Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Ist der Tod eine Strafe oder eine Folgererscheinung?

Zwei Schriftstellen sollen in Übereinstimmung zueinander gebracht werden: die Aussage von 1. Korinther 15:56, wo es heißt: „Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz”, und der Text aus Hebräer 2:14: „ […] den […] , der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel.” Daran schließt sich noch die Frage an: Sollen wir den Tod als Strafe für die Übertretung von Gottes Gesetz betrachten oder als natürliche Folgeerscheinung von Krankheiten, die durch Ungehorsam den Geboten Gottes gegenüber hervorgerufen wurden?

Zunächst wenden wir uns der Frage zu und erörtern dann die genannte mögliche Übereinstimmung der zitierten Schriftstellen.

Dazu betrachten wir den Begriff des Todes unter den beiden Aspekten. Er kommt nicht jetzt über die Menschen als personenbezogenes Urteil von Gott, als Strafe für den Ungehorsam eines Individuums, denn es sterben nicht nur Kriminelle oder bösartige Leute, sondern auch Heilige und lallende Babys: Er ist jetzt die Folge von ererbter Schwachheit, die unter den derzeit herrschenden Verhältnissen von einer Generation zur nächsten weitergegeben wird. Wenn wir aber zurückblicken nach Eden, dann sehen wir, dass die Dinge dort anders waren. Krankheit war unbekannt, bis sie als Bestandteil des Todes auftrat, und das nicht etwa vom Genuß eines giftigen Stoffes in der Frucht des verbotenen Baumes (denn alle Bäume des Gartens waren Bäume zum Leben), sondern als der Fluch oder die Strafe für die Übertretung des göttlichen Gebotes. Daß die Strafe nicht durch ein Gift in der Frucht des Baumes herrührte, ist klar, und dass Gott Adam und Eva nicht Lebensbedingungen aussetzte, die Krankheit und Tod mit sich brachten, ist ebenso klar, Wir wissen dies durch den Bericht, daß Gott sie aus dem Garten hinaustrieb, weg von den Bäumen (wörtlich wiederzugeben als ‚Wäldchen‘ oder ‚Obstgarten‘) des Lebens in die unwirtliche Ödnis, weg aus dem vorbereiteten Garten in eine Gegend, die auszuhalten sie nicht die nötige Widerstandskraft hatten, und in der sie nach und nach verfielen und schließlich starben.

Der richtige Denkansatz für die Frage ist daher folgender: Adam, der in Gottes Ebenbildlichkeit erschaffen war und den Gottes Fürsorge umgab, übertrat das Gebot seines Schöpfers wissentlich und ohne dazu wirklich veranlasst zu sein, und er mußte die Strafe für seine Übertretung ertragen – den Tod. Da er nun nicht sofort starb, zeugte er Kinder, die, obwohl sie nicht wie er auf die Probe gestellt wurden und daher auch nicht wie Adam zum Tod verurteilt wurden, nichtsdestoweniger starben, denn sie hatten von Adam einen mit Gebrechen behafteten bzw. sterbenden Körper geerbt. So war es von jeher und so ist es noch. Wie der Apostel feststellt: „Denn gleichwie durch des einen Menschen Ungehorsam die Vielen in die Stellung von Sündern gesetzt worden sind …” – Römer 5:19 und somit der Tod kam als Folgeerscheinung der Sünde. Alle erben sündenbedingt Schwäche und jeden damit zusammenhängenden Verfall durch Adam, und so erben sie den Tod, die Strafe für die Sünde, durch ihn. Ein Vater kann seinen Kindern nur die Rechte, Privilegien oder Stellungen vermachen, die er zum Zeitpunkt ihrer Zeugung besitzt.

Wenn wir uns nun den zuvor genannten Schriftstellen zuwenden, stellen wir fest, dass sie weit davon entfernt sind sich zu widersprechen: Die Verse bestätigen und erläutern einander. Die Sünde ist der Giftstachel, der unser Geschlecht zerstört und getötet hat. Nicht dass die begangene Sünde (die verzehrte Frucht) als solche diese Wirkung gehabt hätte: die Macht zu töten lag nicht in der Frucht; „Die Kraft der Sünde aber <ist> das Gesetz” – 1. Korinther 15:56 -, das Strafe oder Vergeltung für die Sünde über den Sünder brachte. Satan, der Verführer, der den Sündenbeginn unter den Menschen auslöste, brachte alle unter den Richtspruch des göttlichen Gesetzes, unter die Macht des Todes. Und da er der Vater der Sünde und insofern auch des Sünders ist, kann man billigerweise sagen, dass die Gewalt oder die Kraft oder das Gewicht des Todes seine Macht oder sein Einfluss sind. Diese seine Todesmacht wächst beständig, denn aus der aus dem Sündenfall herrührenden Schwachheit des Menschen kann ihn Satan immer weiter betören und irreführen und seinen Verfall fortschreiten lassen. So wächst die Gewalt des Todes, weil die Hinfälligkeit durch die Sünde sich vergrößert, und die Menschheit wird immer rascher in diesem Geschehen verschlungen.

Aber Satan hat zudem in noch anderer besonderer Weise die Macht des Todes. Als Gott den Menschen in Seinem Bilde und mit Seinem Gesetz als untrennbaren Bestandteil Seines Wesens und Seiner Natur geschaffen hatte, machte Er ihn zum Herrscher oder König über die Erde als Seinen Stellvertreter und überließ ihm die Dinge ohne weiter Einfluss zu nehmen, wie die Schrift es ausdrückt: „Und Gott ruhte von seinen Werken”. Er griff nicht ein, selbst als der Mensch wegen der Sünde, des Verfalls und des Todes die Fähigkeit verlor, das ihm anvertraute Reich ordnungsgemäß zu verwalten. Gott hatte vorausgesehen, dass der Mensch, seine Freiheit missbrauchend, zum Knecht von Sünde und Satan werden würde, und dass als Konsequenz davon nicht nur er selbst und die unter ihm stehenden Tiere durch den Mangel an notwendiger Disziplin und Leitung leiden würden, sondern daß auch der gesamte Lauf der Natur aus dem Lot geraten würde. Gott richtete nun Seinen Plan dementsprechend ein: Er ließ Menschen und Engel den ganzen Umfang der Folgen des Ungehorsams erleben, und dann, während Er weiterhin „ruhte” soweit es Sein persönliches Eingreifen betraf, setzte Er zur gegebenen Zeit Christus ein, der zunächst als Erlöser dessen „was verloren war” und dann im Millennium durch seine Herrschaft und sein Aufrichtungswerk für alle, die willig und gehorsam sind, Ordnung in das Chaos von Sünde und Tod bringen sollte, das die Macht Satans bewirkt haben würde.

Was an Verstandes- und Körperkraft der erste Mensch sein eigen nennen durfte, als Gott ihn in Seinem Bilde erschuf und ihn als „sehr gut” befand, können wir heute überhaupt nicht einschätzen, wenn wir auf unsere degenerierte Menschheitsfamilie schauen. Ihren Verfall in Abgründe von Unwissenheit, Elend und Verdorbenheit beleuchtet der Apostel Paulus in Römer 1:18:21 -29. Selbst die intelligentesten Vertreter der menschlichen Rasse vermitteln höchstens eine schwache Ahnung davon, was menschliche Vollkommenheit sein könnte – im Bilde und der Gleichheit Gottes und „sehr gut” in Seiner Bewertung -, denn wir wissen, daß selbst die Besten hier von Gott einzig durch das Versöhnungsopfer als annehmbar gerechnet werden, das durch den Tod Seines Sohnes als Loskaufpreis dargebracht wurde.

Selbst die Ausnahmepersönlichkeiten unter den Menschen, auf die man vielleicht trifft – Wunderkinder der Musik, berühmte Dichter, Mathematikgenies, überragende Redner, Gedächtniskünstler, geniale Hypnotiseure und Gedankenleser, die mit Geisteskräften auf die niedrige Schöpfung und ebenso auf Menschen einwirken können -, keiner von denen, auch nicht, wenn man z. B. all diese glänzenden Talente in einer Person vereinigt annimmt, kann uns eine zutreffende Vorstellung von einem vollkommenen Menschen geben, so wie er war, bevor die Sünde seine Gottähnlichkeit verdarb, und so wie er sein wird, wenn alle Spuren der Sünde durch den großen Arzt ausgetilgt sein werden. Dieser wird „zu den Zeiten der Wiederherstellung” – Apostelgeschichte 3:19 – 21 alles „was verloren ist” – Lukas 19:10 – zurückbringen, und das für all diejenigen, die es unter Gottes Anordnungen annehmen: den Neuen Bund.

Wir halten die Schlussfolgerung für vernünftig, dass so wie die Dauer des Menschenlebens erheblich verkürzt wurde, was offensichtlich durch die veränderten physikalischen Gegebenheiten auf der Erde nach der Sintflut geschah, seine Geisteskräfte gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen wurden, und das aus demselben Grund. Und abgesehen von den dürftigen Berichten im 1. Buch Mose stammt alles, was wir über den Menschen wissen, aus der Zeit seines Niedergangs nach der Flut. Die gewaltigen Wassermassen von den Eispanzern des Nordpols gruben tiefe Täler, die heute noch erkennbar sind, und ergossen sich in den Ozean – und brachten das große Vergessen mit sich, denn alles Beweismaterial für die Weisheit und die Fertigkeiten des Menschen vor der Flut und zu Noahs Zeit, das davon hätte Zeugnis ablegen können, war vernichtet. Dennoch können wir einige Schlüsse ziehen aus den Berichten im 1. Buch Mose, aus dem was der Herr und die Apostel sagten und aus verschiedenen antiken Epen. Noch die Ruinen von Ägypten und Syrien beeindrucken uns durch das Talent, die Kenntnisse und die Kunstfertigkeit jener Leute tausend Jahre nach der Sintflut. Wir würden etwas darum geben, wenn wir das Geheimnis von manchen ihrer Künste lüften könnten, selbst in unserem stolzen 21. Jahrhundert.

Satan, der Thronräuber des Reiches der Menschen

Wie aber hängt dieses alles mit Satan und seiner Macht des Todes zusammen? In ganz vielen Punkten. Über diese Zeit nach der Sintflut heißt es in der Schrift: „die gegenwärtige böse Welt” oder auch „die jetzige Epoche von Elend und Drangsal”. – vergleiche Galater 1:4 und 2. Petrus 3: 6 und 7 Als der Fürst oder Herrscher eben dieser bösen Welt oder dieser verheerenden Epoche und ihrer schlimmen Zustände wird Satan genannt. Er ist der Herrscher oder „Fürst dieser Welt” – so wie Christus der Herrscher und Fürst im kommende Zeitalter sein wird, der Frieden und Segen bringen wird.

Da Christus, der Friedefürst, in der Wiederherstellung alle Dinge in die rechte Ordnung bringt, die irdischen Verhältnisse dem Willen Gottes und Seinen Vorkehrungen unterwirft und somit ewiges Recht und Segen herstellt, ist es nur logisch den Schluss zu ziehen, dass Satan sehr bestrebt war, die Unordnung, das Böse und alle möglichen katastrophalen Zustände in dieser „bösen Welt” hervorzubringen, indem er üblen Gebrauch machte von seinem Wissen und seiner Macht im Geist eben eines Teufels.

Satan, der Fürst der jetzigen bösen Welt, unserer Zeit der Unruhe und des Elends, ist auch der „Fürst der Gewalten der Luft“ – Epheser 2:2 -, sowohl der realen als auch der symbolischen. Er ist der Fürst der Religionssysteme auf der Erde, zuweilen abgebildet in allegorischen Darstellungen als Macht der Himmel oder der Luft. All diese Ausprägungen, beginnend mit den Fetischen und der Anbetung von Dämonen bis hin zu den verschiedenen heidnischen Philosophien oder Religionen, sind Zeichen seiner Oberaufsicht. Er kennt das im Menschen wohnende Bedürfnis nach Religion, und, indem er dies teilweise befriedigt, hindert er so weit als möglich das Entkommen des Menschen aus seiner Sklaverei hin zur Freiheit des Sohnes Gottes, wohl wissend, dass das Evangelium Christi alle freimachen wird aus seiner Knechtschaft, bestehend aus Unwissenheit, Aberglauben, Sünde und Tod. Der Apostel weist auf diese Vorgehensweise Satans hin, wenn er sagt: „ … in welchen der Gott dieser Welt den Sinn der Ungläubigen verblendet hat <indem er sie mit falschen Religionen versorgt hat>, damit ihnen nicht ausstrahle der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus …”. – 2. Korinther 4:4

So herrscht Satan nicht nur in falschen, heidnischen Religionen, sondern unter Gläubigen des Christentums ist er Fürst oder Herrscher in ungeahntem und weit größerem Ausmaß: Denn im Verhältnis zur Aufklärung des Verstandes eines Menschen durch Einblicke in das Wesen und den Plan Gottes, wie sie im Evangelium niedergeschrieben sind, steht Satan auf der Wacht, solche Menschen mit eitlen Philosophien und Wissenschaft dem Namen nach irrezuführen. Und er steht bereit, Fantasievorstellungen von Himmel und Hölle und vermischte Deutungen von Schriftstellen anzubieten oder die Schule in der Evolutionstheorie anzuführen, um die Bibel als Relikt aus Epochen der Barbarei und Unwissenheit zu verwerfen. Er unterstützt Aktivitäten des Spiritismus, lässt Tote sprechen und führt die Lebenden in die Irre. Unter seinem Einfluss wird, wie z. B. bei der Christlichen Wissenschaft, Wunderbares im Namen eines Christus getan, das nur auf deren Theorien beruht, nicht im Namen von Jesus Christus, des Erlösers der Menschen. So verleitet es solche, die eifrig nach einer befriedigenden Botschaft gesucht haben, und versichert, dass alle Menschen für immer gerettet werden, dass es keinen Sündenfall gegeben hat, und dass ein Lösegeld gar nicht erforderlich war, dass Christus nur ein guter beispielhafter Mensch war und alle Menschen gesegnet sind und in Gottes Nähe kommen nicht durch das Blut am Kreuz, sondern durch das Blut im übertragenen Sinn, nämlich der Sünden des Sünders, die von ihm selbst vernichtet oder ausgelöscht werden.

So, als „Engel des Lichts”, gewandet in Licht, zeigt sich Satan solchen Menschen, die einen Schimmer des großen, wahren Lichtes, des Lichtes des Lebens aufgefangen haben, das noch „jeden Menschen erleuchten wird, der in die Welt kommt”. Wen wundert es da, dass viele das Licht fürchten und sich lieber der eingebildeten Sicherheit einer dunklen Vergangenheit und der Unvernunft überlassen. Indem nun aber manche durch seine Machenschaften aus Furcht von dem Licht der gegenwärtigen Wahrheit abbewegt werden, so dient dies seinen Zwecken genauso wie andere zu umgarnen und irrezuführen durch sein grelles Leuchten, sein falsches Licht. Wahrlich, die einzige Sicherheit für jeden, der ein wahres „Schaf” sein will, besteht darin, eng verbunden zu bleiben mit dem treuen Hirten, mit seinem Geist und seinem Wort. „Wenn er seine eigenen Schafe alle herausgebracht hat, … die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, … weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.” – Johannes 10:4 und 5

Daraus wird erkennbar, dass Satan wahrhaftig der Fürst der Luft ist, der Fürst der gegenwärtigen Himmel: der sowohl christlichen als auch heidnischen Kirchensysteme, und nur die „kleine Herde” wird bewahrt, so dass „der Böse <sie> nicht antastet.” – 1. Johannes 5:18

In noch einem weiteren, einem buchstäblichen Sinn ist Satan der Fürst der Mächte der Luft. Als Hiob in seine Hand gegeben wurde, um geprüft zu werden, bewies er seine Macht des Todes. Er ließ Feuer vom Himmel fallen (vermutlich einen Blitz) und vernichtete die Knechte Hiobs und seine Schafe. Er bewirkte einen starken Wind (vermutlich einen Zyklon oder Tornado) dort, wo das Haus Hiobs stand und tötete seine Söhne und Töchter.

Satans Absicht war es offenbar, Hiob dazu zu bringen, dass er in Gott den Verursacher all dieser Katastrophen sehen sollte, so dass er bitter und vorwurfsvoll Gott gegenüber werden sollte, und „Gott verfluchen und sterben” sollte, oder dass sein Glaube erschüttert werden und er an der Existenz Gottes zweifeln sollte. Diese Absicht Satans ist aus dem Bericht auch zu erkennen, und Hiobs Freunde, eigentlich gottesfürchtige Männer, hatten sich täuschen lassen und vertraten ihrerseits diese Richtung und versuchten tagelang Hiob davon zu überzeugen, dass seine Anfechtungen das Werk des Herrn sind. Von Hiob aber steht geschrieben, dass er „nicht sündigte und Gott nichts Ungereimtes zuschrieb <ihn der Urheberschaft an seinen Unglücksfällen bezichtigte>.” – Hiob 1:22

An anderer Stelle lesen wir, dass unser Herr und seine Jünger im Boot auf dem See Genezareth fuhren, der Herr eingeschlafen war und sich plötzlich ein Sturm erhob, der diese alten und erfahrenen Fischer, die schon manchen Sturm erlebt hatten, zu Tode erschreckte. Sie weckten den Herrn auf: Herr, rette uns, wir kommen um! Wir können nicht annehmen, dass unser Herr Jesus, sollte der Vater im Himmel diesen Sturm zugelassen oder ihn verursacht haben, dem Unwetter befohlen hätte aufzuhören und dass das Phänomen ihm dann gehorcht hätte. Im Gegenteil. Wir können vielmehr annehmen, daß Satan, der seine Macht gegen Hiobs Familie eingesetzt hat, auch danach strebte, den Herrn und die junge Kirche zu zerstören. Doch Satan hatte keine Macht über das Leben Jesu, bis dessen „Stunde gekommen war”, was aus seinen Worten bei dieser Gelegenheit hervorgeht: „Was seid ihr furchtsam, Kleingläubige.”

Wir möchten hier nicht so verstanden werden, dass wir Gottes Fähigkeit, Stürme, Zyklone usw. hervorzurufen, in Frage stellen. Doch durch die Aussagen des Herrn wissen wir, dass dies nicht Seinen Absichten entsprach. So erleben wir z. B., dass die Jünger, als die Samariter den Herrn nicht freundlich empfingen, fragten: „Herr, willst du, dass wir Feuer vom Himmel herabfallen und sie verzehren heißen?” Sie bekamen zur Antwort: „Ihr wisset nicht, wes Geistes ihr seid. <Dieser euer Geist ist nicht meiner noch der des Vaters.>”

Wenn wir an die Sintflut denken und an die Zerstörung Sodoms, dann können wir diese Dinge, im Lichte des Hiob-Berichts, nur so verstehen, dass Gott Stürme und Feuer zuweilen als Seine Werkzeuge gebraucht, um die Bösen zu bestrafen; Satan hingegen ist immer bereit, die Rolle des Henkers zu übernehmen, und er hat Freude am Bösen, daran, Leben zu zerstören, wann immer ihm dies erlaubt wird.

Wenn wir darüber nachdenken, in welcher Art Satan die Macht des Todes hat, erinnern wir uns, dass der Herr, als er die Gebrechen der Leute bei seinem ersten Advent heilte, ausdrücklich sagte: „Sie sind vom <durch den> Teufel besessen.” Wenn Gott die Leiden direkt veranlasst hätte, hätte unser Erlöser bei seinen Heilungen im Gegensatz zum Vater gehandelt und hätte nicht Gottes Willen getan. Da jede Krankheit ein Element des Todes ist und die Lebenskraft der Leidenden so allmählich aufbraucht, muss man schlussfolgern, dass die Macht, Gebrechen zu verhängen, gleichbedeutend ist mit der Macht des Todes.

Satan wird erlaubt, diese Macht der Krankheit und des Todes wegen der Sünde zu gebrauchen, eben weil die Menschen, schuldig, unter dem göttlichen gerechten Todesurteil stehen. Die Schrift sagt klar und deutlich, dass sich die Menschheit unter Sünde und Tod verkauft hat und damit unter diese, Satans, Macht. Die Kirche, alle ernsthaft geweihten und treuen Gläubigen, werden als entflohen gerechnet aus dem Verdammungsurteil der Welt und aus der Macht und Herrschaft ihres Fürsten, so daß er sie nicht anrührt bzw. keine Macht übet sie hat – so lange sie in Christo verbleiben. So macht der Erlöser frei von dem Gesetz der Sünde und des Todes und von der Macht Satans. Und auch wenn sie sterben, kommen sie mit ihrem Tod durchaus nicht unter Satans Macht, wie es sich auch mit dem Tod Hiobs und dem unseres Herrn verhielt. Ihr Tod ist getrennt von dem der Welt, und er wird auch nicht betrachtet als Teil des adamischen Todes, sondern er wird, da er aus der allgemeinen Verdammung und dem allgemeinen Tod, der unter Satans Macht fällt, herausgenommen ist, als Opfertod gerechnet, als Teil des Todes Christi – „mit ihm gestorben” und nicht mit Adam.

Aber „die ganze Welt liegt in dem Bösen <unter der Kontrolle des Bösen>” – 1. Johannes 5:19 -, Satans, und er hat „die Macht des Todes” über sie, Gebrechen eingeschlossen, wenn auch eine gewisse Oberaufsicht von Gottes Seite vorhanden ist; wo seine Grenzen liegen, können wir nicht ermessen. Er kann jedoch keine Gewalt über Gottes Volk ausüben, es sei denn, dies werde ausdrücklich zugelassen. In solchen Fällen hat der Herr die Versicherung gegeben, dass alle Dinge, die er zulässt, zu ihrem schließlichen Besten mitwirken, wenn sie treu ihren Vertrag mit Ihm einhalten und bei Ihm bleiben. Sein Volk kann sich daher allezeit freuen und in jeder Lebenslage Dank sagen; denn der Herr ist sein Hirte.

Die Zunahme von Satans Erkenntnis und Macht

Angenommen wir halten die vorstehenden Aussagen für richtig, dann erscheint es mehr als nur möglich, ja sogar wahrscheinlich, daß Satans Macht für das Böse und den Tod reiche Betätigung findet im Entwickeln von neuen Gebrechen, die eine Zeitlang die Heilkunst aller Beteiligten ratlos lassen, außer von Satans eigenen „Ärzten”.

Da wir wissen, dass Gott von Seiner Schöpfertätigkeit seit der Erschaffung des Menschen ruht, müssen wir diese neuen Kreaturen, die Schädlinge und Krankheitserreger, einer anderen Quelle zuordnen. Satan ist weise und bedient sich der vorhandenen Naturgesetze bei der Ausbreitung der genannten Übel. Ohne Zweifel würde der Mensch, wenn er die Kräfte hätte, mit denen ihn der Schöpfer ursprünglich ausgestattet hat, als er ihm die Herrschaft über alle Lebewesen übertrug, das gleiche Wissen über die Naturgesetze, die die Entstehung und Vermehrung von Kleinstlebewesen haben, und er könnte dieses Wissen und seine Geisteskräfte nützen, um diese Ausprägungen zu verhindern und die schädlichen Keime zu vernichten. Doch der Mensch ist gefallen und hat viel von dem, was er einst besaß, verloren – Lukas 19:10: Satan ist jetzt sein Herr und Meister. Er ist „jetzt wirksam … in den Söhnen des Ungehorsams” – Epheser 2:2 -; die Menschheit steht jetzt unter seiner unseligen Herrschaft, und „wir wissen, dass die ganze Schöpfung zusammen seufzt und zusammen in Geburtswehen liegt … .” – Römer 8:19 – 23 und 1. Johannes 5:19

Zeugnisse Seiner Macht, etwas zu erschaffen oder vielmehr die Naturgesetze herzunehmen, um schnelle Verbreitungserfolge bei niedrigen Lebewesen zu erzielen, finden sich in dem Geschehen von Moses und Aaron und ihren Gegenspielern Jannes und Jambres am ägyptischen Hof. Unter Gottes Zulassung brachten Seine Knechte tausende von Fröschen, Läusen, Fliegen usw. hervor, ließen ägyptische Flüsse stinkend werden, bewirkten Tierseuchen, Hagel- und Gewitterstürme, die großen Schaden anrichteten. Aus den Berichten wissen wir, dass dies Strafgerichte waren. Doch wir wollen an dieser Stelle darauf hinweisen, dass dieses Geschehen offensichtlich unter Anwendung von bestimmten Naturgesetzen vor sich ging, denn Gott ruht von Seinem Schöpferwerk und wird ruhen bis ans Ende des Millenniums; unser Herr ist in seinem Wiederherstellungswerk tätig: „Mein Vater wirkt und ich wirke.” – Johannes 5:17; vergleiche auch Hebräer 4: 5 und 10

Noch etwas anderes geschah: Jannes und Jambres, den Vertretern Satans, gelang es, etliche der ägyptischen Plagen nachzumachen, gewiss nicht durch göttliche Macht, sondern unter der Leitung Satans, der sich der Naturgesetze bediente. – 1. Mose 7:11, 12 und 22 und 8:7

Wir können zweifellos annehmen, dass Satan, wenn er seine „Macht des Todes” gebraucht, nicht nur seine grausame Freude am Leiden seiner Opfer zum Ziel hat; es liegt auf der Hand, dass er ebenso auf die Gegnerschaft zum Licht der Wahrheit abzielt, das jetzt in zunehmendem Maß zu leuchten beginnt und als die Sonne der Gerechtigkeit Raum und Einfluss gewinnt. Wie eh und je kämpft er gegen das Licht der Erkenntnis von der Güte Gottes, das das Herz der Menschen hell macht und die dunklen Schatten aus Furcht und Zweifel vertreibt, die der Böse dort jahrhundertelang als seine Lehren fest verankert hat. Diese Lehren ließen Gott als erbarmungslos grausam, ungerecht, unfreundlich und als Verursacher alles Bösen, von Unglücksfällen, Krankheiten, Plagen, Naturereignissen usw. erscheinen.

Satan mag glauben, er herrsche unbeschränkt, aber wir wissen, dass „alle Gewalt im Himmel und auf Erden” Christus übergeben war, als er, nachdem er seinen Lauf vollendet hatte, durch die Macht des Vaters aus dem Tod auferweckt und hoch erhöht wurde.

Gott in Seinem Vorauswissen der zukünftigen Dinge sah, dass einzelne Menschen, sollte den toten und sterbenden Gliedern von Adams sündiger Nachkommenschaft die Gelegenheit geboten werden, in die Gerechtigkeit und Harmonie mit ihrem Schöpfer als Seine Kinder zurückzukehren, diese Gelegenheit ergreifen würden. Und für diese zukünftige Klasse wurde das wunderbare Werk der Versöhnung eingerichtet, um diese später kommenden „Kinder” aus der Gewalt von Sünde, Satan und Tod zu befreien. Doch Gott wollte Seinen Geschöpfen den Beweis erbringen, dass Er ohne Ansehen der Person handelt und alle vor Ihm gleich sind; so entwarf Er einen Versöhnungsplan, der den Zugang zu Ihm nicht nur für jene vorgesehenen „Kinder” eröffnet, sondern für jeden, der in Adam gestorben ist, für „jedes Geschöpf unter dem Himmel”. Daher gilt das Opfer Christi, das zunächst nur jenen „Kindern” Gottes zugute kommt, auch für die ganze Menschheit. Dem entsprechend lesen wir: „Weil nun die Kinder Blutes und Fleisches teilhaftig sind, hat auch er in gleicher Weise an denselben teilgenommen, auf dass er durch den Tod < als ihr stellvertretendes Mittel oder ihren Loskaufpreis nach Gottes Gesetz> den <dem Gesetz gemäß> zunichte machte, der die Macht des Todes hat, das ist der Teufel, und alle die befreite, welche durch Todesfurcht das ganze Leben hindurch der Knechtschaft unterworfen waren.” – Hebräer 2:14 und 15

Durch dieses von ihm erbrachte Lösegeld, durch das Gottes Urteil über die sündige Menschheit gesetzmäßig abgelöst und bezahlt wurde, ein für allemal, wurde unser Herr der Eigentümer der Menschheit. Sie hatte sich an Satan verkauft und war unter seine Verfügungsgewalt gekommen, jedoch ohne dass Gott diesem Eigentumsübergang irgendwie zugestimmt hätte. Christus, der rechtmäßige Käufer, verfügt jetzt über die Geschicke aller Menschen. Seine Ziele, die er uns darlegt, sind dem Vorgehen Satans genau entgegengesetzt. Er wird ihnen die Freiheit geben, damit sie eigenständig handeln können, indem er ihnen mehr Erkenntnis gibt, indem er ihre sündenblinden Augen öffnet, so dass sie die Güte und Liebe und Gerechtigkeit Gottes wahrnehmen. Wer unter ihnen sich dann für die Gerechtigkeit entscheidet, den wird er segnen, ihm helfen und ihn heilen. Alle werden zu der unter Adam verlorengegangenen Vollkommenheit wiederhergestellt. Wer dann nicht hören, nicht gehorchen will, nachdem die Erkenntnis Gottes den ganzen Erdkreis erfüllen wird, wird vom Land der Lebendigen abgeschnitten werden und in den Zweiten Tod gehen. Dann wird auch Satan, der sechstausend Jahre lang die Macht des Todes hatte und so hemmungslos davon Gebrauch gemacht hat, vernichtet werden. – Apostelgeschichte 3:22 und 23

Die Handlungsweise und die Macht Satans als Fürst dieser Welt werden, nachdem das Lösegeld bezahlt wurde und nachdem alle Macht über die Menschheit rechtmäßig in Christi Hände übergegangen ist, zugelassen werden, nicht weil es an der nötigen Macht ihn zu vernichten und die von ihm verblendeten Sklaven zu befreien fehlt, und auch nicht aus Mangel an Mitgefühl, Liebe und Anteilnahme an ihnen, sondern weil Gottes bestimmte Zeit, in der diese Welt (dieses Zeitalter) endet und jene Welt (jenes Zeitalter) anfängt, noch nicht gekommen ist: Alles Handeln Gottes geschieht auf der Grundlage genauester Ordnung. Sein Plan hat ein Werk für Christus vorgesehen, bevor das Reich des Herrn aufgerichtet wird und bevor er seine große Macht an sich nimmt und mit seiner Regierung beginnt. – Offenbarung 11:17 Das genannte Werk ist das Sammeln einer treuen „kleinen Herde” von Miterben – „die Braut, das Weib des Lammes”. – Apostelgeschichte 15:14 – 17 Das Evangeliumszeitalter ist nötig für Berufung, Auswahl und Prüfung dieser Klasse; und dieses Werk geht seinem Ende entgegen.

In der Abschlussphase dieses Zeitalters und dem Anbrechen des Millenniums hat unser Herr in seiner Weisheit eine Zeit großer Drangsal vorgesehen, die nicht nur einen angemessenen Ausgleich gegenüber der Welt wegen der Sünden gegen sein Licht und seine Hilfsangebote darstellen wird; sie ist auch eine Zeit des Zerbrechens der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung. Die bessere Ordnung im Reich des Herrn wird zeitgleich vorbereitet. Da werden auch die Herzen der Gottlosen zerbrochen, mit Pflug und Egge wie bei einem Feld; dabei werden (wie wir hoffen) viele sich bereitmachen für den guten Samen der Gerechtigkeit, den die Kirche im Millennium freigiebig aussäen wird.

Als Teil dieser kommenden Drangsal, wie es sie seit Menschengedenken nicht gegeben hat, mit ihren finanziellen, sozialen, politischen und religiösen Ausprägungen wird, wie wir meinen, Satans Macht des Todes in erheblichem und ständig wachsendem Umfang zugelassen, und das in zunehmendem Maß, wie schon zuvor dargestellt: Stürme, Hagel, Dürren, Krankheitserreger und Gebrechen. Aufbauend auf den falschen Lehren, die er den Menschen erfolgreich eingeimpft hat, ist er eifrig dabei, seine Macht des Todes auszuüben, indem er einem Teil der Menschen Gott als ein teuflisches Wesen darstellt, während er es bei anderen fertigbringt, jeglichen Glauben an göttliche Macht zu zerstören. Wer nicht aus der Schrift über Ursache und Zweck der Zulassung des Bösen, der Unglücksfälle usw. unterrichtet ist, kann keinen Grund angeben, warum Gott die Katastrophen über die Menschen kommen lässt und sie ihnen auferlegt.

Und Satans Macht des Todes befördert seine Hilfe in Krankheit usw. durch seine Vertreter – zu dem Zweck, die falschen Lehren zu untermauern. Diese Täuschung wird er unserer Überzeugung nach in der Zukunft in zunehmendem Maß gebrauchen, und sie wird Teil sein jener „wirksamen Kraft des Irrwahns” – 2. Thessalonicher 2:11 -, die „wenn möglich auch die Auserwählten … verführen” würde. -Matthäus 24:24 Doch deren Verführung wird nicht möglich sein; die wahren „Schafe” kennen die Stimme ihres Hirten und flüchten vor anderen Lehrern. Darin können wir ein weiteres Zeichen dafür sehen, daß sich Satan in die Enge getrieben sieht und die Auflösung seines Reiches und seiner Macht des Todes nahe bevorsteht, wie es auch unser Herr sagt: „… wie wird denn sein Reich bestehen?” – Matthäus 12:25 und 26

Es wird ohne Zweifel zugelassen, dass Satan seit 1799 zunehmend an Erkenntnis gewinnt, so wie es in der Menschheit geschieht, und genauso wie die Menschen nimmt er das als Verdienst für sich in Anspruch und denkt, dass er täglich klüger wird, und dass er durch diese Klugheit eine noch größere „Macht des Todes” gewinnt. Nach Aussage der Schrift wird es Christus, der neue König, zulassen, dass Satan sein Wissen und seine Macht in immer größerem Maß benützt, und er bewirkt so, dass das Wüten Satans den Schöpfer preist und Teile des göttlichen Planes hinausgeführt werden, wie es so oft mit dem „Grimm des Menschen” – Psalm 76:10 – geschehen ist.

Wer nun dem Joch des Fürsten des Bösen entkommen ist, sollte anderen mit Ernst und Nachdruck helfen, sich ein für alle Mal aus dieser Knechtschaft zu befreien und in den Dienst des Fürsten des Lebens und der ewigen Freude zu treten. Es ist überaus tröstlich zu wissen, dass wir, auch wenn wir nicht mit Fleisch und Blut, sondern mit sehr mächtigen und sehr einflussreichen Dämonen ringen – Epheser 6:12 -, einen an unserer Seite haben, den König des Lichts, gegen den der Beherrscher der Nacht nicht siegen kann. Wir können beruhigt sein, denn alle Dinge sind unser, denn wir gehören Christus, und Christus ist Gottes Sohn. Alle Dinge werden zum Guten für uns mitwirken, weil wir Gott lieben und berufen worden sind und dem Ruf gefolgt sind, der Verheißung gemäß.

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