Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Frage Q280:2

Frage von 1912: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.” Wie ist das hier gebrauchte Wort „aller” zu verstehen?

Antwort:

„Mit Ausnahme der Sünde wider den Heiligen Geist – Matthäus 12:31 und 32 – wird jede Art von Sünde gegen Menschen vergeben werden, sei es in diesem, sei es im kommenden Zeitalter. Mit dem „Heiligen Geist” wird hier ein Licht, eine Intelligenz, eine Kraft für Gottes Absichten bezeichnet. Wer willentlich und bewusst gegen Jesus sündigt, macht sich der Lästerung gegen den Heiligen Geist schuldig. Wenn er aber den Namen Jesu lästert – vielleicht durch Täuschung oder Fehlinformation -, dann ist das keine Lästerung des Heiligen Geistes und kann vergeben werden. Im Fall der Kirche werden solche Sünden durch ihren Fürsprecher vergeben, der für sie vor der himmlischen Instanz eingetreten ist und sie in Gottes Gunst wiederherstellen kann, außer wenn wir gegen Wissen und Erkenntnis sündigen. Wenn wir etwa so handeln, wäre das, als würden wir uns aus seiner Hand herausnehmen.

Es gibt indessen teilweise willentliche Sünden, Sünden, bei denen sowohl falsche Überzeugung oder Schwäche als auch ein gewisses Maß an Vorsatz eine Rolle spielen. Wie dies zu verstehen ist, darauf geben wir die Antwort, dass ein Unterschied besteht zwischen der Vergebung von moralischer „Schräglage” und von Sünde. Ein Kind hat z. B. etwas Falsches getan und Vater oder Mutter sagen: „Ich bestrafe dich dafür.” Dort gibt es dann zwei Elemente der Strafe, einmal die körperliche Züchtigung und dann das Missfallen der Eltern.

Für manche Kinder ist vermutlich der zweite Teil der Bestrafung, der Schatten zwischen ihm und den Eltern kaum auszuhalten. Da können dann die Eltern sagen. „Ich sehe, dass es dir Leid tut und du es nicht wieder tun willst; ich vergebe dir. Aber du weißt, dass es eine Strafe gibt für Ungehorsam.” Und dieses Verfahren irdischer Eltern ist unserer Meinung nach auch das Verfahren, das der Himmlische Vater anwendet.

Was nun den Propheten David anbelangt: Er beging zwei sehr schwerwiegende, schlimme Sünden, eine gegen Uria und dessen Frau und eine wegen des Todes von Uria. Doch wir erinnern uns auch, mit welcher Beharrlichkeit David den Herrn bat, und obwohl Gott ihm seine Vergebung zuteil werden ließ, musste doch Strafe sein. Davids Kind starb. – 2. Samuel 12:15 – 22

Und wiederum verleitete Satan David, gegen Gottes Anweisung das Volk zu zählen. Dies missfiel dem Herrn, und er strafte Israel. Auch hier bereute David sein Vorgehen und betete aufrichtig um Vergebung. Der Herr legte ihm drei Dinge vor, von denen er eines als Strafe für seine Sünde wählen sollte: „Wähle dir! Entweder drei Jahre Hungersnot; oder drei Monate dahingerafft zu werden vor deinen Bedrängern, und dass das Schwert deiner Feinde dich treffe; oder drei Tage das Schwert Jahwes und Pest im Lande, und dass der Engel Jahwes verderbe in allen Grenzen Israels.” – 1. Chronik 21:10 – 14 David wurde sich seiner eigenen Schwachheit bewusst, und demütig unterwarf er sich und traf eine Wahl. Die drei Tage Pest kamen über Israel, und 70.000 Mann fielen; doch in der Zwischenzeit, bevor die Strafe David erreichte, hatte er die Vergebung des Herrn erhalten.

Und so verhält es sich mit den Sünden des Volkes des Herrn. Wenn mehr oder weniger Nicht-Wissen vorhanden ist, dann steht die Strafe im Verhältnis zum Ausmaß des willentlichen Handelns. – Versuchungen unterliegen wir wie die Menschen im allgemeinen. Christus ist für die Sünden der Menschheit gestorben, und er spricht die ganze Menschheit ohne Gegenleistung davon frei, die Kirche jetzt und die Welt an ihrem Tag des Gerichts.

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