Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Die Fußstapfen Jesu

Es gibt einige uns bekannte Aussprüche, die unseren christlichen Lauf anschaulich beschreiben, die wir in der gegenwärtigen Wahrheit allgemein benutzen. Es sind schöne und schriftgemäße Worte, die wir so frei und oft gebrauchen, dass wir befürchten, dass sie weitgehend ihre Bedeutung verloren haben. Sie gehen uns so leicht über die Zunge und sind so alltäglich und zwanglos. Ihre Belehrungen, die wir so sehr benötigen, könnten damit weitgehend ihre Aussagekraft verloren haben.

Wir sagen zum Beispiel, dass wir „den Fußstapfen Jesu folgen”. Dies wird durch Petrus und Johannes zu verstehen gegeben: „Denn hierzu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußstapfen nachfolgt.” – 1. Petrus 2:21

„Diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht.” – Offenbarung 14:4

Ein jeder von uns hat die Redensart „den Fußstapfen Jesu folgen” viele Male benutzt. Aber was bedeutet dies wirklich? Für eine weltliche Person mag es bedeuten, dass wir in das Heilige Land reisen und sorgfältig per Fuß denselben Weg zurückverfolgen, den Jesus einschlug, als er auf Erden war und von Bethlehem nach Golgatha ging. Einige religiöse Fanatiker tun dies tatsächlich. Landkarten sind verfügbar, die die Route zeigen, die dabei eingeschlagen werden muss. Ist dies das, was die Schriften meinen? Vielleicht sagen einige: „Nein, es bedeutet genau das zu tun, was Jesus tat.” Ist das so? Sollen wir erwarten buchstäbliches Wasser in Wein zu verwandeln, Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken, Volksmengen zu speisen, verraten und schließlich ans Kreuz genagelt zu werden? Wir denken nicht! In „den Fußstapfen Jesu zu gehen” muss. eine andere tiefgreifendere Bedeutung haben.

Eine andere Ausdrucksform, die wir immer wieder benutzen, ist die, dass wir versuchen „Überwinder” zu sein. „Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.” – Offenbarung 3:21

Dies bedeutet, dass wir überwinden müssen, wie Jesus überwand. Was überwand Jesus? Hatte er, wie es bei uns nötig ist, die Schwachheiten der gefallenen Natur und die sündigen Neigungen des Fleisches zu überwinden? Nein, er war ohne Sünde. Er war heilig, sündlos, unbefleckt und abgesondert von den Sündern. Wir sind dies nicht. Wir sagen: „Wir müssen mit ihm leiden.”

„Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.” – Römer 8:17

Leiden wir, haben wir Schmerzen? Vielleicht trifft dies bei einigen von uns zu, aber ist dies die Bedeutung des Schriftwortes? „Nein”, sagen jetzt wiederum einige. „Wir müssen leiden, was Christus erlitt.” Ja, aber was bedeutet das? Bedeutet es, dass wir buchstäblich gekreuzigt werden müssen, um verherrlicht zu werden?

Wir kennen das auffordernde Wort: „Trage dein Kreuz.”

„Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach!” – Matthäus 16:24

„Und wer nicht sein Kreuz trägt und mit nachkommt, kann nicht mein Jünger sein.” – Lukas 14:27

Bedeutet dies, dass ein jeder Christ gezwungen ist, wie Jesus ein buchstäbliches Holzkreuz zu tragen? Wenn dies nicht zutrifft, was bedeutet es dann? Wir sagen, dass „wir nicht von dieser Welt sind”.

„Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.” – Johannes 15:19

Dieses Wort ist für jene wirklich ein Geheimnis, die nicht in der Wahrheit sind.

Wenn wir nicht von dieser Welt sind, von woher kommen wir dann? Vom Mars? Vielleicht von einem Raumschiff? Sind wir nicht menschlich? Essen wir nicht Speise und trinken wir nicht Wasser und benötigen wir nicht Wärme und ein Heim wie die Übrigen von uns? Sind wir nicht dem Gesetz dieses Landes verpflichtet? Sind wir nicht Bürger? Was meinen wir damit, dass wir nicht von dieser Welt sind? Und wer hasst uns irgendwo?

Ein andere häufig benutzte Redewendung, die nicht immer verstanden wird, ist „tot mit Christus zu sein”.

„Das Wort ist gewiss. Denn wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben.” – 2. Timotheus 2:11

Was bedeutet es: „Tot mit Christus zu sein?” Wir finden eine ähnliche Schriftstelle in der Offenbarung: „Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.” – Offenbarung 2:10

Was müssen wir fortsetzen, um treu zu sein, bis wir sterben?

Es ist für uns wichtig, den Sinn dieser Redewendungen zu verstehen, die wir so frei und ungezwungen benutzen, weil die Lehren, die wir daraus ziehen, lebenswichtig für uns sind, um unsere Berufung und Erwählung festzumachen. Wir müssen erkennen, was es bedeutet, den Fußstapfen Jesu zu folgen, weil wir dies tun müssen, um zu den 144.000 zu gehören. – Offenbarung 14:3 und 4 Wir müssen erkennen, was „überwinden” beinhaltet, weil Offenbarung 3:21 sagt, dass nur Überwinder mit Christus herrschen werden. Wir müssen erkennen, was es erfordert, „mit Christus zu leiden”, weil Römer 8:17 sagt, dass wir ohne solche Leiden nicht mit ihm verherrlicht werden können. Wir müssen erkennen, was es bedeutet, „unser Kreuz aufzunehmen”, weil sowohl Matthäus 16:24 als auch Lukas 14:27 feststellen, dass wir nicht ohne dies zu beherzigen, Christi Jünger sein können. Wir müssen erkennen, was es bedeutet, „nicht von dieser Welt zu sein”, weil entsprechend Johannes 15:19 nur solche als Glieder des Christus erwählt werden. Lasst uns die Bedeutung von einigen dieser wundervoll beschreibenden Redensarten der Schrift betrachten.

In den Fußstapfen Jesu gehen

Christus hat uns „ein Beispiel hinterlassen, damit ihr seinen Fußspuren nachfolgt.” – 1. Petrus 2:21 Eine Fußnote besagt: „Er hinterließ dir ein Beispiel, und du musst seinen Fußstapfen folgen.”

Wir lesen: „Er macht meine Füße den Hirschen gleich und stellt mich hin auf meine Höhen.” – 2. Samuel 22:34, Psalm 18:33 Die Hirsche sind eine Art von Wild, deren hintere Läufe genau in die Spur ihren Vorderläufe treten, wenn sie ohne die geringste Ablenkung laufen. Wenn man ihre Fußabdrücke sieht, könnte man meinen, dass ein zweibeiniges Geschöpf hier gelaufen wäre, so präzise passt ein Fußabdruck in den anderen. Vielleicht sprachen die Propheten, als sie schrieben: „Er macht meine Füße den Hirschen gleich”, prophetisch von den Fußstapfennachfolgern Jesu, die, wenn sie so wandelten, die „Höhen” der göttlichen Natur erlangen würden.

Wenn wir genau in den Fußstapfen eines anderen gehen würden, so würden wir immer zum gleichen Bestimmungsort gelangen. Wenn wir den Fußstapfen Jesu so eng wie möglich folgen, so können wir nicht fehlgehen. Wir werden niemals verlorengehen, wir werden immer mit unserem Herrn sein, jetzt hier und danach im Himmlischen Königreich. Jesus sagte: „Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach! Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein: Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren.” – Johannes 12:26

Die „Ehre”, von der hier gesprochen wird, ist die göttliche Natur: „Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit”.

Als Jesus seine Jünger aussuchte, sagte er: „Folgt mir nach!” Er dachte dabei nicht daran, dass sie hinter ihm hergehen sollten. Er dachte an viel mehr als das. Er meinte, dass sie seinen Richtlinien, seinen Anweisungen, seinem Beispiel folgen sollten. Dies sind seine Fußstapfen. Wir wollen nun auf seine Fußabdrücke schauen, um zu sehen, wie nah wir ihnen folgen.

Der erste Schritt, den der Mensch Jesus machte, war der der Weihung. Paulus sagt: „Darum spricht er, als er in die Welt kommt: Schlachtopfer und Opfergabe hast du nicht gewollt, einen Leib aber hast du mir bereitet. … Da sprach ich: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben – um deinen Willen, o Gott, zu tun.” – Hebräer 10:5 und 7

Haben wir den Schritt der Weihung getan? Haben wir unseren eigenen Willen aufgegeben, wie Jesus es tat, sich dem Willen des Himmlischen Vaters zu unterwerfen? Haben wir alle irdischen Besitztümer, Hoffnungen und Ambitionen aufgegeben, indem wir unseren Leib dargestellt haben, als „ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, welches euer vernünftiger Dienst ist”? – Römer 12:1 Wenn wir es getan haben, dann sind wir dem wichtigsten Fußstapfen Jesu gefolgt.

Nachdem Jesus diesen ersten Schritt getan hatte, bekam er den Heiligen Geist. Haben wir diesen Beweis? Wir sollten nicht zu schnell „nein” sagen. Erwägen wir dies: Verstehen wir die tiefen Dinge des Planes Gottes? Verstehen wir die wichtige Bedeutung des Falles, des Lösegeldes, der kommenden Wiederherstellung aller Dinge? Wertschätzen wir den Hohen Ruf, unsere Teilnahme am Sündopfer und an der Segnung aller Geschlechter der Erde? Wenn wir es tun, dann besitzen wir den stärkst möglichen Beweis des Heiligen Geistes: „Uns aber hat Gott es geoffenbart durch den Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.” – 1. Korinther 2:10

Es gibt andere Beweise für den Besitz des Heiligen Geistes. Es sind die „Früchte” des Geistes: „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, (Duldsamkeit) Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit (Selbstbeherrschung).” – Galater 5:22 und 23

Der Besitz und die Entwicklung dieser Eigenschaften sind Beweise für den Heiligen Geist.

In die Wüste gehen

Jesu nächster Schritt waren seine Erfahrungen in der Wüste, wo er über Gottes Wort nachdachte und vom Teufel versucht wurde. Sind wir schon einmal in der Wüste gewesen? Der Weihung folgend, haben wir uns oft getrieben gefühlt, uns von den Ablenkungen der Welt zu entfernen, um Gottes Wort zu studieren, dass Seinen Plan offenbart und unseren Platz darin? Wir sind uns sicher, dass wir dies getan haben.

Jesus hungerte. Haben wir jemals nach Gerechtigkeit und Wahrheit gehungert? Haben wir gewünscht, damit erfüllt zu werden, und haben wir uns nach der Zeit gesehnt, in der die ganze Welt davon erfüllt sein wird?

Jesus wurde vom Teufel versucht. Die erste Versuchung bestand darin, dass er seine geistigen Kräfte missbrauchen sollte, um den Nöten seines Fleisches zu dienen, indem er Steine zu Brot werden lassen sollte. Jesus überwand diese Versuchung, indem er feststellte: „Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.” – Matthäus 4:4 Gehen wir in seinen Fußstapfen, indem wir für den Geist säen anstatt für das Fleisch? Ist für uns die Wahrheit die wichtigste Sache in der Welt, wichtiger als die Interessen des Fleisches?

Die nächste Versuchung, mit der Satan an Jesus herantrat, war, sich spektakulär von der Zinne des Tempels herabzustürzen. Jesus wies dieses Ansinnen zurück, indem er sagte: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.” – Matthäus 4:7 Dass wir in den Fußstapfen Jesu gehen, versuchen wir nicht äußerlich zu zeigen, noch durch unser irdisches Ansehen aufzuwerten. Den Geist eines gesunden Sinnes anwendend, wandeln wir vorsichtig, ohne unkluge Risiken einzugehen, indem wir erwarten, dass Gott uns auf wunderbare Weise vor den Folgen unseres leichtsinnigen Handelns bewahren wird.

„Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit. Und er sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfallen und mich anbeten willst.” – Matthäus 4:8 und 9

Dies war ein Vorschlag, Gottes Plan zu ändern, und Jesus lehnte dies ab. Er wusste, dass das, was Satan ihm vorschlug, nicht den Schriften entsprach. Er wusste, dass er gekommen war, um als ein Lösegeld zu sterben und nicht zu herrschen – herrschen sollte er später. Er erkannte, was höchst wichtig war, dass nur Gott anzubeten sei. Um diesem Fußstapfen Jesu zu folgen, dürfen wir niemals Kompromisse gegenüber der Wahrheit machen noch Gottes Plan ändern. Jesus sagte: „Geh hinter mich, Satan!” Er drückte sich dabei nicht sehr höflich aus. Er sagte nicht. „Möchtest du mich bitte jetzt verlassen? Bitte, ich möchte allein sein.” Nein, er sagte tatsächlich mit Nachdruck: „Geh weg! Geh weg von mir!” Er verhielt sich entschieden und positiv. Er jagte Satan weg, und der ging. Dies war ein bedeutsamer Schritt im Leben Jesu, ein Schritt, dem wir folgen müssen. Wir müssen Satan mit all unserer Kraft widerstehen. Er versteht nur eine offene Sprache und einen festen Standpunkt. „Widersteht aber dem Teufel! Und er wird von euch fliehen.” – Jakobus 4:7

Es gibt eine interessante Reaktion auf das Ereignis der Versuchung Jesu in der Wüste: „Dann verlässt ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herbei und dienten ihm.” – Matthäus 4:11

Mit was für einer schmackhaften und nahrhaften Speise müssen sie dem hungrigen aber triumphierenden Jesus gedient haben, viel besser als die Steine zu Brot zu machen, wie Satan es vorsah. Sie gaben ihm Speise für die Seele – Nachrichten von den himmlischen Höfen und Versicherungen der Liebe und Zustimmung Seines Himmlischen Vaters. Ein sehr wichtiger und allumfassender Schritt wird uns in Jesu eigenen Worten gezeigt: „Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe.” – Johannes 18:37

Alle Bibelforscher folgen diesem Schritt. Nach dem Hören und Verstehen des wundervollen Göttlichen Planes der Zeitalter können wir nicht anders, als darüber zu anderen zu sprechen. Jesus predigte das Evangelium vom Königreich, und wir tun das Gleiche. Wir können nicht alle vom Rednerpult aus sprechen oder durch das Radio oder Fernsehen, aber wir können alle – so wie wir Gelegenheiten dazu bekommen – zu Nachbarn und denen, die wir treffen, sprechen. Viele sind in die Wahrheit gekommen und haben die göttliche Natur erlangt, weil eine Traktat an ihre Tür gelangte. Diesen Fußstapfen von Jesus können wir folgen.

Was gibt es über die vielen mächtigen Wunder Jesu zu sagen? Er erweckte Tote zum Leben, heilte die Kranken, trieb Dämonen aus, speiste Volksmengen, machte Wasser zu Wein und ging auf den Wogen des stürmischen Sees. Können wir diesen Fußstapfen folgen? Wir können es, und wir tun es.

Aber auf welche Weise wecken wir zum Beispiel Tote auf? Durch unsere persönliche Verkündigung der Wahrheit und durch die Unterstützung des Erntewerks. Menschen, die tot sind in Übertretungen und Sünden, werden belebt und stehen auf und wandeln in Neuheit des Lebens. Wie wir lesen: „Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten! Und der Christus wird dir aufleuchten.” – Epheser 5:14 Dies ist in der Tat ein Auferwecken der Toten.

Wir heilen blinde Augen, wenn wir durch das Verkünden der Botschaft der Wahrheit den Anlass dazu geben, dass die Augen des Verständnisses geöffnet werden, und das herrliche Evangelium Christi in die Herzen scheinen kann. Dies sind Fußstapfen Jesu, denen wir folgen können und tun. Wir heilen taube Ohren, wenn unsere Botschaft in „hörende Ohren” gelangt, indem sie jemand zur Wertschätzung gegenüber Gottes wunderbarem Plan der Errettung bringt. Wir treiben Dämonen aus, wenn wir die Sinne der Menschen von den fürchterlichen Dämonen falscher Lehren, dem Aberglauben und der Furcht befreien. Die Lehre von der ewigen Qual ist eine der quälenden Dämonen, die wir beseitigen. Wir machen auch diesen Schritt, den Jesus machte.

Wir speisen die Volksmenge, wenn wir ein öffentliches Zeugniswerk unterstützen, dass Millionen von armen hungrigen Seelen erreicht und sie mit herzerfrischender gehaltvoller geistiger Speise versorgt. Wir folgen auch dem Schritt Jesu bei dem Wunder der Verwandlung von Wasser in Wein. Wir nehmen das reine Wasser der Wahrheit und benutzen es, um einen außergewöhnlichen Wein herzustellen, den Wein der Teilnahme und Gemeinschaft in dem vergossenen Blut Jesu Christi. Jesus wandelte über das stürmischen Meer, und wir folgen seinen Schritten. Durch des Herrn Gnade wandeln wir gelassen in einer Welt, die schlecht geworden ist, indem wir über die unruhigen und turbulenten Zustände dieser gegenwärtigen bösen Welt hinausragen, weil wir die Bedeutung von all diesem erkennen. Das Betrachten, was diese Schritte sind, und die Erkenntnis wie wir ihnen Tag für Tag folgen können, sollte beruhigend und ermutigend für uns sein. Wir sollten niemals die bekannte und wunderschöne Redewendung, „den Fußstapfen Jesu folgen” als banal und bedeutungslos betrachten.

Es gibt einen Schritt Jesu, den sonst kein anderer gegangen ist. Es ist der Schritt nach Golgatha. Diesen Schritt müssen auch wir in einer bestimmten Weise tun. Unserem barmherzigen Himmlischen Vater sei dank, dass wir nicht einen buchstäblichen „Tod am Kreuz” sterben müssen, aber wir müssen trotzdem wie unser Meister „gehorsam bis in den Tod” sein. Es ergibt einen Sinn, in welchem wir gekreuzigt worden und jetzt mit Christus gekreuzigt sind: „Da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, dass wir der Sünde nicht mehr dienen.” – Römer 6:6

„Denn ich bin durchs Gesetz (dem Gesetz) gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus gekreuzigt, und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, (und zwar im Glauben) an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.” – Galater 2:19 und 20

„Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir durch den Geist leben, so lasst uns durch den Geist wandeln.” – Galater 5:24 und 25

Wenn wir „durch den Geist wandeln”, wandeln wir in den Fußstapfen Jesu. Wir dürfen nicht vergessen, dass, wenn wir exakt in den Fußstapfen eines anderen gehen, wir an dem gleichen Bestimmungsort ankommen. Wie Jesus selbst sagte: „Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen … Ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten, … und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.” – Johannes 14:2 – 4

Überwinder

Eine andere Redensart, die wir häufig benutzen, ist die, dass wir „Überwinder” sind. Es ist wichtig, dass wir völlig verstehen, was dies bedeutet, weil die Verheißungen Christi für diejenigen, die überwinden, besonders überschwänglich sind. Diese Verheißungen der Offenbarung, der zuletzt berichteten Botschaft Jesu Christi, richten sich an die Kirche und wurden zu unserer Ermutigung gegeben. „Wer überwindet, dem werde ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, welcher in dem Paradies Gottes ist.” – Offenbarung 2:7 Dies ist deutlich eine Verheißung der Unsterblichkeit. „Wer überwindet, wird keinen Schaden erleiden vom zweiten Tod.” – Offenbarung 2:11 Dies verbindet sich mit „Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend Jahre.” – Offenbarung 20:6 „Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.” – Offenbarung 2:17 Manna war das Brot, das für Israel von dem Himmel herabkam, um ihr Leben zu erhalten. Es stellte das lebendige Brot, Jesus Christus, dar. Überwindern wird das verborgene Manna verheißen. Eine Eigenschaft des Mannas, das in einem goldenen Gefäß in der Stiftshütte „verborgen” war, bestand darin, dass es „unverderblich” war. Dies stellt gut den unsterblichen, unverderblichen Zustand dar, welcher der Kirche verheißen ist.

Was bedeutet der verheißene weiße Stein? In alten Zeiten wurde ein Versprechen über nicht endende Freundschaft durch die Vergabe eines kleinen weißen Steins bekundet. Der Stein wurde in zwei Hälften geteilt, jede Person schrieb ihren Namen auf eine Hälfte, und die beiden Hälften wurden dann getauscht. In Zeiten der Not oder Gefahr konnte das Vorzeigen der Hälfte des Steines dringend erforderliche Hilfe bringen. Der weiße Stein ist ein Symbol der engen individuellen und persönlichen Beziehung mit dem Herrn, derer wir uns durch die Versiegelung mit dem Heiligen Geist erfreuen. Der „neue Name” ist der des Bräutigams „den niemand kennt, als wer ihn empfängt”. Mit anderen Worten gesagt, ist es eine innig vertrauliche geistige Beziehung, welche die Welt weder erkennen noch wertschätzen kann. Es ist Abkommen des „weißen Steins”, das strikt zwischen dem Herrn und uns besteht, welches belegt, dass wir Gott und Christus gehören, wie auch Paulus schreibt: „Der Geist selbst bezeugt (zusammen) mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.” – Römer 8:16 und 17

Hier ist eine weitere kostbare Verheißung für „Überwinder”: „Wer überwindet, der wird so mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen aus dem Buch des Lebens nicht auslöschen und seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.” – Römer 3:5

Die verherrlichte Kirche wird das Kleid der Gerechtigkeit nicht ausziehen, sondern fortwährend in den weißen Kleidern wandeln. In der Herrlichkeit wird es nicht ein Kleid der zugerechneten Gerechtigkeit sein, sondern ein Kleid tatsächlicher Gerechtigkeit. Dies deckt sich mit dieser Beschreibung des Weibes des Lammes: „und ihr wurde gegeben, dass sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend, rein; denn die feine Leinwand sind die gerechten Taten der Heiligen.” – Offenbarung 19:8

Die Verheißung ist, dass der Name der Überwinder nicht ausgelöscht wird aus dem Buch des Lebens. Es gibt einen bestimmten himmlischen Bericht über einen jeden von des Herrn Volk. Wenn dein Name dort steht, dann hast du einen Grund zu überschwenglicher Freude. Jesus sagte: „Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel angeschrieben sind.” – Lukas 10:20 Ist das nicht ein überwältigender Gedanke? Dein Name mag nicht in irgendeiner irdischen Mitgliederliste einer Kirchengemeinde angeschrieben sein, aber er steht in Gottes himmlischem Verzeichnis. Das ist es, was wirklich zählt. Wenn wir Überwinder sind, ist die Zeit nicht zu fern, dass wir auf den Aufruf aus der himmlischen Rolle antworten. Die Zeichen geschehen vor unseren Augen: „Und in jener Zeit wird Michael auftreten, der große Fürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Und es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie sie (noch) nie gewesen ist, seitdem (irgend)eine Nation entstand bis zu jener Zeit: Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden, jeder, den man im Buch aufgeschrieben findet.” – Daniel 12:1

Gott gebe, dass unsere Namen dort verzeichnet sein mögen!

Gott sehen von Angesicht zu Angesicht

Jesus sagte: „Ich werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.” Können wir uns diese Versammlung vorstellen? All die treuen Überwinder sind zusammen in ihre herrlichen Leiber gekleidet. Alte Freunde, die einst durch denn Tod getrennt wurden, werden wieder vereint sein. Viele mit irdischen Familienbanden kommen wieder zusammen. Eine freudigere Gelegenheit ist kaum vorstellbar. Jesus ist dort, den wir ohne ihn wirklich zu sehen, so lange gekannt und geliebt haben. Er umarmt einen jeden von uns. Dann sagt Jesus: „Komm, lass mich dich dem Vater vorstellen!” Wenn wir in die Gegenwart des Himmlischen Vaters treten, sehen wir Seine herrliche Majestät, welche mit menschlichen Worten unmöglich beschrieben werden kann. Er ist von einer Menge von Engeln umgeben. Jesus führt uns einzeln zu dem Himmlischen Vater und zu Seinen Engeln und stellt uns mit Namen vor. Der Vater spricht gnädig zu einem jeden von uns, und wir fühlen Seine unendliche Liebe, die uns umgibt. Dies ist das Ereignis, das in Judas 24 beschrieben wird: „Dem aber, der euch ohne Straucheln zu bewahren und vor seine Herrlichkeit tadellos mit Jubel hinzustellen vermag.”

Wir denken, dass es diese Szene ist, die der Prophet David flüchtig zu sehen bekommt, wenn er schreibt: „Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.” – Psalm 16:11

Wir lesen in der Offenbarung: „Wer überwindet, den werde ich im Tempel meines Gottes zu einer Säule machen, und er wird nie mehr hinausgehen; und ich werde auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen der Stadt meines Gottes, des neuen Jerusalem, das aus dem Himmel herabkommt von meinem Gott, und meinen neuen Namen.” – Offenbarung 3:12

Dies ist eine Beschreibung der Vollendung unserer Hoffnungen. Der Tempel, der aus lebendigen Steinen, die wir sind, gebaut wird, wird als vollendet gezeigt. Wir sind ein Teil des Neuen Jerusalem, das im Namen Christi die Welt regieren und segnen wird.

„Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.” – Offenbarung 3:21

Wenn Christus auf dem Thron Gottes sitzt, und uns garantiert wurde, auf dem Thron Christi zu sitzen, dann wird uns sicherlich die Herrschaft über alle Dinge gegeben werden.

„Wer überwindet, wird dies erben, und ich werde ihm Gott sein, und er wird mir Sohn sein.” – Offenbarung 21:7

Die Belohnungen für das „Überwinden” sind wahrhaft erstaunlich. Aber dies ist nicht der einzige Grund, warum wir Überwinder werden möchten. Wir möchten „Überwinder” werden, weil wir wissen, dass dies Gott erfreut, und weil Christus, unser Beispiel, überwunden hat. Wir möchten seinen Fußstapfen nachfolgen, wir möchten bei ihm sein, wir möchten dort sein, wo er ist. Aber was bedeutet es wirklich zu „überwinden”? Was beinhaltet es? Das Wort „überwinden” deutet suggestiv auf einen großen Konflikt in einem Krieg hin, auf einen mächtigen Gegner, auf einen Kampf, in dem es den Sieg zu erlangen gilt. Dies bringt uns den Ausdruck des Apostel Paulus in Erinnerung: „Kämpfe den guten Kampf des Glaubens.” – 1. Timotheus 6:12 „Nimm teil an den Leiden, als ein guter Streiter Christi Jesu.” – 2. Timotheus 2:3 „Wachet, steht fest im Glauben; seid mannhaft, seid stark!” – 1. Korinther 16:13 Zu überwinden, erfordert Energie und Stärke des Charakters. Es erfordert Ausharren und Standfestigkeit, geduldiges Ertragen bis zum völligen Ende des gegenwärtigen Lebens.

Was ist es, was wir überwinden müssen? Wir müssen viele Dinge überwinden. Alle diese sind zusammengefasst in dem allgemeinen Begriff „Welt”.

„Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube.” – 1. Johannes 5:4

„Wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist?” – Jakobus 4:4

„Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm.” – 1. Johannes 2:15

Wir sollten aus diesen Schriftstellen nicht den Gedanken ableiten, dass wir keine weltlichen Menschen zu Freunden haben, noch sie als Freunde betrachten sollten. Denn dies würde zu verstehen geben, dass wir ihre Feinde wären, aber wir sollen nicht ihre Feinde sein. Wir sollen sie lieben. Wir sollen unserem Himmlischen Vater ähnlich werden, von dem geschrieben steht: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.” – Johannes 3:16

Dies scheint im Gegensatz zu der Aussage zu stehen: „Liebt nicht die Welt” – 1. Johannes 2:15 -, aber in Wirklichkeit ist es nicht so, wenn die Aussage richtig verstanden wird. Während wir gleich unserem Himmlischer Vater und unserem Herrn Jesus die Einzelpersonen der Welt lieben und eines Tages aufrichten und segnen sollen, sollen wir nicht die Herrschaft der satanischen Welt lieben noch den selbstsüchtigen Geist der Welt noch die Gott entehrenden Religionen der Welt noch die bestechliche Politik der Welt noch die verderblichen Sünden der Welt. Dies sind die Elemente der Welt, die wir hassen sollen, dies sind die Elemente der Welt, die uns hassen.

Gott liebt jeden Einzelnen dieser Welt und will einen jeden segnen. Es steht geschrieben, dass „Gott will, dass alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.” – 1. Timotheus 2:4 Jesus „war das wahrhaftige Licht, dass in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.” – Johannes 1:9 In Harmonie damit, sagt uns Jesus: „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen; damit ihr Söhne eures Vaters seid, der in den Himmeln ist! Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.” – Matthäus 5:44 und 45

Der Apostel bestätigt uns, dass dies die richtige Einstellung ist, indem er sagt: „Lasst uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Hausgenossen des Glaubens!” – Galater 6:10

Die Welt zu lieben, wie Gott sie liebt, ist nicht gegen die Warnung des Apostels gerichtet, mit der er die Kirche warnt: „Liebt nicht die Welt” und „Die Freundschaft gegenüber der Welt ist Feindschaft gegenüber Gott”. Eine Liebe, wie Gott sie zeigt, ist eine großartige und adelnde Liebe, die ohne Gemeinschaft mit der sündigen Welt zu haben, Mitleid mit den Gefallenen hat und nach der Zeit ausschaut, in der sie zurückkehren werden von ihrem Zerfall. Solch eine Liebe übersieht wohlwollend persönliche Feindseligkeit und Anfeindung. Sie übersieht selbstsüchtige Erwägungen und beachtet nicht rachsüchtige Gefühle. Sie zieht nur die Möglichkeiten, die Wege und Mittel zum Frieden, zur Läuterung und zum Segen in Betracht. Die Liebe der Welt, die Freundschaft mit der Welt, die der Apostel verdammt, ist die Liebe ihrer Gemeinschaft, einschließend die Teilnahme an ihrem Geist, ihren Zielen, ihren Gewohnheiten und Hoffnungen und ihren Methoden. Wenn irgendjemand die Welt in diesem Sinn liebt, so ist mit Sicherheit nicht die Liebe des Vaters in ihm.

Wir sind nicht von der Welt

Eine Redensart, die das Wahrheitsvolk des öfteren benutzt, ist die, dass „wir nicht von der Welt sind”.

„Wenn ihr von der Welt wäret, würde die Welt das Ihre lieben; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.” – Johannes 15:19

Jesus sagte: „Ich bin nicht von dieser Welt.” – Johannes 8:23 Er sagte von seinen Jüngern: „Weil sie nicht von der Welt sind, wie ich nicht von der Welt bin.” – Johannes 17:14 Er sagte kurz vor seiner Kreuzigung zu Pilatus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.” – Johannes 18:36

In einem bestimmten Sinn werden wir tatsächlich mit dem Weltraum identifiziert. Jesus sagte zu den Juden: „Ihr seid von dem, was unten ist, ich bin von dem, was oben ist.” – Johannes 8:23 Er sagte an einigen Orten, „Ich bin vom Himmel herabgekommen.” – Johannes 6:38 So sind wir, die wir in Christo sind, von einer unterschiedlichen Welt. Wir sind eine abgesonderte Nation, die in der Mitte des Volkes dieser Welt lebt. Wir sind eine friedliche Nation. Wir halten unsere Gesetze und ihre Gesetze. Die einzige Ausnahme mag dort bestehen, wo eine Verletzung des Gewissens eingeschlossen ist. Uns wurde gesagt, dass wir den „übergeordneten staatlichen Mächten” untertan sein sollen. – Römer 13:1 Paulus sagte: „Erinnere sie, (staatlichen) Gewalten (und) Mächten untertan zu sein, Gehorsam zu leisten.” -Titus 3:1 Wir bemerken, dass der Herr diesen Regierungen erlaubt hat, in der Welt ein Maß von Ordnung aufrecht zu erhalten. Wir werden von den Polizeikräften dieser Welt beschützt. Dies macht die friedliche Durchführung des Erntewerkes möglich. Wir können das Evangelium ungehindert verbreiten. Aus diesem Grund sagte Paulus: „Ich ermahne nun vor allen Dingen, dass Flehen, Gebete, Fürbitten, Danksagungen getan werden für alle Menschen, für Könige und alle, die in Hoheit sind, damit wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in aller Gottseligkeit und Ehrbarkeit.” – 1. Timotheus 2:1 und 2

Wir sind nicht von dieser Welt, weil wir wirklich Botschafter einer anderen Regierung oder „Welt” sind. Die Welt versteht uns nicht. Sie wissen nicht, dass wir einem anderen Königreich angehören. Aber wir verstehen sie. Sie können nicht verstehen, weil kein Mensch verstehen kann, was jenseits seines mentalen Zustandes ist. Wir, die vom Heiligen Geist gezeugt sind, verstehen trotzdem natürliche Dinge, aber der natürliche Mensch versteht keine geistigen Dinge.

„Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistig beurteilt wird. Der geistliche dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt.” – 1. Korinther 2:14 und 15

So wohnen wir als Söhne Gottes, Bürger des Himmlischen Königreichs, inmitten eines verdorbenen Geschlechts oder einer verdorbenen Generation, die seit 6.000 Jahren in Sünde gesunken ist. Darum erklärt unser Herr: „Ihr seid nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin.”

Wie können wir die Welt überwinden, so dass wir all die wunderbaren Verheißungen erben, die Überwindern gemacht wurden? Mit Hilfe welcher Kraft überwinden wir die Welt? Wie erlangen wir den Sieg? Um die Welt zu überwinden, bedarf es einer ungeheuren Kraft. Hier ist die Antwort: „… dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat: unser Glaube!” – 1. Johannes 5:4

Die sinngemäße Bedeutung des Glaubens

Glaube? Glauben an was? Das Wort „Glaube” hat zwei sinngemäße Bedeutungen. Entsprechend dem Wörterbuch ist die erste Bedeutung: „Feste und ernste Überzeugung eines wahrscheinlichen Beweises irgendwelcher Art, besonders einer moralischen Wahrheit.” Dies beschreibt gut unseren festen und ernsten Glauben an Gott und Seinen Sohn Jesus Christus. Obwohl wir sie nicht gesehen haben, ist unser Glaube, dass die Bibel das inspirierte Wort Gottes ist, das in jeder Beziehung wahr ist, und, dass der Herr gut ist und alles ausführen wird, was Er verheißen hat.

Aber es gibt eine weitere Bedeutung des Wortes „Glaube”, die als „das, was geglaubt wird, ein System religiösen Glaubens”, definiert wird. Strongs Bibelkonkordanz bezeichnet es als „ein System religiöser Wahrheit”. Das Wort wird in den Schriften öfters so benutzt: „Seid nüchtern, wacht! Euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann. Dem widersteht standhaft durch den Glauben.”

Wir denken, dass es so in dem Schriftwort benutzt wird: „Dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, unser Glaube.” Es weist hin auf „unseren allerheiligsten Glauben”. Das Wort wurde von Paulus benutzt, als er die Welt überwunden hatte: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.” – 2. Timotheus 4:7

Was müssen wir tun, um die Welt zu überwinden? Wir müssen in der Wahrheit bleiben. Wir müssen unseren Glauben an den göttlichen Plan der Zeitalter, den uns der Herr am Ende dieses Zeitalters offenbart hat, bewahren. Wir müssen Wahrheitsvolk bleiben. Dies ist eine der Endprüfungen. Durch Inspiration des Heiligen Geistes erlangte Paulus darüber eine besondere Offenbarung: „Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten.” – 1. Timotheus 4:1

Es sind schon viele fortgegangen, seit Bruder Russell hinter den Vorhang gegangen ist, und es werden wahrscheinlich noch sehr viele sein, die fortgehen. Diese werden keine Überwinder sein. Es erfordert Zielstrebigkeit, Wachsamkeit und Beharrlichkeit, ein Überwinder zu sein. Der Apostel Paulus ermahnt uns: „Wachet, steht fest im Glauben, seid mannhaft, seid stark!” – 1. Korinther 16:13

Diejenigen, die an der Wahrheit nicht festhalten, sondern ihren Glauben wegwerfen, werden den großen Lohn verlieren, der den Überwindern verheißen ist: „Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt.” – Hebräer 10:35 und 36

Lasst uns unser Vertrauen in die Wahrheit, in unseren Glauben, unsere Religion, unser System des Glaubens, das Gott uns am Ende dieses Zeitalters durch besondere und geehrte Werkzeuge wiederhergestellt hat, bewahren. Dies ist der gleiche Glaube, dessen sich die Urkirche erfreute, der aber verloren gegangen war.

„… war ich genötigt, euch zu schreiben und zu ermahnen, für den ein für allemal den heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen.” – Judas 3

Durch Festhalten an unserem Glauben in der Wahrheit und indem wir danach leben, entwickeln wir uns als Neue Schöpfungen. Wir überwinden all die bösen Einflüsse dieser Welt. „Dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, unser Glaube.”

Das Wort Gottes hat einen wunderbaren, umgestaltenden Einfluss. Es macht die Nachfolger Christi unterschiedlich von anderen – grundlegend unterschiedlich. Es würde fast scheinen, sie wären nicht mehr länger menschlich, und in einem bestimmten Sinn sind sie es nicht, weil sie Neue Schöpfungen sind. In welcher Weise sind sie unterschiedlich? „Selbsterhaltung ist das erste Gesetz der Natur.” Dies ist eine andere Weise, zu sagen, dass Selbstsucht das erste Gesetz der Welt ist. Die Menschen wollen als erstes ihr eigenes Leben bewahren. Wenn sie selbst in Gefahr kommen, werden sie fliehen und es dem anderen überlassen, sich zu wehren.

Wenn Nahrung und Wasser knapp werden, wird der Stärkere es dem Schwächeren wegnehmen und ihn sterben lassen. Natürlich gibt es einige bemerkenswerte Ausnahmen, besonders von Eltern, die sich für ihre Kinder aufopfern. Aber die allgemeine Regel ist die Selbsterhaltung. Evolutionisten erklären dieses Verhalten als „das Überleben des Stärksten”. Das stärkere Tier frisst das schwächere und überlebt. Dies ist das Gesetz der Welt, aber es ist nicht das Gesetz des Christus.

„Denn kaum wird jemand für einen Gerechten sterben; denn für den Gütigen möchte vielleicht auch jemand zu sterben wagen. Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, als wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.” – Römer 5:7 und 8

In was für einem Gegensatz steht dies mit dem Gesetz der Welt! Dies ist der Geist, dem wir nacheifern müssen. Wir sollen von dem Gesetz und Geist dieser Welt umgestaltet werden. Wie Christus für uns starb, so sollen wir mit ihm gestorben sein. Es gibt hier keine Selbsterhaltung, kein Überleben des Stärksten. Es ist der Tod, aber der Tod für einen Zweck. Wir müssen sterben mit Christus, damit wir mit ihm leben mögen, um einen freudigen Anteil daran zu haben, die Welt zu segnen.

Das Gesetz der Selbsterhaltung verwerfen

Das Volk des Herrn lehnt die Selbsterhaltung als erstes Gesetz der Welt ab und widersetzt sich ihm. Wir folgen den Fußstapfen Jesu, wozu Paulus uns aufruft: „Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.” – Römer 12:1 und 2

Anstatt dem Verhaltensmuster dieser Welt zu entsprechen, werden wir zu dem Verhaltensmuster Christi umgestaltet. Diese Umgestaltung geschieht durch die umgestaltenden Einflüsse, die das Wort Gottes auf uns ausübt. Wenn wir jenes Wort studieren, so nehmen wir Gottes Wege, Seine Weisheit, Seinen Geist in uns auf. Wir bemühen uns zu denken, wie Christus dachte und zu handeln, wie er handelte. In dem Umfang, in dem wir dies tun, wird die Weisheit dieser Welt aus unserem Sinn verdrängt, und unsere Sinne werden erneuert. Dies gefällt dem Herrn, denn wir lesen: „Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit bei Gott.” – 1. Korinther 3:19 Der Apostel Paulus beschreibt diese wichtige Veränderung in uns, indem er sagt: „Wir alle aber schauen mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn an und werden (so) verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie (es) vom Herrn, dem Geist, (geschieht).” – 2. Korinther 3:18

Die Herrlichkeit oder das Bild des Herrn wird durch Sein Wort reflektiert. Wenn wir Sein Wort studieren, erkennen wir Seinen großartigen Charakter. Wir sehen ihn durch Christus reflektiert und veranschaulicht. In dem Maß, in welchem wir ihn wertschätzen und kopieren, werden wir von Herrlichkeit zu Herrlichkeit von einer Ebene der Charakterähnlichkeit zu einer höheren verändert, mehr und mehr wachsend wie Christus. So werden wir Überwinder.

„Die Überwinder müssen alle bewährt sein als solche, die alles dem Herrn opfern. Sie müssen solche sein, die, wenn erforderlich, die Liebe, die Gemeinschaft und die Anerkennung jedes anderen Wesens aufzuopfern bereit sind, um sich die Liebe und die Gunst des Herrn zu bewahren. Wir glauben, dass diese Prüfung täglich an das geweihte Volk des Herrn näher und näher herantritt, und es geziemt einen jedem von uns, daran zu denken, dass dies einen Teil unserer Erprobung ausmacht, und dass wir dementsprechend suchen, was droben ist, und alle Neigungen töten, die sich auf Irdisches und auf solche Dinge richten, die unsere Zuneigungen und unsern Dienst für den Herrn hindern können.” – Manna vom 26. Juli

Wir müssen ausharren bis zum Ende unseres Lebens. Wenn wir es tun, so werden wir nicht nur die Welt überwinden, sondern sie auch gewinnen. Jesus sagte: „Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Macht über die Nationen geben; und er wird sie hüten mit eisernem Stab, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben.” – Offenbarung 2:26 – 28

Ja, die böse Herrschaft Satans wird zerschmettert werden, und die treuen Überwinder werden mit Christus herrschen, werden die Nationen regieren – fest und gerecht.

Wir sollten nicht fehlgehen in der Entschlossenheit, die Welt zu überwinden. Wir sollten dies enthusiastisch und freudig in Angriff nehmen – trotz der Hindernisse und Anfeindungen. Es kann getan werden. Jesus sagte: „Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.” – Johannes 16:33

Er ist uns voran gegangen. Wir wollen seinen Fußstapfen folgen.

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