Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Gottes Anweisung für Moses und uns

„Da sprach der HERR zu ihm: Was ist das da in deiner Hand? Er sagte: Ein Stab.” – 2. Mose 4:2

In 2. Mose, Kapitel 3, finden wir den Bericht, in welchem Gott zu Mose sprach und ihm die Anweisung gab, eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen, welche die Befreiung der Israeliten aus Ihrer Knechtschaft in Ägypten war. Wie alle wahrhaft großen Männer Gottes erkannte Mose seine eigene Schwachheit und Unfähigkeit zur Ausführung der ihm angetragenen Aufgabe. Er sah die Schwierigkeiten voraus, die bei seinem Bemühen auftreten würden, die ägyptischen Machthaber davon zu überzeugen, daß der Gott des Himmels durch ihn die Freilassung seiner Geschwister forderte. Mose äußerte gegenüber Gott seine Zweifel darüber, daß er für etwas auserwählt sein könne, von dem er fühlte, daß es für ihn nahezu unmöglich wäre, diesen Auftrag auszuführen. Obgleich demütig eingestellt, verfehlte Mose ausreichenden Glauben zu zeigen, zu erkennen, daß mit der Macht Gottes auf seiner Seite all die Hindernisse, die er befürchtete, überwunden werden konnten.

Der Herr erteilte Mose eine sehr wichtige Lektion mit dem Ziel, seinen Glauben durch das Verrichten eines Wunders zu stärken, das mit einem einfachen Hirtenstab, den er besaß, im Zusammenhang stand. In diesem Wunder sehen wir einen wichtigen Aspekt der Handlung Gottes derer illustriert, die Er täglich in Seinem Dienst benutzt – nämlich, daß Er in Seinem Dienst die Talente der Zeit, Stärke oder der Mittel fortlaufend überwaltet, segnet und ermächtigt. Sehr selten ist es für die Diener Gottes von Nöten zu warten, bis Er ihnen etwas Neues in die Hände legt, um es zu benutzen, bevor sie Ihm dienen können. Wie in den Worten unseres Leittextes berichtet, fragte der Herr Moses: „Was ist da in deiner Hand?” Wir wollen auf diese Lektion gut achten – daß es zumeist das ist, was wir schon besitzen, das zum Besten in unserem Werk für Ihn benutzt werden kann.

Gottes Handeln mit Moses bei dieser Gelegenheit erinnert uns auch daran, wie Er zu Seinem Volk spricht. Zuerst sprach Er zu Mose durch einen Engel –- Seinen Boten – aus dem brennenden Dornbusch. Erst als Mose sich abwendete, um zu untersuchen, sprach Gott zu ihm. – 2. Mose 2 – 4 Gott spricht täglich zu Seinem geweihten Volk durch die in Seinem Wort gefundene Wahrheit. Er hat in ähnlicher Weise einen Sendboten benutzt, um diese Wahrheiten zu unserer Aufmerksamkeit zu bringen. Wenn wir uns abwenden und diese Dinge durch die Schrift prüfen, entdecken wir, daß der Sendbote unsere Aufmerksamkeit auf Gottes herrlichen Plan gelenkt hat. Wir bemerken dann, daß es Gott ist, der zu uns gesprochen hat durch die durch Seinen Sendboten bereitgehaltene Wahrheit.

Der wahre Gott

Als Paulus über die Zustände in seinen Tagen sprach, sagte er, daß es „viele Götter und viele Herren” gab. – 1. Korinther 8:5 Dies ist auch heute noch wahr, und es war auch wahr in den Tagen des Moses. Zu Mose sprechend gab der wahre Gott sich jedoch als „der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs” zu erkennen. – 2. Mose 3:6 Der Gott Abrahams ist und bleibt der einzige wahre Gott, und die Botschaft, die Abraham gepredigt wurde, ist das einzig wahre Evangelium. – Apostelgeschichte 3:18, Galater 3:8, 16 und 27 – 29 Die diese Botschaft nicht gehört haben, können nicht die Stimme des wahren und lebendigen Gottes gehört haben. Sie mögen die Stimme des Gottes der Qual oder des Gottes der Dreieinigkeit gehört haben oder einen der anderen vielen Götter religiöser Glaubensbekenntnisse, aber sie haben nicht die Stimme des wahren Gottes gehört.

Die Identifikation der Stimme des wahren Gottes ist nicht schwer. Gegenüber dem Abraham erklärte Er Seine Absicht, alle Geschlechter der Erde durch einen „Samen” zu segnen. – 1. Mose 22:16 – 18, 26:1 – 5, 28:10 – 14 und Apostelgeschichte 3:22 – 26 Wir haben diese Botschaft gehört. Es ist das große Thema des Evangeliums, das uns erreicht hat. So bedeutet es, daß der wahre Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs zu uns gesprochen hat, denn Er verändert sich nicht. – Maleachi 3:6 Seine Verheißung gegenüber Abraham, alle Geschlechter der Erde zu segnen, ist noch immer in Seiner Absicht.

Moses, Moses

Wir sollten die Direktheit nicht unterschätzen, mit der Gott mit uns als Einzelpersonen handelt. Wir könnten denken, daß die Wahrheit durch einen Zufall zu uns kam, und daß der Herr nichts Besonderes mit uns im Sinn hatte. Jesus sagte jedoch: „Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht.” – Johannes 6:44 Gott zieht Sein Volk durch die Wahrheit, und während Seine Diener den Samen der Wahrheit an allen Wassern säen, ist es doch sicher, daß der Himmlische Vater in Seiner eigenen Weise dies überwaltet in Verbindung mit den einzelnen Personen, die sich zur Wahrheit hingezogen fühlen. Er ist immer noch imstande einen „brennenden Busch” und den „Engel” vorzusehen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, zu denen Er zu sprechen wünscht.

Wenn unsere Augen durch die Wahrheit erleuchtet worden sind, die Herrlichkeit des Herrn zu erkennen, bedeutet es, daß der Gott Abrahams zu uns gesprochen hat. Es bedeutet auch, wie in dem Fall von Moses, daß Gott mit einer bestimmten Absicht zu uns gesprochen hat. Daher ist es entscheidend, daß wir zuhören. Moses Antwort war: „Hier bin ich!” – 2. Mose 3:4 Wenn wir aus diesem Beispiel einen Nutzen ziehen wollen, werden auch wir darauf antworten: „Hier bin ich!”

Nachdem Moses so auf die Simme Gottes geantwortet hatte, begriff er als Nächstes die Heiligkeit der Stellung, die er nun einnahm. „Zieh deine Sandalen von deinen Füßen, denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden!” – Vers 5 Wie sich dies hinsichtlich Gottes Volk täglich bewahrheitet. Die Stellung, in die uns die Wahrheit gebracht hat, ist heilig und abgesondert. Wenn wir im Geist einer völligen Weihung geantwortet haben, bedeutet es, daß unser ganzes Leben den heiligen Dingen Gottes völlig geweiht ist. „Das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden”, schrieb Paulus, indem er hinzufügte, daß diese „neuen Dinge von Gott sind”. – 2. Korinther 5:17 und 18

Ein Werk, das zu tun ist

Gott sprach zu Moses, weil Er ein Werk für ihn zu tun hatte. Dies ist wahr von jenen, zu denen der Herr in der gegenwärtigen Zeit spricht. Hierin ist einer der Unterschiede zwischen der Christenheit im Allgemeinen und jenen Gott völlig Geweihten illustriert. Bei den meisten Bekennern der Christenheit ist es gewöhnlich nur der Pfarrerstand, auf den geschaut wird, anstatt auf diejenigen, die zu einem besonderen Werk im Zusammenhang mit ihrem christlichen Leben berufen worden sind. Für die meisten ist Christ zu sein nur eine Angelegenheit der Eintragung bei einer bestimmten Religionsgemeinschaft, indem sie finanzielle Unterstützer einer Kirche sind und an ihren Diensten oft genug teilnehmen, um auf der Mitgliederliste zu bleiben. Indem sie dies tun, fühlen die meisten von ihnen, sicher sein zu können, daß sie nach dem Tod glückliche Bedingungen zu erwarten haben.

Es gibt jedoch keine Unterscheidung zwischen Pfarrerstand und Laienstand bezüglich der Rangordnung bei den wahren Nachfolgern des Meisters. Alle sind berufen, ein Werk für Gott zu tun, – die Menge der Werke, die sie tun, wird nur durch die Umstände und individuelle Belastbarkeit begrenzt. Es ist auch eine bezeichnende Charaktereigenschaft unseres Gottes, daß Er „beruft” aber nie drängt. Er möchte solche, die Ihn anbeten und Ihm willig, freudig und verständnisvoll „im Geist und in der Wahrheit” dienen. – Johannes 4:23 und 24

Gideon und andere

Gideon wurde berufen, Gott zu dienen, wie auch Jeremia. Gott legte Seine Hand auf Hesekiel, denn Er hatte für ihn ein Werk durchzuführen. – Richter 6:14, Jeremia 1:4 und 5 und Hesekiel 1:3 Jesaja wurde eine Vision zuteil und ihm wurde gezeigt, daß Gott wollte, daß er ein besonderer Botschafter für Israel sein sollte. – Jesaja 6:8 und 9 Ausnahmslos fühlten sich diese Berufenen ungeeignet das Werk auszuführen, zu dem sie aufgerufen wurden. Wenn sie jedoch von dem Ursprung ihrer Berufung völlig überzeugt waren, und sicher waren, daß Gott mit ihnen sein würde, so antworteten sie ein jeder im Geist der völligen Weihung dem Gott Abrahams.

Als Jesaja die wunderbare Vision Gottes sah, sagte er: „Wehe mir, denn ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen.” Als Moses die Bedeutung der Worte Gottes für ihn erkannte, fühlte er seine Unzulänglichkeit. Er war kein wortgewandter Mann; dies schien jedoch eine notwendige Voraussetzung für einen zu sein, der vor dem Pharao erscheinen und die Freilassung der Israeliten fordern sollte. Gottes Hand war nicht zu kurz. Er reinigte Jesajas Lippen und sah ein Mundstück für Moses vor. – Jesaja 6:5 – 7 und 2. Mose 4:10 – 16 Ähnlich können wir sicher sein, daß Er auch heute für all die Nöte bei denjenigen Vorsorge trifft, die Er in Seinen Dienst beruft.

Im Fall von Moses benutzte Gott etwas, das Mose anstatt von Talenten besaß, und dann gab Er ihm einen Mitarbeiter, um das zu tun, was Mose selbst nicht tun konnte. Es ist der gleiche Vorgang bei des Herrn Volk heute. Als Einzelne sind wir berufen worden, um nur diejenigen Teile des Werkes des Himmlischen Vaters auszuführen, für die wir nach Seinem Vorherwissen geeignet sind. „Nun aber hat Gott die Glieder bestimmt, jedes einzelne von ihnen am Leib, wie er wollte.” – 1. Korinther 12:18 Durch diese Vorsorge der göttlichen Weisheit geht die große Sache Gottes erfolgreich voran.

Befreiung

Moses wurde von Gott berufen, Israel von der Knechtschaft Ägyptens zu befreien. Dies stellt bildhaft die Befreiung der ganzen Menschenwelt von der Knechtschaft von Sünde und Tod und der Segnung aller Geschlechter der Erde dar, die dem Abraham verheißen wurde. Wir sind heute zur Teilnahme an einer anderen Phase dieses großen Planes Gottes berufen worden. Wir sind eingeladen worden, an dem Werk teilzunehmen, den Christus auf Erden darzustellen, wie unter Gottes Leitung die Vorbereitung der zukünftigen Könige und Priester auf Erden stattfindet.

Wir sind auch berufen, an dem zukünftigen Erscheinungsbild des Planes Gottes teilzuhaben – dem Werk des Königreichs, alle Geschlechter der Erde zu segnen. Wenn wir uns würdig erweisen einen Anteil an jenem Werk zu haben, wird unser Vorrecht des Dienstes viel herrlicher und umfangreicher sein, als es jetzt ist. Wir sollten jedoch nicht vermuten, daß die Gelegenheit des Dienstes in dem Königreich uns auch dann garantiert wird, wenn wir auf den göttlichen Ruf des Dienstes zur gegenwärtigen Zeit nicht glaubensvoll antworten mit dem Opfern alles dessen, was wir haben und sind und zu sein hoffen.

Haben wir gehört?

Wie es für Moses war, ist es für uns schwierig, die unermeßlich große Tatsache zu begreifen, daß Gott zu uns gesprochen hat durch Sein Wort, und daß Er tatsächlich wünscht, daß wir hinausgehen und für Ihn ein Werk verrichten. Moses fragte: „Wer bin ich, daß ich zum Pharao gehen und die Söhne Israel aus Ägypten herausführen sollte?” – 2. Mose 3:11 Wir sind auch dazu geneigt, uns zu wundern, warum wir zu solch einem Hohen Ruf berufen sein sollten – warum sollten wir eingeladen sein mit Gott an der Versöhnung des verlorenen Menschengeschlechts mitzuwirken? Es ist jedoch wichtig, daß unser Glaube diese wichtige Wahrheit versteht.

Die Schriften informieren uns darüber deutlich; und unser Glaube muß auf die Tatsache achtgeben, daß Gott eine Gruppe von Menschen in diesem Evangelium-Zeitalter beruft, und daß Er sie in dem Messianischen Königreich benutzen will, alle zu befreien, die dann Sein Volk werden wollen. Wenn wir auf diesen Ruf geantwortet und zugestimmt haben, dessen Bedingungen zu erfüllen, so müssen wir den tiefen Sinn der Verantwortung fühlen, die seine Annahme uns auferlegt. Wenn wir dies tun, ist es auch wichtig, daß wir die Glückseligkeit der göttlichen Verheißung verstehen „Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden zur rechtzeitigen Hilfe”, da wir bemüht sind, das Werk zu tun, das Gott uns zu tun beauftragt hat. – Hebräer 4:16

Moses Anerkennung seiner eigenen Unwürdigkeit für das vor ihm liegende Werk war in sofern eine gute Sache, daß sie ihn dazu veranlaßte, sich völliger auf Gott zu stützen. Es ist nur in der Stärke des Herrn, daß irgendjemand Seines Volkes imstande ist, Ihm annehmbar zu dienen. – Psalmen 28:7 und 8 und 121:2 Gott sprach zu Mose: „Ich werde ja mit dir sein”, und diese Verheißung betrifft auch uns. – 2. Mose 3:12 Eine andere Verheißung ist: „Ich will dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.” Dies sind nur Kostproben von den vielen kostbaren Verheißungen, durch die der Himmlische Vater uns des Erfolges bei dem großen Vorhaben versichert, zu dem Er uns berufen hat.

Eine herzbewegende Frage

Mose wollte sich seiner gewählten Stellung sicher sein, bevor er eine solch wichtige Mission wie die Befreiung Israels aus der Knechtschaft Ägyptens beginnen würde. Seine Unsicherheit war dem Herrn offenbar, der ihn fragte, was er in seiner Hand halte. Als Mose entgegnete, daß es ein Stab sei, demonstrierte Gott ihm, wie er diesen Stab in einer wunderbaren Weise benutzen sollte, um zu demonstrieren, daß sein Besitzer in der Tat von dem großen „Gott Abrahams” gesandt worden war. – 2. Mose 4:2 – 5

Die Frage, die Mose gestellt wurde: „Was ist das in deiner Hand?” scheint wunderschön den Gedanken zu verstehen zu geben, daß Gott von uns erwartet, daß wir das, was zur Zeit in unserer Hand ist, benutzen, was es auch immer sei, Zeit oder Talente oder Geldmittel, zur Verwirklichung des Auftrags, den Er uns gegeben hat. Es obliegt einem jeden von uns uns selbst diese gleiche Frage zu stellen – Was ist in unseren Händen, das für das Werk in dem Dienst des Herrn eingesetzt werden könnte? Es mag uns überraschen, wenn wir bemerken wie vielen Talenten oder Gelegenheiten wir erlauben brach zu liegen und unbenutzt zu bleiben. Manchmal werden kleine Vorrechte des Dienstes übersehen, während wir darauf warten, daß der Herr uns etwas Wichtigeres zum Gebrauch für Ihn in die Hände legt.

Zeit, Kraft, finanzielle Mittel und Möglichkeiten sind einige von den Dingen, die wir zur Verwendung im Dienst des Herrn und für Sein Volk in der Hand haben mögen. Die Zeit ist ein sehr wichtiges Talent, mit der man dienen kann, besonders, wenn sie von einem Maß von Willensstärke begleitet ist. Einige mögen jedoch sagen, daß sie beides besitzen, sowohl Zeit als auch Willensstärke aber nicht die Fähigkeit der Ausführung – und daher nicht imstande sind dem Herrn zu dienen. Dies ist jedoch keine gültige Entschuldigung an dem Tag an dem wir leben. Tatsächlich ist das Evangelium zur Verteilung verfügbar, sowohl in gedruckter als auch elektronischer Form und kann von denen, die ihre Zeit und Kraft dafür einsetzen wollen, frei verbreitet werden.

Andere mögen sagen, daß sie Zeit haben, aber nicht ausreichend Kraft besitzen für den Herrn zu wirken. Es gibt aber auch viele, die durch Krankheit oder Alter an ihr Heim gebunden sind, jedoch ihre Zeit nutzen, indem sie Wahrheitsbotschaften versenden, oder Worte der Ermutigung an andere schicken. Der Herr segnet solche Anstrengungen reichlich. Es war der Wunsch Moses, daß Gott einen anderen senden sollte, die Israeliten zu befreien. Wir mögen des öfteren ähnliche Gefühle zeigen, die Verantwortung des Dienstes für die Wahrheit auf die Schultern anderer zu legen, aber die Tatsache, daß Gott uns Sein Wort der Wahrheit gegeben hat, bedeutet, daß Er von uns erwartet, daß wir sie benutzen.

Durch den Geist

Unser Auftrag zu dienen wird deutlich in Apostelgeschichte 1:8 mit den Worten gezeigt: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein; sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.” Es gibt keine schriftgemäße Vollmacht, die zeigt, daß diese göttliche Anordnung annuliert werden müßte, solange noch ein einziges Glied der Kirche auf dieser Seite des Vorhangs bleibt. Während die Resultate gering erscheinen mögen, sind wir noch mit der Gelegenheit gesegnet, „das Evangelium vom Königreich in aller Welt zu einem Zeugnis zu predigen”. – Matthäus 24:14

Es gibt viele Beweise des innewohnenden Geistes in unserem Leben, von dem wir wissen können. Ein sehr wichtiger wird von Paulus erwähnt: „Der Geist selbst bezeugt (zusammen) mit unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind, … wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.” – Römer 8:16 und 17 Der Heilige Geist hatte durch die Propheten die Leiden Christi im Voraus verkündet. Daher haben diejenigen, die das Vorrecht besitzen, an diesen Leiden teilzuhaben, das Zeugnis des Geistes, daß sie ein Teil der gesalbten Gemeinschaft sind, die berechtigt sind, ihr Leben in des Herrn Dienst niederzulegen. Sie haben die Versicherung, daß, das Opfer ihres Lebens auf diese Weise „heilig und Gott annehmbar” und „ihr vernünftiger Dienst” sein wird. – Römer 12:1

Wir müssen dann das Vorrecht des Opferns erkennen. Das christliche Leben ist nicht nur eine Angelegenheit eines hohen moralischen Standes und einer sicheren Zufriedenstellung emotionaler Hingabe. Wenn wir uns der Wahrheit gegenüber loyal verhalten sollen, müssen wir willens sein, alles, was wir besitzen, im Interesse derselben zu opfern. Es ist nicht genug, zu sagen, daß wir der Wahrheit Glauben schenken. Wir müssen auch ihrem ewigen Zweck nach unserem besten Vermögen dienen. Gott sprach zu Mose und fortan lebte er sein Leben für Gott. So ist es auch bei allen wahrhaft treuen Dienern Gottes geschehen, zu denen Er geredet hat. Saul von Tarsus fragte: „Herr, was willst du, daß ich tun soll?” – Apostelgeschichte 9:6 nach Schlachter Dies ist der wahre Wunsch aller, zu denen Gott spricht.

Das Opfer der Kirche, das in Erwiderung gegenüber der Vision der Wahrheit erfolgt, bezweckt, sie auf die Befreiung der Welt von Sünde und Tod als Teil der großen Melchisedek-Priesterschaft des nächsten Zeitalters vorzubereiten. – Offenbarung 20:4 und 6 Wenn die annehmbare Zeit für diese gegenwärtigen Opfer geendet hat, wird es nicht länger eine Gelegenheit geben, für die Wahrheit zu leiden und zu sterben. Während jedoch der Weg des Opferns noch offen ist, ist es nicht nur unser Vorrecht, die Wahrheit über Gottes Plan, in welchem Jesus, der Erlöser, im Mittelpunkt steht, zu empfangen und ihr zu glauben, sondern auch für sie zu sterben. Paulus sagte: „Denn euch ist es im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern auch für ihn zu leiden.” – Philipper 1:29

Persönliche Verantwortung

Wenn wir die Stimme Gottes gehört haben und in Seinen Dienst eingetreten sind, haben wir Ihm gegenüber eine persönliche Verantwortung treu zu sein. Wir können nicht alle die gleichen Dinge tun, soweit es die Einzelheiten des Dienstes betrifft. Es gibt „viele Glieder” in dem „einen Leib” des Christus, und wir nehmen nicht alle den gleichen Platz in dem Leib ein. – 1. Korinther 12:12 Wir wollen uns bemühen herauszufinden, was es für uns zu tun gibt – was der Herr in unsere Hände gelegt hat.

Daher wollen wir wachsam sein hinsichlich des Vorrechts mit anderen des gleichen kostbaren Glaubens zusammenzukommen und ihnen zu dienen. Dies schließt ein, wachsam nach Gelegenheiten auszuschauen, um der Brüderschaft als Ganzes zu dienen, wie auch einzelnen Geschwistern. Es können nicht alle Älteste sein, dennoch gibt es ein Fülle von Möglichkeiten den allgemeinen Interessen des Leibes Christi zu dienen. Wir sollten nicht den Standpunkt einnehmen, daß sich schon jemand anders um die geistigen Angelegenheiten der Kirche kümmern wird, und daß alles, was wir benötigen, nur in der Teilnahme an der Versammlung besteht.

Wir wollen als Einzelpersonen und auch als Versammlung wachsam sein, all das zu tun, wozu wir imstande sind, die Wahrheit auszubreiten – das „Evangelium vom Königreich” – sowohl durch unsere eigenen Anstrengungen als auch durch die Zusammenarbeit mit dem allgemeinen Werk der gegenwärtigen Erntezeit des Evangelium-Zeitalters. Es gibt viele Werke zu tun und für jeden von uns individuell, die meisten davon können beginnen, indem wir einfach schauen, was wir in unseren Händen haben.

Was für ein großes Vorrecht es ist dem Allerhöchsten Gott zu dienen – dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Wir sollten nicht bedrückt sein, weil der vor uns liegende Weg ein Weg des Opferns ist. Wie „der Opfertod der Frommen kostar ist in den Augen des Herrn”, so sollten wir das Vorrecht mit dem Herrn zu sterben als ein gesegnetes Vorrecht ansehen. – Psalm 116:15 Tatsächlich rühmen wir uns gegenwärtig der Bedrängnisse, indem wir wissen, daß durch die Gnade Gottes wir morgen ein Teil des siegreichen Christus, Haupt und Leib, sein werden. – Römer 5:3 Es wird die siegreiche Kirche sein, die das große Werk für Gott tun wird, die Welt aus der Sklaverei von Sünde und Tod wegzuführen, und so die Werkzeuge Gottes zu sein, die den wunderbaren Abrahamischen Bund erfüllen, alle Geschlechter der Erde zu segnen.

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