Verlag und Bibelstudien-Vereinigung e. V.

Beauftragt zu lehren

„Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand lehre; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge, und wie sie euch belehrt hat, so bleibet darin.” – 1. Johannes 2:27 (nach Schlachter)

Viele sind der Segnungen, die das geweihte Volk Gottes mittels Seines Heiligen Geistes erreichen. Der Heilige Geist Gottes ist Seine heilige Kraft. In unserem Fall ist es die Kraft Seiner Gedanken, Seines Willens über unser Leben und auch Seine heilige Kraft, wie sie sich im Zusammenhang in Seiner vorhersehenden Überwaltung all unserer Erfahrungen offenbart.

Gottes heiliges Wort berichtet über Seine Gedanken, Seinen Willen für Sein geweihtes Volk. Durch das demütige und unterwürfige Studium Seines Wortes und dem Gehorsam gegenüber den darin offenbarten Vorschriften können wir uns Ihm gegenüber als bewährt erweisen. – 2. Timotheus 2:15 Diejenigen, die sich selbst Gott völlig übergeben, um Seinen Willen zu tun, sind von dem Geist zur Hoffnung eines neuen Lebens gezeugt. So werden sie Söhne Gottes. Der Heilige Geist, der durch Sein Wort wirkt, salbt sie auch zu der hohen Ehre, Gottes Diener zu sein.

Als Jesus seinen irdischen Dienst begann, zitierte er Jesaja 61:1 und 2 und erklärte, daß dies sein Auftrag sei, Seinem Himmlischen Vater zu dienen. Diese Schriftstelle sagt: „Der Geist des HERRN ist auf mir; denn der HERR hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, den Elenden frohe Botschaft zu bringen, zu verbinden, die gebrochenen Herzens sind, Freilassung auszurufen den Gefangenen und Öffnung des Kerkers den Gebundenen, auszurufen das Gnadenjahr des HERRN.”

Vers 2 dieses Auftrags enthält die Ankündigung des „Tages der Rache” und „zu trösten alle Trauernden”. Dies ist ein Hinweis auf den Tag der Rache, der am Ende dieses Evangelium-Zeitalters über alle Nationen kommt, wenn als ein Ergebnis der „Zeit der Drangsal”, die dieser über das Volk bringen wird, sich viele zu murren veranlaßt sehen. Jesus bezog diesen Teil der Schriftstelle nicht auf sich selbst, weil er wußte, daß es zu jener Zeit nicht die passende Zeit war, um erfüllt zu werden. – Lukas 4:16 – 21

Kurz nachdem Jesus seinen Dienst begann, sandte er zwölf Apostel aus, um ein ähnliches Werk durchzuführen. – Matthäus 10:5 – 7 Auch sie sollten das Evangelium vom Königreich verkündigen. Zusätzlich sandte er noch siebzig Evangelisten aus, die ihn in dem großen Werk, das er zu tun gekommen war, vertreten sollten. – Lukas 10:1 Jesus betete in der Nacht, bevor er gekreuzigt wurde, zu seinem Himmlischen Vater und sagte: „Wie du mich in die Welt gesandt hast, habe auch ich sie in die Welt gesandt.” – Johannes 17:18

Der Auftrag, den Jesus seinen Jüngern erteilte, wurde zu Pfingsten bestätigt, als der Heilige Geist über sie kam. Dort war es, daß die Zeugung des Heiligen Geistes, die zur Zeit seiner Taufe über Jesus gekommen war, bezüglich seiner geweihten Nachfolger wahrhaft wirksam wurde – für alle, die in seinen Leib hineingetauft sind. Dies hatte Johannes im Sinn, als er in unserem Leittext über die „Zeugung” sprach, die wir von ihm empfangen haben.

Zu lehren

In unserem Leittext schrieb Johannes, daß diejenigen, die diese Zeugung des Heiligen Geistes empfangen, es nicht nötig haben, daß ein Mensch sie lehre. Dies gibt nicht zu verstehen, daß diese von der Notwendigkeit, die Bibel zu studieren, befreit sind, weder vom Einzelstudium noch dem Studium in der Gemeinschaft mit anderen. Johannes betont die Tatsache, daß, wenn wir wahrhaft vom Heiligen Geist gezeugt sind, um des Herrn Repräsentanten zu sein, wir dann von Gott gelehrt worden sind und die Wahrheit gelernt haben, die wir, wie Er wünscht, anderen verkündigen sollen. Wir werden von Gott durch die Schriften belehrt und durch verschiedene Diener, die Er vorgesehen hat, uns dabei zu helfen, Sein Wort zu verstehen.

Um befähigte Repräsentanten des Herrn zu sein, müssen wir mit der herrlichen Botschaft, die in Seinem Wort enthalten ist, vertraut sein. Dies ist keine menschliche Botschaft. Sie kommt nicht von Menschen, noch kann sie von irgendjemand verstanden werden, ausgenommen jenen, die der Herr durch Seinen Heiligen Geist erleuchtet. Nur solche können „die Geheimnisse des Königreichs der Himmel” verstehen. – Matthäus 13:11 Jesus sagte zu seinen Jüngern: „Glückselig aber eure Augen, daß sie sehen, und eure Ohren, daß sie hören”, und fügte hinzu, daß „viele Propheten und Gerechte” von alters her „begehrt haben” diese Dinge zu sehen, und es ihnen nicht erlaubt wurde. – Matthäus 13:16 und 17

Wir können nicht wissen, wie der Heilige Geist Gottes jene, die Er zu sich zieht, befähigt, die „Geheimnisse des Königreichs” zu verstehen. Durch Sein treues Volk ist der Same der Wahrheit so weit wie möglich und fortwährend gesät worden. Es antwortet jedoch nur hier und da jemand mit Verständnis und Wertschätzung darauf. Es ist eine wundervolle Sache, die Bereitschaft zu bemerken, mit der diese das Wort empfangen, und wie schnell sie zu einem Verständnis des Planes Gottes kommen.

Der weise Salomo schrieb: „Wie du den Weg des Windes nicht kennst (und nicht) die Gebeine im Leib der Schwangeren, so kennst du das Werk Gottes nicht, der alles wirkt.” Dem fügte er noch hinzu: „Am Morgen säe deinen Samen und am Abend laß deine Hand nicht ruhen! Denn du weißt nicht, was gedeihen wird: ob dieses oder jenes oder ob beides zugleich gut werden wird.” – Prediger 11:5 und 6

Wie ermutigend ist es zu erkennen, daß die Ergebnisse des „Samensäens” in der Hand des Herrn sind. Wir freuen uns zu bemerken, daß Gott durch Seinen Geist jenen beisteht, die Er mit dem Studium Seines Wortes beruft. Wir mögen denken, daß dies ein Teil des Zeugungswerkes des Heiligen Geistes ist, denn dadurch sind wir sowohl bevollmächtigt als auch befähigt, „das Licht der Welt” zu sein, Arbeiter, die sich nicht schämen müssen, weil wir das Wort der Wahrheit recht dargestellt haben. – Matthäus 5:14 und 2. Timotheus 2:15

Die Botschaft

Wie in Jesaja 61:1 – 3 berichtet, stellt der Auftrag des Heiligen Geistes für Jesus ein umfassendes Konzept der Botschaft der Wahrheit dar, die wir zu verkündigen beauftragt sind. Es ist die gute Botschaft vom Königreich, die die herrliche Hoffnung der Auferstehung der Toten einschließt. Sie schließt auch die Botschaft des Hohen Rufes mit ein, denn wir haben noch „das Gnadenjahr des Herrn” zu verkündigen.

An diesem Ende des Zeitalters sind wir auch gesalbt „einen Tag der Rache unseres Gottes” zu verkündigen. Dies bedeutet nicht, daß wir Rache über Personen oder Gruppen verkünden sollen. Es bedeutet einfach, daß wir denen, die sanft und belehrbar sind, die Bedeutung „der Drangsal der Nationen in Ratlosigkeit” erklären – daß es ein Kundtun der Unzufriedenheit Gottes über eine sündenverdammte und sterbende Welt ist. – Lukas 21:25

Eng verbunden mit der Verkündigung „des Tages der Rache” ist der Auftrag „alle Trauernden zu trösten”. – Jesaja 61:2 Dies könnte gut ein besonderer Hinweis für jene sein, die sich veranlaßt fühlen, über die leidvollen Umstände des „Tages der Rache” zu murren. Jesus sagte, daß „alle Stämme der Erde” aufgrund seines Kommens und seiner daraus resultierenden Gegenwart am Ende des Zeitalters murren würden, und daß es unser Vorrecht ist, einige von diesen letztlich zu trösten, indem wir sie auf den wirklichen Grund der Drangsale der Welt hinweisen. – Matthäus 24:30

Dies scheint der sich in Jesaja 35:4 fortsetzende Gedanke zu sein, wo wir beauftragt werden, „sagt zu denen, die ein ängstliches Herz haben: Seid stark, fürchtet euch nicht! Siehe, (da ist) euer Gott, Rache kommt, die Vergeltung Gottes! Er selbst kommt und wird euch retten.” Heute sind die Herzen des Volkes mit Furcht erfüllt, so wie es Jesus vorhersagte, und es ist unser Vorrecht, diesen zu erklären, daß es für sie keinen wirklichen Grund gibt, sich zu fürchten, weil des Herrn Vergeltung über die Regierungen kommt, die unter der Kontrolle Satans sind, weil es Seine letztliche Absicht ist, das Volk durch die Auswirkungen des Messianischen Königreichs zu erretten.

Das Zeugnisse für Jesus

Im Neuen Testament werden wir auf einige der Einzelheiten des Auftrags des Heiligen Geistes aufmerksam gemacht. Zum Beispiel stellte Jesus klar, daß sein Volk in seinem Namen ausgesandt werden sollte. Nach seiner Auferstehung sagte er zu seinen Jüngern: „Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und ihr werdet meine Zeugen sein, sowohl in Jerusalem als auch in ganz Judäa und Samaria und bis an das Ende der Erde.” – Apostelgeschichte 1:8

Die Apostel kamen zu einem sehr klaren Verständnis dieses Punktes. Petrus machte Jesus zum Mittelpunkt seiner Rede am Pfingsttage und tausende der dort versammelten Juden taten Buße und wurden getauft. Kurz danach hielt Petrus seine wundervolle Predigt über die Wiederherstellung und wiederum hob er in ihr den Namen und die Kraft Jesu hervor. – Apostelgeschichte 2:14 – 41 und 3:12 – 26

Wir sind darüber in Kenntnis, daß nach seiner Predigt über die Wiederherstellung „die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer auf sie zukamen, empört (darüber), daß sie das Volk lehrten und in Jesus die Auferstehung aus den Toten verkündigten.” – Apostelgeschichte 4:1 und 2 Petrus konnte nicht davon ablassen, Jesus Christus zu predigen, obwohl sein Name für viele, die zuhörten, ein Ärgernis war.

Die Predigt des Paulus geschah nach dem gleichen Muster. Mit dem Hinweis auf seinen Besuch einer Synagoge der Juden in Thessalonich lesen wir: „Nach seiner Gewohnheit aber ging Paulus zu ihnen hinein und unterredete sich an drei Sabbaten mit ihnen aus den Schriften, indem er eröffnete und darlegte, daß der Christus leiden und aus den Toten auferstehen mußte und daß dieser der Christus ist: der Jesus, den ich verkündige.” – Apostelgeschichte 17:1 – 3

Wem verkündigen?

Nachdem wir unter die Zeugung des Heiligen Geistes gekommen sind – wem sollen wir die gute Botschaft vom Königreich verkündigen? Der Auftrag von Jesaja 61, der zum Teil von Jesus zitiert wurde, betont, daß wir den „Sanftmütigen” dienen sollen, das heißt, den Belehrbaren – jene die willig und begierig sind zu lernen. Dies ist jedoch in dem Sinn ziemlich allgemein, daß es nicht irgendeine besondere Gruppe von Menschen genau benennt.

Es ist nicht unsere Aufgabe jene auszusondern, die wir als sanftmütig ansehen, um unsere Botschaft auf diese zu beschränken. Wir sind nicht fähig, zu beurteilen, wer unter all den Menschen, mit denen wir in Berührung kommen, sanfmütig ist und wer nicht. Um einen Ausspruch der Schrift zu benutzen, sollen wir „an allen Wassern säen”, in dem Glauben, daß der Herr es in solch einer Weise überwalten wird, daß die Botschaft die Herzen derer erreichen wird, die sanftmütig sind, während jene, die nicht sanftmütig sind, kein hörendes Ohr haben werden. – Jesaja 32:20

Wir haben jedoch eine besondere Verantwortung gegenüber den Sanftmütigen, die auf die Botschaft antworten. Es ist unser Vorrecht, diese weiterhin in den Wegen des Herrn zu unterweisen. Es gibt nicht nur die Phase des Dienstes, das Evangelium zu predigen, sondern ebenso das Werk zu lehren und das Werk eines Hirten auszuüben. Wir sollen nicht nur anderen die Wahrheit verkündigen, sondern uns auch gegenseitig auferbauen in unserem allerheiligsten Glauben; und es sind nur die Sanftmütigen, die aus diesem Aspekt unseres Dienstes Nutzen ziehen.

Die Königreichsbotschaft sollte nicht vor irgendjemandem zurückgehalten werden, der zu hören bereit ist. Jesus machte deutlich, daß die ganze Welt als das Feld unserer Aktivität betrachtet werden sollte, und wir sollten willens sein, diese Botschaft weit und breit weiterzugeben an Nichtjuden und Juden, bekennende Christen und Weltmenschen, Gläubige und Ungläubige, Junge und Alte, so wie wir Gelegenheit dazu haben.

Wir sollten zur gleichen Zeit die Hand des Herrn in dieser Angelegenheit erkennen, wo und wann wir auch immer die Königreichsbotschaft verkündigen werden. Ein Beispiel: Während Jesus seine Jünger beaufragte in aller Welt das Evangelium zu verkündigen, war die göttliche Überwaltung so, daß die Botschaft hauptsächlich in den Westen und den Norden getragen wurde, statt in den Osten, in das Land Judäa, wo sie ihren Ursprug hatte. Paulus reagierte gehorsam und mit Freude auf den Ruf: „Komm herüber nach Mazedonien und hilf uns”, während es sein eigener Plan gewesen war, in eine andere Richtung zu gehen. – Apostelgeschichte 16:9 und 10

Als Einzelne gesehen ist unser Wirkungsbereich ziemlich begrenzt – dies trifft letztlich auf die meisten von uns zu. Ohne Zweifel möchten wir unseren Wirkungsbereich in des Herrn Dienst erweitern, und es ist gut, diesen Wunsch zu haben. Es zeigt, daß die salbende Kraft des Heiligen Geistes uns zu größeren Opfern im Dienst der Wahrheit drängt. Wir sollten jedoch nicht die Gelegenheiten des Dienstes übersehen, die in der Nähe auf uns warten, die kleine Weise des Zeugnisgebens, die nur uns und dem Herrn bekannt ist. Gott mag uns beobachten, um zu sehen, wie treu wir in der Nutzung dieser Gelegenheiten sind, bevor Er uns mit größeren Dingen betraut.

Es ist auch wichtig, die Leitung des Herrn im Zusammenhang mit unserem zusammenwirkenden Dienst in der Wahrheit zu beobachten. Er weiß, wie die Türen der Gelegenheit zu öffnen und wie sie zu schließen sind. Wir sollten niemals versuchen irgendeine Tür der Gelegenheit mit Gewalt zu öffnen, um dem Himmlischen Vater zu dienen, noch sollten wir zögern in jene einzutreten, die Er unmißverständlich öffnet.

Keine Weltbekehrung

Wir erwarten nicht, daß in dieser Zeit eine goße Anzahl von Menschen die Wahrheit annehmen. Wir befinden uns in der „Erntezeit”, am Ende des Zeitalters, und uns ist ein Erntewerk anvertraut worden, obgleich dieses durch ein allgemeines „Säen” oder Verkünden der Wahrheit vollendet wird.

Während wir glauben, daß jetzt Samen der Wahrheit gesät werden, die ein Segen für die Welt im kommenden Messianischen Königreich sein werden, ist unser erstes Anliegen, jene zu erreichen und zu unterstützen, die der Herr nach dem Ziel des Preises der Hohen Berufung zu laufen eingeladen hat.

Des Himmlischen Vaters Zeit für die Bekehrung der Welt, der Juden als auch der Nationen, ist noch zukünftig. Während wir froh sind, jetzt unser Leben im Dienst für die Wahrheit niederzulegen und bildlich „um des Zeugnisses Jesu enthauptet zu sein”, freuen wir uns zu erkennen, daß zu Gottes bestimmter Zeit die wahre Erkenntnis über Ihn die ganze Erde bedecken wird, „wie die Wasser den Meeresgrund”. – Offenbarung 20:4 und Jesaja 11:9

In der Tat hat die ganze Menschheit eine herrliche Zukunftsaussicht. So wie „wir heute Jesus erkennen” und uns bei allem freuen, was er uns bedeutet und der Welt bedeuten wird, so wird er später der Eine werden, um den sich alle Menschen der Welt sammeln werden. – Hebräer 2:9 Dann, mit jenen „reinen Lippen” zu den Menschen gewandt, werden „alle den Namen des Herrn anrufen, und ihm einmütig dienen”. – Zephania 3:9

In der Kirche

Alle, die unter der Salbung des Heiligen Geistes sind, sind bevollmächtigt Botschafter Christi zu sein und als solche den Sanftmütigen frohe Botschaft zu verkündigen. Es gibt hierbei keine Ausnahme. Die Schriften teilen des Herrn Volk nicht in zwei Klassen, die als „Geistlichkeit” und als „Laienstand” bezeichnet werden. Für die Versammlungen des Volkes des Herrn, genannt Kirchen – griechisch ecclesias – zeigen die Schriften jedoch bestimmte Anforderungen, die befolgt und bestimmte Einschränkungen, die beachtet werden müssen.

Paulus schrieb: „Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren.” – 1. Timotheus 2:12 Die Bezugnahme ist hier ein Lehrer in formellen Versammlungen zu sein. Es bedeutet nicht, daß Frauen, die durch die Wahrheit erleuchtet und dem Herrn völlig geweiht sind, nicht gesalbt sind, das Evangelium vom Königreich durch das mündliche Wort, durch Verbreiten von geschriebenen Seiten oder durch andere Mittel zu verkündigen. Es ist einfach so, daß Gott in Seiner Weisheit und um bestimmte vorbildliche Lektionen auszuführen, das Lehren in der Kirche auf die männlichen Glieder der Versammlung beschränkt hat.

Es gibt aber auch darin Einschränkungen. In seinem Brief an Titus erwähnt Paulus diejenigen, die als „Bischöfe” oder Aufseher – Älteste – in der Kirche dienen, und er zählt ihre geforderten Fähigkeiten dazu auf. „Denn der Aufseher muß untadelig sein als Gottes Verwalter, nicht eigenmächtig, nicht jähzornig, nicht dem Wein ergeben, nicht ein Schläger, nicht schändlichem Gewinn nachgehend, sondern gastfrei, das Gute liebend, besonnen, gerecht, heilig, enthaltsam, der an dem der Lehre gemäßen zuverlässigen Wort festhält, damit er fähig sei, sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widerspenstigen zu überführen. Denn es gibt viele Aufsässige, hohle Schwätzer und Betrüger, besonder die aus der Beschneidung.” – Titus 1:7 – 10

Aus diesem geht deutlich hervor, daß einem, der als ein Lehrer in einer Versammlung dem Volk Gottes dient, ein sehr hoher Wertmaßstab eines gerechten Verhaltens in seinem Leben angelegt werden sollte. Er muß auch fähig sein „sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widerspenstigen zu überführen”. Die Feinde der Wahrheit waren in den Tagen des Paulus größtenteils aus der Beschneidung – Juden, die sich bemühten, Gläubige in Christo zu überzeugen, bestimmten Zügen des Mosaischen Gesetzes zuzustimmen. Zweifellos wurde die Wahrheit auch auf andere Weise angegriffen.

Es war für die Lehrer der frühen Kirche wichtig, fest in den Lehren der Wahrheit zu stehen und ein Maß der Fähigkeit zu lehren zu besitzen, um imstande zu sein „für den ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben zu kämpfen”. – Judas 3 Wir bemerken in seinen verschiedenen Briefen, daß Paulus sich treu entsprechend dieser Richtlinie bemüht, die falschen Ansichten jener Lehrer zu korrigieren, an die er schrieb. In seinen Briefen an die Geschwister in Thessalonich diskutiert und erklärt er die Wahrheit hinsichtlich der Wiederkehr des Herrn und seiner zweiten Gegenwart. In seinem zweiten Brief an die Galater widmet er Gottes Bündnissen einen beträchtlichen Raum.

Heute ist es gleichfalls wichtig, daß diejenigen, die als Lehrer in unseren Versammlungen dienen, fest in der Wahrheit gegründet sind – „in der vorhandenen Wahrheit gestärkt sind”. – 2. Petrus 1:12 Während dieser Erntezeit beinhalten diese Lehren die „gegenwärtige Wahrheit”. – Matthäus 24:45 Die Verbreitung der Wahrheit und des Irrtums mag sich heute in Einzelheiten von der der frühen Kirche unterscheiden, aber es ist noch heute für ihre Lehrer ebenso wichtig wie damals, befähigt zu sein, die Lehren unseres Glaubens zu verteidigen.

Von unseren Ältesten und Lehrern, die die Wahrheit in ihrer Reinheit weitergeben, profitieren wir als Lernende alle. Umso klarer wir diese Dinge verstehen, umso wirkungsvoller können wir sie anderen verkündigen, wenn wir zusammen so weit wie möglich die gute Botschaft vom Königreich verbreiten, daß furchtsame Herzen ermutigt und leidende Herzen erfreut werden.

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