicht recht wertschätzen. Sie hat sie nicht verstanden, nicht angenommen und sich diese nicht zu eigen gemacht, indem sie sich dem Herrn übergeben hat. Im Gegensatz dazu setzt sich die Kirche aus solchen Menschen zusammen, die mit Verständnis auf des Herrn Verheißungen gehört sie zu Gottes Bedingungen angenommen haben. Diese Verheißungen Gottes stellen Gottes Kraft dar, welche in den Herzen eines jeden der Kirche wirkt: erstens, das Rechte zu wollen und zweitens, den Wohlgefallen des Herrn nach bestem Können zu tun. – Philipper 2:13

Dies ist die Klasse, an die sich unser Leittext wendet – die Nachfolger Jesu. Diese haben von der Gnade Gottes gehört und sie verstanden – daß es die göttliche Absicht ist, Adam und sein Geschlecht durch den großen Mittler – den Messias, den Christus, zu segnen. Sie haben verstanden, daß Jesus die Herrlichkeit verließ, die er bei dem Vater hatte und sich selbst zur menschlichen Natur erniedrigte, damit er das Menschengeschlecht erlösen konnte. Sie haben verstanden, daß die Anwendung des Verdienstes seines Opfers, wenn es zur bestimmten Zeit geschieht, für die Sünden der ganzen Welt ausreichend sein wird, und, daß dann der Himmlische Vater die Welt dem Erlöser übergeben wird. Sie haben gelernt, daß der Erlöser, auf die göttliche Autorität zurückgehend alle Dinge in Unterwerfung unter seine Füße legen wird, um ein himmlisches Königreich auf der Erde aufzurichten und für eintausend Jahre als ein König der Könige und Herr der Herren zu herrschen. Sie haben verstanden, daß, wenn er herrschen wird, Sein Königreich „unter dem ganzen Himmel” sein soll, obwohl der König selbst der König der Herrlichkeit auf der geistigen Ebene sein wird, der „(hoch) über jede Gewalt und Macht und Kraft und Herrschaft und jeden Namen” erhöht sein wird. – Epheser 1:21 und Daniel 7:27

Sie haben verstanden, daß sein Königreich von Meer zu Meer und bis zu den Enden der Erde reichen wird, und daß sich ihm schließlich jedes Knie beugen und jede Zunge Treue und Gehorsam bekennen soll und daß alle, die es ablehnen, sich jener Herrschaft der Gerechtigkeit zu unterwerfen, von dem Volk ausgerottet werden im zweiten Tod. – Apostelgeschichte 3:22 und 23 Sie haben verstanden, daß dieses große Königreich nicht nur die Menschheit erheben, aufrichten und von ihrem gefallenen Zustand von Sünde und Tod auferstehen lassen wird, sondern auch die ganze Erde zu dem vorausgesagten Zustand bringen wird, den sie in Eden hatte. Dann wird Gottes Fußschemel herrlich und in jeder Weise passend zur ewigen Wohnstätte für diejenigen des menschlichen Geschlechts gemacht, die durch jenes herrliche Königreich gesegnet werden sollen, für welches wir beten, „Dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden!”

„Geliebte, laßt uns uns selbst reinigen”

Aber die Nachfolger Jesu haben etwas mehr gehört und verstanden – etwas, das die gegenwärtige Zeit betrifft. Sie haben verstanden, daß es die göttliche Absicht ist, aus der Menschheit eine königliche Priesterschaft herauszuwählen, die dem großen Erlöser in seinem Mittlerkönigreich zugeordnet sein soll. Sie haben verstanden, daß zu diesem Zweck vor zwanzig Jahrhunderten ein Ruf ausgegangen ist, der zuerst alle Juden, die bereit und willig waren, eingeladen hat, diese höchste Gunst Gottes anzunehmen – Miterben mit Seinem Sohn in dem geistigen Königreich zu werden, welches die Menschheit im allgemeinen nach und nach segnen soll. Sie haben verstanden, daß es notwendig ist, um ein Mitglied in dieser Königlichen Priesterschaft zu werden, Charakterähnlichkeit mit Jesus zu erlangen, um Abbilder von Gottes geliebtem Sohn zu werden. – Römer 8:29 Dies setzt das Opfern irdischer Interessen als Kosten voraus. Sie haben des Herrn Botschaft verstanden, die sie nicht nur zu der Herrlichkeit des Königreichs einlädt, sondern auch darüber informiert, daß der Weg zu jener Krone der Herrlichkeit ein schmaler und schwieriger ist. Sie haben die Stimme des Meisters sagen hören: „Setze dich zuerst hin und berechne die Kosten”, bevor du eine solche Weihung deines Lebens beschließt, solch ein Opfer deiner irdischen Interessen. „Niemand, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes” – niemand ist tauglich für einen Platz auf dem Thron als ein Miterbe mit Christus. – Lukas 9:62 Sie verstanden im weiteren die Aussage des Paulus, die sich an alle richtet, die Miterben mit Christus in seinem Königreich werden, die ihnen versichert, daß, wenn sie mit Christus leiden, sie auch mit ihm herrschen sollen. – Römer 8:17

Wir bezweifeln nicht, daß, wie unser Himmlischer Vater und unser Herr Jesus die Welt so liebten, daß sie das große Opfer für Sünden vorsahen, auch Paulus die Welt liebte – und alle anderen des Volkes Gottes eine mitfühlende Liebe für die Welt besitzen müssen. Wenn wir aber an jene denken, die herzlich Geliebte des Vaters, des Sohnes, der Apostel und eines jeden anderen sind, so denken wir an eine besondere Klasse Geweihter, Heiliger, die in der Schrift nicht als eine irdische Sekte oder Partei beschrieben werden, sondern als „die Kirche der Erstgeborenen, deren Namen im Himmel angeschrieben sind”.

Diese sind „herzlich Geliebte”, weil sie den Geist Christi besitzen, der auch der Geist des Vaters ist. Dem Fleisch nach sind sie nicht alle liebenswert oder schön. Paulus mahnt uns, zu bedenken, daß sich unter diesen „herzlich Geliebten” nicht viele Große, nicht viele Weise, nicht viele Edle, nicht viele Reiche befinden, sondern hauptsächlich die Unedlen und Armen dieser Welt. Ihre Reichtümer und ihr Edelsinn bestehen nicht im Fleisch, sondern im Geist, im Herzen des neuen Willens, zu dem sie von Gott durch den Heiligen Geist gezeugt sind. Dies ist sicherlich der Gedanke des Apostels in dem vorausgehenden Vers, in welchem er von diesen „herzlich Geliebten” als von „Söhnen und Töchtern” des Herrn, von Kindern des Allmächtigen spricht – wiedergezeugt vom Heiligen Geist – „Neue Schöpfungen in Christus Jesus”. – 2. Korinther 5:17 Wie wunderbar erscheint es uns da, daß es eine solche Klasse wie diese in der Welt geben soll, noch nicht getrennt von der Welt, ausgenommen in ihrem Geist. Diese sind in der Welt, aber nicht von der Welt, wie unser Meister erklärte. Diese sind gegenüber weltlichen Zielen und Dingen gestorben und sind durch den Heiligen Geist und durch die belebenden Einflüsse, die von Gottes außerordentlich großen und kostbaren Verheißungen ausgehen, die ihnen gegeben sind, Gott gegenüber lebendig geworden. Was sie betrifft, so ist es Gottes Absicht, daß sie von der menschlichen Natur zur geistigen Natur umgestaltet werden mögen – von der Teilnahme mit der Welt an den kommenden Segnungen zur göttlichen Natur mit der Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit, als Neue Schöpfungen, Söhne des Höchsten.

Christliche „Befleckung des Fleisches”

Nachdem wir durch den Apostel Paulus die Klasse der Heiligen – 2. Korinther 1:1 – konkret beschrieben bekommen haben, wollen wir ergründen, warum sich eine solche Ermahnung an die Heiligen richtet. Warum sollte der Apostel an die Heiligen bezüglich ihrer Reinigung von aller Befleckung ihres Fleisches schreiben? Konnte einer ein Heiliger sein und doch Befleckungen des Fleisches besitzen?

Wir antworten, daß diese vom Heiligen Geist gezeugten Heiligen als Neue Schöpfungen nicht vollkommen sein werden, bis sie ihre „Verwandlung” in der „Ersten Auferstehung” erfahren. In der Zwischenzeit besitzen sie den Schatz der göttlichen Natur, den Heiligen Geist, die Erstfrüchte ihrer Miterbschaft, in unvollkommenen menschlichen Leibern. Es ist nicht das Fleisch, das durch den Heiligen Geist wiedergezeugt wird, sondern der neue Sinn, ein neuer Wille. Den Willen des Fleisches opfern sie. Sie geben alle irdischen Rechte und menschliches Streben auf und nehmen stattdessen den Willen Gottes, den Willen Christi, den Willen des Heiligen Geistes an, damit sie in Neuheit des Lebens wandeln. Jedoch von Anbeginn ihrer christlichen Erfahrung gehen all diese Glieder der Königlichen Priesterschaft durch Schwierigkeiten, die aus drei verschiedenen Quellen kommen:

  1. Der Widersacher ist gegen sie und will, daß sie jeden Schaden anrichten, den der Herr zuläßt. Ihr Schutz besteht in der göttlichen Verheißung, daß sie nicht über das hinaus versucht werden sollen, was sie ertragen können – daß der Herr ihre Interessen so überwalten wird, daß mit jeder Versuchung ein Weg des Entkommens vorgesehen sein wird. – 1. Korinther 10:13
  2. Sie leben in einer Welt, die finster von Sünden und Aberglauben und Unwissenheit gegenüber Gott ist und nicht in Harmonie mit Seiner Gerechtigkeit steht. Die Welt und ihr Geist überfluten sie jeden Tag vom Morgen an bis in die Nacht mit ihren Ereignissen. Ihre Gezeiten und Strömungen scheinen sie von ihren Vorsätzen der Selbstaufopferung und der Treue zu Gott und der Gerechtigkeit fortzuspülen. In verschiedener Weise hält die Welt bezaubernde Aussichten für sie bereit, Vergnügen und Reichtümer, Bequemlichkeit und Wohlstand. Diese haben großen Einfluß, obwohl vergleichsweise wenige, die den Winken und Verlockungen der Welt folgen, jemals die Erfüllung der Verheißungen erlangen, die ihnen gegeben werden. – 1. Korinther 2:12 – 14
  3. Der ihm am nächsten stehende und hartnäckigste Widersacher der Neuen Schöpfung ist sein eigenes Fleisch. Das Trachten nach seiner verderbten Natur wehrt sich gegen Beschränkungen und redet ihm ein, daß er seinen Lauf auf eine unvernünftige Weise läuft, wenn er danach trachtet, dem Herrn Jesus zu folgen, und so die entgegengesetzte Richtung zum Lauf der Welt einschlägt – und dies auf Kosten der Kreuzigung und der Demütigung seines eigenen Fleisches und seiner natürlichen Vorlieben. – Römer 8:13

So gesehen ist jeder geistgezeugte Christ vom göttlichen Standpunkt ein Ziel des Mitgefühls, und dies sollte ebenso ihr Standpunkt gegenüber jedem anderen sein. Die Welt aber besitzt kein Mitgefühl. Die Welt sieht nicht, weder versteht sie, noch wertschätzt sie die außerordentlich großen und kostbaren Verheißungen, die sich hinter der Weihung der „Heiligen” verbergen, der „Kirche der Erstgeborenen”. Wieviel mehr sollte ein jeder dieser Geschwister, „herzlich Geliebten”, Mitleid mit allen anderen haben, um einander zu ermutigen, zu stärken und einander mit allen Mitteln aufzuerbauen im allerheiligsten Glauben, jedenfalls nichts zu tun, das einen anderen auf dem schmalen Weg zum Straucheln bringt. – Johannes 13:34 und 35

Die „Heiligen” können nicht gegen Satan kämpfen. Sie können ihm nur in ihrem Willen widerstehen und an den Verheißungen der Gnade festhalten zu helfen und zu schützen. Die „Heiligen” können nicht die Welt erobern und sie zu Gott bekehren – das ist zu sehr eine Herkules-Aufgabe. Wie wir erkannt haben, hat Gott zu diesem Zweck die tausend Jahre der Messianischen Herrschaft vorgesehen – die Welt zu erobern, die Sünde zu überwinden und die Willigen und Gehorsamen der Menschheit emporzuheben. Aber die „Heiligen” müssen alle die Welt in dem Sinn überwinden, daß sie dem Geist der Welt widerstehen und ihre Herzen in Treue zu Gott halten und in Treue zu ihrem Weihebündnis, das sie mit Ihm geschlossen haben. Die himmlischen Verheißungen mit den noch größeren Belohnungen von Herrlichkeiten, die weit über all dem liegen, was die Welt opfern kann, sind dabei die größten Hilfen, dem Geist der Welt zu widerstehen.

Das größte Werk der Kirche ist der gute Kampf des Glaubens, der sich in dem Reinigen von den Befleckungen ihres eigenen Fleisches und Geistes kundtut. Einige haben von Natur aus mehr Befleckungen des Fleisches und des Geistes, mehr Verderbtheit, mehr Selbstsucht, mehr natürliche Schlechtigkeit als andere. Trotzdem ist das Laufen nicht für die Schnellen noch der Kampf für die Starken vorgesehen; denn es ist Gottes Anordnung, daß jedes Glied der Königlichen Priesterschaft nach dem Geist oder der Absicht beurteilt werden soll und nicht nach dem Fleisch. Von der Zeit an, da sich jemand dem Herrn weiht, wird er als menschliches Wesen als für tot gerechnet – aber lebendig als ein geistiges Wesen. Seine Erprobung oder Prüfung geschieht nicht um zu sehen, ob er das Unmögliche tun kann, ein absolut vollkommenes Leben in einem unvollkommenem Leib zu führen. Diese Prüfung oder Erprobung geschieht vielmehr dazu, um zu erkennen, in welchem Umfang sein Geist, sein Wille, bereit ist, einen guten Kampf gegen seine natürlichen Schwächen und Fehltritte zu kämpfen. „Da ist keiner gerecht, nicht einer”. Alle Versuche in der Welt diese göttliche Feststellung als nicht zutreffend zu beweisen, müssen fehlschlagen. Rechtschaffenheit des Willens, Heiligung des Herzens, Reinheit des Herzens sind die Möglichkeiten. Nach diesen sucht Gott; und Er will diese in der „Ersten Auferstehung” belohnen, indem Er ihnen vollkommene geistige Leiber in völliger Harmonie mit ihren reinen Herzen und ihren treuen Vorsätzen und Absichten zusagt. – Römer 3:10 und 1. Timotheus 6:12

Wie man die Befleckungen des Fleisches reinigt

Wenn es für die Neue Schöpfung unmöglich ist, im Fleisch vollkommen zu sein, was meint dann der Apostel, wenn er die Heiligen dazu aufruft sich von den Befleckungen des Fleisches zu reinigen? Er meint, daß wir als Neue Schöpfungen nicht entmutigt sagen sollten, daß es zwecklos ist, Anstrengungen in diese Richtung zu unternehmen, weil wir nicht darauf hoffen können, Vollkommenheit im Fleisch zu erlangen. Er will uns vielmehr zu verstehen geben, daß es der Wille des Herrn ist, daß wir gegen die Schwachheiten des Fleisches mit einer zweifachen Absicht ankämpfen:

  1. Daß wir uns Schritt für Schritt selbst reinigen mögen – Schritt für Schritt dem näher kommen, wie der Herr uns haben möchte, und worin wir ihm ähnlich sein sollten.
  2. Zusätzlich wird dieser Kampf gegen die Sünde im Fleisch uns als Neue Schöpfungen zunehmend stärker im Geist unseres Glaubens machen.

Es ist diese Festigkeit, diese Entschlossenheit, diese positive Einstellung der Neuen Schöpfung gegen Sünde und für Gerechtigkeit, die Gott zu sehen wünscht. Diejenigen, die sie entwickeln, werden „Überwinder” genannt; und all ihre Erfahrungen, die sie in diesen Prüfungen und Kämpfen gegen die Welt, das Fleisch und den Widersacher machen, sind dazu, sie „stark in dem Herrn und der Macht seiner Stärke” zu machen. Diese Erfahrungen werden so angeordnet und gelenkt, daß sie diese zu immer größerem Vertrauen zu Gott und zum Gehorsam gegenüber Ihm bringen. Um annehmbar zu sein, müssen diese den Punkt erreichen, wo sie Gerechtigkeit lieben und Frevel und Ungerechtigkeit hassen. – Psalm 45:7 und Lukas 16:13

Das Wort Geist wird in der Bibel und der gewöhnlichen Sprache in vielfältigem Sinn benutzt. In unserem Leittext bedeutet es nicht, daß die Heiligen, als geistige Wesen, befleckt sind und der Reinigung bedürfen. Ganz im Gegenteil ist die vom Heiligen Geist gezeugte Schöpfung rein. Weil aber die Neue Schöpfung den Fleischesleib benutzen muß, bis sie den Neuen Leib bekommt, so muß sie den Verstand oder Sinn des Fleisches verwenden, mit dem sie denkt und beurteilt, bis das, was vollkommen ist, in der „Ersten Auferstehung” erlangt werden wird. Des Apostels Sinn ist daher nicht nur, daß die Heiligen sich von der Befleckung von Worten und Handlungen reinigen sollten und von aller Übereinstimmung mit Unreinheit jeder Art, sondern auch, daß ihre Sinne (ihre Gedanken) rein sein sollten, gereinigt sein sollten von allem, was nicht völlig in Übereinstimmung und in Vereinbarung mit Christi Sinn ist. Wir sollen davon ausgehen, daß dieses Werk in uns nur Gottes Werk ist. Es ist Sein Werk, die Sünden der Vergangenheit zu vergeben. Es ist Sein Werk, uns von aller Verurteilung der Vergangenheit zu reinigen. Es ist Sein Werk, durch Christus alle unsere unbeabsichtigten Flecken zu bedecken. Es ist Sein Werk, durch Seine Verheißungen zu ermutigen. Aber es ist unser Werk, unsere Treue gegenüber den Prinzipien Seines Wortes und Charakters zu zeigen, indem wir danach trachten, alle Befleckung des Fleisches und des Geistes nach dem Maß unserer Möglichkeit zu entfernen. – Philipper 2:12 und 13, 2. Petrus 1:10

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