Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Des Messias’ scharfe Pfeile

„Deine Pfeile sind scharf, sie unterwerfen dir die Völker; sie dringen ins Herz der Feinde des Königs.” – Psalm 45:6

Oft finden wir gerade bei dem Volk, dem vor allen anderen eine figürliche und bildliche Sprache gegeben wurde, um über die Bibel zu reden, sie geneigt sind, die wundervollen Sprachbilder, von denen es viele gibt, buchstäblich zu erklären. Diese Gewohnheit ist so gebräuchlich, daß selbst dann, wenn es um die Betrachtung des Buches der Symbole, die Apokalypse geht, sie geneigt sind, deren Feststellungen buchstäblich zu deuten, obwohl in der Einleitung die Erklärung gegeben wird, daß unser Herr Zeichen oder Symbole benutzte, um die Dinge bildlich darzustellen, die bald eintreten würden. Wir weisen nicht darauf hin, um festzustellen, daß eine solche Darlegung der Schriften ihre wahre Bedeutung ignorieren und daß sie ihre Bedeutung sogar umkehren könnten, wie einige zu tun geneigt sind. Wir bitten nur nachdrücklich darum, daß symbolische, bildliche und übertreibende Sprache wirkliche und angemessene Anerkennung findet. Dies tun wir ja auch da, wo die gleichen Illustrationen und Bilder im Zusammenhang mit den Angelegenheiten des täglichen Lebens benutzt werden. Sicherlich kann niemand behaupten, daß dies eine unvernünftige Einstellung ist.

Wenn uns Freunde erzählen, daß bestimmte Worte ihnen das Herz zerissen oder daß bestimmte Erfahrungen ihnen das Herz gebrochen haben, so benutzen sie nur in der gleichen Weise bildliche Ausdrücke, wie sie die Schriften benutzen. – Apostelgeschichte 2:37, Jesaja 61:1 und Lukas 4:18 Und wir denken, daß es sich ähnlich bei unserem Leittext verhält, daß nicht buchstäbliche Pfeile von dem Messias abgeschossen werden, und daß die Menschheit nicht mit buchstäblich in ihren Herzen steckenden Pfeilen zu Fall kommt. In einer anderen Schriftstelle lesen wir: „Verbirg mich vor den geheimen Plänen der Bösewichter … deren Zungen so scharf sind wie Schwerter und die ihren Pfeil anlegen, ein bitteres Wort”, um den Gerechten zu verletzen. – Psalm 64:3 und 4 So zeigt sich auch hier, daß „die Pfeile des Messias” Worte darstellen, die aus seinem Mund hervorgehen. Aber wie aus einer bitteren Quelle nur bitteres Wasser hervorkommen kann, so kann auch aus einer reinen Quelle nur reines Wasser hervorkommen, und so werden die Pfeile des Messias anstatt bitterer Worte, wie die Bösen sie abschießen, mächtige Worte der Wahrheit und Gnade sein. Der Symbolismus ist analog dem der Offenbarung, wo der Messias in seiner kommenden Herrlichkeit des Millennium-Zeitalters bildlich mit einem aus seinem Mund ausgehendem Schwert gezeigt wird, mit dem er die Nationen schlägt. – Offenbarung 19:15

Das Schwert des Geistes ist das Wort Gottes. – Epheser 6:17 Das Schwert, das aus dem Mund des Messias hervorgeht, wird die Botschaft sein, die er dann verkündet: „So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe.” – Jesaja 55:11 Unser Herr Jesus war als das Mundstück Jahwes nicht nur beauftragt, die Welt zu erlösen, sondern sie auch aus der Sünde, der Erniedrigung und dem Todeszustand emporzuheben – und die Willigen und Gehorsamen zu allem, was in Adam verloren ging und durch Christus, durch seinen Gehorsam und sein Opfer auf Golgatha, erlöst wurde. Als das „Lamm Gottes” hat unser Herr schon „für jeden den Tod geschmeckt”, indem er starb, „der Gerechte für die Ungerechten, damit er uns zu Gott führe”. – Johannes 1:29, Hebräer 2:9 und 1. Petrus 3:18 Aber es ist nicht genug, daß er so den Weg bereitet, indem er die Menschheit zu Gott zurückbringt; es ist nicht genug, daß nun Gottes Gerechtigkeit um unserethalben besänftigt worden ist. Es ist weiterhin notwendig, daß der Erlöser den erforderlichen Beistand gegenüber den Erlösten zu ihrer Befreiung von den Ketten der Unwissenheit, des Aberglaubens, der Sünde und des Todes zur Freiheit der Söhne Gottes bestätigen sollte.

Jetzt sind wir Söhne Gottes

Diese Befreiung der Menschheit geschieht nach der göttlichen Absicht in zwei Teilen. Sie betrifft erstens eine besondere Klasse, die nach Gerechtigkeit hungert und dürstet und mit der Sünde nicht harmonisiert. Sie wird während dieses Evangelium-Zeitalters durch Wertschätzung der guten Botschaft der Liebe und der Gunst Gottes in Christus gesegnet werden. Mit diesen wird durch Glauben gehandelt und es sind nur solche Glieder des Menschengeschlechts eingeschlossen, die ein hörendes Ohr des Glaubens besitzen – „Wer Ohren hat zu hören, der höre”, denn „ohne Glauben ist es unmöglich Gott zu gefallen”. Diese kleine Gruppe des Menschengeschlechts, die mit des Erlösers Beistand willig und imstande sind durch Glauben und nicht durch Schauen zu wandeln, erfahren nun in der Schule Christi eine besondere Prüfung ihrer Treue zur Gerechtigkeit, die vor den Segnungen und der Trübsal der Welt stattfindet. Diejenigen, die sich von dieser Gruppe am Ende des Evangelium-Zeitalters als treu erweisen, werden in der ersten Auferstehung von der menschlichen zur göttlichen Natur „verwandelt werden”. Sie werden als seine „Braut”, sein „Leib” bei dem großen Werk der Segnung im Millennium-Zeitalter zu Teilhabern mit dem Erlöser gemacht werden. Und sie werden an der Emporhebung der Menschheit aus Sünde zur Gerechtigkeit, aus der Erniedrigung und dem Zorn teilhaben, aufwärts, aufwärts, aufwärts zur menschlichen Vollkommenheit und zum ewigen Leben in einem irdischen wiederhergestelltem Paradies.

Unser Leittext weist nicht auf die Handlungen unseres Herrn mit der Kirche hin; denn wir sind nicht seine Feinde. Mit der Klasse der Feinde wird nach dem Zweiten Kommen unseres Herrn gehandelt werden. Dies zeigt der Herr in einem seiner Gleichnisse, in dem er sagt: Ein junger Edelmann ging in ein fernes Land, um für sich selbst ein Königreich zu empfangen; und er kehrte zurück und nahm es in Besitz. Bevor er abreiste, rief er seine eigenen Diener zusammen und übergab ihnen Pfunde und Talente mit den Worten: Handelt damit, bis ich wiederkomme. Bei seiner Rückkehr, ausgestattet mit Majestät, Autorität und Königreichsmacht, rief er zuerst seine eigenen Diener (die Klasse der Kirche), um mit ihnen abzurechnen, indem er die Treuen belohnte und sagte: „Recht so, du guter und treuer Knecht! Über weniges warst du treu, über vieles werde ich dich setzen; geh hinein in die Freude deines Herrn” – Matthäus 25:23 – herrsche über fünf Städte. Dann wird der König sagen: „Doch jene, meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie König würde, bringt her und erschlagt sie vor mir!” – Lukas 19:12 – 27 Das Erschlagen der Feinde im Gleichnis stimmt mit der bildlichen Aussage in der Offenbarung von dem Schwert des Messias, das aus seinem Mund hervorgeht und die Nationen schlagen wird, völlig überein und ebenso mit der Aussage in unserem Leittext, der die scharfen Pfeile des Messias betrifft, welche in das Herz seiner Feinde treffen und deren Fall vor ihm verursachen werden. Es werden hier keine buchstäblichen Pfeile, kein buchstäbliches Schwert, kein buchstäbliches Blutbad erwähnt, sondern ein großer Triumph des Wortes des Herrn über alle, der während des Millennium-Königreichs, das dem Zweiten Kommen unseres Herrn folgt, sein wird.

Diejenigen, die jetzt eingeladen sind, des Herrn „Kleine Herde”, die „Auserwählten”, die „Braut”, des „Lammes Frau”, die „Königliche Priesterschaft”, der „Leib des Christus” zu werden, werden nicht mit dem Schwert seines Mundes geschlagen. Stattdessen sind es diejenigen, die durch verschiedene Lebenserfahrungen schon von Herzen erschöpft und schwer beladen im Glauben auf den Herrn schauen und seinen Beistand wünschen. Die in der gegenwärtigen Zeit über die Lippen des Herrn kommende Botschaft besteht für diejenigen, die eingeladen sind, seine Nachfolger zu sein, weder in den Pfeilen, noch in dem Schwert. Im Gegenteil spricht er für sie die Einladung aus: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben!” Und wiederum sagt er uns, daß es der Zweck seiner Botschaft ist, die Trauernden zu trösten und ihnen Freudenöl zu geben anstatt eines verzagten Geistes. – Matthäus 11:28 – 30 und Jesaja 61:3

Über diese Dinge redend, sagt der Apostel, daß es Gott gefallen hat durch die Torheit der Predigt die Glaubenden zu erretten. – 1. Korinther 1:21 Nicht, daß die Botschaft töricht ist, denn die Botschaft der Gnade Gottes ist die edelste und wundervollste, die jemals zu den Ohren der Menschen kommen konnte. Aber vom weltlichen Standpunkt gesehen erscheint es von Gottes Seite aus töricht zu sein, diese an die Welt zu richten, wenn Er selbst sagt, daß die überwiegende Mehrheit taub dafür ist, und nur hier und dort jemand gefunden werden kann, der ein hörendes Ohr besitzt. Wiederum erscheint in den Augen der Welt die Evangeliumsbotschaft einer Belohnung für die Gehorsamen töricht zu sein, denn sie würde sagen: „Wenn Gott alle Macht besitzt, warum setzt Er seine Befehle nicht mit Zwang durch und erteilt Urteile, die den Gehorsam erzwingen, als stattdessen eine Botschaft der Liebe und einer Einladung zum Gehorsan auszusenden?” Unsere Antwort ist, daß Gott jetzt ein besonderes Volk sucht; und daß, nachdem diese besonders berufene und besonders erwählte, besonders gesegnete, besonders geprüfte Klasse gesammelt worden ist, und nachdem Er diese verherrlicht und mit der großen Belohnung der Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit belohnt hat, dann Seine Zeit gekommen sein wird, um mit Gewalt und Zwang vorzugehen.

Der Messias soll ein Eroberer sein

Der Apostel Paulus sagt über das Werk Christi, das nach seinem Zweiten Kommen während der Millenniums-Herrschaft stattfindet: „Dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt; wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat… .” – „Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.” – 1. Korinther 15:24 – 28 Der Apostel verbindet in seinem Argument diese Feststellung mit der Auferstehung der Toten. Er beweist, daß die Auferstehung für alle Menschen ist, daß „wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden” – jeder Mensch in seiner eigenen Ordnung, „der Erstling, Christus (Haupt und Leib, Jesus und die Kirche), sodann (während seiner Gegenwart in dem Millennium) die, welche Christus gehören”.

Es wird während jener Millenniumszeit, der Herrschaft des Messias sein, daß anstatt des Predigens Stärke zum Tragen kommt, daß seine Zurechtweisung die Herzen seiner Feinde zerschmettern wird, und daß alle unter ihm fallen werden. Jedes Knie muß sich beugen und jede Zunge bekennen. Es wird Glück für die Welt bedeuten, wenn der Messias seine große Macht an sich nimmt und herrscht. Es wird ein Segen für die Völker sein, wenn seine scharfen Pfeile sie zu Fall bringen werden, und, wenn sein Gericht wie ein Hammer die harten steinernen Herzen zerschmettern wird. Wie die Schriften sagen, verwundet er, um zu heilen. – Hosea 6:1 Der Heilungsprozeß wird mit dem Verwunden und Zerschmettern zusammentreffen, denn der große Messias, Christus und die Kirche, werden nicht nur König und Herrscher sein, sondern auch die Priester jener Millenniumzeit, um die Tausende von Millionen des Adamischen Geschlechts zu heilen, zu trösten und ihnen zu vergeben, die während der Herrschaft von Sünde und Tod und dem verblendenden Einfluß von Satan in den Tod gegangen sind. Es verwundert uns nicht, daß die Schriften in glühenden Wortbegriffen über jenen herrlichen Millenniumstag sprechen, wenn die Erkenntnis des Herrn die ganze Erde bedecken wird. Es wundert uns nicht, daß sie dies symbolisch als den Aufgang der Sonne der Gerechtigkeit darstellen, die mit Heilung unter ihren Flügeln kommen wird. – Maleachi 3:20

Gürte dein Schwert, du Held

Beachten wir den Zusammenhang: Die ersten Verse erklären, daß die Botschaft sich an den König wendet, nicht an den Herrn und nicht den Messias, der darauf wartet, mit Autorität über das Königreich eingesetzt zu werden, sondern an ihn, nachdem er so eingesetzt worden ist, nachdem er seine große Macht an sich genommen und seine Herrschaft der Gerechtigkeit begonnen hat. Achten wir auf die prophetische Beschreibung des Königs in seiner Schönheit: „Du bist schöner als andere Menschen, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen.” Dies zeigt klar unseres Meisters Zustand der Erniedrigung an, des Menschen Christus Jesus, der als rein im Herzen gezeigt wurde, vollkommen treu gegenüber dem Vater und in dieser Hinsicht gerechter als alle Menschenkinder, die alle Sünder waren und abseits des Weges gingen. Die Gnade der Lippen unseres Herrn wird uns in der Botschaft seiner Lippen verkündet, die er hinterließ: „Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch.” „Und alle gaben ihm Zeugnis und wunderten sich über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen.” – Johannes 7:46 und Lukas 4:22

Auf Grund der Treue, der Loyalität, der Gnade, die unser Herr als der Mensch Christus Jesus zeigte, verherrlichte ihn der Vater und erweckte ihn von den Toten zu größerer als menschlicher Natur und Herrlichkeit – zur höchsten Ebene der göttlichen Natur und ihrer Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit. Wie der Prophet erklärt, segnete ihn Gott für ewig. – Psalm 45:2 Seine Erhöhung geschieht weit über Engel, Fürstentümer und Mächte und jeden Namen, der genannt wird. Nach unseres Herrn Prüfung und Erhöhung ist der Ruf und die Prüfung der „Kleinen Herde” erfolgt, die zur Miterbschaft an dem Königreich eingeladen wurde. Und bald werden diese in der Ersten Auferstehung verwandelt werden, damit sie an seinem herrlichen Werk des Millennium-Königreichs teilhaben können.

Dann ist die Zeit für die Aufrichtung des Königreichs gekommen. Der Messias, Haupt und Leib, wird seine große Macht an sich nehmen und seine Millenniumsherrschaft wird beginnen. Dies wird in den Versen 3 und 4 dargelegt: „Gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held; deine Majestät und deine Pracht! Und deine Pracht – sei stark, zieh aus für die Sache der Wahrheit und der Sanftmut und der Gerechtigkeit.” Was für ein edles inspirierendes Bild der göttlichen Erkenntnis, wie es zur bestimmten Zeit weitergehen wird zur Bindung Satans und der Befreiung aller Sklaven der Sünde und des Todes; nicht nur jener, die ins Grab gegangen sind, sondern auch jener die in dem großen Gefängnishaus des Todes liegen. Der Messias wird nicht zur Unterdrückung der Welt noch zur Versklavung des Volkes herrschen. Im Gegenteil wird die Macht des Königreichs im Namen der Wahrheit, der Sanftmut und Gerechtigkeit benutzt werden. Dies wird jedoch notwendigerweise eine Herrschaft der Stärke bedeuten, eine Herrschaft, die sehr unterschiedlich von der des gegenwärtigen Zeitlaufs und ihrer Evangeliumseinladung zur Gerechtigkeit sein wird.

Wir lesen an anderer Stelle, daß „die Gerichte des Herrn überall auf der Erde sein werden” – seine gerechten Handlungen. Mit anderen Worten: Seine Macht, die er zum Zweck der Wahrheit, Sanftmut und Gerechtigkeit ausgeübt, wird sich in seinem kraftvollen Widerstand gegenüber Irrtum, Stolz und aller Ungerechtigkeit äußern. Nicht länger mehr werden die Menschen dazu eingeladen werden, die Sünde aufzugeben. Die Gerichte, die Strafen für Unrechttun, werden sogleich und energisch angewandt werden. Die Welt, die sich gegenüber der Botschaft des Herrn und seiner Güte taub und blind verhält, und die erniedrigt durch die Sünde außerhalb des Weges geht, wird Gerechtigkeit in einer anderen Weise lernen – indem sie ein Gericht oder eine Strafe zu fühlen bekommen, die sie für Bösestun und böse Worte erleiden werden. Und am Ende des Millennium-Zeitalters wird die Prüfung so streng sein, daß sogar die wohlwollende Aufnahme eines abtrünnigen Gedankens, der den Allmächtigen und Seine Herrschaft der Gerechtigkeit betrifft, zum Zweiten Tod führen wird.

Wir wollen mit keinem Gedanken zu verstehen geben, daß das Millennium gänzlich eine Zeit des Friedens, der Freude und der Segnung sein wird. Das wird es die ganze Zeit für alle jene sein, die Gerechtigkeit lieben und Ungerechtigkeit hassen und mit dem Herrn in Übereinstimmung sind. Aber des Herrn Empörung, sogar sein feuriger Zorn wird von Anfang des Millennium-Zeitalters an heiß gegen alle Unbilligkeit, gegen alle Ungerechtigkeit und alle Falschheit mit der Absicht entbrennen, daß dies alles völlig beseitigt, völlig ausgetilgt werde, und daß so die Menschheit wahrhaft und gänzlich gesegnet werden kann. Es ist in Harmonie mit diesem, daß der vierte Vers des Psalms unseres Leittextes erklärt: „Und deine Rechte (deine Macht) lehre dich furchtbare Dinge” – Lektionen, die für viele für die Ewigkeit sind, Lektionen, die für die Menschheit im Ganzen höchst heilsam sind, Lektionen, die zu Beginn der Herrschaft für die Menschheit in einiger Hinsicht furchtbar sein werden. Wir erinnern uns daran, daß die Schriften überall erklären, daß das Millennium-Königreich, obgleich eine Herrschaft des Friedens, der Gerechtigkeit und Liebe, doch durch solch eine Zeit der Drangsal eingeführt werden wird, wie sie niemals zuvor gewesen ist, seit es eine Nation gibt. Durch diese Drangsal werden die gegenwärtigen Einrichtungen gestürzt werden, die alle ungerecht und unvollkommen und nach den Richtlinien der Selbstsucht entgegen dem Gesetz der Liebe aufgebaut worden sind, die gemacht worden sein sollen, um im Interesse von allen zu herrschen. Dies ist der gleiche Gedanke, auf den wir im Zusammenhang mit dem symbolischen Bild der Offenbarung aufmerksam gemacht wurden. Dort wurde über das Schwert, daß aus dem Mund des Messias hervorging, gesagt, daß es zum Schlagen der Nationen vorgesehen sei; und uns wird gesagt, daß er über die Nationen herrschen wird mit eiserner Rute, und daß sie wie Töpfergefäße in Stücke zerschlagen werden sollen. – Offenbarung 2:26 – 28

Wir haben jedoch zwischen den Nationen zu unterscheiden, die zerschlagen werden sollen – die großen Systeme der Selbstsucht, welche fallen und sich nie wieder erheben sollen, und den Völkern, in deren Herzen die Worte des Herrn eindringen werden, und die sich vor ihm niederwerfen werden. Sie werden einräumen, daß sie Sünder sind, und daß Seine Belehrungen gerecht und Seine Gerichte über die Systeme des Irrtums und des Unrechts alle zusammen wahr und rechtschaffen sind. Sie werden vor Ihm niederfallen; sie werden die göttliche Macht und ihre gerechte Kontrolle der menschlichen Angelegenheiten anerkennen; jedes Knie muß sich beugen und jede Zunge bekennen, wie der Apostel Petrus auf diese Zeit hinweisend erklärt: „Es wird aber geschehen: Jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden.” – Apostelgeschichte 3:23

Das Bild der kommenden Zeit der Drangsal und der herrlichen Zeit der Segnung, die folgen wird, wird durch den Propheten Zephanja bildlich dargestellt, durch den der Herr sagt: „Darum wartet auf mich, spricht der HERR, an dem Tag, an dem ich mich aufmache zur Beute! Denn mein Rechtsspruch ist es, die Nationen zu versammeln, die Königreiche zusammenzubringen, um mein Strafgericht über sie auszugießen, die ganze Glut meines Zorns, denn durch das Feuer meines Eifers wird die ganze Erde (die gesellschaftliche Struktur) verzehrt werden.” – Zephanja 3:8 So schrecklich wird die Zeit der Drangsal sein, die die gegenwärtigen Einrichtungen hinwegfegt, daß der Herr sie hier symbolisch als ein Feuer darstellt, das die ganze gegenwärtige gesellschaftliche Ordnung verzehrt.

Daß es sich aber nicht um ein buchstäbliches Feuer handelt, und daß nicht die Menschheit verzehrt oder vernichtet wird, sondern dies einen größeren Segen vorbereitet, wird durch die nächste Feststellung des Propheten gezeigt: „Dann aber werde ich den Völkern andere, reine Lippen geben (im Gegensatz zu der verwirrten Botschaft, die jetzt von den verschiedenen Sekten der Christenheit – Babylon – verkündet wird), damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und ihm einmütig dienen.” Sie werden nicht länger für sich die Namen von Sekten und Parteien, heidnisch oder christlich, in Anspruch nehmen. Alle werden den Herrn anrufen, und alle werden Ihn als den großen Lehrer anerkennen, denn der Herr wird an jenem Tag König über die ganze Erde sein. – Sacharja 14:9 Und das Königreich unter dem ganzen Himmel soll dem Volk der Heiligen des Allerheiligsten gegeben werden. – Daniel 7:27

Sein Mund ist süß

Im Gegensatz zu den scharfen Worten des Tadels, die der Welt gegenüber geäußert werden, die sie benötigt, und die für sie sehr vorteilhaft sein werden, gelten in der gegenwärtigen Zeit die gnadenreichen Worte des Meisters, die sich an alle richten, uns, die Ohren haben zu hören. Seine Botschaft wird als eine solche dargestellt, die zerbrochene Herzen verbindet und das Öl und den Wein der Erfrischung und Freude und des Friedens und des Trostes erteilt. Wen wundert es dann, daß wir die Feststellung wertschätzen, „Glückselig aber eure Ohren, daß sie hören!” Nicht nur, daß wir die Botschaft unseres Herrn Jesus gehört haben, seiner Liebe für uns, und daß er sich für uns als ein Lösegeld zu unserer Erlösung hingegeben hat, sondern wir haben auch gehört, was der Vater sagte, daß Er Frieden für uns gemacht hat durch Jesus Christus, unseren Herrn. Dieser sagt uns auch: „der Vater selbst liebt euch”.

Wir haben nicht nur von der Botschaft der Liebe und Gunst Gottes für unser Geschlecht gehört, und wie ein Lösegeld vorgesehen wurde und daß danach eine Vorbereitung für die Segnungen gemacht worden ist, sondern wir lernten, daß wir uns diese Segnung jetzt durch den Glauben schon im Voraus vor dieser allgemeinen Anwendung aneignen können, indem wir durch Glauben gerechtfertigt Frieden mit Gott haben können. Und im weiteren, nachdem wir so angenommen worden sind, hörten wir die Stimme des Meisters, die uns eingeladen hat, seine Jünger zu werden und seinen Fußstapfen zu folgen und jetzt mit ihm an dem Kreuz und Opfer teilzuhaben und nach und nach an der Krone.

Ja, er brachte durch das Evangelium Leben und Unsterblichkeit ans Licht – ewiges Leben, Leben, das, wie wir jetzt erkennen, für alle Geschlechter der Erde zu erlangen ist und Unsterblichkeit, die von jenen zu erlangen ist, die jetzt hörende Ohren des Glaubens besitzen und den Herzenswunsch, den Fußstapfen ihres Erlösers zu folgen.

Wundervolle Worte des Lebens

Der Charakter dessen, der erfolgreich als Eroberer der Welt hervortreten soll, bestätigt uns hinsichtlich seines Handelns mit denjenigen, die vor ihm und seiner gerechten Regierung und deren Gesetz niederfallen. Er, der sie so liebte, daß er sein Leben als ein Lösegeldpreis für sie gab, richtet seine Herrschaft nicht zu ihrer Schädigung auf, sondern zu ihrer Segnung, zu ihrer Aufrichtung, bevor er ihre wahren Feinde vernichtet. All die Schwachheiten und Verderbtheiten des gefallenen Zustandes sind unsere Feinde, wenn wir Gerechtigkeit lieben. Und wir sind froh, unseres Herrn Mithilfe bei dem guten Kampf zu haben, den wir gegen diese kämpfen. Und so werden alle, die in dem Millennium-Zeitalter den rechten Sinn besitzen, froh sein, diesen ganzen Beistand zu haben. Er kann ihn erbringen. Und die Kirche dieses Evangelium-Zeitalters, die nun Erfahrung durch Trübsale und Zucht erlangt, wird auch angepaßt und vorbereitet sein bei dem Werk der Segnung unseres Geschlechts, bei dem sie mit ihrem Erlöser und König zusammenzuarbeitet, diese in den Wegen des Herrn zu unterweisen und sie zu lehren auf dem Hochweg der Heiligung zu gehen, an dessen Ende sie durch Ausharren ewiges Leben besitzen können.

Wir wollen fortfahren für dieses Königreich des Messias zu beten, wenn seine scharfen Pfeile viele Herzen treffen und den Fall der Massen unter ihm verursachen sollen, ihn zu bekennen und zu lieben. Wir wollen fortfahren zu beten, „Dein Reich komme; dein Wille geschehe, wie im Himmel so auch auf Erden!” Ja, wir wollen froh sein, daß in der Vollendung des Planes Gottes alle sich freuen, Gerechtigkeit zu lernen und zu lieben und Ungerechtigkeit zu hassen, die völlig beseitigt wird, so daß Gott letztendlich ein gereinigtes Universum haben wird.

Download PDF