Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Eine Versöhnung durch Blutvergießen war nötig

„Und ohne Blutvergießen gibt es keine Vergebung.” – Hebräer 9:22

Als Gott Israel als eine Nation aus Ägypten rief, geschah dies mit der Voraussicht, daß Er mit ihnen durch Moses einen Bund schließen würde. Der Bund bestand darin, daß sie bei Befolgung des göttlichen Gesetzes von dem Fluch befreit und ewiges Leben erlangen würden. Oder anders gesehen, daß sie bei Nichtbefolgung des Gesetzes mit dem Tod bestraft würden. Wenn sie dem Gesetz gegenüber gehorsam sein würden, sollten sie nicht nur ewig leben, sondern auch berechtigt sein, der dem Abraham besonders verheißener Same zu sein, durch den alle Nationen zur Einhaltung des Gesetzes und der Erlangung ewigen Lebens angeleitet werden sollten.

Aber Gott wußte im voraus, daß sie Sein Gesetz nicht halten konnten, weil sie durch den Sündenfall wie der Rest der Menschheit unvollkommen waren, und das Einhalten Seines Gesetzes das Maß eines vollkommenen Menschen verlangt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. Dies ist das erste und größte Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.” Mit Sicherheit könnte nur ein vollkommener Mensch diese Forderungen völlig erfüllen. Daher setzte es sich fort, daß die Israeliten trotz ihres Gesetzesbundes wie alle anderen Menschen starben. – Matthäus 22:37 – 39

Aber Gott, der im voraus erkannte, daß es für sie unmöglich sein würde, dieses Gesetz zu halten, sah zu ihren Gunsten unter jenem Gesetz Jahr für Jahr am 10. Tag des 7. Monats zu ihrer Wiederbelebung den Versöhnungstag vor, denn an jenem Tag des Jahres endete ihre Beziehung zu Gott.

Wir wollen, bevor wir das Gegenbild betrachten, das Vorbild verstehen lernen. Das Opfer für Sünden, das am Versöhnungstag dargebracht wurde, bestand aus zwei Teilen: als erstes wurde ein Stier geschlachtet und sein Blut im Allerheiligsten versprengt und durch dasselbe Sühnung angeboten, jedoch nur für die Sünden des priesterlichen Stammes. Dann nahm der Hohepriester sein zweites Opfer, einen geweihten Ziegenbock, und machte mit ihm das gleiche, was er mit dem Stier getan hatte. Und danach wurde das Blut des Ziegenbocks, „der für das Volk ist, für die übrigen Stämme Israels” im Allerheiligsten versprengt. – 3. Mose 16:15

Warum wurden diese Tiere getötet? Was ist der Gedanke, der sich hinter diesem Tod eines Tieres verbirgt? Welche Lektion wünschte uns Gott mit diesem Vorbild zu erteilen?

Die Verurteilung, die aufgrund der Verletzung des Mosaischen Gesetzes über die Israeliten kam, war keine Verurteilung zu ewiger Qual noch zum Fegefeuer, sondern einfach ein Todesurteil. Dies ist mit aller Klarheit festzustellen. Durch einen göttlichen Aufruf wurde das Volk dazu aufgefordert sich zwischen dem Berg Ebal und dem Berg Gerazim zu stellen, und Gottes Gesetz wurde den Versammelten vorgelesen. Bestimmte Gesetze wurden gezeigt, die Belohnung für Gehorsam in Aussicht stellten. Im Gegensatz dazu wurde von Flüchen gesprochen, welche als Strafe für die Verletzung jener Gesetzesvorschriften erfolgen sollten. Die Flüche bezogen sich auf Tod, Krankheit und Leiden.

Diese Verurteilungen, die über Israel kommen sollten, falls sie das von Gott am Sinai gegebene Gesetz nicht völlig einhalten würden, stimmen vollkommen mit der Verurteilung überein, die Adam auferlegt wurde, und die durch ihn über seine ganze Nachkommenschaft kam, weil er es verfehlt hatte, gegenüber dem ursprünglichen Gesetz gehorsam zu sein, das Gott in sein Herz gelegt und in seinen Charakter geschrieben hatte, gehorsam zu sein, als er ein vollkommener Mensch nach dem Bilde Gottes war. Daher war Israel unter dem Gesetzesbund allein verurteilt, allein zum Tod – nicht zu ewiger Qual noch zum Fegefeuer.

Denn, da Israel die Welt bildlich darstellte, wurde der Versöhnungstag für sie angeordnet, wie es in einem erweiterten großartigeren Ausmaß schließlich für alle Nachkommen Adams sein wird. Der Tod von zwei Tieren, dem Stier und dem Ziegenbock, die von dem Priester besonders geweiht wurden, bewirkten eine Bedeckung der Sünden des Volkes für ein weiteres Jahr, währenddessen sie aufs neue versuchten, ihre Treue gegenüber Gott und Seiner Gerechtigkeit durch Gehorsam gegenüber dem Gesetz darzustellen. Aber das Ergebnis konnte nur in weiterem Fehlverhalten bestehen, und so geschah es auch, denn: „aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden; denn durch Gesetz (kommt) Erkenntnis der Sünde.” – Römer 3:20

So machten die Israeliten mehr als sechzehn Jahrhunderte lang Jahr für Jahr den Versuch, die göttliche Gunst durch Gehorsam gegenüber ihrem Gesetzesbund zu erlangen. Und Jahr für Jahr verfehlten sie es aufs neue, bis Jesus kam, um der gegenbildliche Priester und schließlich der gegenbildliche König Israels und der Welt zu werden. Sein priesterliches Amt war notwendig, um die Grundlage für sein königliches Amt zu legen. Als ein König konnte er Adam und seine zahlreiche Nachkommenschaft nicht entgegen Gottes Verurteilung, die über alle gekommen war, zur Vollkommenheit aufrichten, weil alle Sünder sind. Es war daher notwendig, daß Jesus, um der Messianische König zu werden, zuerst der Erlöser der Menschen sein mußte. Er mußte zuerst ein Opfer für Sünden zur Verfügung stellen. Dann mußte er es zur Befriedigung der Gerechtigkeit anwenden, danach auf Grund des Rechtes und der Autorität so gesichert konnte er die Aufrichtung und Segnung aller Menschen in Angriff nehmen.

Die gegenbildliche Erlösung durch Blut

Die großen Lehren, die durch Israels Erfahrungen vor mehr als sechzehn Jahrhunderten bestanden, waren:

  1. Daß alle Menschen Sünder sind,
  2. daß kein Sünder sich selbst rechtfertigen kann,
  3. daß eine Versöhnung hinsichtlich der Sünden notwendig ist, bevor die göttliche Gunst für die ganze Menschheit wiedererlangt werden kann,
  4. daß, da die Strafe der Tod ist, Sünder nur durch einen Opfertod von der Todesstrafe befreit werden können

Wir alle kennen die Argumente, die von jenen benutzt werden, die sich im Gegensatz zur biblischen Lehre der Erlösung von Sünden durch Blut befinden. Sie behaupten, daß es unnötig ist; indem Gott ebenso einfach alle Sünden streichen konnte ohne die Todesstrafe des Stieres noch des Ziegenbocks zu fordern oder von Jesus oder von irgendjemand sonst.

Aber sind solche Behauptungen nicht unlogisch? Ist es nicht unlogisch zu vermuten, daß der große oberste Richter des Universums ein Gesetz machen und darin eine Todesstrafe vorsehen würde, die Strafe gerechterweise verhängen und danach dieselbe ohne einen Grund aussetzen würde? Sicherlich würde ein irdischer Richter nicht so handeln, und sicherlich könnte ein Himmlischer Richter nicht so handeln, ohne die Prinzipien Seiner eigenen Herrschaft zu brechen; denn wenn es richtig ist, ein Todesurteil für Sünde aufzuerlegen und zu erlauben, daß das Urteil für viertausend Jahre bis auf Christus gilt und unserem ganzen Geschlecht darunter zu leiden erlaubt, wäre es da nicht ungerecht, danach eine Änderung zu treffen, um das Gesetz beiseite zu setzen, den Fluch, die Strafe für Sünde? Sicherlich sehen wir alle dies ein!

Einige werden jedoch sagen, daß Gott mit Sicherheit keine solche Strafe verhängte. Warum sollte Er eine Strafe verhängen, die den Tod Seines Sohnes verursachen würde oder den Tod von irgendjemand, um es außer Kraft zu setzen, um es zu beseitigen? Wir antworten, daß Gott eine solche Strafe vorsah; denn es ist offenbar, daß unser ganzes Menschengeschlecht ein sterbendes Geschlecht ist, welches sechs große Tage von je eintausend Jahren unter der Herrschaft von Sünde und Tod gewesen ist. Außerdem erklärt die Bibel, daß Gott die Strafe ankündigte – die Todesstrafe wie wir sie haben – zu einem Zweck anordnete und mit dem Ziel des Todes Seines Sohnes, daß Er so den Beweis erbringen möge, sowohl für die Engel als auch für die Menschen, daß Sein Gesetz unantastbar, aber Seine Gerechtigkeit Seiner Liebe völlig angeglichen ist.

Die besseren Opfer des Christus

Wenn das Jüdische Gesetz einen Hinweis gab, daß ein Opfertod zur Streichung der menschlichen Sünde nötig sein würde, so gab es auch einen Hinweis, daß der Tod von Stieren und Ziegenböcken nicht zur Annullierung der menschlichen Sünde ausreichend war, weil die Opfer des Jüdischen Versöhnungstags die Sünden nur für ein Jahr bedeckten und sie tätsächlich überhaupt nicht wegnahmen.

Das Opfer war von einer angemessenen Art – ein Leben – aber das Leben war nicht von ausreichendem Wert. Warum? Weil das Gesetz der Gerechtigkeit nicht den Tod eines Stieres oder Ziegenbocks als zufriedenstellenden Gegenwert für das verwirkte Leben Vater Adams annehmen würde. Wenn ein Engel gesündigt hätte und zum Tod verurteilt worden wäre, würde nur der Tod eines Engels gleichen Grades und Standes eine völlige Gegenrechnung oder Lösegeld für sein Leben bedeutet haben; denn die Bedeutung des Wortes Lösegeld ist anti-lutron – ein entsprechender Preis.

So konnte auch nicht der Tod eines Engels einen Menschen erlösen, weil es nicht die Gabe eines entsprechenden Preises gewesen wäre. Auch unser Erlöser konnte nicht in seiner vormenschlichen Gestalt als der Logos, das Wort, sein Leben für Vater Adam gegeben haben, weil dies nicht ein entsprechender Preis gewesen wäre – ein Lösegeld-Preis (griechisch: anti-lutron). Um Vater Adam zu erlösen war nicht mehr und nicht weniger als der Tod eines Menschen erforderlich. Daher verließ der Sohn Gottes die Herrlichkeit, die er bei dem Vater als der Logos hatte, und wurde Fleisch und wurde der Mensch Christus Jesus, „damit er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte”.

In Harmonie damit schreibt Paulus an Timotheus – 1. Timotheus 2:5 und 6 -, daß der Mensch Christus Jesus sich selbst gab als ein Lösegeld für alle. Und so erklärt der Apostel wiederum: „Denn weil der Tod (nicht ewige Qual) kam durch einen Menschen, (Adam) so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; (Christus) denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.” – 1. Korinther 15:21 und 22

Beachten wir sorgfältig in diesem letzten Schrifttext (und auch überall sonst in den Schriften), daß die Gegensätze nicht Himmel und Hölle sind, nicht Freude und Leiden, sondern Leben und Tod – Auferstehungsleben durch Christus, Tod durch Adam. Beachten wir auch, daß die Strafe, die für Adams Sünde von dem Menschen Christus Jesus bezahlt würde, nicht eine Strafe zu ewiger Qual war, noch eine Strafe zum Fegefeuer, sondern eine Todesstrafe, „daß Christus für unsere Sünden gestorben ist nach den Schriften”. – 1. Korinther 15:3

Wir bemerken wiederum, daß nur der eine Mensch, Adam, geprüft wurde, der sündigte und zum Tod verurteilt wurde; daß alle unseres Geschlechts den Tod und seine Erniedrigung durch Vererbung erlitten und nicht kraft des Todesurteils. Daher wurde es möglich, daß der Tod des Menschen Christus Jesus eine völlige Aufrechnung gegenüber den Forderungen der Gerechtigkeit gegen Vater Adam bewirken und im Übrigen alle des Adamischen Geschlechts einschließen konnte.

Gott ordnete Israels vorbildlichen Versöhnungstag als ein Vorbild des wirklichen Versöhnungstags an, der mit der Taufe Jesu begann und sich seitdem fortgesetzt hat, und der in der Zukunft für weitere 1.000 Jahre fortbestehen wird. Die Tötung des Stieres im Interesse der priesterlichen Familie fand sein Gegenbild in dem Tod Jesu, der mit seiner Weihung am Jordan begann und dreieinhalb Jahre später auf Golgatha vollendet wurde. Als ein Mensch opferte Jesus seine menschliche Natur, den Leib, den er zu einem besonderen Zweck des Opfers angenommen hatte. Gott gegenüber war jenes Opfer zufriedenstellend, was durch seine Auferstehung von den Toten angezeigt wurde.

Weiterhin wird uns versichert, daß unser Herr nicht nur aus den Toten auferweckt, sondern als eine Neue Schöpfung zu einer noch höheren Natur erhoben wurde, als der, die er zuvor besaß, als er des Vaters Anweisung ausführte der Welt Erlöser, Priester und König zu sein. Seine Auferstehung war zur Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit – Philipper 2:20 -, weit hinaus über die menschliche Natur, die Engelsnatur; Fürstentümer und Mächte und über jeden Namen, der genannt ist. – Epheser 1:21

Der auferstandene Sohn Gottes blieb vierzig Tage bei seinen Jüngern, und als er zur Höhe aufgefahren war, erschien er in der Gegenwart Gottes, und entsprechend dem Vorbild wandte er den Verdienst seines Opfers für den Haushalt des Glaubens an – die gegenbildlichen Leviten. Die Annahme seines Versöhnungsopfers und im Übrigen die Annahme seiner wartenden Nachfolger wurde mit dem Erscheinen des Heiligen Geistes zu Pfingsten offenbart.

Hinzufügung der Glieder seines Leibes

Wie Aaron im Vorbild durch göttliche Führung zugestimmt hat, daß seine Söhne Glieder mit ihm in der Priesterschaft unter seiner leitenden Stellung sein sollten, so hat Christus Jesus während dieses Evangelium-Zeitalters im Gegenbild Gliedern für die Königliche Priesterschaft zugestimmt, über die er das Haupt ist. Und diese wurden von den Leviten genommen, von der Klasse, für die die Versöhnung durch Aaron im Vorbild und durch Jesus im Gegenbild gemacht wurde.

Im Vorbild kam Aaron, nachdem er das Blut des Stieres versprengt und für das Haus Levi Versöhnung bewirkt hatte, und schlachtete den Ziegenbock. So kam Christus zu Pfingsten zum Vorschein, nachdem er Versöhnung für die Sünden der gegenbildlichen Leviten zu machen beendet hatte, um sie zu segnen und sie als Mitopferer und als Miterben anzunehmen. Der Ziegenbock, den Aaron als den zweiten Teil seines Sündopfers schlachtete, stellte in den mehr als zwanzig Jahrhunderten, die seit Pfingsten verstrichen sind, all die treuen Fußstapfennachfolger Jesu dar. Diese betreffend betete Jesus: „Ich bitte für sie; nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast” … „aber nicht für diese allein bitte ich, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben, damit sie alle eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir.” – „Ich in ihnen und du in mir.” – Johannes 17:9 und 20 – 23

Übrigens begann Jesus als Hoherpriester in der Herrlichkeit zu Pfingsten die Opferung der Bock-Klasse, seiner treuen Nachfolger. Das Werk ist seitdem fortgefahren. Die Leiden Jesu haben sich somit über Jahrhunderte ausgedehnt. Wie Petrus erklärt, sprachen die Propheten von den Leiden Christi und der Herrlichkeit, die folgen sollte. – 1. Petrus 1:10 und 11 Die Leiden sind noch nicht vervollständigt worden, und daher ist die Herrlichkeit noch nicht gekommen. Wenn die von Gott vorherbestimmte Vollzahl ihren Lauf in Treue im Tod beendet hat, wird der gegenbildliche Versöhnungstag zuende gehen. Der große Hohepriester wird mit seinem Leib jenseits des zweiten Vorhangs in die himmlische Herrlichkeit hinübergehen; die Erste Auferstehung vollendet den Wechsel. Die Segnung des Volkes wird folgen.

„Ich bin Jesus, den du verfolgst”

Daß Jesus seine Nachfolger als seine Glieder betrachtet, wird so durch den Apostel klar bestätigt. In ihrem Fleisch werden sie als Glieder Jesu gerechnet; als Neue Schöpfungen, die vom Geist gezeugt sind, werden sie als Glieder des Christus gerechnet. So sagte Jesus zu Saulus von Tarsus, als er von seinen Nachfolgern sprach: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?” „Ich bin Jesus, den du verfolgst.” – Apostelgeschichte 9:4 und 5 Die gleiche Sache bewahrheitet sich bei jedem wahren geweihten Nachfolger des Herrn Jesus Christus.

Weil sie in der Welt sind und leiden, sind die Leiden Jesu noch nicht beendet. Und die Herrlichkeit des Christus kann völlig nur in dem Verhältnis erlangt werden, in welchem die Leiden Jesu vollendet sind. Im Vorbild wurde dies alles bildlich in den Dingen dargestellt, welche mit des Herrn Ziegenbock geschahen, der die treu opfernden Glieder darstellte, das Fleisch Jesu. Wie der Ziegenbock durch all die Erfahrungen des Stieres ging, so müssen die Fußstapfennachfolger Jesu ähnliche Trübsale, Schwierigkeiten, Anfeindungen und Verfolgungen erleiden, wie die, die über den Meister kamen.

Mit der Vollendung des Priesters der Herrlichkeit am Ende der Leiden des Fleisches wird die Ausgießung des Blutes im Interesse von Israel und des ganzen Adamischen Geschlechts jeder Nation erfolgen. Im Vorbild nahm Aaron das Blut des Ziegenbocks, seines zweiten Opfers, und sprengte es auf den Versöhnungsdeckel zugunsten des ganzen Volkes Israel, welches alle diejenigen darstellte, die das Volk Gottes von jeder Nation werden. Die unverzügliche Annahme dieser Opfer sprach von der Vergebung der Sünden von allen.

So verhält es sich auch im Gegenbild. Wenn unser Herr das zweite Mal das Blut im Allerheiligsten versprengt, werden die Sünden des ganzen Volkes – der ganzen Welt – ausgetilgt. In dem gleichen Augenblick wird der Erlöser sie als einen erkauften Besitz übernehmen, und unter der göttlichen Anordnung wird er über sie seine königliche Macht ausüben. Er wird zu ihrer Segnung und Erbauung herrschen. Als der große Fürst der Herrlichkeit wird er den Fürsten der Finsternis, Satan, binden und all seine Werke des Bösen vernichten und die arme Menschheit zurück zur Harmonie mit Gott bringen – all die Willigen und Gehorsamen.

O, wie dies unsere Herzen begeistert und uns dazu veranlassen sollte, sowohl die Weisheit als auch die Gerechtigkeit Gottes wertzuschätzen, Seine große Liebe, die sich in Seinem Plan offenbart, welcher zu seiner Entwicklung Zeitalter erfordert hat, aber schon vor Grundlegung der Welt von Gott beabsichtigt war.

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