Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Eines Sinnes sein – in Christus

„Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus (gibt), wenn irgendeinen Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches (Mitleid) und Erbarmen, so erfüllt meine Freude, daß ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig, eines Sinnes seid.” – Philipper 2:1 und 2

Der Brief an die Philipper ist einer der Briefe, die der Apostel Paulus verfaßte, während er im Gefängnis in Rom war. Jahre später war er nach Philippi in Makedonien gegangen, nachdem er eine Vision von Gott empfangen hatte, von der er in Apostelgeschichte 16:9 – 12 berichtet. In seinem Brief an die Philipper drückt Paulus seine große Liebe für sie aus, aber er ermahnt sie auch, den Geist der Einheit zu bewahren – den Geist Christi – dem er Zeugnis gegeben hatte, als er bei ihnen war. Wir finden den Brennpunkt dieser Lektion im 2. Kapitel des Paulusbriefes, und unser Titel „Eines Geistes sein in Christus” ist das sich wiederholende Thema.

Die ersten zwei Verse dieses Kapitels, die wir als unseren Leittext benutzt haben, waren eine weitreichende Ermahnung an die Versammlung in Philippi. Während dieser Brief im besonderen an diese Geschwister gerichtet wurde, betrifft er auch die ganze Familie Gottes. Daher ist er auch ein guter Ratschlag für geweihte Gläubige überall, indem er eine Ermahnung zur Einheit und einer reichlichen Liebe füreinander zum Ausdruck bringt. Diese Verse zeigen, wenn wir den Geist der Einhheit und Harmonie wertschätzen und lieben sollen, wir uns des Lebens und des Beispiels unseres Herrn erinnern sollten – daß unsere Einheit in Christus ist.

Wir sollten uns auch der lieblichen „Gemeinschaft des Geistes” erinnern, welche die Wahrheit in unser Leben gebracht hat. Diejenigen, welche die Leere der Freundschaft dieser Welt nicht erkannt haben, können nicht verstehen, was der Apostel im Sinn hat, wenn er auf diese geistige Gemeinschaft hinweist. Wenn wir uns an die Freude unserer Verbundenheit erinnern, werden wir Sorge tragen, sie zu beschützen, daß wir ihre Freuden nicht verlieren. Wir wollen uns auch an unsere Stellung im Leibe Christi erinnern, daß wir zwar „viele Glieder” sind, aber „ein Leib”. – 1. Korinther 12:12

Paulus setzt diese Eingangsverse fort, indem er uns ermahnt, mit anderen in Harmonie zu leben – „daß ihr eines Sinnes seid”. Die Geschwister in Philippi erbrachten den Beweis, daß sie darin übereinstimmten, daß sie den Willen Gottes zu erkennen wünschten, und das sollte sich auch heute bei uns bewahrheiten. Jeder von uns ist daran interessiert, den Willen Gottes zu erkennen, und es ist der Wunsch eines jeden geweihten Herzens, Seinen Willen zu tun. Es wird Augenblicke geben, in denen andere nicht genau so handeln, wie wir es uns wünschten. Wenn wir unsere Geschwister betrachten, sind wir trotzdem völlig zuversichtlich, wie es Paulus war, daß es der gesegnete Wunsch eines jeden ist, Gottes Willen zu erkennen und zu tun.

Rechtes Denken

Wir lesen in Vers 3 und 4: „Tut nichts aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern daß in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst; ein jeder suche nicht auf das Seine, sondern ein jeder auch auf das des anderen.” In diesen Versen teilt Paulus uns mit, wenn wir die in den vorhergehenden Versen erwähnten Dinge zu tun wünschen, wir zuerst lernen müssen, unsere Gedanken in Übereinstimmung mit bestimmten Prinzipien der Gerechtigkeit zu bringen. Er betont diese Wahrheit wieder später in seinem Brief, wo er mit den Worten ermahnt: „Übrigens, Brüder, alles, was wahr, alles, was ehrbar, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was liebenswert, alles, was wohllautend ist, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob (gibt), das erwägt!” – Philipper 4:8

Der Apostel Paulus wußte, daß rechtes Denken zu rechtem Handeln führt. Wenn wir uns selbst richtig geprüft haben, wissen wir, daß der Apostel eine wundervolle Regel festlegte, indem er sagte: „Erwägt dies – denkt darüber nach!” So wollen wir uns bei unserem ernstesten Wunsch das Rechte zu tun, die Wichtigkeit des rechten Denkens in Betracht ziehen. Tut nichts aus Eigennutz oder privatem Gewinn. Tut nichts, was Streit, Reibung oder Parteiungen in dem Leibe Christi hervorruft. Tut nichts zur Selbsverherrlichung oder zum Zweck der Selbsterhöhung. Dies waren die Ermahnungen, die der Apostel Paulus den Geschwistern von Philippi mit auf den Weg gab und auch uns. Wie können wir uns vor der Versuchung bewahren, uns selbst zu erhöhen oder Dinge zu tun, die zu unserer Selbstverherrlichung dienen? Der Apostel sagt, wir vermeiden dies, indem wir richtig und demütig denken, „in der Demut des Geistes”. Wenn wir dies tun, werden wir dem Meister ähnlich sein, der sagte: „Nehmt auf euch mein Joch, und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ‚ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen‘.” – Matthäus 11:29 Jesus war von Herzen demütig, und Paulus ermutigt uns, die gleiche Sinnesart zu zeigen. Nur wenn wir dies tun, werden wir dazu imstande sein, bei anderen Eigenschaften zu erkennen, die besser sind als die, die wir selbst besitzen.

Wir sollten danach trachten, in jedem anderen Glied des Leibes Christi etwas zu erkennen, das zu einem besseren Grad entwickelt ist, als es bei uns ist. Wenn wir dies finden und über diese besondere Eigenschaft nachdenken, die unser Bruder oder unsere Schwester besitzen, so ist der Kampf gewonnen, und wir haben die Ermahnung des Apostels und die des Meisters befolgt. Wir wollen daher die Dinge, in denen wir uns hervortun mögen, vergessen, wenn sie uns davon fernhalten wollen, das zu sehen, worin unser Bruder sich auszeichnet. Wenn wir jene Dinge wertschätzen können, in welchen unsere Geschwister gut handeln, werden wir wenig Schwierigkeit haben, sie höher wertzuschätzen als uns selbst.

Der Sinn – die Gesinnung – des Christus

In der Diaglott-Übersetzung lesen wir in Philipper 2 in den Versen 5 bis 11: „Laßt diese Gesinnung in euch sein, die auch in Christus Jesus war, der, obgleich er in der Gestalt Gottes war, doch nicht über eine widerrechtliche Inbesitznahme nachsann, um Gott gleich zu sein, sondern sich selbst entblößte und Knechtsgestalt annahm, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch befunden er sich selbst erniedrigte und gehorsam bis zum Tod wurde, selbst bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beugen sollte, jener (Dinge) im Himmel und jener (Dinge) auf Erden und jener (Dinge) unter der Erde; und jede Zunge bekenne, daß Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters.”

Jesus war ursprünglich ein geistiges Wesen und bekannt als das Wort Gottes – Sein Hauptrepräsentant und Mundstück. Er war jedoch willens diese hohe Stellung zu verlassen und zur Erde zu kommen, um Gottes Absichten zu erfüllen. Er trachtete nicht danach, sich selbst zu erhöhen wie dies bei Satan der Fall war, als diesem einige Befugnis als Luzifer gegeben wurde. Jesus wünschte nur den Willen des Vaters zu tun. Er zeigte keinen Stolz oder irgendeinen Geist der Selbstsucht oder der Selbstverherrlichung. Er verließ seine himmlische Heimat und wurde ein Mensch.

Jesus, der mit Gott den Menschen erschaffen hatte, wurde zum Diener des Menschen, indem er den Erlösungspreis für Adam und seine Nachkommenschaft zur Verfügung stellte. Lukas 22:27 berichtet, daß Jesus sagte: „Denn wer ist größer, der zu Tisch Liegende oder der Dienende? Nicht der zu Tisch Liegende? Ich aber bin in eurer Mitte wie der Dienende.” Selbst wenn Jesus an dem Werk, den Menschen ins Dasein zu bringen, nicht beteiligt gewesen wäre, wären seine Lebenserfahrungen eine Demonstration der Demut gewesen. Seine Demut war jedoch eine größere Bekundung der Demut, wenn wir uns dessen bewußt werden, daß er als ein Hauptwerkzeug Seines Vaters das Menschengeschlecht miterschuf und doch ein Mensch wurde, um sein Leben zu ihrer Errettung niederzulegen.

Es gab einige, die Jesus als einen vollkommenen Menschen wertschätzten und gegen seine gnadenreichen Worte murrten, die aus seinem Mund hervorgingen. – Lukas 4:22 Sogar seine Feinde erkannten, daß kein Mensch jemals so zu ihnen gesprochen hatte, als dieser Mensch. – Johannes 7:46 Trotzdem wurde er verworfen und zum Tode verurteilt, indem er sich noch weiter erniedrigte. Jesus starb, aber selbst dabei starb er nicht einen gewöhnlichen Tod. Er starb den Kreuzestod, eine schändliche Form des Todes zwischen zwei Räubern. Dreieinhalb Jahre früher hatte der Himmlische Vater über ihn gesagt: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe”, und als er am Kreuz hing, war das alles was Jesus geschah. – Matthäus 3:17

Aufgrund der Treue Jesu bis in den Tod und seiner nachfolgenden Auferstehung und Erhöhung zur Herrlichkeit, erklärt Paulus in Philipper 2, in den Versen 10 und 11, daß jene im Himmel und auf der Erde, wie auch jede Zunge bekennen wird, daß Jesus Christus Herr ist, zur Ehre Gottes. Er spricht sogar von jenen, die „unter” der Erde sind, die in gleicher Weise den Namen Christi bekennen werden. Diejenigen, von denen gesagt wird, daß sie „unter” der Erde sind, sind die Massen der Menschheit, die jetzt in ihren Gräbern sind, aber in der Auferstehung der Toten hervorkommen werden. Dies sind wundervolle Worte des Lebens, denn sie sprechen von den Segnungen, die aufgrund der Demut unseres Herrn über alle Familien der Erde kommen sollen.

Wir denken wieder an Vers 5, „Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus (war)”, weil Christus Jesus unser Beispiel der Demut ist. Wir wollen den gleichen Geist wie Christus haben, den gleichen Grad der Demut, indem wir unsere eigenen Schwächen erkennen, die aufgrund unserer Unvollkommenheit vorhanden sind. Jesus gab in jeder Hinsicht vieles. Wie vergleichsweise wenig haben wir zu geben. Es gibt für uns weder einen Grund zur Prahlerei, noch uns selbst zu erhöhen. Was wir besitzen, ist uns durch die Liebe und Gnade des Vaters gegeben worden.

Die Hoffnung der Herrlichkeit

Die Geschwister von Philippi wußten, daß, wenn sie sich demütigen würden, sie erhöht und an Christi Königreich teilhaben würden, und wir wissen dies auch. Der Apostel Petrus schrieb. „Alle aber umkleidet euch mit Demut (im Umgang) miteinander. Denn ‚Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade‘. Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit.” – 1. Petrus 5:5 und 6 Was für eine wundervolle Beschreibung der Demut finden wir in diesen Worten.

Stolz ist die Sünde eines Herzens, das sich gegen Gott erhebt, und gewöhnlich beinhaltet es in der eigenen Einbildung weise zu sein. Als eine Charaktereigenschaft kann Stolz aus vielen Dingen hervorgehen. Jemand kann auf seine materiellen Besitztümer stolz sein oder auf Ehre und Wertschätzung, die ihm in dem Kreis, in dem er lebt und sich bewegt, entweder in dem gesellschaftlichen Leben oder dem Geschäftsleben gegeben wird. Jemand kann auf natürliche Schönheit oder auf Talente stolz sein. Stolz zu sein kann auch ein Ausdruck menschlicher Torheit und Respektlosigkeit gegenüber anderen sein, einfach weil jemand höher von sich denkt, als er sollte. Alle diese Dinge zeigen Stolz, den Gott völlig verabscheut.

Demut ist die Gnade der Bescheidenheit und der Tugend sich nicht selbst in irgendeiner Art anzupreisen. Sie besteht auf der Grundlage der Ehrfurcht vor Gott und wird durch die Weisheit der Reife entwickelt. Jemand der gereift und imstande ist den wahren Wert, der in ihm ruht, zu erkennen, wird bescheiden sein. Er kann nicht stolz sein. Dies ist der Grund, daß Demut ein Zeichen wirklicher Größe ist.

Gott widersteht allen unter Seinem Volk, die sich stolz, eingebildet oder egoistisch benehmen, weil sie erleuchtet worden sind. Sie sollten vor allem anderen wertschätzen, daß dies nur durch Gottes Gnade oder unverdiente Gunst geschehen ist, daß sie sich in einer Bundesbeziehung mit Ihm befinden. – Epheser 2:4 – 9 Tatsächlich kann Gottes Gnade nur den Demütigen, den Sanftmütigen und den Bescheidenen erwiesen werden – denen, die Ihn allein in ihren Herzen erhöhen. Nur diese befinden sich in einer Stellung, aus der sie Gott zur bestimmten Zeit erhöhen kann. Somit hat der Schrifttext, „habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war”, eine tiefere Bedeutung. Demut ist im Haushalt Gottes der Ausgangspunkt für Einheit, und sie ist die Grundlage der Einheit mit Gott, Seinem geliebten Sohn Jesus und innerhalb des Leibes Christi.

Weitere Ermahnungen

Der Apostel Paulus fährt in den Versen 12 – 18 unserer Lektion weiter fort: „Daher, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht nur wie in meiner Gegenwart, sondern jetzt (noch) viel mehr in meiner Abwesenheit, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und Zweifel, damit ihr tadellos und lauter seid, unbescholtene Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter dem ihr leuchtet wie (Himmels)-Lichter in der Welt, indem ihr das Wort des Lebens festhaltet, mir (als Grund) zum Rühmen auf den Tag Christi, daß ich nicht vergeblich gelaufen bin, auch nicht vergeblich gearbeitet habe. Wenn ich aber auch als Trankopfer über das Opfer und den Dienst eures Glaubens gesprengt werde, so freue ich mich und freue mich mit euch allen. Ebenso aber freut auch ihr euch, und freut euch mit mir!”

Es gibt in diesem Teil des Briefes des Apostel Paulus mehrere interessante Gedanken. Wir bemerken zuerst in Vers 12 die Anwendung der Worte „Gegenwart” und „Abwesenheit”. Diese wurden als Kontrast gegeben, daß die Geschwister in Philippi fortfahren sollten, treu zu sein, ob nun der Apostel sich unter ihnen befinden würde oder nicht. Das mit „Gegenwart” übersetzte Wort ist das griechische Wort parousia. Es ist das gleiche Wort, das benutzt wurde, als die Jünger Jesus fragten: „Was wird das Zeichen deiner Gegenwart sein und der Vollendung des Zeitalters.” – Matthäus 24:3 (Diaglott-Übersetzung) Dies hilft uns eine wichtige Wahrheit zu verstehen, weil es eindeutig ist, was parousia in der Anwendung des Paulus im Brief an die Philipper in 2:12 bedeutet. Es bedeutet „Gegenwart” und nicht „Kommen”, selbst wenn es im Neuen Testament manchmal (fälschlich) als „Kommen” übersetzt wird. Daher sind die Worte des Paulus „in meiner Gegenwart” in unserer Lektion etwas, an das wir uns erinnern sollten, wenn wir über das Zweite Kommen des Herrn und die Bedeutung des Wortes parousia sprechen, denn hier wird das Wort in einer Weise benutzt, in der die Begriffserklärung überhaut nicht stimmen würde. „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern”, sagt Paulus. Sicherlich lehrt diese klare Feststellung nicht den Gedanken „einmal in Gnade, immer in Gnade”.

Zuerst könnte es so scheinen, als ob die Worte des Paulus in einem Widerspruch zu der Wahrheit der Schrift stehen, daß die Errettung durch das Erlösungswerk Christi eine freiwillige Gabe Gottes ist. – Römer 3:24 und 5:15 – 21 Tatsächlich ist die Errettung von der Adamischen Verdammnis frei, aber wir haben einst diese Gabe bekommen und wurden aus der Sicht Gottes gerechtfertigt, aber wie Paulus zeigt, müssen noch weitere Werke getan werden. Wir müssen Gottes Willen in Treue tun. Wir müssen uns des ewigen Lebens würdig erweisen, indem wir „mit Ausdauer in gutem Werk Herrlichkeit und Ehre und Unvergänglichkeit suchen, ewiges Leben”. – Römer 2:7

Wir sollen unsere Errrettung „mit Furcht und Zittern” bewirken, sagt der Apostel. Dies bedeutet nicht sklavische Furcht zu empfinden, sondern tiefe Besorgnis und großen Eifer, daß wir nicht das Ziel verfehlen. Dies ist nicht die Ehr-Furcht von der in bestimmten Schriftstellen gesprochen wird, sondern sie geht von einem anderen griechischen Wort aus. Dieses wird von dem Apostel Paulus an anderer Stelle in folgender Weise angewandt. „Geliebte, so wollen wir uns reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes und die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes.” – 2. Korinther 7:1 Wir müssen in unserem christlichen Wandel zutiefst um das Werk besorgt sein „die Heiligkeit zu vollenden in der Furcht Gottes”.

Treue im Zeugnisgeben

Die Verse 13 und 14 aus dem 2. Kapitel des Briefes an die Philipper enthalten eine wichtige Lektion. Paulus zeigt, daß die Auswirkung unserer Errettung, in der wir und Gott miteinander verbunden sind, bei anderen, selbst denen in der Welt ihr Ergebnis finden sollte, daß sie uns als „tadellos und lauter und als unbescholtene Kinder Gottes finden”. In dieser Weise werden wir, wie der Apostel sagt, „wie (Himmels)-Lichter in der Welt leuchten”. Es überrascht uns nicht, daß die Geschwister in Philippi ermutigt werden, dieses Licht der Evangeliumsbotschaft weiterhin scheinen zu lassen. Diese Ermahnung läßt sich auch heute anwenden, denn Gottes Volk besitzt auch jetzt das Vorrecht in dieser gegenwärtigen Welt der Finsternis und Ratlosigkeit als Lichter zu scheinen.

Wenn wir diesen Geist nicht hätten, würde das „Evangelium vom Königreich” nicht „in aller Welt zu einem Zeugnis gepredigt” werden. – Matthäus 24:14 Weil jedoch die Heiligen Gottes dieser Zeit wünschen, als „Lichter in der Welt” zu scheinen, geht die Verkündigung der Botschaft vom Königreich in ihrer Klarheit hinaus. Durch geschriebene Seiten, durch Radio, durch Fernsehen, Internet, You tube und andere elektronische Medien wird fast jeder Winkel auf unserer Erde erreicht. Dies alles ist aufgrund derjenigen möglich geworden, die das Licht fortgesetzt scheinen lassen, sowohl individuell als auch in Zusammenarbeit.

Das Wort des Lebens

In Vers 16 unserer Lektion fordert Paulus die Geschwister in Philippi dazu auf, an „dem Wort des Lebens” festzuhalten, damit er sich dessen erfreuen könnte, daß seine Anstrengungen um ihretwillen nicht umsonst gewesen sind. Der Apostel sagt, daß wir das Wort des Lebens predigen sollen, aber nicht von Menschen gemachte Gaubensbekenntnisse, Theorien, menschliche Traditionen oder unbestätigte Rückschlüsse. Das Wort des Lebens ist Gottes Wort der Wahrheit. – Johannes 17:17 Wir sollen Sein Wort so darstellen, als wenn wir einer durstigen Seele einen Becher erfrischenden Wassers reichen. Wir sollen die Botschaft den Leuten und dem Land verkündigen, indem wir wissen, daß es hier und dort einige gibt, die danach dürsten.

Der Apostel weist auch auf „den Tag Christi” hin. Wir glauben, daß jener Tag nicht ein Hinweis auf das Evangelium-Zeitalter ist, sondern auf das kommende Messianische Zeitalter oder Königreich. Wenn wir darin treu sind, das Wort des Lebens jetzt bereit zu halten, werden wir imstande sein, uns mit Paulus des Tages des Königreiches Christi zu erfreuen. Es wird an jenem Tag sein, an dem diejenigen, die auf der Erde leben und diejenigen, die jetzt im Todesschlaf in ihren Gräbern liegen, völlig erleuchtet werden und „bekennen, daß Jesus Christus Herr ist zur Herrlichkeit Gottes, des Vaters”. Paulus ist erfreut über die Treue dieser kleinen Gruppe der Geschwister in Philippi, und wir erfreuen uns jetzt der Gelegenheiten, die wir haben, ein Wort des Trostes hörenden Ohren zu übermitteln, aber um wieviel größer wird die Freude im Königreich sein, wenn alle Gott erkennen werden „vom Kleinsten bis zum Größten”. – Hebräer 8:11

Wenige Arbeiter

Wir lesen in den Versen 19 – 24: „Ich hoffe aber im Herrn Jesus, Timotheus bald zu euch zu senden, damit auch ich guten Mutes sei, wenn ich um euer Ergehen weiß. Denn ich habe keinen (ihm) Gleichgesinnten, der aufrichtig für das Eure besorgt sein wird; denn alle suchen das Ihre, nicht das, was Jesu Christi ist. Ihr kennt aber seine Bewährung, daß er, wie ein Kind dem Vater, mit mir für das Evangelium gedient hat. Diesen hoffe ich sofort zu senden, wenn ich meine Lage übersehe. Ich vertraue aber im Herrn (darauf), daß auch ich selbst bald kommen werde.”

Diese zu Herzen gehenden Worte erinnern uns an das, was der Meister hinsichtlich des Predigtwerkes des Evangeliums sagte: „Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige.” – Lukas 10:2 Jahre später schaute der Apostel Paulus danach aus, zu erkennen, wen er senden konnte, die Geschwister in Philippi zu ermutigen. Er beklagte, daß die meisten nur auf das Ihre schauten und nicht auf die Dinge Jesu Christi. Timotheus war eine Ausnahme. Paulus konnte sich auf den treuen Timotheus verlassen, der immer bereit und freudig war, dem Herrn zu dienen. Hier haben wir eine Lektion, die uns angeht. Wie es in den Tagen Jesu war und in den Tagen der Apostel, so ist es jetzt. Es gibt in der Ernte wenige Arbeiter, aber wenn wir willens sind, uns selbst in Seinem Dienst zu opfern, stellt uns der Herr einen überfließenden Segen in Aussicht.

Der treue Epaphroditus

Über den letzten Teil unserer Betrachtung lesen wir in den Versen 25 – 30: „Ich habe es aber für nötig gehalten Epaphroditus, meinen Bruder und Mitarbeiter und Mitstreiter, euren Abgesandten und Diener meines Bedarfs, zu euch zu senden, da er ja sehnlich nach euch allen verlangte und er in Unruhe war, weil ihr gehört hattet, daß er krank war. Denn er war auch krank, dem Tod nahe, aber Gott hat sich über ihn erbarmt, nicht aber nur über ihn, sondern auch über mich, damit ich nicht Traurigkeit auf Traurigkeit hätte. Ich habe ihn nun um so eiliger gesandt, damit ihr, wenn ihr ihn seht, wieder froh werdet und ich weniger betrübt sei. Nehmt ihn nun auf im Herrn mit aller Freude und haltet solche (Brüder) in Ehren! Denn um des Werkes Christi willen ist er dem Tod nahe gekommen und hat sein Leben gewagt, um den Mangel in eurem Dienst für mich auszugleichen.”

Dies war sicherlich ein lieblicher Ausdruck der Wertschätzung. Der Name Epaphroditus bedeutet „lieblich”, und er war tatsächlich lieblich in seiner Charakterähnlichkeit mit Christus. Er ertrug viel, um dem Herrn zu dienen und riskierte sogar sein Leben, um den ihm anvertrauten Dienst auszuführen. Er diente dem Apostel Paulus und den Geschwistern in Philippi. Tatsächlich wird uns jedoch gesagt, er diente Christus. Ähnlich versichern uns die Schriften, daß wir mit allem, was wir tun, tatsächlich dem Herrn dienen. Wenn wir dem Geringsten dieser Kleinen dienen, und er unseren Dienst annimmt, wird es so gerechnet, als ob wir es ihm getan hätten. – Matthäus 25:40

Wir wissen nicht, auf welche Weise Epaphroditus sein Leben der Gefahr aussetzte, als er bestrebt war, den Dienst auszuführen, der ihm aufgetragen war. Alles was wir wissen, ist, daß er ihn gern, liebenswürdig und auf Grundlage der Liebe ausführte. Wir wollen daher in unserem Dienst für den Herrn, die Wahrheit und die Geschwister wie Epaphroditus sein. Laßt uns in einer liebevollen, selbstlosen und demütigen Weise dienen. Möge all unser Dienst, ob er in den kleineren oder den größeren Dingen getan wird „einmütig, eines Sinnes” in Christus Jesus getan sein.

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