Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Die Hoffnung und die Auferstehung der Toten

„Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute vor euch gerichtet.” – Apostelgeschichte 24:21

Die Auferstehung ist eines der zentralen Themen in der Bibel. Sie wird in Hebräer 6:2 als eine Lehre vom Apostel Paulus gekennzeichnet. Es gibt eine Hoffnung durch die ganze Bibel hindurch, daß ein besserer Tag kommt, wenn die Toten wieder leben werden.

Warum ist eine Auferstehung notwendig? Wir lesen in 1. Korinther 15:21 – 22: „Denn da ja durch einen Menschen (der) Tod (kam), so auch durch einen Menschen (die) Auferstehung (der) Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.” Nicht einige, sondern alle werden lebendig gemacht werden. Die Auferstehung ist der Mechanismus für die Wiederherstellung des ganzen Menschengeschlechts.

Das biblische Wort für Auferstehung ist das griechische Wort anastasis. Es bedeutetet „ein Auferstehen” oder „zu veranlassen aufzuerstehen”. Das ist das Konzept. Das Wort „Auferstehung” erscheint ausschließlich im Neuen Testament. Aber lehrt auch das Alte Testament die Auferstehung?

Auferstehung im Alten Testament

Das Konzept einer Auferstehung wird im Alten Testament an vielen Stellen dargestellt. Psalm 90:3 sagt: „Du läßt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!” Gott sagt, daß die Menschen sterben und zu den Elementen zurückkehren werden. An anderer Stelle im Alten Testament wird auf den Tod als ein „Schlafen im Staub” hingewiesen. 1. Samuel 2:6 – 8 sagt: „Der HERR tötet und macht lebendig; er führt in den Scheol hinab und wieder herauf. Der Herr macht arm und macht reich; er erniedrigt und erhöht. Er hebt den Geringen aus dem Staub empor… .”

Der Mensch ist in den Kreislauf von Leben und Tod eingeschlossen. Aber Gott hat verheißen, daß er ihn emporheben will. Jesaja 35:10 sagt: „Und die Befreiten des HERRN werden zurückkehren… .“

Diese Schrifstellen weisen auf eine wundervolle Zeit hin, wenn die Menschen aus dem Staub zurückkehren sollen. Daniel 12:2 sagt: „Und viele von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden aufwachen.” Gott verheißt, daß Er den Menschen wiederherstellen und zum Leben zurückbringen will.

Hiob bestätigt diese Erwartung eines Erwachens. Wir lesen in Hiob 14:13 – 15: „Daß du mich doch im Scheol verstecktest, mich bärgest, bis dein Zorn sich abwendete, mir ein Ziel setztest und dann meiner gedächtest! Wenn ein Mensch stirbt, wird er etwa wieder leben? … Du würdest rufen, und ich würde dir antworten.” Wenn der Herr ruft, werden die Menschen antworten und aus dem Grab hervor kommen. Hiob glaubte dies so sehr, daß er Gott bat, ihn im Grab zu verstecken, bis die Zeit seiner Trübsale vorüber wäre.

Es gibt ein anderes Bild der Auferstehung, das im Alten Testament entworfen wird – eine Entlassung aus dem Gefängnishaus des Todes. Im Psalm 146:7 lesen wir: „Der HERR macht die Gefangenen frei.” Es ist der Zweck eines Gefängnisses Gefangene darin festzuhalten, und bis die Tür entriegelt wird, gibt es keinen Weg nach draußen zu gelangen. In Jesaja 61:1 lesen wir: „Der HERR hat mich gesalbt … Freilassung auszurufen den Gefangenen … und Öffnung des Kerkers den Gebundenen.” So besitzen wir eine biblische Hoffnung, daß die im Tode Gefangenen freigelassen werden.

Hosea 13:14 sagt: „Aus der Gewalt des Scheol sollte ich sie befreien, vom Tod sie erlösen! Wo sind, o Tod, deine Dornen? Wo ist, o Scheol, dein Stachel?” In 1. Korinther 15:54 – 57 zitiert Paulus von Hosea: „Verschlungen ist der Tod in Sieg. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist, o Tod, dein Stachel?” Paulus fährt fort, indem er seine eigene Frage mit der Feststellung beantwortet: „Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft der Sünde aber das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt”. Wie und durch wen gibt Er uns den Sieg? „Durch unseren Herrn Jesus Christus!”

Die Wiederherstellung der Erinnerung des Menschen

Worin besteht der Unterschied zwischen geboren sein und auferstanden sein? In der Auferstehung wird Gott einen Leib Seiner Wahl vorsehen; den Atem des Lebens und der Erinnerung der Person, die auferstanden ist. Warum muß die Erinnerung in der Auferstehung wiederhergestellt werden? Weil sonst diejenigen, die wieder auferstanden sind, wie leere Schiefertafeln wären, wie ein Kleinkind ohne Erinnerung. Es gibt einen enormen Wert, der darin besteht, daß die Erfahrungen der Vergangenheit in die Erinnerung des auferstandenen Leibes zurückgebracht werden. Nur dann kann der Einzelne eine persönliche Erkenntnis der Auswirkungen der Sünde haben und sie mit den Segnungen der Gerechtigkeit vergleichen, die er im irdischen Königreich Christi erfahren wird. Nur Gott kann diese wunderbare Wiederherstellung der Erinnerung für all die Milliarden, die jemals gelebt haben, bewerkstelligen.

Die Auferstehung ist ein wesentlicher Teil des Planes Gottes. In Prediger 11:3 lesen wir: „Und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden fällt: an der Stelle, wo der Baum fällt, da muß er liegenbleiben.” Dies will sagen, daß ein Baum dort fällt, wo er steht. Die Richtung, in die er fällt, ist die Richtung, in der er verbleibt. Diese Illustration sieht eine gezielte Lektion vor, daß die Erinnerung, die ins Grab geht, die Erinnerung ist, die in dem auferstandenen Leib wiederhergestellt wird. Diejenigen, die in Rechtschaffenheit leben, werden Gerechtigkeit in ihrer Erinnerung haben, sobald sie auferstehen werden. Diejenigen, die mit verdorbenem Gedanken sterben, werden verdorbene Gedanken im Sinn haben, wenn sie auferstehen werden. Dies ist der Grund, warum Gott Sodom und Gomorra vernichtete, bevor sie noch weiter in Sünde und Erniedrigung versinken würden. Er stoppte die weitere Erniedrigung ihrer Sinne, bevor sie unwiederbringlich verloren sein würden in dem irdischen Königreich Christi.

Kann Gott die Erinnerung wiederherstellen? Hiob 33:29 – 30 sagt: „Siehe, das alles tut Gott zweimal, dreimal mit dem Mann, um seine Seele von der Grube zurückzuholen, damit er vom Licht des Lebens erleuchtet werde.” Was ist das Licht des Lebens? Es ist der Intellekt. Hiob sagt uns, daß der Mensch mit einer wiederhergestellten Erinnerung auferweckt wird.

Das Prinzip des Säens und Erntens wird in der Schrift benutzt, um die Wiederherstellung der Erinnerung in der Auferstehung zu illustrieren. In Hiob 4:8 lesen wir: „So wie ich es gesehen habe: Die Unheil pflügen und Mühsal säen, die ernten es.” Die Lektion ist: Was wir säen werden, werden wir auch ernten. In dieser gegenwärtigen bösen Welt scheint der Böse zu gedeihen. Aber diejenigen, die mit bösen Gedanken ins Grab gehen, werden in Christi Königreich eine Menge mehr zu tun haben, ihre Charaktere umzugestalten zur Ähnlichkeit mit Gott.

Die Hoffnung und Zusicherung der Auferstehung

Was ist die Grundlage unserer Hoffnung? In 1. Korinther 15:20 – 22 lesen wir: „Nun aber ist Christus aus (den) Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen; denn da ja durch einen Menschen (der) Tod (kam), so auch durch einen Menschen (die) Auferstehung (der) Toten. Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden.” Nach Jesus wurden seine Nachfolger, die Glieder des Christus sind, der Erstling von denen, die im Tode geschlafen haben. Sie sind auferweckt worden bei Jesu Wiederkunft (Gegenwart). Danach jene, die des Christus sind bei seiner Gegenwart. Die Menschenwelt wird in der Auferstehung folgen und schließlich werden alle, die jemals gelebt haben, lebendig gemacht werden. Dies ist die wundervolle Botschaft über die Auferstehung der Toten, daß alle werden auferstehen.

Es gab in den Tagen des Paulus einige, die sagten, daß es keine Auferstehung der Toten geben würde, und Paulus machte dazu in 1. Korinther 15:12 – 19 die logische Feststellung: „Wenn aber gepredigt wird, daß Christus aus den Toten auferweckt sei, wie sagen einige unter euch, daß es keine Auferstehung der Toten gebe? Wenn es aber keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt; wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist also auch unsere Predigt inhaltlos, inhaltlos aber auch euer Glaube. Wir werden aber auch als falsche Zeugen Gottes befunden, weil wir gegen Gott gezeugt haben, daß er Christus auferweckt habe, den er nicht auferweckt hat.”

Wenn es keine Auferstehung gibt, dann ist unser Glaube wertlos. „Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in euren Sünden. Also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verlorengegangen.” Paulus sagt, daß die Auferstehung ausschlaggebend für unseren Glauben ist. Die Auferstehung Christi war Gottes Siegel, daß sein Opfer für die Sünden angenommen wurde und die Auferstehung von allen stattfinden wird.

Unterschiedliche Auferstehungen

Es gab einige Wunder zeitlicher Auferweckungen von Toten in der Bibel. Diese Wunder veranschaulichten, daß etwas viel Größeres durch die Auferstehung ausgeführt werden würde. Sie zeigten Gottes Fähigkeit, das Leben jener wiederherzustellen, die gestorben waren. Apostelgeschichte 26:8 sagt: „Warum wird es bei euch für etwas Unglaubliches gehalten, wenn Gott Tote auferweckt?” Jesu Auferstehung zeigte auch Gottes Fähigkeit und Macht, die Toten zu einer höheren geistigen Natur auferstehen zu lassen, sogar zur göttlichen Natur. Philipper 2:9 und 10: „Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm den Namen verliehen, der über jeden Namen ist, damit in dem Namen Jesu jedes Knie sich beuge, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen.”

Es gibt zwei Klassen, die auferstehen werden. Paulus kennzeichnet sie in Apostelgeschichte 24:15: „… daß eine Auferstehung der Gerechten wie der Ungerechten sein wird.” Die „Gerechten” sind die gerechtfertigten Glieder der Braut Christi, und die „Ungerechten” ist die allgemeine Menschenheit. In Johannes 5:28 – 29 finden wir diese Erklärung: „Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden: die das Gute getan haben zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts.” Dies veranschaulicht im weiteren die himmlische und die irdische Auferstehung.

Die himmlische Auferstehung

Warum gibt es eine himmlische Auferstehung? In Kolosser 1:27 lesen wir: „Ihnen wollte Gott zu erkennen geben, was der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses unter den Nationen sei, und das ist: Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.” Er beschreibt die Herrlichkeit der Braut oder der treuen Nachfolger Christi. In Matthäus 25:31 lesen wir: „Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen.” Der Ausdruck alle „heiligen Engel” spricht von der verherrlichten Kirche. Sie sind in den Himmel erhöht worden in der Ersten Auferstehung. – Offenbarung 20:4 – 6

In Hebräer 11:40 lesen wir: „Da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet werden sollten.” Dies zeigt, daß die Kirche zuerst auferstehen muß, so daß sie bei dem Öffnen des Gefängnishaus des Todes für die übrige Menschheit mitwirken kann.

Die irdische Auferstehung

Die Alten Glaubenshelden wie Abraham, Isaak, Jakob und Noah werden eine irdische, „bessere Auferstehung” bekommen. Hebräer 11:35 und 39 sagt: „Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt … um eine bessere Auferstehung zu erlangen.” Sie werden auferstehen, nachdem die Kirche auferstanden ist, und bevor die Menschheit auferstehen wird. Sie werden vollkommen auferstehen, weil sie schon durch ihren Glauben gerechtfertigt wurden. Diese alle starben im Glauben, so daß sie Gott gegenüber für treu befunden wurden, und sie werden die irdischen Führer in Christi Königreich sein. Sie werden „Oberste auf der ganzen Erde” sein, die irdischen Repräsentanten im Königreich Christi. – Psalm 45:16

Als nächstes kommt die irdische Auferstehung der Menschheit, die in Johannes 5:28 und 29 mit den Worten beschrieben wird: „Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden … die das Böse verübt haben zur Auferstehung des Gerichts.” In der King James Bibel steht für „Gericht” das Wort „Verdammnis” – was eine falsche Wortwahl ist. Eine bessere Übersetzung ist das Wort „Krisis”. Was ist eine „Krisis”? Es ist ein Punkt der Entscheidung, der Entscheidung zwischen dem Eigenwillen und dem Willen Gottes eine Entscheidung zu treffen. Die dann auferstandenen Menschen müssen unter den vollkommenen Bedingungen des Königreichs den Eigenwillen ablegen und den Willen Gottes annehmen. Der Eigenwille führt zum Zweiten Tod. Unterwerfung unter Gottes Willen führt zum ewigen Leben. Dies ist es, was Josua meinte, als er die Feststellung machte: „Erwählt euch heute, wem ihr dienen wollt… .” – Josua 24:15

Wir können nicht mit Sicherheit feststellen, wie lange der irdische Wiederherstellungsprozeß dauern wird. Aber wir sind sicher, daß jeder im Königreich Christi letztlich hundert Jahre haben wird, um Gerechtigkeit zu lernen. Es könnte so die irdische Auferstehung während der tausend Jahre des Königreichs bis zu neunhundert Jahre weitergehen.

Schlußfolgerung

Im völligen Sinn wird das Auferstehungswerk vollendet sein, wenn alle den Punkt der Vollkommenheit erreichen, an welchem es keinen Tod mehr gibt. Dann werden alle Menschen auf einer vollkommenen Erde leben und ewiges Leben erlangen. Da wird der Tod nicht mehr sein, noch Trauer, noch Geschrei. – Offenbarung 21:4

Die Auferstehung ist eine der wichtigsten Lehren der Bibel. Ihre Bedeutung ist bei den meisten Christen verlorengegangen, aber sie ist ein entscheidender Teil des Verständnisses des Evangeliums des Königreichs. Es ist unsere Verantwortung, unser Vorrecht und unsere Freude, die Botschaft der Auferstehung den Menschen zu verkündigen. Christus hat sein Leben niedergelegt, um dies zu ermöglichen. Wie wichtig ist es uns?

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