Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Das Reich Gottes

Im Allgemeinen spricht die ganze Bibel von dem Reich Gottes. Dieses ist uns durch die Propheten, durch unseren Herrn Jesus Christus und auch die Apostel gelehrt worden. Das Wort „Königreich” wird im Neuen Testament 162 mal angewandt. Nach der Strong-Konkordanz bedeutet es: „ein Reich”, „eine Herrschaft” oder eine „kaiserliche Macht”.

Wenn wir also über das Reich Gottes sprechen, so meinen wir den König und Seine Regierung, die Bürger dieses Reiches, die Rechte und Gesetze dieses Reiches, sein Territorium und sogar den Charakter seiner Tätigkeit. Ebenfalls sagt uns die Bibel, daß das Reich inwendig im Menschen ist. Jedoch, um das Thema besser zu verstehen, wollen wir, ohne daß wir sie jetzt einzeln erwähnen, an alle Reiche denken, die bisher auf diesem Planeten existiert haben. Dazu möchten wir vor allem 1. Mose 1:28 und Psalm 8:7 – 9 anführen: „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische des Meeres und über das Gevögel des Himmels und über alles Getier, das sich auf der Erde regt”. Und: „Du läßt ihn herrschen über die Werke deiner Hände, alles hast du unter seine Füße gelegt; Schafe und Ochsen allzumal, dazu auch die wilden Tiere; die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, ja, was auf den Pfaden der Meere zieht.”

Den Worten entnehmen wir, daß hier nicht direkt über das Reich gesprochen, sondern ausgesagt wird, daß Adam und Eva einen Herrscherstatus empfangen hatten. Daraus können wir schließen, daß der erste König auf Erden der vollkommene Mensch Adam war. Das erste Menschenpaar, Adam und Eva, sollte über die Erde herrschen und über allem, was auf ihr war.

Die Rechte dieses Reiches befanden sich im Herzen Adams, weil er nach dem Bild und Ebenbild Gottes geschaffen war. Die Hauptverordnung und Forderung dieses Reiches war der Gehorsam.

„Und Gott Jahwe gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allen Bäumen des Gartens; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn welchen Tages du davon ißt, mußt du unbedingt sterben.” – 1. Mose 2:16 und 17

Der Mensch hat diesen Befehl nicht eingehalten und gesündigt. Darum wurde er ohne Aussicht auf Heilung aus dem Paradies auf die unbebaute Erde vertrieben. So hatte der König nicht nur das Reich verloren, sondern auch das Leben. Das Reich hörte auf zu existieren.

Das vorbildliche Reich Gottes

Nach der langen Zeit des Lebens auf Erden haben die Menschen die Gesetze Gottes aus des Menschen Herz entfernt. Darum hat Gott beschlossen, ein neues, vorbildliches Reich zu schaffen. Und das Ziel dieses Reiches war es, in Vorbildern und figürlichen Bildern den ganzen Plan der Errettung der Menschheit zu zeigen.

In diesem vorbildlichen Reich hat Gott sich ein besonderes Volk auserwählt, das aus Abraham, Isaak und Jakob hervorging. Mit diesem Volk hat Gott durch den Mittler Moses einen Bund geschlossen und ihm ein Gesetz gegeben, das auf steinerne Tafeln geschrieben wurde. Durch dieses Gesetz und durch das Opfergesetz verband sich Gott selbst mit dem Volk Israel.

Auf diese Weise wurde Gott ihr König und sie Sein Volk. Eine lange Zeit hat der Herr sich dann um sie gekümmert und über sie gewacht, sie belehrt, gestraft und gesegnet. Nach einer Zeit verlangten sie jedoch nach einem König, wie ihn andere Nationen um sie herum hatten. Darüber lesen wir in 1. Samuel 8:4 – 10: „Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama; und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richte, nach der Weise aller anderen Völker! Dieses Wort aber mißfiel Samuel, da sie sagten: Gib uns einen König, der uns richte! Und Samuel betete darüber zu dem Herrn. Da sprach der Herr zu Samuel: Gehorche der Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn sie haben nicht dich, sondern mich verworfen, daß ich nicht König über sie sein soll. Sie tun auch mit dir, wie sie es immer getan haben, von dem Tage an, als ich sie aus Ägypten führte, bis auf diesen Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern gedient haben. So gehorche nun ihrer Stimme; doch verwarne sie ausdrücklich und verkünde ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird. Und Samuel sagte dem Volk, das einen König begehrte, alle Worte des Herrn … .”

Die Personen jedoch, die zum König gesalbt wurden, waren unvollkommene Menschen. Darum waren sie nicht im Stande, das Volk richtig zu führen. Mit der Zeit sind die Könige, wie auch das Volk, in die Sünde des Unglaubens gefallen und dienten fremden Göttern. Das dauerte an bis zum letzten König Zedekia, worüber der Prophet Hesekiel im 21. Kapitel, Verse 31 und 32, sagt: „So spricht der Herr, Jahwe: Hinweg mit dem Kopfbund und fort mit der Krone! Dies wird nicht mehr sein. Das Niedrige werde erhöht und das Hohe erniedrigt! Umgestürzt, umgestürzt, umgestürzt will ich es machen; auch dies wird nicht mehr sein – bis der kommt, welchem das Recht gehört; dem werde ich es geben.”

Auf diese Weise hörte das vorbildliche Reich zu existieren auf.

Das Reich in den Herzen

An manchen Stellen der Heiligen Schrift wird gesagt, daß man das Reich Gottes vor allen Dingen im Herzen aufnehmen muß, um hineinzukommen. Wir lesen in Markus 10:15: „Wahrlich, ich sage euch: Wer irgend das Reich Gottes nicht aufnehmen wird wie ein Kindlein, wird nicht in dasselbe eingehen.”

Hier geht es nicht darum, daß Kinder die Glieder Christi der Königreichsklasse sind. Der Herr sucht erwachsene Männer und Frauen, die Kindern in der Gesinnung ähnlich sind. Das bedeutet, daß sie geradlinigen Herzens, aufrichtig, frei von Wettbewerb, Ehrgefühl, treu, liebevoll, gehorsam und lernbegierig sein müssen. Kinder sind nicht rachsüchtig, vertragen sich schnell und vergeben sich gegenseitig. Doch der Apostel warnt uns, daß wir nicht den Verstand von Kinder annehmen. Darüber lesen wir in 1. Korinther 14:20: „Brüder, werdet nicht Kinder am Verstande, sondern an der Bosheit seid Unmündige, am Verstande aber werdet Erwachsene.”

In Römer 14:17 sagt Apostel Paulus, daß das Reich Gottes im Herzen des Menschen nicht nur die materiellen Dinge wie Nahrung und Trinken betrifft, sondern auch die Dinge des Geistes, wie Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist bedeutet. Der Apostel schreibt: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.”

Das Reich Gottes in den Herzen der Glieder der Kirche hat zwei Bedeutungen. Erstens, daß Gott vor allem in der Kirche regiert, über die Sein Sohn wacht. Zweitens bewirkt das Reich Gottes in den Herzen Seines Volkes, daß sie die Repräsentanten des Reiches Gottes auf Erden sind. In 2. Korinther 5:20 lesen wir: „So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, und zwar so, daß Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir an Christi Statt: Laßt euch versöhnen mit Gott!”

Wir haben uns gedanklich an die Reiche erinnert, die in der Vergangenheit existiert haben, jetzt aber wollen wir zurückkehren zur Betrachtung über das Reich, welches in Zukunft kommen soll. Johannes der Täufer sagte in seinen Predigten, indem er den Weg für Christus bereitete: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!” – Matthäus 3:2 Gleicherweise hat auch Christus am Anfang seiner Mission gepredigt: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen”, und oft hat er diese Worte benutzt: „… trachtet zuerst nach dem Reich Gottes”.

Der Begriff „das Reich Gottes” ist ein allgemeiner Begriff, welcher das himmlische wie auch das irdische Reich einschließt. Das Reich Gottes setzt sich demnach aus der himmlischen und auch aus der irdischen Phase zusammen. Jesus Christus und die Apostel haben hauptsächlich über das Reich der Himmel gepredigt. Darum ist im Neuen Testament sehr wenig über das irdische Reich gesagt. Grundsätzlich berichtet das Alte Testament über dieses Reich. Es verwundert uns deshalb auch nicht, daß die Christenheit das Reich Gottes im Himmel erwartet.

Im Gegensatz zur Christenheit erwartet das Volk Israel das Reich Gottes auf Erden. Sogar die Jünger Christi hatten am Anfang die Hoffnung gehabt, daß Christus das Reich auf Erden in Israel gründen würde. Darüber lesen wir in Apostelgeschichte 1:6 – 8: „Sie nun, als sie zusammengekommen waren, fragten sie ihn und sagten: Herr, stellst du in dieser Zeit dem Israel das Reich wieder her? Er sprach aber zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine Gewalt gesetzt hat. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist; und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.”

Diese Hoffnung bauten sie auf den Worten der Propheten auf, die von dem irdischen Reich geweissagt hatten. Christus hatte den Jüngern nicht gesagt, daß er das Reich Israel nicht wiederherstellen würde, aber er sagte ihnen, daß sie Kraft empfangen würden, wenn der Heilige Geist auf sie herabkommen und sie seine Zeugen sein würden. Er sagte, daß sie dann verstehen würden, daß damals nicht die Zeit für die Wiederherstellung des Reiches Israel war. Es hatte aber die Zeit für die Verkündigung des Himmelreiches begonnen. Die Apostel begannen eine völlig neue Nachricht zu verkünden, die bis zu dieser Zeit nicht bekannt gewesen und ein Geheimnis war. Kolosser 1:26 und 27: „Das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist, denen Gott kundtun wollte, welches der Reichtum der Herrlichkeit dieses Geheimnisses sei unter den Nationen, welches ist Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.”

Bis zu dieser Zeit ist das ein Geheimnis gewesen, daß man in Christus durch den Glauben an ihn, die Hoffnung auf ein wunderbares Leben im Himmelreich haben kann. 1. Korinther 2:9 – 10: „Wir reden … wie geschrieben steht: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben”; uns aber hat Gott es geoffenbart durch [seinen] Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes.”

Darum war das Ziel der Apostel die Verkündigung des Reiches Gottes, das neue Geheimnis, – daß es durch die Rechtfertigung in Christus den Zugang zu dieser Gnade gab, um Kinder Gottes, Söhne des Himmlischen Reiches, zu werden. Ihnen war bewußt, daß die entsprechende Zeit für die Verkündigung des Reiches auf Erden noch nicht gekommen war. Was Christus durch den neuen Weg für sie eröffnete, hat er gleichfalls auch dadurch für uns eröffnet – den Weg zum Himmel. Das war der Beginn des Weges der Kirche. Das war eine um so viel größere Hoffnung, da das Himmelreich in Verbindung mit dem Himmel steht und die Teilhaber des Himmelreiches auch geistige Leiber haben werden, wie 1. Korinther 15:44 sagt: „… Wenn es einen natürlichen Leib gibt, so gibt es auch einen geistigen.” Die Personen, die für dieses Reich auserwählt werden, nennt Apostel Paulus „die Geistlichen”. In 1. Korinther 2:15 sagt er: „… der geistliche aber beurteilt alles, er selbst aber wird von niemand beurteilt.”

Darum bezieht sich dieses Reich ausschließlich auf die Auserwählten des Evangelium-Zeitalters. Das Himmelreich ist nicht zur Erlösung der ganzen Welt bestimmt. Die Verkündigung darüber jedoch gilt nur der herausgewählten Klasse, dem Leib Christi, der Kirche.

Apostel Johannes berichtet den Glaubenden dieses Zeitalters von der Hoffnung über das Himmelreich, in dem sie eine ähnliche Natur wie Gott haben werden. Wir lesen in 1. Johannes. 3:2: „Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen aber, dass, wenn er offenbar werden wird, wir ihm ähnlich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.”

Sie werden Könige und Priester Gottes und des Christus sein, lesen wir in Offenbarung 20:6: „Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen tausend Jahre.”

Wir wollen jetzt die zweite Phase des Reiches Gottes betrachten, welche auch die irdische Phase dieses Reiches genannt wird. Als Jesus Christus seine Jünger lehrte, wie sie beten sollten, sagte er ihnen, daß sie Gott bitten sollten: „Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, also auch auf Erden.” Den Worten dieses Gebets können wir entnehmen, daß Gottes Wille nicht nur im Himmel, sondern auch auf Erden geschehen muß. Um den geplanten Willen Gottes auf der Erde geschehen zu lassen, hat Gott das tausendjährige Reich Christi in Seinem Plan vorgesehen. Das Reich Gottes auf Erden soll dem Reich Gottes ähnlich sein, welches dem Adam im Paradies gegeben worden war. Dieses Reich soll in seiner vollsten Bedeutung in den zukünftigen Zeitaltern aufgerichtet sein. Das wird dann die Zeit sein, da Gott selbst König über allem sein wird. Wir lesen in 1. Korinther 15:24: „Dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er weggetan haben wird alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht.”

Das Millennium wird der Teil des Reiches Gottes sein, welcher Christus und der Kirche übergeben wird, um alles das wiederherzustellen und zur Vollkommenheit zurückzubringen, was die sündige Menschheit an Zerstörung unter den Menschen und auch auf unserem Planeten angehäuft hat. Zu diesem Zweck werden auch die Erfahrungen genutzt, die der Herr Jesus Christus und die ganze Kirche auf der Erde im Fleisch gemacht haben. Die Herrschaft der Kirche wird darum nicht nur ausgeübt, um Richtlinien und Rechte zu erteilen, sondern um weise die durchlebten großen Erfahrungen in der Zeit des ganzen Evangelium-Zeitalters zur Wiederherstellung der Menschen zu nutzen.

Wenn wir von dem Reich Gottes sprechen, müssen wir uns dessen bewußt werden, daß Gott der Vater im Himmel der höchste König dieses Reiches ist. Er ersann den Plan der Erlösung für die Menschheit und bestimmte dafür das tausendjährige Reich, in dem der hauptsächliche Herrscher, Sein Sohn, Jesus Christus, wirken wird.

Wir wollen nun die Hauptmerkmale des tausendjährigen Reiches betrachten: Erstes Anzeichen dieses Reiches ist seine Regierung, denn ohne einen König und dessen Regierung kann das Reich nicht existieren. Wir wollen dafür Matthäus 19:28 anführen: „Jesus aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn des Menschen Sohn auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.” Und auch in Lukas 22:29 und 30 lesen wir: „Und ich verordne euch, wie mir der Vater das Reich verordnet hat, daß ihr an meinem Tische in meinem Reiche essen und trinken und auf zwölf Thronen sitzen sollt, um die zwölf Stämme Israels zu richten.”

Aus den Worten ersehen wir, daß der Anführer und König dieser Regierung, unser Erlöser, Jesus Christus, ist. Um solche hohe Position in diesem Reich zu erreichen, hat er, der Sohn Gottes, die Herrlichkeit, die er beim Vater hatte, verlassen und ist aus dem Himmel herabgestiegen. Darüber schreibt Apostel Paulus im Brief an die Philipper 2:7 – 11: „… sondern sich selbst entäußerte, die Gestalt eines Knechtes annahm und den Menschen ähnlich wurde, und in seiner äußeren Erscheinung wie ein Mensch erfunden, sich selbst erniedrigte und gehorsam wurde bis zum Tod, ja, bis zum Kreuzestod. Darum hat ihn auch Gott über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen geschenkt, der über alle Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei, zur Ehre Gottes, des Vaters.”

Aus den vorherigen Worten aus Matthäus 19:28 und Lukas 22:29 und 30 können wir erkennen, daß auf dem Thron nicht nur allein der König, Jesus Christus, sitzen wird, sondern auch die Auserwählten, Treuen, sein Leib, die Kirche. Für sie selbst hat Christus dieses Reich verheißen. Darüber lesen wir in Lukas 12:32: „Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn es hat eurem Vater gefallen, euch das Reich zu geben!”

Welche Funktionen sollte diese Regierung erfüllen? Als erstes wird es die Funktion der Richter erfüllen, also eine individuelle Beurteilung der ganzen Menschheit. Apostel Paulus erwähnt in Apostelgeschichte 17:31 eine Zeit der Beurteilung und sagt, wer diese Welt richten wird: „… weil er einen Tag festgesetzt hat, an welchem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat … .”

Der Tag des Gerichts wird nicht ein Tag der Strafe sein, den die Menschheit mit Furcht erwarten muß. In der Bibel ist der Tag des Gerichts derselbe tausendjährige Tag unter der Herrschaft Christi. Über den Tag des Gerichts beinhaltet die Heilige Schrift viele Prophezeiungen, die von einer Zeit zeugen, in der die Menschen gesegnet werden. Darüber lesen wir in Psalm 98:4, 8 und 9: „Jauchzet Jahwe, ganze Erde! Brechet in Jubel aus und singet Psalmen! … Mögen die Ströme in die Hände klatschen, mögen jubeln die Berge allzumal – vor Jahwe! Denn er kommt, die Erde zu richten: Er wird den Erdkreis richten in Gerechtigkeit, und die Völker in Geradheit.”

In Apostelgeschichte 17:31 haben wir gelesen, daß das Gericht durch einen Mann geschehen wird. Im 5. Band schreibt Bruder Russell, daß dieser Mann der vollständige Christus, Haupt und Leib, die Kirche, sein wird. Die nächste Funktion der Regierung des tausendjährigen Reiches ist es, Könige und Priester über die Erde zu sein. Diesbezüglich lesen wir in Offenbarung 5:10 und in 1. Petrus 2:9: „… Und hast sie unserem Gott zu Königen und Priestern gemacht, und sie werden über die Erde herrschen.” „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.”

Im Volk Israel wurde die Stellung eines Königs und Priesters durch unterschiedliche Menschen eingenommen. Ein Priester konnte nur eine Person sein, die aus dem Stamme Levi kam. Eine Ausnahme für die Verknüpfung der zwei Stellungen, König und Priester zu sein, war nur Melchisedek, der ein König und zugleich ein Priester war. – 1. Mose 14:18 – 20 Über diesen lesen wir: „Aber Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei. Und er war Priester Gottes, des Allerhöchsten. Und er segnete ihn [Abraham] und sprach: Gesegnet sei Abram vom allerhöchsten Gott, dem Besitzer des Himmels und der Erde. Und gelobt sei Gott, der Allerhöchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem.”

Aus der kurzen Beschreibung Melchisedeks sehen wir, daß er keine Opfer darbrachte. Er hatte aber die Macht eines Königs und wurde Priester, der das Volk segnete. Und das verlieh ihm eine noch größere Herrschaft. Darum werden in der Priesterschaft Melchisedeks nicht die Leiden des Christus, seine Demut und seine Erniedrigung dargestellt. Aus diesem Bild können wir ersehen, wann die Segnung Abrahams durch Melchisedek beginnen wird. Die Segnung der Menschheit kann nicht eher beginnen, bis das Opfer der Kirche vollendet sein wird.

Die Priesterschaft nach der Art Melchisedeks – das ist nicht nur die Priesterschaft unseres Herrn. Er ist das Haupt, der höchste Priester. Darum, wenn das letzte Glied seines Leibes hinter den zweiten Vorhang geht, wird der gegenbildliche Melchisedek bereit sein zum Segnen. Da die Kirche heute noch nicht ganz vollendet ist, ist also auch die Priesterschaft nach der Art Melchisedeks noch nicht völlig entwickelt.

In dem Vorbild erkennen wir Melchisedek, König von Salem, wie er Brot und Wein hervorbringt bei der Begegnung mit Abraham. Der Name der Stadt Salem bedeutet „Frieden”. Darin wird uns offenbart, daß Melchisedek der König des Friedens war. Der Prophet Jesaja benennt einen der Titel Christi mit „Friedefürst” – Jesaja 9:6. Das Brot und der Wein, welche Melchisedek brachte, stellen die Verdienste Jesu Christi dar. Aber das Verdienst Jesu wird jetzt den Geweihten des Evangelium-Zeitalters zugerechnet. Um aber das Verdienst Jesu frei zu stellen und für die Welt zur Anwendung kommen zu lassen, muß die „Kleine Herde” erst vollendet sein und die „Große Schar” ihren Weg beenden. Erst dann wird das Verdienst Jesu Christi für die Welt angewandt und seine Segnung beginnen. Das wird auf den Anfang des tausendjährigen Reiches Jesu Christi hinweisen. Dann beginnt die Verwirklichung der Funktion dieses Reiches mit den Königen und Priestern. Die Priesterschaft in Verbindung mit der königlichen Herrschaft wird ein hervorragendes Ergebnis erreichen und wieder zurückbringen, was Adam verloren hat.

Die Funktion eines Priesters ist es, Menschen zu lehren, sie zu heilen und sie von einer so großen Krankheit wie Aussatz zu befreien, der bildlich die Sünde dargestellt. Die Funktion des Königs weist darauf hin, daß dann in dieser Zeit Christus mit der Kirche das Recht zu einer starken Herrschermacht haben wird, um auf der ganzen Erde Ordnung zu schaffen, damit die Menschen die Rechte und Gebote Gottes befolgen. Darüber erfahren wir in Offenbarung 2:27: „Und er wird sie mit eisernem Stabe weiden … .” (eine andere Übersetzung, wie z. B. das Jüdische NT gibt wieder: „Er wird regieren über sie mit einem eisernem Stab … .”) Das Wort „herrschen” oder „regieren” bedeutet nicht „bezwingen” oder „vernichten”, sondern, wie es an dieser Stelle im Griechischen wiedergegeben ist: „sie auf der Weide leiten”, „sie weiden”, „ein Hirte für die Schafe zu sein”, „sie zu ernähren und zu führen”.

Die nächste Funktion des tausendjährigen Reiches wird die Funktion der Mittlerschaft sein. Christus wird mit der Kirche der Mittler des Neuen Bundes sein. Der Prophet Jeremia sagt in Jeremia 31:31, daß der Neue Bund mit dem Haus Israel und Juda gemacht wird: „Siehe, Tage kommen, spricht Jahwe, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund machen werde.”

Und somit werden alle Segnungen des Neuen Bundes von Israel aus beginnen, wenn es Christus als seinen Erlöser annimmt. Wie Apostel Paulus in Römer 11:26 und 27 sagt: „Und also wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: „Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.”

Dann werden die Segnungen an ihnen vollbracht werden. Wenn dann die Völker den Unterschied sehen werden, der zwischen Israel und ihnen ist, werden sie zu Israel kommen, um seine Wege kennenzulernen. Das bedeutet nicht, daß alle Völker buchstäblich nach Israel kommen müssen. Hier ist eher eine bildliche Sprache angewendet worden. Sie kommen zu der Schlußfolgerung, daß es keinen anderen Weg zum Leben gibt als nur durch den Mittler. Dieser führt zu Gott, was wiederum auf diese Weise den Eintritt in den „Neuen Bund” bewirkt; Sacharja 14:17: „Und es wird geschehen, wenn eines von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufziehen wird, um den König, Jahwe der Heerscharen, anzubeten: über dasselbe wird kein Regen kommen.”

Christus schafft als der Mittler mit der Kirche die Bedingungen, um die ganze Menschheit zur Vollkommenheit zu bringen. Satan wird dann für tausend Jahre gebunden sein, damit er die Völker nicht verführen kann.

Moses gab dem Volk Israel das Gesetz Gottes, das auf steinerne Tafeln geschrieben war. Doch Christus und die Kirche wird als der Mittler des Neuen Bundes das Gesetz Gottes auf die Herzen der Menschen schreiben. So sagt der Prophet Jeremia weiter: „Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben.”

Die himmlische Regierung des tausendjährigen Reiches wird auch die Funktion des Propheten erfüllen. Darüber lesen wir in Apostelgeschichte 3:22 und 23: „Moses hat schon gesagt: „Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir; auf ihn sollt ihr hören in allem, was irgend er zu euch reden wird. Es wird geschehen, jede Seele, die irgend auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volke ausgerottet werden”.”

Dieser Prophet ist der ganze vollständige Christus, Haupt und Leib – die Kirche. Wir wollen über den großen Propheten einige Worte von Bruder Russell aus dem 4. Band der Schriftstudien auf Seite 505 und Seite 511 anführen: „Wie die ersten Gesetzestafeln, die Moses zerschlug, dem Gesetzesbunde entsprachen, der wegen „der Schwachheit des Fleisches” nie gehalten wurde, so entsprechen die zweiten Tafeln dem Neuen Bunde, dessen Vermittler Christus ist, und der gehalten werden wird. Dieser neue Bund wird für die Welt erst in Wirksamkeit treten, wenn der „Leib Christi” vollzählig sein wird. Inzwischen nimmt die Auswahl der Glieder des großen Propheten gleich Moses seinen Fortgang.”

„Im Tausendjährigen Reiche jedoch wird Recht zur Richtschnur und Gerechtigkeit zum Senkblei gemacht werden in allen großen und kleinen Dingen eines jeden einzelnen Menschen. Auf diese Weise wird jeder einzelne Mensch von Gott unterrichtet werden durch Vermittlung der Auserwählten, der Diener seines Bundes, des großen Königs, Priesters und Propheten, Christus (Haupt und Leib), – Prophet im Sinne des Lehrers, König im Sinne des Herrschers, Priester im Sinne des Vermittlers, der nach der Erlösung seinem Volke beisteht und die göttliche Gnade und Gunst über dasselbe ausgießt.”

Die Hauptaufgabe des Propheten ist, Lehrer zu sein, also zu lehren. Apostel Paulus sagt in 1. Timotheus 2:3 und 4: „Denn dieses ist gut und angenehm vor unserem Heiland-Gott, welcher will, daß alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.”

Das ist eine sehr wichtige Sache, daß der Mensch die rechte Erkenntnis über Gott und Seinen Plan erlangt. Unser Herr Jesus Christus übermittelte uns das ebenso mit den Worten: „Dies aber ist das ewige Leben, daß sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen.” – Johannes 17:3

Wir haben schon kurz die Frage über die himmlische Regierung und ihre Funktion betrachtet. Gleichermaßen muß man auch die sichtbaren Repräsentanten dieser Regierung erwähnen. Dazu möchten wir noch eine Ansicht von Bruder Russell aus dem 4. Band der Schriftstudien, Seite 500, zitieren: „Zu Beginn des Reiches werden also, soweit wir es verstehen, einzig die auferstandenen Heiligen des alten Bundes von Johannes dem Täufer rückwärts bis zu Abel – Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten – mit der Herrscherwürde bekleidet sein.”

Die Bestätigung dieser Worte finden wir in Psalm 45, wo prophetisch geschrieben steht, daß die Königstochter, die Braut Christi, zuerst in den Königssaal geführt wird. Und die Jungfrauen, ihre Gefährtinnen, werden zu ihr gebracht werden. – Vers 14 Aus diesen Worten ersehen wir, daß vor allem die Vermählung, die Hochzeit, stattfinden muß, bei der die ganze Kirche dem Vater im Himmel vorgestellt wird. An dem Hochzeitsmahl soll die Große Schar vorgestellt werden. Über sie ist in Offenbarung 7:15 geschrieben: „Darum sind sie vor dem Throne Gottes und dienen ihm Tag und Nacht in seinem Tempel; und der auf dem Throne sitzt, wird sein Zelt über ihnen errichten.”

Gewiß wird die Große Schar gleichfalls an dem großen Werk des tausendjährigen Reiches Christi teilnehmen.

Weiter lesen wir im Vers 16: „An deiner Väter Statt werden deine Söhne treten, du wirst sie zu Fürsten setzen im ganzen Land.” Und in Jesaja 1:26 steht geschrieben: „Und ich werde deine Richter wieder machen, wie sie ursprünglich waren, und deine Ratsherren wie am Anfang; danach wirst du genannt werden die gerechte Stadt, die fromme, (die treue) Stadt.”

In diesen beiden Bibelstellen ist die Rede von den Propheten, die als Repräsentanten des Reiches Gottes auf Erden sein werden. Zwischen den himmlischen und irdischen Repräsentanten des Reiches Gottes werden enge und nahe Verbindungen bestehen. Alle Befehle und Gebote werden von der himmlischen Regierung zu den Propheten ausgehen, die sie den Menschen übermitteln, auf daß es auf Erden vollbracht werden kann. Dazu lesen wir in Jesaja 2:3: „Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt und laßt uns hinaufziehen zum Berge Jahwes, zum Hause des Gottes Jakobs! Und er wird uns belehren aus seinen Wegen, und wir wollen wandeln in seinen Pfaden. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen. Und das Wort von Jerusalem.”

Zuvor führten wir an, daß wir unter dem Wort „Reich” nicht lediglich die Regierung dieses Reiches, sondern auch dessen Bürger verstehen. Eine sehr wichtige Angelegenheit wird die Zubereitung der Menschheit sein, um sie zur Annahme der himmlischen wie auch der irdischen Regierung zu bewegen. Wenn wir Gottes Weisheit und Seinen vollkommenen Plan der Erlösung anschauen, werden wir im Klaren darüber sein, daß es ungewöhnlich wäre, die Menschheit mit Gewalt zu zwingen, das Reich Gottes und Seine Regierung anzunehmen. Bei unzufriedenen Menschen könnte so der Gedanke entstehen, daß der Christus ein Diktator dieses Reiches sei. Darum will Gott, daß die Menschheit freiwillig und bewußt nach diesem Reich verlangt.

Zu diesem Zweck hat Gott das Böse, die Sünde und den großen Fall des Menschen während seines ganzen Daseins überhaupt zugelassen. Und das aus dem Grund, damit der Mensch seine Ratlosigkeit einsieht, in welcher er aus dem Zustand des Bösen, der Ungerechtigkeit, Sünde und dem Tod herauszukommen versucht. Millionen von Menschen auf dieser Erde sind schon diesen Weg gegangen. Und mit Sicherheit ist noch nicht die ganze Menschheit, die gegenwärtig lebt, bereit, die neue Regierung des Reiches Christi anzuerkennen und anzunehmen. Sogar das Volk Israel ist bis auf den heutigen Tag nicht bereit sich zu Christus als den Messias und König zu bekennen. Und wir wissen, daß das Reich Christi mit Israel beginnen soll. Israel besitzt noch nicht das Territorium, welches Gott ihm verheißen hat.

Was wird es sein, das Israel und alle Völker, die sich heute auf der Erde befinden, so zubereitet, daß sie das Reich Christi annehmen? Es wird die große Drangsal sein, von welcher der Prophet Daniel in Daniel 12:1, sowie auch Jesus in Matthäus 24:21 und 22 gesprochen haben: „Und in jener Zeit wird Michael auftreten, der große Fürst, der für die Söhne deines Volkes eintritt. Und es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie sie noch nie gewesen ist, seitdem irgendeine Nation entstand bis zu jener Zeit. Und in jener Zeit wird dein Volk errettet werden, jeder, den man im Buch aufgeschrieben findet.” – „Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden.”

Diese Drangsal wird der Pflug sein, welcher die Herzen der Menschen durchpflügt und sie für die Annahme der Ordnungen des Reiches Christi zubereitet. Israel wird gleichermaßen seine Traurigkeit haben, welches wir die „Drangsal Jakobs” nennen. Darum werden vor allem die Herzen des Volkes Israel zubereitet, um Christus zu erkennen und ihn anzunehmen. Darüber ist in Sacharja 12:10 und 11 geschrieben: „Aber über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und sie werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird die Wehklage in Jerusalem groß sein wie die Wehklage von Hadad-Rimmon in der Ebene von Megiddo.”

Die große Bedrängnis wird die hartnäckigen, bösen Herzen der Menschen verändern und sie gehorsam und weich machen und zur Annahme des Reiches Christi bewegen. – Jeremia 3:17: „In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen.”

Die zubereiteten Menschen werden gern die Gebote und Rechte der himmlischen Regierung wahrnehmen und befolgen.

Beim Zusammenfassen des vorher Erwähnten können wir feststellen, daß das tausendjährige Reich erst beginnen wird, wenn – nach unserer Auffassung – die himmlische Regierung vollendet sein wird. Diesbezüglich sagt auch Bruder Russell in einem Artikel, siehe Reprints Seite 5.761 von 1915: „Wir können das Hinauszögern der Einsetzung des Reiches nur so recht verstehen: Es hat sich verzögert aus dem Grunde, damit die ganze Kirche, die von Gott bestimmt ist, vollendet, geprüft, erprobt, und in der ersten Auferstehung verherrlicht und dann mit dem Messias als himmlisches Reich eingesetzt werden kann.”

Das ist die Regierung, die bereit sein wird, alle diese Funktionen, die wir vorher betrachtet haben, auszuführen, nämlich: als Richter, als Könige und Priester nach der Art Melchisedeks, und als Mittler und Prophet. Diese Funktionen wird Christus mit der Kirche eine genau festgelegte Zeit von 1.000 Jahren ausüben. Und wir, die wir berufen worden sind, Glieder der himmlischen Regierung zu werden, müssen genau so unsere Weihung erfüllen, das heißt alle Bedingungen unseres Bundes – Vertrages mit Gott einhalten, da wir doch freiwillig zugestimmt haben, den Willen Gottes zu vollbringen. Wir müssen in allen Situationen unseres Lebens Gott unsere Treue erweisen, selbst in den besonders schwierigen Zeiten, die uns sogar das Leben kosten können. Aber wie der Herr sagte: „Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.”

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