Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Frage Q404:1

Frage von 1913: Haben sich die Ansichten bezüglich der Rechtfertigung der Kirche geändert, so daß die Darstellungen in Band 1 der Schriftstudien nicht mehr mit der heutigen Anschauungen übereinstimmen?

Antwort:

„Ganz sicher nicht! Wenn es so wäre, würden wir Verlag und Verbreitung des 1. Bandes stoppen. „ …. der Pfad des Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe.” – Sprüche 4:18 So wird auch der Gegenstand der Rechtfertigung von vielen aus dem Volk des Herrn immer klarer erkannt. Manche Merkmale, die ihnen früher entgangen waren, sind jetzt offenbar. So hat in der Vergangenheit – und bei einigen trifft dies auch heute noch zu – so mancher nicht wahrgenommen, daß Rechtfertigung aus Glauben ein sich schrittweise vollziehender Prozeß ist. Jeder weitere Glaubensschritt führt daher näher ans Ziel.

Doch dieser äußerste Rechtfertigungszustand ist erst erreicht, wenn sich unser Glaube durch Gehorsam und völlige Selbstaufgabe in der Weihung an den Herrnals unumstößlich erwiesen hat. Dann nimmt unser großer Fürsprecher uns als gerechtfertigte Wesen an und rechnet uns sein Verdienst zu; er rechtfertigt uns im Lichte der Gerechtigkeit des Himmlischen Vaters. Erst dann nimmt Gott diesen völlig gerechtfertigten Menschen durch Zeugung mit dem Heiligen Geist an. Von da an ist der Glaubende eine Neue Schöpfung und ein auf geistiger Ebene gezeugter Sohn.

Während er im Glauben voranschreitet, kommt er schrittweise der Rechtfertigung näher, und er erhält immer mehr von Gottes Gnade. Aber erst wenn der letzte Schritt getan ist, wird er ein völlig gerechtfertigtes menschliches Wesen, ein Sohn auf irdischer Stufe. In diesem Stadium verbleibt er nur einen Augenblick lang. Dann erfolgt die Zeugung durch den Heiligen Geist, die Annahme des Opfers dieses vollkommen gemachten Menschen und der Beginn seiner Existenz als Neue Schöpfung.

Versuchsweise und derzeitige Sohnschaft

Die zuvor bezeichneten Vorgänge finden sich im Plan der Zeitalter abgebildet. In der Darstellung dort stellt Ebene N die gerechtfertigte Existenz in ihren verschiedenen Stadien dar. Demnach waren Abraham und die anderen Glaubenshelden des Alten Testaments durch ihren Glauben vor Gott gerechtfertigt. Sie waren nicht zum Leben gerechtfertigt und auch nicht zur Sohnschaft. Ihre Rechtfertigung erstreckte sich auf Freundschaft mit Gott, auf Seine Gunst und Überwaltung. Nachdem Jesus gestorben, auferstanden und in den Himmel aufgefahren war und sein Verdienst für die Kirche zur Anwendung brachte, wurde er der Fürsprecher dieser Personengruppe, deren Wunsch es war, in völliger Hingabe in seinen Fußstapfen zu wandeln. Die Zurechnung seines Verdienstes stellt dabei für jeden einzelnen die Rechtfertigung dar, und dies ermöglicht es dem Himmlischen Vater, das Opfer dieses Nachfolgers anzunehmen und in ihm die Neue Schöpfung zu zeugen.

Abraham hieß „Freund Gottes” wegen seines Glaubens und seines Verlangens nach Harmonie mit Gott. Dies trifft auch auf Johannnes den Täufer zu, von dem es heißt: „der Freund des Bräutigams …. ist hoch erfreut über die Stimme des Bräutigams.”- Johannes 3:29 Das Wort „Knecht” wird in der Schrift auf die Juden angewendet, die unter dem Gesetzesbund Moses leben. Durch diesen Vertrag kamen sie in den Genuß von Gottes Fürsorge und Seinen Segen, und sie durften Seine Knechte sein. Wenngleich viele von ihnen, so wie Abraham, Freunde Gottes waren und durchaus dazu geeignet, auch das Vorrecht zu genießen, Gottes Söhne zu sein, so war es dennoch von Gott so eingerichtet, daß sie nicht als Söhne anerkannt werden konnten. Der Apostel erkärt dazu: „Der Knecht aber bleibt nicht für immer in dem Hause; der Sohn bleibt für immer.” – Johannes 8:35 -, und erst, als Christi Opfer den Weg zur Auslöschung von Sünde und Tod eröffnet hatte, konnte ein Mensch in die Position eines Sohnes aufgenommen werden.

Auch unsere Stellung als Söhne Gottes ist noch nicht endgültig. Wenn wir in Gottes Liebe bleiben, bleiben wir auch Seine Söhne und werden zu gegebener Zeit vollkommen gemacht. Doch wenn jemand zur bewußten Sünde zurückkehrt und sich wieder in ihren Dienst stellt, wird er die Sohnschaft verlieren. Sein Name wird aus dem Buch des Lebens des Lammes ausgelöscht; der Mittler wird ihn im Sinne des Vaters nicht länger anerkennen. Er verliert seine Stellung beim Sohn, und ein anderer rückt nach auf seinen Platz als Leibesglied des Gesalbten.

In diesem Sinn schreibt der Apostel: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass, wenn es offenbar werden wird, wir ihm (unserem Erlöser, unserem Haupt) gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.” – 1. Johannes 3.2 Damit wird gesagt, daß unsere jetzige Sohnschaft vorläufig ist. Die endgültige Sohnschaft beginnt, wenn wir durch unsere Bewährungsprobe hindurchgegangen sind. Diejenigen, die sich durch ihren Glauben und ihre Treue als annehmbar erwiesen haben, werden zu Söhnen im vollen Wortsinn gemacht, und zwar bei ihrer Verwandlung zur Herrlichkeit in ihrer Auferstehung. So sehen wir, daß nur der gemäß Ebene N (in der Darstellung des Planes der Zeitalter) angenommen wird, der seine Weihung im vollen Umfang vollzieht, und niemand wird gänzlich zur Sohnschaft aufgenommen, es sei denn, er habe die Ebene L erreicht.

Die „bessere Auferstehung”

Auch wenn die Alttestamentlichen Überwinder, Abraham, Isaak, Jakob, Mose, die Propheten usw. – Hebräer 11:38 – 40 – nicht zu Söhnen Gottes werden konnten und auch nicht so bezeichnet wurden, bedeutet dies nicht, daß sie etwa zu so einer Stellung und Benennung nicht würdig gewesen wären. Der Apostel weist uns auf diese Tatsache hin, wenn er sagt, sie „hatten Gottes Wohlgefallen” – und nichts hat Sein Wohlgefallen, dem es an Vollkommenheit des Herzens fehlt. Was einzig ihrer Annahme als Söhne im Wege stand, war die unabdingbare Voraussetzung, daß erst das Versöhnungsblut für die dargebracht wurde. In der „besseren Auferstehung”, die ihnen zuteil wird, werden sie unserer Meinung nach als vollkommene Menschen auferweckt. Sie werden vollkommen sein wie Adam vor dem Sündenfall. Ihr Verstand, ihr Herz und ihr Wille werden geläutert, geschult, erprobt und Gott treu erfunden werden. In diesem Zustand der Vollkommenheit werden sie Vorbilder dafür sein, was die Menschheit durch Gehorsam im Reich des Herrn erlangen kann.

Vom Augenblick ihrer Auferweckung an haben diese vollkommen Männer das gleiche Recht vor Gott zu treten, wie es Adam hatte, und sie werden ebenso fraglos Söhne Gottes genannt werden, wie er ein Sohn Gottes war, mit einer Ausnahme: Wie die ganze Menschheitsfamilie werden die Alttestamentlichen Überwinder während der tausend Jahre des messianischen Königreichs in den Händen des großen Mittlers des Neuen Bundes sein. Und, wie die Schrift sagt, wird er sein Königtum erst am Ende jener Epoche dem Vater übergeben.

Da nun unserem Verständnis nach der Vater mit den Alttestamentlichen Überwindern nicht direkt als mit Söhnen handelt und es auch keine Anerkenntnis Gottes für sie als solche gibt, besteht dieses Verhältnis nur bis zum Ende von Christi Herrschaft, wenn dieser alle Dinge dem Vater übergibt, daß Gott „alles in allem” sei und alles auch Ihm unmittelbar unterstellt ist. Während der tausend Jahre der Mittlerschaft des Christus werden die vollkommmen gemachten Alttestamentlichen Überwinder und auch die Menschheit, je nachdem, welchen Grad an Vollkommenheit diese erreicht hat, Vorrechte und Segnungen genießen, denn sie werden nicht mehr unter Satans, des Fürsten dieser Welt, Herrschaft von Sünde und Tod stehen, sondern unter der Regierung des Friedefürsten und seiner Gerechtigkeit zum Leben.”

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